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Harbard College Librarv
FROM THE
SUBSCRIPTION FUND,
BEGUN IN 1858.
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DEUTSCHE
HANDSCHRIFTEN IN ENGLAND
BESCHRIEBEN
VON
DR. ROBERT PRIEBSCH
ERSTER BAND
ASHBURNHAM-PLACE CAMBRIDGE CHELTENHAM OXFORD WIGAN
MIT EINEM ANHANG UNGEDRUCKTER STÜCKE
ERLANGEN
VERLAG VON FR. JUNGE
1896
el. Hof- u. Univers.-Buchdcucherei von Pr. Junge (Junge & Sohn) Erlangen
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VORWÜORT.
Als im Sommer 1892 mein lange gehegter Wunsch, die Schätze des
British Museum kennen zu lernen, sich erfüllt hatte, fasste ich auf Grund
summarischer Durchsicht der Cataloge den Plan xu einer systemalischen Be-
schreibung seiner sümmtlichen deutschen Handschriften*),; das Dezemberheft des
Litteraturblattes für germ. und rom. Phrilologie 1892 S. 438 gab davon kurze
Nachricht. Nachdem ich aber bald darauf mit den Verzeichnissen von Ash-
burnham-Place und Cheltenham vertraut geworden war, erweiterte sich meine
Absicht : ich beschloss alle öffentlichen und so viele Privatbibliotheken Ionglands,
als mir zugänglich werden würden, in den Bereich meiner Arbeit einzubeziehen.
Denn auf die letzteren setxte ich besondere Hoffnungen: sowohl der Umstand,
dass man bisher von ihnen noch recht wenig wusste, als auch die Art ihrer
Entstehung und Vermehrung — vielfach waren umfängliche alte Bestände des
Continents ihnen einverleibt worden — liessen bedeutende Funde möglich er-
scheinen.
Die nüchste Folge der Erweiterung meines Plans war die, dass ich müt
den Handschriften der Universitütsbibliotheken zu Cambridge und Oxford mich
xu beschäftigen und gleichzeitig Verbindungen anzuknüpfen begann, welche den
Zugang zu einigen grösseren Büchersammlungen englischer Adliger mir bahnen
sollten. Das Glück begünstigte mich: rasch nach einander bewilligten die Be-
*, Den ersten, auf fünf zufällig herausgegriffene spätmhd. Codices beschränkten
Ansatz zu einem derartigen Unternehmen bilden bekanntlich J. Baechtolds Deutsche
Hss. aus dem Britischen Museum, Schaffhausen 1873. Von den zahlreichen nl.
Manuscripten der Anstalt existieren nur knappe Listen ohne wissenschaftlichen
Wert.
IV VORWORT
sitzer dreier der reichsten Privatbibliotheken Englands mein Gesuch um deren
Benutzung. Da von dieser Erlaubnis selbstverständlich jedes Mal sofort (Ge-
brauch gemacht werden musste und da ferner der Stoff, welchen Cambridge und
Orford für meine Zwecke darboten, ein verhältnismässig begrenzter war, so
gelangte ich mit der Bearbeitung der deutschen Handschriften ausserhalb Lon-
dons früher zum Abschluss als mit der Beschreibung der im British Museum
aufbewahrten. Zudem erschien eine Teilung meines Werkes in zwei handliche
Bände recht wünschenswert. So entschloss ich mich, rorerst nur über die von
mir bereits ausgebeuteten Bibliotheken xu berichten, hingegen das Verzeichnis
der deutschen Hss. des British Museum sowie solcher Privatsammlungen, in
welche ich vielleicht noch Einlass erhalte, für den zweiten Band zu ver-
sparen.
Der Begriff “deutsch”, den das Buch auf seinem Titel führt, ist nicht in
dem universellen Sinne Jacob Grimms zu verstehen. Er beschrünkt sich viel-
mehr auf die continentalen Germanen, umfasst somit das ober- und das nieder-
deutsche, das niederländische und das friesische. Innerhalb dieser Grenzen habe ich
alle Handschriften beschrieben, die über die Scheide des xvi. und xvır. Jahrh.
hinaufreichen; jüngere fanden nur dann Aufnahme, wenn sie Copien älterer
Litteraturdenkmale waren oder wenn ein besonderes Interesse sich an sie
knüpfte (so Ar. 171) oder endlich wenn, wie in Wigan, die geringe Menge der
überhaupt in Betracht kommenden AMss. einer Bibliothek absolute Vollständiy-
keit der Aufzählung nahe legte.
Mein Buch dient practischen Zwecken: es soll den deutschen Philologen
und Ilstorikern angeben, welches Material für ihre Arbeiten in England ver-
streut liegt. Fpochemachende neue Funde vermag wch leider nicht mitzuteilen,
obwohl ich ihnen eifrigst nachspürte. Denn ich habe mich nirgends auf die
Angaben der Cataloge verlassen, sondern mir alle Handschriften reichen lassen,
bei welchen auch nur die leiseste Möglichkeit vorlag, dass sie deutsche Bestand-
teile oder Worte enthielten. Im Peterhouse College zu Cambrülge durfte ich
sogar Coder für Codex selbst aus dem Repositorium nehmen und durchsehen:
leider ohne jeden. Frtrag. Trotzdem scheint es mir wichtig und nutzbringend,
dass man einmal klar übersicht, wie viel Reste unseres Mittelalters noch an
versteckten Orten Englands aufbewahrt werden.
Um die Orientierung zu erleichtern, war ich auf tunlichste Übersicht-
lichkeit bedacht. Deshalb wurden die behandelten Bibliotheken, ohne Rick-
sicht auf ihren privaten oder öffentlichen Charaeter, in alphabetischer Folge
vorgeführt, die Handschriften arithmetisch geordnet. Bei diesen war ich. be-
VORWORT V
strebt, 1) den Leser hinreichend über ihr Äusseres zu unterrichten, 2) ihn mü
ihrem Inhalt, wenigstens dem deutschen, vollständig bekannt zu machen, 3) aber
ihre Provenienz und Geschichte, soweit es sie zu ermitteln gelang, festzustellen.
Zu dem Ende habe ich nicht nur Anfang wund Schluss aller einzelnen Stücke
verzeichnet, sondern auch nach bestem Vermögen die einschlägige Litteratur zu-
sammengetragen. Freilich bin ich mir bewusst, dass ich hin und wieder hinter
diesen. selbstgestellten Anforderungen zurückblieb. So habe ich nachträglich be-
merkt, dass mehrmals eine Angabe über den Einband fehlt: indes wird dieser
Mangel kaum ins Gewicht fallen, wenn ich versichere, dass es sich dabei stets
um moderne Umschläge handelt. Ich darf aber auch auf die besonderen
‘Schwierigkeiten hinweisen, unter denen an Privatbibliotheken meine Arbeit sich -
vollzog. Einerseits duldete die erteilte Zutrittsgenehmigung, mit welcher
mehrfach gastfreieste Aufnahme sich verband, keinen Missbrauch: ich war daher
genötigt, mein (Geschäft so rasch .wie möglich abzuwickeln. _Anderseits sah
ich mich von fast allen litterarischen Hilfsmitteln entblösst. Wenn daher viel-
leicht vereinzelte Schreibfehler untergelaufen sind, wenn öfters meine Mit-
teilungen sich auf die bedeutsamsten Partien eines Codex beschränken und
nicht alle Detuils erschöpfen, so wolle man die angeführten Umstände ent-
schuldigend in Erwägung ziehen. Ich bin zufrieden, wenn meinem forsghenden
Bliek niehts wichtiges entgieng. Bei dem ausserordentlichen Reichtum und der
erstaunlichen Mannigfaltigkeit der Bibliotheca Phillippica freilich kann ich nicht
einmal dafür garantieren. Ein ausführliches Register am Schluss des Bandes
wird, wie ich hoffe, seine Benutzbarkeit erhöhen.
Die schwere Zugänglichkeit der meisten von mir beschriebenen Saınm-
lungen verunlasste mich zur IHinzufügung eines Anhanges. Er vereinigt, voll-
ständig oder in Auszügen, Stücke, welche entweder bisher ganz unbekannt
waren oder sich als neue, für die Kriik nicht unwichlige Fassungen be-
kannter Texte darstellen. Ihr diplomatisch getreuer Abdruck *), wenn er auch
aus typographischen Gründen nicht immer das Bild des Oriyinals wahrhaft
treu wiederzugeben vermag, entsprach dem Zweck, welchen ich verfolgte, am
meisten. Doch trachtete ich sowohl durch Einführung von Interpunection und
Beigabe von Besserungsvorschlägen das Verständnis zu erleichtern, als ich
*) Ein Ausrufungszeichen deutet an, dass nicht ein Schreib- oder Druckfehler
vorliegt, sondern ein Versehen der Hs.; ein Fragezeichen weist auf die Unsicherheit
der Lesung hin. In runde Klammern eingeschlossen sind Verse, Worte oder Silben,
welche ich für interpoliert ansehe; eckige Klammern machen meine Ergänzungen
kenntlich.
vI VORWORT
auch Anlass nahm, mich über Heimat und Entstehungsgeschiehte mehrerer wich-
tigerer Denkmüler zu äussern.
Ohne die tatkräftige und nachhaltige Förderung, welche von vielen Seiten
aus mir zu Teil wurde, hätte ich das vorliegende Buch überhaupt nicht schrei-
ben können. Zu cehrerbietigstem Danke fühle ich mich verbunden dem hoch-
gebornen Lord Ashburnham, welcher nicht nur in zuvorkommendster Weise mir
Einblick in seine kostbare Sammlung gewährte, sondern auch ausgexeichnetste
Gastfreundschaft während eines mehrtägigen Aufenthaltes auf seinem Landsitz
erwies, sowie dem hochgeborenen Earl of Crawford, der. meinen Wünschen be-
reitwilligst entsprach, und seinem Bibliothekar, Mr. J. Edmond, in dessen Fa-
nulienkreise ich unvergessliche Stunden verlebte und der mir ein ebenso ver-
ständnisvoller wie kenntnisreicher Führer durch die Bücherschätze von Haigh-Hall
war. Dass ich die grossartige Bibliotheca Phillippica für meine Zwecke nutzen
durfte, verdanke ich der Güte des Mr. Fitzroy Fenwick, welcher mir zu wieder-
holten Malen dort längere Zeit zu arbeiten gestattet. Nicht geringeren Dank
schulde ich den Beamten der Bodleiana zu Oxford und der Unixersitätsbiblio-
thek zu Cambridge, insbesondere den Herrn F. Jenkinson, G. Macray, F. Ma-
dan, A. Neubauer, G. Parker und A. Rogers. Auch die Bibliothekare der Colleges
S. John, Peterhouse und Trinity zw Cambridge, und Mr. M. R. James am
Fitzwilliam-Museum daselbst haben mich lebhaftest verpflichtet. Für manchen
Ratschlag wie für das freundliche Interesse, welches er jeder Zeit meinen Ar-
beiten zuwandte, habe ich Herrn Prof. A. Napier in Orford herzlichst zu danken.
Endlich möchte ich schon jetzt das stets hilfsbereite Entgegenkommen des Per-
sonals auf dem British Museum rühmend hervorheben.
Aber die Liste der Förderer dieses Werkes bliebe unvollständig, wenn ich
nicht zum Schluss in aufrichtigster Verehrung des Mannes gedüchte, der so
viel zu der Form beigetragen hat, in welcher es nunmehr erscheint. lIerr
Prof. I. Steinmeyer hatte die yrosse Güte, nicht nur mein Manuseript einer
endgiltigen Redaetion zu unterziehen, sondern auch bis Signatur 25 eine zweite,
von da ab sämmtliche Correeturen xu lesen.
Möchte so vielfältiger Unterstützung der Nutzen des Buches einiger Massen
entsprechen !
London, Weihnacht 1895.
ROBERT PRIEBSCH.
DEUTSCHE
HANDSCHRIFTEN IN ENGLAND
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I
ASHBURNHAM-PLACE.
BIBLIOTHECA ASHBURNHAMIANA.
Der Vater des jetzigen Lord Ashburnham hinterliess bei seinem Tode
(F 1878) eine der ausgexeichnetsten Hss.-Sammlungen, die je im Besitze eines
Privatmannes gewesen sind. Sie umfasste damals vier getrennte Tele, die zu-
sammen etwa 4000 Nrn. enthielten. Diese waren: 1) Die Libri- Sammlung,
1923 Nrn., erworben 1846: vgl. darüber Catalogue of the manuseripts at Ash-
burnhamplace, part the first, comprising a collection forıned by professor Libri,
London (o. J.) 4%. 2) Die Barrois-Sammlung, 702 Nrn., erworben 1848: be-
schrieben im Catalogue of Ihe manuscripts at Ashburnhamplace, part the se-
cond, comprising a collection formed by Mr. J. Barrois, London (o. J.) 4°.
3) Die Stowe- Sammlung, 996 XArn., erworben 1849: a) Bibliotheca manu-
scripla Stowensis, a descriptive catalogue of the mss. in the Stowe library, by
the Rev. Charles O’Connor, Buckingham 1818 and 1819. 2 Voll. 4%. b) Ca-
talogue of the important collection of manuseripts from Stowe, which will be
sold by auction by Mess. S. Leigh, Sotheby and C®. on monday 11% of June
1849 and seven following days. xı und 252 SS. 4%. 4) Der Appendix, etwa
250 Hss., die Lord Ashburnham einzeln oder in kleinen Gruppen erworben
hatte: vgl. Catalogue of the manuseripts at Ashburnhamplace, Appendix. Lon-
don printed by Charles Francis Hodgson, 1861. 192 SS. 4°.
Von diesen Sammlungen gieng Nr. 3 im Jahre 1883 zum Teil an das
British Museum!) über, zum Teil, soweit irische oder auf die Geschichte Ir-
lands bexügliche Hss. sich darunter befanden, an die Bibliothek des Trinity
College in Dublin. Über die Ankaufsverhandlungen vgl. Deseription of the Ash-
burnham mss. and account of offers of purchase etc. .... by Edw. Bond, 1883.
Von Nr. 1 ist nichts, von 2 und 4 nur ein Rest xzurückgeblieben, denn im
Jahre 1888 kam der Teil der Libri- und Barrois-Hss., dessen Abkunft aus fran-
zösischen öffentlichen Bibliotheken erwiesen war, an die Pariser Nationalbiblio-
1) Ein ausführlicher Catalog ist in Vorbereitung.
Deutsche Hess. in England 1. 1
2 I. ASHBURNHAM-PLACE
thek zurück!), nachdem schon 1884 der Rest der Libri-Hss. und die hervor-
ragende Dante-Sammlung des Appendix von der italienischen Regierung angekauft
und in der Laurentiana zu Florenz niedergelegt worden war (vgl. Ministero
della pubblica istruxione. Indiei e cataloghi vıu. 1. Codiei Ashburnhamiani
della R. biblioteca Mediceo-Laurenziana di Firenze vol. ı, fasc. Le 11, Roma 18837).
Von den historischen Hss. findet sich eine kurze Beschreibung im Neuen
Archiv 4, 609— 618, sowie mit besonderer Berücksichtigung der Stowe- Collec-
tion im Eighth report of the Royal commission of historical mss., Appendix
part ıı, London 1881 fol.
1. Barroıs-Hss.
1.
372. Pap. (doch wurde von Bl. 306 ab auch Perg. verwendet als vordere
und hintere Custode zu je einer Lage von 4 Papierbll). xv. Jh. 52 Blätter
(alte Zählung 272— 323; die vorliegende IIs. ist also wohl nur Fragment).
32,2 x 25,7, durchaus von derselben Hand geschrieben, erst zwei-, dann ein-
spaltig. Rote Initialen und rot durchstrichene grosse Buchstaben ; einzelne Sätze
rot unterstrichen. In modernem grünem Maroecoband mit Goldschnitt.
Bl. 272 Generatio regum francor ex Troyanis descendentium qui olim Me-
rovingi dicebantur ...... eX quUoR Ppagine ...... duces videlicet lotharingie ct
braban ...... originem traxerunt principalem. Yon Priamus — Philippus
huius nominis dux scedus.
Bl. 234 Liber generationis philippi Burgundie lotharingie Brabaü et lym-
burgi ducis filii karoli magni.
Lat. Urkunden und Prirtlegien.
Bl. 307 — Schluss. Copien von solchen in mnl. Sprache. a) Tenor trär
diuisionum inter ducem Brabantium et dnös grimbgen sequit? et est talis. Wij
Jan bi der genaden goods herthoge van lotharingie van Brabant....... maken
cond allen den ghenen die dese Iren selen sien en horen ....... 1297. db) Tot
welker hant die van louen en van Bruessel liggen selen als men int gemeyn
orloge wttreet.... 1340. rc) Dit sijn die leenrechten van ons genadigen hee’n
Camere de scheidinge en deylinge nad* came’n Recht van Brabant. d) Die
leenrechten des hoofs van Santhouen. e) Sek°e voirraet van sekeren punten
hier onder gescreuen tot zanthouen aen de manne gehaelt van wegen wilen
mijns genedigs he’n hertoge philips van Brabant. f) Dit sijn önige vonnisse
die thof van vecle heeft gegeuen in tijden van leden. 9) Hier na volgen die
1) Vgl. Les manuscrits du comte D’Ashburnham .... par L. Delisle, Paris 1883,
4°, und über die Verhandlungen, deren eines Resultat bekanntlich die Herausgabe
der Manesseschen Hs. an Deutschland war, das Vorwort (U—XCVI) zum Catalogue
des manuscrits des fonds Libri et Barrois par L. Delisle, Paris 1588.
2 3
Rechten vand‘ Banck eü den houe van veele. h) Sequitur noua declaratio.....
sup preseriptis Iris p.... ducem Wenceslaum et ducissam Johannam facta
consentiente Caplo Scolastico et opido (!) Bruxellen vt patet in fine p eorum
appensiones sigillor ......... (mal); M.c.c.c. tachtentich eü cen.
2.
486. Pap. xv. Jh. (1463 für ı1). 257 Blätter (doch 21—23. 255 —57
leer). 29,7 x 20,9. Moderner roter Maroccodeckel mit Goldschnitt. Ursprünglich
3 selbständige Llss.; aber von der land desselben Schreibers, der sich am
Schlusse von 11 (s. unten) nennt.
I. Bl. 1—23. Lagen von S BU. (doch »ählt die 2. nur sieben), zweispaltig
geschrieben (zu 30 Zeilen die Spalte, wenn ausgeschrieben). Bi. 1%. 3*. 5°. 6.
Ss», 9b, 112. 12b. 14%, 156. 17°. 18P ohne Text, wohl aber mit blattgrossen, in
rohem Stile ausgeführten Bildern, Scenen des Textes illustrierend. Verschieden-
farbige Initialen, rot durchstriehene grosse Anfangsbuchstaben der abgesetzten
Verse; an den Zeilenenden häufiy rote Schlangenlinien. Wasserzeichen: drei-
blättrige Blume auf zackigem weitgeschweiften Kelche.
(Ohne Titel) Gedicht auf einen IUIerzog von Braunschweig.
1® leer, 1P Bild.
‚Anfang 2*: Eyn hertzoch was zu brunenezwich
In groissen eren vd rych
Beyde |von] guyt vnde von lande
Unde stont allet yn syner hande.
Schluss 202: Dyß hait gedicht Augustyn
Ouermytz des konings bede
Hy hayt ey ende dese rede
Nu moyß got alle vnB sachen
Ayn vnssem ende ezu gude mache
Des güne vns allen samen
Dye hemelsche konigyjnen ame.
Jhesus ma’ia Johanen.
S. Waitz, Neues Archiv 4, 614 f. unter dem Ilinweis auf Reinfried von
Braunschweig, mit dem aber vorlieyendes Gedicht gar nichts zu tun hat. Vol.
Bartsch Germ. 24, 421. Goedeke 12, 259 und die Auszüge unten im Anhang.
ıı. Bl. 24— 248. Lagen von verschiedenem Umfange; zwerspallig mi
verschiedener Zeilenzahl, die Spalten von Linien umrahmt. Rote Initialen (nur
die erste verschiedenfarbig); rot durchstrichene grosse Buchstaben.
Das Buch von Lohier und Maller.
24° Anfang: Ir herr& (machent)!) freden dur(ch got)!). Der da hymel
a
!) Das eingeklammerte rot.
4 I. ASHBURNHAM-PLACE
vnd die firmament geschaffen hait. Der uch hie wil lasßen lebe. bitz ir sin
hulde wail verdyenet. So werden ir horen eyn schone historie. die verse daryn
sint liplich.
Schluss 248° (Sp. 1): Als die heiden gesahö so vil werlet vnd banner
komen. Do begonden sye gemeyniclich alle sament zu fliehen. Als das die
cristen gesagen, do yleten sy yn alle naich vnd slugen vmmer zu dode als das
daz sy betradent. || Hye hait eyn ende dis buche von Lohier vnd mallare. die
czweyne gesellen waren so getruwe als sye ye worden geboren. vnde dis buch
dede schriben «. s. w. (= der Nachschrift der Wiener Hs. 2816 v. J. 1493) —
vnd ist vollenbraicht yn den iaren MPccco'xxxvIr jare ....... (wie im
Strassburger Druck von 1513); endlich so ist dis gegenwirdich buche geschre-
ben.... in den iaren MccccLxım von mir bruder Johan von Wormsze.
S. Goedeke 12, 357. Bearbeitung von Fr. Schlegel, Frankfurt a|M. 1805,
Erneuerung durch K. Simrock, Stuttgart 1868.
ım. Bl. 249—257. Lage von 8 Bil. mit Custode am Schlusse, zweispaltig ;
verschiedene Zeilenzahl. Rote Initialen (die erste verschiedenfarbig); rot durch-
strichene grosse Anfangsbuchstaben der Verse; rote Überschrift: Des konigs |
boich von | Frankrich | geit hyr | ain ıe. |
Anfang 249*: Dje schryfft bedudet so waz geschach
| Daz man yn hoger ere sach
Von franchrich eyne konink guet
Der waz vor wandel wail behuit.
Schluss 254®: Hye mit hait diß buech ey ende
Gott vns alle von sunde wende.
Amen.
Nach der Wiener Hs. 2800 gedruckt Diut. 3, 378—97, nach einer Her-
zogenburger (angezeigt Altd. Bil. 1, 381 f.) GA. Ar. 8, nach der Hs. Meyers in
den Altd. Dichtungen von N. Meyer und E. F. Mooyer 52—62. Über andere
Hss. s. Goedeke 1?, 223, über den Meistergesang Die Königin von Frankreich
ebenda S. 310. |
3.
487. Pap. xv. Jh. (1453). 88 Blätter, von einer Hand zweispaltig ge-
schrieben zu 36—37 Zeilen; die Spalten von Linien umrahmt. 27,5 x 20.
Rote Initialen und Überschriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben, zahl-
reiche sehr roh ausgeführte Illustrationen im Texte. Moderner brauner Papier-
deckel mit Goldschnitt; am Rücken die Aufschrift: Schriftliche moralische
Fabeln.
Sammlung von Tierfabeln, die 4 Cardinaltugenden (Weishait, Grös-
mutichait, Gerechtichait vnd Mässichait) sowie ihre Widerparte (Trachait, Hoch-
fart, Gewtichait vnd Unmässichait) beleuchtend.
2 —4 5
1° (rot): Hie heben sich an die vier Angell der tugent als Aristotiles der
haidnisch maister spricht vnd hernach schreybet ....... Der hochswebent in
natürlichen chuüstn Maister Aristotiles spricht in pbleumatibus .......
Die Fabeln selbst beginnen 1° (Sp. 2) mit: von eynem Raben vnd Fuchs
vnd vö ßwaim nackchunden chindern.
Schluss 88® in der Fabel von ainem Chuunt vnd von seynem herren vnd
(Anweisung für den Illustrator) der mües hinder im gemalt werden mit ainem
chnuttell vnd von aynem wolff 2€ das merckch mit vlais gar eben ıC. Dann
rot: Et sic est finis p manus Johannis mör de Constantia anno 1453.
Vgl. über den Erlauer Codex v. d. Hagens Germania 4,126 ff.; über eine
Hs. in Büschings Besitze dessen Wöchentl. Nachrichten 1, 56 f. Eine bisher
unbenulzte Hs. im British Museum Egerton 1121.
4.
495. Pap. xv. Jh. 355 Blätter. 28x 20,4, von einer Hand, einspaltig
mit verschiedener Zeilenzahl. Grosse, rot durchstrichene Buchstaben häufig,
ebenso rot unterstrichene Wörter und Überschriften. Farbige Wappenzeichnungen
zwischen dem Texte oder am Rande; 7 blatigrosse, farbige Federzeichnungen
(Portraits Philipps des Schönen und Isabellas von Spanien, Karls des Kühnen
und seiner Gemahlin Margarete von York; dann Christus, endlich der Schrei-
ber der Hs. kniend in Mönchsgewand: über ihm ein Schild mit einem Frauen-
kopf von einem Pfau gehalten. Spruchband: he& hu ghelieue dat Ic mach zijn
van huwen scapen, ein anderes um das Schild:.Om te ghelieuene. 19 Lagen
zu je 12 Bil. (die 1. hat nur noch 10, da 2 zu Anfang fehlen), bezeichnet
durch ı—xıx auf dem ersten und letzten Blatt jeder Lage; dann wieder 10
Lagen (i—x) zu 12 Bll. und eine (die letzte) zu 9 Bü. Wasserzeichen: vier-
teiliger Schild mit Lilien. Brauner Lederband mit gepressten Lilien.
Chronik von Flandern aus der Zeit Philipps des Schönen und Karls
des Kühnen (1420— 1477).
Beginnt fragmenlarisch (s. oben): Int tselue jaer lach de coninc welge-
minde die men hiet coninc karel coIc van vranckerycke de welke gheboren was
in een casteel ghenaemt et casteel van gonnessen ome twelke de zömeghe sery-
uene cö karel van vranckerycke dye men heet van gonnessen | dese vorseide
cö lach voor eene stede die men heet meluun Jde welke stede staet int tlande
van normandyen daer in laghen quade Rouers en malfaytuers.
Aus dem Bl. 65 unter der Überschrift de calis vaerdt Anno m.ccccxxxVvI
en dat de steden van vlaenderen vute traken beginnenden Abschnitte hebe ich
‚hervor Bl. 68* Item vp sinte lauwercius Auet doe quame dinghelschen Int
noort vrye tusschen der groeden en den hende den noordt wech eh zy roofden
sconedycke gaternesse de groede steenkerke en zy staken tvyer in dye husen
6 ÄASHBURNHAM-PLACE
en dit es dat Incarnacion | Vier waerfften xprs al huut ghespelt. Ihs
en Ihm daer toe ghestelt | doe lach men voor calis al vp dat velt
naer dat hoye en marke ware ghevelt (das gesperrt gedruckte rot unter-
strichen).
Schluss des 1. Teils (mit dem Tode Philipps) Bl. 226.
2273 (2. Teil) Anfang: Dits voor tJaer AP m.cccc.ıxvir Karel de Valoys
heere van charloys htoghe phs sone hij was de xxxr1.ste graue van vlaendern.
244® Dit naer volghende es den ontfang die te brugghe ghedaen was der
hoghe eü moghende princesse vrau Margriete shertoghen dochter van Jorck des
sconIcxs Edewaerdts zustre van Inghelant ..... Dese moghende karle die
hadde zynder beminder bruudt ghesonden drie nieuwe hanghende waghee ....
— 251° en daer mede nam de feeste een hende. Dieses Stück deckt sich fast
wörtlich mit einem Teile (S. 17—32) der von W. Brill, Kronijk van het histo-
risch Genootschap, ıv. Ser. xxıı. Jg. S. 17—71 veröffentlichten Huweliüks-
plechtigheden van Karel van Bourgondi@ en Margaretha van York.
Schluss des 2. Teils der Chronik Bl. 352°: Ic hebbe ghebeyt naer her-
toghe Karels Comste vır Jaer, vır maenden, vır weken, vır daghen, vıı hueren
Ende zeuen munnten. Ic Corronickiere nv hertoghe Karels comste Es huute :c.
(das letzte wichtige Ereignis ist der Tod Karls des Kühnen vor Nancy 350®»).
Es folgt noch ein Refereyn, wohl von dem Verfasser der Chronik:
353°? Hy es weildich die vrucht int zyne heeift
» on „»„ die wel te vooren es
„on „ die zonder pyne leift
„on » die wel gheboren es ete. —
354° Doch om ontpluncken de crancke struncken
Myner zine in weuen
Ic ne cant ontduncken noch naerder luncken
Voor nicht noch neuen
Dan mate doet weildeghen Rustelicxs leuen.
Nota bn.
D.
565. Pap. xv./xvı Jh. 50 Blätter. 21,3 x 15,5, von mehreren Ikinden
geschrieben.
Bl. 1 Qualiter unusquisque se et domum suam regere debet secundunı
doctrinam beati Bernhardi.
Bl. 7 Modus vivendi (unrollständig).
Bl. 10 Versus per tetrasticha in salve regina misericordiae etc.
Bl. 12 De arte predieandi arrengandi et collationandi.
BI. 41 Sermo de morum disciplina, virtutum dignitate ct hominum bea-
tissima vita,
4—6
-}
Bl. 50 Hymnus Pange lingua de Corpe Christi ex Latino in idioma
vulgare sub congruis rythmis p Sebastian Brant traductus.
Min Zung erkling |
vnd frölich sing
von d& zarten lychnam fron |
von dem blät vnd kostlichem ding |
das gpgossen hat der welt zü lon |
frucht des wybes |
reines 1ybes |
der kung aller völker schon
Nobis natus
Vüis geboren
vserkoren |
von der reinen iungkfrou fin |
by vns dru vnd dryssig jaren |
vßgespreitt den samen sin |
da beschlossen |
vnuerdrossen |
sin!) zyt in wunderwerck vnd pin
In supremis
An des lettsten |
nachtmals essen |
als er by den brudern saß
des gesettzs ward nit vergessen |
als ers osterlämlin aß |
wolt er senden |
mit sin henden |
len Jungern sich zü eine?) maß
Verbum caro
Fleisch vB worten |
vnd wares brot |
ward vB wort zü fleisch gemacht |
win verwandelt sich in das blüt |
wie wols vernüfft nit verstät |
vns zü stercken |
ist zu merken |
allein güter gloub ist not
Tantü ergo sat
Darüb löond vns flyßklich eren |
ein so grosses Sacramet |
das nüw ist |
vnd müß vffhören |
zgsattz des alten Testamets |
der gloub leeren |
soll vnd meren |
das der sya nit hat erkent |
Genitori genitog;
Lob vnd fröud |
syg Gott dem Vatter |
Got dem sun syg heil vnd pryß |
Krafft ! zierd | ewig segen hat er |
de geist so von inn entspryßt |
Lob «leßglichen |
ewisklichen |
von jnn gnad vnd tugent flüßt. Amen.
Gedruckt bei Wackernagel KL. 2 Ar. 1364 (ohne Verfassernamen aus
dem. Enchiridion, Nürnberg 1525).
Thuter den kleinen deutschen (Gedichten
S. Brants (s. die Litieratur darüber bei (ioedeke 12, 339,17) finde ich es nicht.
6.
593. Pap. xv. Jh. 214 Blätter (handschriftliche Zählung 1—cexum, doch
ist zwischen v und v1, XIX und xx je ein (nicht mitgezähltes) Ilalbblatt ein-
geheftet), und 2 vordere, sowie eine hintere Custode. 19 x 14,3, zweispaltig
von einer Hand geschrieben mit verschiedener Zetlenzahl. Rote Initialen und
!) am Rande: hic abundat vna sillaba.
?) am Rande: hic 4; [abundat una sillaba).
8 I. AsußURNHAM-PLACE
Absätze; rot durehstrichene Buchstaben. Lagen von 8 Bil. mit Custoden. Alter
Holzdeckel mit braunem Leder.
Prosalegenden von Heiligen und Sermones, mnl.
Tafel van desen boec auf der 2. vorderen Custode: 1. van S. Urbanus
paeus. 2. van Beda die eersamghe priester. 3. vanS. Bonifaes ende sijn ghe-
sellen. 4. van S. Basilius. 5. van S. Alexius confessor. 6. van S. Quiritus
en iulita. 7. van S. Geruasius eh protacius. 8. van die tien dusent martelare
ende ..... va paulinus die biscop. 9. op sinte Jan baptiste auent een omelie
beda (des eersame& priesters. 10. Op sinte Jan baptiste dach van da vordelen
die sinte ian verdient heeft bi gode een sermoen. 11. Op ten seluen dach van
der lanteerne die beide lichtet vü bernet een sermo& bernardus. 12. Op sinte
iohanes baptisten dach die omelie des eersamen bede 13. Van S. radbodus
bisscop. 14. Van S. Johahes en paulus martelaers.. 15. Op te seluen dach
een omelie sinde gregorius. 16. Van die seuen slapers. 17. Van S. benignur.
18. Op S. Pieter en S. powles auont. 19. Omelie des eersame beda. 20. Op
ten seluen dach een sermoen bernardus. 21. Op sinte pieter en S. pouwels
dach een omelie des eersamen bede. 22. Op ten seluen dach een sermoen
bernaerdus. 23. Van «dien woerde dit siin namen der barmherticheit bernardus
sermoen. 24. Van volcome ruste hier bove. 25. S. Powels des apostels peus.
26. Van cen devoet broeder. 27. Van die vandinge Marien tot Elisabet haere
nichte. 28. Van S. Kilian. 29. Van die seu& broederen. 30. Op ten seluen
dach een epistel pawels. 31. S. Gregorius omelie opt dit... ewangelie dat hi
prediete .... te roemen in S. felicitas kerke. 32. Hier beghint epieticus ende
astions leuen. 33. Van S. vrederics leuen des heileghe bisscop. 34. Van S.
arcenius monic. 35. Van S. Margrieta. 36. Van S. Cristina. 37. Wat die
naem cristoferus beduut. 38. Die seuen machabeeusche martelaren.
Zur Geschichte: auf der hinteren Custode steht: Dit boec hoert toe den
susteren van sinte katrijnen huus te hoern (andere hand noch des xv. Jh.) en
heeft ghescreu& welmoet ian gales dochter onse profess:e sust® bidt voer hoer
om goeds willee Als spätere Besitzer der Hs. nennen sich auf der ersten vor-
deren Custode: C. N. Alkemade, P. van der Schelling, endlich mit Bleistift auf
der Innenseite des Vorderdeckels: M" Barrois Hötel de M... the 65.
T.
615. Pap. (einzelne Perg.-Bll. ohne bestimmte Ordnung zugeheftet). xv. Jh.
403 Blätter. 15 x 10,5, ron einer Hand geschrieben zu 20—21 Zeilen, die
Seiten von Linien umrahmt. Zu Beginn eines jeden Artikels reich verzierte
Initialen, die übrigen blau oder rot; rote Überschriften und rot durchstriehene
grosse Buchstaben; mehrere Illustrationen. Lagen ursprünglich zu 8 Bll., doch
fehlt nun einzelnen jel Bl.; auch mangeln mehrfach ganze Lagen. Alter Holz-
deckel mit gepresstem Lederberug; Reste zweier Schliessen.
6—8 9
Geistliche Prosa-Trarelate, nınl.
Die grösseren erhaltenen sind:
Bl. 1 Hier begijnt een deuoete oeffeninge van den lijden (durehstrichen)
leuen eh lijden ons lieven heren ihesu christi ende sijnre lieven moder ende
van hoeren groeten rouwen «len sij hadden. O Maria alre suuerlixste mechdeken
gy apenbae’de v in uwe’ otfenckenisse der duysterre verdwaelder werlt als die
sterne bauen den neuel en als dat roesken bauen den «doerne .....
Bl. 48° Hier begijnt een deuoete meditatie des berchs van caluaere ghe-
heite.
Bl. 78® Hier begijnen sömige punt& gescreue wtter passien ons lieue he’n
ihu xpi alsoe onse lieue he’ selu@ geapenbaert heeft eenre lants vrouwe ge-
heiten brigida (fehlt das 1. Bl. Pergy.).
Bl. 108° Dat is vä der vrysenisse ons lieue here en hoe hy hen sijnre
lieuer gebenedider moder apenbaerie.
Bl. 229° Hier begijnt dat boeck der sueten lerynge ende der devoeter
colacien die die persoen des soens ende des heiligen geest gedaen hebben den
genen die geminnt waren van dem vader.
8.
618. Pap. xv. Jh. 119 Blätter (und 1*. 2* + Pery.-Custode). 21x 14,3,
einspaltiy geschrieben mit 22—24 Zeilen; die Seiten von Linien umrahmt.
Rote Initialen (nur die erste blau), rote Absätze und rot durehstrichene grosse
Buchstaben. Lagen von 10 DU. (in der Hs. bezeichnet durch al, a2 .... a,
Di325% b5 — Im, 2m...... 5m). Holzdeckel mit braunem Lederbexug, Reste
von Schliessen.
Spiegel der uolcomenheyt!), mal.
Bl. 1 leer. 2% (rot) Hier begint een spiegel der öleomanheyit daer der
nıynre broder staet in begonnen is. Dyt were is uergadert wt sonige ouden
legenden die se& fräciseus gesellen in alre hande steden insereuen eh bescery-
uen deden. Sunte franciscus maeete drie regulen ........ Legenden und ygeist-
liche Lehren aus dem Kreise des hl. Franciseus, besonders dem 8. Aegidius in
den Mund gelegt.
Schluss 218° Salich is die knecht die all dat güet dat hem die heer hier
bewiset | recht als enen schat in den hemel vergadert ........ Salich is die
knecht die die heymelike dynghen gaeds verberget in sijnre herten wellike ver-
berghen ons moet ghonne die vader ende die soen ende die heilige gheest
amen.
') Hat bei Gleichheit des Titels sicher nichts mit dem Hendrik van Erp zuge-
geschriebenen (vgl. De Katholiek 92 (1887), 209—12 und Jostes Germ 31, 5) Spiegel
der volcomenheit zu tun.
Deutsche Hss. in England 1. 2
10 I. AsSHBURNHAM-PLACE
Dieser Tractat zwn Teil auch in MS. Phill. Nr. 4022 Bl. 1348 ff. (s.
unten). |
Zur Geschiehte: auf der Perg.-Custode von einer Hand des xv.[xvı. Jh.:
Dit boeck hoert toe nymege op süte peters berch den suster& van der darder
regel fräcisci, und auf 118b (xvı. Jh.): Dit boce hoert den susteren opte alden
berch toe.
9.
690. Perg. xıv.[xv. Jh. 87 Blätter (Lücke von 1 resp. 2 Bl. nach 8 und
72), von einer Hand geschrieben; erst von 708 ab — Schluss in abgesetzten
Verszeilen. 13x 13,5. Abwechselnd blaue und rote Initialen, erst spüler ron
anderer Hand eingefügt, da öfter falsch yeset:t; die erste eines jeden Gesunges
grösser, reicher in beiden Farben ausgeführt, mit Arabesken (nur zu Anfang
des 4. resp. 5. rerloschen); rot durchstrichene Buchstaben. Lugen von verschie-
denem Umfange. Moderner Einband.
Bruder Hansens Marienlieder.
Es ist dieselbe “schöne Perg.-Hs!, die Beihmann Z. f. d. A. 5, 419— 21
unter dem Titel * Marienliede? angezeigt hat (damals noch im: Besit:e Barrois)).
Darauf gestüt:t wies Bartsch (Germ. 12, 89 f.) sie als eine Is. von Bruder
Hansens Marienliedern nach. Im ANeuen Archiv 4, 616 als Liebfrauenmutter
Liederbuch bezeichnet ; dieser Titel befindet sich auf der vordern (modernen) C'u-
stode von ganz junger Hand; möglich, dass er auf einer nun fehlenden alten
Custode stand. Im Vergleich zu P (Petersburger Is.) beginnt unsere IIs. erst
mit der zweiten Reihe: Ave vil werte zuesse..... Die dort fehlenden Strophen
(”. 1210—51) sind in unserer Ils. dureh einen merkwürdigen Zufall auch
nur teilweise erhalten (vgl. den vollständigen Text in D (Düsseldorf) Z. f. d.
Ph. 11, 223 f.):
Bl. sp In dien daz wir eyn® eunnö
Ave ynnichlych(en ge)!)prechen
Mit rou“® onser sunde
So en mach ons ghein ghenate nicht ghebrechen.
Went wie solde man so weinzel mogen hurtzen
Een was dz vol van wasser weer
Daer en mueste ynners ichtes icht wz stiertze.
Eya reyn du ghehuere
Du zu louf vnser arnıen
Wie lyse daz man dich rure
Mit Ave zwaer du sturtes dyn erbarmen
Sam eyn vul vaz daz miltlich ouerloufet
1) Das eingeklammerte ausradiert, aber noch leserlich.
8—9 11
Du gebes dyn ghenaten
Mit zu ghedructer maes vnde uph gheheufet.
Reyn meechdelyche moeter
Vnde moeterlyche maecht
Ihesus dijn son vil goet®
Dem haet Ave dis wort se (!) wol behaget.
Doe her dyns reynen libs wolde haben mangl (!)
Das Ave was der pesser syn
Doe her den zirkel mas wz dem triangel.
Ich wolde vil gheern ingraben
Vnde..... (Lücke von einem DI.)
Es folgt 9% [Gheplant]zet haat den eppel von gharnate
dz ist die leuedige vrucht .
da sich die minnende ziel aen sal versaten = P 1277 ff
Die 2. Lücke zeigt sieh nach Bl. 72 durch den Sprung im Acrostichon
ron 1 in Maria zu U in gracia. Schluss 72b (P 3788) Geboot Jdaz her sin
kindekin nam; Anfany 73% (P 3862) Das nach leufet vber daz velt. 2 BU.
werden hier ausgefallen sein‘). Diese Lücke sowie das einmalige Fehlen einer
Initiale haben zur Folge gehabt, dass Belhmann a. a. O. sagt, die Strophen der
letzten Reihe seien zwar von demselben Bau, aber von ungleicher Länge.
Anfang und Ende der Liederrethen:
ı (P ı1) 1% Ave vil werte zuesse
Ave vil toghentryche
Ave ich dich gruze
Du werte libe moeter minnencliche
De alder werlt schepper wurdes dragende
In dinem zarten libe
Da Gabriel dir dis ave was sagende.
* 2 *
166 Nu helf dan vrou ons beiden
Bi dinen tzartzen (!) kinden
De du haez hie gescheiden
Dz iezlijich da den anderen weter vinde
Se is dijn dern ich bin dijn armer slaue
Ich gheer daz sy ons leste woort
Aue moter semper virgo aue.
Amen.
! Dazu stimmt folgende Berechnung: 72 Verse fehlen; von 70 ab aber stehen
18 Zeilen auf der Seite, also 2 Bü.= 153x4 =712 Zellen,
12
ı (P ım) 17%
33b
ı (P ıv) 34%
51b
ıv (Pv) 528
69
I. ASHBURNHAM-PLACE
Aller tubel twingerin
Und aller engel vrouwe
Ervucht mijn turre tumme sin
Sam in dem meye de blüemelijn van dem touwe
Uyser truger eerten lustlye konnen brechen
So laiss wsß tummen hertzen
Mich hondert lieter dir zu lobe sprechen.
* r *
Gun ons daz wir im himelrijch beid samen
Eynander lieblich widerseen
Darzu helph ons «dlijn zuesse ınoter amen.
Amen.
Anevanc al mijnre salden
Mijns heyls unde mijns geluckes
Nu laes doch nicht vercalten
Daz vur daz du in minen hertzen truckes
Unde laes es rijch vaclen vnd brinnen
In onlesscheliker wisen
Mit vuriger liebe in steter truwer minnen.
* *
*
Nach bid ich coninghinne
Sint ich bin vber gebende
Durch dijn zarte minne
Die libste die ich uph erten hi hab (?) lebende
Ich nen se nicht du kinst wol iren namen
Daz du vns helphes
Dz wir dijn kindes hulde erwerben.
Amen.
Aber wil ons glimmeren
Der liechten sonnen glesten
Vogel suyt man sümeren
Ir nisten hy vnd dart uph groenen esten
Der somer sijn g@selt haect uph gheslagen
Zu wald und uph dem velde
In busch in heyd in anger und in hagen.
* " "x
Nu wil nıir hi was geben
Mich armen broter hanze
Vü stuer also mijn leben
Dz ich mach come doort aen dinen danze
Ich vnde die alre liebste min zu samen
I—10 13
Die ich durch dich gelaessen hacn
Dz gun vns durch dijn groze guete.
Amen.
v (P vn) 70% Aber spricht mijn hertze mir I
Daz ich der zarten coningin
Der die luchtende cherubin
Unde die brinende cheraphi
Dient vnde sint ondertaan
Hondert liet tzo lobe beghin
Nu sint mijn tumme toren sin
Soe wijt gestrouwet heer vnde hin
Daz ich der const onwitzich bin
Doch wil ichz vrilich ane vaen
Man spricht daz man mit arbeit win
Vil etel silber viz den zin
Vnde daz man golt vz copher brin
Ich hooff daz mir ir zarte min
Sol gheben stuer vnde wilz bestaen
Sus heb ich aan.
* %*
*
— Schluss 87®; bricht ab mit M (mulieribus) des Acrostichons: Costlich ge-
ziert van menger verb Is ir gegerv = P 4400 f.
Zur Geschichte: auf der Rückseite des leeren Bl.69 von junger Hand der
Name: Paulus veı (van?) Haegh.
Ausgabe (lediglich nach der S. Petersburger Hs.) durch R. Minzloff, Han-
nover 1863. Vgl. hiexzu F. Gerss, Zu Bruder Hansens Marienliedern, Z. f. d.
Ph. a. a. OÖ. Nach einer Kölner Hs. teilweise gedruckt (ohne Verfassernamen)
bei Ph. Wackernagel, KL. 2, 772 f. Dazu Germ. 24, 251. Zur Sprache J.
Franck, 2. f. d. A. 24, 373—425. Zur Quellenfrage E. Schröder, ebenda 25,
127—30. Zu V. 4155 Germ. 18, 112 f.
2. APPENDIX.
10.
37. Perg. xv. Jh. (1480). Nicht paginiert. 20,9 x 14,3. Initialen in blau
und Gold; der äussere Rand der meisten Di. reich verziert; Bilder in feiner,
flämischer Kunstarbeit. Lagen von S Bil. Brauner gepresster Lederband.
Psalter, mnl.
1. Kalender.
2. Dit es de tafle van den sautere. Elken psalm opt ghetal. I—-CLxxXxIVv.
14 I. AsHBURNHAM-PLACE
Anfang der Psalmen: Salich es die man die niet af en ghine in den raet der
onghenaldigher ..... |
Den Schluss bildet das Credo: Ic gheloue in eenen god vad‘ almachtich
makere des hemels ende der acrden und das Gloria in execelsis: Glorie inde
oocheden te gode....
Zur Geschichte: auf dem letzten Bl., von reich verziertem Rahmen um-
schlossen: Dit boec heuet doen maken Vrouwe Anthonine van massemen eru-
achtige vrouwe van calkene Ende van den lichteräeltseen binnen wettre
Voeghdersse van wichlen. Ende van scheerscanp. Weduwe van wylen zaligher
memorie heer martin vysam ruddere Heere van Reesseghein. van sente Jans
tsteene. Ende eruachtich eolateur van assenede. Ende van Assenede ambocht.
Int Jaer ons heeren Düust vierhondert ende LXXX.
11.
59. Perg. xv. Jh. (1443). 220 Blätter. 18,9%x 13. Dlaue und role Inı-
tialen mit Arabesken, rote Überschriften und rot durchstrichene grosse Buch-
staben; 19 Vollbilder in grau auf einzeln eingehefleten Pergamentblättern. La-
gen von S DU. Alter gepresster Ledereinband.
Gebetbuch, mnl.
Kalender und astronomische Tafeln — Bl. 14; auf dem letzten das Da-
tum 1443. Darauf Die getide van der wijsheit. Onser vrouwen ghetide. Die
lange cruce ghetide ...... Die seuen Psalmen ...... Een oefeninghe van
elken daghe und zahlreiche Prosagebete.
Zar Geschichte: auf einem der Innenseite des Vorderdeckels aufgeklebtem
Papierstreifen: Johanna van Egmondt. Auf Bl. 1: Jacob van der Does Sy-
monsZ.
II
CAMBRIDGE.
A. BIBLIOTHECA UNIVERSITATIS.
Über die Geschichte der Universitätsbibliothek handeln: 1) The university
hbrary, papers contributed to the Cambridge university gaxette, 1869 by H.
Bradshaw. Cambridge, Macmillan, 13831; aufgenommen als Nr.x in Collected
papers of Henry Bradshaw, comprising 1. Memoranda. 2. Communications.
Cambridge, university press, 18389. 2) Les manuserits frangais de Cam-
bridge ıı — Bibliothöeque de Uuniversite par Paul Meyer, Paris 1886 (Extrait
de la Romania t. xv). Äuf diese, für den vorliegenden Zweck erschöpfenden
Darstellungen muss verwiesen werden. Dagegen sei hier kurz zusammengestellt,
was sich über die IIerkunft der unten beschriebenen Iandschriften der Biblio-
thek ermitteln liess. Bedauerlieh ist nur, dass man nicht in allen Fällen zur
Sicherheit gelangen kann; häufig mag die Schuld daran liegen, dass die meisten
Hss. im xvur. Jh. neu gebunden wurden, wobei gewiss manche ihre Provenienz
anzeigende Notizen auf Custoden oder Innenseiten der Deekel verloren gegangen
sind. Die Ilälfte der verzeichneten Hss., d. ti. die Arn. 12. 14— 16.18—19, wer-
den aus der reichen Sammlung des Bischofs von Ely, John Moore, stammen,
die nach seinem Tode (F 1714) durch König Georg 1. angekauft und der Uni-
versitätsbibliothek geschenkt wurde. leute trägt die Mehrzahl der auf diese
Weise erworbenen ss. (in unserem Fulle alle bis auf Nr. 19) eine gravierte
Buchmarke auf der Innenseite des Deckels mit der Inschrift: Munificentia regia
1715. Diese Buchmarke muss öfters als der einzige Beweis für die Zugehörig-
keit eines Ms. zu der Sammlung betrachtet werden, da von ıdhr nie ein voll-
ständiger Catalog existiert hat. Ihren Bestand im Jahre 1697 verzeichnet in
zwar wenig wissenschaftlicher, aber doch verdienstvoller Weise der Catalogus
mss. Angliae et Hiberniae (11, 361—78. 393—9); über spätere Erwerbungen
giebt ein handschriftlich auf der Bibliothek liegender Catalog Auskunft. In-
dessen scheint keiner von beiden auf Vollständigkeit Anspruch machen zu kön-
nen. Nur Nr. 18 (Hh. 1. 9) und 19 (li. 6. 38) lassen sich im Cataloge von
1697 wiederfinden als Nr. 469 und 189; nach den übrigen sucht man ver-
16 II. CAMBRIDGE
gebens. — Nr. 17 (Gg. 5. 35) gehörte der Bibliothek der berühmten Abtei
S. Augustin in Canterbury, der Stiftung (605) und nachmaligen Begräbnis-
stütte König Ethelberts. 1168 legte ein Brand den grössten Teil der Kirche
und des Klosters in Asche und vernichlete viele der alten IHss. Mit manchen
anderen teilte auch diese Abtei das Schicksal der Sücularisation unter Hein-
rich vır. (1529). Der letzte Abt war John Sturvey (Essex). Ihre Bücher-
schätze wurden xzersplittert (mehr als 30 Hss. befinden sich jetzt im British
Museum), aber ein glücklicher Zufall führte die nachmals so berühmt gewordene
Liederhandschrift auf die Cambridger Universitätsbibliothek, als ein kostbures
(feschenk des Bischofs von Coventry und Lichfield, Hacket, e. 1660.— Was end-
lich den Rest, die Arn. 20--26 anbelangt, so gehören sie sämmtlich dem Fonds
der Additional mss. an, d. h. derjenigen, welche nach Fertigstellung des neuen
Cntalogs (1867) ron der Bibliothek durch Kauf oder Schenkung erworben
wurden.
12.
Did. 4. 59. Pap. xv. Jh. (1489). 236 BU. und je ein leeres nach 89
und 236 (nach der Zählung der Us. ccxıvu Bi.; doch ist Bl. c übergangen
und von CLXXXIX auf CC gesprungen; nach Bl. 51 findet sich ein schmales,
nur auf der Aussensetite beschriebenes und nicht mitgexühltes BDlättchen einye-
klebt). 21,3 x 14, durchweg von einer Hand in zwei von Linien umrahmten
Spalten zu 29 Zeilen geschrieben. Blaue und rote Initialen, zwei mi Ara-
besken. verziert; rote Überschriften und rot durehstriehene grosse Buchstaben.
Lagen zu 8 Bü. (doch die 11. zu 10, die letzte xu 12 Bil). Wasserzeichen:
vierblättrige Blume aus gegabeltem Schafte wachsend. Moderner Pappdeckel-
einband mit Lederrücken.
S. Bernhards Sermonen(17) auf den xc. Psalm: Qui habitat ete.
1° Prolog: Hier beghint dat prologus des heylighe abts #’b’naerd’ op te
psalm Qui ht. Brueders ic aensie uwen arbeyt niet sonder groot mededoghen-
der begheerten — 2# Nu willen wi van den psalm dien wi ghecoren hebben
wat mitter hulpen gods seggen en exponiere.
28 (‚Sp. 2) Anfany der Sermones. Überschrift: Dat eerste sermoen opten
psalm Qui habitat. Die woent in der hulpen des alre ouerste die sel wonen
in der bescermenisse gods des hemels.
Ende der Sermones 89»: O here dan seltu dijnen knecht na dijnen woer-
den late in vreden als mijn ogh& sellen sien dijnen heylgeuer dijnen xpm mij-
nen h’e die bouen al is ghebenedijt god in der ewicheyt amen.
S. Migne 183, 185 — 254.
S. DB. Sermones de diversis (37).
Überschrift 908: Dit sin die sermoenen sunte beernaerdus dat in latijjn de
diuersis hect.
12 — 13 17
Anfang: Tis te male een waer woert dat dat leuen der menschen op der
eerden al becoringe is.
2366 Ende: ten lesten voersichtich en onderwesen ende volcomen in dat
regimet der caritaten amen.
'S. Migne a. a. O. 537 f. Den 37 Sermonen der Hs. entspricht bei Migne
1—3, dann Sermo vı in quadragesima (Migne 181 ff), darauf 4A—-31. 36.
32. 40—42.
236 (Sp. 2) in nicht abgesetzten Zeilen:
O mensche en wilt dese werlt nyet mynnen
Si haten se die se te gronde bekennen
Hoer blytscap (!) is mit rouwen ghemenget
Dat loen dat se horen mynres schenct
Is ewighe pijn na deser tijt
Hoet v daer voer wie ghi oec sijt.
Darunter: Dit boec is ghescreu& int jaer ons heren MCccc ei LXXXIX en
wert gheeynt des vridages na s’mertyn translatio. Een aue maria om gods wil
voer den scriuer (folgt r und Kryptogramm).
13.
Da. 6. 49. Pap. xvı. Jh. (1562). 41 Blätter und die leeren 1* — 5*,
42*—43* 20x 13,6. Mi der Feder gezogene, grotesk verzierte Initialen. Zu-
sammengebunden unter modernem Deckel mit Dd. 6. 48.
Album.
1% Federzeichnung; im Innenschild: Dit boeck hoort toe Lyntgen Jacops
dochter woonende an die coorenmart int Jaer ons heeren 1562.
22 —278 Sinnsprüche eu je 5—b6 Zeilen), nach dem Anfangsbuchstaben
alphabetisch geordnet.
Anfang: Al sent den heere ons tribulatie
In siecken quellagen derschelic ghepynft]
tziin al gracien niet om ıinurmureere[n]
Want niemandt en zal ook despereere[n]
Na dat ons de wijsemä de waerh; ontbynt
De vader die de Rijs spart die haet zy kynft].
BI. 28 leer.
292 —41® Chansons anno MCCCccxXcıK.
302 Een nieu liedeken op die wijse alst begint vande 5 sinnen
Lest ginck ick in de mey spanceren
Wandelen met lusten fijn etc. (5 zehnzeilige Str.).
31b Nieu Liededen (!) op de wijse vant voorgaende
Schoon jonckheerken hups en trouwe efc. (4 neunzeilige Str.).
Deutsche Hss. in England 1. 3
18 II. CAMBRIDGE
32b Op de vois (!) al hadden wy 25 bedden
Wy dancken den waert eic. (4 achtzeilige Str.).
33% Een Amoreusch Liede
O roosken root, o paerle peur ete. (4 sechszeilige Str.).
34® Nae de voix vng (!) coeur
Ick sat en fantaseerde etc. (Dialog zwischen vrier und vrijster, 10
achtzeilige Str.).
36® Liedeken van bomel op de wijse schoon Jonckheerken
Schen[ke]: Coompt Seingnor en laet v schenken ete. (7 zehnzeilige,
1 achtzeilige Str.).
38b Nieu liedeken op de wise Wilhelmus van nassau
Venus eerbar goeddinne etc. (5 achtzeilige Str.).
40° Een nieu Liedeken
Wilt thoch (!) op mij eens dencken ete. (8 sechszeilige Str.).
41° Een nieu Liedeken op de wijse van soet Robbertge
Doer het gesichte van v mijn lieff eerbaer (3 sechszetlige Str.).
14.
Da. 12. 25. Perg. xın.|[xıv. und xıv. Jh. 14x 10,5. Zwei Hss. (1 und ıı)
unter einem Holzdeckel mit schwarzem Lederbexug vereint; auf dem Rücken in
Goldschrift: Dutch Prayers.
1. 60 Bil. (handschriftliche rote Zählung nur von I—Xxı in der Mitte oben)
von zwei durch Schriftcharacter und Tinte deutlich geschiedenen Hiünden geschrieben.
Von der ersten rührt Bl. 1»—11b, 208 (unteres Viertel) bis 21® her, alles übrige von
der zweiten. Die Zeilenanzahl schwankt bei der ersten Hand zwischen 22 und 24, bei
der zweiten beträgt sie durchweg 25. Rote Initialen, rote Überschriften (mit Ausnahme
des Titels immer die Namen der Evangelisten), rot durchstrichene Buchstaben. Nach
Bl. 21 eine Lücke (von mehreren Lagen?). Erhalten sind 6 Lagen, die 1. (mit Vor-
der-Custode) bis 5. zu 10 Bil., die 6. zu 8 mit Vorder-Custode ; eine handschrift-
liche Lagenbexeichnung am Schluss (durch die A nfangsworte der folgenden) be-
steht nur bei 3-—5. Bleistiftnotizen (von Bradshaw's Hand) durch die Hs. xer-
streut, weisen auf das Fehlen von Bil. und auf übereinstimmende Buch- und
Capitelzahlen aus Unum er quatuor des Zacharias Chrysopolitanus hin.
Leben Jesu, mnl.
18 Überschrift (1. Hand): Dit is dat lefie vns leide heren ih’s xps un
sine wandelinge vn sine wercke I principio iohes.
Anfang: In deme beghinne was dat wort en dat wort was bi gode en
got was dat wort.... (Cap. 1 der Ausgabe, s. unten). Von dieser Hand bis
11 en dor de craft der wöder de si sagh@ so hadde he een ylie gherne
ontfanghe en he antworde ice moet oec anderen steden predighen dat rike gorz
want daer to bin ie ghesant (Cap. 34).
13 — 14 19
12% (2. Hand): Doe ih’s sach die grote scare die h& uolchde. doe ghine
hi op ene hoghen berch (Cap. 35) — 20* En die iongheren ghingen prediken
den uolke dat si penitencie deden en uele dier bezeten ware uerdreuen si eü
ucle zieken salueden si met olien en maket“"se ghesont (Cap. 56).
20* (1. Hand): In d® zijt ou* dri dage waren brüloefte I chana galilea
(Cap. 57) — 21 en do ihs de moder sach wiene do wart hie (beweget 2c”
Randschrift des xıv. Jh. Cap. 62); dann Lücke.
22® (2. Hand): Op enen dach was feeste tot ihrl’m die hiet encenia
(Cap. 182) — 60 Eü onse here wrochte mede en starcte hare woerde met
nae uolghenden teyken (Cap. 245). Explicit.
Vorliegende Hs. repräsentiert m. W. die älteste, erhaltene Gestalt jener
mnl. Ervangelien-Synopse, deren W. Moll, Johannes Brugmann, Amsterdam 1854,
2,11 f. Bijlage 1,255 f. nach einer Haager Hs. vom J. 1473!) ausführlich Er-
wähnung tut. So rückt diese E.- S. hinsichtlich ihrer Entstehungszeit viel
näher, als es Moll ahnen konnte, an die von G. J. Meier, Groningen 1838,
nach einer Hs. von S. Truijen herausgegebene Evangelien-Harmonie Het leuen
van Jexus, mit deren Terte sie so viele wörtliche Übereinstimmungen zeigt,
dass diese wohl kaum allein auf Rechnung desselben Stoffes und der gleichen
benutzten Quellen zu setzen sein werden; freilich fehlen ihr gegenüber die Vor-
rede und die Glossen des Autors, in Folge der Lücke auch die Capitel 62—181.
Mehr abseits stehen die Sieversschen Fragmente einer mnd. Evangelienharmonie
Z. f.d. Ph. 21, 385 ff. (s. die correspondierenden Stellen im Anhange). -—- Auch
in sprachlicher Bexiehung ist das Cambridger Ms. interessant. Zwei Ilände ha-
ben abwechselnd (s.oben) geschrieben. Sind die Lautformen des zweiten Schrei-
bers (wohl der Vorlage entsprechend) rein nl., so entschläpfen dem ersten oft
genug hochdeutsche Formen, um einen Schluss auf seine Heimat zu erlauben.
Den Umfang der Arbeit jedes der beiden genau festzustellen, macht allerdings
die Lücke nach Bl. 21 unmöglich.
ı1. 15 Bil. zu 19—20 Zeilen, von einer Hand geschrieben. Rote Initialen,
rot durehstrichene grosse Buchstaben. 2 Lagen zu 8 Bll., doch fehlt jetzt das
letzte der 2., das wohl leer war.
Prosagebete und Litanei.
Anfang 1° (Gebet zu den (rliedern Christi mit eingeflochtenem Sünden-
bekenntnis): Ghebenedijt ende gheloft sij dat werde hooft ons lieues heren dat
met scaerpen dornen cronen dorbroken wert... . also dat rode bloet Ouer
dat anschijn vloet. Ende ghelue] my sculdich al der sonde die ie met mynen
sondighen hoofde ye ghedede — 4b ende ewelike ende in alre tijt so sij sijn
zoete name ghebenedijt. a.m.e.n.
1) Aus demselben Jh. auch Nr. 3155 der v. Arnswaldtschen Bibliothek, vgl. Jb.
f. nd. Sprachforschung 10, 33.
20 II. CAMBRIDGE
Es folgen eine Litanei und kürzere (Gebete.
Schluss 15b: Bi onsen here ihesum xpm in den hemel metten vader ende
metten heligh& geest leeft ende regneert ouer al van euwicheden in euwicheden
amen. amen.
15.
Dd. 12. 26. Pap. (nur als Schutzbll. der ersten Lage Perg. verwendet).
Frühes xv.Jh. Unpaginiert. 14x 10,5. Zwei Hss. unter grünem Pappdeckel
mit Lederrücken vereint. Auf der Innenseite des Hinterdeckels ein beschnittenes
Pergamentbl. aus einer lat. Hs. des xıı. Jh. aufgeklebt. |
I. Rote und blaue lnitielen, die erste blau auf Goldgrund, reich verziert,
ebenso farbige Randverzierungen auf der 1. Seite; rote Überschriften. Lagen
. zu 12 Blü., doch die erste und letzte zu 8.
Tractat von dem Altarsacrament und Gebete, mnl.
Anfang: Coemt tot mi alle die pijnlike arbeiden ende swaerlike belast
siin eDn ic sal v vermak& — Cranck in de holte des cruce. starc in de stride.
Snoede eü v’smaet in de lichaem. gewapent in de sege. Mismaect in den doot.
schoen in der v’risenisse. Blanc van der ioncfere geboren. roet in de cruce.
Bruyn in den laster claer in den hemel.
I. Rote Initialen, die erste mit Arabesken; rote Überschriften und rot
durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen zu 12 Bll., die letzte zu 6 (mit ein-
geheftetem 7.) und leer mit Ausnahme der 1. Seite.
Marien-Psalter.
Überschrift: Hier beghint onser lieuer vrouwen salter eh is guet gelese
voer die ziele die daer syn in d& vegevuer.
Anfang: O Maria doe op mynen mont te lauen dynen alre heilichsten
en onsprekeliken naem — In dy vrouwe hapende moeten wy ghebruken dyns
aensichtes in ewicheit. Amen.
16.
Da. 12. 52. Pap. xıv./xv. Jh. Unpaginiert. 14 x 19,3, von einer Hand
in plumpen Zügen geschrieben. Rote Initialen, rot durchstrichene grosse Buch-
staben und rote Überschriften. Lagen von verschiedenem Umfange; mehrere Bl.
fehlen vorn. Auf dem 1. Bl. das Datum 1591, wohl von einem früheren Be-
sitzer. Einband wie Nr. 14.
Gebetbuch, mnl.
Anfang: ..... relt leere der waerh! en geuer Weest gegruet — Lof eer
cracht eü glorie si god den vader en den soen mitten heiligen geest in der
ewicheit amen. |
17.
Gg. 5. 35 (olim 1567), die bekannte Handschrift der Cambridger Lieder.
14 — 17 2
Litteratur verzeichnen MSD? 2, 99 f. Ich versuche an dieser Stelle eine aus-
führlichere Beschreibung der schwierigen Hs., mit besonderer Rücksicht auf den
die Lieder enthaltenden Teil.
Dass die unter einem Pappdeckel des xvır. Jh. vereinigten Stücke, welche
aus palaeographischen Gründen sämmtlich dem xı. Jh. zuzuweisen sind, schon
von Haus aus die jetzige Reihenfolge besassen und nicht erst später derartig zu-
sammengebunden wurden, macht die Lagenzählung, auf die ich unten zurück-
komme, wahrscheinlich; jedesfalls beweist das Vorhandensein dieser Ordnung
im xı. Jh. ein augenscheinlich dieser Zeit angehörendes Inhaltsverzeichnis !),
welches auf der zweiten Vordercustode der Hs. eingetragen ist. Seine ziemlich
summarischen Angaben hat eine Hand des xv. Jh. ergänzt, dieselbe — wie Ver-
gleichung lehrt —, welche die Blätter der Hs. nummerierte. Ferner ergiebt sich
aus diesem Verzeichnisse, dass dem ursprünglichen Bestande der Hs. nunmehr
zwei Stücke mangeln, nämlich: 1) Orationes ciceronis, ergänzt von zweiter Hand
durch: ff? 455 usq; in finem; 2) v’s’ de laude cueuli ff? 450 (dieser Eintrag
ganz von zweiter Hand). Alles übrige?) ist auf uns gekommen; nur sind in
Folge des Verlustes einzelner Blätter mehrere Artikel lückenhaft. — Die Hand,
welche im xv. Jh. den Codex foliterte, zählte von 1—454; wie viel darauf
noch: folgte, wissen wir nicht. Aber diese Zählung ist nicht fehlerlos: sie springt
von Bl. 78 auf 80 und lässt Bl. 294* unbexeichnet. Freilich kann schon da-
mals die Hs. nicht mehr intact gewesen sein: es fehlte ein Blatt nach 180, fer-
ner, wie sich zeigen wird, eines nach 440 und zwei nach 453. Gegenwärtig be-
steht das Ds. nur noch aus 442 (Mass 22 x 15) Blättern, weil eines nach 235,
drei nach 277, zwei nach 441, sechs nach 445 verloren gegangen sind.
Die Bezeichnung der Lagen am Schluss durch die römischen Ziffern
I—XLINI (welche indessen durch nachträgliches Beschneiden des unteren Randes
mehrfach geschwunden sind) ist alt, d. h. meines Erachtens der Herstellung des
Codex gleichzeitig. Die Lagen bestehen bis auf die letzte, welche 12 Blätter
zählt, weil zweı Einzelblätter zugeheftet wurden, aus je 10 Blättern, und zwar
so, dass bei den Lagen 2. 3. 5. 30. 31. 33. 35. 37. 44 statt des innersten
Doppelblattes immer zwei Einzelblätter mit übergreifenden Falzstreifen verwendet
sind. Die Signatur xLıı befindet sich auf der Rückseite von Blatt 431. Daraus
lässt sich folgern, dass entweder bei der Nummerierung der Lagen eine Ziffer
1) Am Kopfe desselben die für Hss. aus S. Augustin in Canterbury characte-
ristische Abkürzung von Distinctioxı Gra... (d. h. Gradus u.s.w.), ferner: Collcoes
cü A Liber sci Augustini Cant. Ein alter handschriftlicher Catalog (xv. Jh.) der
Bibliothek von S. Augustin befindet sich im Trinity College, Dublin (D. i. 19): No-
tes and queries, II. series, 1,485—86; Edwards, Memoirs 1,102—104; Gottlieb, Über
mittelalterliche Bibliotheken S. 159 f.
?) Vgl. die Inhaltsübersicht im Catalogue of the mss. preserved in the library
of the university of Cambridge 3 (1858), 201—5.
22 II. CAMBRIDGE
übersprungen wurde, oder dass eine ganze Lage schon vor dem xv. Jh. (keine
entsprechende Lücke ın der Blattzählung!) ausgefallen war. Dies letztere könnte
nur stattgefunden haben nach Lage 28, der die letzten drei im xv. Jh. noch
gezühlten Bil. 278*— 280* fehlen, während die nächste Lage mit einem neuen.
Artikel!) beginnt. Dass xLımı (resp. xLıu) nicht mit Bl. 432 abschliesst, hängt
mit dem beim Zählen begangenen Versehen und dem Fehlen von Bl. 180* zu-
sammen. Alü Bl. 431 endet die Lagenzühlung, oder genauer gesagt, wir fin-
den keine Spur einer Lagenbezeichnung weiterhin: das nächste Bl. 432 eröffnet
den Abschnitt der Cambridger Lieder. Zu ihm wendet sich nun unsere Be-
schreibung.
In diesem Teile sind die Aussenränder des ziemlich dünnen Pergaments
stärker abgebröckelt als sonst; dadurch wird an mehreren Stellen auch der Text
geschädigt. Die Liederanfänge sind durch schmucklose Initialen hervorgehoben
(nur bei De Heinrico Bl. 437* Sp. 2 fehlt sie), deren Farbe abwechselnd hell-
und dunkelrot ist. Die Lieder selbst sind durchweg zweispaltig geschrieben;
jede Spalte enthält 40 Zeilen. Eine scheinbare Ausnahme macht Bl. 437° (Sp.1)
mit nur 39 Zeilen; da ist nämlich die erste Zeile nachträglich ausradiert wor-
den, als der Schreiber oder ein späterer Leser bemerkte, dass der Anfang des
Liedes Audax es vir (Jaff6 xxıı) schon auf der letzten Zeile der 2. Sp. von
436® gestanden hatte; die Initiale A, die bei dem wirklichen Anfang auf 436b
fehlt (also .udax), ist auf 4378 stehen geblieben und hängt nun gewissermassen
in der Luft. Endlich hat 441° Sp. 2 401], Zeilen, weil auf diesem Bruchtele
die letzte Zeile des zum grössten Teil ausradierten Liedes V .... (Jaffe xxxımn) zu-
sammengedrängt ist (vgl. auch Breul Z. f. d. 4. 30, 192 Anm.)
Bekanntlich spricht die Form einzelner Buchstaben in den Liedern, so des
t und r und teilweise auch des g, für einen ags. Copisten. Fraglich ist nur, ob
er in England oder auf dem Continente schrieb. Die Entscheidung darüber ist nicht
leicht. Mit Bl. 425b (Mittelstück der den Liedern vorausgehenden Lage) beginnt
eine andere Hand einen medizinischen Tractat Qui ult potione solutionis accipe
hoc m id faciat —, bricht ihn aber am Ende der Lage Bl. 431b, also unmil-
telbar vor den Liedern, ab, um ihn Bl. 452’—4A54" fortzusetzen, diesmal also
im Lagenumfange der Lieder. Vor diesem neuen Beginne und im unmiltel-
baren Anschluss an die Lieder hat eine dritte Hand mehrere unten genauer
anzuführende Stücke eingetragen. Diese beiden Hünde lassen jene ags. Charac-
teristica der Liederpartie vermissen. Dennoch macht die Schrift im ganzen den
entschiedenen Eindruck, dass sie auf englischem Boden entstand. Wir dürfen
eben nicht vergessen, dass seit dem x. Jh. die continentale Minuskel, wie sie
sich in Frankreich und Deutschland ausgebildet hatte, ihren Weg nach England
gefunden hatte und nun in lateinischen Texten verwendet wurde, während die
!) Althelmi (!) de laude virginitatis Bl. 281—319b,
17 23
ags. Schrift zumeist nur auf Texte in dieser Sprache beschränkt ward (vgl.
E. M. Thompson, Handbook of greek and latin palaeographie, London 1893,
Ss. 245. 253. 267 f.).. — Ist aber die Hs., die, wie wir wissen, im xır. Jh.
nach S. Augustin in Canterbury gehörte, in England geschrieben worden, so
muss auch ihre Vorlage sich daselbst befunden haben, am wahrscheinlichsten
wohl in demselben Kloster, wo der unglückliche Brand des Jahres 1168 sie zer-
stört haben mag‘). Denn auch aus dem alten, in Dublin befindlichen Catalog
des Klosters liess sich nur die Eristenz der uns erhaltenen Hs. constatieren.
Wie verteilen sich nun die Lieder und die ihnen folgenden Stücke auf die
beiden letzten (nicht mehr bezeichneten) Lagen der Hs.? Gegenwärtig nehmen die
Cambridger Lieder eine Lage zu 8 Bil. nebst Vorsatzblatt (Bl. 432— 440) ein
und greifen dann mit Bl.441 auf die nächste über. Aber eine Lage, die aus
8 Bü. und einem Vorsatzblatt besteht, würde dem sonst tm Codex üblichen
Lagenumfang durchaus widersprechen. Ferner ist die Art der Befestigung dieses
Schutzblattes mittels einer dicken Kleisterschieht recht verdächtig; und schwer
füllt ins Gewicht, dass dem letzten auf Bl. 440® stehenden Liede (Jaffe Nr. 37;
Breul a. a. O. S. 189) die Schlusszeile der sechsten Strophe mangelt. Nun
zeigt aber die 2. Spalte von 440® die durchaus regelmässige Anzahl von 40 Zei-
len; man hat also keinen Grund, an eine höchst sorgfältig ausgeführte Rasur
einer ganzen Zeile zu denken, vielmehr wird diese als erste auf einem folgen-
den, jetzt verlorenen Blatte 440* gestanden haben. Damit wäre der Lage der
gewöhnliche Umfang von 10 Bi. gegeben, zugleich aber eine, wie ich glaube,
bis jetzt unbeachtet gebliebene, grössere Textlücke erwiesen, die freilich schon zu
der Zeit, als die jetzige Blattzählung vorgenommen wurde, d. h. im xv. Jh.,
bestanden haben müsste. Grössere Schwierigkeiten macht die Beurteilung der
nächsten Lage. Sie enthält jetzt nur 6 Blütter, aber schon der zweimalige
Sprung in der Blattzählung (von 441 auf 444, von 445 auf 452) lässt sie als
ein Fragment erscheinen. Das Vorhandensein einer Lücke nach 445 (der nun-
mehrigen Lagenmitte) geht überdies daraus hervor, dass der Hymne Virgo dei
genetrix eia obsecro (dem letzten Stücke auf 445®) der Schluss fehlt; sie bricht
ab mit den Worten Ut cü sctis adstare, während das nächste Blatt (452) mit
anderer Hand den Schluss eines andern Hymnus (?) ut p nris depreceris dnm
nrm delictis beginnt; ferner fehlen die im Inhaltsverzeichnis (s. oben) für ff? 450
vermerkten versus de laude cuculi?) vollständig. Die Lücke ist also da, und
wir brauchen keinen Anstand zu nehmen, ihr in Übereinstimmung mit der
Blattzählung den Umfang dreier Doppelblätter zuzuweisen. Wie steht es nun
mit dem Sprung nach Bl. 441? Den Seitenschluss (441®) bilden die traurigen
') Eine Durchsicht der aus S. Augustin stammenden Codices im British Mu-
seum und in der Bodleiana hat, wie voraussichtlich, kein Resultat gehabt.
?) Vgl. Z. f. d. A. 22, 334; 23, 67 ff.; Ebert, Allg. Gesch. der Litteratur 11,68 f.
24 II. CAMBRIDGE
Reste des schon erwähnten lateinischen Stückes (JaffE Nr. xxxım, Breul a.a.O.
S. 191 (0), von dem sich nicht sagen lässt, ob es vollständig ist oder nicht.
Die nächste Seite 444% beginnt (von anderer Hand, s. oben) mit einem lateini-
schen Gedichte, das über den Fall der Engel, die Vertreibung aus dem Paradiese,
Christi Menschwerdung, Wunder, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt: handelt:
Turgens in terra. Lucifer ille
Demon efficit?. Lubrieus anguis
Aequans se soboli. Cunctiparentis
Quappter baratro, Trudit? atro —
444b (Sp. 2) Hoc donet genitor filius atq:
Flatü p pprium. munere largo
Simplex & trifidus.. Qui manet idem
Viuens atq: regens. omnia secula. Amen.
Im Anschlusse Hymnen mit folgenden Anfängen:
444b (Sp. 2) Alme facture Sator & nutritor —.
445° (Sp. 1) Criste mearü
Lux tenebrarü (als Versus Godescalei in der Wolfenbüttler
Hs. Helmst. 1062) —.
445® (Sp. 2) Dauid regem inclita —.
445b (Sp. 1) Dauid uates. dei fili isai —.
445b (Sp. 2) Virgo dei genetrix. eia obsecro (vgl. oben)
Pro nrIs criminibus eia obseero —.
Also — und das ist sehr merkwürdig — nichts aus des Boethius Conso-
latio philosophiae oder von “noch einer Seite abgebrochener Gedichte, das letzte:
Felix qui potuit boni
Fontem visere lucidum —,
wie Pertz im Archiv vu, 1003 und wieder Jafe a. a. O. S. 453 Anm.1 an-
geben. Wenn ihre Nachricht nicht auf einem Irrtume beruht, indem Pertx
Auszüge aus einer andern Hs. mit solchen aus Gg. 5. 35 vermischt und Jaffe
ohne nachzuprüfen sich an die im Archiv gegebenen Anfänge gehalten hat, so
müsste man annehmen, dass die Lücke hinter Bl. 441 erst nach 1839 oder
gar nach 1869 entstanden ıst, die fehlenden Blütter also erst in jüngster Zeit
abhanden gekommen sind. Das ist indessen sehr wenig wahrscheinlich. Ferner
füllt auf, dass keiner der beiden Gelehrten die oben angeführten Stücke erwähnt,
deren erstes mit seinem jetzt fehlenden Anfange doch wohl an die Boethius-
Stücke sich angeschlossen haben müsste. Endlich: diese letzteren reichten nach
Pertz bis Felix qui potuit boni (Liber ı1, 12). Waren sie bis zu diesem Puncte
vollständig — und die ununterbrochene Reihenfolge der 8 angeführten Gedichte
spricht dafür —, so umfassten sie (gexählt nach Peipers Ausgabe, Leipzig 1871)
587 Verse, für deren Niederschrift (die Spalte wieder zu 40 Zeilen gerechnet)
die beiden nicht einmal ganz zur Verfügung stehenden Blätter schwerlich aus-
17 25
gereicht haben würden. Anderseüs scheinen die fehlenden Bil. 442*. 443*
schon zu der Zeit, als die Blatizählung vorgenommen wurde, nur noch als Ein-
zelblätter bestanden, d. h. ihre Correspondenzblütter nach 453 gefehlt zu haben:
denn die Zählung zeigt keine Lücke. Dass diese Correspondenzblätter jedoch
ursprünglich vorhanden waren, geht daraus hervor, dass das letzte auf 453b
stehende Recept von einer jüngeren Hand ergänzt ist: Ad digestione. Sal. pip.
mel. coq: usq. ad spissitudine. p’ea in mod[ü nn.... (unleserlich) fundameto
ponl. So haben wir anzunehmen, dass diese Lage ursprünglich 16 Bil. zählte;
ihre jetzige (Gestalt aber ist folgendermassen:
41 44 45 452 453 454
Auf sie folgte dann noch jene Lage (oder Lagen?), welche die Orationes
Ciceronis enthielt. Ob also das letzte auf 441 stehende Stück ursprünglich das
letzte der Cambridger Lieder war, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen; da
aber die Schrift, wie oben bemerkt, enger und zusammengedrängter erscheint
(401/, Zeilen), dürfen wir es vermuten.
Ich will diese interessante Hs. nicht verlassen, ohne zur Kritik des viel
besprochenen Liedes De Heinrico (Bl. 4378b) Stellung genommen zu haben. Es
erfüllt mich mit einiger Genugtuung, nachdem fast zwei Jahrhunderte seit der
ersten Bekanntmachung des Liedes durch Eecard verflossen sind, hier die rich-
tige Lesung der Z. 7 geben und zugleich die scharfsinnige Vermutung Stein-
meyers MSD? 2, 106 glänzend bestätigen zu können. Mittels Anwendung eines
Reagens! liess sich das eorrupte brı . ... dieser Zeile ohne besondere Schwierig-
keit und erfreulicher Weise ohne irgend einem Zweifel Raum zu lassen als
bringt erkennen; somit wird das anstössige bruotiher aller bisherigen Text-
abdrücke wohl für immer zu Grabe getragen sein. Die Zeilen 7 f. lauten also
in der Hs.: |
Hic adest Heinrich bringt her hera kuniglich
dignum tibi fore thir selue moze sine.
Bei der neu erschlossenen Lesung brin gt überrascht die Syncope des En-
dungs-i. Wiederholie aufmerksame Betrachtung hat zweifellos ergeben, dass so
und nicht anders im Texte xu lesen ist (zwischen dem g und t lüsst sich keine
Spur eines i-Striches entdecken, ja es war auch kaum. Raum dafür, da die
beiden Buchstaben in Ligatur stehen). Die Syncope wird also durch Anlehnung
der Pronominalform her an das Verbum erklürt werden müssen, ohne dass
man an ein dem ags. Schreiber vorschwebendes bringd zu denken brauchte.
') Schon vorher erlaubten ganz schwache Spuren der g-Schleife das richtige zu
ahnen oder wenigstens an der herkömmlichen Lesart zu zweifeln.
Deutsche Hss. in England I, 4
26 II. CAMBRIDGE
Das -a in hera erklärt Steinmeyer a. a. O. S. 106. Fore scheint mir ent-
weder für foret verschrieben zu sein, oder der Schreiber liess absichtlich im
Hinblick auf den gleichen Anfangsconsonanten des nächsten Wortes das t
fallen (über deutsche Beispiele eines solchen Sandhi s. Kraus, Deutsche Gedichte
des xıı. Jh. S..75).
Schwieriger dürfte die deutsche Halbzeile zu erklären sein. Hält man an
der handschriftlichen Lesung bis auf die Differenz in der Abteilung der Worte
selvemo ze fest, so wird man sine wohl am besten mit Heinzel —= ze sehenne
zu fassen haben, entweder in absoluter Bedeutung oder mit Ausfall des prono-
minalen Objectes iz (selvemo iz ze); die Übersetzung würe dann: es wäre dei-
ner würdig, für dich selbst (hin)zusehen (es (an)zusehen). Störend wirkt nur,
dass in den folgenden Zeilen von einer Besichtigung des Heeres nicht die Rede
ist, sondern nur von dem Entgegengehen Ottos und der Begrüssung der beulen
Heinriche‘). Dem Sinne nach passte da freilich besser die Conjeetur Seelmanns
Jb. 12, 77, der thu selvo mozes ine schreibt. Dass das thir aus einem un-
deutlichen thu verlesen worden sein kann, darf zugegeben werden, um so cher
als thi zu erwarten wäre; dagegen scheint mozes trotz der Verteidigung Seel-
manns nach wie vor bedenklich, und das in& neben dem durchgängigen ina ist
auch nicht ganz selbstrerständlich. So haben beide Deutungen ihre Vorteile und
ihre Nachteile. Aber auch die dritte Möglichkeit, bei welcher sine = wesenne
yenommen werden wüsste, nämlich zu schreiben: Dignum ibi foret «. s. w.,
unterliegt Bedenken.
Welchen Wert hat die neue Lesart für die Datierung des Liedes? Stein-
meyer üussert sich a. a. O.: hat aber bruother Z.7 nicht gestanden, so könnte
leicht das Gedicht auf die letzten Lebensjahre Heinrichs ı1., x. B. auf seinen
Zug nach Brandenburg 992, Otto ııı. zur Hilfe, gehen; es würe nach seinem
Tode und Ottos ı11. Kaiserkrönung (996) verfasst? Bei unbefangener Betrach-
tung scheinen. die Z. 5—9 in der Tat eher auf den Zuxug eines Hilfsheeres
als auf die Begegnung bei einem Reichstage zu passen. Was hätte auf einem
solchen auch ein “königliches Heer zu tun? Und zu Gunsten des Branden-
burger Zuges spricht es, dass von einer besonderen Kriegstat keine Rede ist;
derselbe endete bekanntlich ohne Blutvergiessen mit einem Friedensschluss (Jbb.
des deutschen Reiches 2, 73). Nicht minder ungexzwungen liesse sich das ver-
zweifelte aequivoci erklären, wenn wir — was freilich nicht überliefert ıst —
‚annehmen dürften, dass der damals zwanzigjährige Sohn Heinrich ın. (als
Kaiser Heinrich ı1.) den Vater auf dem Zuge begleitet hätte. Weniger passt da-
gegen zu dem Inhalte der VV. 17 ff. das wahre Verhältnis zwischen Otto 1.
1) Freilich liesse sich die Situation so denken, dass, während das Heer sich la-
gert, die beiden Herzöge und ihr Stab (socii nicht gleichzusetzen mit hera kuniglich!)
dem herannahenden Kaiser entgegeneilen und von ihm begrüsst werden.
17 —18 27
und Heinrich ı1., wenn es sich auch seit 982 zum besseren gewendet hatte. Ve er-
gleichen wir nun einige Stellen, an denen sich Hirsch, ‚Jbb. des deutschen Reiches
unter Heinrich ı1. Bd. 1, 183 f. über die Beziehungen Ottos ı11. zu dem nach-
maligen Kaiser Heinrich ı1. äussert: "wir finden ihn im Januar 998 zu Cre-
mona neben dem Kaiser; am 27. April desselben Jahres belohnt der letztere von
Rom aus die Hingebung und den treuen Dienst des Vetters durch das Geschenk
eines Gutes in der Ostmark; ..... wir führen kaum an, dass bei Geschäften,
die irgendwie das bairische Dukat betreffen, Heinrichs Intervention oder Fürbitte
in der Regel begegnet; bemerkenswerther ist, dass er auch bei sehr wichligen
Akten, die seine amtliche Stellung nichts angehen, wie jene Verleihung von zwei
Comitaten an das Bistum Würzburg, als Fürsprech genannt wird? Ferner
S. 185 Heinrichs Einfluss auf den Gandersheimer Streit. Stimmt das alles
nieht auffallend zu der Stellung, die dm Heinrich unseres Gedichtes zugeteilt
wird? Wäre es nicht denkbar, dass der Dichter das innige Verhältnis des
Sohnes zum kaiserlichen Herrn auf das Bild des verstorbenen (V. 4 qui....
bewarode) Vaters übertragen hätte, um es der pietätvollen Erinnerung desto teurer
zu machen? Gerade die so unbestimmt und allgemein gehaltenen Ausdrücke,
die eine Anknüpfung an ein oder mehrere historische Ereignisse höchstens ver-
muten lassen, sprechen m. E. zu Gunsten der Hypothese. Würe speciell der
Augsburger Reichstag, als Heinrich ı. von der königlichen (inade voll bestrahlt
war, gemeint, so hütte der Dichter dieser Tatsache sicher in greifbarerer (restalt
gedacht, während eine Übertragung der historischen Verhältnisse vom Sohn auf
den Vater diese in unbestimmterem Lichte erscheinen lassen musste. Wenn da-
neben das einzige historische Ereignis, das für Heinrich ı1. in Betracht kommen
könnte — falls ich es richtig erkannt habe —, nicht klarer erhellt wird, so
muss man bedenken, dass darüber eben nicht viel zu berichten war. Ich glaube
also, dass das Lied De Heinrico eine Eulogie des Baiernherzogs Heinrichs ı1. ist,
um das Jahr 1000 entstanden, als der Kaiser (V. 6 ther unsar kaisar guodo)
Otto m. dem Herzog Heinrich ı11. schon vielerlei Beweise seiner Gnade ge-
schenkt hatte. Was die Person des Dichters anbetrifft, so kann an der MSD?
2, 105 ausgesprochenen Ansicht festgehalten werden, nur ist er natürlich an
den Hof des dritten Heinrich zu versetzen.
18.
Hh. 1. 1. Perg. xv..Jh. 78 Blätter (doch sind die Perg.-BU.1—4.71—78
und die Pap.-Bil. 5—8. 21—28 später ergänzt). 23,5 x 16,1.
Dem Hauptinhalte nach ein stark beschädigtes lat. Missale; aber auf den
zugehefteten Pergamentbll. Einträge von der Hand h’en dionys lieuwis zum Teil
in nl. Sprache geschrieben zwischen 1520 und 1527. Sie betreffen hauptsüch-
lich Angelegenheiten der Kirche von Rykel, so 1° Conditio fratrü presbitero-
rum mit folgendem Register der Wohltäter; besonders aber Bl. 72» Dyt ys
28 II. CAMBRIDGE
syntte Anne bruderscap die sal men dets (!) iars eens lesen om yn memorie te
blyuen: Stiftung einer Dienstags-Messe zu Ehren S. Annens im Jahre 1500
durch heren dionys van lieuwe als oetmoedighe dynre moembare !) vorgengere
eü persoen der kerken van rykel eü onderseten by synt truden yn haspengoe
om te begripen te ordyneren en te maken Een mylike douote (!) eerwerdighe
brud’scap Eh een gulde vand’ heyligher werdigher myldigher bystendigher
en moder
barmphertogher vrouwen » syntte Annen. Aufzählung der Mitglieder, nähere
Bestimmungen für die Messe, Bezahlung des Priesters ee. Am Fusse von 75%
von derselben Hand: Anno dni xv° x’xı?. februarii xvıı Exequias heinrici
sculteti celebrauim’ cü nou& missis...... cü commendatione Et dicta ala ei’ et
ale oim fideliü defüctor p miam dei requiescant in pace Amen Audiui® oes
in eccl’ia existentes vocem magnä clamant& Ad modum morbi sci egidij Et
nemin® vidim’ neque reppim’ in ecclesia vel extra ecclesiam | de®...
19.
R. 6. 38. Perg. Frühes xv. Jh. Unpaginiert. 14,9x 10. Blaue und rote
Initialen, einzelne reich verziert. Lagen zu 8 Bil. Zwei Hss. scheinen zusam-
mengebunden ; von beüden ist das erste Bl. — wohl des Initialenschmuckes und
der Randverzierungen wegen — abgerissen worden.
Gebetbuch mit vorangehendem Kalender, mnl.
Anfang: ... heer laet ons iubilieren gode onsen heilgheuer — Die leues
eü regniers een god eweliken sonder eynde Amen.
20.
Add. 2606. Perg. xv. Jh. Unpaginiert. 10,4 x 6,8, von einer Hand ge-
schrieben. Blaue und rote Initialen, zum Teil mit Arabesken; rote Überschriften
und rot durchstrichene Buchstaben. Lagen von verschiedenem Umfange. Alter
Eichendeckel (Rücken fehlt), Reste zweier Schliessen.
Gebetbuch, mnl.
Auf einen Kalender folgt: Hier beghinen die hondert artikeln van der
passien ons lieu& here.
Für alte Drucke vgl. Campbell, Annales Nr. 187. 188.
Schliesst mit den Tractat: Hier beghynö suuerlicke blytscappen van onser
lieuer vrouwen ontfenckenysse. Aue.
21.
Add. 2614. Pap. xıx. Jh. 41,6x 27,3. ‚Schwarzer Maroecoband mit Gold-
schnitt. Copie von Des Heiligen Römischen Reichs Adels Ursprung von Hart-
1) 1. noembare.
1822 | 29
mann Deutschold vor Jahren beschrieben. Verbessert von Gregorius Laetus
(Froelich) anno 1544. Zahlreiche farbige Wappenabdrücke ete. auf Oleaten.
Angekauft von H. Bailliere, foreign bookseller, London.
22.
Add. 2876. Zwei Mss. unter altem Holzdeckel mit dunkelbraunem Leder-
bezug und 2 Schliessen. Pap. (nur als Vorsatzblatt der 1. Lage des ersten und
der 1. und 2. Lage des zweiten Ms. Pergament verwendet). xv. Jh. 316 Blätter
und 3*—11*. 13,8x 10,2. Rote und blaue Initialen, viele mit Arabesken, rote
Überschriften und rot durchstrichene grosse Buchstaben. Randverzierungen auf
Bl. 1%. 170% und 206». |
Gebete und geistliche Tractate, nınl.
ı. Bl. 3*—11* und 1—158; Lagen von 10 und 12 Bl.
3*—11* Inteinischer Kalender; nur März bis November, da zu Anfang
und Ende je ein Blatt fehlt.
12—158b Prosagebete (besonders nach S. Bernhard), Litanei, mediteringe
des berchs van caluarieıt etc.
ı1. Bl. 159-—316; Lagen von 12 Bil, die vorletzte an falscher Stelle.
159* Hier begint dat croenken des loefs der glorioser conniginen maria
(bis hieher rot). Gewerdige mi di te lou& O geheilichde maget maria — 1930
met Inig& betruwe el gans& geloue en sond* twyuel gi sult v’eryge dat gi be-
geert.
194* Hier begint onser lieuer vrouwen psalt® ende is guet ghelesen tot
hoere eren. O here duet op myn& möt te louen dynen alre heilichsten name —
254b En mijn siel leiden totter ewijger blijtscappen des hemels ou*mits onse
here ihm xpm amen. || Hier gaet wt ons‘ lieu® vrouws psalter den die ynige
leere sunte bernard’ heuet gemact op die v’se dauid® psalt‘. Folgen 2 Gebete.
Über Drucke vgl. Campbell, Annales Nr. 278 f.
256° Dit syn onser lieuer vrouwen woerde tot eynre religioser deuoter
dienrisse die si in hoere borsten hebbe sal als costelike voerspanne (bis hieher
rot). Ic ben die coniginne des hemels en moed* gods Ice sal di nv bewijsen
volcomeliker Dat. doen ic hoerde in mijnre kyscheit dat god was eh ic dat
verstont doen was ic also sorchuoldich en anxtuoldich van mijnre salicheit eü
van mijnre obseruäcie — 265° Sich dochter alsodanige dingen heuet mijn
soen om dijne wil geleden Des moet hij ewelijke geloeft wese Amen. Maria
schildert ihr gottergebenes Leben von Jugend auf, die Botschaft des Engels, die
Geburt Christi, sein Leiden und seine Grablegung; einfache, gemütvolle Prosa.
266° Dit syn vijf rouwen van onser lieu® vrouwen. God gruet v enige
roese blome gesproten wter wortelen van iesse — 268°» En psenteere nu uwe
l’ soen op dat ic mit he eh mitti ind® ewiger vrouden blyu& moet ewelic en
viniermeer ame. .
30 II. CAMBRIDGE
269% Dit sy die cort getydekes op onser lieu® vrouwe druck die sce cle-
mes die paus heeft [gegeue]. Gefolgt 271® ron einer bedinge dit hebben ge-
geuen die heilige vaders die pausen Johes die .xxır. en honori’ die seste und
anderen Prosagebeten.
286* Van den leuen der w’diger maget maria (mit Glossen) — 307, un-
terbrochen (falsch eingeheftete Lage) durch: Hier begint ihesus gulden eroenken
(2932 — 303).
Von 308 an Prosagebete.
23.
Add. 2877. Perg. und Pap. Noch 201 Bü. (die vorhandenen teilweise falsch
geordnet, sodass Bl. 2—3 nach 16, Bl. 4 vor 163 gehört; Bl. 1 nur noch
Rest eines Pergamentbl., aufgeklebt auf dem Vorsatzblatte). 11x 7,3, von einer
Hand, einspaltig zu 16—18 Zeilen. Blaue und rote Initialen, mehrere auf
Goldgrund mit Arabesken; rote Überschriften und rot durchstrichene grosse
Buchstaben. Lagen ursprünglich wohl aus 4 Papierbü. mit Vorder- und Hinter-
Pergamentcustoden bestehend, von denen aber die 14. und 15. fehlt. Hol:deckel
mit schwarzem Lederberug; auf dem Rücken die Aufschrift in Gold: Gebet
Buch circa 1460.
Gebetbuch in nd. Sprache.
Anfang: SCHOENHEIT des hilligen mans voertbrenghende na den leuen
de glorie des hilligen eruces prediket hijr de schoenheit.
Schluss 201b: da wi mit holpe sines gebedes bi dinre barmherticheit ge-
uestet werden in de hemel Ou’mids xpü vsen h’e Ame. (dann rot) Vä en& cfes-
sor (fehlt mit der letzten Pergamenteustode).
Genauere Angaben über den Inhalt wird Dr. K. Breul bringen.
24.
Add. 2992. Perg. xıu. Jh. (erste Hälfte).. 52 Blätter (doch fehlen mehrere
am Schluss). 20x 12,3.
Boethius De consolatione philosophiae.
Anfang: Carmina qui quondä studio florente peregi
Flebilis heu mestos cogor inire modos.
Schluss fragmentarisch in Buch v: Hic si dicas q, euentm d’s uidet id n
esse... ..
Commentar zu Textstellen am Rande; zahlreiche Interlinearglossen, darunter
wenige deutsche; sie werden berücksichtigt werden im ıv. Bd. von Steinmeyers
Ahd. Glossen.
25.
Add. 3173. Zwei Pergamentblätter. Frühes xv. Jh. Noch 21,4 x 12,6,
einspaltig zu 32 Zeilen auf und zwischen Linien. Rot durchstrichene grosse
Buchstaben. Die beiden Blätter gehören augenscheinlich derselben Hs. an, folg-
ten aber nicht auf einander.
Bl. 1 aus einer Auslegung der Bergpredigt.
12 [ver]ghencliken dinegen. Want ic my willendes sette to wesen enen
knecht — 1b Laet vns seluen an denken. up dat (bricht ab).
Bl. 2 über die Geburt Christi.
2%... in leyde den eerst gheborenen in den vmering der werlt so sprac
he — 2b Du god alre cereaturen woldes als een medeknecht dy (bricht ab).
S. den vollständigen Text unten im Anhang.
Auf dem Papierumschlag, in dem sich diese und andere (lateinische) Frag-
mente vorfanden, steht: 15 Fragmente von theol. Büchern, Stargard (Antiquar)
86, Nr. 1766.
26.
Ms. Sandars (noch ohne Nr.). Perg. xrı. Jh. 161 Blätter. 10x7,5, von
einer Hand in verschiedenen Tinten (schwarzer, roter und grüner) geschrieben.
Drei reich verzierte Initialen in Gold auf 4%. 5% (durch Seidenläppchen ge-
schützt). 148, der Rest einfach blau oder rot mit Arabesken; grosse rote, blaue
oder grüne Buchstaben; auf 33® ein blatigrosses, zweiteiliges farbiges Bild (Chri-
stus vor Pilatus (?), Abendmahl) im ausgesprochenen Stile des Jahrhunderts;
Neumen häufig über dem Texte. Lagen meist zu 12 Bü. Alter Eichendeckel
mit braunem gepresstem Lederbexzug, Messingplatte auf der Mitte des Vorder-
deckels, Reste einer Schliesse.
Lateinische Hymnen und Gebete für die Osterzeilt.
Anfang (mit Neumen; nicht abgesetzt, wie durchgängig):
Hec est sponsa sümi regis
que descendit de supnis
habıs claritatem dei —.
Auf 8% Precamur ergo te dne ut nos famulos tuos omnem clerü 7 deuo-
tissimü pplm una cü papa nrö N. 1 gloriosissimo rege nr6 Rodolfo nec non
uenerabili antistite nrö N quiete temporum tcessa in his festis paschal; (dies
Wort am Rande ergänzt) sseruare digneris. Unter diesem Rudolf kann nur der
Forchheimer (F 1080) verstanden werden, denn palaeographische Gründe verbie-
ten die Entstehung der Hs. in die Zeit Rudolfs von Habsburg zu verlegen. Da
anderseits aber die Schrift nicht wohl ins xı. Jh. zu setzen ist, so bleibt
nichts übrig, als das Hymnarıum für Abschrift einer älteren Vorlage anzusehen.
Auf 9b ein lateinisches Gebei zum Preise der Osternacht mit eingestreuten
deutschen Worten:
Salue nox hertelef. wnne miner sinne. trost mines liue’ !). lon miner sele.
1) 8 ergänzt.
32 II. CAMBRIDGE
blischab!) ther gotelichen ere. plena suauitate ?2) melliflua de habundantia dei-
fice suavitatis. que illuxisti de solio pat’ne maiestatis. claritat& celorü ssumasti.
tenebras inferni effugasti. dü scire meruisti temp’ et horä. in qua ds pater cele-
brauit iocundü epulü in sepulcro cü filio uirginis. Resuscitanto illü a mortuis
post labore passionis. coeternü scoequale (!) illü diuine maiestati effecit. coronä
regni phennis Iposuit te. I diem ppetue felicitatis ı gaudii smutavit.
Ebenso 13b Salue nox blome mines herten in qua verus sol xpe toecis
libertatis auctor zabulo superato mortis aculeo calcato. astris gaudentib; anglis
letantib; inferis eiulantib; ad corpus iä glificatü ppria uirtute rediit ele.
Es folgen lateinische Osterhymnen, dann 59b ein deutscher Oster-
leis in grüner Schrift:
Also helich is de dag
thene neman met loue gheuullen nemach
ane the einiche godes sone,
de the helle to brac
5 unde thene leiden duuel thar inne bant.
dar mede losde he the de (!) xpenhet:
dat was crist silue. Kyriel.
Abgedruckt bei Hofmann, (reschichte des deutschen Kirchenliedes 234 f.
Nr. 114 (115) aus Wielii Psaltes eeclesiastieus 1550 Bl. 99; bei Waucker-
nagel, KL. 2, 742 Nr. 968— 970; vgl.auch Daniel, Thesaurus hymn. 1, 169— 172,
endlich Jb. f. nd. Sprachforschung 5, 50°). Thnser Text liefert den sichersten
Beweis für das hohe Alter dieses noch im xvnı. Jh. (Nie. Beuttners Gesangbuch
1660) gebräuchlichen Leises. Dagegen lisst sich aus dieser ältesten nd. Über-
lieferung noch nicht schliessen, dass der Leis auf nd. Sprachgebiete entstanden
sein müsse. — Zu V. 6 vgl. Hoffmann a. a. O. 37 Xr. 5, Osterlied V. 4 dä
mite löste er die kristenheit.
Anschliessend der Osterhymnus: Alma dies, dulcis quies,
cum triumphi cumulo,
Leo fortis, vietor mortis,
qua surrexit de tumulo efe.
Dann ein anderer 62* (mit Neumen; Zeilen nicht abgesetzt) in abwechselnd
grüner, schwarzer und roter Schrift:
1. Hec dies pasche sanctissiıma 2. Hec dierü nobilitas
e dulcior quä milia qua firmat patris claritas
pcellit os gla. ppetuo gaudio.
!) schab auf Rasur, nach i ein Buchstabenrest.
?) Bis sua rot. .
5) Die daselbst angeführte Hildesheimer Hs. vom J. 1478 hat manche Ahnlich-
keit mit der obigen. Vgl. auch ebenda 11, 133—135; Germ. 2, 164—167. Z.f. d. A.
1, 546 f.
3. Ornando sole (!) luce ampliore
luna illustrando solis
iubare atq; decore.
4. Salue (dies amabilis
pashalis dies nobilis
Salue salue hertelef.
5. Salue dies optabilis
que das pace seclis
Salue dies min sote lef.
6. Salue dies sal miserorum
Salue dies que es duleis
Spes angelorum.
Salue dies melliflua
que luce tua fulgida
celü replens (!) gloria.
Salue patris amenitas
Salue filii iocüditas
Sulue salue hertelef.
Salue dies opus trinitatis
Salue dies qu& pelegit
Rex seculorü.
Im direrten Anschlusse, gleichfulls abwechselnd grün, rot und schwarz ge-
schrieben :
1. Vale dies mines herten trost
que luces aput superos
in paradisi ‚gaudiis.
2. Vale dies an ende fro
que regnas sine termino
vale vale hertelef.
3. Vale dies fauor deitatis
vale dies quä illustrat
splendor summ® divinitatis.
4. Vale dies bouen alle ho
thu bist ein trost to aller not
thinen eneten gif got (!) Ion.
5.
6.
The eren thic !) to aller stunt
Te minnen die van herten grunt
hertelef thes bis tu werth 2).
|TJerrestrib; da gaudiü
celestib; 17 premiü
in futuro seculo
|P]erpetue leticie
sperantes p te uivere
cü xpo et’nalit‘.
Ubi regnat sponsus inmortalis
ibi nobis duleis (tu) sis
uale perpetuale.
Endlich gehört in denselben Zusammenhang Bl. 64»:
1. Hec dies uenerabilis
dies paschalis nobilis
dies quä fecit ds
p qua redemit secim.
2. Salue dies thu bist so g[r]ot?)
que luces sine termino
que anglorü glam
firmasti tua gr°a.
3. Salue dies d[es] egeles t[rJost
q de paterno solio
>.
mdü replesti gaudio
dü redit de baratro
Vietor pompa cü nobili
seeü adducens agmına #)
p que refet patriä
et renouau ol.
(Celü phenni lumine
'ı terra nouo g’mine.)
Salue dies ppetua
que es scor gla
1) c sieht wie ein o aus, wofür auch der Schreiber, der weiter unten die schreibt,
das c seiner Vorlage gehalten haben wird.
?2) Conjectur. Hs. uan her uul hertef Ief thes bis tu werh.
®) Die deutschen Worte radiert und nur undeutlich sichtbar.
%) agmina adducens Hs.
Deutsche Hss. in England I.
[es |
34 II. CAMRRIDGE
qua oIb; pfecit uid’e pat’s speci6
in qua pat? splacuit 1 filii decore
6. Parare nrm pmium (7 spd iuuamine
ı dare uite meritü sine 't&pore regnare) amen.
Alle drei Stücke liefern einen frühen Beweis für die Ahschpoesie in geist-
lichen Gedichten, die im xıv. xv. Jh. so häufig wird.
‘on Bl. 65 ab beginnt die Osterliturgie bis zum Schlusse 161P: (Ge-
bet) Salue 1 vale dies Ielita cuis lux & scä tinitas q lux & duleis T corde flo-
ridi coronati iocüdissimi "7 speciosissimi corpis xpi. Cöouertisti p. Benedietus. Pat’
nf. Ds qui nos re (bricht ab, ein oder mehrere Blütter fehlen).
Zur Geschichte: diese für den Litterarhistoriker wie Hymnologen gleich
interessante Hs. erhielt die Bibliothek im Jahre 1892 mit andern Hss., haupt-
sächlich aber älteren Drucken als Geschenk von Mr. Samuel Sandars (vgl. Aca-
demy, July 6, 1895, S. 11), der sie bei einem Londoner Antiquar erworben hatte.
Aller Wahrscheinlichkeit nach ist sie identisch mit dem Preeum liber cum hym-
nis, der als Nr.566 in dem Auctionscataloge der Culemannschen Bibliothek (Lon-
don at Sotheby’s 7. Febr. 1870) aufgeführt ist.
B. FITZWILLIAM-MUSEUM.
Ttichard Viscount Fitzwilliam (M. A. of Trinity Hall 1764) hinterliess bei
seinem Tode (F 1816) der Universität Cambridge seine Sammlungen von Ge-
mälden, gedruckten Büchern, Handschriften ete. nebst der runden Summe von
£ 100000. Als die Zinsen dieses Capitals sich auf £ 40000 beliefen, wurde
der gegenwärtige prüchtige Museumsbau aufgeführt (1845—47) und die Samm-
lungen darin untergebracht. Die Bibliothek, deren Stand sich durch Geschenke
sowie durch Ankäufe seither erheblich vergrössert hat, zählt heute gegen 10000
Druckwerke und 200 Handschriften. Ein sümmtliche Hss. umfassender Catalog
wird von M. R. James, M. 4A. Assistant Director, vorbereitet. Einen Ted der
Handsehriftensammlung behandelte W. George Searle, AM. A., in The üÜluminated
mss. in the library of the Fitzuilliam museum Cambridge, eatalogued with de-
seriplions and an introduction, Cambridge 1876. — Die Hauptstärke der Col-
leetion beruht in Werken, die sich auf den Gottesdienst oder die häusliche An-
dacht beziehen, also in MMissalen, Psaltern, Breviarien, (Gebetbüchern, Bibeln,
legendarischen Schriften ete. Hervorgegangen sind bei weitem die meisten aus
französischen und flämisch-niederländischen Schreiber- und Malerschulen.
’ 27.
6. @.8 (Fitzwilliam 126). Perg. xv.Jh. 189 Blätter und 1*—6*. 190*—92*
(leer); die Hs. zählt cıxı, indem sie die nur Bilder enthaltenden Blätter nicht
mitrechnet. 27,2% 19,4, durchaus von einer Hand auf Linien in zwei von
26 — 27 39
Linien umrahmten Spalten zu je 30 Zeilen geschrieben. Initialen. blau und rot,
mehrere auf Goldgrund, fast alle reich mit Arabesken verziert; rote Überschrif-
ten, rot durchstrichene grosse Buchstaben und das Zeichen || (rot und blau) zur
Einführung eines neuen (Gedankens. 30 die ganze Seile einnehmende Bilder,
stets dem Anfange desjeniyen Capitels gegenüber, zu dessen Inhalt sie in Be-
ziehung stehen; quite Ausführung und besonders reiches Farbencolorit. Prächtige
Randverzierungen, Blumenqguirlanden bildend, aus denen Figuren von Heiligen,
Tieren ete. hervortreten; ähnlich auf den ihnen gegenüberstehenden Textseilen.
Lagen von 8 BU., in welche die Bildblätier einzeln eingeheftet sind; doch die
erste Lage zu 4, die letzte zu 6 Bll., das erste und letzte Blatt am Deckel
aufgeklebt. Alter Eichenholzdeckel mi braunem gepresstem Lederbezug. Zwei
Schliessen, deren Bänder aber modern ergänzt sind.
Leben Jesu, mnl.
1*—4* leer bis auf einen Eintrag (s. unten). 5* Register (rot) Hier be-
ghint die tafel v& dese boec. Dat leuen ons her& ihesus cristi — 5*b Dat slot
van desen boeke. Hier eindet die tafel. ih. Darnach 57 Cap., im Texte aber
nur 54 (die Zählung beginnt dort erst bei Cap. 19): das 3. der tafel scheint
als 1. gerechnet zu sein, ferner sind 2 Cap. (tarcie tijt und sex tijt) zu einem
ZUSAMMENGgEXogen.
6*d 1. Bild; Jesus auf der Spitze eines Berges auf der Weltkugel stehend,
ein geöffnetes Buch in der Linken; im Hintergrunde Jerusalem.
1° (rot) Hier beghint dat prologus van de leue ons h’ren. Dicwile eü
läge heb ick in minen sinne ghehadt. te maken in duutscher talen uten latijn
een tractate van den leuen ons here ihesu eristi — 1P Bidt hem dat hi mi
gheue gracie d’ consten dit boee te make. hem te loue eü tot stichticheit alle
der gheenre die daer in lesen sellen. Des güne mi die vader. die soen cüh die
heilighe gheest Amen. Dat prologus gaet wt.
2a (rot) Hier beghint dat leuen ons heren ihesu eristi. Soe als sunte
pauwelus die apostel serijft in sijre eerster epistelen in den derden cappittel
tot dien van corinthien. Niemät ghe@ ander fondament setten en mach. dan
dat fundament dat gheset is dat cristus ihs is.
Schluss 189 || Aldus hebstu den name ihesu in dine armen anderen luden
mede te hulpe te come. En du hebste den seluen name in dijnre herten daer
du dijn werken eü dijn sinnen. in onthouden moechste dat si niet en vervulen.
Ende of se veruuylt sijn daer du se mede ghenesen mogeste. Ghebedijt si die
suete ihesus ind? ewicheit Amen.
Zur Geschichte: auf 4*® von derselben Hand, die den Text geschrieben
hat: Dit boec hoert toc beyatris gherijts docht? van assendelf. Die Schreiberin
des prächtigen Ms. war also wohl auch die erste Besitzerin desselben. Auf 1*®
von wenig jüngerer Hand: Dit boeck hoert toe die Regulierissen te zijl binnen
haerlem. Eü is gecomen van suster beatris gerijts die van Assendelff. Dar-
PP Ar u Hr m. en
36 II. CAMBRIDGE
unter: Is geerft en Gecomen Van onse Moeye tot haerlem Marytghen Jans
1635. Der erste Eintrag wiederholt sich auf Bl. 192* (Hand des xvı. Jh.)
mit dem Zusatz: Schrijft wijsheijt in der Tijt der Leedicheyt. Eecelesiasticus
xxXxvilm cap. Bemine godt bouen al. Endlieh auf 5°: Fitzwilliam 1813 Nr. 126
(Autograph).
Die vorliegende nl. Bearbeitung des Lebens Jesu wird von W. Moll (Jo-
hannes Brugmann 2,39 —45 und Biülage v, S.262—71) het Bonaventura-
Ludolphianische Leven van Jezus benannt. Ilier auch Anführung an-
derer Ilss.!) und Abdruck des Prologs ete. Über eine in nd. Sprache geschrie-
bene Prayer Hs. vgl. J. Kelle Z. f. d. A. 19, 93 f. (und ebenda S. 41 f.).
Die Mollsche Publication war ihm unbekannt.
28 — 37.
IMerunter fasse ich zusammen die Hss.: 28 = 6. @. 6* (Fw.12), 29 =
6. @G. 7 (Fw. 10), 30 = 6. G. 10* (Fw. 43), 31 = 6. @. 11* (Fw. 102),
32 —= 6. G. 12 (Fu. 22), 33 = 6. @. 16 (Pre. 110), 34 (noch unsiyniert) als
Breviare, 35 = 6. G. 14 (Fu. 20) und 36 (noch unsigniert) als Gebetbücher
in mnl. Sprache, endlich 37 (ebenfalls noch ohne Nummer) als (Gebetbuch in
(zum geringen Teile) deutscher Sprache. Es sind mit Ausnahme von Nr. 36
Pergamenthandschriften des xv. Jh. (freilich mit dem weiten Spielraume vom
Beginn bis zum JIonde des Jh., ja in Nr. 33 und 37 auf das folgende hinüber-
greifend). Ihre Grösse bewegt sich in den Grenzen 22x 14,6 und 8,5 x 6,6.
Bet aller Verschiedenheit des Inhalts im einzelnen zeigen sie doch zu schr den
Typus der in zahllosen Eremplaren auf uns gekommenen Andachtsbücher dieses
Jh, um für den Litterarhistoriker ein besonderes Interesse zu bieten; eher viel-
leicht für den Kunstkritiker, den namentlich die feine Ausführung des Bilder-
und Initialenschmuckes in den drei mit Stern versehenen Hss. anziehen dürfte.
Viscount Fitzwiliam erwarb diese Mss. in den Jahren 1806—15 (nur Xr. 34,
36 und 37 sind spätere Ankiäufe). Als frühere Eigentümer nennt Nr.32 Kathe-
rina van daernick und Elisabeth van Hooren. Von Interesse ist ferner folgen-
der Eintrag auf Bl. 177° der Nr. 37: Das büchlin ist der tugendßamen vnnd
gaystlichenn frawen Veronica welßerin zu Sant Katherina zu Augspurgk vnnd
ist geschribenn vnnd vollendet funffzehenn hundert vnnd ein iar. am samstage
vor dem suntage Exaudi. Bruder Albrecht (der Schreiber). Sonst enthält die
xierliche Hs. in deutscher Sprache nur noch drei Gebete von dem antlitz vnßers
hern ihu xpi auf Bl. 162° — 5%. Alles übrige ist lateinisch: Gursus beate marie
sempergq; virginis secundum vsum ordinis fratrum predieatorum. Das Museum
erwarb sie von dem Londoner Antiquar S. Sandars, dieser wiederum beim Ver-
kaufe der Hamulton-IIss.
1) Yyl. ausserdem die Beschreibung der v. Arnswaldtschen Hss.-Sammlung Jb,
f. nd. Sprachforschung 10, 33 Nr. 3155.
nd
27 — 38 37
Eine besonders auf den Bilder- und Initialenschmuck eingehende Beschrei-
bung der Nrn. 28—33 und 35 liefert der oben erwähnte Catalog G. Searle’s
Ss. 129—137.
38. |
Noch unsigniert. Perg. xıv. Jh. 59 Blätter und 1*—7* (handschriftliche
Zählung von ı-ıvın). 32x 22,4. Rote Initialen (nur auf 7 W in Gold,
der Innenraum ron einem Bilde ausgefüllt; auf dieser Seite auch reiche Rand-
verzierungen), rote Überschriften, wenige rot durchstrichene Buchstaben. Von
einer Hand in klaren, ziemlich grossen Zügen geschrieben. Zeienzahl verschie-
den. Lagen von 8 Bil. (doch zählt die 1. nur 6, die letzte nur 4); in der Hs.
sind bloss bezeichnet 11 (in Wirklichkeit die 3.) bis vır (wofür unrichtig VIII ge-
schrieben ist). Alter Holzeinband mit braunem gepresstem Lederbexug, gravier-
ten Messingbeschlägen an den Ecken und in der Mitte, endlich zwei wohlerhal-
tenen Schliessen. Auf der Aussenseite des Vorderdeckels ein Pergamentstreifen
mi den Worten: Das Landtr...t Püch in Oberen Payeren (xvı. Jh.).
Kaiser Ludwigs bairisches Landrecht.
1*b Name eines früheren Besüzers (xvı. Jh.): Nicolaus Winzurn Constan-
tinus 1538. Darunter: Questio | Recht weret lanng | Responsio | Man brucht
das selten | Tertius | Unnser sunnd ist schuld | Homo ! Domine ne in furore
tuo arguas me (Psalm 6, 2) — Quoniam inigtate meam ego cognosco (Psalm
50, 5). Deo gratias.
2*® (rot) Secundunı ysidorum — grä esse maiestatis iussit conseribi. Dann
Register: Tytulus primus de iudiciis et quibusdam annexis. 1. Das man nie-
mant nötte sol zv cheiner chlag — 6*2 Tytulus que sit pena furantium pisces,
LvIsI von vischen. LvIm von vischraeuzzen.
7*b Wir Ludweich vo Gotes genaden Margraue ze Brandenburch.......
haben angesehen den gebresten -— armen vn reich® vngeuaerleich richten sullen.
1® (rot) Tytulus primus........... annexis. Daz ist daz recht püch also
gantz alt gepezzert vnd auch new artikel gesaemmöt. aus allen gerihten steten
vnd maerckten. nach dez kaisers haizzen. (rot) Daz man nieman nötten sol zv
cheiner chlag. Des ersten seczen wir vnd gepieten vestichleichen ....
Schluss 58% (tm Abschnitt von visch ralzzen) er hab visch in den rauzzen
funde od® nicht.
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Hinterdeckels (mit Bleistift): Co-
dex A 1346. Ex auct. Ebner 1816. 1Sf 2xr. Im Catalogus Bibliothecae Eb-
nertanae (1, 19) trägt sie die Nr. 164 und wurde, wie ein handschriftlicher
Eintrag in dem mir vorliegenden Exemplar des (Catalogs besagt, um 15 Fl. an
H (?) verkauft. Das Museum erwarb sie von der Londoner Firma J. & J.
Leighton.
Ausgabe durch Heumann, Opuscula (1747) S. 11—144, ferner durch M.
38 II. CAMBRIDGE
v. Freyberg, Sammlung historischer Schriften und Urkunden 4, 383—500.
Vgl. auch v. d. Pfordten, Studien zu Kaiser Ludwigs Oberbayerischem Stadt-
und Landrecht, München 1875.
C. S. JOHN’S COLLEGE.
S. John’s College, eine Gründung des xvı. Jh. (1511), besitzt eine ars
Druckwerken und Handschriften sehr reiche Bibliothek. Catalog: A desertiptire
catalogue of the manuscripts and scarce books in the library of S. John’s col-
lege, Cambridge, erschienen als Nr. vıund vıı der Publicationen der Cambridye
antiquarian society. Rev. Morgan Cowie, der Verfasser des Catalogs, hat aber
weder alle Handschriften aufgenommen, noch eine Altersbestimmung gewagt, wo
dieselbe nicht durch die Handschrift selbst geboten war.
Wie die meisten übrigen Colleges-Bibliotheken verdankt auch die von S. John
fast ihren ganzen Bestand reichen Schenkungen, die ihr im Laufe des xv1.
und xvu. Jh. zufielen. Keine derselben war so bedeutend, als die des Earl of
Southampton, Thomas Wriothesley, der 1635 die von seinem Vater Henry er-
worbene Collection Wuliam Crashaw’s, eines Fellow von S. John’s College, an
dasselbe überliess. Sie führte der Bibliothek gegen 200 Hss. und 2000 Druck-
werke zu. Eine Buchmarke macht die so erworbenen Alss. noch heute kennt-
lich. Als andere Wohltäter wären zu nennen Mr. Baker, Dr. Beale und Bi-
schof Gunning.
39.
A. 19. Pap. xv.Jh. 28,6 x 21. Zwei Hss. sind zusammengebunden unter
altem Holzdeckel mit braunem gepresstem Lederbezug.
I. 81 Blätter (die Hs. selbst zählt die Seiten) und 1*--3*. 82*—8%7* leer,
durchweg von einer Hand in zwei von Linien umrahmten Spalten geschrieben.
Rote Initialen, die erste blau und rot mit Arabesken, rote Überschriften und rot
durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen von 10 Bü. (die letzte enthält nur 7).
Wasserzeichen: Stierkopf mit einem zwischen den Hörnern emporwachsenden
Quirl.
Jan Ypermans Chirurgie.
1° Überschrift von moderner Hand: Ypermanni medieina. Dann rot: Hier
beghint die cirurgie van meester ian ypman ende es getrocken wt alle de auc-
toers d* meste’n. Darauf Register — 1b.
1b (rot) Dits beghin van cirurgien. Hier begit die Cirurgie des meest’s
ypmäs do welke Jat hi vte latine en vte sy selues v*städenisse eh leringe eh
wt sine goeder geloefter w’k& dit troc hi eü maecte I dyetsch® tale..... Zer-
fällt in 3 Partien, jede derselben in mehrere nach Capiteln abgeteilte Bücher.
Schluss Bl. 81® im bouc van den quaden beene mit dem Cap. van den
cancker die comt in den beenen. Übrigens scheinen, nach der dem Buche vor-
38 — 39 39
angehenden taffele zu schliessen, 10 Capitel zu fehlen, für welche vielleicht die
leeren Bil. 82*—87* bestimmt waren.
Ausgabe auf Grund der Cambridger Hs. (nach einer Mitteilung von Herrn
Prof. Verdam in Leiden freilich sehr unzuverlässig) durch M. C. Broeckx, La
chirurgie de maitre Jehan Yperman..... publiee pour la premiere fois d’apres
la copie flamande de Cambridge, Anvers 1863 (Extrait des Annales de lacade-
mie d’arch£ologie de Belgique t.xx). Den in der Einleitung S.14 f. genannten
Handschriften zu Brüssel und Gent sei hinzugefügt: British Museum Harl. 1684,
Papierhs. des xv. Jh. in Quart. Das für B. unerklärliche Datum 1310 (8.26 f.
der Ausgabe) bezieht sich nicht auf das Todesjahr Ypermans, sondern ist das
Abfassungsjahr der Chirurgie. Harl. 1684 Bl. 143® best: ...... in welk& dienst
dat hy sterft jnt jaer ons he'n doe me scref m.ccc. en x. doe maecte hy dit
werc I diesche (nach sterft wird ein Punct zu setzen sein).
I. 19 Blätter und ein Rest am Schlusse, zweispaltig von einer Hand ge-
schrieben. Rote Initialen und Überschriften, rot durchstrichene grosse Buch-
staben. 2 Lagen von je 10 Dil., mit aı...... av, bI...... bv signiert.
Chirurgia Lanfranci Mediolanensis.
1° (rot) Hier beghint den Jon lanfranc Ende hy beghint erst an dat hooft.
Ic Jonghe läfrane wille v leren hoe me wonden h(!)handelen sal.
Schluss 17® Ofte nemt puluer ghelyc dat ghi ghenouch vint ghescreue
hier voren ende dan gheuesten alst hu voerleert es. Explicit lanfrancus juvenis.
Rest der Seite Recepte von jüngerer Hand. Von einer dritten Hand end-
lich noch eine Recepisammlung auf Bl. 18 und 19.
Ältester Druck: in die vniversiteijt van louen, Conraert Braem 1481; gl.
Campbell, Annales S. 306; jüngerer: thantwerpen 1529 (Eixenplar im British
Museum).
Zur Geschichte: Buchmarke mit der Aufschrift: E Libris Gulelmi Crashaw
M. A. | huius collegii olim socii | Cod. MSS. cıxvim coemptos |! D. D. | Vir
honorabilis Thomas Comes Southamptoniensis A. D. 1635. |
D. TRINITY COLLEGE.
"Die Geschichte der Bibliothek ist ausführlich von dem jetzigen Bibliothekar
Robert Sinker, D. D., behandelt worden: The library of Trinity college Cam-
bridge, Cambridge, Deighton, Bell & Co., 1891. Ich entnehme dieser Arbeit
folgende Daten: Trinity College wurde durch Heinrich vını. im Jahre 1546 unter
Einbeziehung zweier schon im xıv. Jh. bestehenden Colleges (Kıngs-Hall und
Michaelhouse) gegründet. Ein besonderes Bibliotheksgebäude ward indessen erst
zwischen 1599 und 1601 vollendet und diente als solches beinahe 100 Jahre.
Sir Edward Stanhope, John Christopherson und Dr. Thomas Nevdle (der be-
rühmlte Canterbury- oder kadwin’s Psalter ist sein Geschenk) sind im xvı. Jh.,
40 II. CAMBRIDGE
Dr. James Duport und Sir Henry Newton (Puekering) im xvur. die hervor-
ragendsten Wohltäter der Bibliothek, für die inzwischen (1694/95) ein neues
stattliches Gebäude errichtet worden war. Auch im xvım. und im xıx. Jh. fielen
ihr glänzende Vermächtnisse zu — so 1712 die grosse Biüchersammlung John
Laughton’s, 1738 die des Dr. Th. Gale (s.unten). Der gegenwärtige Bestand. der
Bibliothek beläuft sich auf ce. 80000 gedruckte Bücher (darunter viele Incuna- |
bein und seltene alte Drucke) und 1918 Handschriften; von diesen besteht kein
gedruckter Catalog und der in Ms. vorliegende entspricht selbst den müssigsten
Anforderungen nicht.
A.
O. 1. 41. Perg. xıv. Jh. 54 Blätter und je eine Custode zu Anfang und
Schluss; zwischen der vorderen und Bl. 1 ein in drei Teile gefaltetes Papier-
folioblatt eingeklebt mit einem Capitelverzeichnis in englischer Sprache von einer
Hand des xvır. Jh. 19x 13,5, durchweg von einer Hand geschrieben. in cha-
racteristischen kräftigen Zügen des Jh. Einfache rote Initialen, rote Übersehrif-
ten und rot durchstrichene grosse Buchstaben. Layen von 10 Bil. (doch zählt
die 1. nur 9, da zu Anfang ein Blatt verloren ist, ebenso die 4., der das 6. Bl.
fehlt; die letzte, sechste Lage enthält nur 6 Bil). Moderner Pappendeckel mit
Lederrücken. Frühere Nr. auf der Vorder-Custode 68 und O.14.8; hier auch
die Buchmurke des College.
Statuten des deutschen Ordens.
18 (Anfang im Prologe) ...... syme presante. Unde do opende eme de he-
lige geist. dat de de de hogesten stat heuet in der ecelesien. wo lef he sole
hebben riddere vn wo he se entphan sole. myt deme segene in den scherm der
ecclesien myt sunderlichen gunsten — 28 Darumbe desen sunderlichen orden.
de sich gemenliche erbutet to deme nvtte der heligen ecclesien. ane sagen ma-
nigerleie pauese myt vrolichen ogen. vn hebbet en erluchtet vn bestedeget myt
manigerhande vriheide vä priuilegen.
2a (rot) Dit is de regele der brodere van deme dudeschen hus sente ma-
rien denest lude. |
Anfang: To deme loue der heren driualdicheit (2) ane vehet hir de re-
gele der brodere van deme spitale sce marien des dudeschen huses van ihefu-
salem. vn is in dre del vnderscheden — 198 .... dat he in allen dingen na
godes heren (!) den vromen vn de nvt bedenke. (rot) Hir nemet de regele ende
(sie enthält 37 Capitel).
Hir heuet sich an de gesettede der brodere des dudeschen huses.
Anfang: An de gesetten tyt so solen de brodere doreh andechticheit to
der kerchen (!). oder in deme hus. noch in anderen steden dorch licheit willen.
noch dorch cortewile nicht baruot gan ....
Schluss 51%: ... dat is och to behaldene dat man an deme vridage so
40 41
man van vnser vrowen singet. nicht sal venyen to vespere. bet an den ma-
nendach to mottene. (rot) Hier heuet de regele ende vü (de gesettede.
Darunter (rot): Wol deme de dat beste dot
Deme wert sin ende gherne gut
und ohne Absatz: Dit is wan de broders solen venyen
vnde och wan se solen stan.
Anfang 51: Alle dage so man nicht enhat negen lectien noch octauen
so salme venyen — 54 vn an der venie sin bit man spreket. Benedicite. so
sal man vp stan.
Auf der hinteren Custode noch folgender Fintrag: Anno dnT MmPcccexun.
Weyr bruder her'ynkhusen setze myt gemeyner wylle d’ gebyteger vnd volbort
in den grossen Capittel das dese bruder mogen dy ezwene tage tzu vasnacht
essen vleyschz vi vor dy drey tage solen dy brud® vasten dy mitewoche do-
ne’stag vor pfhingesten vi dy vigilia kat’eine | vü wart geboten ezu halden in
grosse Capittel ezu Marienb’g im Suntage noch fräcisc. Och vaste weyr nycht
dy vigilia d$ dreyger könygynne.
Ausgabe der Statuten durch E. Hennig, Königsberg 1806, dann nach einer
Wiener Hs. durch O. Schönhuth, Heilbronn 1847; neuerdings kritisch durch
Max Perlbach, Die Statuten des deutschen Ordens nach den ältesten Handschrif-
ten, Ilalle 1890. Die Cambridger, welche sicher zu dieser Klasse zu zühlen
wire, ist ihm unbekannt geblieben. Ihre Sprache weist auf das westliche Nie-
derdeutschland, wenn auch einzelne hd. Lautformen (aus der Vorlage?) sieh ein-
mischen. Da die in L (vgl. Perlbach a. a. O. S. xxvır) fehlenden Capitel in
der vorliegenden Hs. erhalten sind, kann sie zur Ergänzung des nd. Textes be-
nulxt werden. Im Anhange teile ich Cap. 22—23 und 28 mit. Im einzelnen
bleibt noch folgendes zu erwühnen: auch hier schliesst sich Capitel 108 der
Regel ohne besondere Überschrift an Cup. 10 an (Perlbach xxx1), ebenso die
Figilien an die Gewohnheiten. Der Schluss der (Gesetze und der Anfang der
Gewohnheiten fehlt wegen der Lücke in der 4. Lage (s. oben), sodass im Text
ein Sprung von Cap.43 (Perlbach Bl.8S) der Gesetze (Van der swareren scult
vn er bote) auf Cap. 2 (Perlbach Bl. 90) der Gewohnheiten (Van der tit der
welunge des mesteres) stattfindet.
Zur Geschichte: wann und durch wen das Ms. nach England gekommen, da-
für mangelt jegliche Spur. Nur so viel lässt sich sagen, dass es zu der reichen
Handschriften-Colleetion gehörte, welche 1738 durch Royer (ale, den Sohn des
Sammlers Dr. Thomas Gale, Dean of York, an Trinity College geschenkt wurde.
Der Inhalt derselben ist verzeichnet in Bernhards Catalog v. J. 1697 ı1, 135 —195,
obiges Als. scheint dort jedoch nicht erwähnt zu sein.
Deutsche Hs». in England I. 6
II.
CHELTENHAM.
BIBLIOTHECA PHILLIPPICA.
In Middlehill und später in Cheltenham speicherte Sir Thomas Philipps
Bart. (F 6. Februar 1872), ein Bibliophile im eminentesten Sinne, die reichen
Schätze an Handschriften und gedruckten Büchern (darunter viele Inceunabeln)
auf, die er sed früher Jugend teils auf dem Continent, teils und hauptsächlich
auf den grossen Auctionen und aus den antiquarischen Bücherlagern Londons
erworben hatte. Ihre Masse und die fast unglaubliche Manigfaltigkeit ihres
Inhalts erwarben seiner Bibliothek den Namen der reichsten Privatbibliothek der
Welt. Gegenwärtig ist sie Eigentum seiner Tochter, Mrs. Fenwick, Gattin des
Rev. J. E. A. Fenwick, und steht unter der besondern Obhut ihres Sohnes Mr.
Füx Roy Fenwick.
Von den Handschriften dieser Sammlung‘) existiert bis zur Nr. 23837
ein gedruckter Catalog, den Sir Th. Phillipps selbst angelegt und auf seiner
kleinen Presse in Middlehill hat drucken lassen (Catalogus librorum manuserip-
torum in bibliotheca D. Thomae Phillipps, Bart. A. D. 1837 — 67), während
über den Rest (Nr. 23838—34316) erst nach seinem Tode ein sehr summa-
risches, nicht gedrucktes Verzeichnis angelegt wurde. Es ist bedauerlich, dass
weder dieses noch der vorgenannte Catalog müässigen Anforderungen entsprechen.
Selbst die Hss.-Zahl darf nicht wörtlich genommen werden. Häufig genug ist
eine und dieselbe Hs. an mehreren Plätzen unter verschiedenen Nrn. eingetragen
oder auch einzelnen Stücken einer Hs. je eine Nr. zugeteilt worden; freilich
findet auch das umgekehrte statt, nämlich dass eine Reihe von Bänden nur eine
Nr. erhalten hat. Ferner darf nicht vergessen werden, dass der Hss.-Bestand
der Bibliothek seit dem Tode ihres Begründers sich um ein. bedeutendes vermin-
dert hat. Auf zwei Auctionen at Sotheby’s 1394 und 1895 giengen etwa 300U
(meist minderwertige) Hss. in andere Hände über, 1887 erwarb die kgl. Biblio-
) Ebenso von den aus der Bibliothek des Professors L. van Ess stammenden
Incunabeln.
41 43
thek zu Berlin die berühmte Meermann-Sammlung aus dem Collegium Clara-
monlanum!). 1888/89 und 1891 kaufte die beigische und die holländische
Regierung eine beträchtliche Zahl von Hss. und Urkunden zurück, die aus nl.
Klöstern, Archiven ete. stammten und von Sir Th. Phillipps zumeist auf einer
1815 unternommenen Reise um Spotipreise erworben worden waren?). Endlich
wurden Documente, die sich auf die Geschichte Elsass-Lothringens beziehen, an
die Regierung dieses Landes abgetreten. Die Bibliotheken und Namen der Anti-
quare, von denen Sir Th. Phillipps die grösste Zahl seiner Hss. erwarb, hat
Paul Meyer, Notices et extraits des manuscrils de la bibliotheque nationale 34
(1891), 149 f. zusammengestellt. Für unseren Zweck kommt in Betracht: A) die
Sammlung des Theologen und Professors Leander van Ess in Darmstadt, die
Sir Th. Phillipps en bloc ankaufte. Davon existiert ein privat (?) gedruckter
Catalog): Sammlung und Verzeichnis handschriftlicher Bücher aus dem vu.
IX. X. XI. XII XIIL XIV. etc. Jahrhundert, welche besitzt Leander van Ess,
Theol. Doctor vorhin Professor und Pfarrer in Marburg, Darmstadt 1823.
B) Handschriften aus dem Antiquariat Varrentrapp in Frankfurt‘). C) Hand-
schriften, die einzeln oder in kleineren Gruppen auf Auctionen oder durch An-
tiquare in England erworben wurden. Wo es möglich war, ist der frühere Be-
sitzer genannt worden.
A. SammLuna Van Ess.
41.
Phil. 469. Perg. xıv.[xv. Jh. 176 Blätter und Custode um Schluss.
31x 21,8, durchweg von einer Hand in zwei Spalten zu je 39 Zeilen geschrie-
ben in schöner, klarer Schrift. Rote und blaue Initialen, einzelne mit Arabes-
ken; role Überschriften. Lagen von 8 Bil. Original-Holzeinband mit gelbem
Lederbexug, als Mittelstück ein Medaillon mi Christus am Kreuze. 2 Schliessen
und je 4 Metallknöpfe. — Ess Nr. 84.
Ss. Gregors Homilien.
1b Die tafel uan den ewangelien uä sonmughe sonnedaghen. Op den ier-
sten of op de andere sonnedach uä den aduente 1 — Van eenre ioncurouwe
intghemeine XL.
1) Catalog von Valentin Rose, Bd. 12 der Hss.- Verzeichnisse der kgl. Bibliothek
zu Berlin.
2) Vgl. Bibliothöque de l’ecole des chartes 49, 694 ff.; Bijdragen voor vaderl. ge-
'schiedenis en oudheidkunde, 3. reeks (1889) v, 504 f. Im Catalog der kgl. Biblio-
thek zu Brüssel (II. Erwerbungen seit 1870) finden sich die Mss. Phillippica als
Nr. 922—1189 (erworben 1888) und Nr. 1394—1481 (erworben 1891).
%) Exemplar in Cheltenham, woraus die meinen Nrn. beigegebenen Bezeichnungen
Ess Nr. 84 etc. entnommen sind.
*) Im Catalogus die Nrn. 1143—1178 umfassend,
44 III. CHELTEXNHAM
22 Dit is dat prologus of die voersprake in sunte gregorius omelie in
duytsche. Men sal weten dat sunte gregorius ende die andere leraers in hore
ten
woerden spreken uan der ghedach- !) dat is van der sielen — 2b En voer
“lke omelie sal ie dat ewangelie in duitsche setten daer se of spreket. Omelie
beduet goet aenspreken van der saligher lerIghe. WVoer mijn arbeit bid ic elke@
die sijn profijt hier in doen sal dat hi voer mi bidde.
Beginn 2b: op ten anderen sonnendach uan Jer aduente lucas ewangelium.
Es folgt in Sp. 2: Sunte gregorius omelie die hi prediete op dit selue ewan-
geliü in süte peters kerke te romen. Onse here ende onse v°loser die ons be-
gheert bereit te vindene hi u boetscapt ons wat quade volghen in die werlt die
olt(!) w’t op dat hi ons uan hoerre mIne bedwinghe. Dieser Wechsel zwischen
Erangelium und Homilie wird beibehalten bis zum Schlusse.
176* (Sp. 2): Soe wat in die ghedachte kintschelike uerblijt «at sal be-
dwinghen die scarpheit der ioechtliker disciplinen. op dat wäneer ghi dese tijt-
like dinghe uwes dancs vliet. die ewighe bliscape sonder pine uererighen moghet.
amen. Hier eynden sunte gregorius omelien te duutsche.
Über einen Druck vom J. 1479 vyl. Caonpbell, Annales Nr. 854 (Erem-
plar auch im Dritish. Museum).
Zur (ieschichte: auf 18 von einer Hand des xv. Jh. (1440): In isto vo-
lumine continet® xr omelie bti Gregorii pape. Et datü fuit nobis [Carthusien-
sib; domus scte barbare]?) I coloiä p religiosü pre; donü adolphü bruwer
sfratre nrm | p tpe p’or& do’ sc& margarete I basilea minori. post morts hon! dne
Nese bruwers matris sue | C’ aiä requiescat I scä pace amen. Anno domini
Millesimo QuadrigetesIo Quadragesino.
42.
Phill. 499. Perg. xıv. Jh. 193 Blätter. 9,2 x 6,5, von mehreren Händen
geschrieben. Alter gepresster Ledereinband. — Ess Nr. 114.
Gebetbuch.
Zum weitaus grösseren Teile lateinisch; Gebete in md. Dialeete eingemischt
Bl. 36° —37b, 53° — 540; auf DI. 56% der Vierzeiler (rot):
Dauid vnder den schrane
dem ist daz heübit hol
her beginnet sere zanne
wan man yme twahen sol.
Wieder deutsches auf 81P und zusammenlängend Bl. 122°—139% (doch
ist 122b. 123. 130". 1326, 133% die Schrift verlöscht), von jüngerer Hand
') Hier und sonst Correctur von jüngerer Hand, die öfters auch die lat. Glosse
über einem nl. Wort hinzufügt.
?) Der eingeklammerte Passus ausradiert, aber noch lesbar.
41 — 44 45
(xv. Jh.) auch auf Bl. 119P—122®». Den Schluss jener Reihe bildet ein pro-
saischer deutscher Reisesegen: 139% Abdon "I se’ues die zwene grozin h’rI die
senden dich mir gesA’t vn bit heile vn glucke vn gnade h’wid® am. Sprich dru
pr. ür. vü den sein. dri w’be vb* dine frunt wä er Iweck verit vi Isprich
nüme zv ime so cümit er dir gesänt h’ wid.
43.
Phill. 500. Pap. xv. Jh. 293 Blätter. 13 x 9, von einer Hand. Rote
Initialen und Überschriften, einzelne farbige Bilder in rohem Stile. Original-
Holzdeckel mit Schliesse. — Ess Nr. 115.
Brevier, in niederrheinischer Sprache.
1e Dit synt de ımı quatertemper durch dat iair.
22 —1]2b Kalender.
15° Getzijde van der ewiger wijsheit, van unser lieuer vrauwen etc.
44.
Phill. 528. Perg. xv.Jh. 141 Blätter (handschriftliche Zühlung) mit Vor-
der- und Hintercustode. 22,5% 15,8, von einer Hand geschrieben, einspaltig zu
29 Zeilen. Rote Initialen und rot durchstrichene grosse Buchstaben, rote Über-
schriften. Lagen von 10 BU. (Bl. 141 einzeln), signiert je am Schluss durch
die Anfangsworte der folgenden. Alter Holzdeckel mit Resten einer Schliesse. —
Ess Nr. 143.
Sammlung von Heiligen- Geschichten und Predigten auf Fest-
und Heiligentage im Jahre.
Custode: Register (von jüngerer Hand): Van den geburte vns hren Jesu
Christ 8 — vp den maendach na paisschen 139.
1® Hee beginnent etzliche historien ind legenden van etzlichen hilgen bin-
nen dem iaer (handschriftlicher Titel. In dem ersten uä onser leuer vrauwen
dat si intfangen wart | de legende. Salomon der wyse man sprichet also De
wysheit hait ir seluer ey huuss getzjmert | ind da hait der engel godes eyn
bode aff gewest -—— 8° Dat verlene ons onse h°e ih’s ir son. de mitte vader
ind mit dem hilg@ geiste leeft ind regneert got van ewicheiden in ewicheiden
Amen. |
82 Van der geburt ons heren ihu® xpi. De geboirte ons heren ihu xpi
na deme vleische geschach als etzlichen sagent — 178 Laist ons dan de ouer-
seen ind desen zovoegen. Mit rechte dan dese dach eyn dach is der yube-
lacien ind der vroude.
17® Van sente steffaen dem ersten merteler. Sente steffaen was eyn van
den seuen dyaken de van den apostelen zo «dem dienste geordeniert waeren —
25b dar na warp hei in op synre dochter lycham ind si stoynt zohantz op.
ind vil anderen des gelichs gheschagen glorioislich ouermitz de hilgen ind glo-
riose merteler sente steffae.
46 III. CuELTENHAM
25b Van sente iohan ewägeliste. Johannes de apostel xpi ind ewangelist
dde van gode gemint was ind vsuercoren — 30» Ind de da mit gertoruen wae-
ren de verweckde hei van dem dode. do wart d* bischof der afgode gelouuich.
31® Van den onoeselen kinderen. De onnoesel kindere woirden gedoodet
van herodes ascolonita — 34* Mer remigius sait dat herodes sich seluer doot
stach mit dem metze dair hei den appel mit schelde ind dat salome alle de
geuangene dede dooden als ir broder beual.
34° Van dem hilgen druytze® dach. Druytzeen dach is feestlich om vier
sachen ind miracule de op den dach geschaegen — 40% Ind dar na als onse
here operstäden was van dem dode quam eyn van den apostole in ir lant ind
worde van eym gedouyft ind worden hulpere synre predicacien in dem ge-
louue xpi.
41° Van onser vrouwen lichtmisse of purificie. De reynünge off suue-
rynge onser vrouwe geschach op den viertzichsten dach na dat onse here ihus
xpus geborn wart — 48b Ind do men si neit genesen enmochte so benachde
si in onser vrouwen kirche in der feste van onser vrouwen lichtmisse ind da
wirt (!) si alle genesen.
48® Op onser vrouwen dach dat ir ihesus gheboitschaft wart. Dese feest
heyscht onser vrouwen boitschaft Want op desen dach so boitschafte der engel
onser vrouwen dat si den son gotz intfangen soulde — 57% do hei (lit gesacht
hadde voir der duuel enwech.
572 Van der operstentnisse ons h’en. Paischdach. Cristus op staent an
dem dirden dage na synre passien — 66* Hei is comen stryden ind enmach
neit verwonnen werde. zo verloesen ind neit zo blyuen.
66° Van der hemeluart ons here ihu xpi. Onse leue here ihus xpus
voir op zo hemel.... Van synre opfart »al mö seuen punten mirken —
74b Here bereyde dattu bereides want du bereydes ons zo dynre behoiff“ als
du de stat in ons bereydes ind dich seluer in ons.
74b Op den pinxdach van der nedersendinge des hilg® geistes. Op de-
sen hilgen pinxtdach als da ghetzugent de werke der apostelen — S4b Off
dat me de hät opt houyft leget betzeichent absolueringe vä den sunden in der
byget.
84b Op des hilgen sacramentz dach eyn sermoen we men sich dar zo be-
reyde sal. ind ouch als ment intfangen hait. Esset myne vrunde dryncket ind
werdet dröcken myne alre leefsten — 96° Wilche gaeu& ind vroude ons alle
samen wille verlenen der vader. der son ind der hilge geist. Amen.
96* Op onser leuer vrouwen dach visentacie. Dit is de lexe ind* missen
de wysheit. Als eyn wynstock haen ich vruchte gemachet — 96® De mich
hoert de ensal neit geschät werden ind de in mich wirken de ensolen neit
sundige. Ind de mich vssluchten solen ewich leuen hauen.
966 Evangelium und Legende auf denselben Tag — 109» Dar na sprach
44 — 45 47
hei. Eyn quait duuel mois in synen buch gaen de dich dit leerde. do voir hey
enwech. ind enquam darachter neit me zo ir.
1095 Dit is eyn Sermoen van onser leuer vrauwen hemelvart. Multe
fille congregauerüt deuicias ...... Prou°’bior ultimo. Vil doechtere hau& schatz
vergadert. mer du hais si alle ouergetreden — 114b Des mois ons günen der
vader der son ind d* hilge geist. Amen.
1145 Van onser vrouwen geboerte. Joachim onser vrouwen vader was
vss galileea van der stat nazareth — 121®2 want si is der sterne des mers de
alle dwelenden in desem wyden onrastigen meer wysende ind leydende is in
de rechte haue des ewig& leuens.
121® De legende op alre hilge dach. Alre hilgen dach wart geordeneert
om vier sachen — 1270 Op dat men op den dach gemeyne waildaed@ dede
vur de selen de geyn sonderlynge waildaeden erygen enmogen.
27b Op alre selen dach. [A]lre selen gedencknisse vyrt men op desen
dach — 1348 Ind zo hantz hoirde men in der lucht geruchte als gebrisch off
roiffen der lewen. der beren ind der wolue ind sy voirden in enwech.
1348 Evangelien auf den Östersonntag und -monlag mit den dazu gehö-
rigen Homilien S. Gregors. Schluss 141® Her om geuet nu xpo dem pilge-
rym herberge dat hei uch in dem ordel neit als vremde enkenne. mer uch
intfange in dat ryche als syne eygen vrunde.
Zur Geschichte: (auf der Innenseite des Deckels) Dit boich gehoirt in der
. .(ausgeschnitten) cloister bynnen Coelne. + Lvım (1458). Darunter von einer
Hand des xvı. Jh.: VWur der bruder refenter.
45.
Phill. 538. Perg. xv. Jh. (1491). 126 Blätter. 19,7 x 14,4, von einer
Hand einspaltig geschrieben zu 24 Zeilen. Blaue und rote Initialen, einzelne
mit Arabesken, rote Überschriften, rot durchstrichene Buchstaben. Lagen von
8 Bil. (die letzte von 6). — Ess Nr. 158.
S. Bernhards (xvı) Sermonen auf den Psalm: Qui habitat in adiu-
torio, in niellerrheinischer Sprache.
1® (Überschrift) Didt yss der psalme dar vss 8. Bernart hait ghemaicht
dysse nae geschrifven (!) sermon&. gheheysschen I den latijin Qui habitat 1 adiu-
tori. De woent in der hulpen des alre oueresten. de sal woene in der be-
schirmongen goitz dess hemels ıC..
1b Vorrede S. Bernhards: Broeder ich anseyn vvren arbeit neit sonder
groisser mitlydender begerten -- 3® Nu willen wyr van de psalme den wyr
gekoeren haynt get mit der hulpen goitzs snegen ynd bedäden.
3b Sermonen: (Überschrift) Hy begynt dat eyrste sermoen S. Bernardus.
vp den vurgenoemden psalme, ynde men sal yn lesen in der vasten nae den
süundach | Inuocauit Dat yss der eyrste sundach in der vasten,
48 III. CHELTENHAM
Schluss 126°: O h’e dan saltu dynen kneicht nae dyne worden laessen in
vreden. alss myne ouge sullen seyn dynen heilgeuer. dynen ihm mynen he’n.
de boeuen al gebenedijt yss in der ewicheit Amen. 1491 (rot).
Vgl. oben Nr. 12.
Zur Geschichte: auf Bl. 126%: Zeer eren goitzs geendet. van broed’ de-
derich clocker!) reguleyr bennen Aeche vp der hilger firauwen daich Synte Geir-
trude yn behoeff broeder Engels van lancloer kartuser der eyrwerdyger stat
Collen. doe sych wanten nae der iofferen draicht mccce vnd xcT iaerr,
46. .
Phil. 541. Perg. xv. Jh. (1488). 100 Blätter. 14,8 x 10,2, einspaltig
von einer Hand geschrieben; Zeienzahl verschieden. JRote Initialen (1% der
Raum dafür freigelassen, 2* eine verzierte), rote Überschriften und rot durch-
strichene grosse Buchstaben. Lagen von 8 Dil, doch fehlt der 3. 5. 6. 7. je
ein Blatt. Bexeichnet sind sie in der Hs., jedoch nicht regelmässig 1) durch
Setzung der Anfangsworte der nächsten an den Schluss der vorangehenden;
2) von der 3. ab durch b1. b2.... bs. dil.... ds (für 2 Lagen gebraucht) —
il... .18; dann wieder mit al.... a8 anhebend — d1l.... d8S: also lieyen
zwei ursprünglich getrennte, aber von derselben Hand geschriebene Mss. vor. —
Ess Nr. 156.
Mystische Tractate, in niederdeutscher Sprache.
18 (ohne Titel) [H]yr is vlitelike to merke — 1P (Schrift auf dieser Seite
stark verloschen) Dair vme myne geistlike dochter ind bruyt des (bricht ab).
Wiederholt auf 2*, wo auch der Titel: Hyr begyt ey boie vä warer geistlicheit.
Hyr is vlitelike to merke. dat vp ertrike ind yn dusser vrgencliker tijt twe
scholen synt. Zwiegespräch zwischen Meister und geistlicher Tochter, haupt-
sächlieh von der Andacht, ihren verschiedenen Arten, Graden etc. handelnd.
Schluss 56° Auer dat eruce is gar eyn sote lichte boirde ind maket alle
bitter dynge sote ind alle sware boirden licht. Amen.
Derselbe Trartat im Pal. germ. 23 Bl. 177-—-193 (Bartsch Nr. 20 8.10 f.).
56b Eyne leirhaftige epistel. Leue gemyde broder ed? suster in xpo wät
wi yn desen leuen ellendich ynde vremde synt — 65° ind dan van allen
drucke ind lyde v’loset myt em ind alle engele ind hilge vns moge yn ewicheit
v’blide Amen.
65b Van nutticheit des hilg’ sacmetes. Hyr begyt dey rede van vnses
he’n lichame des bedorue dey erystene lude wail wäte hei vordert der selen
leue -- 68 God sal syne sele myt syner gnade vore yn dat schone hemel-
rike Amen.
1) Derselbe, der 1495 Ms. Germ. g.1 der Bodleiana geschrieben hat, 3. daselbst;
er gehörte also wohl zur Categorie der geistlichen Lohnschreiber (Wattenbach, Schrift-
wesen? 5. 402 f.). i
45 — 47 49
69% Eyne schone oppebaryge. Up sent poncianus dach geschaich dat ey
broder yn eine cloister des auentz sait yn syner eellen — 75° Hyr mede quam
dey broder to sich selue ind wart also seyr schryende. dat id wüder was. dair
vm dat hey hyr moiste blyue. God sy gelouet...... yn ewicheide der ewi-
cheidden. Amen.
752 Evn suuerlike opebarüge. Eyn sele wart getogen yn gegenworticheit
vnses leu& heren — 83% Hyr myt quam dey sele weder to yr seluer ind dä-
ckede vnsen leuen he’n van allet dat sy geseyn ind gehoirt. hadde. Ihs xps sy
velouet Amen.
838 (ohne Überschrift) In den soten mynliken nafm| vns leuen he’n ihü
xPi .... il geschaich vp vnser leuen vrauwe hemelvartdach dat ey arm bro-
der yn einen cloister sait yn syner cellen — 93% Mer dey gehoechnysse der
ılynge dey hey gesey hadde weren em alle tyt voir den ougen. God de he-
melse vader ete.
93b (ohne Überschrift) In eyn& cloister des predikers ordens yn eyner
stat anseburch genant was eyn..... prior Johannes genomet — 982 So moihte
hey viınyds erer moderlike hulpe ind gebede yn der genade vns he’n bewart
werden. des moit güne ete.
982 Eyn exempel. Id was eyn groit lesemeister ind begerde van vnsen
heren gode to weten — 99 Der meister gene heyn ind was vnd’wiset der ne-
gester wairheit mit der grotester gelatenheit dey men yn der tyt hebben maich.
Jus den Sprüchen Meister Eekharts, vgl. Pfeiffer, Deutsche Mystiker 2,
623, 66.
Zur Geschichte: 68 In «den iaren do men schreif dusent veirhüdert ind
achte ind achtich vp sent sixtus des hilge pays daich wert dyt bokelin ge-
schreu& ind geendiget yn dem celoister to Ewich !) reguleirs ordes vä frater
iohes herte supp’or al dair den geistliken suste'n to Ruden (Westfalen) der
nyer v'gaderige. — Auf 1° Professor van Ess zu Marbure.
47.
Phill. 545. Perg. xv. Jh. 127 Blätter (und 128*—-139* Pay... 12,2x8,
ron derselben Hand geschrieben -— 127b, der Rest und DI. 119 von eimer jünge-
ren (1489). Dlaue und rote Initialen, teilweise mut Goldrer:terungs 18b von
einem Bilde (Gabriels Botschaft an Maria) eingenommen, dessen Farben nun
rerloschen sind. Alter Ledereinband. — Ess Nr. 160.
Gebetbuch.
12—42 Astronomische Tafeln. Ilimmelszeichen und ihr Einfluss auf den
Menschen. Am Schluss: It& welchs zeeichen gantz roit ist das ist gut. Wichs (!)
!) Domus 5. Salvatoris zu Ewich bei Attendorn in Westfalen, vgl. Acquoy, Ilet
klooster te Windesheim 3, 87 f.
Deutsche Hss. in England I. 7
50 III. CHELTENHAM
gantz schwartz ist das ist bose. Aber wilchs roit vnd schwartz ist. das ist
mittelmeissigk.
5a-—17b Kalender.
18°*—127b Verschiedene Prosagebete, Psalmen et. Auf Bi. 119 (nach-
geheftet) ein Reimgebet an Maria:
Got gruße dich, maria wyß,
got hat an dich geleid allen synen fiyß.
Ich byt dich durch dyne wirdekeid |
mach mir myne sunde leid |
die myn arme sele dreyt.
Ich byt dich durch dynes kindes druwen |
verlich mir maria waren ruwen.
Wan myn hertze zubreche
myn munt nume en spreche
myn ougen sich vorwenden |
kome maria zu myme lesten ende.
Ich bidden dich maria gut
durch dines lieben kindes blüt
durch syme (!) heilgen funff' wonden |
die durch dyn hertze flossen vnd rännen.
Ich bitten dich dorch sinen heilgen bitterlichen doit:
helff mir uß aller myner noit. Amen.
Vgl. Graff, Diutisca 2, 39.
Darunter: Herre ihu crist du hast mit der bitter martel dyn
zubrochen die bande der sunde myn:
den weil ich allecezyt widder streben
vnd mich dir zu eyme opper geben
vnd weil an ruffen dynen namen:
Nu und eweglich amen.
128* Verzückung S. Johannis. Do vnse liebe frauwe waß zeu hymel
gefaren Do hatte Sanctus iohänes grosse begerunge daz er vnse liebe frau-
wen gern hette gesehen — 137 Maria...... beschirme vns vor deme bosen
geiste vnd entphoch vns an vnserm lesten ende das wir mit dir mussen be-
sittzen die freude in hymelrich an ende. Amen. Anno domi 1489 in die seue-
rini epl.
138*—139*b ein Reimgebet an Maria.
48.
Phill. 553. Perg. und Pap. xv. Jh. 203 Blütter und 204*— 213* leer,
ferner je eine Custode. 33x 21,7, durchweg von einer Hand einspaltig ge-
schrieben mit verschiedener Zeilenzahl. Rote Initialen und rot durchstrichene
|
47 — 50 51
Buchstaben, rote Überschrift. Lagen von 12 Bil. (durch Anfangsworte und
Buchstaben bezeichnet). — Ess Nr. 169.
Titel 1* (rot): Incipit hystoria scolastica. Euseby epI vercellensis (!).
Anfang 1%: Do got in seiner magenkrafte swebet vnd alle Jdinck in sei-
ner weyshait het — 2038 (Regierung des Königs Zosias) Darumb schull wir
alczeit dyemutig sein vnd schullen vns vor aller hoffart hutten...... Daz vns
daz wider var des helfl' vns der vater vnd der Sun vnd der heylig geist Amen.
Explicit hystoria scolastica Ewseby Epi vercellensis. |
Ist eine Historienbibel der Gruppe ı (Th. Merzdorf, Die deutschen Histo-
rienbibeln des Mittelalters, Stuttgart, Litt. Verein Bd. 100 f.).
49.
Phill. 570. Pap. xv./xvı Jh. 121 Blätter (in der Ils. gezählt 1—cxxı)
und 1*—10*, mit Custode am Schluss; vorn eine Lage von 8 Bil. heraus-
gerissen (leer?). 32x 21,7, von einer Hand geschrieben, einspaltig mit verschie-
dener Zeilenzahl. Rote Initialen, rote Überschriften und rot durchstrichene
Anfangsbuchstaben. Lagen von 12 Bil. (die 1. hat nur 10, die 2. und die letzte
besitzen eine Vorder-Custodr). Alter gepresster Holzeinband mit zwei Schliessen. --
Ess Ar. 186.
Theologische Tracltate in Prosa.
Die einzelnen Stücke ergeben sich nach dem Register: 1* Hye hebt an eyn
Register diß nachuolgenden Buchleyns das da ist vnderwisen mancherley stuck
der Biecht (Bl. 1°-——-12b) vnd züm ersten von den zehend gebotten ......
(12b—842) darnach von den dryen geistlichen tugenden (84°—872) darnach
von den viern furnemiglichen sitlichen tugenden (S7*—89b) darnach von den
sieben gaben des heiligen geists (895—90b) darnach von den acht seligkeiten
(90) darnach von den Werken der heiligen Barmhertzigkeit Item von den geist-
lichen werken der heiligen barmhertzigkeit (91°— 93) von (den zwolff fruchten
vnd wollust des geyster (93°) Item von den heiligen Sacramenten (93° — 95°)
Item darnach volgt ein vberschribung von sunden .... (95°—98b) Darnach
volgt von den Sieben hewptsunden ..... (98P—110P) Item von dantzen
(110°— 1112) Tornyerenn vnd anderen sunden (111°— 113°) Darnach von denn
newn frembden sünden Item von sunden widder den heiligen geist (113°—115*)
Darnach von vill andern sunden (115°— 121). Darin letztes Capitel: Von Rich-
tern vnd von eynem yeglichenü der oberkeit hatt Recht zu sprechenn.
Ganz ühnlichen Inhalts scheint Pal. germ. 36 (Bartsch Nr. 28 8. 13) zu
sein. Vgl. Geffken, Der Bilderkatechismus des xv. Jahrhunderts, Leipxig 1855,
Beilagen Sp. 19—20.
50.
Phil. 575. Pap. xv. Jh. (1435). 157 Blätter und je eine (Custode.
28,4 x 21, durchweg von einer Hand geschrieben mit verschiedener Zeulenzahl.
n2 III Cher.TENHAM
Rote Initiulen (einzelne in irisierenden Farben und mit Zieraten), rote Über-
schriften und rot durchstrichene Anfangsbuchstaben. Lagen von verschiedenem
Umfange (die 1. bis 9. zu 12, die 10. zu 4 Bll., dann 2 zu 12, 1 u 9, die
letzte zu 10 Bll.; handschriftliche Bezeichnung: primus. qu’tus ........ — de-
eimus; dann primus — tertius =" elucidari; die letzte unbezeichnet). — Ess
Nr. 191. |
1. Cantiea Cantieorum, lateinisch-deutsch.
1° Assit in pn”. scä m. meo. Ineipiunt Cantiea Canticorunı expolco (!)
eorde in theutonieu et posten in nouü testametü tnsductü et ultio met’ce «po-
sitü 23€. Sequitur modo p’mü capln.
Anfany: Oseuletur me osculo oris sul. Theu*" (rot): Kusse er mich mit
dem kuss sins müdes Eccia (rot): Dickge hieß er mir sme kunft durch die
wissagen Nu kom er selb vnd kusß mich mit «der süsse sines Ewangelii —
Schluss 52°: Fuge dilee mi ....... sup montes aromatü. Theto®: Fluch vo mir
wune mi wiß gelich der rehgeisse vnte dem hintkalbe in den berge der starck
wurtze. Eccla ad xpm. Du gebutest mir o sponß das ich din ewan’o kunde
allen den ich muge ete.
Darunter (rot): Explieiunt Cantica Canticorum seripta et finita ipa die
Marei et Marcelliani hoc est 14 Kalendas Julij anno dni 1435. Regnäte Sigis-
müdo Romoör impatore et vngarie Croatie dalmacie etc. A (? Monogramm) tem-
pore vicarius ppetuus in sultzmatt (Bl. 97® sultzmatt in Elsatia ppe opid Ru-
biacen.).
V’yl. (Graf, Diutisca 3, 187, wo auf eine Wiener Handschrift desselben
Inhalts hingewiesen wird; eine nd. in der Arnswaldtschen. Sammlung, vgl. Ib.
des Vereins fı nd. Sprachforschung 10, 13; nl. im Codex Theol. 160 der Göl-
tinger Biblothek, ryl. Verzeichnis der Ilss. im preussischen Staate 2, Göt-
lingen 2,390, und in Cochran's Catalogue of mss., London 1826, S. 23 Nr.
u
1.2.
2. Lateinische Tractate.
a) 52° Tractatus de supsticolbus mgri Nicolai gauwer sac’ theologie eximis (!)
pfersoris — 86% D) Eplä samuel ad Rabi Salonions p frem Alfonsum ordis
pdieator de hyspania tnslata de Arabico in latinü — 97b (Hain Nr. 14260 f)).
ec) Pharetra fidlei Catho"® contra errores dalmuth et contra hereticas eorumg;
prauitates — 113® (Main Nr.12910 ff). d) Elueidarius — 138®. e) Speculum
sacdotunn — 146° (Main Nr. 14930) f) Liber de regimine Sanitatis mgri
cinradi — 157%,
Zur Geschichte: der Codex ist in Sulzmalt und zum Teil (d—f) in op-
pido Rubiacen.!) geschrieben worden. Auf der Innenseite des Vorderdeekels ist
eine Buchplatte aufgeklebt mit dem Namen: J. GC. Gerning.
!) Dem conventui Rubiacensi gehörte Codex Pal. lat. 1790 (Bartsch Nr. 399).
50 —52 53
51.
Phill. 577.. Pap. xv. Jh. (1456). 230 Blütter (handschriftliche Zählung)
und 1*—10* mit je einer Custode. 30 x 20,8, xweispaltig von einer Hand ge-
schrieben, die Spalte su 27—29 Zeilen. Rote luitialen und Überschriften, rot
durchstrichene Buchstaben. Lagen von 12 DU. (doch die 1. zu 10, die letzte
xu 14). Alter roter Holzdeckel. — Ess Nr. 193.
Bruder Bertholds des Dominicaners Bearbeitung der Summa deere-
talium des Johannes v. Freiburg.
1* Hie hebet an diß büches register nach dem a. b. ce un wiset wo man
iglichs capittel vinden sol noch der zale der bletter. Von der vorredde dißes
buches ı — 10*b zweydracht ist widder die liebe ccxxx.
1° Forrede: Unusquisq; sicut accepit gräm in alterutrum; illä misträ® 1.
p. mr. Sanctus petrus aplus sprichet in siner ersten Episteln.
Anfang des Textes 1%: Wo von eyn Babst gemeylichen den mesch& moge ablose.
Schluss 230b: vnd an der zweydracht ist etwan zwene oder me noch dem
als eyner alley ist widder daz daz gut vnd recht ist oder sie alle. Her Tho-
mas. Et sie est finis Deo gratias. Anno dni MccccLvi t‘tia feria post cor-
poris xpi.
Über andere Hss. vgl. Bartsch Nr. 22. 25 ete.
Zur Geschichte: laut jüngerem Eintrag auf 1* gehörte die Hs. ad biblio-
thecam monasterii S. Jacobi ordinis S. Benedicti prope Moguntiam.
52.
Phill. 554. Pap. Spüätes xv. Jh. 42 Blätter und hintere Custode. 31x 22,3,
von zwei Händen (1—13® und 136—42») geschrieben, Zeilenzahl verschieden.
Teote Initialen (ron 16* ab) und rote Eigennamen (auf AP— 140 sind dieselben
nur in blasser Tinte auf frei gelassenem Raume von jüngerer Hand nachgetra-
gen). Nur eine Lage. Wasserzeichen: Stierkopf mit Stern. — Ess Nr. 200.
Sammlung von Sprüchen der Tüten.
1% Ir sullen an schen die ordenüg des obirsten gotes das got mer libet
die bekerunge der sunder denne die stetikeit der gerechten — 41° wer seine
geezeit spricht vor der cezeit der ist als eyn vnezeitig® appel | vnd wer sein
geczeit sprecht czu rechter ezeit der ist als ein ezeitig‘ appel | vnd wer sein
ezeit sprecht noch der ezeit | der ist als ey fawler appel.
Heiligenleben.
y1® Hir noch volget das lebin sente Pauel als her bekart wart. Man
vregif wor® (= worumme) mä desin heilige tag bege — 422 (das wir mit sente
Paub, re schawe musse gold das helfe uns dy heilige dreyfaldikeit. amen.
j 42° Hir noch so volget «das lebin von sente marien magdalenen. Von
dirrg vrawin haben etliche eine wonüge das se eine iücfrawe were — 42 vnd
das wir mit ir selig werde | des gebe uns got alle. amen.,
\
54 III. CHELTENHAM
42b Hir noch folget von sente lorentz. [DJirre heilige was von yspanien
— bricht ab nach 7 Zeilen mit den Worten: do quam Decius mit grosin erin
czu Rome.
53.
Phill. 602. Pap. xv. Jh. 72 Dlätter und hintere Custode. 29,3x 21,4,
durchaus von einer Hand zweispaltig zu 37—38 Zeilen schön geschrieben. Rote
zum Teil verzierte Initialen, rot durchstrichene grosse Buchstaben, rote Über-
schriften. Lagen zu 12 Bil. (bezeichnet durch 1....... — vı und ausserdem
durch Anfangsworte). Alter Ledereinband mit Metallknöpfen und Lederschliessen.
— Ess Ar. 218.
Eusebius Brief an Damasus und des Augustinus an Cyrillus über
Hieronymus, verdeutscht von Bischof Johann von Olmütz.
12 PVorrede und Widmung: Der durchleuchtigen furstinnen vh frawen fra-
wen Elizabeth Margrafynnen ez& merhern Meiner gnedigen sunderlichen frawen
Embite ich Joh’es vö gotes gnaden bisschofl’ ezu Olomunez .... Mein demutiges
gebete — wann ich so gelerter nicht bin daz ich wirdig sey sulche grosse «dink
czü sinnen vn czü tichten.
Anfang 1° (Sp.2): Das ist der erste brief de sant Eusebius damasum dem
bischoffe byeschreibet Sant J’onim’ leben seine achpere lere die er gesaget hat
seinen brudern in den letzte czeiten seines todes. 118 Capitel — 328,
32° (Sp. 2): Das ist des bischoues von Olomiez vorrede. Gewonlich ist
Rittern vnd knechten vnd auch kawflewten vber meer ezü faren — Sey das
sache das dA die nach geschribne Epistel mit fleizze lesen vnd auch vornemen
wollest. Darunter: Hie hebt sich an Rubrica.
32b Dv hebt sich an Sant Augustinus Epistel des meistslichen gzzen leres (!)
die er von wierdikeit sant J’onim’ geschribe hat ezäü sant Cyrillus dem bi-
schoue ezü Jerlm. 114 Capitel — 728,
72b Hye endet Bischoff v6 olomunez dz büch. Gleicherweis als der er-
wirdige Bischoff sant Cyrillus ..... von sant augustinus..... nicht anders be-
gert hat nur das er sein in seinem beiligen gebete gedenke wolte — das ich
mitsäpt euch .... von gotes angesichte ..... nyimer gescheyden werden.
Vol. J. Feifalik in den Schriften der hist.-stat. Sertion der k. k. mährisch-
schlesischen (Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaus etc. 9, 193 f., ferner
4A. f. d. A. 3, 113. Ausgabe durch 4A. Benediect 1830 (Bibliothek wer mhd.
Litteratur in Böhmen ın): er erwähnt die Cheltenhamer Hs. nicht. Uber die
litterargeschichtliche Bedeutung Johanns s. namentlich K. Burdach, Vom Mittel-
alter zur Reformation, Halle 1893.
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Deckels, die auch ein Inhalisver-
zeichnis von nicht viel jüngerer Hand enthält, war der Name des Besitzers der
Hs. angegeben, er ist aber jetzt ausgeschnitten.
52 — 55
ot
eb |
94.
Phill. 603. Pap. xv.Jh. 170 Blätter (handschriftliche Zählung). 28,8 x 21,
zweispaltig geschrieben mit verschiedener Zeilenzahl. Rote Initialen und Über-
schriften, rote Anfangsbuchstaben. Lagen ursprünglich von 12 Bll., nun zum
Teil unvollständig. Alter Hol:deckel mit schweinledernem Rücken. Zum Ein-
bande sind Stücke einer frx. Urkunde des xv. Jh. verwendet. — Ess Nr. 219.
Jacobs von Köünigshofen Chronik.
1° (rot) Diz ist die vorrede in dieser Chroniken. Man vindet geschribe
in latine vil Chroniken — 1’ vü die rote zale der Jare dar vor ist eine zale
der bletter do von der selb@ materien me geschribe.
1b Hie het die vorrede ein ende vn vohet die Cronike an. Got in ewi-
keit nach sinre grocze miltikeit ete.
Schluss 170 Friderich von blankenheim wart von dem bobeste bischoff
zu straczburg gemacht vnd las sine briefe v’ber das bistüm an sant Mauricien
tage noch gotz geburte MCcCLXXV jor. .... doch schetzete er sine pfaffen vnd
sine armen lute vaste vnverdrossen zü allir zit. ein gut se .. (undeutlich) geb
vns got bitten got vor disen schriber nit me beger ich von uch vnverdrossen.
Es folgen noch (von jüngerer Hand) historische Notizen zu den Jahren
1450 (Gefangennahme des Grafen von Sawerden, Einnahme des Schlosses Schö-
wenburg) und 1455 (fragmentarisch).
Vgl. zur Chronik: Die Chroniken der deutschen Städte, Strassburg 1, 221 ff.
Für die Fortsetzungen: Mones Quellensammlung 1, 259—65.
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Deckels folgende Einträge: a) Der
Autohr dißer Chronick ist Jacob v. Königshoffen, ‚ein Priester zu Strassburg fol. 1.
b) Im Archiv der Statt Strassburg ist auch ein exemplar von dißer, des Kö-
nigshofen, Chronick, welches aber an vielen orthen so wol in worthen alß in
Rubricis mit dißem nicht gleich lauthet vn etwan mehrere vmbständ hatt etwan
auch weniger worht hatt al dißes. c) Dieses Chronicon ist auff mich Joh.
Ulrich Friden, erblich komen von Dr. Ulrich Geiger, dem Me«dlico, meinem Gros-
vatter sel. sigl. 24. Febr. 1624.
; 55.
Phil. 609. Pap. (auffallend stark und schön). xv.Jh. (1469). 235 Blätter.
40,5 x28, zweispaltig von einer Hand zu 43 Zeilen geschrieben. Rote Initialen
und Überschriften, rot durchstriehene oder umxogene grosse Buchstaben. Lagen
von verschiedenem Umpfange. Feiner gepresster Lederband mit apokryphen Tie-
ren und Arabesken ; verzierte Metallbeschläge mit Knöpfen (vorn 4, rückwärts 5).
Wasserzeichen: Rosette. — Iss Nr. 225.
Übersetzung des alten Testamentes.
‘orreden: 1° Hie ist eyn vorrede des anefanges des buchis Biblie. Do
gote yn syner mayestat swebit — ys stet yr syn vnd mut alezyt uf obil vnd
56 III. CHhELTENHAM
boß dyng. 1b Eyn andir vorrede. Dy guten engeln synt yn gut gesterckt
das sy nicht gefallen mogen — 1b (S5p.2) dly engel bryng& also vyl menschen
czu hymel als vyl engel yn dem hymel blyben vnd nicht gefallen synt.
2b Genesis — 47%; Schreibervers:
Hye hat das buch Genes ey ende
Got die von Brandenstey gen hymel sende.
47% Törodus; 71® Levitieus; Schreiberrvers:
Das buch Leuitica hat ey ende
vn hebit an Numeri got vns gelück sende.
94% Numeri; 121b Deuteronomium; 126 Josue:
Hye endit sich Josue vn syn tot
vü hebit an Judicü got helf vns vs not.
1342 Judieum: Hye hat eyn ende das buch Judieum
vn hebit an Ruth Got cezu vns kum.
145° Ruth; 147° 4 Bücher Reyun:
Hye endin sich dy buch’ regü vyre
vn hebit sich an das buch esdre.
1338 Isdre; 186% Thobie; 192 Judith:
Judith ist hye vfgangen
vn hebit an hester mit belange.
197b Hester; 204b Job; 2100 Daniel; 2222 Samuel (?).
Schluss 235% mil Gebet und Danksagung des Sehreibers: Herre got eyn
herscher obir alle werlt das du mich Jerisen mit gedult gesuntlichen dorch dyn
gottliche kraft enthaldin hast dyß werch ezu volbryngen dorüme yn dyner ewig-
keyt sy dir lob er vnd danck ymer vnd ewigklich geseyt. Amen.
Zur Geschichte: über Schreiber, Zeit und Ort belehrt 2° Als man cezalt
von christi gebort vyrezehen hundert tar vnd yn dem achtvndsechsezigisten iare
an «dem mittebochen des ersten tagis des brachmondes Junij ezu latin | Mit
willen vnd durch geheysses wegen des Gestrengin vnd ernfesten h’ren Heyn-
richs von brandensteyn | czu Ramis rytter Amptman ezu wyssenfels vnd fry-
burg | wart dyße Byblie got dem almehtigen ezu lob und er..... angehaben
czu schryben | uf dem schloss fryburg | von Jorigen vnuorloschn schiyber |
dden got genedigklich well enthaldin | dyBs gottlich werch ezu volbrengen (s.
oben) | vnd all dy dar ynn lesen mit ym frolich gen hymel brengen. Amen.
Ferner 235% Im xımı hundirt vnd LxTXx jar an sante pauls ersten eynsedils
tag wart dy biblie uf dem schloss koburg ezu ende volbracht. von Jorigen
schryber. 4uf der Innenseite des Deckels finden sieh dann auch die Namens-
züge verschiedener Mitglieder dieses adeligen Ilauses, xuletst (1627) der eines
H. V. Brandenstein.
Die Übersetzung scheint sieh der Gruppe ı der Ilistorienbibeln anzu-
schliessen.
®
55 — 56 57
56.
Phill. 624. Pap. xv. Jh. (1456). 104 Blätter nebst zwei vorderen Cu-
stoden. 27,5x 20,5, von einer Hand, zweispaltig zu 26—27 Zeilen. Rote, blaue
und blau-rote Initialen, teilweise verziert, wieder andere nur mit der Feder ge-
zogen, role Überschriften und rot durchstriehene grosse Buchstaben. Lagen zu
12 Bil., nur die letzte zw 8. In einer taschenartigen Hülle aus Schweinsleder,
(die mittels einer Spange verschliessbar ist. — Ess Nr. 240).
Von den vier letzten Dingen.
Vorrede: 1% Memorare nouissima tua et in eternum non peceabis ete. Dit
leirt vns der wyse man Int beduyt vns In vnseme- duytzschen — 6b dat dar
enwech loufft Int nyet weder en kompt.
6d De memoria mortis va gedechtnis des dodes — 9b,
9% Dat ander van deme lesten vrdele — 278.
27% Dat dirde van der helschen pijne -— 373.
37% Dat vierde van der ewiger glorie — Schluss 46b weirlichen Dat is
‚eyn volek sunder rait Ind sunder wysheit Och off sy smachden Ind verstoin-
den Ind die lesten dyngen versagen Amen. amen. amen. Expliciunt Quatuor
nouissimorum anno «nI 1456 sexto mensis augustus (!) die ulti”. |
Ygl. Hain Nr. 5691 f.; nd. im Cod. Theol. 204 der Göttinger Bibliothek,
s. Verzeichnis der IIss. im preussischen Staate 2, (Göttingen 2, 427.
478 (rot) Est nostre sortis | transire per hostia mortis | Est graue transire
quia transitus absq; redire. | In mundo vili I spem tu tibi ponere noli | Nam
ubi de multis | hee erit una domus 2c. Darunter Zeichnung eines Sarges und
anschliessend die deutsche Übersetzung dieser sowie zweier weiterer Strophen.
Anfang: Uns is altzo mail eyn los geuallen
Tzo gain durch de portze des doitz mit allen -—
Des machstu dich wail vermessen
Dat dyn reyni wirt vergessen.
47® Dyt synt mirckliche leren de Aristoteles sande dem konynck Alle-
xander. Heell heymeliche dinge
Des sy nyet enwyssen. Bl. 48 leer.
want die wyue ind die kinder verswygen
49* Hyr volget Isidorus na van vele ind manniche worde up eynen syn
dragende ind fleissende. 36 Capitel; Schluss 56° Hyr endent die wort Isidori
mer sy syn wenich gehoirt vmb boisheit der valschen kirstenheit die nv is ıc.
56° Up eynre anderre stat van der gewaire oitmodichgeit. Eyn gewair
oitmodich mynsche verblijdt als hie versmait wirt — 56# (Sp. 2) Ind wir soelen
yn louen.
56P Rede Christi am Kreuze in Reimen. Vorher 8 Zeilen:
Want man (dieser geyn envyndt
Die dyt mit gantzen hertzen myndt
So is die werelt also sere verblyndt
Deutsche Hass. in England TI. >
III. CHELTENHAM
Dat all mynschen den anderen schyndt
Dair hie kan ind dair hie mach
Nummer in zo doin blyden dach
Mer mit boisheit all gelach
Voll geit als ich mit ougen sach.
Darunter rohe Zeichnung: Christus am Kreuze hüngend.
Anfang: Ir lieue kinder algeıneyne
Seit an mich | beyde grois ind cleyne -—
57b Herzelieue mynsche kere noch weder zo myr
Myne barmhertzicheit | sal vmmer gekert syn zo dir.
58° Dit is die taiffel des kirsten gelouuen In duitzsche — Schluss 59%
.. So mois dyn bitter mannichueldige Iyden Ind dyn vnschuldich bitter
. vur alle myne sunden stain Amen.
596 (Sp. 2) Strophisches!) Gedicht auf die Ritterschaft Christi.
Van xpristo Jhesu.
Nu syngen ich gerne van Ritterschaft kunde ich idt volbrengen | wie dat
die werde Ritter goit | umb ere gestreden hant.
'Sent Jorge mit Ritterlicher macht | kunde wail n®eren (!) ryngen durch Crist
verguys der here syn bloit Der selue Ritter goit |
Got was ir voerer vnd der voigh die halp yn up die ban Den stryt hoiff
hie in an.
Alleyn voirt hie den seluen stryt wail vierdehalff Jair ind dryssich Do hie
sich in die mynscheit bargh | god vader ind hilger crist.
Eyn purpel wart eme an geleyt zo den seluen zyden Do der konynck
des fursten kint Vur den sunder woulde stryden | Die martel ind
ouch die bitter pyn | die hie da vur vns leyt vnd do hie an deme
Cruce hienck Ind vur den sunder streyt.
Dat cleynot up deme houffde syn vnd dat der furste voirt | was eyn Crone
scharpe dornen | Die eme in syn hyrnne durch reirt Dat eme syn
gotlicher bart van blode wart nas. Sunder bis da mit nyet zo hart
In dyn hertze schryff dat.
Ach sunder ind du sunderyn | nu danck dem Ritter werde der so Ritter-
lich gestreden hait | vur dich vp dieser erden,
Wat alle Propheten hant geseit dat hait hie volbracht Do hie sich in die
mynscheit bargh vader son ind hilger geist. Amen.
608 (Sp. 2) Gereimte Sprüche mit vorangehendem lat. Text.
Deutsch: a) Mynsche warumb bis du verblijt
!) Das Gedicht ist stark verderbt; doch scheinen die Strophen ursprünglich vier-
zeilig gewesen zu sein. Ich habe deshalb geyen die Hs. im 5. und 6. Absatz Mitte
grossen Anfangsbuchstaben eingeführt.
56 | 59
Du en weis dijns leuens geyne zijt
Idt en is geyn gelucke so groit
606 Dat verdryssen mach den doit.
b) Van weym ich dat beste hore sagen
Des wapen wolde ich gerne dragen (Freidank 74, 17).
c) Woulden wir vns hoiden vur den sunden
Der duuel vns nyet geschaden en kunde.
612 Messiasbuch. Dit boich begynt hey de Joeden zo ouerwynnen in
yrme vngelouuen den sy hant van Messyas .... Zwei Vorreden a) Brief des
broder Alfoncius an broder hugo meister der Prediger orden; b) Brief des meister
Samuel an meister ysaac, aus dem Latein ins Deutsche übersetzt von eyme
lesemeister der Mynrebroder ordens vnder «den Jaeren vns heren so man schreyff
Duysent vierhondert ind eyn ind zwentzich Jair.
6282 folgt das Buch selbst in 26 Capiteln. Anfang: Van deme swaren
gevencknisse da die Joeden nu yn synt dat man noempt ezorn gotz — 103»
(Cap. 26 dat slos alle dieser vurgesprochenre worden) synt sich die leren der
kirsten alsus vergaderent mit deme Ewen der Propheten ind mit dem heyden-
sche boiche.
Nachrede 103b: We lange dit boich verborgen is geweist van den Joeden —
Ind dit boich wart do verwandelt vä Arabytz in Latyn in deme Jair vnB her’en
1339 ind vort verwandelt is worden van latyn in duysch do man schreiff 1421.
Vgl. Wackernagel, Litteraturgesch. 1°, 423; Hain N\r. 14260 ff. 14272 f.;
Panzer, Annalen 1, 82. 95. 233. Vgl. auch Pal. germ. 5 und 60.
1046 Schreiberverse: Qui rapit hune librunı
Demon frangit sibi collum
Explicit hie totum
De vino da michi potum :e.
Ebenda von jüngerer Hand (xvı. Jh.) eine lat. Ostersequen:, Psalm und
ein deutsches Gedicht auf Jesus:
1. We bistu Jhesu fruntgyn tzart
In diesem ellend myr so hart.
Du wolt mich hie also straiffen,
Dat ich manchi mail wail reif wafen.
Durch die pyne die ich miois Ilyden
Gyff myr hie die sund zo myden.
2. Myn hertz nym Jhesu frütgy myn,
Dat ich doch gantz moech wese dy.
Neit leiffs enınach dyn bruyt vntfaen,
Och wulds du ir des neit versaen!
Sy wirt dar durch gar luter reyn,
Des nert enkvicht (!) die gantz gemeyn.
Er at a RE
nn nn
60 1m. CHELTENHAM
57.
Phill. 626. Pap. xv. Jh. (1474). 112 Blätter und nach 104 sieben, nach
112 vierundvierzig leere, sowie vordere und hintere Perg.-Custode. 29,5 x 21;
feine, doch schwer leserliche land, einspaltig, verschiedene Zeienzahl. Rote
‚und blaue Initialen, rot durchstriehene grosse Buchstaben. Lagen von 10 DT.
(die 2. mit Vorder-Custode), in der Is. bezeichnet; aber nur al, e2....es, fl,
f2....f5, hi, 13 sind erhalten geblieben. Wasserzeichen: Stierkopf mi Sterr
(= Phill. 584). Original-Lederband; auf der Vorderseite ein Metallrahmen mit
eingelegtem Pergamentstreifen, worauf der Inhalt der Hs. angegeben ist. —
Ess Nr. 212.
Heinrichs v. Osnabrück Übersetzung von Werken des hl. Ambrosius.
Vorrede des Autors: 1* Allen junfferen ind weduen cristi ind södirligen
den junfferen de da c!sto gehilget synt in geistlichen ind besloessene cloiste'n
..... Ich broder henrich .... hayn zo dudysche gesatz vyss dem edelen swaren
latysche worden sent. Ambrosii zem yersten drie bochere de sent ambrosius hatt
gedychtet ind gescreue vä der jüfferschaff darnae eyn boych des selues set Amı-
brosis dat he hayt gescreue van der pfessie der cloysterjuferen .... zom lesten
tzwey bochere de s@t Ambrosi» hait gescreuen van dem state der weduysheit
..... ouch wät ich gef colner byn gebore mer vä osebrugge so enköde ich neit
entlich&e de colsche sprache scryue darüme wät alle de sproiche s&t Ambross
syt we hanich dat de hemelsch& byen hayt vergadert de ouch vff em wurden
gesey as he noch in der wegen lach | so achtet neit dat myn sprache is we
ey byen korff vä stroe gemachet | mer tastet geloifflichen in des@ korff Ind ir
sullet söoder der byen stechen haniches baue mayss vyl | ind baue maysse suesse
ind schoen vynden ...... jnd wat doegden ätrefft dat loset als rosen in ywe
korff nıyt set Dorotheen.
1b Vorrede i de boche va der jüffernschaft.
38 erstes, 11" zweites, 196 drittes Buch.
512 Hyr begynet dat vierde boich van der professie der jüferen jnd yres
gelouen bestedonge.
69° Hyr begynet dat eyrst boych van dem stathe der widue.
S6b zweites Buch.
104» Hyr endet dat ander vn dat leste boych sent Ambrosii mediolanes.
epi vä der weduescheit Anno dnI MecccLXxXTm m festo sCOF UNIVersor ....
dor her Heinricü van ossenbrug vicariü van dit closter. Darauf 7 leere Blätter.
105° Sprüche Salomos.
|E]yn wyse man as he wil horen he weirt wyser — Schluss 112b mit
Spruch XXV..... ind de kümer groiss we ey gewapet man. Dyt synt de
sproiche salomonis de de meyste’ oeüsetzden (!) dem konige Ezechias.
Zur, Geschiehte: auf der Innenseite des Hinterderkels von junger Hand:
Inn der broder Reventer (wohl in Köln, vyl. Nr. 528).
57 — 59 61
58.
Phill. 638. Pap. xv. Jh. (1462). 262 Blätter und hintere Custode. 22x 15,8.
Rote Initialen und rot durchstrichene grosse Buchstaben, rote Überschriften.
Lagen von 10 und 12 DU. (nach Bl. 12 scheint eine ganze Lage bis auf ein
Blatt zu fehlen). Gepresster Lederband mit Schliessen. — Ess Nr. 254.
JTeiligenlegenden.
Beginn van Eucharii valerii vnd materne, schliesst mit van sente lyborius.
Die Legenden Van sant herbricht bischoff tzo Collen (24°) und Van sent pan-
thalion als men si zo Collen heldit (45®) weisen auf Entstehung der Is. in Köln.
Bl. 261: Biddet om gotz willen vär die onnütze schriuerse eyn aue ma-
ria 2c. in dem jair MCCccLXIT op sante Jacobs auent.
59.
Phill. 643. Pap. xv. Jh. 231 Blätter und 3 leere nach 79 sowie 2 Vor-
der- und 1 Hintercustode. 22,2 x 14,4, zweispaltig zu 30—31 Zeilen geschrie-
ben. Rote und blaue Initialen, rote Überschriften, rot durchstrichene grosse
Buchstaben. Gepresster Original- Lederband. Zwei IIss. sind vereinigt. —
Ess Nr. 259. |
ı. Bl. 18°—790 (Lagen von verschiedenem Umfange).. Predigten des hl.
Bernhard auf die Advent- und ÖOsterzeit ete.; Auslegung der Messe, Ende mit
dem Sermon von der Jonfferschaft.
tr. Bl. 802-—231 (Lagen von 10 Bü. und ein Doppelblatt; von der ur-
sprünglichen Lagenbezeichnung sind noch Reste erhalten: a3, b1—b4, f2, f5, p3).
Predigtsammlung.
802 Up sent andreas dach. Sent bernart schrift in eyme sermone -—
81 so begert alezijt die .... hulpe des alre soist@ ind alre genochlichsten gei-
stes. amen.
82b Sent bernart in eyne sermon vä d’ aduet. Hude vyren wir dat begyn
vä der aduente -— 84° de durch sy I vnse vnselicheit gecome is.
84b Eyn sermon vä «d’ aduet. Hyr vmb myn alre liefsten moiget ir myr-
ken — 85° vnd ir soilt seyn die hulpe gotz vp uch.
85* Vah sent nycolaes bischoff. Optaui et dat’ est ..... Der wise man
spricht in dem boche der wysheit — 86% wie vyl hei hait die doch neit en,hait.
S6? We got intfange wirt I d’ sel. Nu moisse wir bewyse — 872 Dat
wir dan alsus moissen leuen :c. des güne vns ıc.
878 Dit is de rechte maneir vä uartgange eys geistlich& mysch& ey eick-
lich mach pu& I wat grade hei up geelomen sy want na desem wege mähma (!)
wairlyche uorit gay vä d® eyre doicht tzer äder. Des äd’en südages I d’ aduöte.
Erunt signa in sole et luna ıc. Do unse here vp ertriche wandelte —- 91” also
de pphete spricht In dem hemelesche lande is die vreude also grois dat dar
dusent iair synt als der dach die v’gägen is,
62 III. CHELTENHAM
S. Haupt, Altd. Bil. 2, 173 Ar. 3. Waekernagel, Altd. Predigten 8. 92.
91 Eyn and? sermoyn vis d& seluen ewangelio. Seitote quia ppe est
regnü dei. vnse here spricht wyst wan dat riche gotz veh na is — 948 dat
hei vns brenge in sich da wir in werliche bekenen des helpe vns got amen.
94* Vp vser vrauwe «dach ccepeio. Dat aue maria dat is goit die eme ge-
recht deit — 95° also is dat gotz meynyge dat syn eyngebore sun in vns
vntdecket werde. des helpe vns got. aıne.
95% Van vnser vrauwe Egredietur v’ga de radiee yexse Van der wortze-
len van yesse sal vp gayn eyn rode — 96° Dat got alsus in vns geoffenboirt
werde des helpe hei vns. amen.
96° Des veirde sodages I d® aduet. Miserunt iudei ab iherosolimis sac-
ddotes ... Die ioeden ind de phariseen die sante zo iohänes — 1006 Up dat it
vns mois bregen I dat ewige Ymer werende eyt des helpe vns got Amen.
Eine kingere nd. Fassung dieser Predigt abgedruckt im Jb. des Vereins f.
nd. Sprachforschung 2, 11—18; dieselbe in kölnischem Dialeet im Ms. 14688
(xıv. Jh.) der kgl. Bibl. zu Brüssel.
100» (Sp. 2) Item vp de seluen veirden södach I d* aduet. Vox cla-
mantis I deserto rc. Sent Johä sprach Ich byn eyn stymme des roiffes I der
woistenye — 103b Dat wir alle her tzo comen des help vns got amıen.
103 Va d® geboirt vs here. ysidor‘.
1040 Vä d® geboirt vs here. bernard® (4 Sermonen).
1136 Up den heilg& jairsdach vä tzeyn name (Zlaupt a. a. O. Nr. 19).
114® Sent Bernard van der besnydungen vns heren.
117 Va sent stephae. Stephan’ aute’ plen’ gracia. et fortitudine ze. Dese
wort schrift sent lucas — 124b Ind dat wir sy ouch vollenbrengen geistliche
in vns Des helpe vns got amen (Wackernagel 8. 522).
124® In der kynder dage ey serınoy. Vidi supra mont® syon agnum stan-
tem :c. Sent iohannes sach eyn lamp steyn vp dem berge syon — 126" Sy
is in der eynycheit myt neit gelich myt der gelicheit.
1266 Up der heilger dry köynege dach. |[S]urge illüinare iherusalent :c.
Dit wort dat ich haynt gesprochen in «dem latine 1272 (hrieht ab) de hait
alle wege eynen kreich ind evnen tzorn we.
127% Up sent pauwels dach do hey bekeirt wart. Scio hominem in xpo zc.
Dese wort spricht sent pauwels — 132? hait ir de reichte myne so sijt ir gotz
geweldich.
1322 Des sundages als mä all’a secht in septuage? (siehe unten den An-
hang).
134b Des sundages tzo halff vasten. Illa autem que sursü est ihrln :c.
Set pauwels spricht Ihrlm de dar bouen is — 145° Dat vnse hertze ouch also
gebreidt mois werd& Des hulpe vs got (a.a. O. Ar. 24).
145° Van vns heren boitschaff ind vnser vrouwen, Missus est ägelus ga-
59 63
briel a deo :c. Alsus schrift sent lucas — 150» Myr geschei na dynen wor-
den. Do wart eruult alle synre ppheten wort.
150 It vp den palm dach. Der palm boum hait seuen tzwiger —
1606 myt de dode bricht men in aff. myt dem beschouwen speilt hei (a. a. O.
Ar. 12. Wackernagel S. 134).
160° Van dem Iyden vns heren. Men en vant in alle dem lande —
164b Da is geuoeget de bie zo dem honyge. de ysope zo dem balsame .: de
nachtegal zo der harpen.... de sterne zo der lichter sunnen (a. a. O. Nr. 16).
164" It& van deme Iyden vns heren. Refloruit caro men 2c. Also spricht
vnse here durch des ppheten mont — 165P hei is ind was ind blinet alezijt
ewich Ind en nemet nümer ende (a. a. O. Nr. 22). | ;
165» It& van deme Iyden vns heren. Dis narrabit I seripturis pplor :c.
Dese wort spricht de pphete dauid — 170® ind dat wir ouch de boese geiste van
vns vertdriuen de vns willen verleiden. Amen (a. a. O. Nr. 25. Wackernagel S. 127).
170° Up vns heren hemelvartz dach. Viri galilei ze. Do vnse here zo
hemel voir — 175% Dat wir dan hye also leuen dat wir come in de ewige gl’e
na desen leue. Des helpe vns got amen (a. a. O. Xr. 17).
175° Vp vns heren hemelvartz dach. Videntibus illis eleuat’ est 2c. Sente
Lucas die schrift van vns he'n vpvart — 184" Dat vns dit geschey. des hulpe
vns got Amen (a. a. O0. Nr. 10).
1834" Vp sent peters dach ey sermoy. Petre amas me 2c. Dese wort sp?ch
vnse here — 188P (a. «a. O. Nr. 15).
188b In vnser vrauwen auent assüptio. Ego quasi vitis fructificavi. Unse
vrauwe spricht als eyne wijnreue — 190% Dat is der soisse wailsmachöde wyn
den got...... allen heilgen schenckt (a. a. O. Nr. 18 oder 21).
190° Item van vnser lieuer vrauwen. Transite ad me ocs ıc. Dese wort
spricht vnse lieue vrauwe — 1922 ind vns soisliche eruullen myt ewiger se-
licheit (a. a. O. Nr. 4).
1922 Vp alre heiligen dach. Vidi angelü stantem ıc. Dese wort spricht
sent Johanes in apocalipsi — 199% Ind vnse he vluyst all vmb sy dat sy recht
myt gode vmvangen is (a. a. OÖ. Ar.8. Wackernagel S. 111).
199° Van den apostelen yntgemeyne. Hec mando vobis ....:c. Ich ge-
beid& vch — 208°? Dat is eyun tzeichen dat hei geyne myne enhait zo syme
euenmyschen (a. a. OÖ. Ar. 6).
2082 Van eyme merteler eyn sernoyn. Qui vult venire post me .....2C.
Unse he’ spricht So wie zo mir comen wil — 209 ind wil in sicher machen
vur alle syne viande.
2090 Va eyme confessoir sermoy. Justum deduxit dns ......2c. Dese wort
lyst men — 2202 Dat wir alsus leuen dat wir her comen. des help vns got.
amen.
2202 Item van eyme confessoir off va sent merty. Et vos similes hoibus :c,
64 III. CuELTENHAM
Dese wort sprach vnse he — 224b dat hei zo der hemelscher vreuden moicht
comen Des help vns got. amen (a. a. O. Nr. 2).
224b It& van den iuffrawen. Elegit eam deus. ..... Dese wort synt ge-
sprochen zo eyme eicklichen nyschen — 231° Dat wir dit alle moissen ver-
crige des help vns got Amen (a. a. O. Nr.7. Waekernagel S. 531).
Fyl. zu dieser Sammlung Haupt a.a. O., besonders aber Wackernagel, Altd.
Predigten und Gebete S. 202 f. 384 ff. Preyer, Mystik 2,9 f. 32 ff. Als weitere
Is. füge ich hinzu: Ms. Arundel 214 im British Museum (Perg. xıv. Jh.)
Zur Geschichte: auf der Innenseite der zweiten vorderen Custode steht von
jüngerer Hand: In desem buch steyt der sermon des vireden sondags in dem
‚aluent miserunt juder (s. oben BI. 96%; aber in keiner der ron Wackernagel an-
geführten Iss.), diesen sal men in dem Reiffender dieser gelesen werden (!) dat
ander wirdt all in dem wercküs (!) gelesen; ebenso zu 1328 am Rande von
derselben Hand: dit sall men in dem Reiffender lesen (sonst häufig von der
Tert-Hand der Eintrag: dit en sal men neit lesen). Vielleicht gehörte die IIs.
mit Nr. 528 und 626 in ein und dasselbe Kloster zu Köln. Der Name van Ess
steht auf einem Papierstreifen auf der Innenseite des Vorderderkels.
60.
Phil. 647. Pap. xv. Jh. 180 Blätter und 4 leere nach 67, 3 nach 118,
2 nach 158 sowie je eine Custode. 21,5 x 15, einspallig mit verschiedener
Zeilenzahl geschrieben. Rote Initialen und Überschriften, rot durchstrichene
grosse Buchstaben. Alter gepresster Lederband mit Schloss (nur die Klappen
erhalten). 5 verschiedene Codiees vereint. — Ess Nr. 263.
1. Bl. 1—67. Lagen von 12 BIl. (die 1. mit Vordereustode).
Susos Buch von der ewigen Weisheit.
1° Hie begynt dat gotliche ind geystliche boich Dat genant ys de ewyghe
wysheit. Id stoint ein pretiger zo eynre tzyt na einre metten vur eyme cru-
cefyx inde elagede gode ynnelike — 67%... dat hei dat vest ind dat ledige
spatium ind dat geisteliche bilde volbreichte dat eme so lange vur beslossen
was want it enden moiste Ind tzo hantz wart it volbracht bis vp syn ende.
(rot) Hie hait dit boich eyn ende
Got vns syne gnade sende.
Empfehlung des Buches: Dyt boich dat da heischt de Ewiche wysheit.....
des materie is van deim anvange bis an dat ende uns heren ihesus eriste myn-
nekliche liden .... ind hei ynne synt vermenget X materien de vss genomen
Edel ind nutz sint. Amen.
(rot) Die ewyghe wysheit is hie vß geschreuen
(zot geue vns dat ewighe leuen. Amen.
M. Diepenbrock, IH. Susos, genannt Amandus, Leben und Schriften, Be-
gensburg 1329, 2. Aufl. 13837. Des sel. Amandus, genannt H. Suso, Leben
59 — 61 65
und Schriften, Wien 1863, Bd. 2. Stücke im Original bei Wackernagel, Altd.
Lesebuch 1, 1213 f. Über Drucke s. Goedeke 12, 212.
ı1. Bl.68— 118, Lagen von 12 Bll. (die erste zählt nur noch 10, die letzte 8).
Christi Passion.
Anfang: 68° O ir alle de da gaynt by dem wege myrcket ind beseyt —
118® Zo wilchem vns allen moisse brengen Ihs xps eyn gewair got myt dem
vader ind myt dem heilgen geiste De gebenedeit is in ewicheit. Amen. Darauf
folgen noch 2 Prosagebete von derselben und eines von späterer Hand.
ı. Bl. 119—148, zwei Lagen von 12 und eine von 8 Bl. (das letzte
jedoch ausgeschnitten).
Sprüche aus Salomo, den Kirchenvätern etc.
119% Uns leirt der wise ma — 148° Des gun vns alsamen der vader
ind der son ind der heilge geyst.
ıv. Bl. 149—158, eine Lage.
Auslegung des Leidens Jobs nach dem Terte non rephendit me cor
meum in omni vita men :c.
149% Min hertze in hait mych negestraiffet — 158" Des verleyn uch
ind myr God der vader der son ind der heilge geist. Amen.
Vgl. Phill. 3879 Bl. 109%. |
v. Bl. 159— 180, zwei Lagen von 12 und 10 Bl.
1598 Van der navolginge Christi ind versmenisse alre ydele sachen der
werelt (Übersetzung des Thomas a Kempis, Liber 1). Unse h’e ihesus xps
sp®c de mir volget de ewandelt neit in dem duischt‘nisse — 1802 Also vil
saltu dich besseren Ind in doichten zo neme als du dir selu* gewalt an deys.
Alsus is dit boich volbracht Deo Gratias. Amen.
Auch in Codex Salemit. ıx, 7. Phill. 719. Oxford Mareschall 124, 6—47.
180b Register der Capitel.
Zur Geschiehte: 1% (jüngere Hand) Vur der brueder, der Rest ausgeschnit-
ten; wahrscheinlich gleiche Herkunft mit Phill. 628. 626. 643.
61.
Phill. 654. Pap. xv. Jh. (1468). 154 Blätter. 22% 14,6, von. einer Hand
mit verschiedener Zeilenzahl. Rote Initialen, die erste rot und grün, rote Über-
schriften. Lagen von 12 Bil., die letzte nur aus einem Doppelblatt bestehend.
Alter Lederband mit Schliesse. — Ess Nr. 270.
Sonnltagsevangelien mit ihren Sermonen durch das yanze Jahr.
Beginn: Evangelium auf den 1. Advent: Cum appinquasset ihesus efe.
1. Sermon 1b: Dit is dat heilge ewangeliü na dem texte. hee ynne solen
wir myrken drey dinck......
Schluss (xxXVI sondach na pinxten) 154b: Hee endent de sondachsewan-
gelien dorch dat iair myt eren sermone geent Anno «ni 1468.
Deutsche Hss, in England I. N)
66 III. CuHELTENHAM
62.
Phill. 676. Pap. xv. Jh. 276 Blätter. 17,3 x 10,6, von einer Iland ge-
schrieben. — Ess Nr. 292.
Prosagebete in md. Dialect.
63.
Phil. 677. Pap. xv. Jh. 90 Blütter (Bl. 1 Perg., 91*—97* leer). 16,2x11,
von einer Hand hübsch geschrieben, 20—22 Zeilen auf der Seite. Die Bl. sind
mit farbigen Blumengnirlanden umrändert; eine farbige Initiale mit dem Bilde
eines Kindes in Medaillon zu Anfung, die übrigen und die Überschriften rot,
rot durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen von 10 Bi. (die 1. zählt nur noch S,
die letzte S mit Vordereustode). — Ess Nr. 293.
Legende des hl. Thomas v. Aquin.
1° Hie hebet sich an der plogus in die legend des hochwirdigen grossen
ler°s der eristenheit sei Thome de aq’no Der almechtige got der in dem anfang N
der schöphung der welt het geheisen dz liecht schinen —- 90® vmb alle disse
ding sig got der her’ gelobt vn gesegnet ewicklichen. Amen.
64.
Phill. 679. Pap. xv. Jh. 357 Blätter. 11x 7,2, von einer Hand in klarer
Schrift.
Deutsches Brevier.
1. Geziden vä dem lide xpi 1a.
. Geziden vä der ewigen wysheit 30%.
. Geziden vä unser lieber frawe 728,
Die seben pselmen vor die doden 154%.
sm a w
. Zahlreiche Prosagebele — 357».
65.
Phill. 683. Perg. xv. Jh. (1448). 159 Blätter (1*. 2* fehlen jetzt zu BDe-
ginn; moderne Seitenzählung). 22,5 %X15,2. Rote und blaue Initialen, rote Über-
schriften. Layen zu 8 Bll., bezeichnet durch a, b ete. und durch Anfangsworte.
Original-Holzdeckel mit braunem gepresstem Lederberug und Resten zweier
Schliessen.
Opera quaedam Joannis Ruusbroecit.
12 Liber de ornatu =piritualis desponsationis venerabilis patris et dnI Johls
ruysbroec prioris viridis vallis ordinis canoicor regulariü quem mgr Grherhar-
dus groet transtulit de teutonico in latinü (der Anfang fragmentarisch).
Vgl. J. G. R. Acquoy, Gerardi magni epistolae xıv 8. 14 f., wo andere
Hss. dieser Übersetzung aufgezählt werden.
7% Liber de perfectione filiorum dei siue de caleulo ( Übersetzung des Gui-
lelınus Jordaens? s. Foppens, Bibl. Belgiea 2, 721).
62 — 65
67
93% Liber de gradibus scale amoris qu& edidit venerabilis düs Johanes
ruysbroec teutonico yedcomate.
Am Ende folgendes mnl. mystische Lied, das recht wohl Ruusbroce ange-
hören kann, wenigstens vollständig im Geiste des vorausgehenden Tractats sich
bewegt:
1. Wille) vns wy van bynne merken]
so mogen wy ons vorstan]
dat dese groue werken
om loen syn gedaen.
We de warheit wil vorstan]
he moet in hem seluen gaen|
vnd leu& bou& synne[n]|
een luter kenne compt va bInen
(So wal hem "beulden 'diet).
2, De vns?) heft ghelate
na syns selues heyt,
he is myne bouen maten:
dat licht is em bereet.
Zo we dat in hem seluen gheet,
he en vindet der?) werlt lief noch 6.
leet
dan een gelutert wesen.
3. Hem en is noch wech noch wise,
het is een ewich syn.
wat men leset of scriuet,
het bliuet dat silue (!) sijn.
het is in hem seluen also vrij.
Kynder nu ghelouedes my:
@
dar en mach gheen töual®) wesen. 7.
So we dat in hem seluen kent|
he mach wal blide wesen.
4. So we de warheyt wal vorsteet
vn hem kan houden binng,
eb) |
dat em enrure noch lef noch leet
van enyghen dynge:
Dicke is hem van bynen wale|
he is behuet vor alle quale,
dar hem de synen vp keren vte:®)
och wat vrouden is godes gebruke!
. Ic hebbe den toeual so dorgän
na hoger mynen rade|
my gemuede is ongheuaen|
ic loue der mynen dade.
Se kan brigen vit alre not|
van anderheiden mact se (oec) bloet,
Se doet de zele voruleten:
och wen mach ors weghes verdreten?
O ewich wesen du does beruren
te male der zelen crachte.
als du den gheest in dyn woste wilst
vuren,
so rostet al dat ye wrachte.
Dat claer gesichte wardet dar vor-
claert
na hoger wezeliker aert
in dat stille gebruken|
och laes®) dat wy vns kere vte.
Dar vloyen de riuiren clar
van der fonteyn&. wyseloes,
de dar af drinet leeft sonder var]
vn het is niet dat he vercoes,
det bliuet syn gemuede vry|
1) In nicht abgesetzten Zeilen geschrieben; am Rande von jüngerer Hand, die
auch sonst noch corrigiert, Ritmus.
2), De hem?
s) Am Rande corr.: ter.
%) e corr. Rührender Reim und überschreitende Zeilenzahl weisen auf Verderbnis,
5) C'orrectur am Rande: de sine entluke.
®) I. aylaes.
68 III. CuELTENHAM
he heft dar dat verre by| dar men al in een vorsteet.
he en siet nümer ghelike: God gheue vns dar to komene spoet,
och dat is vroude rike! wät syn biwesen is vroude grot|
8. Dicke is hem van bynen wale het doet dar (l. dat) herte in mynen
di dus der myne weghe gheet, ontsynke:
wet he horet de vorborghene tale och ho salich is den denken!
Vgl. Nr. 3 (auch einzelne Stellen in Nr. 2. 4. 5) der fälschlich J. Tawler
zugeschriebenen Lieder (Kölner Ausg. 1543 Bl. 331; abgedruckt bei B. Hüppe,
Lieder und Sprüche der Minnesinger, Münster 1844, S. 394—402). Ferner
ein mystisches Lied bei Preger 2,142, Bartsch, Beiträge zur Quellenkunde 1886
5. 316 7. und ähnliche Gedanken bei Eckhart (Pfeiffer 2, 516 f.).
118b (ohne Überschrift) Est aute eterna cognito dei ipe deus eternaliter se
I se ipo cognoscens "I in cognitoe amans "I in amäte cognitöne sui ipius ola
cognoscens et amäs — Nä in exteriore exercico non datus spüs libertas sed I
abnegatoe omnis interne pprietatis.
Unmittelbar anschliessend (141®) nl.: De ghene de hem werdelike ouermids
de onbegripelike dreheit godes ter ewygh’ eincheyt godes conen keren de en
mogh& nicht dolen — God en is Vmer tuchtes nicht schuldich dan he vns vä
siner vrier eyghere natuerliker goetheit dloen wil. Aus einem Trartate Ruus-
broees ?
146° Epla repudicis seu sane intellige ämones t’tiä pte lib’ de spüalib’
nuptijs a ruysbroec compositi (am Rande: mgr iö gerson scpsit häc epl). Fop-
pens a. a. O. 721. |
149 Epla fris Johis de Sconouia canolei r’gula’is I viridi valle. Foppens
a. a. OÖ. 725.
157 Epla mgrI gherardi groct ad fres de viridi ualle iuxta bruxellam.
Venerabiles fres et dnI dileeissimi in xpo dno obnixi’ vos depcor ut unü de
magnis voluib» vrIs scT augustini qd mgr egidius nole meo postulabit ad quedä
michi copianda sibi «cede’ dignemini.
158® It& epla mgri gherardi groet ad düum iohem ruesbroee in viridi ualle
priore. Venerabilis pat® my in xpo ihu cordi meo dulcit® predilte Quia her-
mänus horstiken lator phtiü homo vt pero bone volütatis optat. Die beiden
‚Briefe nicht bei Acquoy a. a. O.
Zur Geschichte: 159° (rot) Anno dni MmPcccexLvim® cöscriptus est liber
iste p Conradü et henricü de lippia et Theodericü de gerden clericos in et pro
domo sci Maynulfi in bodeken !) Sub venerabili pre ae priore arnoldo de huls
pio ppagatore aiarü. Pro quibus oratio postulatur.
ı) Domus S. Meinulphi confessoris in Bodeken (Bodiken, Budiken etc.) in der
Diöcese von Paderborn gelegen, vom h. Meinulph 837 gestiftet, nach widrigen Schick-
salen aufs neue (1408) als ein Kloster der regulares canonici bestätigt und seit 1430
zur Windesheimer Congreyation gehörig. Der erste Abt war Arnoldus de Huls,
65 — 67 69
66.
Phill. 694. Pap. xv. Jh. (1477). 171 und 1* Blätter, in der Hs. gezählt
von I—-CLXVII. 30,6 x 21,5, zwerspaltig mit verschiedener Zeilenzahl. Rote und
blaue Initialen, die erste farbig und verziert, rote Überschriften und rot durch-
strichene grosse Buchstaben. Lagen von verschiedenem Umfange. Alter gepress-
ter Lederband mit zwei Schliessen. — Ess Ar. 310.
S. Bernhards Sermones, mnl.
1* Register. Anfang 1° Op sante Andries auent dat erste sermoen. It
is soe in geset van den heligen vaders.
Schliesst (mit dem Sermon van den auentmael op den witten donredach)
167* Also lange hent dat na der ruste die v’risenisse volge en na den sab-
beth die paeschdach na volge Amen. (rot) Hier eynde sci bernardi Sermone
des helig& leerres auer dat wynter stuck vä sömigen helige ed hoichtiden. Ge-
schreus int Jaer ons her& mcccc® en 1xxvIr Geeyndet op sci victoers auent.
167 Van der entfencknisse der gloriozen iunckfrawe Marien (jüngere
Hand), nd. Den auent in der kercken. Salomon secht de wysheit heft er —
ick bins woll to fredden geloue simplicke so verlustu din& arbeidt nicht. (rot)
Leset dit den morgen in der kerk&. Maria is wol geheiten eine dag sterne —
1710 vp dat se vns.... . entfange to inwonneren des hemelschen paradies
(4 Marienlegenden eingewoben).
Zur Geschichte: Buchplatte auf der Innenseite von 1*, darunter: Ad Bibl.
H. zur Mühlen | J. M. Zell. Ffurt.
67.
Phill. 710. Pap. xvı. Jh. (1572). 316 Blätter. 33 x 20,6, einspaltig von
einer Hand. Brauner Lederband mit Schweinslederrücken. — Ess Nr. 326.
Landordnung Böhmens, Aus Böhemischer in die Teütsche Sprach
Transferirt Anno domini 1572.
12 — 2b Yorrede und Widmung an Maximilian, unterzeichnet Wolff von
‘Wehrsowitz Oberister Landtschreiber zu Königreich Behems. Datum Prager
Schloss Sonabend nach Maria Himmelfahrdt 1564. 3° —5b Register.
82 Anfang: Von Election vnd wehlung oder Chur koniglicher Mays.
Schluss 291.
Regular von Frendeswege (Acquoy, Het klogster te Windesheim 3, 59 f.). Unter
ihm muss eine reiche litterarische Tätigkeit der Brüder bestanden haben. Neben
den 3 Schreibern obiger Hs. nennen sich in einer (verschollenen) Hs. aus demselben
Jahre 1448 (s. A second catalogue of mss. in different languages .... by John Co-
chran, London 1837, Nr. 82): Johannes Valbert, Arnoldus de Unna und wieder Theo-
dericus Gheerden. Zbendahin gehört auch Add. 18007 des British Museum, geschrie-
ben 1468; hier nennt sich h’man de nouo castro supprior monasterij bodeke (... Et
äno natitat, mee LXIIIO vi cit’. Bl. 110b),
m msn m en mr eg in ie mbH SHE BÄEE En Her me En u
m mn nn ee in
70 III. ChELTEXNHAM
2932 Explicatio etzlicher Behmischer Vocabel die..... nicht deutlich zu
Teutschen auch nicht von Jederman eigentlich was sie bedeutten zu verstehen sein.
295* Repertorium oder (alphabetisches) Register ober das bäch der Landt-
ordnung.
68.
Phill. 713. Pap. xvıe Jh. 469 Blätter und 1*—16*, die Is. selbst zühlt
die Seiten 1—938. 33 x 19,2, von einer Hand in kleiner, zierlicher Schrift
etnspaltig geschrieben. Zeilenzahl und Lagenumfang verschieden. — Ess Nr. 329.
Chronik von Bruunschweig.
1*--16* Vom Anfange und Erbauung der Stadt Braunschweig aus einem
alten Manuscripto collationiret. Reicht bis zum Jahre 1488: In diesem jahrr
fanget sich an Lüdeken Hollands Aufruhr davon besiehe drunten 25. capittel
pag. 156 seqg.
1e—4182 Chronik von Braunschweig von der Erbauung der Stadt (865) —
1599. Schluss 14. Martis 1599: Des Burgvogdts in der Burg seine güter wer-
den von dem Raht verarrestiret.
Mehrfach Aufzeichnungen historischer Lieder in diesen Teile, so Bl. 95%
x. J. 1491 (dat Vierdte und letzte Jahr in Lüddeken Hollands seiner Regie-
rung): Hiernach ward von etlichen ein Pasquille oder Schmähgedichte gemachet
auf Lüddeken Holland und seiner companen Regiment daß es ein so smähliges
Ende genommen. Das lautet also: De Katte vnd de Hund
Heffen gemaket einen verbund .... 48 F.
Soltaw Ar. 27. Lilieneron 2, 213 Ar. 164. Oesterley, Nd. Dichtung S. 4X.
DI. 96* Ein Ander gedicht von Lüddeken Holland. Nach Christi gebort
düsent vierhundert vnd acht und achzig iahr .... 26 V.
Daran schliesst sich mit demselben Anfang, aber mit 234 V. das Gedicht
bei Lilieneron 2, 216 Ar. 165.
Bl. 1206 x. J. 1493 Von der Schlacht bey Bleckenstedt wurd ein Lied
gemachet das lautet wie folgt: 1. Wil gy hören wat is geschehn .... 17 sechs-
zeilige Str. Ifildebrand, Deutsche historische Lieder, Leiprig 1856, Ar.5. Ia-
lieneron 2, 320 Ar. 185.
Darauf: Noch ein ander lied. Wil gy hören einen niewen Rey....14
fünfzeilige Str. Hildebrand Nr. 6. Lilieneron 2, 323 Nr. 186. Nd. Jb. 2, 36.
Noch ein lied. Von «denen hansee Städten im Braunschweigischen und
lüneburgischen lande wie dieselbe mit den hertzogen auch wieder die Stadt
Braunschweig gekrieget haben.
Wil gy hören ein nie gedicht
Wie seck de hansestädte hebben verpflicht .... 29 fünfzeiige Str.
Bl. 161® Ein Lied von der Hildesheimschen Fehde. Fründe, marcket junck
vnd oldt....28 sechszeilige Str. Lüntzel, Die Stiftsfehde (1346) 8.208. Li-
lieneron 3, 287 Ar. 329.
67 — 68 71
Bl. 163° Ein ander Lied haben gedichtet die von Hildesheim von den
Fürsten als dieselben zu der Zeit in einer Fehde und unfriede zusamen stun-
den als der Fürst v. Braunschweig und Lüneburg und der Bischoff von Hil-
desheim und ist geschehen im jahr 1519. Da Gottes Sohn geboren wart ....
34 sechszeilige Str. Lüntzel 192. Lilieneron 3, 271 Xr. 324 (35 Str.).
Bl. 242b® Ein Lied von der Eroberung des landes zu Braunschweig und
Wolfenbüttel und von der Belagerung der Stadt Hildesheim. Ach Gott in siner
Majestat .... 55 sechszeilige Str. Ilildebrand Xr. 28.
BI. 353% Reime auf das Wunderjahr 1588, x. B.:
20. Der Teüffel hatte auch guten gewin
Einen ‘Jesuiten führet er hin
Der für alle sine gesellen
Foriren sollte und platz bestellen.
22. Ein Königinn aus Schottland gut
Must auch vergiesseh alles ihr blut
In Engelland broch man den stab
Der Kopff' ward ihr geschlagen ab.
Bl. 418" Anhang oder Zugabe noch etlicher Geschicht die sich von vielen
iahren her so wol inn: als ausserhalb der Stadt Braunschweig ... .. bis zum
Ende dieses 15. Jahrhunderts (wohl 1599) begeben... und die in diesem Er-
sten Theile sind ausgelassen. Darin, Bl. 4218 Ein ander Lied von der schlacht
zu Bleckenstedt. Wie man schried Tausend vierhundert jahr.... 40 fünf-
zeilige Str. Lilieneron 2, 325 Ar. 187.
Bl. 430° Gründung von Helnistüdt:
König Carolus Kanzler
Sünte lüder de leve herr
Wolde Gode ein closter buen
Tho lev@ in allen truwen
Ein hündlein he hadde helim genandt
Ein göttlich nahme wol bekandt
He Christum vnsen herrn bat
Da de hündlin sat
Dat he wolde geven sinen schien
Ichte dat de stede möchte sin
Helimstede scholde dat heten
De stede he vnd vele geneten.
gefunden im Kloster Marientlial im Crützgange in einem alten fenster.
Bl. 440% x. J. 973 ein Eintrag über Roswida eine gelahrte Closterjungfrau.
Die Hs. wird Copie einer Draunschweiger Chronik aus dem Ende des
xvı Jh. sein, da sieh ein jüngerer Eintrag (DI. 365% Brand des S. Andreas-
Turmes 1680) von der Hand des Textes selbst findet.
72 III. CuhELTENHAM
69. Ä
Phill. 714. Pap. xvı. Jh. 29 Blätter und je eine Custode. 20,7 x 15, von
einer Hand mit 22—23 Zeilen auf der Seite. Rote Initialen und rot durch-
strichene Buchstaben. Eine Lage. — Ess Nr. 330.
Predigt über Matth. 1, 20.
1° Josep fili dauidt noli tim‘e accipe Mariä cöiuge tuä. Diß wortt stendt
geschriebe — 29% by xpın, daß er vns wole furen zu dem hymelsche reiche.
Amen.
70.
Phil. 717. Pap. xv.Jh. 151 Blätter (doch ursprünglich mehr). 21x 14,6,
ron einer Hand in grossen, ungelenken Zügen einspaltig mit verschiedener Zeilen-
zahl geschrieben. Rote Initialen, rot durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen:
die 1. 2.4. 6.—11. zu 12, die 3. zu 10, die 5. zu 14, die 12. 13. 14. (von
der 14. nur 3 Bl. erhalten) zu 8 BN. zeichnet durch al..... a6, bl.....
Class — om und durch Anfangsworte. — Ess Nr. 333.
Dr. Johannes Nieders 24 goldene Harfen, nd.
Anfang 1* [S]ante Johänes de ewangeliste serivet in den bok& der ewygher
wysheit (diese beiden Worte durchstrichen) hemelik& openbarvghe van den ge-
sychte dat he gheseen hadde -—- Srhluss 151® (bricht ab) der wyle de brudegham
ieghenwordich is mer hir na wan he van eme.
S. Waekernagel, Litteraturgesch. 1°, 433 f. Schieler, Magister Johannes
Nider (1885) S. 388 f. Für alte Drucke Panzer, Annalen 1, 66.
Zur Geschichte: Bl. 148® (andere Hand): Ite dyt boeck hoert den susteren
zu marienberge in Franckenberg.
1.
Phill, 719. Pap. xv. Jh. 254 Dlätter und 1*. 2* sowie je eine Custode.
15x10,1. Blaue und rote Initinlen, woron zwei verziert, rote Überschriften,
rot durchstrichene grosse Buchstaben; Zeilenzahl verschieden. Lagen von 8 Bl.
Gepresster Lederband; im Medaillon Figur eines Heiligen mit einem Kelche in
der Hand. — Ess Ar. 335.
1. Nachfolge Christi, mnl. nach Thomas a Kempis.
1*—2* Register.
Überschrift 12 Van hoe wy xpm nae uolghen eü alle verganclike dinghen
sullen versmaden. Dat ierste capittel. Anfang: Soe wie my nae volget —
46b Tot welcke wi alle comen moeten ende besitten dat ewighe goet. des güne
ons got doer sf oetmoet Amen. (rofl) Hier eyndet dat yerste boekexken ende
is daer al.
48 Hegister.
49° Hier beghijnt dat anderde boeeskens. En is alte merkelike suuerlike
hoe dat wy inwendelike mit ihesum xpm onse brudegom ende guedertieren ver-
69 — 74 73
loser wanderen sullen. Dat ierste capittel. Onse here sprect. Dat rike gods
is in v — 86b Tot welcken rike ons moet brenghen die goetheit gods Amen.
Deo gracias.
N zu Phill. 647 vu. C.Wolfsgruber, Van der navolginge Oristi ses boeke,1879.
2. Theologische Tractate, mnl.
87b Dit navolgende boecsk& is van der lidsamkeit ende is seer merkelie ete.
Al onse gheestelice voertganc ende onse fondament is — 111* Want si gaen
baue al offer ende sacraficie die me god doen mach. Deo gracins. Vogl. unten
Phill. 1175 Bl. 2208. |
111® Hier beghint suuerlike van den ghebede wt dat yerste boeck vä
der vaders clacien (!). Eens yeghelickes monickes voertgane — 254b dat is tot
synre eren eü tot onser ewiger salicheit aıne.
72.
Phill. 724. Pap. xvı. Jh. 42 Blätter. 14% 10, von mehreren Händen. Rote
Initialen und Überschriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben. -- Ess Nr.339.
Gebetbuch.
12 — 27b 33 Prosagebete auf den Psalm Miserere mei deus, in nd.
Sprache.
282? —30b andere Prosagebete, nd., ebenso 38°—39b,
322 —37b lat. Gebete und 40°—42b Cantica Canticorum lat.
4uf S1P steht: Dit sal hebn my leue sust* Edelinck vä Asseborch vä
der fraw’ va h’tzeb yuw°? leu& sust’e.
73.
Phill. 731. Pap. xvı. Jh. 85 Blätter. 31,5x 21,1, von einer sehr schönen
Hand geschrieben. Schweinslederband. — Ess Nr. 347.
Die Historia von der wale vnd Chronung Kaiser Caroli des Funften.
Schliesst: Als nun solches (die Krönung) alles gescheen. hat sich Kaiser
Karl wider in, die Niederlande gewandt vnd seindt die anderen Fürsten ein
Jeder auch wider in sein Lanndt getzogen. Ende. Darauf: Labores Caroli v.
Imp. distichis comprehensi per Nicolaum Mameranum (10 Distichen); vgl. über
ihn Delprat, Over de Broederschap van G. Groote (1830) Bijlage ıx. |
B. Aus DEM ANTIQUARIAT VARRENTRAPP In FRANKFURT AM.
74.
Phill. 1143. Pap. xv. Jh. (1470). 375 Blätter (handschriftliche Zählung
I—CCCcLXXV) 30,5x 21, zweispaltig von einer Hand zu 36 Zeilen. Rote Ini-
tialen (doch. die 1. blau), zum teil verziert, rote Überschriften, rot durchstrichene
grosse Buchstaben. Lagen von verschiedenem Umfange. |
IHeiligenleben (Sommerteil).
Deutsche Hss. in England I. 10
74 III. ChELTENHAM
1° Hie hebt sich an das Sumertail von der heyligen marter vnd lebenn.
Beginnt mit dem Leben des hl. Ambrosius, schliesst: Die legennd des heyligen
vnd hochwürdigenn pischoff Sand Wolffgang. Darunter 375°: Hye hat das
püch der heyligen leben das sumer tayl ein ennt Als man tzelt hat von Cristä
geburt. Tausent vierhundert vnd dar nach in dem Sibentzigistem jarenn an sand
Cecilien tag der heyligen junckfrawenn.
Vgl. Wackernagel, Litteraturgesch. 1?, 451 Anm. 202. 203. Zahlreiche
Hss., eine schöne auch Oxford Laud 443.
Zar Geschichte: 1° oben: Exenmpti Collegii Wengen: Ulmae, unten: Sum
Andreae Schleicheri Wlonheinii.
[P}
Phill. 1152. Pap. xv. Jh. (1493). 215 Blätter und nach 73 ein, nach 95.
133 und 174 je zwei, nach 181 vier leere. 33 x 22,2, von mehreren Händen
ein- und zweispaltig geschrieben. Rote Initialen und Überschriften, rot durch-
strichene grosse Buchstaben, Lagen zu 10. 12 und 14 Bi. Alter gelber ge-
presster Holzband mit zwei erhaltenen Schliessen. Leseschnüre und Halter zu
Anfang eines neuen Artikels.
Heiligenlegenden und theologische Tractate, beginnend mi Bar-
laam und Josaphat.
1° (rot) Johannes hieß ein herr der trug gegen got einen steten müt....
der selb Johannes was des ordens von zittels ein apt zü Capell er bracht es
von latein zu teusch vnd vahet also an. Es was hie vor zu Indien — 738
Dise red ist nit von weltlicher ritterschaft noch von der werlt lieb noch von
dem liechte’ sumer es ist von der welt widerstreit durch den vnß got allen
helff zu dem ewigen leben Amen. |
S. Wackernagel, Litteraturgesch. 1?, 452 Anm. 209.
74® Legende von dem heilige junge hertzogen Der druwe hundert iar in
dem paradis was...... und dar nach wider kam. Anfang: Almehtiger ewiger
got vnßer trost bist du.... (19 Cap.) — 95° Item ein warheit zu erfaren dliser
matery...so hab ich in dem consily zu baßel mit fleyB gefraget.... Die spre-
chent. Es wer also war vnd dz Kloster hieß sant michelsberg sant beneditten
orden.... Ein yegliches nem dar vß dz im dien in gottes namen.
96° (andere Hand) Leben vnd Iydü der hailegn Regina. 101b Anatholia.
102b Reparata. 104° Anna. 110° Adelhaid. 116° Theodosia. 123 Lucia.
125° Theodora. 128° Theophilus. Am Schluss (rot): anno dni mcccc®LXXXXII jar.
134® Diss heist der geistl. Weegweisser (von später Hand). (rot) Dieß nach-
geschriben ist ein heilsame nütze ler.... vnd gibt doch do by gutten trost. Es
fragt ein ellende sundige sele..... yst jemand der mir aeinen weg müg zei-
gen — Schluss 163 auf eingeklebtem Papierstreifen.
en 1
Dr
14—78 75
1698 (wieder andere Hand) Diß ist eine gutte matery von dem boße yn-
wendige grüd des menschen wie man de erkeüen sol — 174#.
175* (neue Hand) Diß ist ein bredig wid* die murmurierüg. Ob aber hin
dan vnder vch krieg .... . vff gieng — 181° Jarü sol es nit in vnser wille
sin die celeide’ zu wesche | (wohl fragmentarisch).
1822 (Hand wie 169°) S. Apollonia 185° S. Cecilie. 196° S. Helena.
202 S. Ursula. Schluss (rot): Geschriben vnd geendet an dem hailge tag
sancti Johannis ante portä latinä den erwirdigen vnd geistlichen frowen zü
sefflingen anno dnI mcccc® vnd in dem Lxxxxın jare. Johanes Kursj Capplon
zu vrspringen.
Es folgt noch: 207® S. Tecla. 213® S. Fides.
76.
Phill. 1155. Pap. xv. Jh. (1461). 129 Blätter und 130*—132* leer.
21,6x 16, von einer Hand zw 24—22 Zeilen geschrieben. Rote Initialen, rote
Überschriften und rot durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen von 12 Bil.
‚Alter Lederband mit Metallbeschlägen und Schliessen, welche jetzt fehlen.
Leiden und Auferstehung Christi.
12 (rot) Do der minegliche got vnser lieber h’r ihesus eristus — 129% Got
geb vns den allen sinen freyd vnd götlichen segen. amen. (rot) Diß bäch ist
geschribn wordü in dem Jar do man zalt von cristi geburt geburt (!) tüsend vier-
hundert dar nach in dem ains vnd setigosten Järe an der rechtn faßnacht X
hant geschriben pfaff Johans Schnell capplan zü Burlfingen gedenckend sin
durch gottes willen. d’o gräs.
77.
Phill. 1160. Pap. xv. Jh. 142 Blätter. 29x 20,7, zwerspallig von einer
Hand geschrieben mit verschiedener Zeilenzahl. Rote Initialen, rot durchstrichene
Buchstaben. Lagen von 10 (auch 12) Bll. mit Vorder-Custode.
Vocabularius, lateinisch-deutsch.
a) 12—117® Nomina, alphabetisch geordnet: Abactor viegdiep vel kudiep
— zuccariü zucker. 5) 117b—137b Verba, alphabetisch: Abcedere huten vel
halen — zelotip’e lestern oder verdeckt. ce) Focabular ohne derartige Schei-
dung 1370—142b: Arbiter schidman — zelotipus argwener od’ eifrer. Darunter:
ffinis hui’ p me Joh’em berühart de ochsenfurt anno ı€ 1.4.6. 2€. deo gracias.
78.
Phill. 1175. Pap. xv. Jh. 271 Blätter. 20,5x 14,1, von einer Hand in
grossen, klaren Zügen zu 26 Zeilen geschrieben. Rote und zu Beginn eines
neuen Artikels farbige Initialen, rote Überschriften und rot durchstrichene grosse
Buchstaben. Lagen von verschiedenem Umpfange.
Leben des hl. Bernhard ete,
76 III. CuhELTENHAm
12 Hie begynet sancte Bernardus leben des sußen lerers. Bernardus was
geboren in burgundie — 36® vns muße günen der da lebet vnd regieret yn
ewicheit. amen.
Darunter (rot): Hie endet sancte Bernhardus lebe des sußen lerers. Hie
begynöt sancte Bernardus gedachten. zu dem ersten von dem ynnwendigen
menschen.
Anfang: 37* Vil lude wißen vil aber sich selber enwißen sie nicht —
74b d* lebet vnd regnyret yn ewicheit der ewicheyden. Anıen.
Übersetzung der Meditationes piissimae de cognitione humanae conditionis
Migne 184, 486.
75% (rot) Hie begynet eyn ander buch von der hynder sproche. So wer
mit xpo begert zu wesen eyn erbgename des ewigen lebens vnder alle dingen
die das hindern mogen ist yme not das er fliehe die vergifft der binderrede —
111b (Verse):
Wiltu zu dö geiste racken
So mustu bloß stan von erdische sachen
Ich muß dich slahen vü castien
Sol eynig geist in dir dyg& (!)
Swig vnd laß vber dich gan
Wilt du alzijt frieden han.
It’ frunt yn der not
Der geit zehen vff ein loit
Waner sie sollen gut sy
So dut ir funfzehen vff eyn quyntyn. ffinis est.
112% Hye begynet sant Augustinus hätbuchel ..... Want wir in mytten
der stricke gesatzt sint — 148% biß ich moge geen in die freuwede mynes
h’ren Deo gracias Amen. S. zu Phill. 4082.
148b Hie begynet das buch von de zwolff dogenden des geistlichen her-
ren Godeuerdes !) regulers canonikes in den eloster grunendale Eynes von den
discipelen des erwirdigen in got vnd geistlichen priors h’ren iohan rueßbroches
da selbest j| Und diß buch leret von zwelff graden der dogeden vnd wie die
eyne «dogende komet vB der andern (12 Cap.) — Schluss 219® wann so wir
mer gehorsam syn vnd demudiger so wir mer v’dragen mogen vi xpm dester
baß nachfolge..... Der gelobet muß syn vn gebenediet ewieliche. Amen.
Vgl. Werken van J. van Ruusbroce (Uityaren der Maetschappy der vlnem-
sche Bibliophilen ı1. Ser. Nr. 4; auffallend ist die schwache Überlieferung ge-
rade dieses Traclats den andern gegenüber (a. a. O. ıx f.); s. auch zu Oxford
Mareschall 119 und Phill. 9316.
2208 Hie begynet eyn gude lere von der edeler dogent der gedulticheit
') vgl. Oxford Mareschall 124 Bl. 59b,
178 — 79 77
genomen vß vil buchern der heilige schrift. Alle vnser geistliche vortgang vnd
vnser füdamet geistlichen lebens — 271" Want sant Jheronimus spricht Es
ist swere ja vnmogelich von wollusten zu wollusten zu komen. AMEN. S$. zu
Phill. 719 DI. 888.
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Deckels Buchmarke mit der In-
schrift: Symbolum Bibliothecae Joannis Bernardi Nack Civis et Mercatoris Franco-
fortensis. Oben (mit Bleistift): Varrentrap.
C. Aus VERSCHIEDENEN KLÖSTERN UND PRIVATSAMMLUNGEN.
79.
Phill. 1244. Pap. Spätes xıv. Jh. 96 Blätter und 97*—102* leer. 22,5xX 15,2,
von einer Hand geschrieben mit verschiedener Zeilenzahl. Rote Initialen und
Überschriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben. Auf Bl. 6. 37. 38. 82 Fe-
derzeichnungen eines Mönchs, Bl. il eines an einem Tische stehenden Abts;
häufig leer gelassener Raum für solche Zeichnungen. Bl. 1—3 haben am un-
teren rechten Rande stark gelitten, sodass hier die Schrift auf 1° fast unleser-
lich ist. Lagen von 12 BÜ., nur die letzte von S mit Vorsetzblatt (doch fehlt
jetzt das 1. Blatt der ersten und das 7. der fünften Lage, daher Lücken im
Texte); gerählt von tert! — octavus. Alter weisser Lederband mit 4 Metall-
knöpfen auf jeder Seite; ursprünglich waren es deren 5. Auf der Aussenseite
des Deckels ein Pergamentstreifen mit dem Titel:
Regula Beneldicti Theutonice.
Prolog (fragmentarisch): 1% frod Und darumb so süllent wir nun vff' stän
wan v’ns dü hailig geschrift lert vnd vf wekt vnd spricht alsus Hora ©
jan nos de sumno surg’e Es ist zit das wir nun vf standint | vo dem schlaff
ET — 3b das wir damit verdienent das wir werdint mitgesellen sines ewigc
riches.
42 Register: Hie vahet an die Capitel der Regul d® münch. ı Von der
mängi vnd dem geschläht d° münch — 5b ıxxu Do vö daz nit ain icklichü
behaltnüg der gerehtikait sy in diser regul vff gesetzt.
6* Hie vahet nun an der text der Regul. E das wir aber gangint an
den anvang so ist da vor ze merkend (Text, erst lateinisch, dann deutsch. in
72 Cap.) — Schluss 92b so kumst du mit der schirmung |gotes | zü der inerren
höhinun | der ler der tugend | der wir vor mäls | da obna gedäht haben | vnd
das v’ns das allen widervar | des helf vns | der vatter | der sun | vnd der hai-
lig gaist | Amen.
9382 Aufzihlung geistlicher Orden, zumeist mit Angabe ihrer Tracht: x. B.
Ordo scI Basilii ain swartze offen Mantel | vnd aine gräen rok darvnd® vnd
ainen blaen schappran darob vnd ain wiss schnur där vber als der orden Ba-
chumii.
78 III. ChELTENHAM
94 lat. Regel (der Trappisten?): Silentium summum et ppetuum seruct’
in etfna — 96%.
Deutsche Benedielinerregeln: a) Engelberger im (reschichtsfreund XXXIX
(1584); 5) Hohenfurter Z. f. d. A. 16, 224—279; c) Münchener WSB. 98
(1881); d) Orforder hy. von E. Sievers, IIalle 1887; e) Admonter hg. von V. Kü-
ferbeek im Grazer Gymnastalprogranm 1868; f) im (od. Salem. vıı.2 (xv. Jh.)
Zur Geschichte: auf der Innenseite des hinteren Deckels (xv. Jh.): Iste liber
ptinet ad moste’iü otnbure.
80.
Phuül. 2188. Pap. Spätes xvı. Jh. 28 Blätter. 32,5 x 21,2. Jede Seite durch
rote und schwarze Linien begrenzt; vor jeder Abteilung am Rande ein farbiges
Wappen; das der Stadt Augsburg (ron 6 anderen umgeben) auf dem Titelblatte.
Schweinslederband.
Chronik der Stadt Augsburg.
12 Hernach volgen | in disser Cronica — 28? Anno 1579 ist die statt
augspurg 2708 jar gestannden.
Vgl. Die Chroniken der deutschen Stüdte Bd. 4 und 5.
81.
Phill. 2623. Pap. xv. Jh. 97 Blätter. 21,3 x 14,8, von einer Hand ge-
schrieben. Rote Initialen, die erste grotesk (mit Menschenköpfen) verziert, rot
durehstrichene grosse Buchstaben. Lagen von 12 BU. (die letzte mit Hinter-
Custode), durch Anfangsworte am Schluss (doch vielfach weggeschnitten) sig-
niert. Wasserzeichen: ein nach links gewendetes I mit Blume über dem senk-
rechten Schafte. Alter IHolzdeckel mit rotem gepresstem Lederbezug.
feneas Sylvius’ Eurtalus und Lurrelia, deutsch von Niclas von
W’yle.
Dedieationen des Aeneas Sylvius: 1) 18 Dem hochgeachten vnd wolgebor-
nen Ritter her’ Caspar Schlicken herren der nuwen burg keyserlichem Canzler
vnd heuptman zü egre vnd zü dem elnbogen..... 2) 4" Eneas Silvius.... sagt
vil heils Mariano sosino ....
Anfang der Erzählung 8°: Was großer eren angeleyt vnd erbotten wor-
den syn keyser Sigmüden da er des ersten in reit zü Senis (darinen du vnd
ich geburtig syn) ist yetzt allenthalben kunstbar vnd offen — Schluss 94% das
ynen das kom zu nutze vnd sich nit flissen zü trinken das getranck der lieben
Das fer vnd wyt me aloes vnd bitterkeit in ym hat dan hunges oder susse.
Vale. Geben zii wien qüto nono(!) July anno «ni millesimo quadringetesino qua-
dragesimo quarto.
BI.95 f. leer. BI.97® (xvım. Jh.) Litteraturnotizen über das Werk:......
Aus dieser Handschrift ist die sehr seltene Übersetzung abgedruckt auf hiesiger
Bibliothek (weicher?) fol. 668 p. sine loco et anno. fol. Hinweis auf die Vor-
78 — 19 77
genomen vB vil buchern der heilig6 schrift. Alle vnser geistliche vortgang vnd
vnser füdamet geistlichen lebens — 271® Want sant Jheronimus spricht Es
ist swere ja vnmogelich von wollusten zu wollusten zu komen. AMEN. $. zu
Phill. 719 BI. 888.
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Deckels Buchmarke mit der In-
schrift: Symbolun Bibliothecae Joannis Bernardi Nack Civis et Mercatoris Franco-
fortensis. Oben (mit Bleistift): Varrentrap.
C. Aus VERSCHIEDENEN KLÖSTERN UnD PRIVATSAMMLUNGEN.
79.
Phill. 1244. Pap. Spätes xıv. Jh. 96 Blätter und 97*— 102* leer. 22,5x 15,2,
von einer Hand geschrieben mit verschiedener Zeilenzahl. Rote Initialen und
Überschriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben. Auf Bl. 6. 37. 38. 82 Fe-
derzeichnungen eines Mönchs, Bl. {1 eines an einem Tische stehenden Abts;
häufig leer gelassener Raum für solche Zeichnungen. Bl. 1—3 haben am un-
teren rechten Rande stark gelitten, sodass hier die Schrift auf 1° fast unleser-
lich ist. Lagen von 12 Bll., nur die letzte von 3 mit Vorsetzblatt (doch fehlt
jetzt das 1. Blatt der ersten und das 7. der fünften Lage, daher Lücken im
Texte); gezählt von tert? — octavus. Alter weisser Lederband mit 4 Metall-
knöpfen auf jeder Seite; ursprünglich waren es deren 5. Auf der Aussenseite
des Deckels ein Pergamentstreifen mit dem Titel:
Regula Benedicti Theutonice.
Prolog (fragmentarisch): 1% frod Und darumb so süllent wir nun vff stän
wan v’ns dü hailig geschrift lert vnd vf wekt vnd spricht alsus Hora &
iam nos de sumno surg’e Es ist zit das wir nun vf standint | vö dem schlaff
dr — 3b das wir dämit verdienent das wir werdint mitgesellen sines ewige
riches.
4° Register: Hie vahet an die Capitel der Regul d?® münch. ı Von der
mängi vnd dem geschläht d® münch — 5b ıxxı Do vo daz nit ain icklichü
behaltnüg der gerehtikait sy in diser regul vff' gesetzt.
6° Hie vahet nun an der text der Regul. E das wir aber gangint an
den anvang so ist da vor ze merkend (Text, erst lateinisch, dann deutsch in
72 Cap.) — Schluss 92b so kumst du mit der schirmung |gotes| zü der inerren
höhinun | der ler der tugend | der wir vor mäls | da obna gedäht haben | vnd
das v’ns das allen widervar | des helf vns | der vatter | der sun | vnd der hai-
lig gaist | Amen.
932 Aufzählung geistlicher Orden, zumeist mit Angabe ihrer Tracht: x. B.
Ordo scI Basilii ain swartze offen Mantel | vnd ains gräen rok darvnd® vnd
ainen bläen schappran «därob vnd ain wiss schnür där vber als der orden Ba-
chumii.
78 III. CuELTENHAM
94° lat. Regel (der Trappisten?): Silentium summum et ppetuum seruct®
in et'na — 968.
Deutsche Benedictinerregeln: a) Engelberger im Geschichtsfreund xxxıxX
(1884); b) Hohenfurter Z. f. d. A. 16, 224—279; c) Münchener WSB. 98
(1881); d) Orforder hg. von E. Sievers, Halle 1337; e) Admonter hg. von V. Kä-
ferbeck im Grazer Gymnastalprogramm 1868; f) im Cod. Salem. vı1.2 (xv. Jh.).
Zur Geschichte: auf der Innenseite des hinteren Deckels (xv. .Jh.): Iste liber
ptinet ad moste’iü otübure.
80.
Phil. 2188. Pap. Spätes xvı. Jh. 28 Blätter. 32,5 x 21,2. ‚Jede Seite durch
rote und schwarze Linien begrenzt; vor jeder Abteilung am Rande ein farbiges
Wappen; das der Stadt Augsburg (von 6 anderen umgeben) auf dem Titelblatte.
Schweinslederband.
Chronik der Stadt Augsburg.
12 Hernach volgen | in disser Cronica — 28° Anno 1579 ist die statt
augspurg 2708 jar gestannden.
Vgl. Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 4 und 5.
81.
Phill. 2623. Pap. xv. Jh. 97 Blätter. 21,3 x 14,8, von einer Hand ge-
schrieben. Rote Initialen, die erste grotesk (mit Menschenköpfen) verziert, rot
durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen von 12 Bil. (die letzte mit Hinter-
Custode), durch Anfangsworte am Schluss (doch vielfach weggeschnitten) sig-
niert. Wasserzeichen: ein nach links gewendetes I mit Blume über dem senk-
rechten Schafte. Alter Holzdeckel mit rotem gepresstem Lederberug.
fencas Sylvius’ Eurialus und Lucretia, deutsch von Niclas von
Wyle.
Dedieationen des Aeneas Sylvius: 1) 1* Dem hochgeachten vnd wolgebor-
nen Ritter her’ Caspar Schlicken herren der nuwen burg keyserlichen? Canzler
vnd heuptman zü egre vnd zü dem elnbogen..... 2) 4” Eneas Silvius.... sagt
vil heils Mariano sosino ....
Anfang der Erzählung 8°: Was großer eren angeleyt vnd erbotten wor-
den syn keyser Sigmüden da er des ersten in reit zü Senis (darinen du vnd
ich geburtig syn) ist yetzt allenthalben kunstbar vnd offen — Schluss 948 das
ynen das kom zu nutze vnd sich nit flissen zu trinken das getranck der lieben
Das fer vnd wyt me aloes vnd bitterkeit in ym hat dan hunges oder susse.
Vale. Geben zü wien qüto nono(!) July anno dnI millesimo quadringetesimo qua-
dragesimo quarto.
Bl.95 f. leer. Bl.97® (xvım. Jh.) Litteraturnotizen über das Werk: ......
Aus dieser Handschrift ist die sehr seltene Übersetzung abgedruckt auf hiesiger
Bibliothek (welcher?) fol. 668 p. sine loco et anno. fol. Hinweis auf die Vor-
79 — 83 79
bereitung einer Ausgabe siimmtilicher Werke des Aeneas Sylvius durch Hofrat
Zapf ete.
Auf der Innenseite des Vorderdeckels ein Portrait (des Aeneas Sylveius?)
mit Rotstift.
Vgl. Kellers Ausgabe der Translationen von Nielas von W’yle, Stuttgart 1861,
Ss. 13—78. Unsere Is. stimmt zu Pal. germ. 191.
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Vorderdeckels: ex bibliotheca J.
Th. Wideburg Professoris Helmstadiensis.
82.
Phill. 2669. Pap. xvi. Jh. 194 Blätter (ausserdem viele leere und 1*. 2*.
195*—199* zugeheftet). 19,5% 17,3. Rote Initialen und Üoerschriften; rol
durchstrichene grosse Buchstaben. Gepresster gelber Lederband mit der lJustieia
im Mittelschilde.
Hamburgische Rechtsbücher.
1* (xvım. Jh) Rechtssprüche aus dem alten und neuen Testament: Levitiei
xıx. Gij schoelt nicht vnrecht handeien am gerichte — 2*s,
12 Stadtbuch vom Jahre 1497. Yorrede (rot): Wo hamborch in en ys
ghekäamen vnde mydt velen priuilegyen begyfftygeth. So denne mänygerhande
gebreke halu& Eyn Radt tho hamb endrachtygen bewillede am .auende aller
hilge Do m& screff' duset veerhundert Seu& vn negentych Erer Stadt boeck fly-
tych to besychtyende — 34.
35°—58b Register; am Schlusse: Ffinis laeth vns gan | dar de beste wynn
ys anno ıc.
59®* (rot) Hyr hefft syck an der Stadt bock. In deme name des vaders
vnde des sones vnde des hilg& geystes Deyth de -Radt vnde wyttegesten va
hamb wythek alle de jenn@ de nu hir syh dat se syck hebben vorenygeth
vnd recht ghesetteth — Schluss 128° den schaden doru& de beholden gudere
nycht mede ......... (unleserlich). ffinis.
1298 Recessus Hamburgensis Anno xxıx (1529). Dabei vermerkt eine
Hand des xıx. Jh.: Der lange Recess von A° 1529. Anfang: Gade dem al-
mehtigenn tho laue....hebben Etlyke des E.R..... dessen nabescr artikell
Recesses wyße.... yn serifte stellen laten — Schluss 194® dath ghehore frede
vnde eydracht yn dusser gulen Stadt voderholden vnde ghehandthauet werde
Amen. Dazu (xıx. Jh.) 195*—197* Register.
Vol. zu Phil. 7411; zum Stadtbuch Lappenberg, Hamburgische Rechtsalter-
thümer 1, cxxıv und 163— 320.
Zur Geschichte: 1° Joachimus Freytagk me possidet 1619.
83.
Phill. 2825. Perg. xıv.[xv. Jh. 8 Blätter und je eine C’ustode (das kleinere
S. Blatt ist auf der hinteren Custode aufgeklebt). 38x 27,1, von einer Hand
80 III. CuELTENHAM
einspaltig geschrieben, die Seite zu 29 Zeilen (8% zählt nur 24). Eine rote ver-
zierte Initiale zu Beginn, rote grosse Buchstaben oder mit der Feder gerogene
und dann rot durchstrichene und verzierte an verschiedenen Stellen. Das Per-
gament ist am untern äussern Rande verrissen, ohne dass dadurch der [Tert be-
schädigt wäre. Eine Lage. Alter Holzdeckel mit braunem Lederberug,; von
ehemaligen Schliessen sind nur noch die Klappen vorhanden. Auf dem Vor-
derdeckel in roter Umrahmung mit grossen schwarzen Buchstaben der Titel:
Das leben säcti Sebaldi.
12 Es was ein kunig zu Tennmarck Der was tugentlich frum weyß vnd
gotlich vnd het ein gotlich frum frawen | die het lang nicht erben — 8°? Des
erwerb vns sant sebald mit der hochgelobte himelkeisserin der junekfrawe marie
| von der heiligen driueltigkeit amen. Darauf: Item der dise legent von se-
bakl heran geschriben hat der was eins mals zu frewnden (!) landen | vnd kom
in grosse kumernuß vnd leyde | do ruft er got vnd sant sehald an vnd pat
sant sebald das er im vmb got erwurb | das er im hulffe auß de kumernuß
vnd leide | darumb wolt er mit seinö eigen hant sein legent schreibe | vnd
herein in sein kirche oppffern | von stunt an ward er erledigt vö seine leiden
vnd kumernuß | des dancket er got vü sant sebald vnd volbracht sein ge-
lubde ı€. Deo gratias Amen.
Vielleieht Originalhs. Vyl. zur Legende Wackernagel, Litteraturgeseh. 1%,
452. Punzer, Annalen 1, 23. 200. Zusitze 128.
Zur Geschichte: auf der Innenseite alte Signatur: Ms. Theologie Nr. 248,
Histoire Nr. 34, ausserdem mit Bleistift Chardin 2331. Ton diesem Antiquar
erwarb Sır Thomas Phillipps den Code.
84.
Phill. 2926. Pap. xv. Jh. 198 Blätter. 40,5 x 28,2, durchaus von einer
Hand, zweispaltig zu je 40 Zeilen geschrieben. Initialen am Anfang jedes
Buches in Gold mit farbiger Bildfüllung und reicher Randverzierung fein aus-
geführt; die übrigen rot mit grüner, blauer ete. Füllung; rote Überschriften, rot
durehstrichenie grosse Buchstaben; schr schöne Is. Lagen zu 12 Bl. (die letzte
zu 6 mit Vorderceustode), in der Hs. bezeiehnet je am Schluss durch die An-
fangsworte der nächsten. Wasserzeichen: aufyehängter Kochtopf. Alter Holz-
deckel mit gepresstem gelbem Lederberug; 5 Metalllnöpfe auf jeder Seite, 2
Schliessen. .
Deutsche Übersetzung des Compendium theoloyicae veritatis, sieben
Bücher mit jedem Buche vorangehendem Reyister.
12 Überschrift: (rot) Hie fancht an das bäch daz man nemet Conpen-
dium sacra (!) theo® veritatis vnd ist getailet in sieben tail oder büch vnd hät
yeelich bäch ze vorderst sin tauel oder register. Darauf Register des 1. Buches,
dann Vorrede: Dye warhait der götlichen subtilikait....
83 -- 86 81
Anfang: 1° Das got ist das wirt bewist in maniger hande wis — Schluss:
197 vnd er enpfancht lön der blibet an alles ende. Amen.
Vgl. unten Oxford Laud. misc. 521.
85.
Phill. 2946. Pap. xv. Jh. 251 Blätter (alte Zählung). 21,6x14,5. Rote
Initialen, rot durchstrichene grosse Buchstaben und Absatzzeichen.
Sumndlung medticinisch-alehymistischer Tractate und Recepte,
zumeist lateinisch.
Ju niederländischer Sprache: Bl. 2° Item om lijm te maken van hartshoern ;
Item om lijm te maken daermen steen of glas mede lijjmen mach. Item om
gout te maken efe. — 8b Item dat die wijnbeyen gheen steen enhebben. An-
dere Recepte 63 ff. 66® ein Segen: Item dit is een oratie diemen lest ouer een
bloem eh heet dens leonis dairmen alle warachtige dinghe toecomende ende ver-
leden warachtelike bi weten mach en beghint aldus. God gruet v. heilige blome
minre vrouwen sinte marien crüüt vele goede ghi ‘weet wel wat v min vrouwe
sinte marie beual doe si v in aertrike liet dat men alle warachtighe dinghe an
v mercken mohte. ic vermane v bi den heylighen daghe ende by der heyligher
nacht en bider heyligher goeds eraft (!) en biden vier ewangelisten en bider
heyligher maecht sinte mari& of dese dine N ghescien sal dat ghi v besoect en
flüüt (!) wel vaste tuschen hier ei morge noene en of dese dine N niet ghescien
en sel dat ghi groyt en bloyt wel seoen tuschen hier en morghe noene des
vermaen ic v p prem et filiü et p spm sein. amen.
686 Notizen über den Bildersturm zu Leyden 1566.
712 Hier beghint die aert vande quadräte. Sal men mit desen boke vand’
mane gherechtelike werken efec.
205—22 über die Zubereitung von Gold und Lazur.
Zur Geschichte: auf der Vordereustode: Sum Joannis alphensis et amico-
rum. Jan meest...... (unleserlich).
86.
Phill. 3379. Pap. xv. Jh. (1406). 122 Blätter. 22x 14,2, von einer Hand
in enger kleiner Schrift zu 32—33 Zeilen. Rote Initialen, rot durchstrichene
grosse Buchstaben. Die ersten 6 Bil. sind am unteren Rande verrissen, wo-
durch der Tert auf Bl. 1 geschädigt wird. Lagen zu 12 Bil. (nur die letzte
zu 14); auf der Innenseite des Derkels (alter gepresster Lederband mit Spuren
zweier Schliessen) Reste eines farbigen Holzsehnittes: (Gott Vater mit dem
Kreuze, an dem der Sohn hängt, in der Hand, sw beiden Seiten die Worte:
Diß buch sagt wie got dz folck dz vö den heilgen patriarchen geborn vff' furt
von egippte in dz gelöpt lant vnd wie er wunder mit in würcket vnd in die
zehen gebott gab ze haltent. :c.
Deutsche Hss. in England I. 1i
89 III. ChELTENHAM
Marcus von Lindau Auszug der Kinder Israel in das geloble Land
und Buch der 10 Gebote (Dialog zwischen Meister und Jünger).
12 Noli timere sed descende in egyptü :c. — Also stat geseriba in dem
ersten buche der alten ee.
Anfang der Gebote: 13® Septies in die cadit iustus puer. xxımı cpt. Also
scribet der wise salomon süben stund an dem tage so vellet der gerehte.
Scheint zu schliessen auf Bi. 109% also dz du die bloße worheit in zijt
gebrüchest vnd in yemer we’nder selekeit niessest vnd ouch mich blinden man
in dem selbn ziele findest das vns dz beiden widerfare dz verlyhe mir.vnd dir
der vatter der sön vnd der heilige geist. Amen.
Vgl. Geffken, Bilderkatechismus des xv. Jh. S. 42 f. 109 f.; wusere Fas-
sung entspricht der im Cod. Theol. 285 der Göttinger Bibliothek (s. Verzeich-
nis der Hss. im preuss. Staat 2, Göttingen 2, 469 f.).
| Anschliessend (109%): Auslegung des Leidens Jobs auf den Text nec
rephendit me, ebenfalls in dialogischer Form: xgl. Phill. 647, ıv.
Endlich ein Prosastück (122° --122b) über die schß stücke die eine mön-
nichen zügehörent.
Darunter: Explicit liber decö preceptor anno dni MCCCCVT .nneeeeenn. In-
ceptü sexta feria post festü pentecoste et finitus dominiea quinta p.. . pente-
costen anno .... (unleserlich).
Zur Geschichte: 1° unten: Colegii Societatis Jesu ...... (unleserlich), oben:
Ex bibl. Speyer de Bale.
87.
Phil. 3880. Pap. xv. Jh. (e.1477). 243 Blätter, doch sind nach 53 und
100 je drei, nach 127 zehn, nach 173 und 231 je zwei, endlich nach 242
vierundzwanzxig leer. 21,5 x14,4, ron mehreren Hünden geschrieben. Rote Ini-
tialen (nur die erste mit grüner Verzierung), rote Überschriften, rot durch-
strichene grosse Buchstaben und rot unterstrichene Worte. Lagen su 12 Bil,
durch Anfangsworte am Schlusse und teilweise auch durch die Zahlen 11. ıır ete.
markiert. Wasserzeichen (nur fehlt die Blume) und Einband ww Phil. 2623.
Buch der Reformation der (Brüder- und Schwester-) Klöster des Pre-
digerordens in deutschen Landen. |
Voran geht von anderer Hand 1° Dis sind ab* die namen d? swest‘ elöste’r
vn öch da bi die zal der jare in dem ein ieckliches ist reformiert | vü darü nach
dselb& ordenüg sind si nach einand® geschribe. ı. Schönösteinbach Ein mil bij
Gebwiler... Ano dni MCCCLXXXXVIm — XXIII Medlingen Ano dni MCcccLXVvIn.
S. Hist.-pol. Blätter 75, 31 f. Anm.
22 Ordnung der Meister des Ordens und der Prorincialen (diffinitores) im
Generalcapitel. Der Provineial von Tützschland als mm. im rechten chor, der
von Saxenland als ıx. im lingen chor. |
83 — 86 81
Anfang: 1” Das got ist das wirt bewist in maniger hande wis — Schluss:
197 vnd er enpfancht lön der blibet an alles ende. Amen.
Vgl. unten Orford Laud. misc. 521.
85.
Phill. 2946. Pap. xv. Jh. 251 Blätter (alte Zählung). 21,6x14,5. Rote
Initialen, rot durchstrichene grosse Buchstaben und Absatzzeichen.
Sammlung medieinisch-alchymistischer Tractate und Recepte,
zumeist lateinisch.
I niederländischer Sprache: Bl. 2% Item om lijin te maken van hartshoern;
Item om lijjm te maken daermen steen of glas mede lijmen mach. Item om
gout te maken etc. — 8b Item dat die wijnbeyen gheen steen enhebben. An-
dere Recepte 63 ff. 66® ein Segen: Item dit is een oratie diemen lest ouer een
bloem eü heet dens leonis «dairmen alle warachtige dinghe toecomende ende ver-
ledden warachtelike bi weten mach en beghint aldus. God gruet v. heilige blome
minre vrouwen sinte marien erüüt vele goede ghi ‘weet wel wat v min vrouwe
sinte marie beual doe si v in nertrike liet dat men alle warachtighe dinghe an
v mercken mohte. ic vermane v bi den heylighen daghe ende by der heyligher
nacht en bider heyligher gocds craft (!) en biden vier ewangelisten eh bider
heyligher maecht sinte mari@ of dese dine N ghescien sal dat ghi v besoect en
flüüt (!) wel vaste tuschen hier eü morge noene en of Jdese dine N niet ghescien
en sel dat ghi grovt eh bloyt wel scoen tuschen hier en morgh@ noene des
vermaen ic v p prem et filiü et p spm scm. amen.
680 Notizen über den Bildersturm zu Leyden 1566.
71* Hier beghint die aert vand& quadräte. Sal men mit desen boke vand’
mane gherechtelike werken ete.
205—22 über die Zubereitung von Gold und Lazur.
Zur Geschichte: auf der Vordercustode: Sum Joannis alphensis et amico-
rum. Jan meest...... (unleserlich).
86.
Phill. 3879. Pap. xv.Jh. (1406). 122 Blätter. 22x 14,2, von einer Hand
in enger kleiner Schrift zu 32—33 Zeilen. Tote Initialen, rot durchstrichene
grosse Buchstaben. Die ersten 6 Bil. sind am unteren Rande verrissen, wo-
durch der Text auf Bl. 1 geschädigt wird. Lagen zu 12 Bi. (nur die letzte
zu 14); auf der Innenseite des Deckels (alter gepresster Lederband mit: Spuren
zweier Schliessen) Reste eines farbigen Iolzschnittes: Gott Vater mit dem
Kreuze, an dem der Sohn hängt, in der Hand, zu beiden Seiten die Worte:
Diß buch sagt wie got dz folck dz vö den heilgen patriarchen geborn vff furt
von egippte in dz gelöpt lant vnd wie er wunder mit in würcket vnd in die
zehen gebott gab ze haltent. :c.
Deutsche Hess. in England I. 11
82 III. CuhELTENHAM
Marcus von Lindau Auszug der Kinder Israel in das gelobte Land
und Buch der 10 Gebote (Dialog zwischen Meister und Jünger).
12 Noli timere sed descende in egyptü :c. — Also stat geseribä in dem
ersten buche der alten ee.
Anfang der Gebote: 13° Septies in die cadit iustus puer. xxımm cpt. Also
seribet deragise salomon süben stund an dem tage so vellet der gerehte.
Scheint zu schliessen auf Bl. 109* also dz du die bloße worheit in zijt
gebrüchest vnd in yemer we’nder selekeit niessest vnd ouch mich blinden man
in dem selbn ziele findest das vns dz beden widerfare dz verlyhe mir,vnd dir
der vatter der sön vnd der heilige geist. Amen.
Vgl. Geffken, Bilderkatechisnius des xv. Jh. S. 42 ff. 109 f.; unsere Fas-
sung entspricht der im Cod. Theol. 285 der Göttinger Bibliothek (s. Verzeich-
nis der Hss. im preuss. Staat 2, Göttingen 2, 469 f.).
| Anschliessend (109): Auslegung des Leidens Jobs auf den Text nec.
rephendit me, ebenfalls in dialogischer Form: vgl. Phill. 647, ıv.
Endlich ein Prosastück (122°--122b) über die sehß stucke die eine mön-
nichen zügehörent.
Darunter: Explicit liber dec& preceptor anno dni MCCCCVIeseeene ee: In-
ceptü sexta feria post festü pentecoste et finitus dominica quinta p.. . pente-
costen anno .... (unleserlich).
Zur Geschichte: 1° unten: Colegii Societatis Jesu ...... (unleserlich), oben:
Ex bibl. Speyer de Bale.
87.
Phill. 3880. Pap. xv. Jh. (c. 1477). 243 Blätter, doch sind nach 53 und
100 je drei, nach 127 zehn, nach 173 und 231 je zwei, endlich nach 242
vierundzwanzig leer. 21,5 x 14,4, von mehreren Händen geschrieben. Rote Ini-
tialen (nur die erste mit grüner Verzierung), rote Überschriften, rot durch-
strichene grosse Buchstaben und rot unterstrichene Worte. Lagen zu 12 Bil,
durch Anfangsworte am Schlusse und teilweise auch durch die Zahlen 11. 11 etc.
markiert. Wasserzeichen (nur fehlt die Blume) und Einband wie Phil. 2623.
Buch der Reformation der (Brüder- und Schwester-) Klöster des Pre-
digerordens in deutschen Landen.
Voran geht von anderer Hand 1* Dis sind ab* die namen d® swest* clöste’r
vn öch da bi die zal der jarö in dem ein ieckliches ist reformiert | vn darü nach
d'selbe ordenüg sind si nach einand® geschribe. ı. Schönösteinbach Ein mil bij
Gebwiler.... Aüno diäi MCCCLXxXxxvIr — XxItI Medlingen Ano dni MCCccLxvII.
S. Hist.-pol. Blütter 75, 3l f. Anm.
2a Ordnung der Meister des Ordens und der Prorineialen (diffinitores) im
Generalcapitel. Der Provineial von Tützschland als ımı. im rechten chor, der
von Saxenland als ıx. im lingen chor.
86 — 87 83
38 Dis ist die zal der covente d’ brudü pdier orden durch die pütz genät
Theutonia dz ist Tützschland nach der ordenüg nach ein andere als si alt sind
ER vn merck öch wel& couente gezeichnet sind mit dem rote erütz dz die
selb@ reformiert sind .... Im ganzen 54: Frisach Cöln F Strasb’'g — Stüch-
garte 7 Heidelberg F.
4® Dis sind die namö d® meist’n pdier ordes vö sins anvang .... bis vf
dise zitt des jars xpI MccccLxx. I Sant Düäics.... — xxxı Lienhard’ vo pe-
rus ward meist? des ordes nach Marecialis tode (Zusatz jüngerer Hand: xxxu.
Saluus cassekel (?) de parnome der xxxır meister des ordens gewelt zü rome
in dem general cappittel Anno dni MCccccLXXXI....)N).
7® Dis sind die name d’ pulciale die in vnser tutzsche pultz gereygiert
hand vö angang bis ietz dz ist aho Ani mccccLxxvi I Berchtold dracho ır Hitto
— xxxvi Jacob’ vö Stupach meist® d® heilige geschrifft v6 dem reformierte
guete vö wiene vi ist der erste pücial vö den reformierte vettere etc.
106 Vorrede zum Buch der Reformation. Überschrift (rot): Hie vacht an
die vorred od* plog’ in dz büch der reformatio d® clost'n pdier ordes die da
sind in tützschen lande d’ brüd’n vn öch d’ swest'n. Darnach xerfällt das
Werk in fünf Stücke (Bücher), deren jedes wieder in Capitel geteilt ist. Über
ihren Inhalt vgl. Z. f. d. A. 19, 478 f.
1182 Anfang des ‚Textes. Überschrift (rot): Dis büchel wiset vnd -offenbort
wie die reformaczie oder beschluczte der reformierten clöster brediger ordes vf
küme sy..... Von d& Anfang des closter zu sc& brigitte in schönösteinbach |
dz der erste vrsprüg | vnd müter der reformierten clöster ist gesin. Das erste
Capitel. In dem namen vnsers herre ihü xpi vnd siner lieben müter Marie....
So vohe ich an zu schribe den Anfang des closters zu schönesteinbach —
Schluss 239% solliches verlihe vns allen got der vatter vi der sün vü der
heilge geist. Amen. (rot) Explieit hatt ein ende dz büch vö d® reformatio ge-
nät d® elöst'n pdier ordes in der tützsche pultz | dz mit vil arbeit gemachet vn
witt (!) ze same gefügt vn bracht ist | vn in dem xpi MccccLxvmm geendet vn
volbracht ist. Got sy es ein lob Amen.
Es folgen (239®) noch Nachträge über die Reformation der Klöster Ded-
lingen in Schwaben, Chur und S. Margarethen xu Strassburg.
Die Hs. deckt sich inhaltlich mit der von Denifle, Hist.-pol. Blätter 75,26 f.,
ferner Z. f.d. A. 19, 478 ff. aus dem BDesitze des S. Galler Bischofs C. Greith
benutzten und scheint wie diese nur eine wenig spätere Abschrift des Originals
vom Jahre 1468 zu sein. Das Leben der Margaretha von Kentxingen steht
1) Bei Barnabas, dem xv. Meister, heisst es u. a.: bij dis® zitt® lebt& vil heilig‘
brüd? den vö hertz& we tett d* abgang d’ obseruätz des ordes | vu dz mans nit refor-
mier& mocht | vnd® den wz bysund® venturins h, sliss. Johänes Tauler. meist’ Eckard ı€',
81 IIl. CuELTENHAM
darin Bl. 137 f. Hieher scheinen auch zu gehören die beiden von Schieler,
Magister Joh. Nider S. ıx. X angeführten Mss. |
Zur Geschiehte: auf Bl. 243» die alte Signatur .N. ıxı1. Daselbst (xv. J72.)-
Dis buch gehört in der swestr& elost® zu sct&e Matheus vnd zu set& nicolaus I
vndis zü stroßburg brediger ordens (ebenso auf der Innenseite les Deckels).
Darunter (xvı. Jh.): Dis bäch ist d® swest’n des elvst’s zä Sat Nicolaus in vn-
dis ze Strasburg pdier ordes. Darunter: Dis buch gehert in daß closter zu
Säta Margareta in straßbur (!) pdier ordes 1636. Auf 1° (mit Bleistift): Ex
Bibl. Speyer (rgl. Phill. 3379).
88.
Phil. 3979. Pap. xv. Jh. (1434). 106 Blätter und vordere Custode. 15x11,
einspaltig zu 19-—18 Zeilen. Rote Initialen und rot durchstrichene grosse Duch-
staben. Lagen zu 12 Bil. (die letzte nur zu 10). In Schweinsleder gebunden
mit Lederstrippen.
Büchlein des ordenliche lebe».
1® Das ewig wort das da ist an beginne vß fliessend von dem vaterlichen
hertzen das sy mit dir min vsserwelte tochter.... Als du begerest min tochter
U} 0} e ® e 3 [} we .
das ich sehriben solle ain büchlein aines ordenlichen lebes..... Nun wisß got
von hymel das mir der bette nit me zü komen ist — 99% so soltu den willen
der prelate volbringe als vil du den erkennest. (rof) finitus est liber iste p
me M. Kratz feria sexta in festo sci Joh. bap'* anno dni 1434.
Von Jo. Nider, s. Schieler, Mag. Joh. Nider S. 395 f.
996 Geistlicher Tractat von brüder hans nider (spätere Hand). Dienan -
die da begerund des aller siesteste ... denerin ze sind dienan winscht brüder
her hans nider — 105*® wan vnser fäl greser ist den der schlechten menschen
fal vü anfechtung der andächtigen dem dämietig lerer Amen.
89.
Phill. 4022. Perg. Spites xıv. Jh. 182 Blätter und je2 Custoden. 18x12,2,
einspaltig au 20—19 Zeilen. Rote Initialen und Überschriften, rot durchstriehene
Buchstaben. Lagen zu 8 Bil. (die erste enthält nur noch 7). Alter schwarzer
Lederband mit Resten zweier Schliessen.
Leben der hl. Katharina nach Raymundus von Capua. Anfang frag-
mentarisch: 1* si ghekerstent was starf ende uoer te hemele. Katherina bleef
bi der borst haerre moeder die se oce minde bouen al haren sonen of dochteren
— 133* Men sel mercken dat dit ghetoghen is ende uercortet wt der legende
dder heyligher maghet katherinen uan senis welke legende ghemacet heeft een
eersamich broeder ghehieten raymüdus een leere in der godheit..... Nochtan
so mach men den loop haers leuens die al uan miraculen ende bouen natueren
was celaerliken bier in merken.
37 — 91 85
Vol. Campbell, Annales Nr. 1101.
1342 Hier beghIn& somighe guld@ woorde eü seer stichtich die egidius die
mirebroed® S. fräcisc» gheselle ghesproke heeft. Die ghenade gods ende die
duechden sijn recht als een ledder -—- 168® Salich is die knecht die die hey-
melike dige gods verberghet in syre hertö. Amen.
Vgl. Ashburnham- Place Barrois 618; beide gehen wohl auf das specu-
lum S. Franeisei et sociorum eius (Venetiis 1504) zurück; vgl. auch Pfeiffer,
Altd. Übungsbuch (1866) 200--206.
169* Hier beghittet spieghel des söders. O alre liefste broeder want wi
sijn in den weghe deser vliender werelt ende onse daghe uoer liden alse die
scade der sonne — 182% Op dattu den ewighen doet ontgaen moechste ende
mit ih'u xps ewelike leuen dat ons allen te samen moet verlenen die ghebene-
dlide ewicheit. Amen. Amen.
Vgl. Geffken a. a. O. Beilage 47 f. und Verslagen en berigten der ver-
ceniging ter bevordering der oude nederl. letterkunde 4 (1847), 28.
Zur Geschichte: auf der Innenseite der 2. vorderen Custode: Item dit boec
heeft heeft (!) ghesereuen ei ghegheuen haer pieter willams z’ onse pater tot
een ewighe testament daer om bidt voer die siel om gods willen. Ebenda
(Mitte): Dit boec hoert tot sinte maria magdalenä sustere wonede toe edanı.
90.
Phill. 4082. Perg. Frühes xv. Jh. 120 Blätter. 19 x 13,5, einspaltig zu
18 Zeilen auf linierten und von Linien eingerahmten Seiten. Blau-rote mit
Ärabesken verzierte oder rote und ‘blaue Initialen, rote Überschriften und rot
durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen von 8 Bil.
S. Augustijns Hantboee.
1° Hier beghint süte augustijns hantboec. Dat eerste. capittel is van d®
bescouwIge ons her& ihu crist. Want wi in de middel der strick& gheset sy
so vercouden wi lichtelie — 595 Alle my wese moet dat begheren thent ie in
mach gaen in die vroechde mys here. Amen. Hier eyndet sinte augustijns
hantboec.
Vgl. Phil. 1175 Bl. 1128— 1488,
60° Hier beghinne sunte Augustinus ghedachte. Dat eerste capittel. Mit
wackerre sorghen mit sorchfoudigen harte ..... betaemt ons te ondersoeke eh
te leren -— 120 nochtä w’de onse siele ouermits syre tegöwoerdich* geestelic
gespijst.
Phill. 6731. Pap. xvı. Jh. (nach 1525)'). 75 Blätter und 1*--18* (in der
Ils. wird von I—ıXxxX gezählt, aber —XV. XVHI—XX und XXıf. bexeich-
1) 8. unten zu Bl. 30b,
S6 III. CuErL.TENHAM
nen Seiten, nicht Blätter). 21,1x14,4, von einer Hand einspaltig mit verschie-
dener Zeilenzahl geschrieben. Initialen: zu Beyinn eines Liedes meist blau und
rot mit Arabesken, zu Beginn: der Strophen abwechselnd blau und rot. Rote
Arabesken auch häufig am Ende von Strophen; rote Überschriften; die Seiten
von Linien umrahmt; Notenschrift auf xLUP— XLIH®. XLVY—LXXIV® und LXXIX f.
Lagen von verschiedenem Umfange. Wasserzeichen wie oben Phil. 2623. Moderner
brauner P’appendeckelband mit Lederrücken, darauf in Goldschrift: Geestelykle]
liedere[fn] A* 140[0] Manuschfript] (1).
Ntiederländisches Liederbuch.
1*b Ein Recept; dann die Notiz: Auct. v. Scheidius 1806 f. 2-10-.
2* Cum aproximaret dominus efe. (mit Noten).
9*b Libera me domine ete. (ebenfulls mit Noten).
11* Recepte für Zukerey, om wafelen te backen etr.
Die god mint
12*@ Sprüche: Hy is wijs Di hem seluen wacht vo sonden
Die hen selven kent elr.
Got Niet
Eer ir verloren 2 veel nn verloren
Aen meret. dit wel.
13* Recepte: 14*—18* leer.
Anfang des Tertes: 1° Mijn lyef is schoen ende suuerlijeck
Seer eedel machtich en rijek — (7 Str.)
(rot) Dit!) is eens hemels gheestelijek Iyedekin Ende men mocht synghen
tot alre tijt als men vrolije is voer geestelije ende waerlijeke mensche wt vro-
lijker harte onbegrepe.
1b Mit vroechden wille wi singhen — (7 Sfr.).
Hor. belg. x Nr. 108. W. Moll, J. Brugmann 2, 207 (12 Str.).
Dyt lyedekijn heeft drie wijsen die eerste is drie heren sijn wt ghetoghen
in dat gulde Jaer En die and® is heer god wye mach ic elghen mijn verloren
tijt 2). Die dorde het viel eens hemels douwe op ee eley maech” ?).
2b Wy willen ons gaen verheffen
bouen allen aertschen dinghen
Ende climmen met onse ghedachten
onder die seraphinnen etc. (Christus und die Seele, 7 Str.)
Scheurleer, Een deuoet .... boecerken, ’s Grravenhage 1589, Ar. cLvı (13 Str.).
Dit lyedeky heeft twee wijsen Die een is Ic wil my seluen troesten en
1) In der Hs. stehen die Anweisungen über Melodie etc. immer vor dem Liede.
2) Hor. belg. x Nr. 60.
®) Hor. belg. x Nr. 23.
91 87
maeken cenen moet!) Ende die ander is Me'sky wilt ghy met me gaen aen
ghenre gaerde al daer.
3b Voerlanghen voerlanghen du doeste mynre jongher hartge pyne — (6 Str.).
Hor. belg. xı Nr. 157.
Dit is voerlanghen int gherstelije Ende beghint ald’ eü is cens hemels
lyedekijn.
4° Die wynter di wil laten of
Die meye coet hier strijken — (14 Str.).
Dit is eens hemels Iyedeken Ende gaet op die wijse Als ons die wynter
oerloef gheeft soe spruten die bloenkijns suverlyken.
5b Natur wij moten scheyden
Dat is my groot profijt — (17 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ic weet een moellenaerinne van herten
also fiin?2). Maer die ander twee sine of regulen sellen op gaen als die twee
eersten Maer die vijften sin of reghel sal nedergaen.
6b Claerluchtich hoechgheboren Vry edel keyserin — 10 Str.).
Marienlied; das Acrostichon ergiebt den Namen Katherina.
Str. 10 Katherina is gheheten
Dit ouer soete liet
Ysbrandus suldi weeten
Heeft dus haer naem bedliet
God gon hem beyd te samen
Te comen wt dit ellende
Mit sielen en lichaem
Daert vroechden is sonder ende.
Sonder eynde Claerluchtich ıc.
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ter Maes al opten Rijn Daer woent een
jonckfrouliin. Maer men sel die woerden van den lesten reghel wat langhe in
die mont houden ende draeyen want men moet den dutsem altijt wat toeghe-
ven van allen lyedekens dat een mer dat ander min als men wel ter «deghen
synghen sal ander en ist niet veel tswaerts den sanghe.
7b Jhesus mijn alreliefste heer
Mijn hart dat is tot v altoes — (5 Str.).
Dit lyedeken gaet op die wijse Het was een wijf sy en had gheen kijnt
si) settede een kalf op haren schoet. Dazu von spüterer Hand am Rande:
Dese dree navolghende liedekijns heeft ghedicht die dyt bouck ghescreuen heeft.
8b Och of ie in den hemel waer — (4 Str., s. Anhang).
Dit lyedekijn heeft twee wijsen die een is als men acht regulen voer een
\!) Hor. belg. x Nr. 62 f.
2) Hor. belg. 11°, xxx. Scheurleer Nr. CVII (ebenfalls als Melodie).
86 III. CuELTENHAM
nen Seiten, nicht. Blätter). 21,1x14,4, von einer Hand einspaltig mit verschie-
dener Zeilenzahl geschrieben. Initialen: zw Beginn eines Liedes meist blau und
rot mit 4rabesken, zu Beginn. der Strophen abwechselnd blau und rot. Rote
Arabesken auch häufig am Ende von Strophen; rote Überschriften; die Seiter
von Linien umrahmt; Notenschrift auf xu.ud —xLin®. XLY—LXXIV® und LXXIX f.
Lagen von verschiedenem Uhnfange. Wasserzeichen wie oben Phill. 2623. Moderner
brauner Pappendeckelband mit Lederrücken, darauf in Goldschrift: Geestelyk|e]
liedere[fn] A>* 140[0] Manusch[ript] (1).
Niederländisches Liederbuch.
1*b Ein Recept; dann die Notiz: Auct. v. Scheidius 1806 f. 2-10-.
2* Cum aproximaret dominus efe. (mit Noten).
9*b Libera me domine ete. (ebenfalls mit Noten).
11* Recepte für Zukerey, om wafelen te backen etr.
Die god mint
Die hem seluen wacht vo sonden
Die hen selven kent etr.
Goe Niet
Eer a, verloren ES ee verloren
Sie] ee
Aen meret dit wel.
13* Recepte; 14*—18* leer.
Anfang des Textes: 1° Mijn lyef is schoen ende suuerlijck
Seer eedel machtich en rijek — (7 Str.).
(rot) Dit!) is eens hemels gheestelijck Iyedekin Ende men mocht synghen
tot alre tijt als men vrolije is voer geestelije ende waerlijeke mensche wt vro-
12*2 Sprüche: Hy is wijs
al
lijker harte onbegrepe.
1b Mit vroechden wille wi singhen — (7 Str.).
Hor. belg. x Ar. 108. W. Moll, J. Brugmann 2, 207 (12 Str.).
Dyt lyedekijn heeft drie wijsen die eerste is drie heren sijn wt ghetoghen
in dat gulde Jaer Eü die and’ is heer god wye mach ic elghen mijn verloren
tjjt2). Die dorde het viel eens hemels douwe op c& cley maech” ?).
2b Wy willen ons gaen verheffen
bouen allen aertschen dinghen
Ende climmen met ons& ghedachten
onder die seraphinnen etc. (Christus und die Seele, 7 Str.).
Scheurleer, Een deuoet .... boecıcken,’s Gravenhage 1889, Ar. cLVI (13 Str.).
Dit lycdeky heeft twee wijsen Die een is Ice wil my seluen troesten en
9 In der Hs. stehen die Anweisungen über Melodie etc. immer vor dem Liede.
2?) Hor. beilg. x Nr. 66.
8) Hor. belg. x Nr. 23.
91 87
maeken cenen moet!) Ende die ander is Me’sky wilt ghy met me gaen aen
ghenre gaerde al daer.
3b Voerlanghen voerlanghen du doeste mynre jongher hartge pyne — (6 Str.).
Hor, belg. xı Ar. 157.
Dit is voerlanghen int ghegstelije Ende beghint ald’ en is eens hemels
lyedekijn.
4® Die wynter di wil laten of
Die meye coet hier strijiken — (14 Str.).
Dit is eens hemels Iyedeken Ende gaet op die wijse Als ons die wynter
oerloef gheeft soe spruten «die bloemkijns suverlyken.
5b Natur wij moten scheyden
Dat is my groot profijt — (17 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ic weet cen moellenaerinne van herten
also fjjn?).. Maer die ander twee sime of regulen sellen op gaen als die twee
eersten Maer die vijften sin of reghel sal nedergaen.
6b Claerluchtich hoechgheboren Vry edel keyserin — (10 Str.).
Marienlied,; das Acrostichon ergiebt den Namen Katherina.
Str. 10 Katherina is gheheten
Dit ouer soete liet
Ysbrandus suldi weeten
Heeft dus haer naem bediet
God gon hen beyd te samen
Te comen wt dit ellende
Mit sielen eß lichaem
Daert vroechden is sonder ende.
Sonder eynde Claerluchtich ?e.
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ter Maes al opten Rijn Daer woent een
jonckfroulijn.. Maer men sel die woerden van den lesten reghel wat langhe in
die mont houden ende draeyen want men moet den dutsem altijt wat toeghe-
ven van allen Iyedekens dat een mer dat ander min als men wel ter deghen
synghen sal ander en ist niet veel tswaerts den sanghe.
7® Jhesus mijn alreliefste heer
Mijn hart dat is tot v altoes — (5 Str.).
Dit Iyedeken gaet op die wijse Het was een wijf sy en had gheen kijnt
sij settede een kalf op haren schoet. Dazu von späterer Hand am Rande:
Dese dree navolghende liedekijns heeft ghedicht die dyt bouck ghesereuen heeft.
8b Och of ic in den hemel waer — (4 Str., s. Anhang).
Dit Iyedekijn heeft twee wijsen die een is als men acht regulen voer een
!) Hor. belg. x Nr. 62 f.
2) Hor. beig. 11°, xxx. Scheurleer Nr. CVII (ebenfalls als Melodie).
88 III. CuhELTENHAM
vaers synghet dan is die wyse Gueden dach en guelen nacht vens ic die liefste
mijn. Ende die ander wijse is als men vier regulen voer een vaers synghet.
dan is die wijse Het quamen drie rutters ghelöpe gheloepen in een lant met
netten eh met knoepe het waeren die besten die men vant!).
9b (x) In liden groot heb ick verdriet
Ice bin daer toe vercoren — (11 Str.).
. Dit lyedekijn is ghedicht int jaer ons heren 1495.
11®2 (xıır) Nu wel heen ende dat moet sijn.
Vander werelt soe moet ie scheyden — (9 Str.).
Dese vier nauolghende lyedekens (also 112—12b) mach men synghen op
dese wijsen Die eerste wijse Ic sach my heer van valkesteyn ?). Die ander van
die hertoch van sassen Die dorde Ic sie die morghe sterre?) Die vierde wijs Het
viel op eenen morghestont Ende alle ander lyedekys die men op vier regulen
synghen mach.
11b (xıv) Noemt Jhesus lief int herte miin — (9 Str.).
Op Jie seluen wijse Een suuerlyc lyedekijn.
122 (xv) Een enich een Een een alleen
Sel dat eenicheit begripen — (8 Str.).
Noch op die selue wijse Een suuerlije lyedekijn Maer het is wat vernuft.
12b (xvb) Hy troer die troren wil — (8 Str.).
Hor. beig. x Ar. 73 (nach derselben Melodie; nur 7 Str.).
Dyt lyedekijn gaet op die wijse Ic clam dien boem al op die my te hoghe
was®) ıc.
132 (xvı) Als ic aensie die min van deser aerden
Tis niet dan loch ei al bedroch
Sij is van gheenre waerden
Daer om ist guet dat ic my keer
Tot die min van onsen heer
Och mocht my die ghewarden ete. (8 Str.).
Dyt lyedekijn gaet op die wijse Och edel mens wilstu dijn god bekönen
So moestu al dat in dy is ac.
13b (xvıb) Och edel mens wilstu dijn god bekennen
Soe moetstu al dat in dy is
Tot doechden lere wenen — (8 Str.).
Noch op den seluen wijse Een gheestelijck lyedekijn.
14® (xvım) Onder allen vrouwen wyntme (!) gheen
!) Hor. belg. xI Nr. 58.
2) Hor. beig. 11°, XXIX und 142; Scheurleer Nr. CXCV.
3) Hor. belg.11?, xXIX. XXX. XI Nr.96; Willens, Qude vlaemsche liederen Nr.67.
+, Hor. belg. 11?, XXVIM.
91 89
Mijns liefs ghelijk
Och mocht my heyl van haer schye
Doe waer ic vrolic ewelije
O edel schoen int hemels throon
Braechstu die croon van gouden fijn
Dijn dienre wilice sijn ete. (8 Str.).
Een suuerlijck lyedekijn van onser lieuer vrouwe die waerde moeder gods
maria.
152 (xvırı) Laet ons suetelijecken synghen
Van cenen wijnghertranck
Van paulo willen wi dat beghinne
Hoe hi die heeft gheplant ete. (10 Str.).
Dit is een suuerlije gheestelije Iyedeken van den heilighe apostel sinte
pauwels Ende heeft twee wijsen Die een is Ic hoerde een wilt voghel singhen !)
Ende die ander wijse is Ter maes al op den rijn daer woent e& ıc.
15b (xıxP) Ic sach een ander enghel schoen
Ter sonn&e opganc oprijsen
Gheteykent als die goeds soen
Dats franciscus hooch va prise ete. (8 Str.).
Djt is een suuerlije lyedekijn van onsen heylighe vader franciscus Ende
men macht singhen op die wise Nu laet ons huden vrolije sijn op desen hoeghe
dach?) Maer die een ander wijse wet die machse singhen.
16° (xx) Druck heeft bevaen dat herte mijn — (10 Str.).
Hor. belg. x Nr. 119 und Ms. ıı, 144 Bl. 100 der kgl. Bibliothek zu
Brüssel.
Dit lyedekijn heeft gedicht een dominieus broeder ende gaet op die wijse
troeren moet ic nacht ende dach eh lijde groot verlangh&°).
17% (xx1) Trueren moet ie nacht ende dach — (6 Str.).
Auch Brüssel Ms. ı1, 144 Bl. 17; Scheurleer Nr. cxxxım (5 Str.)
Och op die selue wijse Troer&e moet ie nacht ende dach int gheestelije.
17b (xxır) Hier bauen in den hemel — (7 Str.).
Dit is een gheestelije liedekijn ende heeft hier eerst ghesonghen Hillegont
Aeronts dochter Cornelis Cornelissoens huusvrou int jaer ons heren 1497.
18° (xxımı und mit diesem Unterschiede bis zu Finde)
Aen siet hoe lustelic is ons die Mey ontdaen — (7 Str.)
Vgl. Hor. belg. x Nr. 104.
Een suuerlije Iyedeken van die mey int gheestelije.
1) Hor. belg. ı1?, xxIx.
?) Hor. belg. ı1® Nr. 203.
®) Hor. belg. x Nr.147 und Brüssel Ms. 11, 144 Bl.%.
Deutsche Hss. in England I. 12
90 III. CHELTEXNHAM
1Sb Als ie beghin te dencken — (8 Str.)
Scheurleer Nr. CXXIX (7 Str.)
Dit Iyedekijn gaet op wijse haer vriendelije ogheekijns wencken.
192 O Sceyden du ereneste my die moet
Du beroefste my die sinnen
Hoe wee dat my dat scheyden doet
Nochtans wil iet berhinnen. Hoe wee ze. (9 Str.)
Dit Iyedeken gaet op die wijse Heid ie die slotel van den dacch Ile ver-
pen (!) soe ver aen ghene rijn !).
19’ Daer isser mer dan tie ghevinden can
Des en geloceue ie wijf of man — (8 Str.).
Dit Iyedekijn gaet op die wijse mijn moederky is ghestoerwen die my ten
besten riet Si gauen my den ouden den ouden man Maer om sys goets wille
ehine ıc.
20» Die strijt van Vlanderen is opheuen — (s. Anhang).
212 Och doot doot doot die niement en spaert — (s. Anhang).
21]b Tusschen de berch hoghe — (s. Anhang).
22b Dien edelen heer van Brunsesvick — (s. Anhang).
23° Her Danel ghy sijt soe schoenen man — (s. Anhang).
23b Reghenboech waerop so sedt die jonghelyne syne sinnen — (7 Str.)
IHor. belg. xı Nr. 127 (S Str.).
Dit. Iyedekijn is van den reghenboech ende van die doet En is seer gue-
lijieke om horen.
24° Ick wil verhoechghen mijnen sin
Ende laten ouerlijden
Daer werelts vroechlde eü al haer min
Tot ihesum wil ie my tyden. Daer 20. (13 Str).
Dit Iyedekijn gaet op die wijse Wildi horen een nuwe liet dat salmen v
singhen. Hoc dat mijn heer serloes die Jukenaers woude verwinen.
252 Och waer ie in mijns vaders lant — (8 Nr.)
Ilor. bely. x Nr. 43, aber 13 Str; Brüssel Ms. m, 144 DU 17% (8 Str.)
Dit is een gheestelijek suuerlijck Iyedekijn En heeft drie wijsen Die eerste
is die ou wijs alsoe beghint die konde ghi alle gader wel Die ander is Het
dlaghet wonderlijke ic sye die liehte dach van die liefte mocht ie swiecen ıc.
Dit is een ouerlantse wijse (des Lied selbst, 5 neunzeilige Str., zu Brüssel Ms.
ı, 144 Bl. 76; es ist ein Tagelied) Die dorde wijse is als men een vaers in
twee delt Het viel op eenen morghe stont.
25P Min suete lief woent in den hemel — (S Str.)
Dit is een gheestelije lyedekijn.
1) Hor. belg. 11°, XXVI.
91 91
26° Het bloeyet die werelt ghenoegelie
In mijnen dommen sinnen — (6 Str.).
Vol. Hor. belg. x Ar. 79 Str. 2 f.
Dit lyedekijn gaet op die wijse Wye wil hoeren een nyewe liet En is van
die koeren bytters van machelen Hoe dat die vrouwen den strijt wonne teghens
die mans in die dier tijt.
26b Hoe luydt soe sanc die geest wt rechter minnen
Soe wye in grooten sonden leeft
Die mach hem wal versinnen — (5 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse Hoe luydt so sanc die leere op der sinne).
272 In alder werelt en is ghen troest — (4 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ic sie die morghesterre Mijn liefkijns claer
aenschy *) :c.
276 Wi moeten van deser werelt scheyden — (5 Str.).
Schenrleer Nr. COX.
Dit lyedekijn gaet op die wijse het was een scaephaerdekijn wtter syuoen (!)
hy had sijn scapkijns ghebrocht int perck :c.
23? Van liefsten coemt groot lieften — (5 Str.).
Moll, J. Brugmann 2, 175. Willens, Oude vlaemsche liederen Nr. 205;
vgl. Archief voor nl. kerkgesch. (1886) 42.
Dit lyedekijn gaet op die wijse. Van liefste coemt groot lieffen En onder
willen (!) oeck grot leit?).
28b Och licht des hemels schijn — (4 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse. Tis al verkert dat plachte sijn In gueder
trouwer minnen 20. °). |
28b Jhesus seker toeverlaet -— (6 Str.).
Dit Iyedekijn gaet op die wijse hanselijn ouer die heide reet?). Men singhet
veel in discant.
292 Ic lide soe groet verlanghen
O lieue here mijn — (Christus und die Seele; 7 Str.)
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ic lye soe grote vroechde al in dat harte myn.
29® Een blijden moet in teghenspoet — (7 Str.)
Moll a.a. O0. 2, 198 ff. (9 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse. Het reet een rider iaghen wt aen geen-
der heiden staet groene Hi en vant daer niet te iaghen®).
!) Hor. belg. x Nr. 122 f. Moll 2,189 f. Archief voor nl. kerkgesch. (1856) 47 f.
2) S. oben S. 885 Anm. 3.
®) Hor. belg. xı Nr. 158.
*%) Hor. belg. xı Nr. 148 (gleicher Anfang).
5, Hor. belg. ı? Nr. 68.
°) Hor. belg. 11%, XxVLif.
90 III. CHELTENHAM
18b Als ic beghin te dencken — (8 Str.).
Scheurleer Nr. exxıx (7 Str.)..
Dit Iyedekijn gaet op wijse haer vriendelije ogheekijns wencken.
192 OÖ Sceyden du ereneste my die moet
Du beroefste my die sinnen
Hoe wee dat my dat scheyden doet
Nochtans wil iet beghinnen. Hoe wee ze. (9 Str.).
Dit lyedeken gaet op die wijse Hed ie die slotel van den daech Ie ver-
pen (!) soe ver aen ghene rijn }). |
19% Daer isser mer dan ie ghevinden can
Des en geloeue ie wijf of man — (8 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse mijn moederky is ghestoerwen die my ten
besten riet Si gauen my den ouden den ouden man Maer om sys goets wille
ghine ıC.
20» Die strijt van Vlanderen is opheuen — (s. Anhang).
21° Och doot doot. doot die niement en spaert — (s. Anhung).
21° Tusschen de berch hoghe — (s. Anhang).
22b Dien edelen heer van Brunsesvick — (s. Anhang).
23° Her Danel ghy sijt soe schoenen man — (s. Anhang).
23b Reghenboech waerop so sedt die jonghelyne syne sinnen — (7 Str.).
Hor. belg. xı Ar. 127 (8 Str.).
Dit lyedekijn is van den reghenboech ende van die doet En is seer gue-
liieke om horen.
248 Ick wil verhoechghen mijnen sin
Ende laten ouerlijden
Daer werelts vroechde en al haer min
Tot ihesum wil ic my tyden. Daer :c. (13 8tr.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse Wildi horen een nuwe liet dat salmen v
singhen. Hoc dat mijn heer serloes die lukenaers woude verwinen.
25° Och waer ie in mijns vaders lant — (8 Sfr).
Hor. belg. x Nr. 43, aber 13 Str.; Brüssel Ms. u, 144 Di. 17b (8 Str).
Dit is een gheestelijek suuerlijek lyedekijn En heeft drie wijsen Die eerste
is die ou wijs alsoe beghint die konde ghi alle gader wel Die ander is Het
daghet wonderlijke ie sye die liehte dach van die liefte mocht ie swiecen zc.
Dit is een ouerlantse wijse (das Lied selbst, 5 neunzeilige Str, zu Drüssel Ms.
—
ı, 144 Bl. 76; es ist ein Tagelied) Die dorde wijse is als men cen vaers in
twee delt Het viel op eenen morgh& stont.
25’ Min suete lief woent in den hemel — (8 Str.).
Dit is cen gheestelije lyedekijn.
!) Hor. belg. 11%, XXVI.
91 91
26° Het bloeycet die werelt ghenoegelie
In mijnen dommen sinnen — (6 Str.).
Vgl. Hor. belg. x Ar. 79 Str. 2 f.
Dit lyedekijn gaet op die wijse Wye wil hoeren een nyewe liet En is van
die koeren bytters van machelen Hoe dat die vrouwen den strijt wonn& teghens
die mans in die dier tijt.
26b Hoe luydt soe sane die geest wt rechter minnen
Soe wye in grooten sonden leeft
Die mach hem wal versinnen — (5 Str.).
Dit lyedekijn gaet op (lie wijse Hoe luydt so sanc die leere op der sinnet).
272 In alder werelt en is ghen troest — (4 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ic sie die morghesterre Mijn liefkijns claer
aenschy ?) :c.
27b Wi moeten van deser werelt scheyden — (5 Str.).
Scheurleer Nr. CCXIM.
Dit lyedekijn gaet op die wijse het was een scaephaertekijn wtter syuoen (!)
hy had sijn scapkijns ghebrocht int perck :ıc.
25? Van liefsten coenit groot lieften — (5 Str.).
Moll, J. Brugmann 2, 175. Willems, Oude vlaemsche liederen Nr. 205;
vgl. Archief voor nl. kerkgesch. (1836) 42.
Dit lyedekijn gaet op die wijse. Van liefste coemt groot lieffen En onder
willen (!) oeck grot leit?).
28b Och licht des hemels schijjn — (4 Str.)
Dit Iyedekijn gaet op die wijse. Tis al verkert dat plachte sijn In gueder
trouwer minnen 2c.%). |
2sb Jhesus seker toeverlaet -— (6 Str.).
Dit Iyedekijn gaet op die wijse hanselijn ouer die heide reet?). Men singhet
veel in discant.
29% Ic lide soe groet verlanghen
OÖ lieue here mijn — (Christus und die Seele; 7 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse Ic lye soe grote vroechde al in dat harte myn.
29» Een blijden moet in teghenspoet — (7 Str.)
Moll a.a. O. 2, 198 f. (9 Str.).
Dit lyedekijn gaet op die wijse. Het reet een ridder iaghen wt aen geen-
der heiden staet groene Hi en vant daer niet te iaghen®).
!) Hor. beig. x Nr. 122 f. Moll 2,189 ff. Archief voor nl. kerkgesch. (1886) 47 f.
2) S. oben 5. 85 Anm. 3.
5, Hor. belg. xı Nr. 158.
*%) Hor. belg. xı Nr. 148 (gleicher Anfang).
5) Hor. belg. ı? Nr. 68.
®) Hor. belg. u?, XXVLf.
92 III. CHELTENHAM
302 Min hartge dat wil ic gode opgheven
Ende doen mi alle menschen of — (6 Str.).
Vol. Catalogus der biblioteek van der maalschappy der nl. letterkunde te
Leiden 1, 12 Nr. 218 (Onsen god wyl ic myn hartgen opgheven). Bäumker
in der Vierteljahrsschrift f. Musikwissenschafl 1838 8. 226 f. Ar. 33. 34.
Dit lyedekijn gaet op die wijse Voerlanghen :c.
306 Wi willen gode loven
Mit grooter waerdicheit — (6 Str.).
Dit lyedekijn heeft hier eerst ghesonghen mijn heer die pastor van die
nuewe kerck nmıeester Ariaen Cornelis die brouwerssoen int iaer ons heren 1525.
31®2 Och voer die doot is troest noch boet -- (5 Str.)
Vgl. Moll a. a. O. 2, 195 f.; Brüssel Ms. ıı, 144 Bl. 13.
Dit lyedekijn gaet op die wijse Tandernakel al op den ryn!).
31b Droch werelt my gruwelt vver dijn weesen — (6 Str.).
Vgl. Hor. beig. ıı!, 83 (als Melodie); Bäumker Nr. 36.
Dit is een suuerlijk gheestelijk lyedekijn. |
322 Hadyeu natuer hadyeu solaes — (8 Sir.).
Brüssel Ms. ı1, 144 Bl. 54.
Een gheestelije Iyedekijn.
32b Die werelt heeft my in haer ghewout — (10 Str.).
Vgl. Archief voor nl. kerkgesch. (1886) 62 f. Alg. konst- en letterbode
1850 8. 175. Seheurleer Nr. xcıx Van zuster Berthe, aber schon in über-
arbeiteter Gestalt.
33® Als ic aensie dit leuen al — (15 Str.).
Scheurleer Nr. ccııı (10 Str); vgl. auch Bäumker Nr. 51.
342 Mijn hartge dat leit gheuanghen — (10 Str.).
34b In hopen wil ic vrolije leuen — (7 Str.).
34b Mocht ic een weynich spacieren
Hier bouen inde tbroon — (5 Str.).
35° Weest vrolije het is gheworden dach — (5 Sir.).
Hor. belg. ııt, 1, 25 f. Ar. vın.
35b Jhesus bant o vuerich bant — (6 Str.).
Hor. beig. x Nr. 60 (aber 10 Str); Archief voor nl. kerkgesch. (1886)
49 f. Scheurker Nr. xı (8 Str.).
362 Weest ghegroet o maghet zoet — (9 Str.).
Auch Brüssel Ms. ıı, 144 Bl. 14.
365 Jhesus die heeft ende heeft my wt uercoren
Ic hoep hi ensel my niet laten verloren — (3 Str.).
37% Daer en is ghen rust in deser tijt — (7 Str.).
!) Hor. beilg. xı Nr. 149; abweichende Fassung in Brüssel Ms. u, 144 Bl. W.
91 93
Auch Brüssel Ms. ı1, 144 Bl. 30; vgl. Hor. belg. x Nr. 69 von Str.2 ab.
Folgen lateinische Lieder mit Musiknoten (bei den 3 ersten nur für die
erste Strophe, bei den übrigen durchaus bis 69° — LXXIV*).
37 Sumus hic sedentes Simul conferentes —.
38* Surrexit Cristus hodie —.
38b Osti regis filie eristi —.
402 Veni sancte spiritus —-.
40 Ave Maria —.
40b Felix namque -—.
41b Salue regina misericordie —.
43° O lux beata —.
43b Da pacem domine —.
44b Benedicamus deuotis mentibus —.
45b Procedentem sponsum de thalomo (!) —.
46» Primo tempore alleviata est —.
48% Consolamini —.
49 Jube domine silere —. ®
51* Te deum laudamus —.
542 Dies est leticie —.
56® Sanctus sanctus —.
58* Dies est leticie —.
59% Puer nobis nascitur —.
61* Ad festum leticie —.
62% Verbum caro factum est —.
62b Ego sum panis vite —.
63® Sacrum convivium —.
64* Melchisedech vero rex —.
64b Discubuit Jhesus —.
65 Benedic domine —.
66 Quomodo fiet —.
67b Regnum mundi —-.
68% Hoc est preclarum —.
Wieder nl. Lieder:
69b Laet ons met herten reyne — (11 Str.).
Scheurler Nr. ccoxxvı (12 Sir.); Büumker Nr. 48 (hochdeutsch).
70% God gruet v lieflick beelde soet — (8 Str.).
712 Mit desen nyewen iaren — (12 Str.).
Hor. belg. x Nr. 1.2. Willens, Oude vlaemsche liederen Nr. 196 (5 Str.).
716 Nu laet ons singhen het is tijt — (24 Str.).
Vol. J. G. R. Acquoy, Kerstliederen en leisen, Verslagen en mededelingen
der kgl. academie der wetenschapen ıu. deel (1886) S. 367 f.
94 III. CuELTEXNHAM
Bl. 73 und 748 leer.
4b O flos florum —- (mit Noten).
Zur Geschichte: aus der Bibliothek von Scheidius (s. oben) kam die ls.
in diejenige Meermanns (Nr. 1042) und von da mit dessen übrigen Hss. in der
Besitz von Sir Thomas Phillipps. Eine kurze Beschreibung der Hs. gab J. G.
R. Aequoy in Verslag van de commissie voor geschied- en oudheidkunde varı
wege de maatschappy der nederlandsche letterkunde te Leiden over het jaar
1887—88, 8. 56—64. Da diese Hs. unter den spüter erworbenen verspreng&
stchen geblichen war, gieng sie nicht mit den übrigen Mecermannianis in die
Berliner kgl. Bibliothek über. Vgl. V. Rose, Lat. Meermann-Hss. 8. v.,
92.
Phill. 7087. Diese schöne Perg.-Handschrift, deren Hauptinhalt im xıı. Jh.
geschrieben wurde, ist dieselbe, welche V. A. Kindlinger im Allg. litt. Anzeiger
1800 Sp. 644—46 beschreibt. Die nur zum kleinsten. Teil von ihm excerpierten
deutschen (lossen, welche einem sachlich geordneten Glossar auf Bl. 143° Sp.2 —
1446 Sp.1 und einem alphabetischen auf Bl. 144% und wiederum auf Bl. 167%
bis 168° Sp. 2 von einer Hand des xım. Jh. übergeschrieben sind, wurden als
Glossae JMarienfeldenses (Cisterzienserstift Marienfeld in der Diöcese Paderborn)
in Hoffmanns Althochdeutschen. Glossen $ 40 ron neuem abgedruckt; auf die-
selbe Us. gehen auch die von Graff mit der Sigle Tr. bezeichneten Glossen zu-
rück. Vgl. darüber Steinmeyers Ahd. Gil. 3, 421. Die Hs. enthält auf
Il. 12 —1b Sp. 3 ferner den Marienfelder Bibliothekscatalog, der aus dem Litt.
Anz. a. a. O. wiederholt in Naumanns Serapeum (1848) 9, 20 ff. steht; vgl.
auch (G. Becker, Catalogi bibliotheenrum antiqui, Bonn 1335, S. 258 Ar. 168
und Gottlieb, Über mittelalterliche Bibliotheken (1890) 8. 52. \
Das sachlieh geordnete Glossar ist nach meiner Abschrift in den Ahd. Gl.
3, 715— 722 gedruckt; das alphabetische und eine eingehendere Beschreibung des
Coder wird der 4. Band bringen.
93.
Phill. 7129. Pap. xv. Jh. 46 Dlätter, in der IIs. gexühlt als I—XLYvi.
31x 22, von einer Hand zweispaltig zu je 40 Zeilen geschrieben. Farbige Inı-
ttalen auf Goldgrund, rote Ü berschriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben;
fast auf jedem Bl. kleine, schr prinitiv ausgeführte Texrtbilder. Lagen zu 12 Bil,
die letzte zu 10. Wasserzeichen: zwei gekreuzte Schlüssel. Blauer Atlasband.
Genesis mi der Glosse.
12 Wee allen den dy vnnutz gedankcehen habent || Glos wirt den wce dy
vnnutz gedankchä habent michel wirser wirt den dy vnnutzt vnd pöse sun-
dige werch wirkchen .... — 46b (Tod Josephs) Wann aber dye andern prudern
starben Do fürt man sy aus........ (rot) Incidentia was dy tzeit haidenischer
chunig warenn. endt. finis,
91 — 9 95
94.
Phill. 7341. Pap. xv. Jh. coxxx Dlätter (so in der Is. gezählt, doch
fehlen jetzt ı—xuı) und 1*—23* 231*—239* sowie vordere (Custode. Ver-
schiedene Hände und Zeilenzahl. Einzelne rote Überschriften. Alter brauner
Holzband mit Lederrücken und einer Schliesse.
Medicinische Tractate ete. über die Pest.
Auf der Custode Recepte von einer Hand des xvır. Jh.
1* findet sich der Name: Margaretha Caritt (?) in Wurttzburg [1]565.
2*_21* Register zu Doctor Heinrich Stainhowells büchlein von
der Pest (xvı. Jh... Das Büchlein selbst wird auf den fehlenden DU. 1—x1ı
gestanden haben.
432 —51b Missa contra subitanea mortem sive pestilentia (Inf.).
52—59 leer. 60% Item zu der zeit der pestilentz sol man fliehen das ge-
main pad vnd sol machen ain hauspad von den nachgeschriben stuckein — 61®.
622 (xvr. Jh.) Hiernach stett geschriben wie man salben vnd plaster ma-
chen soll — 633%.
64—71 leer. 72% Contra Pestilentiam (in Briefform): Ach liebes frünt-
lichs frewlein das ist die erschrockenlichest kranckhait — 74.
75° Ain kostlich’ tractat von der pestilentz — 91? Schluss (rot): Et sie est
finis istius libelli de regimine sanitatis contra pestilentiä.
91" (rot) Aber for die Pestilentz. Item ein ander ertzeney fur den ge-
brechen nym .... — 1024,
103 —109 leer. 110% Arzneibuch. Aristoteles schreipt dem kunig Alle-
xander — 142 (tumeist aus Arvicenna, Almansor ete. genommen).
143° Hienach vacht an ain püchlein innhaltend vil stuck die das nach-
geschriben Register tut antzaigen. Ilandelt von den 4 Elementen, der rechten
Zeit, Arznei zu geben ete., und schliesst mit einer langen Teeceptsammlung — 192.
1933 Tractat über die Pest, mit Gebeten für ihre Abwehr schliessend — 230.
95.
Phill. 7411. Perg. (sehr diek und weiss). xvı Jh. (1533). 81 Blätter
und nach BI. 10 zwei, much BUS1 einundzwanzig leere sowie je eime Cuslode.
28,6 x 20, von einer sehr gefälligen Hand xu 23—24 Zeilen geschrieben. Blaue
und rote Initialen, rote Überschriften und rot durehstriehene grosse Buchstaben.
Lagen zu 6 Bi. (nur die 3. xu 8). Alter gepresster hellbrauner Lederband mit
zwei (nun fehlenden) Schliessen.
Recessus Hamburgensis ab anno xvCxxıx.
2° Dat Register dusses bokes. Unde int Erste van dren Priuilegien effte
vrygheidenn dusser Erntriken Stadt Hamborch gegheuenn. Folgt a) der Text
der 1421 von Sigismund ausgestelllen Privilegien: dat de van Hamborch int
kamergerichte nicht scholenn geladen effte geesschet werden. 5) 1438 van den
96 III. CuELTENHAM
Romesschen koh Albert: dat nemandt de van Hamburch inn eren rechten pri-
uilegien vnde vrygheidenn vorkorte lette | elder schade by Bwarenn penen.
c) 1450 von Siyismund gegeben: Dat dridde priuilegium der gantzen dudeschen
Henße vor den Beuarne kopmann gegheuen (das erste e durchstrichen), lat.,
doch anschliessend nd.: De Inholt summarie vnde Executionn des gesechtenä
Priuilegij.... — 10b.
112 Dat Register dusses jegenwardigen Recesses | dat gemaket vnde be-
leuet ys Anno MDXXxIX. (82 Artikel) Wat vrygheit eyn iderman tho Hamborch
warrafftich in gerechte geneten mach | dat vindeste in dem ersten artikele alszo
....— 17° Van vorgaderinge vnde vpplope der gemenheit vnde dar vpp ge-
stelleder penede. 15 vnde xxxır. artikele.
18° (rot) Recessus Hamburgensis ab Anno xv’xxıx. Gade dem almech-
tigen to laue Romescher Keyßerliker Maiestat des geliken ock deme Erff’baren .
Landeßheren...... hebben ettlike des Erbarn Rades...... Dese nabescreuen ar-
tikel Recesses wyße.... in scriffte stellen laten. (Tert der Artikel) ı. Vor erste
Dat men na dissem daghe nemande he sy Borgermeister .... edder Inwaner
dusser stadt vmme misßedaet willenn vordriuen offte vorwißen — Schluss 81b
Denn alle vrame borger vnde Inwanere schollen ... myt lyue vnde ghode
dartho doen helpen vnde vorderen | dat gehore frede vnde eyndracht In dusßer
guden Stadt vnderholden vnde gehanthauet werde. Amen. (rot) Deo laus et
gloria qui concessit finire hune Recessum per me Mathiä krogher Anno Christi
saluatoris nostri 1533 altera die Jacobi apostoli.
Zur Geschichte: auf 1b (rot) Dyt hoeck horet Hans Kalenberch tho Bur-
ger in Hamburch Anno domini MDXxxXxTmI (von derselben Hand, die den ganzen
Coder schrieb. Ebenda am linken Rand: Me possidet Joh. Henricus ........
(verschmiert) 1727 d. 20. Apr. 2a unten: Ex Bibl. Dr. Roemer 1818. Auf
der Vorder-Custode Auetionsnummer: Auct. 1742 11/28 Juni P. 7. N. 4.
96.
Phill. 7827. Pap. xv. Jh. (1419). 90 Blätter und vordere Custode. 32x 21,5,
von einer Hand in zwei Spalten mit verschiedener Zeilenzahl geschrieben. Rote
Initialen und rot durchstrichene grosse Anfangsbuchstaben der Verse. Lagen zu
12 und 10 Bil. Wasserzeichen: Stierkopf mit einer Blume auf gewundenem Stabe.
Strickers Karl der Grosse.
Anfang 1°: Ich han gemerckt ainen list
Was in des mannes hertze ist
Daz wir haissent | den mät
Er sye v’bel oder gät.
Schluss 90°: Das was öch pillich vnd recht
Er was der gewissest knecht
Aue Judas allaine
95 — 98 97
Den die tüufel alle gemaine
In der werlte y’e gewunnen
Den söllen wir in wol gunne. Amen.
Darauf: (rot) Per me Andream Endras genant hüßlin in wangen Anno
domini M°ccce®xıx ist geendet vnd vBßgeschriben diß libel. An dem zwölften
tag des aberellen.
Ausgabe von K. Bartsch, Karl der Grosse von dem Stricker, Quedlinburg
1357, der diese Is. nicht benutzt hat. Ihr Text reicht nur bis V. 12154 der
Ausgabe. Sie ist zwar, wie Stichproben ergeben haben, keine Abschrift einer
der von DB. verwerteten Hss., doch scheint sie für .die Textkrilik nicht von
Belang.
Zur Geschichte: die Hs. befand sich vorher in der Bibliothek des Lord
Guilford.
97.
Phill. 8311. Pap. xvum. Jh. (1784). 182 Seiten. 22x 18,5.
Johannes Rothes (Hs. Rode) Gedicht von der Keuschheit.
Anfang: Ach wy gar suberlichen vnnd zart
Ist die reine kusche art.
Schluss (S. 182): Ich sprech iss vf myn truwe vnnd ere
Ich wolde das keine juncfrauwe were
In der werlde nach kein bidder (!) wip
Die ir sele ere gud vnnd lip
Gerne wislichen wolden beware
Sy hetten zu sture disse schone lare.
Siehe auch den Anhang. ’
Auf der Vorder-Custode: Johannes Rode Von der Keuschheit durch Jo-
hann Rutinck van Sagan im Jahre 1456 abgeschrieben. Tinten: Cepi transeri-
bere e codice chartaceo Viri Clariss. Ludov. Albr. Gebhardi Professoris Aca-
demiae Equestris quae Luneburgi floret, d. 21. Juli 1784
: Ch. (?) Schmid
Prof. Coll. Carolini Brunswicenß.
Bruchstückweise veröffentlicht durch Kinderling in Adelungs Mayazın 2, 4,
108 f. Vgl. ferner F. Bech, Germania 7, 366 f.; wir haben jedesfalls die Copie
der als verloren angeführten Hs. vor uns, die dadurch selbständigen Wert er-
hält. Ausserdem s. K. Bartsch in den Heidelberger Jahrbüchern 1872 8. 10 f.
(Berlin Ms. germ. 4° 186).
98.
Phill. 8315. Pap. xv. Jh. 83 Blätter nebst Custoden. 28,3 x 20,4, von
einer Hand in 2 Spalten mit verschiedener Zeilenzahl geschrieben. Rote Ini-
tialen (nur die erste blau) und Überschriften; rot durchstriehene grosse Buch-
Deutsche Hass. in England I. 13
98 III. CnheLTENNAM
staben. Lagen zu 12 Bl. (die letzte zu 10 mit Vorder-Custode), bezeichnet dierch
1.2.:— 7.
Prosabearbeitung von Konrads Trojanerkrieg.
1° (rot) Wie tröye zerstoret wart von helenö wegen. Anfang: Ein stat
hies troye do was ein kunig ynne der was gewaltig uber manig lant — Sehlass
832 Sus wart troye zerstört die stat die wz die witeste an begriffen die lüt-
seligeste an gezierde...... «die beste an allen dingen So man erwünschen noch
erleneken kan das vormals nach sit her nie ir gelich gesehen wart. Amen dieco
vob | (rot) Joha, (Name des Schreibers ?).
Vyl. Goedeke, Grundriss 1°, 372, 7.
Zur Geschichte: die Is. war vorher in der Bibliotheca TTeberiuma als
Ar. 1396 (Auctionseatalog, London at Mr. Erans’ 1836).
99.
Phill. 8316. Pap. xv. Jh. 50 Blätter und 51*— 57* leer nebst Vorder-
Custode. 28,3%X20,4, von einer Hand einspaltig mit verschiedener Zeilenzahl
geschrieben. Rote Initialen und Titelschrift, rot dwrehstrichene grosse Aufangys-
buchstaben der Verse. Vier Lagen zu 12 Bl., dann ein Doppelblatt mit Torder-
Custode, endlich eine Lage von 6 Di. Wasserzeichen: ein Kreuz. Moderner
brauner Peapierbeund.
Johan vß dem vyrgiere.
1°? In dei nomine amen. (rot) DißB buch saget von dem starcken helte
Johan vßer dem friegere vnd dut vns groß mäheit bekant.
Anfang: Wollent ir horen abenture
Wie got dirre werlte zu sture —
Schluss 500: Und manig Greue Ritter vnd kneht
Die sprachen diß büch were geschriben recht.
Ryntflevsch
dar zu viel kalpfleisch.
Unbekauntes Spielmannsgedieht, angeblich nach flimischer Quelle. Auszugs-
weise im Anhunge mitgeteilt,
Zur Geschichte: früher Nr. 1397 der Bibliotheen IITrberiana.
100.
Phill. 8368. Pap. xv. Ih. (nach 1479). 98 Blätter und sieben leere nach
61, vier nach 98. 22%X16,2, von einer Tland. Rote Initialen und rot durch-
striehene grosse Buchstaben, einzelne Worte häufig rot wnterstriehen. Lagen zu
12 DU. (die letzte zu 8), in der Is. bezeichnet durch Anfangysworte. Wasser-
zeichen: Stierkopf mit Blume. Schweinslederband.
Hans Tuchers und Scbolt Rietters Reise nach dem heiligen
Grabe (Titel von der Hand des Tertes auf dem Vorderdeelkel: tuch’ers vnnd
ryetters wallfartt von nurrnberg gen ierußalem vnd zu sant katharf).
Ss — 102 39
‚Anfang 1° In nome des almechtige gotzes ()) ..... ist hie nach geschribn
d® weg vo Nurenb’g aus zu «dem heilige grab gen Jerussalem ..... als hans
tucher d® elter vn Sebolt rietter .... den weg geezoge.... vnd.... nachfolgend
mit.... Doctor Otto spigel..... vereinigt haben.... han ich die selbe fart son-
derlieh beschriben .... — 552 got von hymel geb dz es schir wid’ in der eri-
sten hand kum Amen. Nota: Als man schreibt noch xpi.... gepurt 1479 iar
MiIMCLXXIXx Also schreibt ma noch machmetz gepurt SS4 vVINCLXXXITIL.
56° Ite h’r nach stet beschriben d’ weg vb° lant vö Nurmb’e .... gey
Irlım — 612%.
622 Obiger und Dr. Otto Spigels Reise nach dem Grabe der hl.
Katharina.
Anfang: Im Nomen des almehtigen gottes .... ist hye nach geschribö 4’
weg zw d’ heiligen Sant Kat’ina grab .... als d® durchlewehtigsten furstenn
her’'n Ernst kurfursten vh her’n Albrechts geprud'nn herezogen zu Sachssen ı€.
Cancezler her® Otto Spiegel keysserlichen rechten Doctor Hanß tucher vn Se-
balt Riett?.... den weg gezogen sint — 98° do wir S. Mares thurn zu venedig
wie’ sahen. die andern gallern komen erst den andern tag am samßtag noch
vns gen venedig I die’ port.
Nicht identisch mit dem Text im Reyssbuch von Feyrabend (1584) 8. 349%
— 375; dagegen stimmt die IIs. zu London Add. 183856 (Fragmente auch in
Eyerton 1901 Bl. 39—44 nach der Aufzeichnung 8. Jeieters); vgl. Röhricht,
Bibl. yeographica Palestinue 8. 127 f., wo unsere IIs. fehlt.
101.
Phill. 8373. Pap. xv. Jh. (1491—94). 147 Blätter. 23,5 x 20,8. Holz-
deckel nit yelbem gepresstem Lederbezug.
Deutsche Übersetzung einzelner Schriften des-M. T. Cicero, so De
providentia, De senectute efe.; des Aristoteles De rebus domesticis, De mo-
ribus; des Luetanus Von der falschen verelagung, Von der weltbeschauung ete.
Als Übersetzer nennt sich im Vorwort und sonst Johannes Gotfrid pfar-
her vnd Canonick des Stifftes Santt Katherinen zu Oppenheim; er widmet sein
Buch Friedrich, Keninerer von Dalburg. Yyl. Morneweg, Johann von Dalberg
(1837) S. 19—21. |
Zur Geschichte: aus der Bibliothek des Dr. G. Kloss (Auelionseatalog 1835
Nr. 4548), der in einer Notiz auf der Vordereustode auf Ms. Pal. Nr. 469 hin-
weist. Thorpe erwarb die Hs. für Sh. 7, 6.
102.
Phill. 9065. Pap. xv. Jh. 154 Blätter und ein leeres nach 97. 31,6 x 22,
von einer Ilınd zu 32 Zeilen geschrieben. Die Seiten dureh rote senkrechte
Linien abgeyrenzt. Goldene IJnitinle zu Anfang, die übrigen blau (seltener rot)
mit „Jrabesken; rote Überschriften. Layen von 12 BU. in der Is. je am Ende
100 III. CHELTENHAM
durch Anfangsworte signiert. Wasserzeichen: Stierkopf mit Stern. Gelber Holz-
derkel mit Lederrücken, darauf in Goldschrift: Romances MS.; ursprünglich
auch 2 Schliessen.
Guidonis de Columna Historia Troiana in deutscher Prosaüber-
setzung.
Anfang 1° Ain künig der saß in thesalia in dem lande zu Romanie —
97b Do ward die stat verräten von Anthenor vn Sicas dy da alle zit in der
stat mechtig vi wolgeborn warend .... vnd tettü doch ain groß mort vn v’bel
an dem künig vh an der stat gemainlich.
Vgl. über Hss. und alte Drucke Goedeke, Grundriss 1°, 372, 6; daz«
kommt noch London Arundel Nr. 6.
Alexander der Grosse in deutscher Prosaübersetzung.
Anfang 98° (rot) von dem Großen Alexander. In Gottes namen wil ich
hebn an vü schreybi von Alexandro was ich gelesen han — schluss 154b
(Brief des Mardocheus an Alexander) Nu sich warvm. leget der goldschmid
ddas gold yn das fewr.... das tut er dar vm das er das muge versuchh wan
wirt es in dem fewr blaich oder blaw.... so laßt er das farn sam ces falsch
sey wirt es ab’.... ye rötter vü rötter.... wä das der gutte maister sieht so
nympt er das zu in vn behelt das wol vi legt das beste vnder den tewrostä
schatz. (rot) Sit nomen domini benedietum,
Vgl. Jacobs und Ukert, Beiträge 1, 432 ff
Zur Geschichte: 1* (unten) Ex Bibl. Dr. Roemer. Ferner auf der Innen-
seite des Vorderdeckels weisser Zettel mit: Georgius Kloss M. D. Francoforti
ad Moenum. Bei der Auction der Kloss’schen Bibl. (London 1835 Ar. 4587)
erwarb das Ms. der Antiquar Thorpe um 14 Sh. für Sir Thomas Philipps.
103.
Phill. 9102. Pap. xv. Jh. (1426). 263 Blätter (1*—11* 1—3. 12—13
Perg.). 28,8 x 20,3, zweispaltig. Rote: Initialen (die zweite in Gold mit Ara-
besken), rot durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen von verschiedenem Uhn-
fange. Kleine Streifen einer lat. Perg.-Hs. des xıv. Jh. sind zum Einbande benutzt.
1*° Sprüche aus Salomo, Boethius etc.
Zumeist lat., deutsch nur: Salomon spreket in synen boechen
In godes vruchten do dich salt ouen
So herschopestu (!) hyr op deser erden
Unde salt eyn kynt «des ewiche ricks w°den.
und Boetius: Eyn anbegin der wisheit
Dat is godes vruchticheit.
1*b Credo deutsch. Prim’ articul’ sce fidei: Ich gheleuven in got vader
almechtich — Ich geleufe in der vpverstentenisse des vleisch ind in dat ewighe
leuen :c. amen. Darauf: Decem praecepta ee. lat. — 10*.
102 — 105 101
1a—244% Brevilogus; eingesprengt einzelne deutsche Worte. Am Schluss
rot: Explieit Brevilog’ ille..... pertinet henrico velkener de heynsbergh Script’
in Brunswick sub än incarnationis dnice MmPcccc’xxvi sabbö die p’ festum de-
collatoIs bti Johänes bap'® si quis rapuerit male stab! coram facie pelarissima
in nouissima die.
244b Grammatischer lat. Tractat.
261% Grammalische Übunysbeispiele lat.-deutsch: amo ich hayn leiff' amabä
ich had leif efe. |
‚Anschliessend ein lat.-deutscher Vocabularius, nur die Buchstaben A—C
umfassend, — 263».
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Vorderdeckels die Buchplatte: Dr. G.
Kloss. Im Auctionscatalog Nr. 4677.
104.
Phill. 9303. Perg. xıu. Jh. 116 Blätter (eine Lücke von 3 Bil. nach 102).
Enthält: Vita et epistolae beate üginis hildegardis — 56°, dann die be-
kannten Glossae S. Hildegardis Bl. 58—62; Excerpta Gebenonis ex prophetiis
S. Hildegardis — 102b; endlich einen zu Anfang fragmentarischen medieinischen
Tractat (den Liber compositae medicinae der hl. Hildegard?) mit deutschen Pflan-
sennamen etc.
Die Hs. ist von Steinmeyer, Ahd. Glossen 3, 390 ff. benutzt und wird im
vierten Bande genau beschrieben werden.
103.
Phil. 9316. Pap. xv. Jh. 85 Blätter nebst je einer Perg.-Custode. 22,6x15,
einspaltig mit verschiedener Zeilenzahl. Rote Initialen (eine blau) und rot durch-
strichene grosse Buchstaben. . Zwei Hss. sind vereint. Auf der Innenseite der
Vorder-Custode steht: (rot) Liber de xı v°tutib; (jüngere Hand) D. Joänes
Ruisbroich in duytsche een boeck vä xı dogheden Een seer nutte boeck.
(schwarz) It@ van Tondeles selen gesicht.
1. Bl. 1—48. Lagen von verschiedenem Umfang, Pergamentbll. teils als
Custoden, teils mitten in den Lagen eingesprengt.
Jan van Ruusbroecs Boec van den twaelf dogheden.
Anfang 1® Want wy dan van doechten scriu& will& soe ist recht dat wy
an die doecht begynne — 48b wat nyemät oetmoedig® enwas .... dan hi selue
Die ghelooft moet sin eh ghebenedijt ewelik&. Amen.
S. zu Phill. 1175 Bl. 1486, wo die Litteratur angegeben wurde.
ı. Bl. 49—85. Drei Lagen zu 8 Bl. und eine zu 12 mit Custode.
Tundalus.
49s Hie begynt die vurspraeke op Tondalus visioen van Irlant ıc. Sande
pauwels die apostell seget tot Thimoteum -— 49b ende vort schreff eenre ey-
102 III. CuELTENHAM
niger Abilissen diet an hem versoet. Anfang der Legende 496 Hier begint Ton-
dalus visione eens Ridders van Irlant eh hoe Irlant van vruchte bijnne is. Ir-
lant is een eylant int achterste van der wester see — 85% op dat sie toe yn-
nieliker onsen heren diene moghen Die leuet int regnert van ewicheit in ewy-
cheyden Amen. Hier eindet Tondalus visione eens ridders van Irlant got sy
eweliken gelofft. Amen.
Vgl. Ph. Blommaert, Oudrlaemsche gediehten der xıe—xıv® eeuren 2
(1841), 29—56. 121; nd. im Jb. des Vereins für nd. Sprachforschung 10, 28
(Hs. Ar. 3144 der v. Arnswaldtschen Bibliothek).
Zur Geschichte: Vorderseite der Custode: Dyt boch gehort tzo dem......
... (ausgekratzt). Dur der brucder Refenter zo den......... (ausgekratzt) im
Collen 1551. Tgl. Phül 523. 626. 628. 643. Sir Th. Phillipps kaufte die Hs.
von dem Londoner Antiguar Thorpe. |
106.
Phill. 9415. Pap. xv. Jh. 130 Blätter. 28,6 x19. Mit zahlreichen fur-
bigen Bildern und über 1300 Wappen.
Jülich-Clevisches Herold- und Wappenbuch.
Äuf Bl.6 Bild: drei Fürsten in reicher Tracht; darunter : Dit sin die
drie besten kristen myt yren namen keyser karle | koniek artus ! hertzog goid-
hart van balynn (!) «. a. m.
Die IIs. stammt aus der Bibliothek des Dr. Kloss (.luetionscatalog Nr. 4594).
107.
Phill. 93487. Pap. (starkes Baummwollenpapier, am Rande sehr abgenutzt;
Bl.1und6 Pery. als Custoden der ersten Lage). xv.[xve Jh. (1500). 222 Blätter.
29x22, von einer Iand mit verschiedener Zeilenzahl. Raum für Dilder ist
frei gelassen, doch keines ausgeführt. Laugen von verschiedenem Umfang.
Johann Sieders Übersetsung von Lucians Wahren Geschichten und
L. Apulejus Goldenem Esel.
1b Furbiges Wappen des Bischofs Johann von Dalberg, mit dem Datum 1500.
22 Midnung an denselben: Dem hochwürdigen furstenn vnd herrn herrn
Johannsen des geschlechts von Dalburg Bischouen zu Worms meinem gnedigen
herrn Entbiet ich Johann Sieder Seeretars ?€. mein vnterthenig gantzwillig dinst
.... Plato der hochgelert.... hat.... vil hochgeachter discipel vnd nach-
uolger seiner kunste gehabt vnter denselbig gewest Lucius Apuleius | des büch-
lein so er beschriben | so voller Kunste sind | das sie in der werekstat Platonis
geschmidet | von denen die Platonis buchere gelesen haben | wol erkannt wer-
den | Aber unter den Buchern Apuleij ist eins | mere «er Poetrey dann phi-
losophey einlich | der guldin Esel genant | so voller fabel vnd beyspiel der
dinge |....| Also das sich die hohe vernunfft vnd meisterschafft dem leser
entgegen tragen | ie bißweilen mit so erüsthafften gedicht | das dem leser die
—— en
105 — 108 103
hare mochten zu berg steigen | vnd die stirn vol runtzeln werden | Dann so
mit lecherlichem geschwetz | das es nit on verclerung des angesichts | vnd mil-
terung ernstlicher geberde
vnnd etwas mit lachen mag gelesen werdenn | Das
mich bewegt gehabt | dasselb büchlein in tewtsche sprach zu ziehen .... Des
wirdet der Esel nü tewtsch reden | Wiewol er das tewtsch cleid sere geschewt
vnd (vntz ichs ime angethan) mich offt schwitzen gemacht hat | Und nit ein
wunder | so dits das erste ist | dar inn ich versucht | weß mir in solcherhandt
arbeit müglich were ....... Schluss des Prologs 4": Dann dieselben e. f. g.
haben mich zu unterthenigen beheglichen dinsten gantz willig. Dat, wirtzpurg
vff Sant Michels tag Anno xv. & (= 15009).
7° (Prolog zu Lueian) Es ist der fechtmeistere vnnd der ihenen die sich
geradigkeyt des leybs geprauchü sitt — 7 vnd darumb die ihenen die dits
lesenn dorfenns nit glawbenn.
8? Lucianus von der waren sag (an Rande: Das ist von Calpis). Ich bin
ethwo von den Sew’lü hereulis auß vff’ das nyderleundisch mere geschifft ... . .
(2 Bücher, — 46b das vbrig so sich vff dem land begeben hat wil ich inn
den nachuolgendn buchern sagenn.
47a Hirnach volgt der guldin Esel Apuley. Leber ich wurd dir mit diser
Milesier Sprach .... monicherley fabel durcheinander mischh — 2223 also hab ich
widerumb mit lutzel hars mich des eltisten vnd bey zeyten Sylle vffgerichten
ampts der rednner nit mit bedeekten sonnder kalenn kopff frolich gepraucht.
Vyl. Morneweg, Johann von Dalberg S. 280 f. ’
Zur Geschichte: diese aus der Bibliothek des Bischofs Johann von Dalberg
stammende Originalls. bildete Nr. 4543 im Auctionscataloge der Kloss’schen
Bibliothek. Thorpe erwarb sie um den Preis von 5 Sh.
108.
Phil. 9600. Pap. xıv.!xv. Jh. 188 Blätter nebst je einer Custode. 21,2% 14,3,
von zwei deutlich unterscherdbaren Ilünden (die 2. von Bl. 121 ab) einspaltig
zu 26 resp. 21—22 (2. Iund) Zeilen auf Linien geschrieben und von Linien
umrahmt. Rote Initialen (selten blaue oder blau verzierte), rote Überschriften
(doch die erste rot und blau), rot durchstrichene grosse Anfungsbuchstaben der
Verse (doch nieht durchweg). Lagen zu 12 Bil. (nur die letzte zu 8), gexählt
in der Os. von 1—16. Wasserzeichen: Stierkopf mit Stern, dann auch ein
Spaten oder eine Krone. Alter gepresster brauner Lederband mit Metallknöpfen
und Schliessen, die nun fehlen. Auf dem Rücken in Goldschrift: Alexandri
Historia M. S. Saec. xIv.
Seifrieds Alerandreis.
1° (rot) Allexander. Dann Vorrede:
Got vader her Jesu christ
Wannd dein genade vnezergenkleich ist —
104 III. CuELTENHAM -
1b Hie mit will ich die vorred lan
Und will ditz püech hebä ann.
Anfang: Do die werlt westanden wazz
Von Adam her gelawbt daz.....
Verfassername: 187 Ich pit wer das puch les
daz er mir wol wunsch des
daz mir got genädig wes
vn daz ich an der sel genes
welich ex horn ich des pitt
daz sy mir armen seydfrid
Ir gepet tayla mit ......
Dichtungsjahr : 187% Das gelaubt mir an allen wan
Daz got mensch worden was
Über drew vn hundert jar
Un ezway vn funftzig furbar
An sand mertens nacht
Ward daz puch gar vollpracht ....
Schluss: 188° Vn daz vns der engel schar
Vor allem layd vns pewar
Daz vns das alles wider var
Des sprecht alle amen gar.
(rot) Hie hat d* der (!) Allexand’ ain end
Got vns sein hilff sent.
Eine Ausgabe wird von Ph. Strauch vorbereitet; eine Tertprobe gebe ich
unten im Anhang. Über die Iss. vgl. (oedeke, Grundriss 1%, 259, 12.
Zwischen Vorderdeckel und Custode (auf ihr ron moderner Hand: Alle-
xander oder Thaten und Schicksale Allexanders des Grossen in altdeutschen
Reimen) ist ein am rechten Rand beschnittenes Pergamentblatt eingeklebt mit
einer deutschen Urkunde Auf der Rückseite: Ain v’machtber vö Hainrich chu-
nig vö paumkirchä vinb heyratguet vnd morgengab. Anfang: Ich hainrich d®
chunich von Paunikirchen v’gich fur mich vnd alle meine erben allen landen —
Datum nach Christi gepurt Drwtzehenhund't iar vnd im ain vnd sechtzigsten
iar an sand Laurentzen.
Zur Geschichte: 133 Iste liber ptinet illo aichnerin Vrsula clatta (2).
109.
Phill. 9649. Pap. xvı Jh. (erste Hälfte). 29 Blätter und nach 24 sieben,
nach 26 ein, nach 27 einundzwanzig leere. 23x1S,4, von fünf Iländen ge-
schrieben. Initialen mit der Feder gezogen. Vier Lagen zu je 6, dann je eine
zu 10 und 14, hierauf eine zu 4 und endlich die letzte zu 6 BD. Alter ge-
105 — 108 103
hare mochten zu berg steigen | vnd die stirn vol runtzeln werden | Dann so
mit lecherlichem geschwetz | das es nit on verelerung des angesichts | vnd mil-
terung ernstlicher geberde | vnnd etwas mit lachen mag gelesen werdenn | Das
mich bewegt gehabt | dasselb büchlein in tewtsche sprach zu ziehen .... Des
wirdet der Esel nü tewtsch reden | Wiewol er das tewtsch cleid sere geschewt
vnd (vntz ichs ime angethan) mich offt schwitzen gemacht hat | Und nit ein
wunder | so dits das erste ist | dar inn ich versucht | weß mir in solcherhandt
arbeit müglich were ....... Schluss des Prologs 4": Dann dieselben e. f. g.
haben mich zu unterthenigen beheglichen dinsten gantz willig. Dat, wirtzpurg
vff Sant Michels tag Anno xv. & (= 15009).
72 (Prolog xu Lueian) Es ist der fechtmeistere vnnd der ihenen die sich
geradigkeyt des leybs geprauchä sitt — 7’ vnd darumb die ihenen die dits
lesenn dorfenns nit glawbenn.
8°? Lucianus von der waren sag (am Rande: Das ist von Calpis). Ich bin
ethwo von den Sew’lü hereulis auß vff’ das nyderleundisch mere geschifft . . ...
(2 Bücher) — 46® das vbrig so sich vff dem land begeben hat wil ich inn
den nachuolgendn buchern sagenn.
47° Hirnach volgt der guldin Esel Apuley. Leber ich wurd dir mit diser
Milesier Sprach .... monicherley fabel durcheinander mischh — 2228 also hab ich
widerumb mit lutzel hars mich des eltisten vnd bey zeyten Sylle vffgerichten
ampts der rednner nit mit bedeckten sonnder kalenn kopff frolich gepraucht.
Vyl. Morneweg, Johann von Dalberg S. 280 ff
Zur Geschichte: diese aus der Bibliothek: des Bischofs Johann von Dalberg
stammende Originalhs. bildete Ar. 4543 im Auctionscataloge der Kloss’schen
Bibliothek. Thorpe erwarb sie um den Preis von 5 Sh.
108.
Phill. 9600. Pap. xıv./xv. Jh. 188 Blätter nebst je einer Custode. 21,2% 14,3,
von zwei deutlich unterseheidbaren Iläinden (die 2. von Bl. 121 ab) einspaltig
zu 26 resp. 21—22 (2. Daund) Zeilen auf Linien geschrieben und von Linien
umrahmt. Rote Initialen. (selten blaue oder blau verzierte), rote Überschriften
(doch die erste rot und blau), rot durchstrichene grosse Anfungsbuchstaben der
Verse (doeh nicht durchweg). Lagen zu 12 BU. (nur die letzte zu 8), gezählt
in der Is. von 1—16. Wasserzeichen: Stierkopf mit Stern, dann auch ein
Spaten oder eine Krone. Alter gepresster brauner Lederband mit Melallknöpfen
und Schliessen, die nun fehlen. Auf dem Rücken in Goldschrift: Alexandri
Historia M.S. Saec. xıv.
Setfrieds Alerandreis.
1® (rot) Allexander. Dann Vorrede:
x Got vader her Jesu christ
Wannd dein genade vnezergenkleich ist —
104 III. ChuELTENHAM -
1b Hie mit will ich die vorred lan
Und will ditz püech hebäi ann.
Anfang: Do die werlt westanden wazz
Von Adam her gelawbt daz.....
Verfassername: 187’ Ich pit wer das puch les
daz er mir wol wunsch des
daz mir got genädig wes
vD daz ich an der sel genes
welich es horn ich des pitt
daz sy mir armen seydfrid
Ir gepet taylü mit.....
Dichtungsjahr : 187° Das gelaubt mir an allen wan
Daz got mensch worden was
Über drew vn hundert jar
Un czway vü funftzig furbar
An sand mertens nacht
Ward daz puch gar vollpracht.....
Schluss: 188° Vn daz vns der engel schar
Vor allem layd vns pewar
Daz vns das alles wider var
Des sprecht alle amen gar.
(rot) Hie hat d’ der (!) Allexand’ ain end
Got vns sein hilff sent.
Eine Ausgabe wird von Ph. Strauch vorbereitet; eine Textiprobe gebe ich
unten im Anhang. Über die Hss. vgl. (ioedeke, Grundriss 12, 259, 12.
Zwischen Vorderdeckel und Custode (auf ihr von moderner Mand: Alle-
xander oder Thaten und Schicksale Allexanders des Grossen in altdeutschen
Reimen) ?st ein am rechten Rand beschnittenes Pergamentblatt eingeklebt mit
einer deutschen Urkunde. Auf der Rückseite: Ain v!machtber v6 Hainrich chu-
nig vö paumkirchüi vmb heyratguet vnd morgengab. Anfang: Ich hainrich d*®
chunich von Paumkirchen v’gich fur mich vnd alle meine erben allen landen —
Datum nach Christi gepurt Drwtzehenhund‘t iar vnd im ain vnd sechtzigsten
iar an sand Laurentzen.
Zur Geschichte: 188® Iste liber ptinet illo aichnerin Vrsula clatta (?).
109.
Phill. 9649. Pap. xvı. Jh. (erste ]lälfte). 29 Blätter und nach 24 sieben,
nach 26 ein, nach 27 einundzwanzig leere. 23x 18,4, von fünf Ilünden ge-
schrieben. Initialen mit der Feder gezogen. Vier Lagen zu je 6, dann je eine
zu 10 und 14, hierauf eine zu 4 und endlich die letzte zu 6 Bi. Alter ge-
108— 109 105
presster brauner Lederband mit Resten zweier Schliessen; auf dem Rücken in
Goldschrift: Minnelieder und Geistliche MS.
Liederbuch der Herzogin Amalia zu Üleve- Jülich und Berg.
Es ist das von J. Bolte (Z. f. d. Ph. 21, 397 f.) in England vergeblich
gesuchte, einst Dr. Kloss gehörige Originalmanuseript. Bolte bediente sich einer
1825 von dem Schneidergesellen Jacob Lepper für Dr. Kloss gemachten, im
ganzen sorgfültigen Abschrift. Ich verzeiehne im folgenden die Liederanfänge
mit ihrer handschriftlichen Ar. und Seitenzahl und gebe zum Schluss die Re-
sultale einer Collation der a. a. O. abgedruckten Lieder mit der ls.
Bl. 12 (ohne Nr. von Hand 5) Sprüche in, wie gewöhnlich, nicht abge-
setzten Zellen:
Heit ich mich wor wersunen
des ich mich nä wersa?n etc. (a. a. O. S. 399).
1b leer. 28 (1. Iland). 1. (Nummer der Hs.) Want alle dyngen an gode
staent (n.a. O. Ar. 1).
4® ıı. Idt loufet alltzomaile.
4b ııı, Mit diesen nuwen iare.
5* ıv. Ortliches ort | myn eyniges wordt (Nr. v).
5b v. In liefden ist myr my hertz verbrant (Nr. xıı).
6b vr. Myt gantzem ellendigen hertzen (Nr. ı1).
7b vır. Ade myt leyde.
8° vıı. Der morgens sterne der hait sich vp gedronge.
98 ıx. Es daget wonenklichen (Nr. vn).
9b x. Eeyn büeler moyß ich Iyden vyli (Nr. xıv).
10® xı. Uis gantzen we klaget sich eyn helt.
122 xı. Der wechter der bließ an den dach (zur Litteratur a.a. O. kommt
noch eine abweichende Fassung im Ms. ı1, 144 DI. 93% der Brüsseler kgl. Bibliothek).
13° xırm. Wulde got dat idt geschege (Nr. ıım).
13b xıv. Wat wyrt es doch.
14° xv. Die eirste Freud die ich ye gewan.
15° xvı. Aen dich kan ich niet freuwen mich.
15b xvır. Och scheyden brenget myr swer (Nr. vIT).
15P Eyn ander. xvım. Myn gemuedt vnd pluedt.
16 Eyn ander. xıx. Christe du byst dach vnd dat Iycht.
17* xx. Nu starcke vns got in vnß noit
Idt laich eyn armer sunder vnd slieff.
17b xxı. Maria bluende wertzell garde (nach Bolte a. a. O. S. 403 gehö-
ren beide Nrn. xx und xxI zusammen, als “besondere Überlieferung der grossen
Tageweise Peters von Arbery’; die Nummerierung gehört freilich jüngerer Hand
an, doch kaum der des Dr. Kloss, da es nicht wahrscheinlich ist, dass er dem
durchstrichenen Liede (xxvi) eine eigene Ar. gegeben hätte).
Deutsche Hass. in England I. 14
106 III. CHuHELTENHAM
Vol. zu dieser Tageweise Germ. 25, 210 f.; nd. Fassung unten Oxford
Ashmole Nr. 1291.
186 xxır. In freuden byn ich gantz geletz (Nr. vıı).
19% ohne Nr. Ich hadt mich vnderwonden (Nr. xıı).
19», 20% leer.
206 xxıu. Nu hayn ich alle myn tage gehoyrt.
21® xxıv. Ach got wat sall ich syngen (Nr. ıx).
(Am Ende): Stede ind stylle
Dat ist myn wylle.
22b xxv. Ich byn durch frawen wyllen.
232 xxvı. Mit breiten Tintenstrichen überdeckt (wegen anstössigen Inhalts ?),
daher auch nicht in der Abschrift (vgl. a. a. O. S. 398), nur einzelnes lesbar:
Ich klage mich —
oder my (?) der floe verdryff
syn eygen ich biyff (5 Str.).
230 xxvri. Wach vff myn Ort v’nym myn wort.
24b ohne Nr., von 2. Hand. Bedrubt ist mir hertz moydt vnd syn
(Nr.xn). |
Darunter eine Federzeichnung: 4 W, darunter GW in Rahmen; am Fusse
von derselben Hand: Ammellya gebaren herzzicheyn | zo cleue gullych ind berg.
Diese Nr. ist daher wohl ein Eintrag der Herzogin selbst, der die Hs. gehört
haben mag; anderseits könnte er freilich auch als erbetene Spende der Herzogin
zu dem Stammbuch einer Freundin oder Hofdame betrachtet werden. Dann
würde auch das darin auftretende Gebei an Maria (vgl. a. a. O. S. 399) weniger
befrenden. Es folgen 7 leere Blätter.
25b xxvım von 3. land. Wa ssall ich hyn wa ssal ich her.
26* ohne Nr. Eyn bloymellyn dat heyst meytden.
26b ohne Nr. Ffyl vngeluyckß yst vff ertden.
27%» xxıx von 4. Hand. Ich hoeffen mir solsz gelungen (Nr. ıv).
Darunter 3 Buchstaben, die ich als IME lese; zu beiden Seiten ds M
die Jahreszahl 1560 (?), im Innenraum: 1. V. Leutzerrardt (?).. Dann 21 leere
Blätter.
286 xxx von 5. Hand; feine Züge. Ich hadt meyr vosser voeltletd (l. vs-
serwelet). |
298 xxxı von 3. Hand. Ffryssch ffroyllich wyllen wyr syngen (Ar. x).
Collation. Zu ı (bei Bolte): 1, 1 gode. 1,6 ind, san. 1, 11 heyschet.
3, 4 tgegen. 4, 7 kyndtz gelaich. 5, 4 vnt-. 5,12 ont. 6,5 de. 6, 8 hy,
huert. 7, 3 Loch in der Hs.; lesbar w. rich. 7, 8 denn konygen corr. aus deme
kyndgen. 8,1 kraeme (!). 9,1 kyntgen, siehen (nicht baden). 9,5 eyn diener.
9, 6 eme syne. 9, 7 ind, sonneklaire. 10, 1 gedayne: erslayne. 10, 4 vnden.
10, 6 behuedere. 10,7 fair. 11,4 was.
109 -- 110 107
ı: 1, 3 vriesen (!). 3,5 godertierü (mnl. goedertiere).
m: 1, 1 wulde, geschege. 1,4 yerü; ferner augen und klare mit Ver-
weisung am Rande. 2,1 halt dich stede vnd vast.
iv: 1,1 hoffen. 1, 6 hoffe. 1,7 sey (so durchgängig). 2,7 moesz. 3,2
eugelein klare. 3, 6 noch, dragh. 4, 1 hermelein. 4, 2 szweyn, smaell. 4,3
deugtten. 4,4 alder-. 4, 5 dugentlichge: seufferlichge. 4, 6 darzu. 5, 1 wol
am Rande. 6,1 baldt fehlt. 6, 2 kummen. 6,5 erfare. 6, 7 getrawees.
v: 3, 5 briecht mir.
vi: 2, 4 goider. 2,8 moys steruen. 3,5 twey verdryuen.
vır: 2,3 deglich. 2,8 läckdurich. 3,4 ich van. 3,5 moys scheyden.
vi: 1,2 wyle 1,7 geselt. 2,1 halt yn. 2, 2 ich, en werde. 2,3 frucht.
2,4 hane hane(!). 2,7 doicht. 2,8 myner. 3,1 herden (!). 3,8 en mach ich (!).
ıx: 1,4 hude (!. 1,8 clage(!). 2,3 kleffer zongen (!. 3,2 snehe. 4, 5
ich (. 5, 5 yre. 6, 8 groyß truren. 8, 1 freuweden. 8, 3 vmer. 8, 5 deist.
9,5 syn. 11,5 ich. lieff (!).
x: 1,4 nyn myn. 2,1 hat. 2,4 roytder. 2, 7 anerschynen. 2,8 jonge
nicht in der Hs. 3,2 eyn. 4,3 langer we. 6,4 yn an.
xı: 1,3 hein. 2,1 meytlein. 2,3 meynem, sware. 2,4 van. 3, 1 weider.
3,3 verwoynt. 3,5 myn hog geacht (!. 3, 6 ytzoms.
xı: 1,6 yre. 2,6 my. 3,3 hay so, glück. 3,6 my. 4,8 schaff, mun@lyn.
5, 2 trurlichen (!). |
xım: 3, 3 mych tzwynget lieues. 3, 4 truwe du hays. 4, 1 Ffair. 5,1
wordt. 5, 3 haist du geliert. 5,7 dyr ys. 5, 8 jaire. 6, Gind swartz gewert.
6,8 eyne. 7,8 sienden. 8,2 dw, waene.
xıv: 1,1 ich (!). 1, 2 yn den (!). 1,4 cathusers (!). 1, 6 und syngen (!).
5,3 solde (). 5,5 euen mir(!.. 5,7 ind macht, eyn, sy gantz (!).
Auf BI. 29» folgt noch ein recht prosaischer Eintrag über gelieferte v hyn-
der, IX muyssen etc.
Zur Geschichte: auf den Innenseiten des Deckels ist je ein. Pergamentblatt
(xv. Jh., lat. Rechtsprosa) aufgeklebt. Hier findet sich auch der Name Kathryn
van haitzfelt (? Besitzerin der Hs.) und Klossens Buchplatte (darauf M 29 und
Nr. 1129); endlich auf einem Zeitungsausschnitt unter dem Titel: Geschichtska-
lender der Vorzeit 21. Mai ein Bericht über Anna, des Herzogs Johann zu Cleve
Tochter geb. 21. Mai 1495, 7 24. Mai 1567; diese hat natürlich mit Amalia
nichts zu tun. Im Kloss’schen Auctionscatalog hat die Hs. die Nr. 4583; sie wurde
bei der Versteigerung von dem Londoner Antiquar Rodd für £1 Sh. 3 erworben.
110.
Phill. 10236. Pap. xv. Jh. 190 Blätter. 14x10,1. Rote Initialen und
Überschriften.
Deutsches Breviarium.
108 III. CHELTENHAM
Prosagebete bis 116; 117—124 Die sieben psalmen der hochgelobten ku-
nigin vnd junffrauwen Marien. 125 Ffolgenn hernach die sieben getzide von
vnsernm hern Ihü christo; dann Die metten.... Hertligenkalender ete.
Die Is. scheint Dr. Kloss gehört zu haben.
111.
Phil. 10381. Pap. xv. Jh. Noch 306 Blätter. 42,3% 283,6, durchaus von
einer Hand in zwei Spalten mit verschiedener Zeilenzahl geschrieben. Rote Ini-
tialen und Überschriften; rot durchstrichene grosse Buchstaben; zahlreiche blatt-
grosse, im rohen Stile der Zeit ausgeführte Bilder. Moderner brauner Leder-
band mit Goldsehnitt.
Eberhard Windecks Chronicon.
1b Bild (Gott Vater hält das Kreuz mit dem blutenden Sohne in der Hand;
vor ihm kniet der Kaiser und zwei Fürsten).
28 Prolog (fraygmentarischh = Mencken 1075 Z. 20. Altmann 2 2. 6:
ste baß glouben was ich von disen worten wercken geschriben han — vnd hie
in zit zu verdiens noch disem lebe zu wyersende das ewige leben. Amen.
Anfang: 2b Also keyser Karle kunig zu behem vor sime tode ordinierte.
Schluss: 306» (Cap. cccLxıx) Also danne gewonheit ist das man soliches
zu eines romischen kuniges krönunge phliget zu thun (= JMencken 1285 Sp. 2
Cap. ccxxv. Altmann Cap. cecLxxviu S. 469).
Abschrift dieses Ms. durch Dr. Patzig in der Crföltinger Bibliothek; dazu
Reifferscheiul in den Nachrichten von der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften in
Göttingen 1837 8. 528 f.
Ausgaben: Menrken, Seriplores rerum germ. 1, 1074-—1288 und W. Alt-
mann, Eberhart Windeckes Denkwürdigkeiten, Berlin 1893.
Zur Geschiehte: In Klossens Auctionsratalog werden unter Ar. 4682 2 Voll.
dieses Werkes aus der Ebnerschen Sammlung stammend (Nr. 82 im Catalogus
bihliothecae numerosae ab H. G. Ehnero conlecetae, Norimbergae 1812) aufgeführt;
mit ihnen (oder einem ron iÜhmen) scheint obige Hs. nach den Ausführungen
leeifferscheids a. a. O. nicht identisch zu sein. Die Ebner-Kloss’schen zwei Vo-
lumina wurden vom Antiquar Thorpe für £3 Sh. 1 erworben (s. Salecatalogue
of Sothehy's 1835, May, Vol. 158), ohne dass über ihren Verbleib näheres zu
erfahren war.
112.
Phill. 10400. Pap. xv. Jh. (1447). 214 Blätter und 2 leere nach 174,
sowie vordere Custode. 30 x 22,2, von einer Hand zwerspaltig in kleiner, schwer
lesbarer Schrift. Verschiedenfarbige Initialen, rote Überschriften, rot unter-
strichene Sütze und rot durchstrichene grosse Buchstaben; einzelne schr roh
ausgeführte Bilder im Terte. Lagen von xerschiedenem Umfange. Alter gepress-
ler Lederband und Reste zweier Schliessen.
— ie ggg
109 -- 110 107
11: 1,3 vriesen (!. 3,5 godertiern (mni. goedertiere).
ııı: 1, 1 wulde, geschege. 1, 4 yerü; ferner augen und klare mit Ver-
wetisung am Rande. 2,1 halt dich stede vnd vast. |
ıv: 1,1 hoffen. 1, 6 hoffe. 1,7 sey (so durchgängig). 2,7 moesz. 3,2
eugelein klare. 3, 6 noch, dragh. 4, 1 hermelein. 4, 2 szweyn, smaell. 4,3
deugtten. 4,4 alder-. 4, 5 dugentlichge: seufferlichge. 4, 6 darzu. 5, 1 wol
am Rande 6,1 baldt fehli. 6, 2 kummen. 6,5 erfare. 6, 7 getrawees.
v: 3, 5 briecht mır.
vi: 2, 4 goider. 2,8 moys steruen. 3,5 twey verdryuen.
vi: 2,3 deglich. 2,8 läckdurich. 3,4 ich van. 3,5 moys scheyden.
vo: 1,2 wyle 1,7 geselt. 2,1 halt yn. 2, 2 ich, en werde. 2,3 frucht.
2,4 hane hane(!). 2,7 doicht. 2,8 myner. 3,1 herden (!). 3,8 en mach ich (!).
ıx: 1,4 hude (!). 1,8 clage(l). 2, 3 kleffer zongen (!). 3,2 snehe. 4, 5
ich (!. 5, 5 yre. 6, 8 groyB truren. 8, 1 freuweden. 8, 3 vmer. 8, 5 deist.
9,5 syn. 11,5 ich. lieff (!).
x: 1,4 nyn myn. 2,1 hat. 2,4 roytder. 2, 7 anerschynen. 2, 8 jonge
nicht in der Hs. 3,2 eyn. 4,3 langer we. 6,4 yn an.
xı: 1,3 hein. 2,1 meytlein. 2,3 meynem, sware. 2,4 van. 3,1 weider.
3,3 verwoynt. 3,5 myn hog geacht (!). 3, 6 ytzoms.
xıı: 1,6 yre. 2,6 my. 3,3 hay so, glück. 3,6 my. 4,8 schaff, mun@lyn.
5, 2 trurlichen (!).
xım: 3, 3 mych tzwynget lieues. 3, 4 truwe du hays. 4, 1 Ffair. 5, 1
wordt. 5,3 haist du geliert. 5,7 dyr ys. 5, 8 jaire. 6, Gind swartz gewert.
6, 8 eyne. 7,8 sienden. 8,2 dw, waene.
xıv: 1,1 ich (!). 1, 2 yn den (!). 1,4 cathusers (!). 1, 6 und syngen (!).
5,3 solde (!). 5,5 euen mir(!). 5,7 ind macht, eyn, sy gantz (!).
Auf Bl. 29® folgt noch ein recht prosaischer Eintrag über gelieferte v hyn-
der, IX muyssen etc.
Zur Geschichte: auf den Innenseiten des Deckels ist je ein Pergamentblatt
(xv. Jh., lat. Rechtsprosa) aufgeklebt. Hier findet sich auch der Name Kathryn
van haitzfelt (? Besitzerin der Hs.) und Klossens Buchplatte (darauf M 29 und
Nr. 1129); endlich auf einem Zeitungsausschnitt unter dem Titel: Geschichtska-
lender der Vorzeit 21. Mai ein Bericht über Anna, des Herzogs Johann zu Cleve
Tochter geb. 21. Mai 1495, 7 24. Mai 1567; diese hat natürlich mü Amalia
nichts zu tun. Im Kloss’schen Auctionscatalog hat die Hs. die Nr. 4583; sie wurde
bei der Versteigerung von dem Londoner Antiquar Rodd für £1 Sh. 3 erworben.
Ä
110.
Phill. 10236. Pap. xv. Jh. 190 Blätter. 14x10,1. Rote Initialen und
Überschriften.
Deutsches Breriarium.
108 III. CHELTENHAM
Prosaygebete bis 116; 117—124 Die sieben psalmen der hochgelobten ku-
nigin vnd junffrauwen Marien. 125 Ffolgenn hernach die sieben getzide von
vnsern hern Ihü christo; dann Die metten.... Heiligenkalender ete.
Die Hs. scheint Dr. Kloss gehört zu haben.
111.
Phill. 10381. Pap. xv. Jh. Noch 306 Blätter. 42,3 x 28,6, durchaus von
einer Hand in zwei Spalten mit verschiedener Zeilenzahl geschrieben. Rote Int-
tialen und Überschriften; rot durchstrichene grosse Buchstaben; zahlreiche blatt-
grosse, im rohen Stile der Zeit ausgeführte Bilder. Moderner brauner Leder-
band mit Goldschnitt.
Eberhard Windecks Chronicon.
1b Bild (Gott Vater hält das Kreuz mit dem blutenden Sohne in der Hand;
vor ihm kniet der Kaiser und zwei Fürsten).
22 Prolog (fragmentarisch}h = Mencken 1075 Z. 20. Altmann 2 Z. 6:
ste baß glouben was ich von disen worten wercken geschriben han — vnd hie
in zit zu verdiene noch disem leb& zu wyessende das ewige leben. Anıen.
Anfang: 2b Also keyser Karle kunig zu behem vor sime tode ordinierte.
Schluss: 306" (Cap. cccLxıx) Also danne gewonheit ist das man soliches
zu eines romischen kuniges krönunge phliget zu thun (= Mencken 1285 Sp. 2
Cap. ccoxxv. Altmann Cap. cccLxxvuı S. 469).
Abschrift dieses Ms. durch Dr. Patzig in der (töttinger Bibliothek; dazu
Reifferscheid in den Nachrichten von der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften in
Göttingen 1837 8. 528 f.
Ausgaben: Mencken, Seriplores rerum germ. 1, 1074-—1288 und W. Alt-
mann, Eberhart Windeckes Denkwürdigkeiten, Berlin 1893.
Zur Geschichte: In Klossens Auctionscatalog werden unter Nr.4682 2 Voll.
dieses Werkes aus der Ebnerschen Sammlung stammend (Nr. 82 im Catalogus
bibliotherae numerosae ab II. G. Ebnero conlectae, Norimbergae 1812) aufgeführt ;
mit ihnen (oder einem von ihnen) scheint obige Hs. nach den Ausführungen
Reifferscheids a. a. O. nicht identisch zu sein. Die Ebner-Kloss’schen zwei Vo-
lumina wurden vom Antiquar Thorpe für £3 Sh. 1 erworben (s. Salecatalogue
of Sothehy's 1835, May, Vol. 158), ohne dass über ihren Verbleib näheres zu
erfahren war.
112.
Phill. 10400. Pap. xv. Jh. (1447). 214 Blätter und 2 leere nach 174,
sowie vordere Custode. 30 x 22,2, von einer Hand zweispaltig in kleiner, schwer
lesbarer - Schrift. Verschiedenfarbige Initialen, rote Überschriften, rot unter-
strichene Sütze und rot durchstrichene grosse Buchstaben; einzelne sehr roh
ausgeführte Bilder im Texte. Lagen von verschiedenem Umfange. Alter gepress-
ter Lederband und Reste zweier Schliessen.
112 — 116 111
nach Cgm. 713 gedruckt bei Keller, Fastnachtspiele 3, 1107 f., wo der Dichter
sich aber der schneperer nennt.
c) Bruchstück aus Cato (in abgesetzten Versen).
2b Werent die küdigere
gütter red nitt gware —
4b Wan wip kunnent mitt zorn kosen
Ser weinen vnd losen.
Von Zarncke, Der deutsche Cato, Leipzig 1852, nicht benutzt; gehört zur
ältesten Übersetzung und entspricht A 1—412. |
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Vorderdeckels Klossens Buchmarke.
114.
Phil. 11060. Pap. xvım. Jh. 20 Blätter. 25,2 x 19,5.
Joh. Statwechs Reimchronik.
12 Godde Marien vnd allen hilghen to eren — 20% Wente ik byn vt
dem poppendyke.
Auszüge sind mitgeteilt im Jb. des Vereins f. nd. Sprachforschung 13,
121—28; die Görlitzer Hs. ist verschwunden.
115.
Phil. 11079. Pap. xv. Jh. Ursprünglich 95 Blätter; es fehlen jetzt 17.
19. 28. 40. 52. 65. 70. 79. 82. 87. 89, auch 1 und 12 sind fragmentarisch.
22x 16,1, zu 24 Zeilen. Rote Initialen, rot durchstrichene grosse Buchstaben
und rot unterstrichene Worte; farbige, roh ausgeführte Textbilder. Einband
modern.
Meister Ingolds goldenes Spiel.
1» der..... | armut..... | man da by ve..... | spilt er nit. Ersp..... |
(Schröder 2, 31 f.) — 95* ich han dz min geton on verfenclich wer dz list vnd
hort der besser es vnd bitt och got flißeclichen vnd ernstlichen fur mich des
beger ich ain priester prediger ordens bieß maister ingold hat dise spil gemacht.
Datum 77®.... yetzund da man zalt von cristus geburt a. d. CCccL jar
traget keplach mit lappen ....
Ausgabe von E. Schröder, Das goldene Spiel von Meister Ingold (Elsässische
Litteraturdenkmaäler ı1).
95% Formulare für Adressen von Briefen an Kaiser, Kurfürsten oder Erx-
herzoge.
Zur Geschichte: Klossens Buchmarke; Nr. 4604 im Auctionscatalog von
1835.
116.
Phill. 11080. Pap. xvı. Jh. (1573). 34 Blätter. 20,7 x 13,7, von mehre-
ren Hänuen. Rote Initialen und Überschriften. In schweinsledernem Umschlag ;
112 III. CHELTENHAM
vorgebunden ist ein alter Druck o..J. u. O. Hier beghinnen die miraculen vand*
heiligher maghet sinte dimpnen.
1* Hier beghlt die legende va die heighe (!) maghet sinte digna — 7 En
doe loeflen en dancten si ghemeenlic met vroechden onsen heer ihm die leeft
ende regniert inder ewicheit. amen. ä
8® Een suuerlick exempel van die apostolinne xpi ihesu sint maria mag-
daleene.
112 Een ander vä helia der pker orden.
15° Dye legende van den heylighen Confessoor sint Adelbrecht rustende
in Egmont. Den heylige confessor sinte Albrecht is geboren in Enghelant syn
vaeder was ghenoemt Edilwaldus end was een coninck der yren ete. (Bekehrung
der Friesen etc) — 23®b dat hyt gheoffert hadt int Clooster ende Abdye van
Egmont. (rot) Het eyndt van dye hystorie. Scheint wie das folgende Stück aus
einem Drucke copiert zu sein.
24® Hyer beghint die vyndinghe des heylighen waerdighen Sacraments het
welcke rustende is binne der stadt van Anıstelredam | eh die plaetse wert ghe-
naemt — 34b Gheschreeuen door myn Broed® Aernt Janssoon dye Raedt van
Bommel | conuentuael in klooster van den Hern (?) buyten Schoonhooven Int
jaer ons herren Duysent vyfhondert | ende drye bouen tseuentich op den S..dach
Julii.
117.
Phill. 11082. Pap. xv. Jh. 102 Blätter. 21,5 x15. Initialen mit der
Feder gezogen und rot umstrichen; rot durchstrichene grosse Buchstaben. Holz-
deckel mit rotem Lederbezug. |
1% Überschrift (xvıı. Jh.) Vande Leenrechten van Brabant. (xv. Jh.) Dit
sin die leenrecht@ van ons genad h’n camer van Brabant ei die steydinge eh
deylinge naed? seluer came’n recht. Anfang: Primo. Soe wye tens leengoede
sprek wilt moet ald’ierst den her genoich doin van des men hem sculdich es te
doine — 4° Toe en sal hij mair hebben een gelte rinswijns En ele nıan een
gelte sin tsamıe& III gelte rinswijns.
Es folgen lateinische Stücke: a) P. Nicolai Serrarij Augustiniani de xxxı
articulis ab eo doctis. 5) Richardi Armacani Archiepiscopi Defensorium Cura-
torum aduersus Mendicantes (ad annum 1357). Nolite iudicare sedm facis sed
iustü iudieiü iudicate. c) Epistola Bernardi de mö regdi do” et faliem, d) Ser-
mones de quatuor Nouissimis. Memora’e nouissima tua....
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Deckels: Testametü Walt’i de honseem.
118.
Phill. 11545. Starkes Baumwollenpap. xv. Jh. 82 Blätter und obere Reste
von 83-—85. 22,2 xX15, von einer Hand in abgesetzten Verszeilen auf von Li-
nien umrahnten Seiten zu 20—22 Zeilen geschrieben. Rote Initialen und Über-
116 — 120 113
schriften. Lagen: ursprünglich, wie es scheint, durchaus zu 12 Bi. und be-
zeichnet mit W ...... — vıt je auf dem ersten Bl.; jetzt sind nur noch die
2.3.6.7. vollstindig, der ersten fehlt das 1. 4. 7. Bl., der 4. und 5. je eines;
ron der letzten Lage sind nur 4 vollständige Bil. und 3 Reste vorhanden.
Wasserzeichen: Stierkopf mit Stern. Alter Holzdeekel mit hellgelbem Lederberug.
Jansen Enikels Fürstenbuch von Österreich und Steiermark.
Beginn: 1% Darnach vber mange iar
Ward ein stat fürbar
Erpawen die hiez fauiana (Megiser S. 23 Z. 17).
Schluss: 82® Das stund eW laest‘leichen an
Ob ew vieng ein ander man
Do sprach der fürst reich... (Megiser S. 181 Z. 1).
Nach einer Lücke (von 2 Bil.) noch 3 Blattreste.
Auf 798: Laus deo senper 1583.
Ausgaben: a) H. Megiser, Fürstenbuch von Österreich und Steyrland, 1618
und 1740; b) Rauch, Seriptores rerum austriacarum 1, 233—73. Eine kri-
sche Ausgabe bereitet Ph. Strauch vor, der obige Hs. nach meiner Collation
benutzen wird. Über Hss. vgl. jetzt noch Massmann, Kaiserehronik 3, 108 f.
119.
Phill. 11854. Pap. xv. Jh. 46 Blätter, das erste auf dem. Deckel festge-
klebt. 30 x 21,5, durchaus von einer Hand zweispaltig zu 30 Zeilen auf Li-
nien und von Linien umrahmt geschrieben. Eine rote Initiale und Überschrift
zu Beyinn; grosse Anfangsbuchstaben der Verse (nur auf 1” rot durchstrichen).
Lagen von verschiedenem Umfange Wasserzeichen: Glocke. Moderner brauner
Pappdeckel.
Leben des hl. Stephan, in deutschen Reimen.
1b (rot) Hie hebt sich an Sandt Stephanus leben.
Anfang: Es ist von got ein alts recht.
Schluss: 46® Das trew gen seinem hern hat.
Also endet. sich sand stephaüs leben
Got geb vns seinen segen. Amen.
Darunter standen noch 2 Zeilen, sie sind indes jetzt verschmiert und un-
leserlich.
Proben dieses unbekannten Gedichtes teile ich im Anhange mit.
120.
Phill. 11856. Pap. xv. Jh. 8 Blätter. 30,3 x 21,5, zwrispaltig. Initialen
und Überschriften rot, rot durchstrichene grosse Buchstaben. Eine Lage von
6 Bü. und 1 Doppelblatt.
Algorismus, deutsch.
Deutsche Has. in England 1. 15
114 III. CuELTENHAM
1° Allew dinkch die von ersten wegunstnüzz der ding sind — 8* wizz
auch ab die vorgeleyt zal myner ist dann 1000 So heb an an der erstä figur
ze wurchen. Hie hat der Jdawtzche Algarismus ein end got vns sein genad
send 2€° Amen.
121.
Phill. 12196 (und noch einmal als 18495). Pap. xv..Ih. (1477). 287 Blätter
und 1*—3* leer, 4*—8* Register, 2838*—293* leer; in der IIs. ist nur ron
1—194 yexählt. 20x 14,8, von einer Hand mit verschiedener Zeilenzahl. Rote
Initialen und Überschriften; rot durehstrichene Buchstaben und rot unterstriehene
Citate. Lagen zu 12 Bü. (die erste und die letzte zu 4 Bil). Roter Papier-
deckel mit Bändern an Stelle der Schliessen.
Drei Bücher über die drei Wesen der Menschen.
4* Hie fächt sich an die täfel uber die drew nachgeschribä puecher die
vns lerü die drew wesG des menschü vnd das erst weiewt vns lazarus. 33 Ca-
pitel des 1. Buches. j
6* Die Capit! des andren püech« von dem aufnemendä wesen pezaichüt
pey martha. 26 Capitel.
7* Die capit! des dritn puechs von de volkomen beschauenden wesen pe-
dewt vns maria magdalena. 21 Capitel.
Vorrede: 1* Ihesus du heiliger.....nam....in dir heb ich an geschribä
einer erbirdigen person die lange zeit mit begirlich@ hertzh gepeten hat vmb
vnderweysung.... — 1® Aber von der jungen chindt wegen .... will ich setzenn
in geschrifft was der her’ von genaden gebn vnd verliehäi ist (!).
Anfang: 2® Es ist zw wissen das dreyerley wesen sind der meschn. Et-
lich werdüt genant anhebent menschen — 194° Da er also »prechn wirt Chumbt
her ir gesengten (!) meines vaters in das reich das euch von Ewigkeit perait
ist. Amen.
Traetat von der Liebe Gottes und der gerechten Meinung in unsern
Werken. |
Übersehrift: 195° Dise hernach geschribne materi ist gemacht von ainem
Carthauser vnd sagt von der grossen nutzperkait der gerechtn lieb gottes vnd
der gerechtü maygnug (!) in allü vnsern werchn. Liber pruder Conrade ich
pitt dich fleissicklich das du .... ditz puchleins wellest vberlesen von anffanck
pis auf das endt.... (Lob des Büchleins: Pfarer hanns wilsegeuert zu auspurg (!)
hat es dreimal abschreiben. lassen, her fridreich von kristgarten kan ditz puch-
lein nit volloben, item maister nicolaus von dinckelspüchl von dem die nach-
uolgent vorred ist den hab ich wol bechant do ich was zu wien wah vnder
alln maistern vnd doctoribus der heilign geschrifft was er de® aller gelertest vnd
hat auch etlich predigpucher gemacht wan er was ains heilign lebäs. ....).
199b Register; enthält 22 CGapitel,
120 — 124 115
202b Die eben erwähnte Vorrede: Zu aine warn cristenlichi gelaubn in
statter hoffnüg halt vns der parmhertzig got ete.
Anfang des Textes: 203 Also ist zw mercken das der liebhaber aller
menschä vnser herr’ Jhesus xpüs..... wart er (!) zu ainen zeitten von ainen
lerar vnd maister der Ee gefragt Maister welchs ist das groist gepot in der
Piunsesase — 2612.... vnserm lieben hern ihesu xpo der da mit got de vate’
vnd mit de heilign geist lebt vnd herscht ain warer got ewigkleichn. amen.
Deo gratias.
Von 261b ab ein Tractat über die letzte Zeit vor dem Tode, yeistliche
Unterweisung der Kranken etc. — 287b. Darunter (rot): Per mans pauli
Steinfurter. orate fidelit® pro eo. sub an® m°cccc® vnd im 77. In die scI Wolf-
gangüi episcopi. Laus deo pax vivis requies eterna defunctis ame. Deo gratias ıC.
Über alte Drucke beider Tractate Hain, Repertorium 1, 1 Xr. 4062—64.
122.
Phill. 13956. Pap. xıx. Jh. S71 Seiten. : 37x 22,6.
Copie von Konrads v. Ammenhausen Schachzabelbuch.
Anfang: In gottes namen hebe ich an
Wanne nieman nicht geschaffe ka.
Schluss: Dis büchlein wart vollebracht
Da man zalte von gottes gebürt für war
In dem mertzen dritzehenhundert drißig süben jar. Amen.
4us der Bibliothek von Dr. Kloss, von dessen Buchmarke noch ein Rest
sichtbar ist. Der Auctionscatalog bemerkt zu dieser Nr. (4563): A transeript
of the above work (Papierhs. xv. Jh. nun: im British Museum Add. 11616)
neatly copied and collated at Friedberg in 1822,
Ausgabe von F. Vetter, Das Schachzabelbuch Kunrats von Ammenhausen,
Frauenfeld 1892 (Ergänzungsband der Bibliothek älterer Schriftwerke der deut-
schen Schweiz).
123.
Phill. 16375. Perg. x. Jh. 16 Blätter. 20,4 x 14,4, einspaltig von einer
Hand. Rote Initialen und eine rote Überschrift. 2 Lagen zu je 8 Bil.
1° Incipit vita Sci Sole confessoris xpi. Enthält ahd. Glossen, gedruckt
bei Steinmeyer 2, (64. Am Ende (16) Fin Sernio Ermi Diac et moD de vita
beatissimi soli PbrI ac Moni.
Zur Geschichte: die Hs. erscheint als Nr. 1103 in Libris AAuctionscatalog
(1359) aufgeführt. Faesimile daselbst Tafel xx.
124.
Phill. 16376. Pap. xv.Jh. 321 Blätter und 1%—6*, doch fehlt wenigstens
ein Blatt vor 1*; die Hs. zühlt übereinstimmend von 1—321, doch ist Bl. 1
116 III. CHELTENHAM
zweimal vorhanden und dafür Bl. 172 übersprungen. 28,4x 21,4, von mehre-
ren Händen auf zwei meist von Linien umrahmten Spalten zu 26—3V Zeilen
geschrieben. Rote Initialen und Überschriften, rot durehstrichene grosse Buch-
staben. Wasserzeichen: 3 gestielte Kirschen. Moderner carminrolter Marorcoband
mit Goldschnitt, grünen Lesebändchen und grünen Papierhaltern zum Auf-
schlagen. Die Hs. befindet sich in einem Gehäuse, auf dessen Rücken in Gold-
schrift zu lesen ist: Altdeutsche Gedichte und Schriften. 2 Hss. sind zusam-
mengebunden.
I. Bl. 1*—6* und 1—162, datiert 1428. Lagen zu 12 Bil, bereichnet
von der dritten ab durch: 3° sexternus, gqrtus sexternus — dredeeims (!) sexter-
nus (jedoch nicht überall erhalten, weil der untere Rand beschnitten ist).
a) 111 Geschichten der Gesta Romanorum, unterbrochen (32%) durch
solche aus den. Sieben weisen Meistern.
1* Register a) und b) umfassend, am Anfang fragmentarisch; die beige-
fügten Zahlen correspondieren nicht mit den, übrigens unnummerierten, (ie-
schichten: 16. Von dem König Troiano vnd von dem pern d’ niht ein hertz
hett — 6* 1.2.9. Von dem furganckch der gemainen lewt. Darunter rot:
Quis hoc schribebat | Nullum nö habebat | Si melius schripsisset | Suum nö
bene invenissett.
Anfang des Tertes ohne Überschrift: 1° Pipius waz gewaltig zu Rom ete.
43 Geschichten (die letzte: Von der stat die mit den tier wesessen waz 31b).
Dann 32%: Die auentewW von diocleeiano den sein vat® wolt ertött habe nach
sag des weibs vn in in (!) sein maist” pey de leben behielten — 46P (rot) Da
mit hat die Abentewer von (diocletiano ein end vü heben sich wid® di gesta an
von erst von dem Ritt® der seinen knecht in potschafft zü der frawe .... sandt.
Es folyen noch 68 Erzählungen: die beiden letsten 114" Von Jer frawen die
den plätigen harnasch in ir kamer aufgehangen hatt und 115” Von dem Ritter
der di nachtigall in dem paü erschozz vnd gab sy seiner frawen ze esse. Anno
domini Milesimo ccccxxvIu jar.
S. H. Oesterley, Gesta Romanorum (1872) 8.8 und 236 unter Nr. CXXXIM.
b) Schaehbuch des Jacobus de ('essolis in deutscher Übersetzung.
1178 Anfang: Ich pruder Jacob von Cassalis prediger ordens pin vber-
wunde vö der prüd® gepett — 161® pey eine maist’ der hiez virgilius der was
geporn von eine swachen gesläht vn da vo daz er waishait hett ward er er-
chant in aller welt. (rof) Anno donini Milesimo 1428 in die Urbani finitus est
liber p manus: Si jo ponat? Et vi sibi assotiat’ Et vs addat? quis schripsit
sic vocat?.
Vol. Goedeke, Grundriss 12, 374.
1622 (Schreiberverse) :
Suß lach saur lach da wol j
Da we da dät es sich.
124 117
und: Seyt das T (Treue) also stautt
Das das L (Lüge) da für gautt
So ist das V (Falschheit) gemert
Das f (Volk) sich an das R (Recht) nicht chert
Nü gewint das M (Mensch) die Macht
Das es sich weder auf das g (Golt) noch vf E (Ehrlichkeit) nicht acht.
Ka’itas laitt in grosser not
Iustitia ist geschlage ze tot
Fallacia ist geporen
Vides hat den streijt verloren.
u. Bl. 163 —321, datiert 1424. Lagen zu 12 Bil, in der ls. je am Ende
bezeichnet durch 1’, d’ and’, 3° — 8, dann nichts mehr.
a) Ohne Überschrift: 164% Der behaltn wil sein dem ist ein notdurfft vor
alln dingi daz er behalt christüleichn gelaubä .... (von Gott, der Seele, den
Himmelskörpern, den Elementen, von Thieren und Menschen, viel vom Ge-
schlechtsleben) — 223» So sleust got die vernüfftig sel dar inn daz wewärt sich
an Sant augustin vnd spricht: die sel in ir schephung wirt in den menschen
gegozzen vnd in irm eingüsz wirt si geschepht.
b) Ohne Überschrift: Prophezeiung (in Form einer Vision) von Trüb-
salen, die welschen Ländern, namentlich Rom, durch die Saraxenen so lange
drohen, bis die deutschen Fürsten zu Hilfe eilen werden.
224% In dem nam gots Jhesu xpi Amen. An dem auffert abent nach
metten czeitt..... da gedacht ich in meinem herezen an die chläglich sach die
da geschehen ist..... ze Jerusalem — 2266 So wirt es sich anheben. vud da
er mir alles gesagt da verswant er von nıir.
ec) Ohne Überschrift: Weltzustand.
226b Das reich ist v°gange von der priesterschafft die gerechtichait von
de fürsten — Des pischolffs von freissing miltichait vnd des hertzogen von
osterreich güttichait vnd des auserwelten von Saltzpurg herlichait die drew ha-
ben pracht Grösz müe vnd arbait 2€. Et sie est finis.
d) Ohne Überschrift: Arzneibuch.
227% Got hat vir element gemacht — 270b vnd sol es wol stossen vnd
malen vnd sol es trinken mit weissen wein neWn tag newcht’n so ist er des
siechtages ann sorg.
e) Ohne Überschrift: aus Freidanks Bescheidenheit (Verse nur teil-
weise abgesetzt).
Anfang 2718: Mich hat bericht der frydank
Ein tail von sinnen die sint chrank.
Überschriften: 274 Von den dienste, 276° Von dem hunger.
118 III. CHELTENHAM
Schluss 277: Und hasset wer recht tät
Disew drew sint tore mät.
1 3 4 2 6 7
(rot) Stultux cum stulto maculatur crimine multo.
Vgl. H. Be:zenberger, Fridankes Bescheilenheit, Halle 1872; er gedenkt
unserer IIs. 8.52: "Papierhs. aus dem xv. Jh., vgl. Ind. libr. bibliopolae J. A.
G. Weigel S. xx.
f) Vö de maist” katho (rot).
Anfang 279°: Ez was maistern wol erchant
Katho was er genant.
Schluss 286b: Also lert der vater sinen sun
Das er solt reht tän.
Von F. Zarncke im Deutschen Cato S.113 f. benutzt und mi X bezeich-
net (vgl. A. f. d. A. 5, 95); daselbst auch kurze Beschreibung der Is.
9) Sammlung von Sprüchen in Reimen (die Verse nicht abgesetzt), unter
der Überschrift: Nü merchk hinfür von grossem Mätwilln.
Anfang 2878: So grosz mätwill wirt nümer gät
| Der vbels mer denn gätes tät.
Schluss 307b: Er ist aein esel der sein güt
Z8& bald in der jugent v’tät
Man sicht mengen verzeren
Sein gät mit lützell eren.
Darin Stücke aus Freidank und dem Renner.
h) Ditz ist dew tauel von den verborgen tagen.
3082 Nun sult ir merken das in den tagen die hernach geschrieben staunt
— 308 welich mensch denn geboren wirt verlaubet nummer mer. Dat. 1424.
i) Hie hebt sich güt ler an die merk vil salig man (aus Freidank mit
der lat. Übersetzung).
Anfang 309°: Lat. Qui no de Iabe cont’to corde grauat?
Huis apud dominü semp crimen renouat?.
D. Wa sünd ist an alle rew
Die werdent vor got new (38, 11).
Schluss 314°: L. Si laudem pp’am solo qui publicat ore
Hun laus... est nullo quog; digns (!) fauore.
D. Wer sich im lobt alleain (!)
Des lob ist layder chlain (61, 5).
k) Recept- und Segensammlung von Jüngerer Hand.
315° Nota gar ain güt ertzuey für das grießB vnd den stain.
315b Zuei Rossarzneien und ein Rosssegen gegen den auffwerffendn vn
inwendigen wurm. Ich gepewt dir wurm vnd würmin pey der vil hayligen
küniginn das du des fleysch noch des pains als lützell mügest gewinnen als
124 — 125 119
vnser liebe fraw kain drutt sun me mag gewinnen vä sprich ım pat. n. vä ım
aue maria. It& vnd segü das Ros ımı tag nanch einander allweg den obgeschri-
ben segn zu (drey malü aufeinander vn sprich dan ım p. n. vnd II aue maria.
3165 Blutbesprechung (Nota für «as plüt v’stan) Der heilig Christ....,
gedruckt MSD? 2, 273.
Es folgt ein Wassersegen: Das wasser müß als wol gesegent sein als der
hailig Jordan waz — her Jesu crist das is war In gottes namen. amen. In
Verbindung damit 3 Wundsegen. |
Dann 2 Rerepte: Contra pestilentiam das ist für die pläen. Neben anderen
eins des künigs zü vngern in dem cöstly zü kostnitz .bereytt.
320b Pfeilsegen: So der mensch geschossen so sprich dise wort In + des
Vaters + vnd des suns + vnd des hailige geist Amen. + Longinus der Ju-
den ain Ritter was der vnserm herrn Jesu xpo die nagell vß zoch vß hendü
vn vß füssen Als waur die wort seyen Alz wärlich geb mir Vlrich got kraft
vnd macht vVlrichen mir ceristen menschen diss eissen auß bain vnd auz flaisch
zü ziehen in gotez nanıen. amen.
Schluss 321° Recepte für dz grieß.
Zur Geschichte: aus Libris Bibliothek, Auctionscatalog (1862) Nr. 10;
früher im Besitze T. O. Weigels, vgl. Serapeum (1847) 8. 237 f}.
125.
Phill. 16412. Pap. xv. Jh. 122 Blätter (nach 1 fehlt eins). 28,2 x 21,
ron einer Hand zweispaltig (die Spalten von Linien umrahmt) zu 33—28 Zei-
len geschrieben. Rote Initialen, rot durchstrichene (von 500 ab ein senkrecht
durchgehender roter Strich), herausgerückle grosse Anfangsbuchstaben der Verse.
9 Lagen zu 12 Bil. (doch scheint das erste der 1. Lage nur vorgeheftet zu
sein), die 10. zu 14 BÜ., bezeichnet mit V—x’ am Schluss. Bl. 1—3 sind
am Rande verrissen, ohne dass der Text gelitten hätte. Wasserzeichen : Stier-
kopf mit Blume. Alter Holzdeckel mit rotem Lederbezug, je 5 Metallknöpfe,
Reste zweier Schliessen. Seiner Innenseite ist ein Pergamentblatt (xıv. Jh.) auf-
geklebt, grammatischen Inhalts (lat.).
Rudolf von Ems, Wilhelm von Orlens.
Anfang 1° (Akrostichon): Rein tugend wyß rat
Von edels hertze gat.
Schluss nach 50 Zeilen gegen Mitte der 2. Sp.: Czwey geliben lerte
Und vnverhauwen serte.
Darunter in grossen Buchstaben Wilhelm von Orliens.
Test der Seite sowie 1b leer.
2a beginnt: So ich aller beste kan
Dy abenthure griffen an.
Eyn herre in franckrich saz ete.
120 III. CuHELTENHAM
Zwischen dem Schluss von Bl. 1 und dem Anfang von Bl. 2 fehlen also
78 Zeilen. Ich erkläre mir dies folgendermassen: nachdem der Schreiber die
50 Zeilen auf 1% geschrieben, fieng er seine Arbeit noch einmal auf dem nun
fehlenden Bl. 1* an (ein ganz hnliches Beispiel in Phill. 541, s. oben), und
beschrieb dies vollständig. 50 + 78 = 128 ergiebt 32 Zeilen für die Spalte:
das stimmt zu dem sonst in der Hs. befolgten Brauch. Das Blatt mag später,
als man seinen gleichen Anfang mit dem vorangehenden bemerkte, herausge-
nommen sein, während das Fragment verblieb. |
Schluss 122": Welch min frunt mir frundes [rat fehlt]
Ertzuget ane missetat
Ob mir der rat zu staten stat
Und mich nicht vnder wege lat
Der let an mich der truwen wat
Und tut mir wol wie ez ergat
Ditz mer alhie ein ende hat. Amen.
Nur einzelne Stücke des Gedichts sind gedruckt; vgl. (Goedeke, Grundriss
1%, 123—126.
Zur Geschichte: in Libris Auetionscatalog (1362) als Nr. 563; vorher im
Besitze T. O. Weigels zu Leipzig. Der Is. liegt ein Brief F. Pfeiffers vom
20. Nor. 1858 an Weigel bei: “...... Die Leipziger Hs. ist vollständig bis auf
das 2. Blait; sie scheint aber einen schon corrumpierten, lückenhaften Text zu.
enthalten. Der Anfang und Einleitung ist richtig; nach dem 1. Bl. fehlt der
Leipziger Hs. ein Blatt mit 78 Versen, die aber, da das erste nur 50 Zeden
enthält, ursprünglich nicht alle darauf enthalten sein konnten [s. oben] .... Der
Schluss des Gedichtes ist den ührigen ss. entsprechend’. — Der Name einer
ehemaligen Besitzerin der Hs. steht auf einem Papierstreifen auf der Aussen-
seite des Deckels. Ich lese ihn: Margar[ete] Büächeim von Eslingen.
126.
Phill. 16413. Pap. xıv.|[xv. Jh..174 Blätter und je eine Pergamenteustode
(aus einer hebräischen Hs... 21,4xX 15, von einer Hand zu 31—33 Zeilen ge-
schrieben. Rote Initialen und Überschrift (zu Anfang); rot durehstrichene
grosse Anfangsbuchstaben der Verse, an deren Enden rote Schlangenlinien; auf
174b ein blattgrosses gemaltes Wappen. Lagen von 12 Bil, zum Schluss zwei
zu je 2 Bil. und ein Einzelblatt. Wasserzeichen: ein von einem Kreise um-
gebenes T. Die Verse sind von 10 zu 10 von moderner Hand mit roter Tinte
am Rande gezählt. Grüner Saffianband mit Goldsehnitt in einem Gehäuse.
Wigalois des Wirnt von Grarenberg‘).
1) Phill. 2772 ist eine moderne Copie der Bremer Hs. (L) desselben Ge-
dichts.
125 — 127 121
1® (rot) Ein vorRed des Ritters mit dem Rad | Und ist wygalays genant
vnd düt | wunders vil bechant Und also muzz | Allen Ritter geling die also
nach eren ring.
Anfang: Der nach eren sinne
Trewe vnd ere mynne.
Schluss 174%: Wenn chain herz sie gemessen mag
Der frevden nicht geleich |
Die ist in hymelreich
Da vns got noch hin gesenıd
Aus diesem ellend
Und also hat daz puch ein end. Amen.
Ausgaben von Fr. Beneeke (1819) und F. Pfeiffer (1847). Über unsere
Hs. Schönbach, Z. f.d. A. 24, 176 f.: sie ist Abschrift der Wiener 2970.
Zur Geschichte: aus dem Besitze T. O. Weigels (vgl. Serapeum 1847 S. 264)
kam sie in den Libris: Auctionscataloyg (1862) Nr. 565.
127.
Phil. 16414. Pap. Spütes xv. Jh. 148 Blätter und die leeren 149*—187*
sowie vordere Custode. 22,6 x15,4, von einer Hand geschrieben zu 20—23
Zeilen. Rote Überschriften; Ruum für Initialen freigelassen, aber in keinem
Falle benutzt. Lagen zu 12 Bü. (doch die 11. und 13. xu 10, die letzte zu 6),
bezeichnet mil al, a2 — a6 (dann die ganze Lage am Sehlusse durch al),
b1 —b6 (bl)...... — gl — g6; und wieder von BI. 85 ab alu. w....
el — e6 (Bl. 136); weiterhin fehlen Signaturen: also ursprünglich 2 Hss.
Wasserzeichen: verschieden, unter anderen der Stierkopf mit Stern. Brauner
alter Ilolzdeckel mit Lederrücken, eine Schliesse.
I. Michel Behaims Gedichte.
1® (rot) Dise nach geschriben geticht sten in michel pehams oster weis
vnd dises erst in den noten sagt v6 dem heiligen geist vnd seine gnadn die
er dem menschä (Schluss fehlt).
[D]v heilger hochgelobt’ geist (Z. 4—6 rot) —
Nach vmer werndem preise (21 Str.).
Gedruckt nach Pal. germ. 351 und 312 bei Wackernagel, KL. 2, 666— 68.
5b Von der verstossung der teufel.
[A]us nicht schuf got himel vnd erd —
Das solchs werd abgenomen (21 Str.).
10b Von der purd ihesu cristi.
[WJie die gepurd h’ chum€ ist —
Deins kindes gnad erwerben (15 Str.).
14b Von propheceyen sagt das (s. Anhang).
Deutsche Hss, in England I. 16
122 III. CHELTENHAM
1832 Exempel von ein esel.
[Ijch elag euchs all& vberlaut —
sy doch nit wil an regen (3 Str.).
192 Von einn esel exempel vnd get auf die narren.
[H]Jort ein exempel wund’leich —
vnd doch weis wellen seine (9 Str.)
21° Von der schephüg der engel wz das die gut& pestüden vnd die po-
sen verstossen wurden.
[HJeilger heilg’ heilg’ her got —
das wir solchs werden erben (47 Str.).
32b Von den wider pringn des uals der engel.
[Heiliger geist. ich ruf vnd gilff —
ezu deiner engel rote (15 Str.).
36° Von den engeln dy dem meschn geben sein zu hut.
|D]v milter gnaden reicher got —
ewigleichen von dire (20 Str.).
40b Von den teufeln die dem menschen sein geben zw an weigenn.
|N Jun hilf vns allmachtiger got —
hilf vns zu deinem reiche (13 Str.).
44° Wie der mensch peschaffen ist worden.
[|MJein got mein scheph’ mei hailant —
an der cristenhait amen (19 Str.).
48b Wie vns got hat widerpracht mit seiner meschw’dg.
[Dju parmherezig’ jesu erist —
Das helff vns got der frome (31 Str.).
56b Von der gepurt eristi wie die mit gleich (!) in «den geschrifften pe-
wert ist.
[MJaria keusche raine mait —
Durch dein purdt ewig schauen (9 Str.).
58b Sand hilgarten prophecy.
[Z]ju eine zeiten sant hilgart —
Dis gsank macht michel pehen (53 Str.).
‘2® Ein ander propheci. j
[N Ju hort ich wil euch chunden hy —
Leben hie vnd auch dorte (21 Str.).
77a Von der offnüg die gamaleon erschän.
[Elin offenüg meld ich euch .do —-
zunemlich vnd peheltlich (21 Str.). zer
s32b Von der niderlegeig (!) so die graue von posing auf die vn£ teten.
[A]n aine Sambstag.das peschach —
sol diez geschenket seine (9 Str.).
127 123
Gedruckt bei Karajan, Zehn Gedichte M. Beheims Nr. 7.
Darauf: Deo gratias.
Et———finis a
ee am aller heilige abent vollent michel hefelin.
ı1. 85% Dise nachgeschriben geticht sten in michel pehanıs hofweis vnd
das erst ist ein exempl von der heiligen trinitat.
[WJol drey gesellen gut (Z. 5—8 rot) —
Also emphing sy got (5 Str).
Gedruckt nach Pal. germ. 312 bei Wackernayel, KL. 2,680 f.
866 Von des himels lauf vn gestirn.
[A ]llmachtigeleicher gott —
Sein nam ist michel pehen
Der dis getichtet hat (27 Str.).
95» Wie der mensch got danken sol der gnaden die er emphangen hat
auch auch (!) der kunftigen genaden.
[Ich sag dir lob vnd er —
Das hilff vns allen got (3 Str.).
Gedruckt nach Pal. yerm. 312 bei Wackernugel, KL. 2, 681.
966 Wie man sich sol peraiten so man das hochwirdig saerument corporis
christi enphahen wil.
[H]Jor werder cristen mensch —
vnd alle cristenhait (27 tr.).
1056 Von zwain vnd sibenezig namen der kunigin maric.
[MJaria maget rein -—
Miserere mei (5 Str.)
1078 Vom ewangilg als iesus zu samarıa auf dem prün sas vnd das
fraulin wass’ schepht. .
[Ulns schreibt Johannes —
Der dis getichtet hot (15 Str).
112 Das geticht sagt von «rein rosen gab mir mein her chung lassla
ılas ich im ein geticht davon macht.
[N jun merkent «disen sin —
Dein’ groß mechtikeit (3 Str.)
Gedruckt nach Pal. germ. 312 bei Warkernayel, KL. 2, 682.
113° Von dem wort vnd wie man das reden »ol.
[E]in ding ist gut vnd pos —
getichtet dis dis (!) gesank (19 Str.).
119 Wie ein kunig regiren sol.
[Sjeit des mals das ich weis —
Aller gnetligsten herren (25 Str.).
127b Ditz peyspil macht ich mei herren chunig lassla czu prag in pehanı
124 III. CHELTENHAM
vnd sagt von (den ketzern wan ich nit offennlich uor im torst singen darüb
macht ich es in ein peyspil weis das sy es hortenn.
[E]s was hie uor ein kung —
war auf die meynüg stet (13 Str.).
132 Und do ich diez geticht dem chung gesag do sprach er Jdas ich ims
auslegt was es pedewt do sprach ich wän mir eur gnad sagt wie eur gnad
solch halten welt die also vngehorsam weren Do sprach der durchleuchtig furst
er wolt solchen vngeldig (!) sein do sang ich nu die auslegung.
[D]urchleuchtigster kunig —
Woll helffen mit im dar (33 Str.).
1372 Ein wider effen von checern zu peham.
[Iln allenı romischem reich —
Des der dis liedlin macht (9 Str.).
Gedruckt nach Pal. germ. 312 bei Wackernagel, KL. 2, 632 f.
140° Von meins herren chunig lasla ambtleuten vü den posen vnd vn-
getreü ein gleichnus.
[Elin peyspil wunderleich —
haben vor dir geton (7 Str.).
142b Ein peyspil vö dreien faulen puben.
[|HJie horet schand vnd spot —
Das tut vns sicher not (3 Str.).
144° Ein peyspil wie ein wolf peicht.
[| VJernement fromde mer —
Das ymer ewig ist (5 Str.).
145b Ein peyspiel vö eim affen vnd perurt die dy nit von in selber
haltn.
|EJinsmals was sich ein aff -—-
des lob ich rumen wil (3 Str.).
146b Ein peyspil von eim singer der maint sung gar wol vnd sang gar
vbel.
[Hlie horent fromden sin —
den zway vnd dreissig iar (5 Str.).
148° Von eine kreuß (so!) vnd get auf die prister vnd (Rest fehlt).
|E]Jins mals het sich gepurt —
Ir gern hie von dir (= Str. 2 Z. 9; fragmentarisch).
Vol. (Goedehke, Grundriss 1%, 314. K. Bartsch, Die altdeutschen Ilss. der
Untversitäts-Bibliothek in Heidelberg (1887) 8. 57 f. Nr. 147. 8.79 f. Ar. 163.
Ss. 102 Ar. 179. 85.113 Ar. 202. S. 114 Nr. 205. 8. 124 Nr. 214.
Zur Geschichte: aus Libris Bibliothek, wo sie im Aurtionscatalog von 1862
die Nr. 692 trägt. Auf dem Rücken des Einbandes finden sich die alten Bi-
bliootheksnummern 164 und 297.
127 — 129 125
128.
Phill. 17809. Ein Sammelband ron Fragmenten verschiedener Zeit und
verschiedenen Inhalts, meist lateinisch, selten französisch und englisch. Nur ein
deutsches Stück darunter: 3 Pergamentblätter (ein Doppelblatt und ein einzel-
nes dazwischen gehejtet). xıv. Jh. 25,7 x 18. Initialen mit der Feder gezogen;
von sehr schöner Hand geschrieben.
Feldkircher Iuberrecht.
1® Assit principio sancta maria meo. Diz sint die reht die men sprechen
sol in dem häphoue zäü veltkirche (s. Arhang).
Ein Teil von 2b und Bl. 3%b leer. bis auf die Worte: Ez mag 3% Auf 3b
von einer Hand des xvı. Jh.: Des droitz de la may’en (!) de Val.... (undeutlich),
ferner (xvır. Jh): Les droits de la Cour de Vagmen feldkirch.
129.
Phil. 138090: vier Hss. des xu.— XV. Jh. unter modernem Papierdeckel
vereint. Die 3. ersten (Bl. 1—101) enthalten hauptsächlich lateinische Predig-
ten, Heiligenleben ete., hier handelt es sich nur um (die vierte. Perg. xır. Jh.
42 Blätter, signiert Bl. 102 —144. 19,4x 13,6, von mehreren Händen ge-
schrieben. Rote Initialen und Überschriften, rot durchstrichene grosse Buch-
staben. Lagen von verschiedenem Umfange: die 1. zu 8 Bil. mit einem ein-
gehefteten Doppelblatt in der Mitte, die 2. 3. zu 6 Bil. mit Fordereustoden, die
4. xu 7 mit Vordereustode, die 5. zu 8 Bll., endlich 2 Einzelbll.
Liturgische Stücke, Predigten ete.
1022 De transfiguratione dni ad Mat’ cap. Saluatorem expectam’ — 105»,
fortgesetzt 108° —109%, zum Schluss mit Neumen: Die mihi quid € unus —
Die m ge 5 duodeeim. Duodeci pph’e s. Dazwischen geschoben ist das Dop-
pelbl. 106. 107 mit Sentenzen und einem Glossar. In let:terem 3 deutsche In-
terlinearglossen: arra wette, ludeus musare, laqueare getauele.
1096 Ohne Überschrift: Seripturis (!) romanü imperium primo dicendum
arbitror qualiter ibi cepit. qm inde in greciä translatü fuerit qualittue uel sub
quo al nos redierit — Hic heinrie’ quart’ ab humili heinrico reliquit heinricü
q adhuc adolescens a paschale aplico rome ordinat’ suscep imperiü.
114% Hec est series pontificum romanor. Petrus apls annos XXv. mienses
duas. dies tres — Celestinus .m. Lucius .ım. Eugenius (F 1153; dies ergiebt
den terminus ad quem).
118° Lateinische (Gebete, Hymne mit Neumen; Kalenderprophezeiung.
1208 (andere Hand) Über die Dinge bei der Messe: Tolle Thuribulü et
hausto igne de altari mitte incensü desup pgens cito ad pplm — 126b, ,
Anschliessend in grossen Schrift.ügen der Anfang einer deutschen Homtlie.
Letentur celi et exultet terra iubilent montes laudenı quia cosolatus & dns po-
_
126 III CuhEeLTENHAM
pulum suü et pauperü suor miserebit‘. Mine uil liebe kint nu sult ir hivte
merken dise kurze wort die wir hivte begen in deme heiligen ampte. Vnde die
der heilige wissage Esayas hat gewissaget. von deme heiligen kriste. do er ge-
born wart. von der ewigen magede: Sancte Marien. Er sprach also. Letentur
celi ı rel. Er sprichet also. Himel ynde erde frovdent sich. vä singent die
berge michel lob. wande der heilige krist.... (bricht ab am Schluss der Seite,
doch scheint nichts zu fehlen).
127% (neue Hand) Lateinische Predigten: a) Vidit iacob in sonpnis stante”
sup t’ra’ anglos —- triumphantes coronant? Amen. 130b (andere Hand) b) De
dedicat’ eccle, gefolgt von einem neumiterten IIymnus: Ad decus ecclesie reci-
tatur hodie. 131® e) Über das Pater noster: . mi (= carissimi) hanc oratio-
nem ipse deus „posuit — Sunt eni in ea VII petitiones que diuidunt” in t°s ı
or
‚m. ptes P ta pat° fill’ 7 sps ses. (onorius, Speculum ecelesiac, Migne 172,
819—822 D).
132b Confessio (ebend. 824—826 A). Abrenuntio diabolo et omnib’ operib’
eius — Et uolo d’o pmittere gıl uolo peccata am de... (bricht ab; vielleicht
fehlt ein Blatt, die Vordereustode der nächsten Lage).
1358 (dieselbe Hand, welche die deutsche Homilie 126" schrieb) Lateinische
Predigt: Ad ordine trium missarü natalis diei dnI misterialiter egnoscendü — in
qua cum pat° IT spü uiv?'ı reg” ds. p. ola. s. ®.
1370 (dieselbe Hand) Deutsche Homilie (s. Anhang).
1412 Stammtafel Mariens; Aufzählung der 7 Planeten ete. Iomilien über
die Würde des Sonntags und auf die Einsetzung der 10 (Gebote — 144 trans-
‚tuit ad glam pat's ad euius dexteram sibi coeq*lli].
Zur Geschichte: Sir Thomas Philipps erwarb die IIs. von dem Antiquar
Tross in Paris.
130.
Phill. 15908. 5 Blätter, Fragmente dreier Codiees, die aber sämmtlich dem
vı/Iix. Jh. angehören.
I. Ein Pergamentblatt, noch 20,4x 14,2, sturk von Motten xerfressen und
durch Feuchtigkeit beschädigt, daher nur teilweise lesbar. Vorderseite dreispal-
tig, dJeückseite zweispaltig.
Ahd. (Glossen von Büumen, Körperteilen, Tieren, Werkzeugen ete., gedruckt
bei Steinmeyer, hd. Gl. 3, 468. 572 Anm. 437. 454. 456. 462. 450. 634.
ı1. Zwei Pergamentblätter, 23,5%x15 resp. 16,1, von einer Hand zweispaltig
geschrieben und sehr gut erhalten.
Ahd. Glossen zu Gregors Dialogen und ( Yissim, gedruckt bei Steinmeyer
n.a. O. 2, 247—49 und 145. Farsimile in Libris Auetionscatalog (1859)
Tafel ıv. xıx.
m. Ein Pergamentdoppelblatt, 23,5% 13,7 resp. 18,2, ebenfalls sehr gut
129 — 132 127
eonserriert. Imhaltsverzeichnis der IIs., der das Doppelblatt angehörte, und lat.
Gedichte. Fresimilia bei Libri Tafel xvım.
Genauer werden die Bruchstücke im 4. Bande der Ahd. Glossen beschrieben
werden.
131.
Phill. 19491. Pap. Spätes xıv. Jh. 317 Blätter, vom letzten nur ein
schmaler Streifen. 32x 21,2, durchaus von einer feinen weiblichen Hand ge-
schrieben mit verschiedener Zeienzahl. Rote Initialen und rot durchstrichene
grosse Buchstaben. Lagen zu 12 und 14 Bl. Wasserzeichen: hauptsächlich
der Stierkopf mit einem Stern. Die Hs. hat durch Nüsse stark gelitten, sodass
die Schrift auf der obern Ecke jedes Blattes ganz erloschen ıst. Holxdeckel mit
modernem blauem Wachstaffetband.
Buch von den zehe dingen in Jen die weishait de’ heiligen geschrift
mit einander begriffe wirt, zusammengestellt auf Grund von Predigten eines Do-
minikaners Heinrich.
12—12b Register über 187 Capitel. Meistens eingeleitet durch die Formel
So ist ein frag, behandeln sie den Verkehr zwischen Gott und dem Menschen,
und wie dieser sein Leben demgemüss einzurichten habe; die letzten. 12 bringen
eine Auslegung des Valerunsers.
Schluss 316’ vn also seI daz die zeh& «linck in den die weishait de’ hei-
ligen geschrift mit einander begriffe wirt die dem mensche den not ist zewiss@
vn ze erkenne zv dem ewigen leben. vn also hat daz puch ein end got vns
seinen segen send. vi wer dez puchs list ein teil od’ als der pit got fvrr ein
arme vndanckperev sunderin die daz puch geschriben hat daz ir got genedig
sei.... vn sunderliche vergest dez nit von dem sie es genume hat Datz ist
von I maister Heinrichs predig ein Maister in prediger orden dez predig es als
ist vn pet deselbe ein pat’ noste’ vn de’ himel kunig (!) ein ave maria amen.
Von der Schrift auf 317% ist nur noch zu entziffern: Anne Minttrin.
Zur Geschichte: aus der Unterschrift geht hervor, dass das Ms. dasselbe
ist, welches der Auctionscatalog der Kloss’schen Bibliothek unter Nr. 4592 an-
führt: "Heinrichs (von Nordlingen) Meister Predigen (!)....... niedergeschrieben
von Anna Minterin im S. Klaren Kloster zu Nürenberg um 1380—1400°.
Die Firma Puitik & Simpson erstand damals die Hs.; von ihr gieng sie (1867)
in die Bibliothek des Sir Thomas Phillipps über.
132.
Phill. 19588. Pap. xv. Jh. 146 Blätter. 14,5X 10,8. Rote Initialen ; rote
Überschriften und rot durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen meist zu 12 Bl.
'Iolzdeckel mit rotem Lederbezug.
Geistlicher Unterricht für Novizen eines Nonnenklosters (in der Is.
rot bezeichnet: De spitali claustro), lat. und nd.
128 III. CHELTENHAM
Anfang: Xpe. pass’ & p nobis vobis Tlinques exemplü ete. Nd. Predigten auf
43% (rot): An festü desposaciols «lieat? nouiciis de monastiea vita Ihe xpc. Ego
vos elegi de müdo ut eatis et fructü afferatis et fruct’ ir maneat. Dusse wort.
de »prikt (!) de lefhebber Ihe xfe to synö lefhebber& alse to gik gheystlike
kynder€ — 62" Dat vs dat middenäder mote schen des helpe vns de vader
vn de sone vnd de hilghe gheyst. Ame. Ferner 63° Audi filia et vide ıC. De
hemelsche vader de benomet eyne gheystlike jewelke brud syne dochter — dar
gy vn we ok jo syner te ewighen bruken. Amen. 73» (rot) Post letanias inter-
rogat epus sIgulas psonas et dieit: Vis sacrü velamen quod cötemptü müdi
significat suscipe. So sechstu dene Volo Ik wille ete. Predigt 74% Deus castor
corpor amator ....2c. De alwoldighe got de de is eyn lefhebber der kuschen
lichäme ete. 86% (rof) In vigla Cou°sionis dicat? eis. Hodie scietis q’a veniet
dns. Seet gy gheystlike küdere de gy mi hude schult benonet werde eyn doch-
ter des hemelsche vaders — 107 Vnd gy scholt dar stille sitte cötra altare
also läghe wete to deme Agn» dei so brighet juk de pposit’ pacem.
Den Rest bilden lateinische Belehrungen mit hie und da ringestreuten nd.
Sätzen.
133.
Phill. 20644. Pap. xv. Jh. (1445). 302 Blätter. 30x 21,5, von einer
Hand zweispaltig gescehriehen. Verschiedenfarbige mit Arabesken verzierte Ini-
tialen zu Beginn der Artikel, sonst rot; rot durchstrichene grosse Buchstaben und
rot unterstrichene Worte.
Vocabularius latinus DI. 1—213.
Am Schluss: Explicit pphylogus (!) iste per manus conradi heylant de
tzell sub anno domini mPccce’xLv Tüe tpis in aldemburg.
Lat.-deutsches Vocabular, alphabetisch geordnet.
Anfang: 214% Absid (!) ul absidia ey abseytüg
Absida media pducta eyn leichhauß.
Öfters Schreiberverse, so am Schluss der ersten Spalte: Oft traurt meinn
hertz | Wie wol ich schertz | oder 265® (rot) Hie hat das capitel ein ende | got
behute dem schreib’ seyn augen vi hende | vn auch vor falschen rat | dy ma-
nig’ falsch’ mensch in ym hat |. |
Bl. 302 derselbe Eintrag wie oben 213; darauf mehrere Notizen, denen
zu entnehmen ist, dass der Schreiber im Jahre 1457 Caplan in Schwabach war.
Zur Geschichte: Klossens Buchmarke auf der Innenseite des Deckels sowie
eine Inhaltsangabe von seiner Hand; Auctiousnr. 4678.
134.
Phill. 21155. Pap. xıv. Jh. (1323). 147 Blätter (doch ist 71 zweimal
vorhanden) und vordere zum Teil abgerissene Pergamenteustode. 21x 15,2, sehr
schön von zwei feinen, augenscheinlich weiblichen Händen in der Art geschrieben,
En Bin
132 — 134 129
dass der zweiten Bl. 82 —114. 134—146 angehören. Die Seiten sind von Li-
nien umrahmt, die Zeilenzahl varüert. Initialen schwarz und rot umstrichen,
einzelne rote Überschriften, ebenso sind die am Rande stehenden Citate rot. La-
gen zu 10 Bl. (doch zählt 8—10 und 13 12 Bil), bezeichnet je am Schlusse
dureh Anfanysworte. Originaler Schweinslederbund mit roter Ledereinfassung.
Wasserzeichen: zwei dureh einen Stab verbundene Kugeln.
Predigten auf Fest- und Heiligentage.
Auf der Custode Datum und Inhaltsangabe. Vorderseite: Anni ab incar-
nacöne dnI nrI | mecexxım indietione spl.... | iste In Q stinent? sermones 1
pr.... | scor In theotunica (!) lingua seri.... | S. Stephani prothomrts. | Füek-
seite: Ite S’mo de corpe e ı alia plur bona (dieta a seis "1 katholiecis.
Anfang 1* (ohne Übersehrift): Sine fide Ipossibile & place’ d’o. Uns sagt
“div heilege schrift daz daz vnmugelich si — Dar nach pittet vmbe alle gelü-
biegen selen daz in got genellie sei. amen.
Vgl. MSD®? Nr. xcvis; im Anhange vollständig mitgeteilt.
1b Von deme svntage (am Rande, wie meistens). Beq'euit düs die sep-
timo.... Alle die sich hievte hie besamenent habent I dem nam des anl (!)
gotes an disem heren sonnentage die seulen wize — das vns der ewige liep vö
sine genade werde. amen.
Ph. Strauch, Altd. Predigten, Z. f. d. Ph. 27, 148—50 Ar. 1 (aus Com.
4880).
2b Von sant stephan marterer. Qu& mittä ul q's ibit nobis. Disiv wort
m. f. 1. daz sint clagewort — das wi®r nach disem libe den ewigen lip besizzen
müzen. amen. |
32 Von sant Johanne ewägelista. Valde honorand’ & bts Johs.... Der
gvte S. Johs ewü. des tult wier hivte begen der was vnseres h’ren trvt vn.
seiner mvmen sun — nu sulle wir I vil Inechleichen mane dz er vns q.
4° Von den chindelin. Amblabunt mecü I alb quö digni st. Dirre heil’
tach der ist geheiliget vnd geezieret — vnd ds er vns nach disem leib den
ewigen leip gebe.
4% Vo s. thomas von chanzelg. Den lieben vn den suzzen here s. tho-
mas des hochzeit wier hir begen — das er vns vm got helf ds wier .....
besitzen amen.
6° Von sant siluester pdige. Siluester vrbis Rome eps cü esset Tfantulus
....2C. Der güte sant siluester der was pabest da eze rome — Nu manet in
siner genaden ds er iv vmıbe got helfe ıC.
<@ Von sant paulo der erste einsidele Der heilige h’re sant pauls des
hochzeit i®r hivte beget -— Nu manet hivte «den güten sande paulen (das er ıC.
7b Von sant felice briest® pdige. Cum beat’ felix .... adıuetus fuisset ze.
Deutsche Hss. in England T. 17
130 III. CHELTENHAM
Der salige herre sant felix... . der was ein heiliger briester — Sin heilig’
leichnam bestatot man mit michele eren. Nu manet ıc.
8b Von sant mar’o vn siner hvsfröwe Martha mit iren sunen san audifax
vn abacü. Temporib’ elaudiü impator’s venit quidam vir none marius.... Die
heiligen d’ hochezeit ir hivte beget san marius vn sines wibes martha. . .. die
sult ir vil fleizziclichen eren — Do beget vnser h’re vil manich zeichen. durch
i’r ere an allen den die i®r genad& süchent. Nu manet si ir genaden 2c”.
92 Von sant sebastian. S. Sebastian dei eultor studiose curabat .. - . 2C.
Der güte sant Sebastian des hochezeite ir hiute beget — Den selben sant Se-
bastian dem sult i®r i®uch hivte emphelehen mit leibe vh mit sele. Nu manet 32€.
9b Von sant agnes. Igressa agnes turpitudinis locü anglm dnT pparatü
Tuenit. Div heiligitu frowe sant agnes der tult ir hiute beget. diu was von
rome geborn — die würden erheilt swie getanen siechtäm sie heten. Nu ma-
net :C.
10b Sant pauls bech*rüge (unterer Rand). Paulus adhuc spirans minarum
"ı cedis I diseiplos dnI accessit ad plneipem sacerdotü...2c. Der heilige h’re
sant pauls «der was vor siner becherde ein vbeler ahtaere «der c'stenheit — das
er iu antlas i®wer svnde vmbe got werue. das ir nach disem liebe den ewigen
liep besitzen müzet. amen.
112 Von sant seuero briest’”. Temporib’ maximiani impatoris orta est seua
pseeutio adüsvs xpianos ıc. Der heilige h’re sant seuerus .... der was ein vil
wol gelerter h’re — vn an allen den die genade süchten sant seueri vmbi (!)
ier not vnd vmb ir angest. Nu manet :c.
11b Von vnser frawen zer lichtmisse. Postq* impleti st dies....:c. Die
sagent «die ze deme godes ri"che sulen chom — Nu heizent vns die heiligen
engele beleiten ze dem ewigen fride ze den ewigen genaden ds bring ivch der
war gotes svn durch willen siner lieben mvter Sant Marien. amen.
13° De scö blasio epö et martyre s’mo. Sanctus blasius I sebastia eiui-
tate capadocie.... natus est. Der güte sant blasius .... der was nach wertli“cher
gebürte ein edel man — an der selben stat da si gehöptet waren. tät vnser
h’re grozze genade. vneze an disen hivtigen tach. Nu manet I siner genaden.
142 Von sant agethen pilige. Agathes letissima "I gloriant’ ibat ad carce-
rem 2c. In dem lante Sicilia was ein heiligiu mait sant Agatha — vi floch
das viewer wider in den berch vi würd also ledich. Nu manet si öch hiv (!)
iren genade.
15° Von sant Valentin. S. Valentinus int’ranensis epe.... meruit v’tutis
adherere :e. Der güte sant valentin..... der was bischof ezeiner stat heiezet in-
t’ranensis —- vnde würden öch von anderen heiligen eisten mit eren bestatete (!).
Nu manet si hivte 2c.
15 Von sant peter do er vf den stäl wart gesetzet ze rome p (= preilige).
134 131
Quem dieut hoies esse filliü hols at illi dixerü ge. Wier lesen hivte an dem
heiligen ewägelio wi vnser h’re.... sin iungere fragete — vü vns helfe zu den
ewige genaden. amen. |
16° Von sant Mathis zwelfpote pdige. Dederüt sortes apostuli "I iecit sors
sup mathiam :c. Der vil heilige gotes trv*t sant Mathias.... der was der hei-
ligen iungeren vnseres h’ren — cze iungist schieder mit der martyr von dirre
werlt. hineze dem almehtigen got. Nu manet ıe.
16° Von sant gregori p®pe. Der heilige h’re sant g“goris..... der was nach
wertlicher gebürte ein edele h’re — das wir mit siner hilfe die ewigen gena-
den besiezen amen.
166 Do vnser he’re gechvndet wart v6 dem heilige engele. Descenllit si-
cut pluma I uelus.... ec. Unser h’re der ewige vat’ der mit sime sune der im
ebenherre.... ist — So eret elliu div heiligiu christenheit vnser frowen diu da
erwelt was.... Nu manet ıc.
17b Von der selben pdige. Missus & angls gabriel a deo :c. Wir lesen
hivte an dem heilig& ewägelio wie der himeliche (!) chonich im hivte erwelte
das si iv helfe das ir nach disem liebe den ewigen liep besitzen mäzet. amen.
15° Von sant Maria egyptiana. Diu heiligiv fröwe sant m. egyptiaca «dliu
was geborn vz dem lande eze egypto — vü fürten den heiligen lichname hin
ezirme chloster vü bestatoten diu mit grozzen eren. Nu manet ıc.
15’ Von sant Georien martrer pdige. Tempore daciani orta est pseeutio
grädis :c. Bi den zeiten do «daciano kwiser was — der be(!) waren drizech
tvsent vD nivnhüdert vnd div chvnginne. Nu manet :c. “
202 Von sant Marcus den ewangelisten. Der heilige ewägelista san Mar-
cus der was des aller herste geslehtes — Er was öch der erste pat?arche eze
alexandria. Nu manet :c.
Zub In der mereren (!) letanie diu pdige. Misericordia ı veritas pPeedent
faciem tuam. Wie dirre heilige tach der eistenheit gesatzet würde ze büzen ir
svnden .... des wellen wier iv sagen -- darin müz i'ch der almehtige got be-
leiten. Amen. |
21° Von den zwelfpoten sant Jacob. Viri isrlite ad hoc in sublimi loco
eleuat’ sum ıc. Der liebev h’re sant Jacob der was nach wertlicher gebürte
unsers h’ren mvmen svn — dar bringe i'Ych der almehtige got. amen.
21b Von dem zwelfpoten S. Philippe. Der ander h’re sant philipp’ «des
tult wir öch hivte begen der pdigot den heiden statecliche vn wart einiv
ze siner zeswen geleit die anderen ze siner vinster. Nu manet :c. |
222 Wie «das heilig erüce fünden wart. Helena.... ubi abscorlitü & peiosü
lignü dominicü :c. Do zweihundert iar vn Jriv vn dri®zech iar ergangen waren —
daz wir das ewige leben besitzen müzen. amen.
Strauch a.a. OÖ. S. 175—81 Ar. vıu.
132 III. CuELTEXNHAM
235 Von des heiligen eruces holeze. Xpe non immemor nıre suae.. sus-
cepit in cruce...:c. Des crüces ist der boum des este in die erde sint ge-
stechet — das wer Jdaz heilige leben besitzen müzen. amen.
Strauch a.a. O. S.163—68 Ar. v; Fragment (xı1. Jh.) in den Münchner
Stitzungsberichten 1869, 2, 292.
24b Von sant iohes vor der welischen porte ze rome. In feruentis olei
ddolium missus Johes 2€. Do die heiligen poten vnseres h’ren nach siner heren
vfferte sich teilten — das ier nach disem leben das ewige leben besitzen mäzet.
25b Von sant Erasme einem pischolf. Facta & psecutö xpianor a dio-
cleciano ı€. Der heilige h’re sant Erasme....... der was bischolf ze antio-
chia — vnd die selben genaden las iuch der himelische vater durch sant eras-
men willen in disme leben verdienen. Amen. .
27a Von sant veit. Apparuit angls dnI beato vito 2c. Wir lesen an der
heiligen schrift von dem gütem sante vite — Ir heiligin lichnamen bestatot ein
heiligiv frowe florencias geheizzen an eine stat «diu heizzet mariam. Nu pittet :c.
282 Von sant Johes des taufers purte. Inter natos mulierum nö s’rexit
maior Johaüe baptista. Vnser h’re. sant Johes der töfer..... der hat vrehvnde
von vnserem h’ren got selbe — Er sach och den heiligen geist vber in cho-
men. Dar nach lie er sich höpten durch die warheit. Nu manet :c. j
29° Von sant vigilen ze trie'n pischolf. Beatus vigilius genere romanus
...2C. Unser h’re sant vigilis... der was ein edel h’re -—- Nu chvmet vigilis ser
martyrere der vns vz vnseren vazzen vertri®bet. Nu manet ıc.
295 Von den siben slafferen. In tempore illo regnante impre decio... :c.
Die heiligen h’ren die siben slafer .... Die waren öch edele herren — die si
ane rüfent vmb ier not vnd vmb i®r angest. Nu manet ıc.
318 Von den heilgen zwelf poten sant peter vä sant paul. Post intitü
magy symonis pcepit nero paulo caput amputa’ :e. Hivte begen wier die
hochezeit der zweier h’ren — diu milech betivtet sine süzze ler. Nu manet
si ier heiligen martyr.
32b Von den heiligen h’ren sant paulus. Oportet nos fres kmi amare
delicias paradysi ıc. M. f. l. Wir bedurfen des vil wol das wi®er minnen die
heiligen fröden in dem heiligen paradyso — das ir delle (! = der helle) wice
vberch werdet vnd das i®r das ewige leben besitzet. amen.
33b Von sant felieitate mit den siben sonen. Felicitas illust's feminis (!)..
tenıpta & I viduitate 2c. Diu heiligiu frowe sant felicitas.... diu was ein edel
wip — da mugen si in wol gehelfen hineze sinen genaden. Nu manet ıc.
342 Von sant Margarete. Beata margareta erat ‚theodosiü filia ve. \Vnser
fröwen sät Margarete... diu was eines heiden tochter — das wir i®r helfe ha-
ben müzzen an dem leibe vnd an der sele. Amen.
35° Von sant Jolita vA von irem svn Quiriti. In dieb’ illis supplicante
134 133
alexandro pside.... faciens multas psecutiones in xpianos ıc. Bi den zeitent (!)
do Alexander in der stat ze ycoma ... was — die bestaton do i®r heilige
lichame mit grozzen eren. Nu manet :c.
36° Von sant Marinen. Frater erat q’dam secula’s habens vnicam filiam :c.
Vnser frowe sant Marine. .... die sultir eren mit allen gäten werchen — des
helf iu der almehtige got amıen.
37% Von sant alexio. Fuit vir nobilis "ı magns Eufemians.... Der hei-
lige h’re sant alexius .... der was ein edel h’re — die wurden gesvnt. Nu
manet in hivte :c.
38b Von sant felice priester. Non oportet ala xplana apparere ante
c*atore suum 2c. Der heilige h’re sant felix .... der sprach vil gerne disiu
wort — des werdent si da ledich. Nu manet :c.
39* Von sant Marien Magdalen. Hie est illa maria eui dimissa sunt
pecaä :c. Diu liebiu fröwe sant M. magdalene ... diu was nach wertlichen ge-
burte ein edel fröwe — allen den die si ane räfent umb ir not vnd vinbe ir
angest. Nu pittet si hivte.
40° Von sant Apollnare. Bentus petrus ap! dixit appollinari diseipulo
suo0....2c. Den heiligen pischolf vnd martyrere des almehtigen gotes Sant Apol-
linaris des genade ir hivte hie gesächet habet den sult ir eren — die sine ge-
nade süchent mit luteren herezen mit waren ri’wen ir svnden. Nu manet :c.
41 Von sant Cristinen iunchfröwen. vnd mar. Vnser fröwen sant Cri-
stina.... diu was ein edel fröwe — der bestat si mit grozzen eren. in der stat
ze tyroda beget got vil manich zeichen durch ir ere. Nu manet :c.
42b Von sant Jacoben der da zwelf pote ist. Apls dni nr ihu xpi Ja-
eob’ .... omne iudea .... visitavit :c. Der heilige h’re sant Jacob... .. der was
präder sant Johis ewangeliste -—— vnd das in vnser h’re erte mit den hime-
lischen zeichen. Nu manet ıC..
442 Von sant Cristoferen martyrer. Bi den zeiten do der chvnig Dacianus
ceiner stat chvnich was. heizzet schalima — an allen den die sine genade sA-
chent durch sante xpöfelen ere.
45° Von dem heiligen martyrer panthaleon. In der stat ze nicomedia
was ein edel h’re eustorgi» geheizzen — welhe genade im got geheizzen hat.
Nu manet in siner genaden.
47% Do sant peter der zwelfpot vnseres h’ren gevangen warte. Unser herre
sant peter... . der hiez € symon & im vnser h’re den namen gebe — vnd
von heiligen engln mit sant peter ze dem himelriche bestatöt wurden. also mäecz
es vns ergen. amen.
47b Von sant donat bischof vnd martyrar pdige. Erat quidam puer i ci-
uitate romana :c. Der güte sante donat®..... der was ein vil wiser h’re — in
dem grabe das im sant donat? gemachet hete. Da tät got manich zeichen durch ir
ere. Nu pittet :c. |
134 IlI. ChELTENHAM
49% Von sant Lorenezien martyr. Der heilige h’re sant laurentius «der was
chapelan des güten s. sixtus -— an allen die sine genade süchent.
49» Von der aufart vnser fröwen marien. Intrauit ihesus in quoddam
castellü :c. Vns saite hivte der güte sante lucas .... von der grozzen hoch-
ezeit -— das wir in disem leben das ewige leben verdienen mäüzzen. amen.
50» ein ander red. Oleü effusum nome tuü adolescentule dilexert te. Ir
sult hivte ane räfen vnser frowen sant Marien die himelischew chuniginne —
das si iv helfe vmbe iren lieben svn. das ir z& ir genadecliche chomen müzzet.
Amen. |
51® Von dem heiligen h’ren sante bartholon. Der güte sant bartholo-
meus.... der ist der heiligen zwelfpoten einer -— vnd schiet do von diseni
leben hineze den ewigen fröden. Nu pittet :c.
52b Von sant Johannes dem taufer wie er enthaupt wart. Wir begen
hivte des heiligen töfers hochzeit — das er vns vmb got helf das er vnser
höpt si vnd wir sine lider sin. amen.
53° Von sant Egidien. Der liebe h’e sant Egidius .... der was uhe (!)
werltlicher geburte von chVnechlichen geslehte —- das die heilige engel sine
sele mit michelme lobe ze himele fürten. Nu manet :c.
54b Von d’ gepürt Marien. Hodie natus (!) est beata v’go maria ıC. Hvite
bege wir die hochezeit vnser fröwen sent Marien -— wande si mätter ist der
gnaden vnd d’ barmunge. Nu bittet das si ir genade vnd barmunge vber uns
habe.
55b Von demselben. Wir lesen an der heil schrift. wie d’ chYnig salono
ime selben einen stül gemachet hete — (daz wir vz disem ellende zv den ewi-
gen genaden chomen müzzen.
56° Von d’ hoheung (!) des heil chrüces. OÖ crux gloriosa. O erux ado-
randa €. Bi den eyten do kunie chosdras ze persin was. wande er ein vbel
man was — vnd als ir wol v’nom habt vor aller wid°worticheit beschi®rme.
beide des libes vn der sele. amen.
572 (über dasselbe Thema) Civitas est berit' vocata...2cd. Wir lesen and’
heil schrift. das vnser h’regot vil manig zeichen mit sinem heil eruce |begie] —
vn das wir nach disem libe das ewig rich besiezen mvzze. amen.
57b Von sant Math’s. Zv den cezeiten do vnser h’re sinen iung’en sinen
heil geist sante — vnd für si do zü dem himelrich. dar pring auch vns der
güte sant Math’. amen.
59° Von sant Michel engel. Ego sum Michahel archangls :c. In dem
lant ze Campania do leit inne ein perch der heizzet Garganus — das wir div
ewigev genade mit im besiezen dacze himel. des helf vns got. amen.
602 ein ander rede. Factü @ silentiün I celo :c. Alle die hochezeit die wir
in dem iar begen — Dar pring iuch der alm got durch willen s. Michahel.
134 135
60° Von sant Dionisien. Nach der martyr vn nach der vrstende vnsers
h’ren des heilig xps. do sant pauls predigot athenis den Iuten die da waren
da vant er da einen wisen man — das ir nach disem leib den ewigen leib
besitzen müzet. amen.
622 Von sant Gallen. In dem lant ze Ibernia do was ein heil abbete co-
lumbans geheizzen — das er vns durch willen sant Gallen erlose vö allen den
noten vh angsten die wir haben an dem leibe vn an «der sele amen.
63° Von sant Lucas. Der lieb h’re =. lIucas des hochezeit wir hivte begen
der ist der heiligen vier ewangeliste ainer -- vnd wart do mit grozzen eren
bestatot. Nu manet :c.
63b Von den zwain symon vn Judas. Die heil h’ren d’ hochezeit wir
hivte begen s. symion vhs. Judas die sint der heiligen zwelf poten zwen.
65° Von allen gotes heiligen. Wannen diu gewonhait sich erhub das man
hivt beget dise groz hochezeit aller gotes heil. das wollen wir iv sagen — das
wir die ewige genade mit in besitzen. amen.
66° Von dem heiligen h’ren sant Martin. Martinus adhue caticumins hac
me veste cötexit 2c. Der güte sant martin. ... d* minnete. den alm got von
chinthait — das wir erlediget werden von vnsern svnten vn vnser vorderen sele
von den ewigen wi°ezen. amen.
67% Von der megde vh marterin sät Cecilien. In urbe Roma uigo elaris-
sima nole Cecilia. ... xpi evangeliü gerebat in peetore. Iz was daz rome ein
edliv frowe Cecilia geheizzen diu minnete minen trechtein vn diente im — Do
zaigt min trechtin michel wunder vn michel genade vnez an disen hivtigen
tag. an allen den die ir genade süchent. Nu manet x.
69% Von sant Clementen. Der gute sant celemens .... der was von den
edelisten romsrö geporn — vü ander tugent tüt min trechtin da ierchlich ()).
Nu manet ıc.
0° Von sant Katherinen pdige. Erat I civitate alexandria queda puella
nomine katharina ....:c. Diu heil? mait vn marterinne s. Katherinen .... also
wir lesen an der heiligen schrift «o was si thochter — Do si do lit do beget
vnser h’re vil manic zaichen durch ir ere.... Nu pitet si irer genaden ze aller
czeit.
“1b Von sant andre den zwelfpoten. Der gut sant andre ...... der was
flischlich (!) brüder sant peteres — alle die die diu wunder horten vü sachen.
die wurden alle gelaubich. Nu manet :c.
71*® Von sant longino den heilichen. In de ziten do vnser h’re der heil
erist durch hail d’ menschen an das heil eruce erhange wart — Das ergiench
alles in der stat cesaria capadocie. Nu pittet ?c.
‘2b Von sant Barbarus. Bei den ziten do Claudius cheiser zu rome was
— vü bestate si mit grozzen eren. Do beget vnser h’re groz zeichen an den
siechen durch ir paider ere. Nu manet 2c.
ar hun nl Le nat pr En a Bd a u, Ep Een ee dh Wu
136 | III. CHELTEXNHAM
735 Von sant Nycolas. Der heil notehelfer S. nycolaus.... der was ein
edel h’re — allen den die in an rufent vmb nucziu dinc. Nu mane wir zc.
756 Von sant Lucien der marterin. Bei den ezeiten do sant Agatha ge-
martert wart — die ir genaden mit warem rewen ir sunde suchent. Nv manet 2c.
76° Von Thomas zwelfpot. Do vnser h’re sin heilige iunger in diu werlte
sant das si sin wort predigoten — das er iv vmb got helfe das ir nach disen
leib den ewigen leib müzzet besitzen. amen.
18° Von allen gotes heiligen. Ego vos elegi de mundo ut eatis ıc. Swie
wir dliu hochezit der heiligen swelhe vns in dem iar choment .... eren vn be-
een sullen —- des helfen si vns dureh ir genaden willen. amen.
798 Von den heiligen martereren. Diu grozzew vü diu hereu hochzit d’
heiligen marterare.... die en mohten dehain mensch so wirdichlich geeren so
si des wert sint — des helffen vns die heiligen martrer vn alle gotes heiligen.
Amen.
802 Von den heiligen pihtigeren. Die schonen lylien des heiligen paradises
vn das lieht das vf diu cherzstal gestechet ist. ... das sint die heil gotes trät.
— das si vnsern gedenchen da ze dem alm got. das vns der ewig lip gege-
ben werde. Amen.
812 Von den heiligen iunchfrawe. Alle die das vmb den alm got verdie-
net habent das si von den noten vü von d’ manige frais diser vnstetige werlt
choment sint — vnd das wier genedichliehen zv zim chomen mvzzen. Amen.
828 (zweite Hand) Won der chirchwei ein pdige. Domü tuä dn& decet
scitudo. Alle die hochzeit die wir in dem iar begen die sint von got geordinot.
— daz ir von einem hus da ze himel niht gesunderot wert da diu ewechlich
fro°ude vü genade ist.
84% Vo dem iungsten tag. Antixps nascet? in magna babilonia de genere
mereticü "ız a maleficis I gazraim nutriet? we. Alle die sich hiut hie in mines
trechtines dinest gesament haben — Si habent. vi“weriniu pant mit den si sint
besund’lichen an einem iegelichem gelide gevesten. vnd irn haupt sint in ni-
der gechert.
Strauch a.a. O. S.150—56 Xr. 115 unser Tert bricht ab mit S.155, 195.
Predigteyelus über Marienwunder.
87b Rubrica. Daz ist besunder von der tugent vü genade diu vnser frowe
sant. Maria hat erzaiget an manigen menschen die in irn dienest sint gewesen.
Zu des almehtigen gottes lob als man oft hat fur geleit diu zaichen der
heiligen die durch ir lieb hat begangen de götlich gewalt vil mere sol man der
gepereinne (!) gottes müter Marien sagen lob wan die sint süizzer danne d’chain
honich. Dar vmıb ze bestetiren in irem dienst vn ir lieb daz gemüt («trewen.
vn zerwecken diu hertz der tregen. diu die wir treulichen sagen horen vö dem
milten h’ren die wellen wir eu twlichen für legen.
|
Ä
Ä
134 137
a) Vö dem gewant daz vns’ frowe ein& erzpischolf pracht. Ez waz tze
Tolet in der stat ein erzebischolf.
b) 882 V6 einem munich d’ dertrunchen was. Ez waz in einem closter
ein munich der waz geweltig des amptes sacristan.
c) 88 Vo eine pfaffen der vzerhalb des fri®thofs wart bestatet. Ez waz
ein pfafle in taronesi d’ stat.
d) 89° Von eine and’n pfafl d’ g’zte gott (!) müter. Ez waz auch ein an-
der pfaff in einer stat.
e) 892 V6 eine armen mäne. Ein arme man was in ein’ stat.
f) SP Vo eine arme d’ das almusen gab. Alse vns hat bedutet der gut
sant Gregori pabest von den siben sternen.
9) 902 Wi der tiufel ain betroch das er sich selb’ dot. Wir sullen auch
des nicht v’sweigen zu einer seligen gedenchnus=.
h) 90° Vo eine priest’ d’ chüd niht Jan ain messe. Ez waz ein priester
in einer pfarrechirchen.
i) 906 Von zwain brud’n ze rome gesezzen. Ez waren auch zwen prüder
ze Rom der ain hiez petrus.
k) 916 V6 einem wertlichen mann vn der ain paür was. Ez was ein
wertlich man.
Es folgt das Vaterunser.
922 Ohne Überschrift: In noIe d’ni ihü x. Seneca sprichet armät ist ein
güt das man dä haisset ein mÄt’ der gesunthait — vnd also als er sein genüg
von niemant hat. dann von im selber. also ist nindert ir genüg dann in im
selber q.
94% Ohne Überschrift: Das ist das erst wer geit ainen phenig — das
ist got lobleicher dann das du speisaezt vil siechen all tag.
Bischof Albrecht, Z. f. d. A. 8, 217 f.
94% Nune scio vere q; misit düs angelü suü. wir pegen heut sant peters
tag — das ist mir an geparn vnd in geparn vnd mit gephlanczet vnd also
pin ich pehaftet cze syon.
962 Wer da wel chomen czw sein’ hochstn volkomenhait — vnd das wir
vns also halden das Got genäm sey des helf vns der war got. amen.
982 Wer chomen well ezwW sein’ hochstn edelhait — vnd sagt im lob vnd
Er vmb den ausflus seiner vnmazzig gwt.
Tractat Eckarts Von der Edelkeit der Seele bei Pfeiffer, Myst. 2,382—94.
Er zerfällt in 5 durch Initialen und neuen Zeilenanfung unterschiedene Teile:
1. Wer chomen well ezw sein’ hochstä edelhait — Si haisset da ein vn-
gemezzens wesen (332, 30—387,13); 2. Nu wil ich sprechen von ain lauttern
gotleichen wechantnizz — wie dew driualtichait mugenhait hat an der ainichait
Deutsche Hss, in England I. 18
138 III. CuELTENHAM
gotleicher natur (387, 14—388, 31); 3. Zway dinch spricht man von got —
also sint alle ding gotes vol nach seinem gotleichen wesen (388, 37—389, 32);
4. Dew dinch sint eze mirkehen an götleichen wesen — Ditz ist wechantnizz
vnd auch da vore vö der edelechait der sele (389, 33—392, 2); 5. Nu well wir
sprechen der ainung der sel mit got — vnd sagt im lob vnd Er vmb den
ausflus seiner vnmazzig gWt (392, 3—394, 4).
102» Ego sum via veritas et vita. Diez sprach vnser lieb’ herr’ ihs xps
Ich pin der weg — vnd alles das an ir lasset das an ir ist das minn’ ist dann got.
Franke von Köln, Z. f. d. A. 8, 243 f. (?).
1042 In omnib> req’em quesivi. Disew wart stant geschriben — also
suchen vnd vinden muzzen des helff vns got amen.
lsckart, Pfeiffer 2, 152 f.
105% Confortamini in dnö In her’'n Jobe püch ist geschriben -— das wir
czw diser sterkeh vnd warhait chomen des helff vns got.
106° Qui wlt venire post me abneget se ipm ı€. Unß h’e sprichet wer
zw mir chomen wil — so wird es plinder vnd noch serer.
Eckart, Pfeiffer 2, 173 f.
106® Vidi ciuitate scam Jersim novam descendentem de coelo ad nos.
Sund Johannes sach ein stat — Da gepeut got aller volchomenhait ze chomen
an dew sel.
Eckart, Z. f. d. A. 15, 415—18.
107b Diliges dominü deum tuum 2€. Vnser h’re sprach. Du solt dein got
minnen — Und hant all ezeit ein leben als der erst an vacht die sind es
(s. Anhang).
108» Nisi ergo abiro paraclitus non veit. Man list in dem heiligen Ewg®
das vnser h’r sprach — Da von das ir got wechennet vnd minnet. czw diser
warhait helff vns got allen. amen.
Eckart, Pfeiffer 2, 238 ff
110° Qui mihi ministrat me seq't? 23€. Disew wart spröch vnser h’r wer
mir dienet -—— Das vns das geschech des helff vns Got amen.
110® Iustor anime in manu dei sunt. Rechter laut sel sint in der hant
gotes -—— Das allew dew dinch an vns geschehen des helff vns got. amen.
lckart, Z. f. d. A. 15, 425— 27.
111® Zwelf sach sind die einen gaistlichen menschen irrent — das ich
dir dew potschaft chunt tw-
112* Welt ir ain güt mensch werden so schult ir ew fleizzichleich vben
an disen dingen — vnd ein pot von got vnd ein snelles rad das da laufet
von minnen in der gothait statichleichen.
112b Quasi stella in medio nebule. Als ein margenstern en mitten in dem
nebel — daz si die völgrunden nicht enmag. Je tieffer si in get. Je tieffer si var hat,
134 139
Eckart, Pfeiffer 2, 267 f. (2).
114° Der himelisch natürlich sün des vat’s.... der hiezz vns also spchen
Vater vnser — vnd das vns denn geantwrt werd mit der stimm chömt her ir
gesegenten in meines vater reych des helf vns got amen.
116° (von der ersten Hand) In noie ıhü xpi filii dei misefe mei. Sermo |
de corpe xpi. Wir lesen an den püchen das der vrone lichna gotes den er
zu einer spise hat gemachet sin& chinden sechs nam& hat — 133% Also daz
ez zv eine male nimer enpfange wiert dene mit genaden. Amen. Fine jüngere
Hand fügt hinzu: Die sibent aygenschaft oder articheit die vinztu pey dem
ezeichen XX. Das Zeichen findet sich aber nicht in der Hs.
S. Th. Merzdorf, Der Mönch von Heilsbronn (1870) S.5—66; dazu QF.
15. Z. f. d. A. 20, 92 7. 29, 318 ff. Aleın.3, 108 f. 205 ff. A. f. d. A. 2, 300 ff
Preger, Mystik 2, 12 7. 40. Die Cheltenhamer Is. nimmt demnach zeitlich
den ersten Platz ein.
1342 Sprüche Uhristi, der Vüter etc.
Unser h’re iesus crist’ sprichet. ich sage euch von allen worten etc.
143®* Eine Predigt de sca cruce. Sint nyemant ezu eristo kumen mag
vn sich mit im vrewen wen wer hie mit im leidet — 145b heüt wirst du mit
mir sein in dem paradis. Des helf vns allen der vat® vnd der son vnd der
heilige geist. Amen.
Es schliesst sich an ein Tractat von den 10 Staffeln.
Das ein mensche müge mer ezünemen in geistleichen dingen — das er
sihet also vil möschen an den di marter vnsers h’ren verlorn ist.
Darauf folgt noch ein Stück über Siündenablass zu Rom; dies schliesst
147b: Sunt Rome mille quingente quing; cappelle. i
Von den Stücken 18 (= MSD° xcvıs; auch hier Anfang einer Predigths.)
und 23b von des heiligen eruces holeze besitzen wir im Cym. 5248 fragmen-
tarısche Fassungen des xıı. Jh. Es kann daher Phill. 21155 leicht eine Copie
der Münchener Hs. oder einer ihr sehr nahe stehenden sein. Natürlich gilt das
Gesagte bloss für den ersten Teil Bl. 1-—-91®, denn mit 92% wechselt offenbar
die Vorlage. Fraglich ist nur, ob alle Stücke jenes ersten Teiles auf diesc ältere
Quelle zurückgehen ; sprachliche Kriterien werden, so lange die Vorlage nicht
wiedergefunden ist, am chesten darüber entscheiden lassen. Dabei wäre auch
Cgm. 4356 (Strauch a. a. O.) zu berücksichtigen: er teilt mehrere Stücke mit
unserer Hs., während andere, nämlich die Nrn. 1m. Iv. vı. vr. ıx, vr fehlen.
Zur Geschichte: auf der Innenseite des Vorderdeckels hat eine Hand des
xv1LJh. eingetragen: Sermones f. (!) setis in Theutunico Carthuss® Juls (?), auf
dem Rücken steht, vielleicht von derselben Hand: Sermones de setis Teutsch 204.
Ferner (xıx. Jh): Dering MSS (im Auetionscatalog dieser Privalbibliothek vom
Jahre 1861 als Nr. 746), endlich Ex Bibl. J. Morton 12. April 1366 (dm Auc-
tionsentalog 1866 als Nr. 597 Sermones Teutonice).
140 III. CuELTENHAM
135.
Phill. 21951. Pap. xv. Jh. 55 Blätter (und 1*--4*, ferner nach 4* zwei,
nach 43 ein leeres Blatt); in der Hs. werden die Seiten und zwar als 1—- 76
gezählt. 22 x 14,5, zweispaltig auf den Bü. 1—17, sonst einspaltig. Rote Irı-
tialen und Überschriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen vor ver- -
schiedenem Umfange. Holzdeckel mit werssem Lederbezug.
1* (xvr../h.) noie domini amen. Ertznen puech. (xıx. Jh) On Medicine
written by Peter de monasterio.
2*_—4* Degister: De 4° elementis — Ist daz hirn v*wunt oder daz herz
od’ die leber oder die blaß od’ ein sleimdarm das ist dötlich (reicht bis 33% des
Te.ctes).
Meister Ortolfs von Baierland Arzneibuch.
12 In noie dni ame. Der ewige got hat Ertzin d’ schaffe durch Edelgheit j
vh durch ir krayft | vü der wise sal sy neyt v’smähen .... vnd da wil ich
meist’ Ortolf von Beyerlät geboren ey artzet in wirstb’g (!) eyn dutzsch buch
mache..... |
Bl. 39 astronomische Figur, dann über Planeten, 42® Tafel der 12 Hım-
melszeichen, endlich
42b (von jüngerer Hand) Recepte gegen die Heiserkeit.
— 5
Astronomisch-medicinischer Tractat, nd.
4482 Gereimte Einleitung: In noie dnI amen.
In d& namen des vader ic sal nü beghynne
Des sons des heyligh& geestes dur mine synne
'Alin keeren dat dese dri pson&
Een god sin volmaeckt in haghen lone |
\
an et
Mara godes mod’ ind maghet
Biddet dat sy hare kinde ghewaghet
Dat ghy (!) my verlene ein werck te makene
Ende dat in «doghende also te rakene
Dat it hare bequame sy
Mi enröck hoe zur het wert my
Daer ick gerne vms dichte
Want sy myr lon& mach lichte
Soe heuet den name vö eeren glebure
Zn —
- nn
Min frauwe vö Sendenb?g ei bäbure
Myns he’n Mud’ hee’n welfuerdes
Van benselen ridd?e in selandwards
Dese sciencie is ghenänt
Astronomie der nature bant
Wortel vä alre medecinä
135 — 137 141
Na dat vns de meist’ beseryu®
Dese conste geuet vns dat 1yff
Ende die doet al sund’ biyff.
Anfang: Aldı als ghy hir na vint bescreus sult ghy merk& in dat eerste
2.2... dat IX circle synt.
44b Van den xır tekine, 45 Die moghentheide der planeten mit astro-
nomischen Figuren, 46b Dit es die mogentheit | ua aspects, 47b Recepte für
Azgen, Achselbein und Schusswunden, ferner Van de’ herne zü lestö, 48 la-
teinisches Pflanzenglossar. 5Ub—51b Register über das ganze As. 52* einige
lateinische Reeepte. Darunter: Explicit iste liber p mans petrs de monaster°o.
Dann Recept zu Pillen Gilberti fisici reg’ anglie p pectore.
49 (wenig spütere Hand): 5 Volkslieder, das erste nur bruchstückweise
(s. Anhang).
Zur Geschichte: aus J. Mortons Bibliothek, Auctionscatalog (1866) Nr. 598.
136.
Phill. 22254. Sammelband von (fast ausschliesslich lateinischen) Fragmen-
ten, zumeist von Einbänden losgelöst. Darunter als Ar. xx ein Pergament-
Doppelblatt. xıv. Jh. 25,7x 16,9, mit 23 Zeilen auf Linien. Rote Initialen
und Überschriften.
Aus Ortolfs von Baierland Arzneibuch.
Anfang: [lülgen wanne si als ain plospalk ist ob dem hertzzen daz si den
kalten luft in sich zihe vnd die hitzze mit dem atem her auz treib....
Erhaltene Capitel: Von dem magen; von den vier geliden; wie man sihh
halten schol; wie man sich noch der zeit sol rihten; von gewonter kost; von
der speise; von ader lozzen; ob ainer sich wirt von poser kost; dise levte schol
man vlihen; ob ain frawe ain kint treit.
Schluss: Ist daz ain vrauwe ain kint treit die schol sich hvten vor pitter
kost vnd daz si iht lozze vnd vor.....
137.
Phill. 24505. Pap. Spütes xv. Jh. 125 Blätter nach handschriftlicher
Zählung und ein Fragment; doch fehlen jetzt Bl. 53. 54 und 112; Bl. 78 —86
sind leer und bilden eine Lücke im Texte. 16,4 x 12, von einer Hand mit ver-
schiedener Zeilenzahl. Lagen von 12 Bll., die letzte von 14. Alter brauner Leder-
band mit einer Schliesse.
Reisebuch in das heilige Land von Petrus(!) Suchen.
12 Register: Ain register v’ber das buch von dem weg zü dem hailgen
grab oder gelobten land vnd wundern hie mit begriffen. Anfang: Von der
stat Constantinopel..... 126 Capitel, von denen aber 16 ganz und 3 zum
Teil dem Texte fehlen.
142 III. CHELTENHAM
4b Widmung: Dem hochwirdigen in got vatter vnd he’ren baldewine von
stainfurt der kirchen badebornen byschof sag ich petrus pfarrer czü süchen
schuldig dienst vnd gehorsamkait.....
Anfang des Tertes 5%: Wan aber der vil sind die nän ain mäl in dem
gelobten land gewesen sind — 126 (nur Fragment) schof vh in dem....| ren
angehebet v.... | dem lob sij von....... .
Vgl. J. K. L. Kosegarten, Ludolf v. Suchen, Reisebuch in das heilige Land
in nd. Mundart (1861) 8. 7 f.: Aufzählung von Ilss. in hochdeutscher Sprache.
Röhricht, Bibliotheca geographica Palestinae S. 76 ff.; derselbe, Deutsche Pilger-
reisen (1880) S. 466. 564. 647. Nach unserer Hs. hat Sir Th. Phillipps einer
Privatdruck auf seiner Presse zu Middlehill 1344 veranstaltet, der wissenschaft-
lich wertlos ist.
Zur Geschichte: auf der Custode Item Eremit, S. Augustini Friburgi Hel-
uet, 1654.
IV
OXFORD.
BIBLIOTHECA BODLEIANA.
Über die Geschichte dieser weltberühmten Bibliothek unterrichten im allge-
meinen: 1) das vortreffliche Buch W. D. Macray’s Annals of the Bodleian lı-
brary, 2. Auflage, Oxford 1890; 2) Edw. Edwards, Memoirs of libraries, Lon-
don 1859, Vol. 1, 535—576. Ferner ist hinzuweisen auf P. Meyer, Documents
manuserits de l’ancienne litterature de la France conserves dans les bibliotheques
de la Grande Bretagne, Paris 1871, ı. Partie p. 135 f., Appendix 165—67.
A. Copıces LAUDIANT.
Die reiche Sammlung Wüliam Laud’s!), Erzbischofs von Canterbury (geb.
1573, hingerichtet 10. Jänner 1645), aus nahezu 1300 Hss. bestehend, gelangte
in vier Partien auf die Bodleiana: 462 Hss. im Jahre 1635, 181 im Jahre
1636, 575 im Jahre 1639, 81 endlich im Jahre 1640. Mehr denn 150 stam-
men aus Deuischland, und zwar aus Würzburg (libri ms. e collegio Herbi-
polensi sumpti anno Domini 1631, cum Suecorum regis exereitus per universam
fere Germaniam grassarentur lautet der letzte Titel (Bl. 112) im Catalogus li-
brorum mstorum, quos bibliothecae Bodleianae dedit vir clarissimus Gul. Laud,
archiep. Cantuar. secundum linguas dispositorum, jetzt Ms. Laud misc. 556),
Mainz (Carthäuserkloster auf dem Michelsberg), Eberbach (Ecclesia B. Mariae),
einzelne aus Engelszell, Nürnberg, Pöhlde, Worms?). Alle unten folgenden Hss.
haben den Eintrag: Liber Guil. Laud. Archiep. Cant. & Cancellar. Uniuersit.
Oxon. 1638 und sind in braunes Leder mit dem goldenen erzbischöflichen
Wappen auf dem Vorderdeckel gebunden.
Catalog: Catalogus codicum mss. pars ı. Codices graeci ab H. O. Coxe,
1) Vgl. über sein Leben, seine Politik und Werke Encyclopaedia Britannica,8. Auf-
lage, Edinburgh 1857, 13, 249. Ferner A life of archbishop Laud, by a romish
recusant, London 1894.
2) Vgl. Sievers, Oxforder Benedictinerregel, Halle 1887, $. ıv f.
144 IV. OxForRD
1853; pars ı1. Codiees latinos (Nr. 1—118) et miscellaneos (Nr. 1—757) com-
plectens ab H. O. Core, 1858—1885. Ausserdem: in Bernhards Catalog vom
J. 1697 1, 46—76.
1: Covıcks Larinxt.
138.
22 [olim 1200 et G.35]. Perg. ıx. Jh. (karolingische Minuskel). 167 Blät-
ter. 21,5 x 16. Farbige, verzierte Initialen, die Capitalbuchstaben gelb ausgefüllt.
Maccabaeorum libri duo (Capitelregister vor jedem Buche) schliessend
2, 15, 2 mit dicebant. noli sie ferociter et barbare. Darin einzelne ahd.
Glossen. |
139.
92 [olim 1001 et E. 78]. Perg. ıx. Jh. (ags. Schrift). 107 Blätter.
31,8x 22,3. Farbige, verzierte Initialen, Capitalbuchstaben rot, gelb und grün
ausgefüllt.
Alttestamentliche Bücher, mit Capitelregister vor jedem Buch: 28 Li-
ber Deuteronomii; 44® Liber Josuae; 78* Liber Judiecum; 105* Liber Ruth,
bricht ab mit de nuru enim tua natus est qui te diligit 107b. Darin ahd.
Glossen.
Zur Geschichte: Bl. 1® Incipit liber helle addabari quod greeci dicunt deu-
ternomium (dann rot und von anderer Iland) quem dominus huunbertus
(331—41) uuirziburga gensiü (!) eps fieri iussit.
140.
97 [olim 1307 et H. 44]. Perg. xıı. Jh. 167 Blätter. 30 X 23,7.
Alttestamentliche Bücher: 1° Proverbia; 25° Ececlesiastes; 30 Can-
tica Canticorum; 33% Sapientia; 45* Ecelesiastieus; 85 Job; 105° Tobit; 113
Judith; 123® Hester; 132b Maccabeorun libri duo; mit den Vorreden des Hie-
ronymus. Darin wenige deutsche Glossen. |
Zur Geschichte: 1° (xıv. Jh.) Liber uirginis gloriose in Eberbach hic est
Marie. |
2. Copicks MISCELLANEI.
141.
237 [olım 1013 et E. 90]. Perg. xı.—xıv. Jh. 249 Blätter. 29,6 X 20,5,
aus 4 ursprünglich getrennten Stücken bestehend, über deren Inhalt Coxe a.a.O.
200 --202 ausführlich berichtet. Für uns kommt hauptsächlieh Stück ı in Be-
tracht: xıv. Jh. 16 Blätter, d. i. 2 Lagen zu je 8 Bil. mit Anfangswort der
2. Lage am Schlusse der 1. Einspaltig zu 38 Zeilen auf und zwischen Li-
nien. Rote, weiss verzierte Initialen, rote grosse Buchstaben (wenige rot betupft),
rote Überschriften und das Zeichen || rot.
mm ei ee ee In
138 -—— 142 145
Deutsche Benedictinerregel für Nonnenklöster.
Anfang 1°: Vernemet liebe sustere die gebot des meisters — 16® Dar na
sal sie sagen daz ein iclich suster sal lesen zehen seltere. Pres mres et fres
et: sorores requiescant in pace. amen.
Nach dieser Hs. herausgegeben von F. Sievers, O.rforder Benedietinerregel,
Halle 1887.
Sonst enthält die Sammelhs. noch an deutschen Bestandteilen: Bl. 16%
(Schluss von Stück 11) rechts oben, Hand des späten xııı. Jh, den Vers: Liep
haben w* güth | dan scheiden we düth.
In dem Artikel de medieina simplici et composita des Stückes ıı Bl. 193%
ein deutsches Recept: st" passio mat°eis. Nim dille sam zistozin vn sut ein halbe
qvta halbe (!) in vi drIc na eszine du din& vigir in dinen müt du spiez. Auf
derselben Seite die in MSD? 2, 467 gedruckte Fassung des Erfurter Juden-
eides. _
Die Ränder der Bil. 205. 219P—222b endlich sind mit "Bruchstücken
verschiedener, teils sachlich, teils alphabetisch geordneter lateinisch-deutscher
Vocabularienw' bedeckt, die Lerer nach Sievers’ Abschrift benutzt hat.
Zur Geschichte: es findet sich kein den Entstehungs- oder früheren Auf-
bewahrungsort der Is. anzeigender Vermerk; aber Sievers a. a. O. V—IX macht
sehr wahrscheinlich, dass der Sammelband seine Heimat in Eberbach (im
Rheingau) hatte und zu zeitweiligem Gebrauche dem Kloster, für welches die
Nonnenregel bestimmt war, überlassen wurde, nach 1502 aber wieder nach E.
zurückkam. Ich schliesse hier an, was sich mir bei Untersuchung des von Sie-
vers S. IX herangexogenen Codex Laud mise. 132 ergeben hat. Der Eintrag
Bl. 1° Liber sce Marie v’ginis in Everbach Concesss sanctimonialibus in Dalen
kann nicht jünger als das xıv.Jh.sein. Nichts spricht dagegen, dass die als vor-
deres Schutzblatt dienende deutsche Urkunde von 1458 (gedruckt a.a. 0.5.41—43)
mit der Hs. schon vereinigt war, als diese nach England kam, wo sie umge-
bunden wurde. Da ferner kaum anzunehmen ist, dass eine (opie der für
Gnadental bestimmten. und aus einem Ilirtenbesuche daselbst hervorgegangenen
Urkunde von Eberbach nach Dalheim gesandt worden wäre, so wird an der
Sievers’schen Hypothese festzuhalten sein. Was aber von einer IIs. gilt, kann
folgerichtig auch für jede andere in Anspruch genommen werden, —— mit an-
dern Worten: Nr. 132 und 237 werden nach Eberbach gehört haben und nur
zeitweilig an Tochterklöster verliehen worden sein.
142.
263 [olim 1000 et E. 17]. Perg. ıx.|x. Jh. (ays. Schrifl. 81 Blätter.
32,3X 22,1.
24 S. Gregorii Magni Curae pastoralis libri quatuor.
Schluss 65b: Finitur Liber Pastoralis Cure felieiter. Seriptort uita acterna.
Deutsche Hss. in England I. 19
146 IV. OxrFoRD
legenti pax perpetua. Tres quidemdigiti seribunt. tota menıbra laborant. Darun-
ter: Vuillibaldus diaconus seripsit. Amen.
Darin ahd. Glossen. Es folgen noch: nomina varia apud SS. Scriptores
usitata, lat., griech. und hebr.
66° Poenitentiale (De diuersis eriminibus culparum modus ordo peni-
tentiae exscrapsü).
Beginn: De homiecidio. Si quis elerieus homieidium fecertt — 81® (De re-
coneiliatione et diuersis et multis malis) opus iungi nisi ad ecelesiam aliam uel
igne conburenda (wohl fragmentarisch).
143.
275 [olim 1255 et G. 90). Perg. ıx. Jh. (langob. Schrift). 118 Blätter.
32,5x 24.
S. Gregors Homitline in erangelia XXI—XL.
Schluss 118*: in terra porrigitis sedenti in celo datis (S. 1661 der Mau-
rinerausgabe).
Darin ahd. Glossen.
Zur Geschichte: auf Bl. 118» Liber sancti Kyliani (Würzburg).
144.
410 [olim 1071 et F. 34]. Perg. 113 BU. 25,1x 16,8. Besteht aus 3
Stücken des xı, x. und xXv. Jh. Inhaltsangabe sämmtlicher Artikel bei Coxe
a.a. O0. 301 f. Hier kommt nur in Betracht Bl. 18—40 des ersten Stückes.
Walafridi Strabonis Visio Wettini.
Darin ahd. Glossen, gedruckt bei Steinmeyer 2, 769.
Zur Geschichte: Stück ıı und ın gehörten laut Einträgen auf Bi. 93%. 94V.
95a dem Karthäuserkloster bei Main:.
145.
436 [olim 882 et D. 115]. Perg. ıx. Jh. (ags. Schrift). 183 Blätter. 31,2X 23.
Ausführliche Inhaltsangabe bei Core a. a. 0.315 —17.
BI 19®—161® Creseonii Concordia canonum.
Darin ahd. (ilossen, abgedruckt bei Steinmeyer 2, 157. sie werden schon
erwähnt und x. T. ausgeschrieben in einem Briefe von E. Thwaites an Hum-
phrey Wanley (jet:t Ms. Engl. hist. e. 6) unter dem Datum Oxonine, e Coll.
Univ. 3° Cal. Decembris 1696.
146.
443 [olim 8S6 et D. 119]. Perg. xıv.[xv. Jh. 248 Blätter nebst Custoden
(in der Ils. rot gexählt —ccxLvum). 31,4xX 22,2, von einer Hand zweispaltig
geschrieben zu 42-—39 Zeilen, auf und zwischen Linien. Rote Initialen (die
erste rot und schwarz mit Arabesken verziert), role Überschriften und rot durch-
142 — 146 147
strichene grosse Buchstaben. 31 Lagen zu 8 Bll., je am Schluss durch die
Anfangsworte der nächsten bezeichnet.
Heiligenleben.
Überschrift: (rot) Hie hebt sich an d* heilige leben Yb® den gantzze
sumer. Zu dem ersten vö sant Ambsius. Sant Ambrosius d’ was ein gut®
heilig’ Cristen vnd het got lieb. Es folgen: Von sant Secundus 3, von
sant marien egyptiana 4, von sant Lazarus 6, von sant gorgen 8, von
sant Marcus de Ewägelisten 17, von sant marcellino 20, von sant Vi-
talis vn Valeria 20b, von sant Peter de prediger Prediger ordens 21, von
sant Jacob dem minnern 28, von sant Philipi de zwelfpot&e 30, von sant
walpurg 31, von dem kung sand Sigmüt 34, von sand gothard 36, als das
heilig kreutz funden wart 36b, von sant Quiriac’ 39, von sand Alexander 40,
von sant Pancracii 41, von sand Nerei vn achilei 42, von sand Seruacius de
pischof 43, von sant Januario vü Jordino 50, von sand Martial de kind 51,
von sant potetiana d* iunckfraw 52, von sand vrbano d& Pobst 52b, von sand
petronell dez zwelfpote toht? 53, von marcellini un petri de martir 53®b, von
sand Erasm’ 54, von sand Bonifacio 58, von sand primi vnd feliciani 59, von
sand Barnabas 59", von sand onufrius 60, von sand antonius dem parfuzze 62,
vö sant veit de heilige kind 63, Von sand Quiriciux 64, von sand Marina 64,
von sand Geruasius vn Prothasius 65, von:theonesto vnd albano 66, von den
zehentausent martren 67, von sand Johänes baptiste 70, von sand Loya 75,
von sand Johes vnd paulus 75b, von den siben slofern 77, von felix vü for-
tunato vn alexius 78, von sand leo dem pabst 78b, von sand Peter vn sand
pauls 79, von paulus 81, von sand Processi vü martiniani vnd- vlreich dem
pischoff 88, von sand Simpfrosia 90, von sand Willibaldo 91, von sand Kilian
de pischoff 92, von sand Margreta 95, von sand kaiser hainreich 96, von sand
kungunt 101, von sand Alexio 104, von sand Broxedis 107, von sand Maria
magdalena 107®, von sand appollinaris dem pyschoff 112, von s. Cristina 114,
von s. Jacob de gross’n 116, von s. Cristofero 121, von s. Annen 123, von
s. martha 125, von s. panthaleon 129, von s. nasaro vn zelso 130, von =.
Simplieio vn faustino 131, von abdon vnd Sennes (!) 132, von s. germano 132b,
von s. Felix de pobst 134, von s. Peters panden 134, von s. Fides, Spes, Ka-
ritas vn Sapietia 136, vo s. machabeor 137, von s. Stephan de pobst 134,
von s. Dnico d& prediger 139, von s. Oswald 150, von s. Sixtoreo 159, von
“s. Laurentio 160, von s. tyburcio 163, von s. klar& 163b, von =. Ypolito 168,
von s. Eusebio 169, von vnser frav schidung 172, Daz ist von dem Samtztag
179, von s. magno de martir 181, von s. Sebolt 186, von s. agapito, von =.
Bartholomeo 194, von s. ludweik 198, von s. augustino 199, von s. Sabina
204, von s. Sauina 205", von s. felix vn aucto 206, von s. Verena 206, von
. Egidio 207, von =. anthonio va s. Serapia 209, von s. lupo 210, von s.
mamertino 211, von s. magno de peihtig‘ 211®, von s. Regina 217, von yYnser
148 IV. Oxrorn
frav gepurt 218, von =. adriano 225, von s. gregorio 228, von =». Nyclos 228»,
von s. protho vi Jacineto 233, von s. Cornelio 235, von de heiligen kreutz
als es erhaben ward 235P, von =». Eufemia d® heilige tückfrav 239, von >. lamı-
perto 240, von s. metheo 240P, von s. mauricio 242, von 3. Haimran 243,
von =». Theela 245, von s. Räprecht 246, von ». Justina 248, abbrechend mit:
Do sp®ch ain poser gaist wild du daz. |
Il. Wackernayel 1°, 451 Anm. 202— 204.
147.
479 Jolim 1047 et F. 10]. Enthält zwei getrennte Ilss., von welchen nur
die erste in unseren Interessenkreis fällt: Perg. xıv. Jh. 114 Blätter (in der
Ils. von moderner Hand nur 113, da Bl. 53 zwermal gezählt ist). 19,1X 13,5,
durchaus von einer Hand auf von Linien umrahmten Seiten zu 32 Zeilen ein-
spaltig (doch Register Bl. 1°—5° mit Ausnahme der letzten 12 Zeilen zwei-
spaltig) geschrieben. Rote Initialen und Überschriften, rot umstrichene grosse
Buchstaben. Lagen zu 8 Bl. (doch die 1. und 11. zu je 12, die 3. und 4. zu
je 10, die 10. zu 6).
Predigtsammlung.
Überschrift (rot): Dit buchelin heizit ein paradis «3 fornuftigen sele.
Enthält in 2 Büchern 31 + 33 —= 64 Predigten, wovon 31 Meister Er-
kart angehören, der Rest 12 andern in ihrer Lehre ihm nahe stehenden Predi-
gern (s. über Ihre Namen und Predigten Z. f.d. A. 15, 437; Preger, Geschichte
der deutschen Mystik 2, 85). Von den Predigten Eckarts sind 20 durch Sie-
rers a... 0. 3173-—435 veröffentlicht, der Rest mit den bei Pfeiffer gedruckten
vergliehen worden (8.436 f) Aus der Zahl der übrig gebliebenen Predigten hal
Preger 2, 439--- 468 14 abgedruckt, den Imhalt der andern 8. 152—177 unter
den Namen ihrer Verfasser besprochen, endlich S. S7—89 einzelnes über die
Is. und ihre Entstehung mitgeteilt.
Zur Geschichte: Bl. 114®: iste liber pertinet ad «domun montis sancti
Michaclis prope Magunciam ordinis carthusiensium und 65° am Rande: diess
buche ist der Carthuser by Mentz.
148.
521 [om 1179 et G. 14]. Perg. xıv. Jh. (1375). 241 Blätter nebst Ou-
stoden (die Is. zählt nur die Bücher, —vı, auf der Innenseite jedes Blattes in
der Mitte oben rot). 21x 13,6, von einer Hand einspaltig (bis auf das zwei-
spaltige Teegister Bl. 1—3) auf und zwischen Linien zu 33 Zeilen geschrieben.
Rote Initialen und Überschriften, rot durchstriehene grosse Buchstaben. Lagen
u 10 Bl. (die letzte zu 12), bezeichnet mit 1. ın..... — xx; die letzte ist
unbe zeichnet,
Deutsche Übersetzung des Compendium theologicae reritatis.
146 —- 149 149
12 Register (rot): Hie ineipiunt sept& tabule sup septö libros compendii
theoloyce (!) veritatis. Daz got ist ı Daz ein got ist ır... — 3b (Buch vu) Vo
der zelunge d* himelischen froiden xxx.
4% (rot) Das ist die vorrede des conpendium. Die warheit d? gotliche sub-
tilikeit sit daz si ist ei schI od’ ein glantz des ub’sten schines — 4? ab? wo
ich rechte gevarn han do w*de gelobet die gnade ihü xpi. dorch des ere vn glo-
rie vü sin® lieben mut° ich dis cleine buchelin zäsamen gelesen han.
Anfang 4 (rot): Daz got ist. Daz erste capitel. Daz ‘got ist daz w*t bewiset
I meng®hande wise. zäm ersten bewiset in d* rechte gloube — Schluss 241° (Buch
vır Cap. XXX): die (Freuden) ein iclich selig‘ entfehet nach sin® verdienüge ane
alles ende. amıen. (rot) Explieit lib’ vır. Darunter (rot): Conpletus est liber
iste p manus Heinrici regenboden de Cassel. anno dni Millesimo trecetesimo
septuagesimo qinto Im. Kalendas Maij.
Zur Geschichte: 1% unten: Iste lib’ ptinet ad fres Carthuß ppe mogüt.
und 241b: Iste lib'.... datus nobis a düo fryeloc., endlich 4* die Signatur:
x. xvo T.
149.
741 [olim 1218 et G. 53]. Perg. xıv. Jh. 175 Blätter und nach 132 ein
leeres sowie Vordereustode. 25,3 x 17,7, mit Ausnahme von Bl. 39%. 10ab von
einer Hand in fetter Schrift zu 29 Zeilen auf und zwischen Linien geschrie-
ben. Rote Initialen, zu Beginn eines neuen Artikels mehrmals rot und schwarz
und mit Arabesken, rote Überschriften und Zahlen, rot durchstrichene grosse
Buchstaben. Lagen zu 10 Bil, doch zählt die 6. nur 3 (Doppelbl. und einge-
heftetes Einzelbl.), die 15. 6, die 17. 8, die 19. noch 9 Bil. (das 10. scheint
herausgeschnitten), bezeichnet oben, zumeist rechts, von einer Hand des xv. Jh.
durch 2. 3.4. V—XIR.
18 Weichbildrecht mit Chronik.
1° (rot) Von der werde (!) anegenge aller erst. vn van d? jare zale :ıc*t’.
Von der werlde beginne aller erst vntz an die wazzer ulut daz noe die arke
buwete in armenia — 7° Na diseme bischoffe wart ein bischof gekoren Rudolf
von Dingelstete genant d* vntfiene sin pallium von dem pabeste Innocencio.
vn ist an deme bischtume.
7b Wolt ir nv horen vh verneme so wil ich uch sagen van deme rechte
aller erst — 13b So is deme landes h’ren daz gerichte ledic daz er von ime
hatte. vb deme kuninge der ban. obe ime gevolget wirt mit reichten orteilen.
14% Register des Weichbildrechts.
Von beginne wichbilde rechtes .. — Van beginne aller hande vngerichtes
elage LXXII.
Anfang 15*: Do man Megedeburch alrest besazte. do gap men in recht
nach irre willekure. Im Texte stehen indessen uxxvıu Cap. (das letzte über-
150 IV. Oxrorv
schrieben: von clage uber unrechte lute), worauf Bl. 35%. 36* die beiden
Judeneide MSD? 1, 320. 2, 468 und ein Stück über des burch greuen dinge
zu Meydeburch folgen. Schluss: so en mac man sie buzen der stat rechte
nicht brengen in ein ander gerichte. Darunter (von anderer Hand): Eyn iclich
man mag «dem anderen helfen czu sine rechte ane sin vatir vh sin zon vZ sin
brud?® vn sin knecht.
Vgl. das sächsische Weichbildrecht herausgegeben von 4A. v. Daniels und
Fr. v. Gruben, Berlin 1857.
39» (andere Hand) Schöffenbrief der Stwult Magdeburg.
Vnse willege dynst 'ezu vorn. Ir habet vns geuraget rechtes in Iuwen
(corr. aus muwen) breue noch dessen worten of ein man der vnelich geborn ı3
heilde eyne vrowe de elich geborn were — 40 so hebe wy scheppen der stat
to Magıl’ dessen bref besegilt vnde vnsen (erstes n aus m radiert) Ingesegele (letz-
les e radiert) do g®.
41* ('ulmer Handfeste.
Bruder Eberhart genant von Seyne gebieter durch dutsche lant. des huses
sente Marien der dutschen. vnde gewalt habende durch Iyflant vn pruzen —
48% Dis ist gegeben zv Cholmen In gotes geburt jare dem tusenden. dem zwei-
hunderten. dem vumftigesten. dem einen. kalendas octobris. Anschliessend der
lat. Text: Frater Eberhardus dietus de Seyne Datü in Culm. Anno incar-
natonis düiece M°ccr? p’mo. Kl. octob’. (rot) Gnada libys K. mer send& ar-
min. vnde la.
54® Sachsenspiegel, Landrecht.
Register: (rot) Hie beginnent lantrecht capittel Hie beginnet lantrecht van
dem pabeste von dem keisere .1. — 60° Vau des richt’es anesprache. vn ge-
setzede CCcLim (das un Register vergessene Cap. IX von des sones erbe hat
eine jüngere Hand am Rande nachyetragen).
62 (rereimte Vorrede zum Sachsenspiegel. (rot) Incipit prologus t’rest’s
(Verse wicht ubgesetzt):
Ich timb‘e also men saget bi wege
Des muz ich manigen meist® han —
Ir schrift daz er sie habe gewis
Die wile sie vnverteleget is.
Bei Homeyer V. 1-—95. 151—194. 221— 244; alles übrige fehlt.
Anschliessend 62° ohne Überschrift der Prolog (Homeyer S. 136 f.): Des
(ohne Absatz in den prosnischen “textus prologi” 8.138
heiligen geistes minne
übergehend) vn karl. an den sassen lant nach rechte trt.
Text 62b: (rot) Hie beginnet lantrecht. van dem pabeste. vi dem keisere.
Zwei swert liez got in ertriche 132b (tr. Bueh) Er ne muz ouch kein ge-
ben noch herberge. noch bete. noch (die dienest. noch kein recht vf iz lant
149 — 151 151
setzen. iz en wellekure daz lät gemeine. Deutsche Glossen von jüngerer Hand
(xıv./xv. Jh) am Rande.
133% Sachsenspiegel, Lehnrecht.
Register 133*: (rot) Hie beginnet lenrechtes capittel. Wuaz liute lenrech-
tes darben .ı. — Uan schildes vn gebuwes lene cn.
Anfang 136*: (rot) Hie beginnet lenrecht. Swer lenrecht konnen wolle
der volge disses buches lere — wend in ist leit. daz recht immer geoffenbaret
wirt. wend da von schinbar wirt ir vnrecht. Im Terte stehn cLy Cap.; nicht
ins Register aufgenommen sind: 1x1 van umbescheinem (!) gute cm van
vluchsale. cım van vnrechter lenvnge.
G. Homeyer, Des Sachsenspiegels erster (— weiter) Teil, 3. Auflage, Ber-
lin 1842— 1861; unsere Hs. war ihm unbekannt.
175» (xv. Jh.) Mancher spricht ich byn nicht wrom Der luget (bricht ab;
Anfang einer Spruchdiehtung?).
B. Covices JUNTant.
Am 19. Nov. 1677 war Franeiscus ‚Junius gestorben. Das folgende Jahr
brachte der Bodleiana die Hss. und den reichen Autographenschatz des ver-
dienstvollen Forschers.
Ein Verzeichnis derselben liegt nur vor in Bernhards Catalog von 1697
1, 249— 257.
150.
25; die Originalhs. dr Murbacher Hymnen, der Glossare Jun. A.
B. C nebst Appendir. Ausführliche Beschreibung der Hs. bei E. Sievers, Die
Murbacher Hymnen, Ilalle 1874, S. 1—10. Hinzurufügen oder zu berichtigen
würe folgendes: 28,5 x 10,3. Noch 192 Blätter und je eine Perg.-Custode ;
wenn Sievers 193 Bil. zählt, so rechnet er die Vordercustode als Bl. 1 und
übergeht die hintere. Auf letzterer findet sich ähnlich wie auf 103° der Ein-
trag: Oret legetes p dnö bartolomeo de andolo Morbacen abbate. Zu Stück ıx
(a. a. 0. 8.3): 3 Lagen: 1. ein Quaternio Bl. 134—141 (Stevers’sche Zählung).
2. eine Lage von noch 7 Bil. Bl. 142—148, da nach 148 3 Bil. gewaltsam
herausgerissen sind. Das Pergament dieser Lage ist dünner als das der voran-
gehenden und folgenden. 3. Bl. 149—151, ursprünglich zweimal 2 Doppelbll.,
doch fehlte das letzte Einzelbl. schon beim Beschreiben der Lage.
151.
78. Pap. Ausgang des xv. Jh. 160 Blätter, gexählt von Junius Hand als
Seite 1—320; Bl. 1099—113. 129---131 leer; endlich je eine Custode. 21xX13,6.
Mehrere ursprünglich getrennte Hss. sind unter sehreärzlichem Pappendeckel mit
Lederrücken vereint. Ich sondere:
152 IV. Oxrorn
1. Bl. 1—92b von 2 Händen. Zwei rote Initialen, die erste mit verschte-
denfarbigen Arabesken verziert; rot durchstrichene grosse Buchstaben. 7 Lagen
zu 12 Bil. (der 3. ist eines zugeheftet) und eine zu 8 (von denen nur noch 7
vorhanden sind), bezeichnet von der 2. ab durch hi. h2....h6. il. i2....16
..—m6, was auf ursprünglich vorangehende Lagen (a—g) schliessen lässt, da-
neben mehrmals auch durch Anfangsworte am Schluss. Wasserzeichen: Wap-
pen, Ochsenkopf und P-huitiale.
Sammlung von Rechtssprüchen mit lat. Interpretation.
12 De legitimatione (xvır. Jh. Hand des Vlitius, s. unten). Dit is Ryucht
wye h& wil laten aeftigen die sal »prek& voer den keyser Ic bin een spoel-
kynt — 37% sonder wer ropena ende vrsprakane alle liode (darauf noch einige
lat. Zeilen).
38% (von mehreren Händen) Überschrift: Capitales conspiratores qı ex odio
depone’ videt? de symo. licet heli Monachi et conversi in causa möstü sui ede.
(Fortsetzung des voraufgehenden Artikels).
E Donationibs et testamentis (xvIt. ./h.). It, dit is r; Om da iefta en lawa
int arste dat hit onstore is eh mit frya wolla vrracht — 92b.
Auf 37° (und 109) erscheint der Name Sybout-Aysma (über ihn rgl.
Siebs am unten anzuführenden Ort S. 38).
m. Bl. 93—122. Von 2 Ikinden geschrieben, von denen die zweite schon
ins xvı. Jh. füllt. Rote Initialen und Überschriften, rot durchstrichene grosse
Buchstaben (doch nur im ersten Teile — 108). 4 Lagen zu je 8 Bil., doch
zählt die letzte nur noch 5. Wasserzeichen: Kelch mit der Lilie.
93% (rot) Hoe dae friesen roem wonnen.
Anfang: Bi dae alda tyde was deer een wys man
al syn tyng were wel ghedien (!).
Schluss 94b: Nu moet god dis walda
dat wy den vrydoem wel moet®e bihalda. Amen.
Gedruckt bei Hetiema, De vrije Fries. Mengelingen, eerste Deel S. 263 ff.
unter dem Titel: Hoc dae Fresen toe Fridom koemen.
95% (rot) Incipit pcessus iudicii.
Anfang: Al eer ick beghene toe spreckene vä du foerdgüghe (des riuch-
tes Soe schelta wyta haet riucht is (lat. Commentar am Rande).
Schluss 108%: Al hyr is beg’pen di foerdgügh va «dae gaestlicka riochte.
(rot) Et sic est finis Deo gratias.
Vgl. Hettema, Jurisprudentia Frisica Stück 3 S. 33 f. Die daselbst ci-
tierle oud afschrift uit de bibliotheek van Oxford ist Jun. 49 (eigenhändige Ab-
schrift des Junius aus Gabbenne (!) codex in 4° fol 98).
114* (2. Hand) Gerichtsordnung Georgs von Sachsen für Fries-
land. Datum 1503 am Rande (aber s. unten).
Anfang: Nae dien wy george vä gods ghenade htich toe sasselant .....
151 153
erflike gub’natoer in vrieslande voergenome dat ons gheboert dese ons& vries-
lande in goed’ ordinäcien te stelle — Schluss 118b: Tot orkode hebbe wy’
dese selue onse ordinäcie met ons@ Sygnet geteyköt. Grhesereu& int jaer ons
he’n mccce () en mm op den 1m dach in julio.
1198 Einzelbestimmungen. in Bezug auf diese Gerichtsordnung: Fid der
Richter und Beisitzer; van sportel ghelt; van appelacien aen ons& oau°erste
gheriht; Cömissie om tuyghen te hoeren; vä cotumacie — 121b.
ım. Bl. 122—131. Initialen mit der Feder ge:ogen und rot durehstrichen,
ebenso die grossen Buchstaben. Ursprünglieh eine Lage von 12 Bl. aber nur
10 sind erhalten. Wasserzeichen: die P-Initiale.
Busstaren-Sammlung.
Ü berschrift: Variae Muletae poenales (xvr. JA.)
Anfang : Blocdresne inrethe schelma fyouwerasum ötswera vtewardes dol-
gis also Inrethis dolges sexasum — Srhluss 128%: Beens oenstal ı scill. spre-
ket en mä oen en orem so is hi nyar mit een ced ti otgae.
ıv. Bl. 132—160. ZReote Initialen, die erste verz:iert. Lagen von verschie-
denem Umfange. Wasserzeichen: P-Initinle (doch verschieden ron ın), Kelch
mit Lilıe.
Goldene Kette S. Bernhards.
132a Alsoe vele als ie bescheiden byn alsoe ghehoersam byn ie --— 133°
doestu dyt soe kemnestu alre meisters konsten die in die werlt syn.
1333 Dit is een capittel vter ewigher wysheit alsoe als die dienre mitter
ewigher wisheit sprack va verduldighe lie -— 134" Die dienre spreckt Dyt
ist daer my wee doet in mynre herten wättu dine vriende alsoe vele Iydens
toe sendes. Anıen.
Von der Geburt Johannis.
135° Coning dauid was koning ouer voel riken — 136% doe seyde hy
dat sy naem solde hieten iohan want die heilighe enghel haddet sproken doer
go (bricht ab).
Dat ander lant.
136b Het is altoes gheen vastalauent
Die doet comt morghen of tauen —
1386 O Maria vol van ghenade
Leydsterre voer gode staet ons in staden
Bescherm ons voer den helschen viant
Als wy come int ander lant.
Nach dieser Hs. gedruckt Tijdschrift voor nederl. taal- en lelterkunde 4,
188 7. 5, 90 f.; ein nd. Text bei Mone, Quellen und Forschungen 1,126 ff;
ferner in Danzig, s. A. f.d. A. 7,172; hd. in einer Meininger Hs. von 1417,
s. Meusel, Hist.-litt.-bibl. Magazin 7, 166—173: daraus im Wunderhorn 3, 183
Deutsche Hass, in England T. 20
154 IV. OxForRD
L
und bei Erlach 2, 599. Das Lied der Orforder Hs. galt bis in die neueste Zeit
als Hyınnus ad Mariam Frisice: vgl. Z. f. d. A. 37, 240.
Rechtsbestimmungen zwischen den Städten Haarlem und Wolderku m.
139% Wy schoute burghemeysters scepen& en rade der stede van haerlem
betughen myt desse opene breue — 1408 It& dysse v’ß punte sulle wy hol-
den altesame stede en vast Ende oeck mede seriue in onse stede boeck sond’”
arghelist.
Wasserrecht für Damme in Flandern.
141® Dyt syn die vönisse vand& water rechte ten damme in vlanderen.
Eerst men macht en& mä meest’ va ene scepe — 152® en daer sel die scipper
syn volle vracht of hebben.
Vgl. Jb. des Vereins f. nd. Sprachforschung 7, 34—62.
Incipiunt gesta fresonum (andere Hand). 152® [Die almachtighe god dier
onbegriplick is in syn& werken ei wessen — 160b dier wolla wy hem louwia
en benedie en eerie en altyd tyengede wessa om toe foererighen dat ewighe
= Amen. Expliciüt gesta fresonü.
Vgl. Gesta Fresonum, uitgegeren door het friesch Genootschap ete., Workum
1837, S. 119— 189.
Die ganze Is. hat inzwischen eingehende Behandlung erfahren in Th. Siebs’
Westfriesischen Studien (aus dem Anhang zu den Abhandlungen der kgl. preuss.
Academie der Wissenschaften zu Berlin vom Jahre 1895), Berlin 1895,
Ss. 37—43.
Zur Geschichte: F. Junius hat auf der Vordercustode ein unvollständiges
Register der Hs. eingetragen; von seiner Hand steht auch auf einem der In-
nenseite des Deckels eingeklebten Zettel: Hoe dae Friesen Roem wonnen p. 185.
186. 187. 188. Er lieh die Hs. an Janus Vlitius (1652 Seeretär der nl. Ge-
sandtschaft in England), wie ebenfalls auf der Oustode zu lesen steht: Beneficio
Nobelissimi et Clariss. V. Franeisci Junij libro hoc utor 1660 Janus Vlitius.
Dieser hat dann den Text vielfach mit handschriftlichen Noten versehen oder
Überschriften eingetragen.
152.
83 vereinigt unter einem Ledereinbande des xvı. Jh. zwei zeitlich ge-
trennte Hss.
1. Perg. xım. Jh. (1252). Bl. 1—19 (keine alte Zählung). 22X 14,6. Rote
Initialen, Überschriften ete. 4 Lagen: die 1.3. zu je 4 (doch zählt jetzt die
1. nur noch 3), die 2.4. zu je 6 BU.
12 Von alter Hand: invoco patrem et filiü et apiritü sanctü (ebenso a).
1b Tractate astronomischen Inhalts, der erste mit dem Titel: Incipit expo-
sitio tabule q paneronos appellatur id est omniü temporum. Primo consideran-
dum est aurens numerus psentis anni quot’ sit efe. Bl. 3 leer.
- 151 — 152 155
4®---9b Laleinischer Kalender; beim Februar bis December hat eine elwas
Jüngere Hand (angehendes xıv. Jh.) am Iande oder auf freien Zeilen des Textes
(April) Diätregeln für die einzelnen Monate in nd. Sprache mit ne durch-
brechenden Reimen eingetragen: s. unten den Anhang.
10* Lateinische Wetterregeln aus Beda: Si fwint kalende Januar die do-
minica hyemps bona erit efc.
10b—112 Tafeln zur Berechnung der beweglichen Feste.
11b Tafel zur Berechnung des Osterfestes in den Jahren 1252—1783,
und Erklärung ihrer Anwendung — 1%.
ı. Perg. xıı. Jh. (2. Hälfte). Bl. 20—71 (mit Seitenbezeichnung von Ju-
nius Hand, und zwar 1—59 —= 20*—498, und wieder 1—43 — 49 — 706;
BI. 71 wird als 44. 45 nummeriert gewesen sein, aber die rechte Ecke ist nun
abgerissen). Von einer Hand mit kleinen Schriftzügen. Blaue und rote lni-
tialen, teilweise mit Arabesken verziert, rote Überschriften. 6 Lagen: die 1.3.
4.5. zu 8, die 2. zu 12, die 6. zu 10 (jetzt nur noch 9) Bil. Die Grösse
des Pergaments entspricht im Durchschnitte dem Masse von ı, doch differiert sie
in den einzelnen Lagen.
Glossaria.
202 Incipit libellus diu’sarum glosarun in vet’ et nouü testamentü. Ons
diuine auctoritatis libri Lxx duo st — 492 (Paulus ad Hebraeos): Melota est
pellis cap'na que et pera uocatur. ex uno latere dependes hac usi St monachi I
egipto ppt* aspfitatem.
Die wenigen deutschen (Glossen sind bei Steinmeyer Bd. 1 an verschieden
denen Stellen gedruckt.
49b (xvri. Jh.) Nomenclator (Glossar Id.).
Anfang: Homo. vir. Mulier. femina — 68» sieut nobis in scriptura divina
explanatum est. Tulit virgas ex platanis et similia. |
Gedruckt bei Steinmeyer 3, 362 f.
Es folgen noch, unter der roten Überschrift Item Glose, die Fulyentius-
glossen mit wenigen deutschen (Steinmeyer 2,162) und Erklärungen griechischer
Worte.
Zur Geschichte: Bl. 1°. 71® (xvır. Jh): Sum Boxhormij und 71b: Den
Joffrau van Nienroden costerin van sinte Seruaes.
C. CopıcEes THoOMAE MARESCHALLI.
Durch den Tod Thomas Mareschall’s, D. D., Rector of Lincoln College,
Dean of Gloucester (T 18. April 1685), kamen 159 Ass. und eine stattliche Zahl
gedruckter Bücher testamentarisch in den Besitz der Bodleiana. Der Hauptstock
der Hss. wird von orientalischen gebildet, darunter einigen wertvollen. coptischen
Evangeliaren. Verzeichnet nur in Bernards Catalog ı, 272—3 und 373—4.
156 IV. Oxrorn
153.
11 [Add. C. 111]. Pery. Frühes xv. Jh. 110 Blätter und je 3 leere Pa-
pierbll. u Anfany und Ende, nur teilweise von alter Hand, gezählt: 1—L;
LXXV-—LXXVIOS LXXX und LXXXIN—CIXx. 31,5% 23, zweispaltig auf und
zwischen Linien zu 41—44 Zeilen geschrieben. Blaue und rote Initialen, zum
Teil mit Arabesken, role Überschriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben.
Lagen zu 8 BI. (aber die 1. zu 10, eine zu 6 (noch 5), die letzte nur noch
u 7 BU), bezeichnet unregelmässig je auf dem ersten Bl. dureh: H. J. K. P.
S.T.V.X. Schweinslederband des xvıı. Jh.
Teile des Neuen Testaments.
a) Briefe Pauli und die katholischen, mit der Glosse.
1% (rot) Hier beghint d; prologhus op sinte pouwels eerste epistel tot Jie
van romen.
“Anfang: Paulus die apostel ons heren ihü xpi heu; ghescreuen viertien
epistelen.
Schluss 66b (Brief des Judas): Hem sijn glorie en groct makinghe en
ghebot eü moghentheit voer allen ewen. En nv enden in allen ewen Amen.
b) Acta apostolorum, mit der (Glosse.
Anfang 66: Lucas die ewangelist was eerst een meyst? tot anthiotien (!) —
94# (Glosse) Mer Jdaer na int leste iaer des keisers nero wert hi ghehoude va
he. en in der martelie is hi ghecroent.
c) Apocalypse, mit der Glosse.
Prolog 948: Dit boeck apocalipis (!) ie ond’ die ander bok& des niwen te-
_ staments een pphecie ghehete.
Anfang des Tertes 94b: Dit is die opebaringhe ıhü xpi die he god ge-
ggheue heeft opebaer te maken sine knechten Glos Niet den joden noch den
philosophen — 109» Ice sel waerlick haesteliken mede comen. Here ihu con
Glos. Dat is tbegheren der kerken der heilighen Die gracie ons heren ihu xpi
sy mit ons allen. Amen.
Die Lagenbezeichnung macht wahrscheinlich, dass diese Is. lediglich als
bed. ıı zu betrachten ist, dem als Bd. ı auf den Lagen A—G die Evangelien (7)
vorausgiengen.
154.
25 [Add.C. 118]. Perg. Frühes xv. Jh. 116 Dlätter nebst Vordercustode.
253x132, ron einer Hand auf zwei von Linten umrahnten Spalten zu 41
Zeilen geschrieben. Rote Initialen und Überschriften; rot durchstrichene grosse
Buchstaben. 9 Lagen zu 12, die 10. zu 8 DU., bezeichnet durch al. aıı....
a6 — kl....k4, ausserdem durch Anfangsworte am Schlusse. Auf den Blatt-
rändern häufig Correeturen von jüngerer Hand. Das Pergament ist sehr glatt
und teilweise unten rechts eingerissen. Schweinslederband.
153 — 155 157
Jan van Ruusbroeec’s Expositie van den tabernacule.
Auf der Custode (Hand des xvı. Jh): In quodam exemplari recentiore
titulus hujus libri sie coneipitur. Hier beghint die exposici op Moyses Taber-
nakel en die dingeen die dade toe behoere die heer Jan van Rütsbroec Prior
vah Groenendale bi Bruesel in Brabant maecte. Ferner: Heer Jan van Ruus-
broeck is gewest Prior van Groenendale bij Bruesel in Brabant Unde is ge-
storven in’t jaer 1381 zijnde het 67 jaer sijner Priesterscaps. Haec notavit non
nemo ex vet. Chronico Brabantino.
1° (rot) Hier begint die exposicie van den tab’nacule des orcondscaps en
van datterinne was. Die her Jan van Ruüsbroeck maecte.
Anfang: Sie eurrite ut comprehendatis. Loept alsoe dat ghe begripen
moecht -— Schluss 116%: Siet aldus solen wi lopen en begripen eh al begri-
pende loepen eh al lopende begrijpen Eh dits die gerechte heilicheit ende een
. ewich leu& dat got moet ons allen gheuen. Amen. Deo laus et honor deo.
Gedruckt in den Werken Jan von Ituusbroec’s, herausgegeben von J.
David.
155.
28 |31. 27 und Add. C. 121]. Pap. xv. Jh. 115 Blätter und die leeren
ır— ıı*. 116*—119*. 26,6x19,8, von einer Hand (mit Ausnahme einzelner
Einträge auf 10°. 114b. 115°) zweispallig zu 36-—37 Zeilen geschrieben. Rote
Initialen und rot durchstrichene Buchstaben. Lagen zu 8 Bü. (die 2. zu 4,
wovon nur 2 erhalten, die 4. zu 6, die letzte zu 4, woron nur 3 erhalten).
Wasserzeichen: Stierkopf mit Stern. Wachstafetband.
Sydrack, mnl. Prosa.
1®2 Hier beghindt een scer schoon boeck van den wijsen philosooph sy-
drack die vp aertrijek was. duysent iaeren voor godts gheboorte. eende heeft
ons beschreüen vier hondert ende vier entwintich questien de welcke scer vremdt
ende gheneechelycken syn om te lesen die den koninck Boctus den wysen
philosooph Sydrac vraechde Darunter (xvır. Jh.) Ende hoort toe den Lieff-
hebber der boecken Peeter oris (folgt eine verschniierte Zeile).
1b Prologhe, in Reimen.
Dicke hebbic die gene bescoude Daer die ingelen singen hoge
Die hem ane die boeke houden — Hier met latic dese prologhe.
2b Register: Was god altoes ende sal hy altoes wesen 1 — 108 cccexxI
Wat mensche gheracte ten eertschen paradise. Hier nenıt inde Jie tafele van
desen bocke Ende hierna soe werden alle dese vraghen berecht. a
10% (Sp. 2; Hand 2) In den sydrack ghedruckt te leyde in hollant by
huyghen Janssoon int Jaer 1496 (Bibl. Mazarine Nr. 903)!) staet dit ghedicht
1) Marais et Dufresne, Catalogue des incunables de la bibliotheque Mazarine
158 IV. OxrorD
. meer in: Ghebet des auteurs oft schrijuer vä dezen boeck tot godt en alle
goede mesch& (Epilog)
Nu bid Ick godt van hemelryck Ende na didt leuen zyn hemelryck
- In zijne glorie eewelyck — Amen zeght alle ghemeenelyck.
Anfang des Textes 11*: Die voersienicheit vns heren des vad’s almechtich
heeft geweest van den beghinne der werlt — Schluss 114: dat wy mogen
verstaen ende onthouden ende setten te werke dit dat dese boec des wijs phy-
losoeps sidrax vns leert ende‘ wiset ter eren des lichanıs ende ten oorbore der
zielen. A“.
Darunter (2. Hand): Hier na volg& noch v vrag& die inde ghedruckten
silrack gheuonden worden meer als hier ... (im Drucke die Fragen Nr. xxvim.
LXXX. CCLXXXV. CCCCXL CCCCXIH).
Darauf: geschreue door my peeter oris tot antwerpe inde sleüßelstrate int
Juer ons heer& mpexxI den xxvı aprille | zöder geschille al beüschen stille
twas myne wille.
Über unsere Hs. berichten: R. P. A. Do:y und M. de Vries in den Ver-
slagen en berigten der vereeniging ter bevordering der oude nl. letterkunde 2(1845),
33 f. und 4 (1847), 69. Vgl. ferner Taal- en letterbode 3 (1872), 64—70 und
Jahrbuch des Vereins f. nd. Sprachforschung 14, 59. |
156.
29 [32 und Add. C. 122]. Perg. Spätes xıyv. Jh. 102 Blätter und das
auf dem Deckel festgeklebte Bl. 1*. 26,5 X 18, zweispaltiy von einer Hand fast
durchweg zu 49 Zeilen geschrieben. Rote Initialen, zu Anfang eines jeden
Stückes grösser und verziert (sämmtlich erst nachträglich gemalt, wie die vom
Schreiber gesetzten, noch sichtbaren Buchstaben beweisen), rot durchstrichene
und herausgerückte yrosse Anfangysbuchstaben der Verse, rote oder rot unler-
strichene Überschriften, häufig das Zeichen || - -i!ter Holzband mit gepresstem
Lederbexug, vier Metallknöpfen und Resten zweier Schliessen.
Aittelniederländische (fiedichte des xıv. Jh.
Es sind: 1* Melibeus, dat boec van troeste ende van rade, 23° Jans
Teesteye, 47% dlboee van d’ wrake, 30% Dit es van maskeroen, 86 Dit es van
Saladijn [ud 101 Dit es noch van salladine], 88® Dit syn die x plaghen en
die .x. ghebode.
Zur Geschichte: schon Mone, Übersicht der nl. Volkslitteratur (1838) 5.347
Nr. 535 wies auf diese Is., über deren Herkunft nichts zu ermilleln ist, hin.
R. P. A. Doxy fand sie in der Bodleiana wieder auf (vgl. Verslagen en berig-
ten der vereeniging ter bevordering der oude nl. letterkunde 2, 41—56), worauf
(1893) S. 487. Campbell, Annales Suppl. ıv S. 1f. führt an: Leiden, sans nom d’
imprimeur, 1495, fol. (E.cemplar auch im British Museum C. 33. m.).
155 -- 159 159
F. A. Snellaert die Gedichte nebst Varianten einer Hamburger Hs. und ein-
xelner Fragmente herausgab: Nederlandsche gediehten wit de veertiende eeuw,
Brüssel 1869, mit Faesimile.
157.
48 [Add. A. 126]. Pap. xv. Jh. 237 Blätter (und ı*—ıy*. 238*—242*,
welche abgesehen von einem Inhaltsverzeichnis jüngerer Hand auf ı1* leer sind;
ferner 2 leere Bil. nach. 6, eins nach 12), bezeichnet als 1—224 (= 14—237), da
die dem Texte voraufgehenden Bil. (Register ete.) nicht gezählt sind. 22x 14,6,
zweispaltig von Linien umrahmt. Rote Initialen und Überschriften, rot durch-
strichene grosse Buchstaben. Lagen zu 8 Bil., bezeichnet durch Anfangsworte
am Schlusse. Alter Holzdeckel mit braunem gepresstem Lederbezug und zwei
Schliessen.
Episteln für das Jahr.
12—6% Register; T7«—122 Epistelanfünge lateinisch.
148 (rot): Een epistel op onser vrouwen dach visita wt& boke der wijs-
heit. Siet dese comt springende in d& berghen -— Schluss 236® (rot): Van
sinte katherine. Soec op sinte Agineten dach. Darauf Bi. 237 von jüngerer
Hand die ersten zwei Episteln der Hs. wiederholt.
Zur Geschichte: 13® (xvı. Jh.): Item dit boec hoert willem ians dochter
wonende in sinte cecilien convent en het sel voer een ghemeen studierboec gaen
bid om gods willen voer hoer en voer hoer vrieden.
158.
56 [Add. A. 127]. 174 Blätter. 20x 14,5. Enthält: 1. Bl. 1 und 174,
als Custoden verwendet, 2 Pergamentblätter des xıı1. Jh. mit lat. Fragmenten
theologischen Inhalis.
2. Bl. 2—5 leer bis auf den Eintrag 5b: Diese bouck behoort toe .....
(unleserlich) tot vlissingen vp de mert.... duisent vijfhundert twe......
3. Bl. 6—141 alter Druck (Te Ghendt voor Gheraert van Salenson in
den Bibel 1557): De Cronijke van Vlanderen intcorte | metgaders van Bra-
bant | Arthois | Henegauwe | Hollant | Zaelant.
4. Pap. xv. Jh. Rote Initialen und Überschrifl. 4 Lagen zu 8 Bil.
Het belech van ghendt van den coninck van vranckerijeke. ende van den
coninck van Inghelant eü conince van scotlandt (rot). Arnaut Baudewijns sone
was die vijfte graue in vlaen — 1723.
| Vgl. Het belech van (Ghendt ten jare 965, Maetschappy der vlnemschen
Bibliophilen 2. Ser. Nr. 1.
159.
58 [Add. A. 128]. Pap. xv. Jh. (1472). 224 Blätter und 1—ıv (1. v
und 3 Perg.; 1—ıv. 1—2. 219--223 xzugeheflet, ı und 224 vom Deckel los-
160 IV. OxForn
gelöst; u ıı. ıv. 38. 11. 219—223 leer). 21,3% 14,8. Rote Initialen. (die 4.
rerschiedenfarbig und verziert) und Überschriften ‚rot durchstriehene' grosse
Buchstaben. Lagen zu 10 BU. (die 1.und 2. zu 8), bezeichnet mit ar, dann
von der 2. ab mit bi. bır.... bv. er....ev— vv. Alter gepresster Lederband
mit Resten zweier Schliessen.
Die vier Evangelien.
1—2 Mondtafeln: Dit is een bewisinghe en ondervijndinghe vander ma-
nen Ötfanckenisse wanneer dat si nye ontfaet — daer na is asschelwoensdach
in die vasten.
4a Kalender; zum 26. April: sterf sty goesens .... (radiert) mijn moed®
int. ia’ LXVIIL. i
12® Register: Hier beghint die tafel van den ewangelisten hoe men een
yghelic ewangeliü vinden mach Ewangelisten en capittelen.
18b Dit ist gheloüe van den ppheten eh vande apostole. Bricht ab: Ma-
lachias Alstu verhaet hebste (es fehlt 1 Bil...
198 Beginn der Evangelien: Hier beghinnen süte matheus evangelien Op
onser lieuer wrouwen dach ontfankenis en op horre gheboertö. 69° Marcus,
100b Lucas, 158* Johannes. Schluss 2028: Hier eyndt die tex des heilighen
ewangelies seeundum Johannen:. |
Episteln auf die Tage der OÖsterworhe und einzelner Heiligen. Beginn
2028: Die ürisenisse ons he’n ihu xpi des paeschens (!). Ende het was die dach
voer paesche — sSehluss 218b: Ende onse h’e god zellen eruen mitten ewige
name. (rot) Dit boee is ghesereuen int jaer ons he’n m.cece en 1xxır. Een
aue maria vä mynne voer die scrijft.
224 ein Pergamentblatt xy. Jh. aus dem Johannesevangelium, mil
der alten roten Bezeichnung xxxXvir. Überschrift: Vand® questie die ihoes
vraghede. Johannes baptista ghebonden in den k*ker als hi hoerde efe.
Zur Geschiehte: 218» Dit boee hoert toe den besloten ust’n te gorinche
wonende in die haerstraet.
160.
90 [44. 62. 69 und Add. B. 26]. Pap. xv. Jh. 82 Blätter (nach 34 ein
leeres). 18,5 x 13,4, zweispaltig von 2 Händen geschrieben. Rote Initialen und
Überschriften. Durch nachtrügliches Beschneiden der Ränder ist die obere Hälfte
der Schrift der ersten Zeile oft verloren gegangen. Lagen von verschiedenem U’m-
fange. Wasserzeichen: Stierkopf mil Stern. Gepresster Kalblederband.
Bücher des alten Testamentes nebst Commentar.
22 Ende hier beghint Josue boec. 35% die hystorie van thobien. 47b die
boece Ruth. 53° Judith storie. 706 die historie van hesters.
Schluss 82% Ende die sprac dat behoerlike was in pays van sine ghe-
slechte.
159 — 161 161
Zur Geschichte: 1® Dit boeck hoert toe den besloten susteren tot sinte
marien born in willen oeskens straet.
161.
119 [Add. B. 43]. Pap. xv. Jh. (1475). 245 Blätter nebst 2 auf dem
Deckel festgeklebten Custoden. Scheint 2 Codiees zu umfassen, die aber gleich-
uohl von derselben Hand geschrieben sind. 14,3 x 10,5, 16—17 Zeilen auf der
Seite. Rote Initialen (doch die erste eines jeden Artikels verschiedenfarbig und
verziert), rote Überschriften, rot durehstriehene grosse Buchstaben. Lagen in ı
meist zu 10 BIl., bezeichnet mit bl. b2.... cl — 11, welche Signaturen in-
dessen vielfach durch Beschneiden verloren gegangen sind; in ıı zu 8 Bi. (doch
die drittletzte zw 10, die vorletzte zu 6), bezeichnet durch al. a2....nad. bl.
b2....b4 — h4 (Bl. 234), späterhin nicht mehr. Wasserzeichen: Schlüssel.
Schwarzer gepresster Lederband mit zwei Schliessen. |
1. Jan van Ruusbroecs boece van den twaelf dogheden.
1® (rot) Hier beghinen die twalef duechd& die heer ian ruusbroee ghe-
maect heeft. Dit boec leert van den twalef graden der duechde en hoe die een
duecht coemt toter ander. Dat eerste capittel is van der oetmoedicheit.
Anfang: 1° Want wi dan van duechde seriuen willen — 1112 want nie
niemät oetmoedigher en was noch gehoersamer dan hi selue | Die gelouet moet
siin ende ghebenedijt Amen. (rot) Hier eyndet sich ruysbroccks boec van den
twalef duechden Deo gracas.
Über Ausgaben rgl. zu Mareschall 25 und zu Phill. 1175.
Die gulden musschate, Prosa von der Passion Christi.
112% (rot) Hier beghint een cleyne ende seer deuote materie sprekende
van den mynliken liden ende sware passie ons heren ihü xpi van nasareth
Ende dit boexkijn wort int ghemeen ghenoemt of ghehete die gulden musschate.
Deum tyme.
Anfang: Die wtwendighe mensche spreket tot sijnre inwendigher sielen |
Segghe my mijn siele wat bedudet dat ie onder wilen van but& geuoele dattu
alsoe scer v°uult wortste van binnen mit droefheiden eh iammerheiden Dat ie
daer vf van buten mit menighen heten trane myre og& worde begoten. Die
siel. wanttu mijre& droefheit deelachtich biste soe wil ie di wat segghen van
der saken mijns iammers Dat heylige liden en die pijjn ons heren ihü xpI is
die sake alle mijnre truericheit.... Die Form des Dialogs geht durch; die
Sprache ist stellenweise schwungroll und innig. Jeh hebe eine kurze Probe aus,
Bl. 159% (Maria unter dem Kreu:e): Nu dene oee hoe dat moederlike hart be-
roert wort doe hare tot den oren in quam dat deerlike woort dat hi soe iämerlie
riep mi dorst ef si niets niet enhadde daer si hemme (2. hen mede) lau& mochte Ic
gheloue dat haer maechdelike borsten daer si hem mede op gheuoedt hadde. van
rechter moederliker begheerten opwaert uoechde ende hadde hem gaern ghelauet
Deutsche Hss. in England I. >|
162 IV. OxrForD
mitte bloede hacıre ionefrouweliker harten. O wee wee hoe scer iämerlic si hem
doe weder aensach. Ay ie beddi oftu al des iammers der ghetrouwer moeder
eh haers lieues kindes ihü xpI vergaetste Dat tu des iamers niet enwilste ver-
ghet& haerre beider harten doe si hem [aensach] in dier tijt daer hi hince En
vanden cruce tot ha’ »prac eh bedroeflic malcander an sage. Doe dat meer des
iämers eD sericheits wt sinen ghesichte in haer hart ende wt haren ghesichte in
sijin hart vloyde Hoe haer van alle dese dinghen als van den gaen onder den
sware last des eruces van den slaen sijns naghelens aen den eruce (des Tam’°-
lik& hanghens an de 'eruce am Rande) en sinen bedructen ghesichte hoe haer
van allen desen «dat swaert der sericheit alle die aderen en erachten haerre
sielen doorsocht ende doorghine...... Ende wanttu van deser materien veel
vintste ghescreuen in den boeken van onser vrouwen celaghe en anders waer
Daer om heb ie di mit weynich woerden ouerlopen op dattet swaert des rou-
wen dijn hart verbaer...
Schluss 162%: Die mensche. Mit corten woerden hebstu my gegeu® die
materie eh een form der langher oefeninghe van der passien en lid& ons heren
ihüa xpI En sijnre saligher moder en maghet maria eh oee van mijnen ey-
ghenen ghebreken te bekennen een sonderlinge merkelike bedudenisse. die heer
si ghebenedijt nv en in alre tijt Amen. Deo gratias.
Ilochdeutsch im Coder Selemiünnus ıx, 16 (früher 137).
162»— 1742 Prosugebete. Dit is een deuote oefeninge va de lide ons here
ihü xpl.
ır. 175% (rot) Dit is onser lieuer vrouwe lering Die si sprae tot een re-
gulier die ghenoet was broeder willem vos. na dat iaer ons here dusent cccc
ech XXX doe die salighe maghet liedewy van sciedam }) ghestorue was tibur-
cius en valerianus dach (enthält xxx Capitel).
Anfang: Maria. Ie weet hoe ie mijn dienres sel vanda en troesten mine
knechten en dienst machde nv bi mine enghelen nv bi minen heilighen eh nv
bi mi seluen — Schluss 2458: d; tu da bi mi moste come die mit mine soen
sel regneren ewelie. Amen. Explicit anno MecceLXXxVv.
Auf einem der Innenseite des Hinterdeckels aufyeklebten Papierstreifen die
Verse:
Draecht die soete ihesus in v hart v°borghen
So en dordi voer den doot niet sorghen.
Zur Geschichte: laut Eintrag auf der Vordereustode gehörte die Is. 1614
Sophia Maria Reijers Deijm.
162.
124 [Add. B. 46]. Pap. xv.Jh. (1428). 122 Blätter. 13,5% 10,3, en-
spaltig von einer Hand au 21—22 Zeilen geschrieben. Rote Initialen und Über-
1) Campbell, Annales Nr. 1123—1125.
161 --- 162 163
schriften, rot durchstrichene grosse Buchstaben. Lagen zw 16 DI. (die 1. nur
zu 6, die 4. zu 38 resp. 7, da das erste fehlt, die letzte zw 14), bezeichnet von
der 2. ab durch xıun. XIV....XIX, die letzte ist unbezeichnet. Wachstaffetband.
Theologische Tractate.
1® leer. 1" (rot) Van d* edelre doghet d® lijjdsamht. Sinte Bernaert seit ie
achte meer die doghet des v’duldighe mensche dan die töyken der heilighen —
3% Ele lijdsamheit hoe celeyn si is. is gode een waerdighe offerhande. Deo gratias.
4® Vaterunser, gereimt:
Vader onse die bes alleene
Wt wis sijn alle dinghe v°schene
Din® naem sy heylich volconelike
In alle tgheselscap van hemelrike
Toe comende dijn rije. Lost die gheuanghe
Die sijn in lide en in groete verlanghen
Din® wille moet ghedae werden
Als in den himel soe opt? aerden
Drie brode v’leent ons nv ter vre
D® glorie d’ gratie en d’ nature
En v’gheeft ons onse scout I dese leue
Als wi ons® sculderö vergheuen
En leidt ons I ghen& becoringhe
Die ons I doetsonde mochte brenghe
Mer verlost ons van quaden
Daer die vdoemde mede sijn v’lade
Amen op dat wi ewelike
Di moghen louen ewelike (l. in hemelrike) Amen.
5° Unvollstündige Übersicht der Capitel des folgenden Tractats Von der
Nachfolge Christi ds Thomas a Kempis (Buch ı).
Rote Überschrift des Tractats 6°: Hier beghinen goede vermaninghe tot
een gheestelie leu& seer nvt.... vä die «dat me eristum na volghen sal en alle
d° werelt ydelheit versmaden.
Anfang: Die mi volghet en wandert niet in dusternisse — 47b also veel
als ghi v seluen verwint en di seluen ghewelt doctste. Explieit. (rot) Dit boee
heeft ghemaeet een regulier van onser orde ende capittel in latijn eh is ouer
gheset vten latijn in duutsche tot eemsteyn !) int cloester van en® broelder.....
int jaer ons heren MCCCCXXVII.
Pol. zu Phill. 647 und 719.
Folgen 48° zwei sermoene sinte barnaert op die hochtijt vand? kermisse.
596 Dit is broeder godeuaerts van den briele contuentuael in cloester tot
1) Bei Dortrecht, s. Acquoy, Het klooster te Windesheim 3, 19—21..
164 IV. Oxrorp
Eemsteyn!) sijn testament. (rot) van der inwendigher wanderinghe mit goede
dat yerste ca®,
Anfang: ÖOnse heer sprect Dat rike gods is in v keert (xı Cap) —
Schluss 81°: want ic bin een arm enich mesche nochtan en is nyemant riker
dan dese noch machtigher piement en is vrier dan die hem selue achter laeten
en ten nedersten hem can setten. deo gratias.
81b (rof) Van de coninclik& wech des heilighe eruce eh hoe wi ons selfs
eruce sallen draghen dat capittel. Het dunet veel mensche hart wesen te ho-
ren — 87% want tis noot dat wi ga@ int riker hemele ouermits veel drocfheiden
en tribulacie tot welken rike ons moet brengh& die gotheit gods. Amen. deo
gratias.
87b (rot) Dit leste boec is hier altemael vä woerde te woerde als ict in
de laty vant vand® lijtsäht. Onse lieue h’e sprae int ewangeli — 122® dat da
van alle die scharen der quader ghedachten te nyete moete gaen eh worden
verdreus Ist dat di (bricht ab).
163.
127 [Add. B. 49]. Perg. xıv. Jh. 8 Blätter und die leeren ı* und $*.
12,5xX 9,3, einspallig auf und zwischen blassroten Linien zu 15 Zeilen ge-
schrieben. Eine blaue Initiale(A) zu Beginn, rote Titelschrift, rot durchstrichene
grosse Buchstaben. Eine Lage zu 10 Bil. Moderner Einband.
Übersetzung des Speculum beati Bernhardi abbatis de honestate vi-
tae (= Formula honestae vitae, Migne 184, 1167-—1170).
ı* (xvr. Jh) Den Spigel Bernardi soer out gheschreuen; und (xvr. Jh.)
Speculü 8. Bernardi vert expressum.
1° (rot) Dit is sinte baernaert spieghel.
Anfang: Alre liefste brocder du bidste van mi — Schluss 8b: Ic hebt
langher gescreue dan ie waende. (jüngere Iland) God si gheloeft.
Gedruckt nach dieser Is. Tijdschrift voor nl. taal- en letterkunde 14, 20— 2.
164.
130. Pap. xvin Jh. (1603). 124 Blätter, aber 103—105. 109—124 leer.
10,4 x 7,5, von zwei Ihünden geschrieben. Rote Überschriften. Lagen zu 8
und 10 Bi.
Gebet- und Hymnenbuch.
1a (junge Hand). Mareshal 130 De Unione Ecelesiarum in Frisiä et Ze-
landiä_efe.
2a (grün) Dit boeck is ghemaeckt tot (rot) delf anno 1603. (unten) Dit
boeck hoert dirck florissen toe. (in der Mitte von grünen Kreisen umschlossen)
1) a. a. O. Ob derselbe Godeuaert wie in Phill, 1175?
162 — 164 165
bemindt godt bouen al en v naesten als v seluen und doot goet ende laet
quaet want als die doet coent is te laet 1603.
32 Widmung: Die medegenoten des erystelijeken gelooff behoorich totten
rijcke zesu erysty onder die vergaderinge genaemt die vriessche brooderen wen-
schen wy bro«deren der waterlantsche vergaderinge binnen edam | vermeerde-
ringhe des goddelijken lichts van godt den vader doer iesum christum | onsen
heere ende salichmaccker. Amen.
Der erste Teil bis 59 enthält Ermahnungen und Belehrungen aus dem
alten und neuen Testament.
Darin Bl. 15% Onder geschreuen de name der broederen om deser sake
versamelt binnen eemden den 7. dach aprillis anno 1590. bij mij heyndrick
reynerts. bij mij hans der vijs. bij mij Thomas Alberts. bij mij hans corterelles.
606 Psalm cxviı. Ghy heydenen looft tsaem den heer etc. (mit Musik-
noten; s. Willems, Oude vlaemsche liederen CCXXV).
61 Inhaltsangabe des 2. Teiles. Hier volcht noch ettelycke kapyttele wyt
der heylyger seryfttuere. Noch sommyghe gheestelijecke lyedekens Ende meer
anderen ..... sproecken 1603 bij mijn dirck florysse gescreuen 1603.
62-—75 Proverbia (sproucken) Salomonis, dat xx. xxı. xLı. Capittel.
76—102 gheestelijcke lyedekens.
76° Al die hier sijn geseten (s. Anhang).
78% Maeckt blyschap groot o ionge joucht (s. Anhang).
802 Een liedeken op de.wijse en straft my niet o heere (14 Str.).
O heer wilt mijn verhooren ouer mijn swaer elende
eh neicht daer toe ü ooren waer ick my keer off wende
want ick ben sceer bedrooft mijn siel is wel troost behooft.
83° Een lied op de wijse wt die diepten o heere (10 Str.).
Schepper van alle dinghen Wilt mijn recht bidden leren
die hooch gheseten sijt dat niet lippen en mont
laet mijn gebet deurdringen haer (!) alleen tot ü keeren
tot u in desen tijt maer oeck mijns harten gront.
86° Ein nieu liedelin op de wijse ick ging noch hüyden morghen (18 Str.).
. Ick ging op eenen morghen (s. Kalff, Ilet lied in de middeleeuwen 5.685 f.
Auszüge nach dem nieu dubbelt Haerlens lietboeck,..... 1643).
91° Eyn liedeken op de wijse die rey liefde wieree (!) (7 Str.).
Ach ick moet v klagen My die ben in lijden
godt al mijn verdriet ia met veel tormenten hier
dueren al mijn dagen beschot aen alle sijden
-sult (!) ghij helpen niet dach en nacht in groot dangier.
93° Een nieu liedeken op de wijse van den 103. Psalm mijn siele wilt
den heeren met lofsanck prijsen (13 Str.).
h
166 IV. OxroRrD
In die vreese des heeren dochter spoedich
wilt v begeuen wt cen hert oetmoerlich
want daer in sult shy vinden groote lust
Aensiet het eynde hier van alle dingen
en oock de ghenen dien alhier volbringhen
haer blijtschap & vroüchden haeren wellust.
98b Den geestelijek bruijloft
Doot v oeghskens open (s. Anhang).
101* Nieu liedt tot lof des echten stacts op «de wijse. Die reyn liefde
vierich (6 Str.).
Als godt schiep met vrouchden
int beginne goet
eenen man vol deuchden
en van sinnen vroot.
Heeft hy hem ghegheuen
een vroü hooch van waerden vrij .
om daer melt] te leuen
reyn als «de onbeswaerde blij.
106 van afgoderie ende afgoden dienst exodi 20. 4. ee. — Schluss.
D. CopıcEs RAWLINSONIANT.
Sie kamen, gegen 4800 an Zahl, nach dem Tode Richard Rarrlinson's
(geb. 1689/90, 7 6. April 1755) auf die Bodleiana. Einen Teil derselben hat
Jt. auf seinen Reisen in Holland, Frankreich, Deutschland und Ilalien erworben.
Die Sammlung zerfällt in mehrere Unterabtellungen, von denen die wichtigsten
sind: Class. A, 500 Voll., hauptsächlich englische Geschichte betreffend. Class. B,
520 Voll, Heraldik, Genealogie und Topographie befassend. Catalog über beide
Classen: Catalogt ceodd. mss. bibliothecae Bodleranae. purtis v fascieulus primus
confecit G. D. Maeray, 1862. Class. C, 989 Voll., Reehtswissenschaft, Theologie
und Geschichte. Catalog: fascieulus secundus, 1878. (lass. D (früher Raul.
miscellaneous), gegen 1400 Foll. meist jüngeren Datums und schr verschiedenen
Inhalts. Catalog: faseiculus tertius, pars I. vol. 1--860; von pars ıı liegen
bis jelxt nur die Aushängebogen der voll. 861—938 vor. Class. F (Poetry),
246 Foll. Verzeichnet bei F. Madan, Summary catalogue of western mss. in
the Bodleian library *** Eighteenth century collections, 1895, 8. 283—340.
Class. G (Classics), 199 Voll. Verzeichnet ebenda S.341—376. Class. L (Li-
turgical), 103 Poll. TVerxeichnet ebenda S. 483—521.
165.
D 484 [Rawl. mise. 491]. Perg. xv. Jh. (1447). 140 Blätter, gezählt in
der Hs. als 1*. 2* und ı—cxuLu (doch fehlt jetzt nach xxVI und CXLI je
164 —- 166 167
1 Bl, nach cxxxıx 2 Dil, und xxıv ist in der Zählung übersprungen).
21,35xX 14,5, durchaus von einer Hand zweispaltig (ausser 1*. 2*) zu 33—32
Zeilen geschrieben. Wenige blaue und rote Initialen, rote Überschriften ‚ rot
durchstrichene grosse Buchstaben; Bl. 11 (1x) mit Randverzierungen. Lagen
ron S Di. Weisser Schweinslederband.
Leben Jesu.
1° Hier beghint die tafel van desen boeke. Dat prologus van den leuen
ihesu 1 — Dat slot van desen boeke cxLar.
Prolog: 3° Hier beghint dat prologus van den leuen ons here ihu x".
Een ander fundament en mach nyemant sctt& dan dat gheset is. dat is xps
ihesus — 10b Schoen .van formen bou& allen kynderen der menschen (rot)
Hier eyndet dat prologus. j
106 Wat gheschiede eer onse here hier neder quä. Dat erste capitel (rot).
Als ene langhe tijt omtrent vijf dusent iaren ef twehodert dat menschelike
sheslachte van adam sculdich was der erfsunde — 1406 (im Cap. hoe onse
h’e den heiligh@ gheest seynde abbrechend) mer borghers der heilighen en huus-
ghenoten gods. Laet ons.
Pyl. Fitzwilliam 6. G. S (oben S. 35), wo auch die Litteratur angeführt ist.
Zur Geschichte: 24 (Tlund des Tertes) Item dit boce behoert toe arnt vale
vrederies soen word 3% Begonne inde iaer ons here Mccce en XLVIT op 8’ mar-
ceus auont.
160.
D 533. Perg. xv. Jh. 26 Blütter und 1* nebst je einer alten und zwei
modernen Custoden. 26x 19,6, von einer Hand auf und zwischen Linien ge-
schrieben. Abwechselnd blaue und rote, mit Arabesken verzierte Initialen. 2 La-
gen u 14 und 12 Di.
Rechtsbestimmungen der Stadt Brügge.
1° Dit es de tafele van der wettelicheidö van der stede van brucghe |
de’ assit 2m’. Cap. ı Eerst wat de lands he’fe sculdich es te doene als hi
comdt te lande — Cap. LxxXIm Wat man doen zal als een scepene sterft.
Anfang des Tertes 3°: Als een landsh‘e comd te lande ende hi zal cöme
te brueghe dat hy sculdich es te doene zine eed — Schluss 13® (Cap. LXXI;
eins mehr als die Tafel): Voort zo welken tiden dat ein scepene sterft....
maer dat hi begrauen zal zijn es hi ambochtre onder de ambochters es hi
poortre onder de poortres.
14* Dit zijn de xvit pointen tuusche die van brueghe ende die van den
vryen. Het zij cond allen lieden dat — beseghelt metten ghemene zeghele
van onzer stede van brieghe (!) voors en ouer ghegheuen dien vanden vryen
voors Int iaer ons hee als me sereef McceXYor in mense februarij.
a 2: _
be = Tee nd 2 nl nn a re mn nn, Pan tr a Se
168 IV. OxrForD
165 Dit zijn de vryheden eü vsaigen die die van brüghe houde en main-
teniere jeghens die vande vryen en leghes ande’ omesat& of sittende en oyt
ghehoude ei ghemeinteniert hebben. Eerst zo waer een twist ghesaet — Ende
es gheprouft dat ment sculdich es te bedinghen ter wet daer de twist gheuiel.
18° Dit es die ordonnanche die ghemaect es bi scepene vp die onredelike
pandinghe te belettene ei te beweerne. Het es ghecuerd ende gheordiniertt —
dat he vallen zoude in eene boete van x 7& goeder munten den he’fe paertye
ende der stede elce een darden deel.
198 (ohne Überschrift; Rechtisbestimmungen vom Jahre 1378) Het es ghe-
cuert ende gheordiniert biden he'e ende bider wet — 21b moghen varde ne-
men ende die vulcomen. | |
22 f. leer. 25% Gewichtsberechnungen für Weizen- und Roggenbrot ete.
Zur Geschichte: 1* (xvır. Jh.) Den kynderen ypols vledincx als textar.
167.
D 893, ein Sammelband von Fragmenten verschiedener Jahrhunderte und
Sprachen. Darin als Bl. 103 ein Pergamentblatt. xv. Jh. 26 x 17,3, nur auf
der vorderen Seite beschrieben und bemalt.
Alchymistische Sprüche.
Die Mitte des Blattes wird von einer farbigen Zeichnung eingenommen,
die augenscheinlich einen chemischen Schmelzofen (dreifach, schwarz, weiss und
rot, ummauert) vorstellt; Figur eines Königs auf seinem Throne, von Sonne
und Mond, Schützen, Löwen ete. umgeben. Aussprüche verschiedener Meister
zu beiden Seiten. Z. B. Pancolfus:
Kchain leichnam ist edler dann gold
kayn tinctur wirt an es vnd des schatens sold.
Socrates:
Wist das man dy heymlikait des golds mag schawen
aus dem man vn aus d’ frawi.
168.
D 913 [früher 1370 resp. 1262]. Sammelband von Fragmenten, worüber
näheres Zeitschrift f. rom. Phil. 6, 390 f. Hier verdient Erwähnung Bl. 98:
Perg. xıv. Jh. 25,4X 15,9, zweispaltig xu 39 Zeilen geschrieben. Eine role
Initiale und Überschrift; die Anfangsbuchstaben der Verse sind herausgerückt. -
Fragment aus dem Spieghel historiael Jacobs van Maerlant
(rıı. Partie, ı. Buch, Cap. xxxımı FP. 94—152 und Cap. xxxıv V. 1—95).
Anfang: 1* Dat vleesch sieden si sond? talen —
1b En mine og& inde hemel hingen.
Collation (nach einer Abschrift E. Stengels) mitgeteilt in der von M. de
Vries und Eelco Verwiüjs, Leiden 1859 ff, veranstalteten Ausgabe des Spieghel.
ui |.
166 — 169 169
#
Ich habe folgendes zu bemerken: Cap. xxxıı V. 123 brochtse der in. 124 an-
dren. 133 tien male. 135 dromendaris. 138 Daer si sekerhede. 149 End sine
lieue r. a. Cap. xxxıv Überschrift woo .. I. woolrt.. 9 zo. 11 Te si®ne.
14 Sinen ıı her& enermilnnen]. 15 Pauwele eh ahator mede. 17 O wi serifture
ghelinke das. 35 de. 74 Te lyene m. o.
Zur Geschichte: 1° (xvı. Jh.) Manet alta mente repostum Knyvelt, d. ti.
Sir Thomas K. of Ashwellthorpe Norfolk x. Zeit der Königin Elisabeth. Wahr-
scheinlich war das Blatt dem. Deckel eines seiner Bücher eingeklebt.
169.
Liturgie 9. 5. Perg. xv. Jh. 176 Blätter und die leeren Papierblätter *— ııı*.
177—179. 12x 8,9, von mehreren Händen geschrieben. Tote und blaue, zum
Teil farbige Initialen, role Überschriften, drei Miniaturen auf Bl. 49». 58», 64»,
Wappen auf 95%. 96* und Randverzierungen. Alter Lederband.
Gebetbuch.
Kalender 3"; zum 3. August ist bemerkt: Hier sterf Peet® vä d’ Baeken
int Jaer MCcccc eh XXXVI.
16° Die seuen Ghetiden onser Lieue Vrouwe.
298 Gebete, darunter 47 das häufig in Hss. vorkommende: OÖ naecte
menscheit O vreede martelie O diepste wonden O cracht des bloets O alder
hertste doot O godlijeke sueticheit ons liefs heer& Ihü xpi helpt ons tott®
eewigher salicheit. Amen. f.
Dann 50% (dazu Bild auf 49) das Stabat mater in mnl. Reimen: Die
moeder die stont vol van rouwe (12 sechszeilige Str.).
Diese Fassung ist gedruckt von Ph. ©. van den Bergh, Nieuwe werken
van der maatschappy van nl. letterkunde 5 (1841), 83 —97 und von Hoffmann
v. Fallersleben Germ. 3 (1858), 161 f. Ieh notiere folgende Abweichungen:
I, 1 moeder die. ı1, 2 suetste eh. ıı, 1 en sonde claghe. ıv, 2 Siende ihesum
(= dem Druck in Germ.). 4 soe ghenoost. v,3 met v noch. vır, 1 v Iyden.
2 die passie. 3 En in dese pyne en allende gheduerlye.. 4 Doet.... met v
celaghen. 5 om draghe. vıır, 1 met v. 2 Met di droeuighe. 5 En doet. IX, 3 met
v.... ghestadelyc. 5 Syn bitter passie. 6 ghenadelye. xı, 4 Maect. i
Der Rest der Hs. enthält lateinische und wenige nl. Prosagebete, die 7 Buss-
psalmen _ete.
Zur Geschichte: 1* Tot behoue vä Digne coels Aensien doet ghedincken.
2b (xvır. ./h.) Franeiscus Havens van Loovens. Auf 176 Helmont.
E. Copıczs DORVILLIANL.
Die Hss. von Jacques Philippe D’Orville (geb. 1696 zu Amsterdam, da-
selbst 1730-—42 Professor der (teschichte und Beredsamkeit, 7 1751) wurden
Deutsche Hess. in England 1. 22
170 IV. Oxrorn
2‘
1805 für die Summe ron £1025 angekauft. Neben einer Überzahl ron jiinge-
ren enthält diese Sammlung auch einzelne schr alte IHss., so den datierten FEu-
child (809), den sogenannten Motssur-Psulter, den alsbald anzufichrenden Hora-
Hus cte. Verzeichnis: Catalogus codd. mss. et impressorum eum nolis mss. oltm
DOrrilliimorum qui in bibl. Bodl. adserrantur, 1806 (ron Dr. Gaisford). Frr-
ner Nr. xx. D’Orrille mss. im Summary eatulogue of mss. (ron F, Madan)
S. 37—-48 (in Anshängebogen benut:d).
170.
Auel. x. 1.5. 11. Perg. x.[xı.. Jh. 128 Blätter. 184% 13.8.
Iloraz mit Scholien.
Pl. die Beschreibung WSB 121 (1890) ıx, 37 f.
Darin wenige ahd. Glossen.
171.
Auet. x. 3. 10. Pap. xvir Jh. 480 Seiten nach alter Zählung und 1*—6*;
nicht mitgerählt sind jene LI, welche keinen Text enthalten, sondern IHolz-
schnitte, die einem italienischen Drucke (Genova 1590) ron T. Tussos La (iie-
rusılemme Überata entnommen sind. 31,7 X 20,6, zwerspaltig von einer Hand
geschrieben, auf den Vordersetten in der 1. Spalte der italienische, in der 2. der
niederländische Tert, auf den Rücksetten umgekehrt. Der Raum für den ıa-
henischen Tert ist ährigens teilweise leer geblieben; für ihn ist auch eine an-
dere Schriftart benätzt. Lagen su 4 Bl. Wasserzeichen: ein reichrerziertes
Mappen.
Titel S.6*: J. Van den Vondels Verloste Jerusalem van Torquato Tasso.
Anfang 8. 1:
La Het
Gierusalemme libera- Verloste Jerusalem
ta Di Torquato Tasso. van Torquato Tasso.
Canto Primo. kEerste Gezang.
1. 1.
Canto Varme pietose elr. Ick zing de godvruehtige wapenen,
on den. hopman die het heerlijk graf
van Christus bevrijde; veel heeft hij
gearbeyd met zyne wijsheyd, en met
ziinen arm; vecl heeft hy üytgestaan in
die roenrijke v’overing en te vgeefs
heeft’er zieh de hel texen gezet: en te
v’geefs wapende zich Azie en het v!mengde
volk van Libyen tegens hem want de
hemel hem bergunstigde en onder de
A
170 — 171 171
Fehlt.
Schluss S. 430: Twintigste zang.
144.
Aldus ov’won Godefroy: en
heylige vaandels vergamelde hy zyne
v’stroyde gezellen.
Elfte Zang.
dv.
En d’ oude Erotimus op den oever
‚an de Po gebooren, stelde zijn kunst
tot zyne behoudnis te werk: (die alle
gebruck, en alle kracht van kruyden
en edele wateren wel kende: ook van
de zanggoddinnen bemint; maar hy
schrep zijn v’maak in de mindre eere
van de stomme kunsten: zijn zorg alleen
was de swakke liehamen den dood te
ontrükken en kon noch de namen on-
sterffeljjk maaken. (Tyl. dasu die poe-
tische Behandlung Helden Godes Len-
ncp 2, 15).
Fehlt.
hem
schoot noch 200 veel van’t daglicht op,
dat het den ov’winnaar naar de nv
v’loste stad, en naar de heylige herberge
van Christus gelevde: en de blocdire
wapenrok noch niet abgeleyd hebbende,
komt de Veldheer met de andern ov°-
sten in den tempel: en hv hangt «daar
zyne wapens op, en bid daar heyliglijk
het groote graf aan, en voldaet zijne
belofte.
Eynde.
In Übereinstimmung mit G. Kulff, Tijdschrift voor nl. taal- en letter-
kunde 14, 17—19, aber von Ihm unabhängig, sche ich in der vorliegenden
Prosaübersetsing von Tussos Gerusalemme liherata jenes Werk Tondels, auf
das sich die Anspielung seines Freundes Oudaen (Lennep 12, 95 —96 V. 345 .)
bexieht: Breng Flakkus, voer Virgie, neem Na>o tot bewys; En Tasso, die
men wacht dat eens ten grave uitivs. Auch dafür, dass die Is. nie zum Drucke
kam, findet Kalff wohl den rechten Grund: dem Dichter Vondel konnte eine
Prosaübersetzung nur als Vorbereitung und Grundlage su dem Plane einer
172 IV. Oxrorp
Übertragung in yebundener Rede gelten. Dageyen ist die Oxforder Hs. schwerlich
mit der bei Lennep 4,421 (Unyer, Bibliographie 8.225; Kalff a. a. O. 5.19) an-
geführten identisch, da diese 1764 an einen gewissen Dubois verkauft wurde,
D’Orville aber schon 1751 gestorben war.
Leider liess sich die Frage, ob unsere Hs. als Autograph Vondels zu be-
trachten sei, nicht mit Sicherheit entscheiden; mir wenigstens ist aus einer Ver-
gleichung mit den Lenneps Ausgabe beigegebenen Fuecsimilibus darüber keine
Klarheit geworden, und auch Herr Dr. Kalff, dem ich eine photographische
Nachbildung einzelner Strophen einsandte, verhält sich zweifelnd.
F. CopicEs CANONICIANI.
Die Bibliothek des Jesuiten M. Luigi Canoniei (geboren 1727, T 1805
oder 1806) wurde 1817 von der Bodleiana en bloe um den Preis von £ 5444
angekauft. Die Zahl der lss. beläuft sich auf ungefähr 2045. sie zerfallen
in folgende Klassen:
1. Codices graeci (128 Voll), s. Cataloyus codieum mstorum bibliothecar
Bodleianae pars 111, (odiees graecos et latinos Canonieianos complectens ab H.
O. Core (1854) S.1--108. 11. Auctores classici latint (311 Voll.), ebenda 109 —
248; darunter als Nr.50 ein Virgil aus dem x. Jh. u. Biblia sacra (93 Voll.),
ebenda 249— 280; darunter als Nr. 60 ein Ervangeliencoder vom Jahre 1178,
nach S. Maria et Paneratins in Ranshofen gehörig. ıv. Seriptores ecelesiastiei
(232 Voll.), ebenda 2831 — 436. v. Codices miscellanei (576 Voll.), ebenda 437 — 872.
v1. Mss. Canoniei liturgica (ce. 250 Voll), hauptsächlich Horarien, Breviarien,
Missalien. Davon existiert noch kein Catalog. vr. Mss. Canoniei italien (299 Voll.):
Cataloyo dei manoseritti italiani che sotto la denominazione di Codici Cano-
nicianı taliei si conservano nella biblioteca Bodletana a Orford, compilato dal
conte „Alessandro Mortara, Orford 1864 (Vorwort von Dr. H. Wellesley). vırı. Mss.
Canoniei orientalia (135 Foll.), besonders hebrärische Hss. auf Pergament, be-
schrieben von Dr. Ad. Neubauer im Catalogue of the hebrew mss. in the Bod-
leum library (1886).
Die zwei unten beschriebenen Hss. yehören in die Klasse v.
172.
Alise. 278. Perg. und Pap. xv. Jh. 162 Blätter, nach handschriftlicher
Zählung 176, da 15 leere (2 nach 3, 11 nach 4, je eins nach 83 und 100)
milyexählt, dagegen Bl. 4 übersprungen ist. 20 X 13,5. Vier ursprünglich ge-
trennte Hss. vereinigt unter hellgelbem Schweinslederdechel,
1. Bl. 1—4 (1—16 alt). Pap. 16 Blätter. ‚Jüngster Bestandteil des Codex.
1a Alte Bibliotheksnummer 173. Summartsche Inhaltsangabe des ganzen
(oder und (von anderer Iland) sein Datum: Ms. ser. 1467e®,
Jtinerarien: a) 2* Dit is den wecg va brughe te venege duer duytsland —
171 -—- 172 173
(duer alle dese stede vn dorpe moet m@ gaen heer dat m& te venege maeg come
1468. 2b) 3% Dit es den wecg van venege te Rome waert. 1468.
4*r Notizen über das hl. Land, geschrieben 1470.
ı1. Bl. 5—83 (17—96 alt). Perg. Von einer Hand zu 25 Zeilen geschrie-
ben. Rote Initialen, immer zu Anfang einer jeden Strophe, doch die erste (7*)
blau und blassrot auf Goldgrund; rot durehstrichene Anfangsbuchstaben der
Verse. Lagen zu 8 Blil., hezeichnet durch das Anfangswort der nächsten am
Schlusse und von jüngerer Hand durch al. a2. a3. a&..... pl. p2—pti.
Lateinische Übertragung von Maerlants Wapene Martijn
(3 Bücher) durch Johannes Bukelare, mit beigefügtem Originaltext.
52 Überschrift (blassrot): Incipit Wapen martin teuthonice translatus latine
a Johanne bukelare pbrö editus Sluse obnixius rogante m£ros ut si quid in hoc
opusculo deuiauerit vl min’ bene ordiauerit sibi benigniter sit indultü. prolog’.
5% Me (delectat scribere
Martinü metro prosa ®
Cum merlandino libere
Prolixitas exosa
Flagret hec retliorica
Spirans ut rubens rosa
Contempni gramaticä
Venustate formosa.
7 Strophen; dem Texte Serrure’s gegenüber (s. unten) in der Reihenfolge
m. 1. ım—vrund1* (Quo qua ubi die et unde —) mit Recht zum Prologe ge-
AUGEN.
Anfang des Gedichtes: Waphene martin hoe salt gaen.
Lat.: Heu martine mihi fare.
Strophe 25 lat. des 1. Buches fehlt (Raum freigelassen) vollständig, der
6. mangelt eine Zeile. Buch ı reicht — A7b, ın — 61%, ım — 82,
Schluss: 82° Amen iacob lieue ghezelle ,
Mi dijnke dat ic di ze’e quelle
Doch hadde iex grooten noot
Als ic dit lese ende spelle
Mach icker bi leren als iet u°telle
Mijn gheloue al bloot
Daer ic by scuwen mach die helle
32° Up dat ie my daertoe v’snelle
Te doene dat go geboet
Ende die de doot wrac va abelle
Bringhe ons ter hogher celle
Dat es in abrahams scoot
Na dese corte (loot.
174 IV. OxrorD
Lat.: Aheu iacob merlandin’
Diceris ego martinus
Te minus molestaui
Hoc legendo sun diuins
Non a fide peregrinus
Indulge si erraui
Supplex oro tis vieinus
Ne condepner iä supinus
Hoc qui translataui
Ex quo rithmus fit latino
Seil suscipiat nos sinus
Abrahe quo«l rogaui
(In gloria suam!)
Ame do suaui
Modulo prestäte sua vi.
Explicit. Deo gras.
Der Maerlantsche Text herausgegeben von E. Verwijs, Jacob van Maerlant's
Wapene Martijn met de vervolgen, Leyden 1857; die lateinische Übertragung,
nach dem einzig bekannten Codex der Stadtbibliothek zu Bergen, durch C. P.
Serrure, Jacob van Maerlants drie boeken van den Wapene Martin in het la-
tin vertaeld door Jan Bukelare, Gent 1355 (Abdruck aus dem Vaderl. Museum
1, 116 ff); über die reichhaltige Martijn-Litteratur rgl. ausserdem L. Petit, Bi-
bliographie der middelnederlandsche taul- en leiterkunde (Leiden 1838) 5. 101—
105. Eine neue Ausgabe wird vorbereitet von den Proff. Verdam und Franck,
wofür die vorliegende Is. collationiert wurde.
838 Lateinischer (isiotanus.
Cisio janus epy’ vendicat
oc ponti mar an
Prisca fab ag vincenti pau po
nobile lumen
— 83b Loy Jdecem nyco con ccp
et alma lucia
Sanctso ab inde thomas
mo«lo nat steph. io pu thome sil.
ııı. Bl. SI—114 (97—128 alt). Pap. Datiert 1467. Auf und zwischen
Linien zu 28 Zeilen geschrieben. Rote Initialen, Aufangsbuchstaben der Verse
rot durehstriehen und ron 101 ab heransyerückt. Lagen zu 10 und 12 DU.
Wasserzeichen: ein Auker.
342 Des distiques de (Caton (Jehan Le Fövre), altfrx.
Darunter 99% die Notiz: Dit boeck hoert toe Jan van hersuelt toe brugghe
int eronuneghent hof.
— — -
172 175
Vgl. Paul Meyer, Bulletin de la societe des aneiens terles francais 1877,
5.38 f., wo die Ms. mit Rücksicht auf ihren französischen. Inhalt kurz be-
schrieben ist.
1008 Mariengebet, altfrx.
OÖ dulce vierge plaisant et coye —
Et en la fin confession Amen (20 Zeilen).
100* (s. oben) leer bis auf 2 Zeilen (rot):
OÖ menschen wilt dit lesen
Op dat ghy heliche ende zalich moghet wese,
die sich offenbar auf das folgende Stück beziehen:
101° Dülactisches Gedicht auf den Tod.
O mensche oft ghy docht ende wist den tyt — 1048 (s. Anhang).
1046 Reimsprüche, Kärchenwätern, Philosophen, Propheten ete. in den
Mund gelegt. j
Anfang: Boetius seit.
Alre wijsheijt fondament
Es dat men gode mint ende kent
Daer (lie dwasen niet up en roucken
Die haer ydele glorie soucken.
Vryedanc.
1076 Ic hebbe goet tenes niet mijn
Och god wes mach dat zijn
Het en staet niet meer in mijn ghebollt
Dan ic verteere ende gheue om golt.
110® Vele ghejaghet ende niet ghevanghe
Vele ghehoort ende niet verstanden
Vele ghesien ende hiet te merken
Dat zijn alle verlooren werken.
Über Freidank im mnl. vgl. Handelingen der maatschappy der nl. letter-
kunde 1885, 3—56, 1886, 185—281, und Tijdschrift voor nl. taal- en letter-
kunde 5 (1885), 310330.
Schluss 110b: Nota bene.
In mijn lyden will ie verblijden
Ende mijn ghebare oft in my gheen lijden enware.
Über die Litteratur der Rimspreuken vgl. die Zusammenstellung bei Petit,
Bibliographie S. 151—154.
111® Ein anderes didactisches Gedicht auf den Tod.
Ic wil leuen ende ie moet sterus (s. Anhang).
111b ABC-Verse: Aen siet wanen ghy commen syt
Besiet hoe cort es hier den tijt efe.
Vgl. Mone, Übersicht S. 281 Nr. 400. Der Schluss weicht ab.
176 IV. OxrFrorn
112* Aur:e Prosastücke geistlichen Inhalts.
Anfang: Meester «du leeres my vremde consten maer leert my: Dat ie
ghedoochsam werde --- Schluss 114% mit den Versen (vorher ein Trartat von
den 7% Dingen, die ein Mensch beobachten. soll):
O menschen: Och nv meret wat ghy verliest
Die tijdelie goet voor euwich kiest
Want alst comt int sceeden
Zo en heeft hy gheen van beden
Ende jeghen die doot en es gheen seilt
Elc leue also hy steruen wilt.
Darunter (dieselbe Hand, rot): Dit was ghescereuen int Jaer ons heere 1467
den 17.2 (dach van februarius. bit voor haer die dit heeft ghesereuen. RB me
S. R.
ıv. Bl. 115—162 (129 —176 alt). Perg. Zweispaltig zwischen Linien yge-
schrieben. Raum für Initialen freigelassen. Lagen zu 8 Bl. Am Schlusse
unvollständig.
Anstandslehre für Knaben (Prosn), altfrz.-mıl.
1153 [O] benoite [0] ghebenedide
sante tnite helgh drievuldicheit
pere et filz vater ende zone
Et saint esperit Ende heligh Geest
Qui estes vng Die ziet, en
en deite in der godheit
Aides moy a ce helpt my te dien
Que jay entrep's dat ic hebbe ödernome.
Schluss 162 Comme plus Soe hy meer
est il riche - Rijke es
plus il mendie z0 meer hij claecht
Ta chose doivs dden dine zuls (bricht ab).
Zur Geschichte: die Notiz auf 99® (s. oben) und die Ikinerarien in ı
machen es höchst wahrscheinlich, dass die Hs. zu Brügge entstanden ist.
173.
Mise. 318. Pap. xvır. Jh. 267 Blätter. 20,2x15,4, durchaus von einer
Hand in gefälliger, feiner Schrift. Lagen su S Bl. Einband wie Nr. 172.
(rebetbuch.
1° Titel: Allerlai schene gebet wider mererlai anligen vnd anfechtungen
des Teüfels vnnd seines Fürstenthümss der weldt ıc. Belehrungen über die
rechte Art zu beten, Auslegung des Paternoster, zahlreiche Prosagebete. Darun-
ter folgende in Reimen: 14% O Gott vatter im Hegsten Tron —
Sei globt vnnd Preist in ewigheit (12 Zeilen).
7 e;
1
172 — 173 17°
Auschliessend: O Gott vatter in Ewigkteit
Siech an mein Jamer vnd Herzeleidt —
Sei in ewigkheit gelobt vnd gepreist (22 Zeilen).
36% Lehr vnd Erinnerung im Creitz.
Das f in Jesu Christi Hannd
Bedeit im F der Christen Stannd —
Inn all Vier Ennd der gannzen Erdt.
Anschliessend 37%: Trost vnnd Vermanung im Creitz.
Darunb soll kein Christ im F verzagen
Dan Christus selbst das 7 hilfft tragen —
382 Das Oberst Orth hoffnung erhelt
Der Querbalckhe die Lieb darstellt.
79». 81b. 32a, 82b, 83° Prosayebete mit gereimntem Schluss.
84b Ein Annders; Das 56 (Vmb Gottes Hilf an Lesten Endt).
OÖ herre Got in meiner Noth —
Wollest du mier geben | das ewig Leben (3 sechszeilige Str.).
Warkernagel, KL. 4 Nr. 398.
Anschliessend: Ein Annders 57 (Umb hilff in Angst vnnd Noth).
Hilff Helffer Hilff in Angst vnd Noth —
Hilf helffer hilf drauf sprech ich Amen (3 vierzeilige Str.).
A.a. 0. Nr. 345. |
Anschliessend S5® Ein Annders 58 (Umb hilff in der Sterb Stundt).
Ach Herr sey du mein Zuversicht —
Das ich bey dir Leb ewiglich | Amen | (5 v.erzeilige Str. und 1
sechszeilige).
86° Ein Annders 59 (Trost der Menschwerdung des Sohnes Gottes).
Ich armer Sünder gar nichts bin
Allein Gottes Sohn ist mein gewinn —
Dich lob vnnd Preise ewiglich. Amen (9 Ferspaare).
4. a. O. Nr. 258.
S6P Ein Annders 60 (Umb erröttung vorm ewigen Todt).
Herr Jesu Christ du Treuer Hort —
Die weert vüd bleibet in ewigkheit. Amen.
A. a. O0. 5 Ar. 457.
87a Ein Annders 61 (Umb gl. Hilf zum selligen sterben vnd frelichen
auferstehung zum ewigen Leben).
Herr Jesu Christ war Mensch vnd Gott —
Bis wir enntschlaffen selliglich Amen (48 Zeilen).
A. a. O. Ar. 1593.
88° Ein Annders 62.
Herr Jesu Christ in deine Henndt
Deutsche Has. in England 1. 23
178 IV. Oxrorv
Befelch ich an mein Letzten Enndt —
Das du O.Gott mir gnädig bist. Amen (14 Zeilen).
88b Ein Annders 63.
O Jesu Gottes Lämmelein —
Dich O herr Goth in ewigkheit. Amen (6 vierzeilige Str.).
A. a. OÖ. Nr. 458.
898 Ein Annders 64.
Hie lige Ich Armes würmelein —
In alle Ewigkeit Amen.
A. a. O. Nr. 459.
89b Ein Annders 65.
Ach Gott wie manches Hertzeleydt —
O mein Haillandt wehr ich bey dir (12 sechszeilige Str.).
A. a. O. Nr. 121.
93b Ein Annders 69 (Von freit vnd Leydt vber der Lesten zuekunfft Christi).
Der letzte Tag schier komen wierd —
Khomb wen du wilt, Ich bin bereit (17 dreizeilige Str.).
A. a. O. Nr. 71.
96h. 978 wieder Prosagebete mit Reimschluss.
982 Ein gantz Lehrhaffter.... Bericht warumb Gott seinen lieben Chri-
sten das Creitz zuschickt.
141* Ein kurtzer Einfeltiger Bericht vom Heilligen Abentmall — 207.
G. CopicEs FrAanNcIıscı Douce.
Francis Douce hinterliess (F 1834) seine Bücher- und Handschriftensamm-
lung der Bodleiana, seine Privateorrespondenz ete. dem British Museum; letztere
soll nach seiner Bestimmung bis zum 1. Januar 1900 versiegelt bleiben. Die
Zahl der Hss. beläuft sich auf 393 (daxu 98 Urkunden), die der gedruckten
Bücher auf 17000. Die Hss.-Sammlung ist ausnehmend reich an Werken der
altfranzösischen Litteratur ; durch die Pracht und künstlerische Vollendung ihrer
Ausführung aber ragen hervor: der sogenannte Psalter Charlemagne's (1x. Jh.
auf Purpur-Pergament), die Horae für die Herzogin Leonora Gonxaga, Maria
de Mediei und B. Sforza, Gattin Sigismunds 1. von Polen. Verzeichnis: Ca-
talogue of the printed books and manuseripts bequeathed to the Bodleian library
by Francis Douce Esq. 1840.
174.
44. Pap. xv. Jh. 204 Blätter und 2 Perg.-Oustoden. 14x 9,8, von 2 Hän-
den geschrieben, deren zweite von 196® ab arbeitete. Zeilenzahl verschieden.
Rote und blaue Initialen, rote Überschriften. Lagen zu 8 Bll., doch zühlt die
vorletzie nur 4. Alter Lederband.
173 — 175 179
Das Buch geistlicher Gnaden der Mathilde von Hackeborn.
1° Überschrift: Dit is dat (Rasur) boeck van Mechteldis reuelatie ende is
hoe god die siele noedet mit sinre minnen.
Anfang: Op enen saterdach doe men memorie ende ghedenckenisse van
onser vrouwen dede begheerden dese deerne xpi hoer te louen.
Die Offenbarungen reichen bis 58%; dann folgt ein Capitel: Van den name
van desen bocc eü van sijnre ratscap. Christus gibt ihm den Namen: dat
boec der gheesteliker gracien. Darauf 58? Dat is dat derde boee [1 und 2
sind vorher nicht erwähnt] van dat vingherlijn mit seuen stenen ghetijert. Fol-
gen 59—179 wieder Offenbarungen, dann einzelnes über Mathildens Leben
(doch ohne Daten). |
Schluss: 2035 Ende wilste hebben dat loen der martelar& Soe moetste ver-
winnen die becoringhe des duuels amen.
S. W. Preger, Geschichte der deutschen Mystik 1, 79 f. 116 f.; nd. in der
Arnswaltschen Sammlung, vgl. Jahrbuch des Vereins f. nd. Sprachforschung 10,
12 Nr. 3138. |
Zur Geschichte: auf der 2. Custode: Dit boec hoert tot... besloten suste-
ren bi onser vrouwen in deın wijngaerte utrecht.
15."
221. Pap. xvı./xvır. Jh. 234 Blätter. 15xX19,5. Einzelne Seiten mit
Bilder- oder Wappenschmuck. (foldgepresster brauner Lederband, im Medaillon
in Goldschrift: Theodora van Wassenaer en Dvvenvoerden.
Album amicorum.
Der Name der auf dem Deckel genannten Besitzerin findet sich wieder (in
Goldfarbe) auf Bl. 60%; daselbst auch: Vive Teodora et son seruiteur. A.V.S.
Als erste Einzeichner (1°) nennen sich: 1599 Dieus quen vertu, Margueret
de Eulenborg. 1599 Ie le regrette, Cornelia Contesse de Lothringen (?).
Es sind durchweg Adelige, die sich hier in französischer, niederländischer,
deutscher und lateinischer Zunge verewigt haben. Bald beschränken sıe sich auf
kurze Einträge, wie: gek wyl hopen en troren nyet, want al myn geluck an
godt stet. Godt ys myn trost Margryeta van Voerst, oder Schoen wer Ich
gern, Das bin ich leider nicht. From bin ich, das hilffet mir nicht. Golt hulffe
wich, das habe ich nicht. Herman von Daell, bald schreiben sie Chansons,
Sonette, Refereinen ein. Hin und wieder Mischpoesie, so 143® die Chanson:
Coeur endormy reueille vous
een lief heb jek wtvercoren
elle a les yeusx rauis et dousx
elek mach dit wel aenhooren
ayan le regard tant gratieusx
sye is seer reijn van wesen
180 | IV. Oxrorp
de bonne grace et coeur joyeux
eerbaer jn al haer wesen ete. (3 Str.).
Ein ähnliches Beispiel sowie einzelne Volksliedaufzeichnungen s. im Anhang.
Zur Geschichte: 1785 gehörte die Hs. Gustavus Brander (1%); dann Ca-
rolus Combe MD, der sie an Douce schenkte.
176.
367. Pap. xv. Jh. (1459). cuxxx Blätter handschriftlicher Zihlung und
1*—7*. 181*-—195*. 40,5 x 29,5, zwerspaltig (die Spalte von Linien umrahmt)
von einer Hand zu 52 Zeilen geschrieben. Dlaue und rote, auch blau-role reich
verzierte Initialen. Lagen zw ‘12 BU, durch Anfangsworte am Schluss be-
zeichnet. Wasserzeichen: Wage in einem Kreise eingeschlossen. Reicher Ori-
gtinaleinband, rotbraunes Leder mit fein ausgeführten männlichen und weiblichen
Figuren, Metallbeschlägen an den Ecken und Resten von Schliessen.
Excerpta Cronicarum, ein versampnung lusperlicher sachen, tat und ge-
schichten gezogen aus vil Cronicken }).
1*—6* Register, nach den funnf Altern geordnet. 7* leer.
ı%? Dye vorrede ditz Buchs. Wann nunn fruchtper nutz vnd lobliche ist
dye tatt vnd zeytüg altter geschicht vnd Regirer..... zu wyssen.... vnd
doch «des yn lateinischer schrifft vnd ‘sprach nicht genuglich vernemend sind
Darumb ... haben ettliche.... furgenomen vnd vnderstanden .... tatt vnd ge-
schicht von den zeiten Romischer bebste vnd keyser.....inn diss deütsch buch
zu zichen..... vnd ist geniachet worden des jars.... von Christi..... gepurt
1459 des tags Mercury der funfften Nonas July der do was der xı tag des-
selben monats.
Anfang: ı® Der almechtig ewig got aus der grossen miltigkeit seiner gute
Das erste Alter — vınıb, das zweite — xx, dus dritte —- cr®, das vierte
— CXXX®, das fünfte — 188*.
Letztes Capitel: Wye sich ptholomeus gegen Julio dem Kayser satzte vnd
verdarbe. Darnach zohe der kayser Julius durch Sirian vnd kam gein Alle-
xandria — So haben wir derselben merern zale yn diser Cronicken .... nach-
geuolgt vnd die gesetze vnmd damit besliessen vnd ennden wir das erste tayle
vnd puch dieser Cronieken Gebend lobe ere und dannk dem aller höchsten In
ewigkeytt Amen.
Dus ganze Werk wnfasste «also mindestens 2 Bände. Das erhaltene nähert
sich stark den Ilistorienbibeln.
189*—191* leer. 192* Alphabetisches Register der Numen und Örtlieh-
keiten. 195* Stammbanın der Kinder Noahs. 197* leer.
ı) Als Quellen werden genannt: Speculum historiale des Vincentius Bellovacen-
sis, die Chronik des Martinus Polonus, Titus Livius, Chronik des Bruder Hermann
» Gigas, genannt Flores teınporum etc,
175 — 177 181
177.
381, ein Grossfolioband, auf dessen einzelnen Blättern sehr geschickt Hss.-
Fragmente (zumeist lateinische, aber auch englische und französische) aufgezogen
sind. Darunter als Bl. 131): Ein Perg.-Blatt. xıv. Jh. Bezxeichnet CLXxxXxIT
(also Best einer einst umfangreiehen Hs... Noch 27,5x 20,4, zweispaltig zu
33 Zeden (die 1. Spalte nur zu 29) geschrieben. Eine verschieden farbige Ini-
tinle (zwischen zwei von ihr ausgehenden farbigen Bündern steht die erste Zeile
des Prologs), ausserdem noch 2 einfache rote und 1 blaue; rote Überschriften,
rot durchstrichene, herausgerückte Anfangsbuchstaben der Verse.
Fraymente aus einem gercimten Legendenwerke des Martün von
Thorout.
Das Bruchstück, das ich im Anhange vollständig mitteile, behandelt den
Schluss der Legende von 8. Agathen und den Anfang (nebst Prolog) der Le-
gende von S.Wernher. Über den Verfasser vgl. v. d. Meersch, Belyish Museum
3 (1839), 197 ff, wo Bruchstücke aus dem städtischen Archive zu Oudenaerde
nachgewiesen, tr Inhalt und Dichter besprochen werden. Nach der daselbst
S. 202 gegebenen Beschreibung scheint unser Bruchstück der gleichen Hs. zu
entstammen, denn abgesehen von der Zeillenzahl — hier 33 dort 33 — stimmt alles
einschliesslich der für die Blattziffern verwandten verschiedenen Tintengattung
überein. — Auch in unserm Fragmente wird (Z. 11) Eename als Entstehungs-
ort angegeben; als Zeitpunct für die Abfassung der Legende von der hl. Agathe
nennt Z. 10 das Jahr 1286: darnach würden bis zum Abschlusse des Werkes
mit der Legende von der hl. Maria Eyyptiaca (1290, vgl. a. a. O. S. 205) vier
Jahre verflossen sein. Endlich erfahren wir, dass mit Zeile 22 V. 2700 der
Dichtung anhebt: die Legende der hl. Agathe wird also nicht weit vom Anfanyge,
an zweiter, höchstens an dritter Stelle gestanden haben. Das Blatt oder, besser
gesagt, die beiden Hälften desselben haben augenscheinlich als Deckeleinlagen
gedient und sind erst nach ihrer Loslösuny mittels eines Papierstreifens zum
Schaden des Textes wieder zusammengeklebt worden.
H. Copicz:s AsHMOLEANT.
Elias Ashmole vermachte 1683 seine Hss. der Unirersität Orford. Sie
wurden bis 1560 in dem Museum Ashmoleanum aufbewahrt, in diesem Jahre
aber nach der Bodleiana überführt; ihre Zahl beträgt 1830 Voll. Heraldık, (Ge-
nealogie und Astrologie bilden ihre Hauptstärke. Eine Liste der Hss. findet sich
schon in Bernards Catalog von 1697 1, 315—357; 1845 ypublieierte W. H.
Black seinen Catalogue of the manuseripts beyweathed to the university of Ox-
ford by Elias Ashmole. Index dazu von W. D. Macray 1567.
') Bl. 76—103 Fragmente aus einem nl. Brevier (xV. Jh.) mit vorangehendem
Kalender (Monatsnamen nl.); Bl.103—105 solche aus einem nl.-lat. Gebetbuch (Xv.Jh.)
mit reichen Randverzierungen.
182 IV. OxrForRrD
178.
1291. Perg. xv. Jh. 212 Blätter. 9,7x7. Zwei in Schrift und Aus-
staltung verschiedene Hss. unter allem braunem Lederdeckel.
ı. Bl. 1—194, durchaus von einer Hand in zierlicher, kleiner Schrift. Ini-
tialen. verschiedenfarbig, meist auf Goldgrund und mit Arabesken verziert. Role
Überschriften, rot durchstriehene Buchstaben; zahlreiche Randverzierungen der
Blätter, 52 farbige Miniaturen, aber zum Teil fast erloschen.
Gebetbuch.
1® Lateinischer Kalender.
15° Horae stte crucis, Officium- sCte crucis, Missa beatae Mariae, Stabat
mater, Litania et Örationes ad sanctos ele. — 194®; aber unterbrochen von nd.
Gebeten auf Bl. 151°— 162°.
151® Gereimtes Marienyebet (dazu Bild auf 149°):
Aue morgen sterne
Troost der eristenheit ete.
151b Peters von Arberg grosse Tageweise,
Nu starke vns got in vns® not
Ik beuele my hir an din gebeth [/. geboth] ete.
1532 Prosayebelte an Maria, Gott und Christus.
1582 Zwei Ileimgebete. ,
Für die gereimten Stücke s. den Anhang.
ı. Bl. 195— 212, von einer Hand. Einfache rote Initialen. Enthält nur
lateinische Prosagebete.
I. KEINER SAMMLUNG ANGEHÖRIGE ÜODICESs.
179.
Auct. F. 1. 16. Perg. x. Jh. 418 Seiten. 32,2% 23,2, zweispaltig ge-
schrieben }).
Enthält, vorn. unvollständig, Vergils Georgica und Aeneis, zwischen beiden
Serrius zu Bucolica und Georgiea, Commentar eines Anonymus zu Vergil und
Varia glosemata; den Schluss des Ganzen bildet der Commentur des Servius
zur deneis.
Es ist der Codex Rottendorphianus tertius des Heinsius (Auetionscatalog
tom. 11 9.65 Nr. 15). Den lange verschollenen fand F. Madan 187% in der Bod-
leiana auf und veröffentlichte seine zahlreichen ahd. Glossen im Journal of
philology 10, 92—109. Sie wurden wieder aufgenommen in den 2. Bd. der
Ahd. Glossen S. 716—19. 724 f. 725—27; vyl. auch Z. f. d. A. 23, 260.
1) S. ausführliche Beschreibung in F. Madans Summary catalogue Nr. 8856,
der aber erst in Aushängebogen vorliegt.
178 -- 180 183
180.
Lat. mise. e. 2 [alt Bernard 6 resp. 23]. Perg. xıs. Jh. 105 Blätter.
21,8 x 14. Rote Initialen und Überschriften. Alter brauner Lederband.
Medicinische Tractate, lat.
2® Johannicii liber isagogarum, 8b Anathomia, 13° liber urinarum a voce
Theophili (xvı. Jh), 20° Asfrismorum Ypocratis, 27® Pronostica Hypocratis,
32® p. [= pulsuum?] Philareti, 35° Techne Galeni philosophi, 56 de dietis
universalibus oder Ysaac de dietis universalibus.
Auf Bl. 19%, dann auf 53°. 54* hat eine Hand des frühen xıv. Jh. Re-
cepte in nd. Sprache eingetragen: |
19 Past'nake is gut d’ wrave alse si des kindes genesen is. Nim des
crudes ein bundel &ä salus°" (!) also wil. suht bit wat’e harde an bade se an
waterbade. so si ut get so gif ire drinke warm. dit do tin dage. Of dat wif
rasende wirt. so roke si bit de cud erude. Of di mä erstummet so sut d& pa-
st’nak@ an wat’e vn gif siuen dage drinke. h’ sprecket.
Golda is gut to spile (= spilde) so m& wiscet pulu® si an wirp si an dat
water so wile wise (l. wile wisce = visc) ire bitet h* snewet. allet dat blint
wirt gebore dat w® (!) sende of mä it ime giue nutte. gif it droge wn nat.
Gamädrea is gut den warlosen meschen, of mä sin nuttet. suht si. mit
starke wine of mit eteke. an drinket dicke vn dua dig dar mide it gudt.
Sigilata is gut deme dat blut weret an de lide nal (l. mal?) pulu® mitte it.
Hertes tunge is gut d’e di uuorme of di d’me so we dot. dat he nuet ne
mag slapen. Drinke dit erut mit nue gesodene® bire. di worme st’wen. dat nim
dikke.
Samwort is gut deme di clenen worme an den buke wasset. pulu°® un it
it so wo du mag.
Basilea is gut de di luttel worm an dat lif cumet slapede. suht di worte
bit wat’e. vn lat it colen. vn menget mit morate ah mit eteke so gif ime drinke
di worm sterwet vn weret wä ime. ÖOc is si gut deme dropegen möschen. nutte
dat sap mit pepe ah mit wine ah drink. strice an di stat dar di drope is he
geneset alto hant.
Of tu dat antlitte wile scone make. Nim wiroc an mastix an stot it mit
eteke an stric ah din worehowet. it wittet. so der tribulo (tribuls?) dat witte mal
mit wat’e dunne ah dua dar mide. du scone*®.
Grensine is gut de wrawd di to wile d® mine geret pulu* en wü gif ire
nuhte so geh’met si. Solis (!) is gut to möslik& dinge di mit wrow& nich mag
gewesen. Nim des wrsmes (!) gemete ah pulu® bit honegei ä bit wine gemeget
so nimet d’ mä h’ geneset.
53b Di wile scriue nim biuenelle Rute yserenhart stot dat to samene maket
to drinke mit vine (54°) un drinkg it auedes vi morgens. it v*driuet dat blot
van den ougen. Tu (!) deme rude an den Rossen. Nim Alas (!) birn to aschin
184 IV. Öxrorp
make louge. dar mide bade it. it geneset. Alse de geburt ds wiuen to deme h’ten
cumet. So sal m nem biwot vi polei. agrimonien. millefoliü ah osternen. an sto-
ten al datsam ah nem dat sap. ah do dar to ein luttel wines. an do dat I einen
pot an sut dat eine wile. alse it «lan is v'wallen so salmö it wä de wre nem. vü
nem castorien vn stot to cleine pulu‘e vB spreue dat pulu? uppe dat erut. vn
sut av° dat erut. als it wal gewalle is. so lat it kole vn gif it lau drinke wilek®
wrous so dise sake wirret di du m sitt@ uppe eine stol vn lat ir di hitte ah
dat lif undene selan vn bestoppe si wol alumbe so cumet ire (bricht ab; eine
Zeile weggeschnitten).
181.
Add. A. 92 [alt Add. ı1. C. 12]. Pap. xvı. Jh. 20 Blätter. 14,4 x 10,5,
einspaltig mit roter Tinte geschrieben zu 15—16 Zeilen. Lagen: die 1. zu S,
die 2. und 3. zu je 6 Bi. NModerner Einband.
Deutsche Sprüchwörter (Autograph M. Luthers).
Anfang 1°: Art gehet vber kunst.
Da steckts sagitta perfecta iacta.
Schluss 17®: Was nicht dein ist das las ligen
Was dich nicht brent das lissche nicht.
Bl. 18— 20 leer.
Die kleine Ils. befindet sich in einem Carlton; es liegen bei: 1) ein Folobl.,
Bescheinigung ihrer Echtheit durch den Magister Wilhelm Beeter Dr. phil.
(18. März 1862); 2) eine solche (24. März 1862) durch Dr. August Hahn, *
Generalsuperintendent der Prorinz Schlesien und Professor der Theol.; 3) ein
Grossfolioblatt mit einer (nicht vollständigen) Abschrift der Sprüchwörter
(xvim Jh); 4) der die Ilandschrift betreffende Ausschnitt aus dem Antiquar-
catalog von H. Skutsch in Breslau, von dem die Bodleitana die Is. 1565 um
£ 065 kaufte. — Ein photographisches Faesimie der Hs. ist Add. A. 92*.
182.
Germ. b. 1—2. Zwei Grossfoliobände, auf deren einzelnen sehr starken
Papierblättern 21 deutsche Urkunden aus den Jahren 1331—1470 sehr kunst-
voll aufgezogen sind. An mehreren befinden sich noch die Siegel. Sie be-
ziehen sich sämmtlich auf Gmünd und haben entweder Schenkungen von
Grundbesitz oder von Geld an kirchliche und öffentliche Institute (Pfarrkirche,
Hospital ete.) oder Privatabmuchungen (Häuserverkauf ete) zum Iihalte. In
Nr. 4 yeloben Prior und Conwent des Augustinerklosters zu Gmünd für die
Seele Johanns von Rechberg in Büttringen, der eine Geldspende an das Kloster
gemarht hat, zu beten; Nr. 20 ist von Sigmund, Erzherzog von Österreich,
für die Stadt Storchach in Schwaben ausgestellt. Kein Stück ist von besonderem
Interesse. — Angekauft 1357 für 13 Sh.
180 --- 184 185
183.
Germ. d. 1. Fragmente zweier Ass. unter modernem braunem Papierdeckel ;
in Goldschrift auf dem Rücken: MS. Germ. d. 1. 15% cent. Fragment».
I. Bl. 1—4. Perg. Ausgehendes xv. Jh. 29,7 x 22,2 (doch Bl. 1 und 2
nur 18,5 resp. 17,5), zweispaltig auf und zwischen Linien, der Text der zwei-
ten Spalte ist auf Bl. 1 und 2 durch Beschneiden geschädigt. Raum. für eine
Initiale auf 4* freigelassen, einzelne grosse mit der Feder verzierte Buchstaben.
Es sind 2 zusammengehörige Doppelblätter einer Laye, die wahrscheinlich früher
zu Buchumschlägen benutzt waren.
Heiligenleben.
12 (Legende von S. Nieolaus): An das lant do sant Nicola» wont do
gingen sie in die kirchen vnd waren gar fro — 42 (Sp. 1) do ward sein vater
gar fro vnd danckten paid got vnd sant Nicolaus. Darauf (Anfang der Le-
gende von S. Ambrosius) [S]ant ambrosius der lieb heilge der legt allen seinen
fleiß doran das er gotes lop volpracht — 4P(Sp.2) wie sie in zu nicht prechte
vnd kome auch wer (bricht ab).
ı1. Zwei auf allen Seiten beschnittene Blütter. Perg. xv. Jh. 19,3 x 17,2
und 19,3X19. Die Vorderseiten von ziemlich gut gezeichneten und bemalten
Büdern eingenommen: das erste 1% stellt den Raub der Ilelena dar und trägt
die Überschrift: Wie Paris vnd sein gesellen mit grossem schall in den tempel
kumen vnd vahen ma[n] vnd frawen auch das gut € // vnd paris vnderwindt
sich helenen gar zuchtiglich vnd bringen daz zu den schiffen. Das zweite (2®)
zeigt Achilles zum delphischen Apollo flehend; am Altar der IIohepriester (pon-
tifex), Achilles’ Begleiter in Ilintergrund. Überschrift: Wie die kunig auß
kriechen nach dem als sy alle besamnet waren Achillen schickten in die in-
selen delphos zu «dem aptgot apollo vmb zu erfaren ob sy fur Troien ziehä
solte vnd wie es in würd[e] ergeen.
Aus Gurdos de Colonna Iistoria destructionis Troine: vgl.
Strassburger Druck v. J. 1486, fol. 24° (Sp. 2) — 25" (Sp. 2), fol. 29° (Sp. 2)
— 30" (Sp. 1).
1P .. querere quod magis se prebeat nobis acceptunı. Dico gsi lauda-
bile uobis apparet — 2b Neq; eni maiores nre assueta(!) fuert allg’d (bricht ab).
184.
Germ. g. 1. Perg. xv. Jh. (1495). 91 Blätter und die leeren Papierbll.
1*—3*. 92*—94*, 12,4X 8,8, von einer Hand zu 22 Zeilen schön geschrie-
ben. Zumeist farbige Initialen auf Goldgrund mit Arabesken; wenige einfach
rot oder blau, rote Überschriften; mehrmals fein ausgeführte Randverzierungen,
auf 67b ein Merienbild, dessen Furben gelitten haben. Lagen zu 8 Bil. Mo-
derner roter Lederband.
Gebetbuch.
Deutsche Hass. in England I. 24
186 IV. Oxrorp
1b Mondiafeln und astronomische Berechnungen.
32 deutscher Kalender (zum 29. Januar und 27. Juli S. Karl, Keyser)
mit deutschen Monalsnamen: Haerdmoent, spurkille maent, meirtzs m. aprille m.
meymoent. brac m. heu m. aust m. euen m. slaich m. aduent m.
122 Dit synt die gezyde van den hilghen cruce.
182 8 Pater noster, gefolgt 20° von xv. pater noster van den lyden ons
he’n ihesu xpristi. 265 Item ....seuen ynige in deuote Pater noster mit vır
gebeder van den Iyden ons lieuen he’n ihu xpi.
542 Gebete während der Messe.
70b Gebete zu Maria und ein Rosenkranz. Anschliessend:
802 eyn exempel. Item men leyst van den roesenkrans eyn exempel. van
eynen preyster dat he up eyne zeyt saich in den geyste wye onse leyff vrauwe
maria die moeder goitzs geeirt wart mit dyssen roesenkräs dye ere gesprochen
worden up erden. ynde saich ouch wanne die sproecken aue maria. soe nyegden
eyr alle hemelsche heer. Ynde so nam sy die rosen van den Aue m inde
maichde dae van eynen Rosenkrans. Ynde wanne der rosenkrans volmaicht
was. so sat sy den vp eyr heufft. ynde danket den de in maichget. Ynde dis
preister saich ouch dat sy in dat boich des ewigen leuen worden gesat. Dar
zu help maria connynckyne der hemelen. alle den ghenen die dich eren mit
dessen rosenkräs off mit anderen goüden gebedere dye marien behegelich synt
Ame.
Geschreuen is dis rosenkrans vp der setien sleiffer daich 1495 zcer eren
goitz ih maryen synre leyffer moeder. Yn behoeff Marien beestoltzs her ma-
thys bestoltzs docht® dem god benaede. Ynde eebedghenoes des vroemen raetz-
mans Johan müntens burger der keyserlycher heufft stat: Aachen ıcC.
81#® Die 5 bedroeffenysse Mariens, ihre 7 Worte unter dem Kreutze und
die seuen vreuden die onse leyff vrauwe up erden hadde wilche vreuden ouch
geleirt worden van der seluer cönynekynnen marien deme hilgen busschoff synt
Thomas van cantuarien.
86° Gebete zu den Wunden Christi.
Zur Geschichte: 94% Conseriptus est iste liber sub expensis probi et ho-
nesti viri Johänis müten !) consulis regie urbis aquisgrani. ac dilecte consortis
sue marie beestoltzs in maritali thoro coniux Idiuidua et legittie perpetua anno
qui se voluit post ptum dne müdi atque rigine (!) celi: Milesimus quadringen-
tesimus nonagesimus qultus a frI theoderico clocker (s. Phil. Nr. 538) sacer-
dote dnö deo militante sub habitu et canolca professione regularium in capitali
opido tocius gallie. qd est sedes Ivnetiols romanorum regü imperanciü xpI civitati‘
per uniu’sü orbem. Laus deo semper. Die Hs. wurde 1889 von der Bodleiana
1) Derselbe, der in der OÖ.xforder Hs. Auct. F. 4. 20 sich nennt (Horatii de arte
“poetica explicit felicit’. Finitur p me Johann®@ de Munti die 18. Aprilis 1463)?
184 137
beim Verkaufe der Bibliothek Sir Robert Harry Inglis’ (F 1855) at Sotheby’s
erworben.
Wie sich erwarten lässt, ist auch die Zahl der deutschen und nl. Prosa-
gebelbücher und Breviarien, von denen sich einzelne durch ihren Bilderschmuck
hervortun, keine unbeträchtliche. Ich habe mir angemerkt: 1) Mareschall Nr. 123.
125.128. 2) Rawlinson Liturgie f.8. f.8* (Lucy claes ijsbrants wijf in hoern,
Brevier, xv. Jh.). f. 38. E. 9*. g. 4. 3) D’Orville Auet. x. 1. 6. Auct. x. 1.
24 und 25. 4) Douce 248. 6) Liturgie misc. 37 (xvı. Jh.). 47. 175. 217
(darin auch eine Predigt auf den Text: dat broet dat ic geuen sal om der
werlt leu& dat is mijn vleische und S. Augustins hantboec). Ferner enthalten
die Mss. Arch. Selden supra 82 und 83 (Pap. xvı. Jh., das zweite datiert 1590)
deutsche Werke über die Kunst Geomancia. Über einige mhd. Verse in H. 3.
15 des Merton College zu Oxford endlich vgl. Z. f. d. A. 38, 21.
Yy.
WIGAN.
BIBLIOTHECA LINDESIANA.
Den Grund zu dieser hervorragenden Privatbibliothek, deren Schätze in
Haiyh-Hall bei Wigan (Lancashire), einem Landsitze des Earl of Crawford,
aufbewahrt werden, legte David Lindsay, der erste Earl of Balcarres (F 1641).
Indessen hat sich von seinen Büchern nur eine sehr geringe Zahl erhalten: die
Bibliothek verdankt vielmehr ihren Reichtum dem unermüdlichen Eifer und
der keine Opfer scheuenden Sammelfreude des jetzigen, auf litterarischem Ge-
biete selbst tätigen Earl of Crawford und seines verstorbenen Vaters. Heute lie-
gen in Haigh-Hall gegen 4000 Hss. und 60000 gedruckte Bücher, ganz abge-
schen von einzelnen Specialsammlungen, welche Authographen, päbstliche Bullen
und Ablässe, Staatsproclamationen, Einblattdrucke (besonders English broudside
ballads) u.a. m. begreifen. Unter den IIss. nehmen an. Zahl, vielleicht ebenso an
innerem Werte die orientalischen den ersten Platz ein, wenngleich auch die
europäischen manchen durch Alter und Schönheit hervorragenden Vertreter auf-
zuweisen haben‘). — Ein Catalog der Uss. wird von dem jetzigen Bibliothekar,
Mr. J. Edmond, vorbereitet.
ı) Aus der Zahl der lat. Hss. habe ich mir notiert: Lat.7. Lectionar (beginnend
mit Weihnacht) des x. Jh. mit zahlreichen, schr merkwürdigen Illustrationen und
der Dedication (Bl. 12):
Virgo maria tuus. Hunc librum dat tibi seruus
Abbas Ruoftus Prumiensis nomine dictus.
Respice reddentem tibi iureq; vota uouentem
Tu pia placatum. Faciasq; Tuum sibi natum.
Ruofertus (Ruotfridus) ist der 10. Abt des Klosters Prüm und starb im Jahre 046,
s. Gallia christiana xıu, 595 D.
Bl. 10—2d enthält eine Schenkungsurkunde über ein Reinhard de Rumerisheim
gehöriges Allodium an S. Maria in Prüm. Unter den Zeugen (Wolfrämo abbate
adstante d. h. Wolframnus de Bettinga T 1103, a. a. O. 596 D) Waltero de Her-
lingesdorf, Vizone de Budenisheim etc. Ortsnamen: Michelinbach, Weferisheirde, Wi-
uclesdal, Adelhelta, \Winecheburne, Smedebaneuede, Vdenhelta, Hedelenbusch etec.
185 189
185.
Lat. 105. Perg. xuı. Jh. 186 Blätter. 27,2%x19,6. Verschiedenfarbige,
mit Tiergestalten reich verzierte Initialen; Bl. 6—13 enthalten ausschliesslich
34 in einem etwas rohen Stile ausgeführte Illustrationen, Scenen aus dem Le-
ben Christi von seiner Geburt bis zur Himmelfahrt darstellend. Von Bl.14 ab
Lagen zu 12 Biü., am Schluss eine von 6 Bll., der aber jetzt das lelxte fehlt.
’orangeht: DI. 1—2 ein Doypelblatt, gefolyt von 3 Bll., den Resten einer Lage
von 6 Bll., und endlich zweimal je 4 zusammengeheftete Einzelblätter (die Bild-
lagen)!). Alter Holzdeckel mit rotem Lederberug; 2 wohl erhaltene Schliessen
in Vogelgestalt.
Bl. 1—2; von einer schönen, klaren Hand des beginnenden xıv. Jh. in
je 2 Spalten zu 36 Zeilen auf Linien und zwischen Linien beschrieben. Ab-
wechselnd blaue und rote Initialen, rote Überschriften.
Übersetzungen Bedascher Tractale und eine kleine Receptsammlung; ge-
naueres darüber und Abdruck der Stücke selbst unten im Anhang.
‚Anfang 1° (rot): Hie merke wie sich dv! iar erziehen an allen dingen
vmb v'bel oder gvt.
Schluss 2b (Sp. 2): vn trinke es es (!) also warmes. es hilfet.
Bl. 3—5 Kalender; doch unrvollstündig, da mit den 3 ersten Blättern (s.
oben) die Monate Januar bis Juni fehlen. Scheint von derselben Hand wie die
Lat. 15. Cypriani epistolae et opuscula (auf der letzten Seite: Orate pro
Bartolomeo Abbate), vım. Jh.
Lat. 94. Hymni latini, x.|xı. Jh.
Lat. 97. Evanygelia latina mit der Buchmarke des Grafen Wartenberg, Bi-
schofs von Regensburg, und dem Eintrage (Xv1.Jh.?) auf Bl. 1: Hoc Evangeliorum
Codice usus fuit S. Anscarius dum esset in vivis et multis exinde saeculis in Ecclesia
Bremensi veluti sacer asservatus est; doch möchte ich das Alter des Codex nicht über
das Iunde des x. Jh. hinaufrücken.
Lat. 98. Evangelia latina, X.|XI. Jh., mit den fein ausgeführten Bildern
der Irvangelisten geschmückt; gehörte 1314 nach S. Maria in Walbeck (Statut aus
diesem Jahre von Ludolfus dei grä Decanus totius Walbicen’s ecc’e ausgestellt Bl.10).
Lat. 101. Vita S. Columbani, x. Jh.
Mit Ausnahme von Lat. 7 stammen sämmtliche Hss. aus der Auction der Bi-
bliothek Bateman’s (Mai 1893), der seinerseits die Nrn. 15. 94. 98. 101 beim Ver-
kauf der Hss. Libris erworben hatte (s. Auctionscatalog 13859 Nr. 298. 217. 358. 269).
Ich erwähne noch Lat. 27. Perg. xıv. Jh. fol. Speculum humanae salva-
tionis in Versen seines früheren Besitzers wegen: Volprecht von Schwalbach, Statt-
halter der Boley Franck&, Commöthur zu Elling& vn Nürmberg, Teutsch Ordens (Buch-
marke).
!) Wie die Bildblätter machen auch die vorangehenden Bil. 1—5 den Eindruck
ursprünglicher Zugehörigkeit zum Codex; sie werden bei Herstellung des Psalteriums
leer gelassen worden sein, um kalendarischen Aufzeichnungen zu dienen. Diesem
Zwecke wurde, wenn auch erst spüt, Rechnung getragen.
190 V. Wiıcan
vorangehenden Stücke herzurühren; lateinisch, doch die Nacht- und Taglänge
immer deutsch, x. B. zum Juli: (rot) Dv! nacht hat vıı stvnde. d’ tag XViI
stvnde.
Bl. 6—13 die bereits erwähnte Bilderreihe.
Psalterium latinum.
Anfang 14%: Beatus vir qui non abiit in consilio impior — Schluss 180®
(mit dem Canticü Symeonis): Nunc dimitis (!) seruum efe.
Es folgt Pater noster; Symbolü aplor; Fides Athanasii; Letania; Preces,
abbrechend 186P: Deus qui es scor tuor splendor mirabi...
Zur Geschichte: Lord Crawford erwarb die Hs. bei der Auction der Di-
bliothek Bateman’s (at Sotheby’s, Nr. 1508). Bateman’s Buchmarke findet sich
auf der Innenseite des Deckels.
186.
German 8. Perg. xv. Jh. 14 Blätter, welche eine Lage bilden; voran gehen 2,
es folgen 6 leere Papierblätter (auch Bl. 12 ist leer). 21,7X 18,1. Zwei farbige
Initialen mit Arabesken, rot durehstrichene grosse Buchstaben, Schrift des Textes
abwechselnd schwarz und rot. Bl. 1. 28. 78 ausgenommen sind die Blätter mit
zahlreichen, curiosen Illustrationen bedeckt, oberhalb, unterhalb und seitlich
welcher der Text sich befindet. Alter Holzdeckel mit braunem gepresstem Leder-
bezug. 5 Metallknöpfe auf jeder Seite, eine Schliesse.
Kein alter Titel; doch steht auf Bl. 1% von jüngerer Hand: Vera scientia
alhimie in figuris, darauf wieder von anderer Hand: Warhaftige erkentniß der
hochsten erzeney. Von dieser Hand auch auf 1®:
Laß dich die gselln nicht betriegen
Verhaisen vil thun gwaltig liegen
Dz gelt sie hofflich aim abschwazen
Drob manncher sich im Kopf thut kratzen
Bistu gescheid behalt das dein
Ines (unleserlich) kunst ist algemein
Sche du selber zu deinen Sachen
So kanstu wol aus Bley golt machen.
Anfang des Textes 2* mit einem gereimten Prolog:
Die gewalt peynigt mich nackendes weib
Wann vnselig was mein erster leib
Vnd noch nie muter was geborn
Vntz ich zum and’n mal ward geborn
5 Do gewan ich aller krewter würtzen kraft
In aller kranchheit wart ich sighaft
Meins suns nam ich da war
Vnd kam mit ym selbander dar
13
10
20
30
40)
185 — 186 | 191
Do ich sein ward swanger
Vi gepert auf einen vnfruchtpern anger
Ich ward nıueter vnd beleib doch meyd
Vnd ward in meinem wesen angeleyt
Das mein sun mein vater ward
Als got geschickt hat wesenlicher art
Die mueter die mich hat gepert
Durch mich ward sy geborn auf diser erdt
Eins zubetrachte (!) natürliche v’wund’n
Das hat das gepirg meysterlich v’slunde
Daraus kome vier in eyn
In vnßem meysterliche stein
Va .siben in driualt bedacht
Vnd mein wesen volbracht
We’ daz bedenken kan eben
Dem ist der gewalt gegeben
Daz er alle kranckheit dut v’treybe
Aus metallen vü mensch& leibe
An gotz hilf niemät das mag gebawen
Nur der sich selbs kan «durch schawen
Aus mein’ artz (!) entspringt ein baum
Da’aus rinne zwen pläü (= phlum)
Der ein flewst gein oriet
Vnd der and’ gen occidet
Daraus adle’ flige vi ve’prinen yr gevid’
Vnd vall& plos in die erde nid’ |
5 Vn w’de die gefid’ hin wid’ gar schö
Vnd sint vnd’tenig sun vnd mon
Gott der allmochtig schopf’ gut
D’ hat alles in sein’ hut
Wem er es gibt furwar
De’ vernimbt d’ meyster sprüch gar
Das er bedenckt das kunftlich leben
Als leib sel gefugt werde eben
Das sweben in irs vat’s reich
Also halt sich die kunst auf erdreich.
Es folgen Bl. 2—6b Illustrationen, in der Hs. durch Nr. 1—ıX bezeich-
nel, mit beigegebener, %. T. gereimter Erklärung. Als Beispiel sei gewählt
Nr. vır (Bl. 5b):
Gemach; ein Greis (Hermes) hält eine Tafel mit Sonne, Mond und Pla-
192 | V. WiıGANn
neten in der Hand; rechts zwei Meister der Kunst, links Jünger. Vögel, mit
Pfeil und Bogen versehen, fliegen gegen die Decke.
Unter dem Bilde: Hermes ein vater der phi kunst bin ich genant
Manchem phi sun gar wol bekant
Darum secht die tafel recht an
Was dar jnn bezeichet sun vnd man
Die zwen planeten reygirn die kunst:
Mit hilf des meisters gunst
Vnd durch mittl yrer natur
Wirt volbracht die edl figur
Damit man all krankhet swacht
Vnd dadurch golt vnd silber macht.
Über dem Bilde (rot):. Das sind die vogl hermitas mit dem geschos yres
auf vnd nider fligeüs wirt die kunst volbracht.
Bl. 7% cin zweiter, nur in den Schlusszeilen gereimter Prolog zu der
Bilderreihe Nr. <—XvIm. =
Anfang: Platonis tochter rüft vnd schreit also | Beware mich so bewar
ich dich ete.
Schluss 7b: In des edeln goldes plum
Mit des silbers wol schmackend& rum
Von einen keuschen vater wird geborn
Der muter magtum dadurch nit verlorn
5 Und aus drey& angesicht
Ain einueltigs wesen geschicht
Von dem sich d’ rab tut rügen
Vnd in der vinstern swertz beginet zu fligen
Der einen adler dan gepyrt
10 Der eines weyssenn geuiders wirt
Aus dem ein track dah entspringt
Der sein eygen zagel verslint
In der newen stern schein
Vnd vnd (!) mit den vier roselein
15 Die andern ding sint torheyt
Ab’ diß Elixir ist die warheit €.
Es folgen die Bilder Nr. x—xvım; auf Bl. 12® noch Zeichnung eines De-
stilliervorganges, DI. 14b von spüterer Hand verschiedene kurze Einträge auf
alchimistische Processe bexüglich, endlich ein aus alehimistischen Zeichen be-
stehendes Alphabet.
187.
German 13. Pap. xvım Jh. Unpaginiert. 283,6x 23,6. Sehr schöne
186 — 189 193
Schrift und zahlreiche, wohl ausgeführte Vollbilder. Holzdeckel mit gelbem ge-
jresstem Lederbezug.
1. Titel: Hermetis Alchymia naturalis occultissima vera in transmutati:
Meta: beides des nass- Vnd troknen Weges ad lapidem Philosoph. hinterlassen
von Theobaldi Corsini, seinen Erb-Frefind und schüller Joh. Jos. Hub. Frey-
herrn v. Conrath, der es wehrend seines 283 jähr alters 4mal gearbeitet als
A? 1460 in Florens. 1508 Coblinz. 1604 Strassburg vnd 1713 Wien alle
zeit gerecht.
Dieses Werk will der Schreiber der vorliegenden Hs. ausgeliehen haben
aus genaden vnd besonderer Freindschaft gegen Ablegung des gewöhnlichen
Juramentes der Verschwigenheit vnd Verwahrung von dem unschätzbaren Ar-
eiv (l. Archiv) der sehr Berühmt vnd Hochgelehrt Philosophischen gesellschaft
deren Herrn Herrn Rosen Creuzern samt Ihren Wappen den 1. January im
Jahr 1767.
2. Trockner Weg Sebaldi Schwarzers ad Lapiden Phylosophorü, copiert
von dessen wahren Original. wie er solches dem Chürfürsten von Sachsen Au-
gusto ün nach dem Tod Christiani Electoris Ihro Kayl. Majestaet Rudolpho ır.
in Prag behändiget ete.
Der letzte (4.) Tractat handelt ausschliesslich von dem Stein der Weisen,
und will aus dem uralten Ms. eines italienischen Adepten vom. Italienischen ins
Deutsche 1767 übersetzt worden sein.
188.
German 9!). Ein Gross-Folioband (43 x 27,5) des xvı. Jh. (1565). Pap.
342 Seiten. Alter weisser goldgepresster Papierderkel.
Titel (von moderner Hand auf dem Schutzblatt): Deutsches Stamm-
buch 1565.
Die Hs. zeichnet sich sowohl durch die ausserordentlich grosse Zahl als
auch durch die feine Ausführung der Wappenbilder aus. Das erste ist das der
Blanca Maria, diuina Clementia Romanorum regina semper Augusta; es folgen
die der einzelnen Herzoginnen ete. des deutschen Reichs; zum Schluss die Wap-
pen mehrerer Graffen die sindt Friesen.
i 189.
German 14. Pap. xvnı. Jh. (1625). 50 Blätter (alte Zählung). 27,4 x 18.
Farbiges Titelblatt:
Wapen Buch dern hoch vnd wolgebornen Graffen, Freyherren, Ritteren
vnd Edlen: Welche mit dem Durchleuchtigen auch hoch vnd wolgebornen Für-
sten vnd Herrenn Leopoldo Hertzogen von Oesterreich Graffen zuo Habspurg
1) Nr. 188—191 sind ihres heraldischen Inhalts wegen hier vereinigt worden.
Deutsche Hass. in England I. 25
194 2 V, Wican
vor Sempach Anno Christi: 1386 erschlagen: Deren ettliche zuo Königsfelden
begraben: Sampt andren welchern namen von einem Edlen herren zur selbigen
zeitt verzeichnet worden: Angeborne Wapen Schiltt vnd helms Cleinoten mit
sonderer fleisiger nachforschung müy vnd arbeitt zuosam gebracht vnd Illumi-
niertt: Durch Johan Ulrich Fisch Burger der Statt Arouw: Anno Christi
1625.
Bl. 2 leer. Bl. 3 Kurtzer vnd eigentlicher Bericht. Von den Eltesten
Graffenn von Altenburg vnd Habspurg: vnd vß waß vrsachen vnd anlase:
das Witt berümbte herliche Kloster Künigsfelden : Gestifftet: vnd gebuwen:
wordenn (in Reimen).
Anfang: Allen fromen was Standts vnd wäsenn
welche diss Sehenn vnd auch Lesenn
wünsch Ich von Gott Glückselligkeit
Ewigs Leben Nach disser Zitt.
Welcher Ihm Wolt Nemen fürr
ZYV Bschriben: Gründtlich: Nach gebürr:
von Habspurg: dem Alten: Edlenn Stamen:
Von dem so hochs: geschleht: har komen:
Der Hett Matteri Vill zy Mall
Den Stamen: zv loben vberall ete.
Schluss 8: da er wird Himell: vnd die Erde:
entledigen von aller Beschwerd:
Lob: Ehr: vnd pryss: sy: Im geseidt
von Nun an Byss in Ewigkeit.
Amen: Amen: Sprächennd: alsamen:
Geben zu Arauw: durch
Hans : Ulrich : Fisch: Im Jar:
Unsers Heyls: 1624.
Bl. 9—13 werden denckwürdige Sachen vnd Antiquiteten des Klosters Kö-
nigsfelden beschrieben (nebst Abbildungen): so wird (Bl. 10) die Abschrift der
Stiftungstafel des fürstlichen Grabmals daselbst mitgeteilt.
Bl. 15 Bid: Mars klagend über die vor Sempach gefallenen Ritter;
Bl.16 Portrait Leopolds ıı., und von da ab Wappenbilder der hervorragendsien
Adeligen, die an jener Schlacht Teil nahmen.
190.
Dutch 1. Pap. xvım. Jh. 17 Blätter. 34x 26,5.
Wapen-Kaart van Regerings-Leden der Stad Gorinchem van A. 1414
tot 1752.
Stammt, wie die beiden folgenden aus der Bibliothek van Nondeloos’.
189 — 192 195
191.
Dutch 2 und 3. Zwei Quartbände (19x26) des xvır. Jh. mit dem Titel:
Naemen en Wapenen vande Regenten der huijs-sitten armen aende oude zijde
tot Amsterdam beginnende met tJaer 1440.
192.
Zwei Fragmente, welche der Earl of Crawford nebst vielen andern (zu-
meist lateinischen, wenigen englischen oder altfranzösischen) der städtischen Bi-
bliothek zu Wigan schenkte, wo sie nun, auf Bl. 80 und 32 eines Grossfolio-
bandes aufgezogen, bewahrt werden.
a) Ein Pergamentblatt des xv. Jh, nur auf einer Seite in ursprünglich
vier Spalten beschrieben. Nuch 23,3%X 30. Einzelne rote Initialen, teilweise
rote Schrift des Textes. Die Mitte der obern Blatthälfte wird von einer Zeich-
nung (ÜUnterkörper einer menschlichen Figur) eingenommen; von den Füssen
aus laufen nach rechts und links rote Striche, von denen die ersteren auf den
Text der dritten Spalte verweisen; die nach links gerichteten werden zum Te.rte
der ersten Spalte, die nun infolye Beschneidens fehlt, gehürt haben. Spuren
weisen darauf, dass das Blatt früher einem Buchdeckel eingeklebt war.
Diätregeln für die einzelnen Monate. Beginn (Sp. 2) fragmentarisch,
da eine Zeile ausgelöscht ist: oder du stirbest oder du wurst siech oder du ge-
winnest grossen sm’tzen vnd gebreste an der lebern vi lest du öch an dem
zehenten dage in dem selben monet so gewinestu gern die vallede suht —
Schluss (Sp. 4): [I]n julio so nusse alles dz d.... (Rand beschnitten; die
noch folgenden 6 Zeilen ausgelöscht oder eingerissen).
b) Ein beschnittenes Perg.-Doppelblatt des xıv. Jh. Noch 15x 12,3. Grosse,
schöne Schriftzüge; eine rote Initiale und Überschrift. Offenbar ebenfalls von
einem Buchdeckel losgelöst.
Deutsche Beichte.
1®...ten nicht entroste I sime lidene vn in sime betrubnisse — 1P vi
geduldig ben I mime lidene va I myme betrubnisze. Ouch das. 2% quamen mit
nynen ougin d..... (Rand beschnitten) tzu uele. vh tzu lange — 2b nicht
mit heilekeit also ich solde ...ı dem uirden gebote habe ich ge...
Vol. den Abdruck unten im Anhang.
%
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ANHANG.
2.
Gedicht auf einen Herzog von Braunschweig.
(22) Eyn hertzoch waz zu brunenczwich
In groissen eren vh rych
Beyde guyt vnde vö lande,
Unde stont allet yn syner hande:
Auernen, ffranckrich vn brabant,
Myssen, dorighen, sayssenlant.
Er waz gotfortich vnde wyse
Vnde von alder worden gryße
By den vyerwerf feyrtzich jaren.
Er waz milde gelich den arn,
Aller eren waz er gewann.
Er hatte eynen iungen son
Von xxı jare wyse vn frede;
Er wart starck vn rytt? guet,
In tornere” vnd in tayffelrunde
Wart er selber der beste funden,
In schimp wes er begunde zu
erste kunde der gude man
Nu geynt eme geyne strijt bekonie,
Daz hette eme vil mog& frome.
Unde waz yn alle lande& freden
Beyde yn dorffen vü in steden.
Dye lude seyten alle czijt
1) Bei dem Abdruck der folgenden Stücke war ich bestrebt, die Hss. getreu wie-
derzugeben. Ich habe daher alle Besserungsvorschläge in die Noten verwiesen; ab-
gewichen bin ich von der Überlieferung nur darin, dass ich Interpunction einführte.
4 I. Beyde von. 14 1. fruet. 18 f. wohl zu lesen: In schimp wes er be-
gunde. | Zu ernste der guet man kunde | Nu... 22 man würde adversativen
Anschluss erwarten. 24 ff. die sinnlose Zeile 198,1, ein missglückter Abschreiber-
versuch, ist zu streichen und etwa zu lesen: Dye lude seyten alle czijt | Hette er em
10
10
Su
yn ernste vff eynen nijt | Geezeuget yn
Zeile fellt.
statt sich ?
ÄNHANG
Vnde zü ersten vff yn nijt
Hette er yn ernste vff yn nijt
Geczeuget yn sulcher fromheit,
Er wart der beste rytt® dann
Der harnesch moicht getrage ain.
Dar nach uff eynen schon® dag,
Daz man den sonnö schijn sach
Weydelich yn deme trone —
Daz weder waz clare vn schoen,
Man sach berg vnd dall
Myt blum& bespreydet uberall,
Dye beume sach man blugen
Daz cruyt vsser der erden zugen —,
Der hirtzoch uber taiffel sas
Myt syne lyeben sön vnd aß
In siine hoyffe vnd danckte gode.
Myt dem qwam gereden ey bode,
Der ginck yn den sall,
Er wart enphangen wail
Vnde ylte sich vil sere.
Er geynck vur den greissen (!) here
Vnde sprach myt luder styme elär
*He’re, dusent gueder iare,
Godes hulde vnde w’ntliche ere
Gebuedet uch my he’re,
Von spanygen der edel konig rijch,
Der verlorn hayt schedelich
Lant, stede vnde burge
Vnde ist gelegen in groissen sorge.
Sehet, nu mudent in syn lande,
In czybylyen vill grande
Von babylon der soldain
Hette syn geezelt uff geslayn.
Da vor hette sich manch paulun
Der konig von arrigun.
Er hatte daz erliche vö erst begunnen.
Syn docht* waz also versonne,
sulcher fromheit |, worauf wenigstens eine
7 1. schijnen. 30 etwa wudet und Z. 32 da6 »owoö?
36 aus orlyge (orlyche)
—
—
urliuge entstellt.
34 1. ouch
2 199
Daz sij int landt vö spanig& quä
Myt eyner juffrauwe vnde mä
Dauff vnde cristenheyt;
Dye nam der konig durch edelh!
Dye iüffraue zu eynem wijbe,
Uff daz sy konigynen blijbe
Von spanigen alle ir lebe lang.
Der konig ist alt vn konig
.
ur
Vnde v’gyecht vor syne& leyde,
Abe es he nycht mocht leyde. 10
Gelegen, he’ren, daz clage hye:
Da lyget der soldain vö psye
Myt groisser maicht in ey daill,
Da lyget der konig vö portegall
Myt groisse volck, des heres crafft. 15
Myn he’re en hait nit der macht,
Daz er sich nicht gege ymä we‘.
Her vmb byet er uch, lyeber he’re,
Daz yr uch waill bereyt
Vn yme mit maicht zu stade stait, 20
Wan yr nu eyn? der beste sijt
Von cristenheit in deser czijt?.
Der hirtzoch daz erhorte,
Ffruntlich antwort uff dye wort
“Ffrunt, ich wil mich beraden. 25
Der bode sprach “mit genaden,
Me boytschaff haib ich, he’re myn,
Ich gedar hye nit löger syn’.
Der hertzoch dede eme gebä cleynode
Dye eme qwame vill eben 30
Vnde czergelt dez gelijchen.
Vnde nam vrloff ayn den he’ren
Vnde danckt ynne der groiss® eren.
Also der iüge hirtzoch bat synen vader daz er in lyeß [von] hoeff' rijten (rot).
(32) Bild, der junge Herzog in bitiender Gebürde vor seinem Vater; im 35
Hintergrunde zwei Hofleute.
21. na. 8 I. vü krang. 9 1. an? 10 3. Anders he es? 11 etwa:
Genade (vgl. Zeile 26), he’ren, daz clage ich hye. 17 streiche nicht. 21 l.eyn
der beste, vgl. S. 200, 12. 29 stelle um: cleynode gebn. 31 vorher oder dar-
nach fehlt ein Vers.
zur
10
20
td
So
30
35
200
ANHANG
(3b) Der jüge hirtzoch hatte gehort
Von dem boden alle dye wort.
Syn hertz hatte strijdes ger,
Czu dem vader sprach er
‘Myne auge in allö mynen dage
Nye strijt noch storm gesagen;
Dyesser bedde, he’re myn,
Layß mich da czu strijde hyn’.
Der vader sprach “nu lais faren,
Son, du bist noch iügk vö jaren
Und bist my eynich kynt,
Eyn daz rijchste daz man fynt.
Sulde ich din uber werden,
Ich moyst von ruwen sterben.
Slayff vn haib alle din gefoig.
Ich wil dar senden volkx genöch’.
Do sprach der iüge vü seyte
“Vader, so swere ich bij my eyde:
Vnde moyß ich nyt strijdes plege,
So sal ich rijiden vnder wege
So verre, daz ir bij uwer& jare
Von mir nit kont v’nem& zware’.
Der hirtzoch antwort yme,
Czu dem sone “daz ich v’neme
Daz du vmer wilt strijden,
So wil ich in kurtzü czijden
Ffolck mit beden vß almanien,
Da yr mit ryde sult in spang£&.
Sich, daz du wißlichä duest
Ure ere, spart schatz noch guet,
Myrckent mit rade vn syt kune
Vnd laint uch alezijt wail zu doin.
Dez antwert der iüge man
“Ich sal, he’re, abe mirs got gan.
Got güne uch der beden myn’.
Seben mule mit golde fyn
Gaff eme der vader czu v°ezere
7 etwa: Dyesser bedde gewere mich, he’re myn.
Bleyff; vgl. S. 212, 36 mit 213, 4.
duet, worauf schon ure führt.
daz yr
15 für Slayff erwartet man
27 1. entbieten (untbeden)? 29 1. Secht,
31 I. myn rade.
2 20]
Vnde yn vrber svner eren.
Ffunffhund‘t rytt® vn knecht guet,
Von vrlyge wyse vnde frut,
Gaff Yme der hirtzoch mitte,
Alle die rytt® von gute syete, 5
Vnd gab yme ezu rade bij
Vnde bat daz er gehorsam sij
Den ryttere vn de wysen- rale:
Da v6 beywö yme nüm® schade.
Dyß erhorte die eristenheit, 10
Manich he’re da waz bereyt
Uff deser reyBe na spanige wert,
Do hin «der iüge hirtzoch begert
(Czu reyßen in daz spägner lant
Da quä zu syner hant). 15
Do nam er vrloff' ain de valder,
Do er hatte syn volk zu gader.
(48) Nneh zweitägigen Marsche auf Land- und Wasserwegen ist man den
Feinden nahe. Der junge Herzog heisst die Seinen rasten und entwirft einen
listigen Anschlag zur Überrumpelung des Gegners, denn: 20
“Es synt doch heyden vnd honde,
Herumb ist nit schande noch sunde
Daz mirs mit Iysten lagen,
Wie wir yn mogen schaden’,
Wagen, deren verborgene Ladung in vollgerüsteten Rittern bestehen solle, möge 25
man bis auf eine halbe Meile aus feindliche Lager heranfahren. Doten, der
heidnischen Sprache mächtig, hätlen zu erklären, dass man mit reichem Pro-
nant aus befreundeten Landen komme. Das werde die feindlichen Führer ver-
anlassen, zu ihnen hinauszureiten. (eschehe dies, so werde er (der junge IHer-
zog) mit dem Reste der Seinigen über das verlassene Lager herfallen und das- 30
selbe in Brand stecken. Sobald sie den Feuerschein bemerken, sollen die ver-
steckten Ritter und die Führer der Wayen unter dem Schlachtrufe von bru-
nenezwich auf die Heiden einhauen; der Iklfe seitens der belagerten Stüdter
könne man dann sicher sein. Der Plan erweckt allgemeine Zustimmung:
1 vrber = urbor. 6 1. Yme einen? 14 f. werden interpoliert sein. 17 das
zu dieser Scene gehörige Bild steht auf 1b: Der Herzog mit einem Hofmanne; der
Sohn, ein Schwert in der Linken, bietet die Rechte dem Vater zum Abschiede. Im
Hintergrund zwei Knappen. Über dem Haupte des Herzogs schwebt ein Wappen,
zwei s’lIberne Lroparden in rotem Felde, .
Deutsche Has. in England I. I6
202 Ä ANHANG
Sy sprachen alle samen ‘ya,
Wir enkonnent bessers nyt.
Na syne rade daz beschyet. >
Do ılye wage geladen ware,
7 Da furent also gude lude bij
Wail gegen hundert rytt’n frij,
(4b) Vnder kedelen gewapent wail.
Sy furent bergh und dall
So lange tzijt, az si vSnamen
10 Daz sy bij dye heyden qwame
Vf eyn® halben milen na.
Den heyden santen sy boden da
Dye hevdensch spraich kunde
Vnde enboden ynne mit de müde
15 Daß sy ub heydensche we'n kome,
So vill ezu schaden vü czu frome,
“Daz uch moicht behage wail.
Dye konig vnde amerall
Uff den ezelten mule sayssen,
20 Alles leydes sy vergaissen,
Sy reden in syden eleyden dar.
Daz hetten si) v'nomen vor.
Dye Bein (!) rede alle vmbe
Dve rechte wege vü dye crüme.
wr
Der junge hirtzoch mit gewelt
Der heyden walte vn geczelt
Dye dede hey byrne lustelich,
Er ryeff' “neffe brunnenezwich’,
Vud dye bij yine waren
30 Die strytten an daz lebä zwaren:
Myt stechä vA mit sw’ten hauen
Man moicht wüder schauen.
Dye funcken stoba vnd brante.
Do (az dye karchlude erkäte,
35 Sy machte sich der kedel quijt
Vnd ginge hauwen nit grosse nijt
4 darnach scheint ein Vers zu fehlen. 15 vielleicht: Ez viele.....; möglich,
dass auch nach diesem Vers eine Lücke anzunehmen ist. 17 !. moicht uch.
22 si) d. Ah. der junge Ilerzoy und seine Ritter; die Ergänzung vorwar liegt
nahe, ist aber nicht unbedingt nötig. 23 1. reden.
2 203
Uff konIg vn vff ämerall
Vnde fingen ezu dem selben mail
Woill funffezich der meisten he’re
(Sal ich bleben doyt mit eren).
Dyß horten dye von bynnen
Vnde sagent vsß der ezynnen.
Cristen baner sich da funden
Vnde helm uff dye heubde gebunden
Vnde bruneezwich rueffe daer.
Man dede dye clocken uffebare
Czu sturm luden yn der stat;
Manich rytt? uff rossen saß,
Uff henxsten vn uff perden.
Sij qwams uß mit geberden
Czu helffen de vö bruneezwich.
Ee sich dye heyden gewape konilec,
Do waren =y mit groissen wonden
(5°) Von den eristen vnd persven,
Daz sy alle begunde flehe.
Da beleyff manich heyden doyt
Man fingk da manchen segelovt
Vnd furten al ezu hande
Czu ezybilien vil grande,
Do sij in gefenckniß sayssen,
Sanflt gehalden, suß vmaissen.
Der iüge hirtzoch qwam
In dye kämer, da er vernanı
Den konig von spange rijch.
Er knewet vur yme wirdeclich
Vnde boyt yme syne «linst sere.
Do hoyff en uff dye groiß here,
Er sprach “got hait «lich he’ gesant
Um behalten spaniger lant,
Daz wil ich dir geben ezu lone
Myne konigliche crone.
Der jüge sprach ‘got lone uch, he’re,
3 meisten = hoisten. “sy für sich? 15 durnuch fehlt ein Vers. li hier
folgt auf 5% das den Kampf darstellende Bild mit der roten Überschrift: Also die
cristen den heyden vil wonden slugen Ee sy sich gewapenten vn ir vil doit verleiff
(l. verbleiff). 18 vnd persyen terderbt. 21T segelos. 34 1. Des.
Io
20
30
204
t
“..
-
10
15
20
30
ANHANG
Abe got wil, ich dez nyt engere,
Vn wisset daz mich schatz noch guet
In dem lande nyt rijden doyt.
Daz ich, he’re, byn komen,
Daz waz uch ezu ere vn czu fromen,
Abe ich uch kunde getroiste icht.
Konent ir eruß (!), es ist geschicht
Uwer ere uff desen dagh.
“Dez uch got woil lonen mach?
“Er gijt den loff, der sege ist sijn‘,
Der konig sprach “uff die trawe mijn,
Werestu ey egel vo himelrich,
So vellet dyr din rede wißlieh.
Der itige hirtzoch nyt ain Yme Ivet,
Ee er von dem konlge schiet,
Er gewan weder alle sin sloß,
Stede, burge, eleyne vnd groiß
Dve den heyden da beuore ware.
Do der konig geweldich
Weder saß yn syn rijeh
Geeronet in syn° magestayt,
Do enboyt er syn& rayt
Vnde de jüge von brunentzwich,
Der bij fine quam framelich.
Der konig sprach "vil Iyvebn kint,
Wan vr so houelich synt,
Daz du nyt enwolt dye erone
Von spanige «dye du schone
Erwone hette (sy waz verlorn,
Von recht waz sy dir aim erkore),
So byt ich dich vor dese he’ren
Durch got vnd dinB selben "eren,
Nym «ye gefange, sy sint din,
Es we’ anders dve schande nıyn,
Vnd sullet ir nycht vo mir entfan.
Ameral, konig vnd soldain,
Dve gebe ich alle in dyne hant.
14 I. nyt enlyet. Vgl. die zahlreichen Belege bei Kraus, Deutsche Gedichte des
XI Jh. S. 13% f.
15 darnach ist ein Vers ausgefallen. 27 auffallend ist der
häufige Wechsel der Person in der Anrede, vgl, S. 200, 24 ff.
2
Dye synt vil besser dä spangerlant:
Nochtan ist is vil zu cleine, frint,
Zu gebn noch de ir haint verdient”.
Der iüge antwert snellich
“He’re, got von hemelrich
Moysse uch lone der groissen cere
(6°) Vnd dye gyflt vö so groisse h’re
Vnd dye gefangen die ir mir geft,
Wan nu kein he’re uff erde lefft,
Dye gyfft dye we’ eme guit genoch.
Und sy sint woil my gefug.
Es ist hude ey hoger dagh,
Uff yr wolt sy daz ich mach
Myt vns gain in den sal”.
Der konig sprach “mir liebet wol,
Waz yr myt yn duet daz ist gedan,
Sy synt uwer sunder wayn?.
Der jüge dede dye he’re holen,
Man gaff vn wasser zu de molen,
Man aß da frolich vn drang,
Der hoff waz groiß vnd lang.
Do dye hoichezijt wa’t errytten
Unde wart gedain mit hubscha sete,
Do sprach der jüge vö bruneezwich
“Ir hevdensche h’ren semelich,
Myn he’re, der konig, der sy hy,
Hette syne edel doget fry
Vnde sijne ere ain mir gedain.
Ir alle dye hye synt gefangen
Hayt der konig mir geben:
Nu radet, wie ich wil mit uch lebn,
Wan ich nicht ain uch gere
Zu v’smehen doget noch ere.
Sy antwort& hubschelich
“Hirtzoch, mir synt heyme rych,
Vnd yr synt aller ere wert:
Nu nemöt vö vns daz ır begert
Schatz genoich vn laist vns lebn,
2 vielleicht kint, vyl. S. 204, 25; aber nl. ist vrient die
11 !. woil na.
29 1. Uch?
22 1. erleden (vorübergegangen)?
205
lautyesctzliche Form.
26 ay = syt (sitzt)?
10
15
20
30
35
206 ANHANG
Myr mogent me rycheit gebn
Dan spangerlant, weret funff.
Ffort willent mit vssere Iyue
Uwer man syn, abe yr begert
5 — Uwer name ist so hoge v’mert,
Daz mir mit er& mogen bestain —,
\Vnd «doynt, waz ir wolt han gethayn‘.
(6P) Bild [der junge Herzoy ror den 4 Gefangenen, deren einer kniet| mit
der roten Überschrift: Also der junge hirtzoch myt den gefangen rete vnd sye
lUsych yme erbodent zu dinst 2C.
(1%) Darauf schenkt ihnen der Herzoy Lelen und Freiheit gegen das Ver-
sprechen, nie mehr als Feinde Spaniens sterüchsukehren, ihm selbst aber stets
freien Durchzug in ihrem Gebiete zu erlauben. Freudig geloben sie dus; er
entlässt sie, ja begleitet sie noch ein Stück Weges. uf inständige Bitten des
15 Königs, den die Tapferkeit und Grossmut des Jinglings tief bewegt haben, eut-
schliesst er sich ein Jahr lang am Ilofe zu bleiben. Der grösste Teil des llee-
res wurd nach der Heimat gesandt, nur
Ffunffezich rytter frij
Belebn dem jüge hirtzoge bij
u Die bij yme ware zu alle stundö
In tornere vn in taiffelrunden.
Ffromheit dye ma moich schauen,
Sper ezu brechen vor den frauen.
Den iigen hirtzochn yn aller wiß
Gefvel der sig vnd der prijb.
(7’) Eyns dages ezuhant waz,
109)
Be
Do dve konlgyne sas
(teeronet, getzeret kostelich,
Der iüge hirtzoch vo bruneezwich
30 Wart geschossen zu de malen
Von frauwe vens mit evn’ straln,
Daz er beuede mit alle luden;
Dar nach qua snellich gereten
Der mynen fuer, de de eme bräde
JH Myt fuer daz \me vens sande
In eyn® myneelichen gluct.
Er wyst nyt, wye eme d’ moyt
So vnledich wa’t vo byüen.
22 2. dye moicht man. 32 1. leden.
Er gedachte “wez sal ich begyne?
Dye frauwe hait my h’tz gestoln.
Were ich syn kint vü and’s nyt,
So we’ mir czu vill geschiet
Gantzer truwe v6 syn& lijbe. 5
Dye mir den gestolen hayt
Mynenclichn ane misscdayt,
Will ich ir my lyden clagen
Ader wil ichs allen tragen ?
Ich wil yr clage — sy ist guet —- 10
Dye wile ich sus bin gemoit.
Er waz yn karme vü yn trure
Mynne lyeß hyn nyt durc.
‘Er gedaicht vort vn weder.
Czu bette yn ey kam? größ: 15
Man hatte anxst vor synen doyt.
(82) Bild |2 Ärzte vor dem Bette des kranken Herzogs; der eine betrachtet
“ den. in einer Flasche befindlichen Urin des Leidenden], dazu rot: Also (der
Junghe hirtzoch siech lach vnde man noch ertzten schickte vh =y nit anders
erk&nen moichten dan er encezundet were ıC. 20
(8b) Der koning vnd dye besten
meister von wysen lere
Dede man kome in kurtzen stunden,
_ D e@ =
Vnde sye key suycht ain yme fülde,
r
ot
Anders dan er von bynnen | =:
Vill Iydens in syn& synnen.
Eyn heydensche junffrauwe
Wainde myt der frauwen,
Der konigynen v6 spanigenlant.
Astromanya (!) waz ir bekant, 3
Sye kunde wail in st'nen sehen
Waz uff der erden solde gescheen.
Dar ging sy in eyn? naicht
Vnde laß yn der sterne maicht |
Daz der hirtzoch yn mynen 35
Gefange waz vö der konigyne.
Dez ginge dye jüffraue da er lach,
2 darnach fehlt ein Vers; ebenso einer (oder mehrere) nach 5 und 14.
21 f. vielleicht: Der konig vod dye he’ren | Die besten meister von wysen leren |
Dede man (Deden sy).... 26 ergänze: hettec.
208 ANHANG
Ffruntlich ezu yme sprach
“Vll ezarter, lieb’, edeler he’re,
Gienesent durch uwers selbs ere.
Waz ich vo syechdage mach wese,
Daz weyß ich woil, ich hä gewese
.n
2
In den planeten in daz firmament:
Venus hait uch czu gesent
Ganz myne ain myn frauwen.
Ich sage uch daz in gude truwe:
10 Sy mynt uch me wan yr sye duet.
Dar vmb hant frisch& muyt,
Verlijehet uwer söne entgein ir
Und sacht mir ezware,
Ich ensals gesagen nümer eynich wort.
en
7 Nach einigem Zögern gesteht ihr der Herzog die Wahrheit, gibt aber zu-
gleich seinen Entschluss kund, eher zu sterben, als dem guten, alten König
nit schnödem Undank: zu lohnen. Darüber sucht sie Im zu beruhigen, auf
alle Fülle werde er bald von ihrer Frau hören. Sie verfasst ein Sehreiben an
die Königin, worin sie in eindringlichen Worten die tiefe, verschwiegene Liebe
20. des Ritters schildert und ihr rät, dieselbe u erwiedern. Die Königin findet den
Brief auf ihrem Bette liegen, liest ihn und begiebt sich, nachdem sie ferneren
Tat der Dienerin eingeholt hat, an das Bett des Kranken. Da gesteht sie ihm
ihre Gegenliebe und verspricht immerwährende Treue |darwu Bild auf Ye]. Rasch
gesundet der Herzog unter ihren Tiebenden Worten; aber entschlossen, dem Rö-
25nig Treue zu wahren, nimmt er plötzlich Trlaub auf ein Jahr, um in das
Land der Heiden, seiner ehemaligen Gefangenen, su stechen. Wohl empfangen
und von ihnen und ihren Frauen reich mit Kleinodien beschenkt, hilft er ihnen
nun seinerseits gegen räuberische Horden, die für unbesiegbar galten. (irosse
Beute und viele Gefangene macht er; aber- alles sendet er nebst Briefen an die
30 Königin von Spanien, die, von Liebe und Sehnsucht nach dem Helden ver-
zehrt, nun selbst schwer erkrankt.
(102) Do der hirtzoch hat gemacht freden
Von den reubere in alle steden,
Er qwam ezu lande weder abe
35 Vnde kerte byn vo der heydeschaft.
Dez dye heyden waret blijde.
Er ging in kurtzer czijte
Do er dye konigynen sach
4 I. Waz ie. 5 2. han gelesen. 12 f. ursprünglicher Reim: hare : teware;
I. syane 36 heyden] gemeint sind wohl die räuberischen Horden.
2
Dye syech uff’ yrr& bette lach.
Er fragede, wie es yr stunde bij.
Sij sprach °hirtzoch frij,
Wult yr, es sal wail vmb mich sijn.
Auch mogät ir mir ey st’ben gebi.
Er sprach “fraue, alle my leben
(10P) Will ich doyn noch uwere begere,
Daz layß ich nyt vmb nyemant.
Sy sprach “wilt ir daz ich leben,
Ir sult mir louen vnde geben
Dez uwer truwee ezu eyn& pand,
Daz yr myt mir vsser lande
Uch sult eyn cezijt verlyessen,
Ader ich wil den doyt erkyesen’.
Er sprach “fraue, durch edelheyt
Sehet ain uwer hubscheyt.
Sy sprach “sagent dar gege nyt,
Ich wil daz my wil geschiet.
Ir sult den koninck doyn verstain
Daz uch bryeff synt kome sayn,
Daz uwer vader sij gestorben,
Vnde rytt® vnd knecht hät erworben
Daz sy vö uch uwer lehen allevne
Entphange willent grois vü cleyn.
Wan yr moist zu lande in ezijten,
Dan sult ir czu sent iacob rijden
— Dye stat ist vnsser eygen —,
In der h’eberg& myn ..... (?)
Sult yr rijden vn belijben da;
Ich sal uch sycher rijden na’.
Der hirtzoch sprach “fraue my,
Waz yr wilt daz sal sijn.
Er qwam czum koning da
Vnde sprach Yme mit wo’t& czu,
Als yn nu dye fraue hyeß.
In Gnaden entlässt ihn der König, nachdem er noch einmal vergeblich
4 darnach fehlt ein Vers.
20 l.ain(=an).
8 l. daz en layß ich mir vmb nyemant weren?
23 l. irlehen. 28 vielleicht: In der h’eberg& myn gebeyten |
Sult yr. rijdet vü belijbet da; auch rijden etc. als 2. P. Pl. wäre möglich: Weinhold
8 369. 33 f. I. do :: zo.
Deutsche Has. in England 1.
97
..
Bee |
10
LO
ja |
30
910 ANHANG
versucht hat, ihn zur ‚Annahme der Krone zu bewegen. Der junge Fürst reitet
heimlich nach S. Jacob. Am nächsten Tage bittet auch die Königin ihren Ge-
mahl um Erlaubnis, eine gelobte Reise dorthin antreten zu dürfen: davon er-
hoffe sie Genesung. Der König befiehlt, schleunigst alle Vorbereitungen zur
5 Reise zu treffen |Bild auf 118: Zwei Pferde werden für die Königin und ihre
rertraute Dienerin rorgeführt|. Marschall und Hofmeister nebst zahlreichem
(iefolge begleiten sie. In der Nähe von S. Jacob hält man in einer waldigen
Gegend an einem Flusse Rast. Nur von einer Dienerin begleitet entschwindet
die Köniyin unter dem Vorwande rines Spa:ierrittes bald den Augen ihres Ge-
10 folges. Als der Abend herankommt, ohne dass sie zurückgekehrt ist, wird der
Marschall unruhig nnd lässt nach ihr suchen. Man findet zwar die Dienerin,
die das Pferd ihrer Frau hält, von der Königin selbst aber keine Spur. Endlich
stösst man am Flussufer auf den Mantel der Fürstin und sieht im Sande ihre
Fussspuren: da man glaubt, sie sei ertrunken, erhebt sich grosser Jammer.
15 Man kehrt nach Serilla zurück: vorauseilende Boten überbringen die schmerz-
hche Kunde dem König, der glänzende Trauerfeierlichkeiten anordnet. Die Tot-
yeglaubte ist aber Dank ihrer List inzwischen nach S. Jucob gekommen und
hat durch eimen Boten den IHersoy zu sieh bescheiden lassen. Nach einem
hastigen Mahle eilt er zu ihr:
20 Bynen der ezijt waz er gegain
Czu der frauwe vo spanigelant
Vnde nam sy heylieh mit der hät,
Daz es nyemant vernam.
Bynent der porte hey mit ir quä,
IC
“>
Do sy dye gantz nacht behuyt
Blijben yn eyner herberge guet,
In freuden sunder vnkuesscheyt,
Also gelieben mit erlichevt.
Bald wird der junge Fürst von seinen Dienern vermisst und, als sie keine
30 Spner von Ihm finden, für tot gehalten. Die Kunde bringen sie seinem greisen
Vater nach Braunschweig. Indessen hat sich der Herzog mit der (Geliebten
nach Venedig begeben, wo ste wohl ein Jahr lang in ungestörtem Glücke leben.
(13°) Ez waz yn eyme schon& somer.
Der hirtzoch sprach “mir ezwey
35 Willent spelen faren vber see,
Ist uch genuchlich, fraue fyı?.
Sij sprach “he’re, ich bin gemuyt
Czu done waz uch Jduncket guyt”.
Sij reden ezelden pde sachte,
36 darnach wird ein Vers fehlen.
2 211
Suß warent yr gedaichte
Und mynenclichh ezu samen.
Do 5ij czu dem wasser qwame
Vnde qwame ayn dye sewen,
Da sagent sij eyn linde stain,
Dye GZwyge grune as eyn wölder:
Dar satten sy yr perde vnder
Vnde sayssent durch dye kulde neder
Want heyß vn dorre waz daz wed®.
Er lach myt d& heubet bloyß
Ffruntlichn in der frauen schoiß
Unde seyte ‘vill ezarte frauwee,
Myt rechte ich nach uch trag& ruwe,
Daz ich uch ye vß spang& leyte
Vnd ich mich dar czu ye bereyte.
Ir warent recht konygynne,
Man dede recht na uwere syne.
Hirtzoch, he’re vn greyffe rych
Dyenten uch vill herlich:
Sulche dynste synt uch nu dure.
Sıj sprach °he’re, in alle uweren
Daz moyB ich elag& mit macht:
Uch selber hain dar czu braicht,
Daz yr v‘lorn waret ey czijt,
Ir waret doch in uwer ezijt
Der beste rytt® vff erden
Ccu dem sper vi czu den swerdg;
Dez uwer name stont vil ho da,
Dez hatte my hertz lijden na.
Doch haib ich uch vor alle ding lieb’.
Von ruwen der hirtzoch da entslieff
Vil faste uff der frauwe schoiß.
Sy gedaicht “wir siin noch hynot bloyß;
Wo ich bij desem edel man
Langer blijbe, so synt wir dan
Beyde v°lorn, ferre vnde na.
Es ist guyt, daz ich yme entga.
4 |. se: st& (apocopierter Infinitiv). 8 dazu das Bild auf 12b: Der Herzoy
und die Königin sitzen neben einander auf einem Wiesenplan. 16 recht scheint
nur aus der folgenden Zeile heraufgekommen zu sein. 21 !. in alle ure (= hora,
stunde). 23 Il. hain ich. 29 darnach scheint eine Lücke zu sein,
10
15
20
3u
212 ANHANG
Ich kan woil wyreken in sijden,
Vogel beyssen vnd verblijden
Dez mesche hertz mit .. ansehen.
Er sal czu lande weder keren
5 Vnd folg& rytlicher eren.
Er sall mich suechö doin gereyde,
Wir moichten noch zu same beyde
Weder kom&@ ey czijt her na:
Es ist besser, daz ich eme entga’.
10 Do sy sas in desem gedanck,
Laicht sye yme sijn heufft sacht
In den sant sunder wee
Vnde ginck fort gege dem see.
Ir fuyßtrappen belebä in de sand.
15 Eyn kaufman ging uff de lande
Myt sijn& geselle spelen da,
Eyn schyff stund dem lande na.
Er waz vß heydensch vö baldach,
Er beydet guden windes, da er lach.
0 (14°) Bild, dazu rot: Also dye konigynne von dem hirtzogen entran vi
lyeß yn Iygen slayffen vnde czu eynem schyff quam vff dem see :c.
(14b) Die Königin bittet den Kaufmann, sie in sein Schiff zu nehmen. Er
sagt zu und geht, da sich gerade ein günstiger Fahrwind erhebt, sofort unter Segel.
Der Herzog findet sich beim Erwachen allein und sieht bald zu seinem Schrecken
25 die zum Meere führenden Fussspuren. Er befürchtet ein Unglück, will indes-
sen nichts untersucht lassen, die Verlorene wieder zu gewinnen. Ihren Zelter
schenkt er einem Armen und reitet landeinwürts. Da kommt er zu einem alten
Liitter, dem Rate seines Vaters. Er giebt sich ihm zu erkennen und hört die
Trauerbotschaft vom Tode des alten Ierzogs und vom Aufruhr im braun-
„U schweigischen Lande. Mit des Getreuen Hilfe kommt er in den Besitx seines
rüterlichen Erbes, aber unermüdlich setzt er die Nachforschungen nach der rer-
schwundenen Geliebten fort.
(15%) Do dye frauwe waz in baldach,
Der kaufmä wüneelichä sprach
30 “Ffraue oder iüffraue, wie daz sij,
Slayfft yn myn& huiße frij.
Drutzehen dage da ynnen
‘Sult ir uch v’synnen,
—
3 darnach ist wenigstens ein Vers ausgefallen. 10 f. I. gedaichte : sachte.
17 1, Syn?
2 213
Wye ir uch moicht aller best generen
Tugentlich vnd mit eren”.
Dye fraue seyt yme groiss6 däg,
Sy beleyff drutzeh& dage lang
Bij de kaufman vber see.
Er hatte ey wijff vn doicht* zwo
Dye hubsch waren vn guet.
Dye konigfnen waz frut,
Behende, vö edelen seden:
Sij lerte mit wille beten
Dye kinder da hubschlich w°k.
Dez kaufmäs wiff begüde m’k
Dez groissen he’re dez sij plach.
Eyns nachtz sij bij de kaufmä lach
‘Vnde seyte “lieber geselle mijn,
Moicht es mit dijn& wille sijn,
Wye gerne ich hilt daz liebe wijp,
Daz sij vnß’ kinder lijp
Wolde da r’geren vüi leren;
Ir leben ist wail naich eren.
Er sprach “frauwe geschwinne (?)
Ir wist wail daz ich myne,
Als mir selber ist ein schijn:
Dar vmb all& den wille din‘.
Sij danckt yme vnd hilt sy dar
Die konigyne wail drv jar
(Unde sy waz czucht meistery'ne)
Vnd mjte sy als irs selbes lijff.
In desem, als daz selich wijff
Alsus wainde bij de kauffmäne,
Starff' der konig ir guet man,
Ee keyn kint bleiff vö sijne lift.
Dez wart eyn vrluge trijbe
Tusschen ezweyer gebruder kint.
Ä (15°) Vnd vrluge ezwey jare synt.
(16°) Auf den Rat der Alten und Weisen des Landes wird der junge Her-
x0g von Braunschweig um Hilfe angegangen ; mit 1000 Pferden begiebt er sich
6 3. zwe. 10 I. bede. 11 f. ursprünglich w’ken : m'ken. 13 I. Der...
eren der? 24 1. Darvmb due. 27 offenbar interpoliert. 33 f. I. liue:[ge]driuen.
36 dazu das Bild auf 15b: Ein alter Herr erteilt vier jungen Leuten Lehren.
10
30
214 ANHANG
nach Spanien, wird als König anerkannt und stellt Ruhe und Ordnung im
Reiche her. Weithin dringt der Ruhm seines Namens. Da beschliesst unser
Kaufmann in Baldach, ein Schif mit Waaren auszurüsten und nach Spanien.
zu segeln.
(16) Sy furet vor hyspanige lant.
Vor czebylien vff «den sant
Brach ir schyff in eyn& storm:
Do scheyn manich wornm.
O1
Dye von czybilien enbynen
10 Sagen von den czyne enbyne,
Wye sye mit yrr& schiffen queme
VB dem see altzu samen.
Der kauffmä schree vnd seyte
‘O wee dem groissen leyte!
15 Gesteren waz ich rijch vö goide,
Nu bin ich vol armuyt.
Myns gudes waz ich zu lande komen
Daz hait (der meyer genomen,
Daz myr werden nyt enkar.
20 Daz erhort eyn kauffman
Der heydensche spch kunde -
Vnde sprach zu der stunde :
“Gang, kauffmä, czu vnsen h’re
Dem jungen konige,
25 Der welter eren,
Unde got man yme loue sal,
Er ist der dich erfreuwe sal’.
Das tut der Kaufmann. Er erhält von ihm cin neues, wohl ausge-
rüsteles Schiff und kehrt freudig in seine Ileimat zurück. Gern möchte er
30 dem König seine Dankbarkeit durch ein passendes Geschenk beweisen, aber
er und seine Freunde sind betreffs der Wahl eines solchen ratlos. Da bittet
die Königin um Perlen, Seide, Gold und um 25 Werkmeister, mit deren
Illfe sie gar bald sechs kunstvolle Teppiche wirkt. Ein jeder stellt eine
Srene aus ihrem Liebesleben dar: 1) Ankunft des jungen Herzogs in Spanien,
352) seine Krankheit, 3) Zusammentreffen in 8. Jacob, 4) Aufenthalt in Ve-
nedig, 5) Srene unter der Linde am Meere, 6) Fahrt der Königin auf dem
8 vielleicht Do ....... verlorn. 10 streiche enbyne. 24 f. ist als eine Zeile
zu lesen ; welter = weldet der. 26 1. Vmb got? 28 dazu das Bild auf BI. 1a:
Der Kaufmann vor dem jungen Könige knieend, mit der Überschrift: Also der
kauffman voor den itigd h’ren von brunätzwich ginck vn yme sine noyt cladege.
Schiffe des Kaufmanns.
2
Co
215
Mit diesem Geschenke führt der Kaufmann wiederum
nach Spanien und erhält die erbetene Audienz bei dem Künig |daxw bildliche
Darstellung auf 18$].
Die Tonne, in der die sechs Stücke wohl verpackt sind,
wird geöffnet, und aufs höchste erstaunt sieht der König ein Spiegelbild seines
Lebens vor sich.
Er hilt den kaufman dar enbynen
Vnde sprach “frunt, nu sage mir,
Wan diesser krame ist kome her”
Der kaufman sprach ‘lieber he’re,
Es ist dru jare oder wenich mere,
Daz ey frau& name czu mir quä
Dye ich in myn schiff nam
Vnde furte sy ezu baldach:
Dyß wergk sy hait gemacht
Myt meistere vnd genuchden.
Der konig sprach ‘vil tugenden leget
Ain daz wijff von gude syfne:
Sy ist von spanige konlgynne.
Nu swyge stille, lyeber gast,
Mach dyn schyff nu vn faste,
Ich wil mit xu he’ren dar in
Also schyff knecht becleyt sijn.
Groiffe cleyder vh waz (da czu hort
Saltu furen bynne dez schiffs bort
Unde da inne dez gelijche’.
Alsus rumede er daz spanische rijche
Vnde bestalt stede vnd lant
In sijner getruen hant
Vnde seyte, er moiste faren
Eyne bedefart vn bewaren
Vber den see, verre von dann.
Alsus fur er vber den se d® eldel (!) ma.
Do er ezu baldach waz kome ain,
Er sant czu dem kauffınan
*Ffrunt, du salt mach eynd hoff
In baldach durch eys he’ren loff,
Vnd sage, er sij frede, fe’re vö dann,
Man sulde ledigen wijf vnd man.
16 f. 3. Der konig sprach ‘vil tuchden | Leget ain....
vielleicht nur aus Z.31 hereingekommen.
34 I. seyte (sachte?).
32 vber den se ist
38 I. laden.
20
Ss)
Re |
30
216 ANHANG
Dye czu hoyff willet rijden,
Dye sal men alle v*blijden
(Ich hain geldes genoch ezu gebn)
Vnde wyr frolich leben
Vffer der taeffelen mit blindem syne:
So setz mich bij die konigyne
In myn& schyft"°k (!); ich sal machen
Al suleh ezeichen vnde sachen,
o_
wi
Sy sal werden in vns gewar.
10 Vnde vernymestu icht aldar
Daz sy werde von hertzü krüg,
So sprich ain beyden langk
Czu den h’re mit wijsen syne
“Daz ist konig vnd konlgynne,
15 Von spanige lant sin wir cz“Yey’”.
Dan saltu weder uber see
Myt mir faren fro vnd mude,
Ich sal dich machen rijch vö gude’.
Der Kaufmann kommt diesem Befehle nach. Er richtet ein glänzendes
20 Gastmahl her, zu dem die vornehmsten Herren des Landes (sultan, amirall etc.)
eingeladen werden und erscheinen. Der König aber sitzt in einfacher Schiffer-
kleidung an der Seite der wiedergefundenen Geliebten.
(19%) Do er solde wessche dye hende,
Reycht er vB ey fingerlyn
Vnde laichte daz vor ey edel man.
Dye königynen sach es ain.
Sy kante es wail da es vor ir lach;
Myt dem sy uff den konIg sach
Vnd kante yn ezu recht mit der fart.
30 Do verlor (!) sy yr krafft
Vnde viel neder in amacht.
Der konig foir uff czu stont
Vnde koste sye an yrr& mont,
Vnde name sich yn ir arme beyd.
35 Myt luder styme der kauffmä seyde
“Ir he’ren, frauen allezumail,
Soldayn, konig vnd ämerall,
Dyß ist der ko von spanig& rich
td
N |
4 eryänze: sullen. 5 3. blijdem. 15 vielleicht: synt sy czwe. 17 1. ge-
mude oder fro gemude? 23 l. hende syn. 29 vorher oder darnach fehlt ein Vers.
38 1. konig, ebenso 217, 7.
2
Der hirtzoch waz ezu bruneezwich,
Dye frauwe ist syn w°des wijff
Dye cristö dede yrre Iyff
Bij dez alden konigx ezijden‘.
Do begunde sy ezu blijden
Alle dye h’ren von groisse doin.
Ir vader der ko von arrigon,
Ime waz sijn hertz vil zu swach,
Daz er dye konigyne, sijn doicht‘,
Vnde hette ezu den geczijden.
Alle dye he’ren waren blijde
Vnde gryffen mit blijden syne
Den konig vnd konlgyne.
In eyn rijehe kamıer schone
Wart ey gespannen crone
Vnde becleyt mit rijcheyt
Als gulden pellen vnde samoyt,
Myt rijchen steyn& wail besat.
Vyertzich dage in rijeh& schyne.
Dye syn gefang® hetts gesijn
Daden yme grois volk bereyd,
Me dan funfthund‘t galeyden
Sij waren bereyt® altzu hant
Vnde furen von dem lande.
Der konIg vnde syn frauwe
Dye moicht sehen vü schauen.
Trumpen vnd arckeren (?)
Myt freuden quam& gefaren
Entgeynt cecilien grande.
Do qwamet sy uff dem lande.
Der konig bewyset vil eren
Allen den heydenschen he’ren
Vnd hoffte myt syner maicht
Vyertzich dage vnd viertzich nacht,
Myt allen de liebn frunden sijn.
Zweyn konig wurden do cristen
ID
u |
jede) |
10
15
20
td
u) |
30
6 doin = mAd. tuom (Macht, Herrschaft)? 9.1. Do, ergänze sach. 13 1.
vnd dye. 15 I. Wart yn gespannen eyn? 18 darnach ist eine grössere Lücke
anzunehmen. 27 darnach fehlen mindestens zwei Verse. 29 1. cezybi-
lien.
Deutsche Hs». in England 1. 8
20
918 ÄNHANG
Myt willen des konlges myne.
Der ey waz vader konigynne,
Von arrigon der konick rijch,
Der ander konig waz lobelich
D Geweltich koninck vö portegal.
Dye ander hey altzumail
Ffurent dannen, wye sy ware konmen.
Der konick 1yeff ezu syn& fromen
Alle syne dage in e’sten ce
10 Vnd gewan schoner sone ezweyn
Ayn dye konigYnen czart.
Der alteste son coninck wart
Naich synes vader dode
In spanigen rijeh,
..
15 Der ander wart hirtzoch vö bruneezwig,
Vnde lebten in groissen eren
Dye czweyn edel he’ren,
Myt freuden vn myt schalle.
Alsus schiedent dese dingk
20 Alle die hie vorgeschr < synt.
Dyis hait gedicht Augustijn
Ouernytz des konings bede.
Hy hayt ey ende dese rede. nu
MoyB got alle vnB sachen
to
wit
Ayn vnssem ende ezu gude machen.
Des güne vns allen samen
Dye hemelsche konigynen. Amen.
Jhesus ma’ia Johänes.
Das hier im Auszuge milyeteilte Gedicht, welches ich für Bearbeitung eines
30 niederländischen Originals (vgl. 205,2. 208,12. 211, 21. 217, 15) ansehen möchte,
scheint nur in unserer Is. überliefert; leider lässt sie so viel wie alles zu
winschen übrig. Zwar mag schon die Vorlage unseres Codex stark rerderbt
gewesen sein, sicher aber hat der Coyist, Bruder Johan von Wormsz, ihre
Fehler durch Unverstand und Sorylosigkeit noch vermehrt; öfters verrät er so-
35 yar das Bestreben, die Verse in Prosa aufsulöüsen. Bei dem fast trostlosen Zu-
stande der Überlieferung habe ich mich darauf beschränkt, nur dort zu ändern,
wo eine sichere oder mindestens sehr wahrscheinliche Emendation sich mir bot.
2 vader der. 6 I.he’ren. S I. bleyff. 10 2. czwe. 13 f. ist als eine Zeile
zu lesen. 19 f. Alsus ... . alle | Die hie vor geschreuen sin. 23 HYai:
rede | Nu....
2. 14 219
Auch die Interpunetion hatte ihre Schwierigkeiten, denen ich vielleicht nicht
überall ganz gerecht geworden bin. Die Urscche davon liegt teils wieder in
Corruptelen des Textes, teils in dem Vorhandensein grösserer Lücken, x. B.
Ss. 207, 2—6. 217, 18S—29. Verderbnisse, welehe sicher zu heilen mir nicht
So
gelang, liegen zum mindesten vor an folgenden Stellen: 8. 200, 24. 35. 202,
23. 28. 203, 18. 204, 7 f. 10. 205, 7 f. 13. 206,2 f. 212, 2 f. 213, 21—23.
214, 17 f. 215, 25. 216, 9. 217, 10. 12, 27—29.
14.
1. Proben aus dem munl. Leben Jesu. Erste Hund.
a) Mariae Besuch bei Elisabeth und ihr Lobgesang (ryl. Meijers „Ausgabe 10
Cap. 4).
22 Lucas (rot). Do stoent op maria I den «daghe eh ghiene I dat ghebirgt mit
ylighe in de stat iäde I dat hücs zacharias en groete elysabet. en it. geschach, (do
elysebet horde d@ groet marie, dat h& «dat kint hervroüwede I hore lite en elv-
sabet wart ervollet mitte hieligen gieste en reip mit groter stime en spfc: “ghe- 15
benediet is de vrächt dines bücks, en wäne komet mi dat de moder mijns
her& ko[met] to mi, want sich, alse «de stime dijns groes is ghedaen T mine
oren, so heift sich ervroewet «dat kint I mine liue. en dä bist salich dat dü
gheloüedes, want de dine de di ghesacht sijn va gode de w’de ervollef. ch
maria sp®c: “mine sele groset (!) de here en mijn ghiest hefet sich hoghe er- 2U
vroßwet I gode mine hiel, want hie heüet anghesie de oetmodighiet sinre deerne.
siet, daer vä sole mi salich sprek& alle gheslechte, want he heüet mi groet ghe-
mact I sine heilighe name en sine barh’tichiet is vä ene gheslechte in dat an-
der de de in vorte. he heüet macht ghedaen in sine arme en he hetet tostro-
wet de hoüerdighe in de ghedeken irs herte ch he heüet ontsat de gheweldighe 25
va deme stole en de oitmodighe heüet he erhoghet. he heüet de honghirighe
ghevolt mit güede en de rik& liet he ydel. he hedet ghedacht sinre barh’tichet
als ghesproke is to onsen vader abraham en sine gheslechte vä beghine. en
maria bleif mit hoer dri maende en «aerna keerde se weder in hoer hüex.
b) Wunder bei der Hochzeit ron Chana (Cap. 57). Ju
202 Johannes (rot). In d’ zijt ou° dri dage waren brälvefte I chana gu-
lilea. eh daer was de moeder ihu en xps was oce daer ghelade en sine tügere
toe der brülofte. en daer ghebrac wijns. De(!) sprac de moeder ihu toe hem
“si enhebbe net wijn® en ihs sprac “wijf wat is mi en di ghemeens? mine stüde
en is noch niet kome’. do sprae sijn moeder to den denere “wat hij v hiet (!) 35
dat doet. do stoende daer .vı. kanne de «daer gheset ware naec ghewoenhet der
ioden renüghe. der hielt eilie twe mate of dri. «do sprae ihu to den denere “vol-
Jet de kanne mit water. en si volde si vol. do. spraec ihs to he “scheppet en
breet architrielius (!) en si brachte he. do der architrielin’ shesmaket dat water
320 ANHANG
dat wijn was worde — eter (!) hie en wistes niet, mar de denere wistent de dat
water schepten —, do reip der architrielins deme brüädeghon en sprac to hem ein
ilie mnsche gheeft den beste wijn mitten cersten, en als man ghedrüken hetet,
so gheeft man dä de kranke wijn. en dü hebbest de best wijn ghehalden bis
5n®. dit dede ihs in deme beghinne sinre tek& in chana ghalilee en offenbaerde
sine ere eN sine iungher& ghelofeden an hen.
Zweite Hand. a) Aus der Bergpredigt (Cap. 35).
12% Matheus (rot). Doe ihs sach die grote scare die he uolchde, doe
ghinc hi op en& hoghen berch. doe hi gheseten was, doc riep hi te he die hı
10 woude. Doe si tot he quame coes hij ere xır wt he, dat si bliu& souden bi he
die hi apostolen hiet. Dat waren dese: symon dien hi piet? hiet eh andreas
sine broeder, iacob, zebedeus soen, en ioh’es sin& broeder, die hiet hi boanerges,
dat es kinder des donres, Philipp’, [thomaes, matheus von jüngerer Hand am
Rande] bartholomeus, iacob, alpheus sone, symon die ghenoemt is zelotes, iudas,
15 iacobs soen, ef iudas scarioth diene ufriet. Dese quam& tot ihm ei hi oploee
siin ogh& op hö en hi ondede sine mont en leerdse eh sp®e: “Salich sijn die
arme des gheests, want dat hemelrike is haer. Salich sijn die zaftmodighe,
want si sellen besitten dat eerdrike. Salich sijn die wen& want si sellen ghe-
troest werden. Salich sijn die honghert ef dorst na der gherechticheit, want si
20 sellen ghesaet w*den. Salich sijn die ontfermh‘tighe, want si sellen uinden
ontfermicheit. Salich sijn die zuuer sijin van herte, wät si sellen gode sien.
Salich sijn «die ureedsamighe, want si sellen gods kinder gheheten w*den. Salich
sijn die psecueie doghen doer die gherechticheit, want dat hemelrike is haer.
Salich sidi, als v die liede w’maledien eh haten (12b) en psecucie doen en
25 alle quaet uan v spreken en v belieghe ei v sceide uan een eh v v°witen, v
wesen eD v name uSonwaerde om des meschen sone. In die daghe sijt blide
eh uroe, want v loen is groet in hemelrike. Want alsoc hebben si den pphe-
ten ghedaen (die uoer v hebbe gheweest. Nochtan wee v, rike liede, die hier
op aerdrike hebt uwen troest. wee v, die hier w'sact sijn, want v sel ewelike
30 honghere. Wee v, die nu lacht, wät ghi sult zucht& en wene. wee v, als v die
lieden prisen v quaetheit eh v bedrieghen met haren ualsche loue. Alsoe de-
den v voeruadere hare prophet& die he pphetierden na har& wille, mer v seg
ict, die min& uriöde sijt ei mi ghehoert hebt: Ghi sijt dat zout d? aerden’.
b) Ilimmelfahrt Christi (Cap. 245).
35 60° Marcus (rot). Onlanghe daer na u’scheen ihs den xr. al daer si sate
ouer den eten ei scout haer ongheloue eü die hartheit haers h’ten, wät die
ghene die en hadden ghesien opu°’staen engheloefden h& niet. Doe sprac ihs
tot he “gaet in alle die werlt eh prediet dat ewangelie allen ereature. die ghe-
loeft ei ghedoept w°t die w°t behoude, mer die niet engheloeft die w*t w*doenit.
40 Mer den ghen& die ghelous (606) dien uolghen dese teyken: In minö name
sullen si die duuele uerdriuen, met nuwen tonghen sullen sie spreken. ER sul-
14 221
len die slanghen op nem& ende drinken haere uerghiffenisse eh en sel he niet
scaden. op die zieke sullen si haer hande legghe en si sullen ghesont werden.
Nu blijft sitten in die stat tot dat ghi aneghedaen w°t [mit am Rande von
erster Hand] der cracht uan bouen’. En ihs leetse wt bethaniam ei met sinen
opgheheuen handen ghebenedide hise. En het ghesciede, doe hise ghebenedide, 5
dat hi sceide uan hem ei wort ghenome in den hemel en sit ter rechter hant
gods. En si anebeden en keerden weder in ihrlm met groeter uruechden ei
waren alle weghe in den tempel louende en ghebenediende gode, ei si ghingen
en predicten ouer al. En onse here wrochte mede eh starcte hare woerde met
nae uolghenden teyken. Explicit. 10
2. Die den Sievers’schen Fragmenten entsprechenden Stellen.
Fragment 1° — Bl. 45 (In die dat ihs dit sp*%c, soe quä iudas die
ene hadde gheweest uande xım eh met h& ene grote [dann v ausgestrichen]
scare uolcs met lanterne eh met wapene eD met. zw’den eüi met brandö) die
ghesent ware uande uorsten der ‚meestere eh uande outst& des uoles. En diene 15
u'riet hadde he een teyken ghegheue en hadde hem gheseit “wien ic cusse dat
is hi. houte en leete wiselike. Doe ghine hi althant te ihm en space “ghegruet
sijstu meest” ei mettien trat hi uoert he te cussen. En ihs sp®c “Judas, met
cussene gheefstu des möschen sone te eruc&? urient, w’r toe bistu hier come?”
en iudas custe he. En ihs wiste al dat he te ghesciene (46%) was eh trat20
uoert efi sp*c “wien soecti? en si andw°den “ihm nazarenü’. EA ihs andw°de
“ie bin. en iudas stöt met he. doe ihs sp®e “ie bint‘, doe uloghe si achter-
waert en uielen neder ter aerde. Ihs uraechde he anderwerf “wie zoecti” eh
si sp*ken “ihm nazarenü’. Ihs andw°de “ic hebbet v gheseit dat iet bin. soecti
mi, soe laet desen wech [= dese enwech] gaen’, dat die rede v’uult w°de die 25
hi sp*e d® hi seit “die du mi ghegheus hebste uan he en is ghene u‘loren’.
Doe trade si uoert en staken hare hande an hö en hilden. (Fragment 1®) als
dat saghe sine ionghere die bi ha stonde, wat d* ghesciet was, Doe sp*ken si
°h‘e, wil wi slaen mette zw°de?” doe trac symö piet® een zwaert dat hi bi he
hadde eh sloech des biscops knecht en sloech he of sijn recht* cleyn orekijn. 30
Die name des knechts was male”. Doe sp®c ihs te piet? “dien kelce die mi die
uad® heeft ghegheue en sel ie die niet drinke? Stee dijn zweert in sine scede,
wat alle die zw’de nemen «die sullen usderue in de zw’de. En waenstu niet,
dat ic mijn uader mach bidden, dat hi mi nu sende xıı legione der enghele?
hoe soude dan die scrift v'uult w*den? wät het moet alsoe ghescien. laet v35
slaen sijn. Doe nä ihs sijn hant en roerde den ghenen sijn ore en altehant
w°t hi ghesont. In dier stonde sp®e ihs totter scare: “ghi sijt ieghe mi wtghe-
gaen met zweerde eüi met stock& om mi te uane, als of (46®) ic ware een mıor-
denaer. Ic was alle daghe met v lerende in de tepel en ghine uinghet mi
niet; mer dit is uwe stonde eü een macht deemst’nesse. Dit al d’om ghesciet, 40
dat die serift d° pphete vfuult w*de. doe liets die iongher& alle en uloghe.
222 ANHANG
Doe grep@ die knechtc der ioden en der biscope en dat uole dat d’ v’sament
was ihın eh bonden en leden te ann& die was zwagh° cayphe die biscop was
in die iare. Cayphas was die ghene die den raet gaf den ioden, dat het or-
baerlije ware, dat een mesche storue uoer al dat uolk. Eü een iongheline
5uolchde he met witte linn& ghecleet op die blote huut en si griepen en hiel-
den. eni hi liet dat witte cleet, (uloech naket uan he).
Fragment 2° = Bl. 53° (Eü die eerde beuede en die stene scoerde en
die graue onded& ef uele lichame der heyligh& die sliepen stond& op eh
ghinghe wten graue) ef u°toechden h& na sijnre opu’standenesse uele liede
10 ind® heyligh® stat. Doe stont d* bi den ceruce een edelman, centurio. doe hi
sach (die aerde beue en al dat wonder dat d* ghesciede, doe wort hi sere
u’fuaert en oec alle die met h& stonden en hoeden ihm. Eiä hi louede gode
en sp®e: “w°like dese mesche was gherecht en gods sone. En al dat uole
dat d® stont en dit wond® sach wort ueruaert en ele sloech uoer sijn h’te en
15 keerde weder ter stat waert. En alle die sine uriende hadden gheweest en
die sine contscap hadden ghehadt en wele wiue die met h& comen ware uan
galilea tot ihrlm die stonde uan u’ren en saghen toe. Ond® die stont oe«
maria magealene en maria (53®), des minders iacobs moed® eh iosephs, en
Salomee, die moed? zebedeus kind. Dese plaghe ih’m te uolghö, als hi was
20 inde lande uan galilea, eh h& te diene. Doc quame die ioden, wät het opte
uridäch was uoer paesche en uoer den daghe ter hogh® tijt, en baden pylatü,
dat me hare bene breken soude, dat si des te cer steruc souden, dat mese
wech doen mochte uoer den hogh& daghe, dat si niet en bleue hanghede ande
eruce opten dach ter feeste. Doe quame die riddere totten eerste en braken
25 he sine been en d’ na braken si den andere sine been. Doe quame si tot
ihm. doe uonden si en doot en «d’om enbraken si sine bene niet, m° een der
ridder ondede he sine zide met en& spere. te hant liep d® wt bloet eh wat“.
Die dit sach die gafs ghetuuchnesse en sine ghetuuchnesse is wr en hi weet
wel dat hi w‘r seit. d’om ghetuucht hijt, dat ghijs oee gheloeft, wät dit ghe-
30 sciede, dat die serift v®uult w°de die d® spte: “een been en sel niet ghemidert
w°den uan he’. eh een ander scrift spreeet *si sullen noch die aensien die si
dloerstaken’. Doe ten auont nakeıle, doe quä een rike man en edel die .x. rid-
dere hadde ond® he, «lie was ua armadia () en hiet ioseph (Fragment 2®) en was
een goet man eh gherecht en was ihs iongher heymelike doer die urese der
35ioden en was oce wachtede «des riken (54%) gods en en uolchde niet hare rade
noch har& daden. Dese quä tot plylatü eh badt he, dat hi hem gaue ihs lichaen.
Doe andw°rde pylat’, dat ihs te hant u’sceiden soude sijn [dieser Satz scheint
interpoliert]. Doe uraghede pylat’, of ihs «doot ware. Do he centurio seide, dat
hi doet was, doe beual hi, dat m&ö den liehaem ioseph gaue. Doe quä nyco-
40 dem’ die des nachts quä tot ihm en brochte ene mixture uan mirre en uan
aloe, des was wel hondert pont. Dese name den lichaem ihu en wonde in een
14. 25 2.23
linne eleet met dier specie als die zede es die iode te begraue. En bid® stat
dd’ ihs ghecruust was, was een hof eü in die houe was ene nuwe graf in die
dat noch nieme gheleit en was. Doe nä ioseph den lichaem en leid&e in dat
nuwe graf dat in en& steen ghehouwe was en uoer die dore des graues wen-
telde hi enen grotö steen. Doc dat ghedaen was, doe ghine hi wech. al d’ bi
zat maria mag(dalena eh een ander maria).
25.
Auslegung der Bergpredigt.
1® [verlghencliken dingen, want ie my willendes sette to wesen enen knecht
des ghenes den ic begheerlike leef hebbe. Wante alse sunte Augustijns secht, 10
leue is ene buerde der zelen de zele dreghende werwerdes !) eer de leue keert;
darvme en sal men to mala (!) nicht leef hebben dan god allene of vme god.
Mit rechte dan de arme sclich ghesecht wort de vme god al dinck versmaet,
wante he alto hant sinen heren, sinen gode een groet deel to gheuoghet is
— wes?) alle dinc der werlt is —, want so wal weıerstoet alse voerspoet of ghe- 15
lucke vn ghemeenlike al dine em ghelije denen vn helpen to dogheden. Under
ander vele dinegen de in desen sermoen ?) begrepen sin, 50 wort dar mede in
ghebracht dat pater noster welken vnse here oec to voghede almyssen vh va-
sten; want als de glose sprect: bedynege is een voghelkijn dat den hemel doer-
vaert vn heuct twe vloghele alse almyssen vn vasten. Daer vme spreket vnse 20
here eerst van der almissen vn darna van vasten vü tusche desen twen van
ghebede, want de bedinege mit desen twen alse mit twen vloghelen, een ter
vorder hant, een ter luchter hant, vp ghebort wert vn gheet in den hemel.
De begheuene mesche, al ist dat he gheen guet en heuet, dat he almissen
of gheuen mach: nochtan mach he in den herten almisse gheue de gode harde 25
bequeme sin, alse enen guden willen daer to te hebben, ofte oec vnrecht dat
em ghedaen is van gancen herten to vergheuen vn myt enen andern in sinen
wederstote van herten mede to Iyden.
Unse here leerde oec hyr van enen simpel& ogh& to hebben, dat wy in
al vnsen werken an denken sollen; wante, alse sinte Augustins secht, by den 30
oghen solle wy verstaen de menynege daer wy mcede doen dat wy doen. welke
menyege *), ist dat se guet vn recht is vh wy «lat anseen dat wy anseen sol-
len -- al vnse werke de wy in solker menycege werken de mote van node
guet wesen: welke werke vnse here dat lycham het.
Nicht en is dan an to seen wat yement doet, meer in wat me(1P)nyncge 35
dat men dat doet. verwaer, een guet werck dat ick ghedaen hebbe in guder
meninege, wat mach ic des, of yemende dat schedelie heft ghewesen, [of] my
werck in guder menynege wort verluchtet, oc wat wtgancge dattet heft? vnde
!) = warwerdes = quocumque. ?) Abhängig von gode. 3) Gemeint ist die
Berypredigt. !) Anakoluth.
224 ANHANG
ist dat dar yemende yenich guet dar af kumpt dattu in vnrechter menynege
ghedaen heuest, dat ensal dy nicht to weerden gheschreuen; wante als sunte
Augustyn spreket: de vullencomelike bekent vn vullencomelike leef heuet de
rechtuerdicheit de is alrede rechtuerdich. Al ist sake dat de mensche van bu-
5ten na sinre rechtuerdicheit mit den lichame gheen werck en werket, want de
willen de to gader gheknoft sin!) ..... de?) sin recht, ist dat de?) guet is
vt welk& wy al vnse dinege doen; mer is «de quaet, so sin se alle quaet.
Vnse here vermanede oec in desen sermoen in to ghaen dor de encge
porte vü dor den nouwen wech de to den leuen let. War af de lerer sinte
10 gregorius secht: “de wech gudes leuens en is nicht wijt mer is een encege pat,
in welken pade de mensche ghedruket wert to leuen vnder de hode der ghe-
bode. En is dat nicht een encege wech in der werlt to leuen, mer nicht van
begheerlicheit deser werlt to hebben, nemans guet to begheren, eghä guet nicht.
to beholden, lof der werlt to versmaen vn vme got laster leef to hebben, glo-
15rie to schuwen, versmaheit to volghen, smekyneke to versmaen vnde toY eren
de ghene dar men of versmaet wert, arch dat vns ghedaen is van hert& to ver-
gheuen vn [daer] to den vnbeweghelike gratie der leue in den hert& to behol-
den? welk al pade sin mer grote pade. Want wo vele se vme behodincege des
leuens encge sin in deser tijt, also vele de meer sollen se gherumet weerden in
20 der ewigher wederlonyncge. Et is ene vullencomene kunst al dese dincge to
doen vnde daer to te weten, dat he nicht en vermach van sine eghen& crach-
ten. Van desen encgen weghe secht de abt iohänea aldus in eeme epistolen:
*Laet vns seluen an denken, up dat......
Über Christi Geburt.
25 2@2... in leyde den cerst gheborenen in den vmering der werlt. so sprae
he: “vn em sollen anebeden alle de encgele godes. «de heerden quemen oee vi
anebeden en vertellede wat se van den enegele ghehoert hadden. vnde de alre
wiseste moder maria vnthelt alle de woerde de van em ghesproken woerden vh
verghaderdle se in eren herten. vnde want se de hillighen schrijf (!) ghelese
30 hadde vn wuste de propheten, so verghaderde se de dinege de dincege (!) de
van vnsen heren by eer gescheen sin myt den dinegen de se bekande beschreuen
van em in den propheten. Vnde de heerden gencegen van eer myt blysscappen
weder to eren schapen.
Bughe occ du dine knee de dus lancge ghewachtet heues vnde bede dinen
35 heren an, dar na sine mocder vn grote weerdelike den hillighen oelden Joseph.
Dar na so kusse de vote des kyndes ihesu daer liegende in der krybben vi
bidde vnser vrouwen, dat se en dy gheue of late nemen. Nyın en dan väi hol-
den tuschen dinen armen vn su leeflike an sin anghesichte vn kussene weer-
delike vn verblide daer yne truwelike. Dit machstu doen want he is ghecomen
1!) Darnach scheint eine Lücke zu sein. ?) sc. werck ; wille.
2 295
to «den süderen vm eer selicheit vn heeft Fine gheghaen myt em oetmodelike,
vn ten ersten heuet he em seluen ghegheuen to eenre spyse. Daer vme sal de
grudertyrene here em gheerne laten handelen van dy na dinen willen vi en sal
dles nicht toschriue dijnre vermetenheit mer dijnre leue; mer nochtan saltu dat
‚altijt doen myt eerweertlicheit vD myt anxste, wante he is de hillighe der hilli-
ghen. vn dar na gif em weder siner moder vn su wo sorchuoldelike, ernstlike
vn wijslike dat se ene verwart vnde soghet vi de andere denste doet. Stant
oec du vi help eer oftu machst vnde dencke stedelike in «dessen to verbliden
vn ghenoechte to hebben. Vn so vele als du machst, so sta stedelike in den
denste marien vn des kindes ihesu vn su dickewile in sijn anghesichte daer de 10
encgele begheren in to schouwene; mer dat altijt als ic hebbe ghesproken mit
eerweerdicheit vn myt anxste, vp dattu nicht van em verdreuen en weerdest,
want «du salt dy vnweerdich rekene to wesen in sulker gheselscap. Van deser
ghebort sprect de lerer sunte Augustijn aldus: “In den stalle waert he ghebo-
ren vn van sijnre moder marien wort he myt armen doeken ghewüden vnde 15
wart in de kribbe gheleghet; em en was gheen hues van ceiler ghemaket noch
gheen bedde van elpenbenen ghemaket dar maria eren schepper vü vnsen ver-
lozer hadde moghen gheberen: dar vme als een ellendich wijf vn pelleghrym
so ghebeerde se en in enen vremeden huse den heren der werlt vn bewant en
nicht in sydene lakene mer in arme, snode docke als een arm wijff vn leghede 20
en in de krybbe den se anebeilede als eren god, to hantes als se ene ghebeert
hadde.
[|
m
DS
Ö hillighe stal, o selighe krybbe, dar eristus in gheboren waert vnde de
here al der werlt in gheleghet woert! Dar weren de enegelschen moghentheiden,
vrode vrouwen [?]; dar was troestincge der engele; daer weren dusentich du- 25
sent em verblidende; daer schreyede dat kint in den stalle vn grote blijtscap
waert in den hemele. Cristo schreyde in der krybben vn van em verblidede
nochtan manichuolilicheit des hemelschen heers sinegende “Glorie sy gode in
den ou’ste vn in der eerden vrede den guetwillighen menschen‘. Vn want de
guetheit des hemels gheboren was in der eerden, so clam neder van den he- 30
mele de warachtighe vrede, vn «dar vme süegen myt blijsscappe «de encgele
“glorie sy gode in den ouersten’. De enegele verblideden em vn maria beuede
mit weerdicheit, dat se de moder godes gheworden was. De enegele verblidede
em van cristo myt zeeachtighert) sekerheit, vor wen de moder steet nıyt grote
beuen; so?) verblidet eer myt anxste, vn in blijsscappen blijft se auxstuoldich. 35
Hyr af Je lerer sunte ancelmus spreet “O myfnentlike, o wüderlike weerdicheit,
du got der vnbegrypeliker glorien en versmades nicht to weerden een versmaet
worm, du god alre ereaturen woldes als een medeknecht dy.....
1) 1. zegeachtigher. 2.80;
Deutsche Hs». in England T. 9
296 ANHANG
A.
Slatuten des deutschen Ordens.
a) BL12® (Perlbach Cap. 22). (rot) Van den dingen de to (der ridderscap
gehoret. Sint dat desse orde to der ridderscap (13%) gegen des cruces vn des
5 gelouen vienden sunderlfehen gesat is, vn manigerhande gewonheit der viende
an stridene vn an anderen dingen in manigerhande lande si, dar van och man
mote myt manigerhande wapene vn manigerhande wis den vienden wederstan,
so beuele we des beschedenheide de dar ouerste is vnder den broderen, an den
dlingen de to ridderscap gehorent, an bestien, an wapenen, an knechten, an
1O anderen dingen «de den broderen to stride geuogent vn orlouet sint, dat he myt
deme rade der wittegesten brodere des landes, dar man inne orloge heuet, oder
myt den de dar iegenwartdich sint, of man ane schaden der andere brodere
nicht mochte gebeden, iegelie deser vorgenanten dinge ordene vnde sette. Doch
sal man dat vliteliche behalden, dat man sedele vn thome vü schilde myt golde
15 oder myt suluere oder myt anderer werltlicher varwe gemalet ane notdrochte
gieht fore. Scette (!) vn schilde vi sedele solen ouerdecke nicht hebben. Sper-
vsern de geueget sint «de mogen se myt hulfte decken, dor dat se deste scar-
per sin to der viende wunde. Of «de mester oder de de de gewolt van deme
mestere hebbet bestien vi wapene oder ander dine de den (13) broderen to
20 erer nut vÄ to ener tit verligen sint, anderen luden geuen oder ligen, dat sole
de brodere den de dine verliget waren in nenege wis weder sprechen, dar vmbe
dat des gicht moge gedunken, dat se de dine alse ene egenscap willen besitten
de en to ener vrist verlegen waren. Owuer dat sette we, dat nen broder wapen
oder bestien bi namen sunderliche sole eschen. Is och, das (!) man _ etteliche
25 dine enem broder verligen heuet oder liget de eme nicht wol uogent, de sal
den ouersten de des ämeter pleget de sache (!) sines gebrechen (!) demodeliche
vn gemeteliche kunden vn sal et also beuelen siner beschedenheide, dat he dar
mede do vü late alse he wille.
b) Bl. 13b (Perlbuch Cap. 23). (rot) Dit is van der iaget. Also gedane
30 1aget alse man pleget to done myt ropene va myt hunden vn beten myt veder-
spele de en solen de brodere nieht orboren. Wante se auer in ettelichen lan-
den hebbet gut, dar vele woldes is, vi mogen och noch gewinnen, dar van se
an wiltbrede vn an huden grote nvt moghen hebben, so sin iegere orlouet, den
se doch vB och andere dur hode willen vh scherm vor bosen luden mogen
35 mede volgen. Doch en selen se nicht myt vorbedachten mode myt geschote
oder (14°) myt anderer were dor de wolde vD ouer velt varende deme wilde
na ilen. We orlouen en och, dat se wolue, losse, beren vn lewen ane iagen-
hunde (!) scaden vü se nieht dor kortewile sunder dorch gemenen vromen ver-
deruen. Vnelerwilen mogen «de brodere och uogele scheten, dor dat se sik an
40 schetene orboren vnde et deste bet geleren.
re) BI.15® (Perlbneh Cup. 28). (rot) Dat de brodere geuen solen gut belde
40. 59 221
den lude. Swar de brodere an eren wegeuerden oder gegen de viende oder to
anderen gesceffeden varende sint, de solen sik des vliten, wante se «dat techen
der myldicheit vn des ordenes an deme eruse utewentlich wisent, dat se och
den luden dat myt guden bilde [n ausradiert] der werke vü nutten worden be-
weren, dat got myt en vn in en si. Dar se des nachtes an deme wege sint, 5
dar mogen se na complete oder na prime van nutten dingen oder van ersamen
dingen sprechen, vn doch in den herbergen nicht na «deme dat complete is ge-
sprochen dan also dar vore is bescheden. Werde vn steile de boses lumundes
sint solen se vermyden, swar se de weten. Dar se och to herberge sint, dar
sal an der stat dar se slapent nachtes eyn licht sin, of se et ane grote moge- 10
nisse mogen hebben, dar vmbe dat se an eren goden lumunde oder an andere
dingen gift (!) scadehaft mogen werden. To den (16%) tiden so se vp erer we-
gewerde sint warende van steden to steden, so moghen se an deme godes de-
neste vn an den venien sic gewaret holden dar to «en se koment. VD so =
to hus weder koment dor de wapene oder des weges moldicheit, mögen se myt 15
orloue des morgenes van mettene vn van den getyden sin, dat man nicht. allene
den wegemoden orlouen mach sunder och den de myt nutten gescepfeden sint
begrepen. To brutlachten vä to ridiılersamenungen vn to anderen gesellescapen
vn to kapespelen, der man dor werltliche houart pleget to des duveles deneste,
solen de brodere selden komen, swo se doch vnder wilen mogen komen dar dur 20
dat gesceppede eres ordenes oder to gewynnene de sele. In archwenegen steden
vo siden (!) de solen de brodere vormyden gesprache vD der wiuesnamen vn al-
ler mest der jungen vü vrowen kussen dat vnkuschede vn werltlicher mynne
en open techen is. Dat is en so vngeorlouet, dat se och ere egene modere noch
sustere nicht solen küssen. Bannyge lude vn de openlichen to banne gekvndet 25
sint, den sal neyn broder gemensamen gedurren an «den «dingen de vngeorlouet
sint. Neyn broder sal och geuadere werden denne dur sunderliche not des
dodes.
59.
Die im folgenden mitgeteillte Predigt entspricht in Wackernagels Tabelle, 30
Altdeutsche Predigten S. 264, dem 45. Stücke von 4, dem 12. von Z (in den
übrigen Hss. fehlt sie).
1322 Sp. 2 (rot) Des sundages als mä alla secht in septuage”. Unse here
schoiff den mynschen dar zo, dat dat hemelrijche myt eme veruuolt woirde, «la
der engele gebrech was dat it neit veruuolt en was: dat solde myt d& mısche 35
veruuolt werden. Ind en weren de engele ouch neit geuallen, So hadde it vnse
here nochtant also gedacht, dat hei woilde dat myt dem mynschen dat hemel-
rijche veruuolt woirde. Nu quam it also, dat der engel veil; ind hei verreit
ouch do den mynsche, dat hei ouch veil Ind gode vngehorsam wart ind vSlois
(de doechden, da mit hei sich gode im de engele soulde gelichen, Ind ver (132®)- 40
228 ANHANG
quadede syn reyne natur, dat sy vnreye (!) wart. Wie nu weder wil komen zo
der eiren ind zo der wirdicheit de vnse moder eua verloren hait, de mois myt
seiss dyngen wederkomen. De mynsche de veil myt tzwen dyngen in dem
paradise: Nu moisse wir ouch myt tzwen dyngen weder kome, Jat de natur ir
5 kraft weder gewfne. De mynsche veil an der lust ind an der houerdien: Soille
wir nu de kraft wedergewynnen ir [Z. der] natur, So moisse wir alre quader
lust wederstayn dögenckliche (!) ind reynliche. Dat ander is, dat wir vnse na-
tur soillen verdruck& myt oitmoetlicheit, als sy sich v*hauen hadde myt der
houerdien. Myt desen tzwe dyngen sal de myfsche der natur ir kraft weder-
10 wfnen. De mynsche mois sich ouch den engelen gelichen an tzwen dyngen,
wil hei weder komen zo der ewen(!) de hei myt der eirster sunden verlois. Dat
eirste, da du dieh de engelen myt salt geliche, dat is dat du alle den v’geues
de dir ye leide dede, Ind salt lutterliche ir vreüt syn. Dat ander is, dat (du
ılyme euen mynsche dyene salt, Als dir ouch de engele zo allen tzijllen dye-
1önent. De mynsche mois sich ouch gode geliehen an tzwe dyngen, ce hei we-
ler komen moige zo synre wirdichet. Dat eirste is reichte gehorsamheit. dar
an sal sich de mynsche pynen zo gelichen vnsem here, wät van der tzijt Jat
hei quä van dem hemelrijehe vp ertrijche, so was hei syne hemelschen vader
gehorsam bis in den doit. Dat ander, «da wir vns& her& myt gelich soillen
20 werde, dat is dat wir de gehorsamheit. soillen volbregen bis an dat ende. Met
dlesen sciss dyngen sal de my(133°)sche weder kome zo der ewen(!) de wir
nyt der eirster sunden haus v’lore. Sint augustynus spricht “O sele, nu sage
myr, wat is dat soisse «dat mych va synre gehoichnysse vnderwilen also sanfte
ind also soisliche zo rowen pleit, dat ich begine all van myr selue zo komen
25 Ind mir begynt also wail zo werden, dat ich is nyemä gesagen en kan, wat
off wie myr is? Och sele, sage mıyr, is hei eit den ich mynne? Eya, vyl lieue
sele myn, Sage myr off hei it sv, myn lieff, dar vmb, off hei euer verborge
qme, dat ich in dan vmbva Ind in neit en laisse also van myr varen, hei en
moisse myr eyn pant Jaissen synre goitheit, «dat hei zo hantz weder kome ind
3U dat hei dan vortan by myr bliue. Hei spricht ouch °O here, myn got, myn
zouerlais ind vreude myns hertzen, sage mir, lieue here, off dat de vreude sy,
dla du va spichs ind gebuytz by dyme heilge sone: Biddet ind ir soilt gehoert
werden, dat vr vreude eruuolt werde? Nu richte dieh vp, sele myn, richte vp
all dyne macht ind gedenck also vyl als du kans ind machs, wie grois, wie
35 soisse dat sy dat goit von dem alle soissicheit vluisset, dat is dat ouerste goit,
dat beste goit ind dat geblomede goit: Dat is der wonenckliche got. An «dem
vyntz du allet dat du ie begerdes, dat du ie gemynnedes: dat vmbvenges du
nıyt solssen mynen ind myt gätzer begerden. Ind halt dich an in also soiss-
liche, dat hei sich nümer van dir enscheide: ind hei leist dich wail myt eme
40 syn. Sent augustynus spricht °O here, my got, alle hemelsche selicheit, du
redes ind bytz vs (!), dat wir dich bieden, ind geloues, dat du vns wils geue,
59 . 229
dat vn=e vreude vol werde. Och here, nu bicklen ich «lich, dat du mir geues,
de wile dat ich der vreuden des hemelrijchs neit gesmacht en hain, ind de wile
dat ich neit zo mail durch vlossen en by van dynre hemelscher soissicheit,
Ind de wile. dat ich neit zo mail wonnenckliche zo «dir geuoeget en byn: so
moissen myne gedachts dar an dencken, my tzunge mois dar aff spreche, myn 5
hertze mois darna hungeren, my licham mois dar na dursten, Allet dat an myr
is dat mois begerynge dar na hauen ind alle myne aderen moissen birnen van
mynnen, Alle myne begerynge mois neigunge dar zo haue, Bis ich veruuolt
werde myt der hemelscher soissicheit. Set ancelmus spricht “De selige sele de
hait vnsen here in dem hemelrijche na ire willen myt gantzer lust ind gebrucht 1U
synre vroeliche na alle irre begerden; Ind als sy eyn leuen da hait zo bliuen
eweliche, also bekent sy got senftliche ind vreuwet sich vä syme anblick ewe-
lichen’. Hey spricht ouch “OÖ wie wonencklich is, dat antlitz gotz zo seyn in
eme selue ind in gode seyn dyne natur Ind got seyn in der selen myt seliger
vreuden ind myt vroelicher selicheit. Alle des hemels ingesynde hait vreude 15
van vns heren angesichte. syn angesichte is schoyne, syne wort synt lustich zo
hoeren ind soisse in |[/. ind] nutze, hei velt van eme seluen ind velt durch in
seluer, neit en is sunder in soisse, wät man vynt in eme allet des man begert’.
So spricht sent bernaert “Mynsche (1348), woilt du myt gode hefeliche syn
in dem gebede, so soltu gernne (!) myt dyme hertzen syn eyn ind all dynck 20
vis dyme bertz& setzen sunder got alleye. wie nutze dat is, spricht hei, dat
hait myn hertze «dicke beuonden‘. Sent augustyn’ de spricht “Mynsche, woilt
du wysse, wair vb du got neit krefliche () en mynnes? dat is darumb, dat
ddu neit en bekennes, wie vyl dat hei dir zo goide hait gedlayn. Want bekentz
du dat zo reichte, du mydes god van alle dvme hertzen’. Sent peter «de spricht 25
*Eya, lieue kynd’e, louet got ind mynet got ind dyeint eme andechtliche myt
groissem vlijsse ind myrekt wat schadens vch dar aff kome, off ir des neit en
doit. vurwair, it vermyret ouch de genade’. Hei spricht ouch “Ir soilt vr licham
bynden Ind soilt it reicht twyngen, dat ir dat gode zo (yeinste brenget. vse
here spricht “Do ich geboren wart, do veil ich in Iyden, ind in dem Iyde& bleiff’ 30
ich, bis ich an dem eruce myn ende naın des dotz’. Ouch spricht eyn heilich
man “It en wart ney egey’ pyne noch bitterheit noch egeynreley pyne der de
gotz sun an eme neit en hedde, Ind hei en dede is dar vmb neit, dat hey des
behouede, Hei dede it all vmb vnsen willen, dat hei vns de bas zo hulpe ind
zo troiste queme in vnsen Iyden, Ind dat wir vns selues Iyden desde gedul- 35
ddencklicher Iyde, wä wir gedencken, dat got vmb vns groisser Iyden heit ge-
leden, ind ouch, als wir in an roiffen, dat hei sich desde haistlicher oeuer vns
erbarme, wät (134") hei ouch dat Iyden beuöden hait‘. Sent bernaert spricht
°O du myinenckliche got, du hais myr vyl goitz gedayn Ind hais myr vyl goi-
der gauen gegeuen, da ich dich van reichte vmb minen salz; doch enwirt myn 40
hertze in myr van egeyne dygen also seir intfengit zo dynre mynen als dar
10 men, weil es von dem Schreiber des Coder herrührt.
15
er |
30
230
ANHANG
aff, dat du den mynschlichen doit ind de bitter martilie vmb myne wille ledes,
dat du mych weder guldes myt rechte zo eyn& erfgename’.
91.
Von den im folgenden mitgeteilten nl. Liedern liefern a) — ec) einen Bei-
Slrag zu dem kürzlich erschienenen Buche von Dr. P. Frederieqg, Onse histo-
rische Volksliederen, Gent und ’s Giravenhage 1894; d) und e) werden willkom-
men sein als bisher unbekannte Fassungen der berühmten Lieder Von den zwei
Königskindern und Tannhäuser,; f) endlich, ein geistliches Lied, das sich frei-
lich weder durch Form noch durch Gedanken auszeichnet, habe ich aufgenom-
in unabgesetzten Zeilen geschrieben.
Sämmtliche Lieder sind
a) 206 (xxvb). (rot) Djs lyedekijn is van sinte Elysabets dochter die her-
tochin van enghelant. Eh is seer suuerlijck.
1;
2
Die strijt van vlanderen is op heuen,
Des dorden dach is sij neder ghegaen.
Doe ghine die edel haertochinne
Soe drijflije!) in haer camaer staen. Doen ghine ıC.
Sij wranck haer handen, si) toech haer gheelu haer,
Si riep maria «die moder gods an,
Och dat sij haer woude ontfermme
Ouer haer en?) alre liefsten man. Och (lat si] ıc.
. Doe quam dien enghel al van hier bouen
“God troest v vrou, Ju ghebet is ghehoert.
Hebdi liefuer (!) van eenen kynt te steruen
Of uwen man versleeghen doot?” Hebbili lieuer €.
. “Van eenen cleyne kyndekynt te steruen
Des en acht ie niet en kaf,
Op dat ie mijn prins, mijn edel lätsheere,
Sien ende hoeren eh spreken mach’. Op dat ie ıC.
. Al daer hij al ouer dier heyden reet,
Daer verhoerde hij alsoe bijden ?) maer,
Hoe dat sijn edel hartichinne
Va eenen ionghen soen vaerleeghen was. Maer dat ıC.
. “Ghistere auont wan ic die strijt van vlanderen,
Nu heb ic eenen ionghen soen:
Nu bid ie maria die edel conine
Dat my ghen leyder maer en coemt’®). Nu ıc.
\ 2. druflijc. ?) {. haeren oder haer en haeren. ?) !. blijden.
+) T. come.
59. 91 231
7. Al doen hij op die camaer trat,
Hoe drufelije dat sij op hem sach
“*Sijt velcoem (!), mijn prins, mijn here,
Nu sidt veleoem mijn alre liefste man’. Sidt velckeoem (!) ıC.
8. “Och vrou, dat moet iu den rijeken heer god loenen,
My dunct ghi sijt soe seer ghestort.
Hebdi enighe leide maer vernomen
Die ghi soe noede hebt ghehoert?” Heb :«.
9. “Ghister auont was ie vrou van guelle,
Nu legic in crancken schijn,
Nu bid ic maria die waerde cönle,
Waer ic dien cersten nacht sel lijj" !. Nu bid ie maria ıC.
10. Doe quam die enghel van hier bouen
‘God troest v, vrou, iu ghebet is ghehoert,
Den alre eersten nacht soe selt ghi rusten
In onser lieuer vrouwen schoet’. Den :c.
11. “Heer, nv doet v kynderen wel
Ende scat v landeken niet te seer.
Och werwaert (!) dat ghij heenen rijt,
Doe bid ic voer eenen rechten lantsheer’. Och werwaert :C. 2).
b) 26° (xxxı). Djt lyedeken is van vrou Mari die keyser maxsimyan’(!)
wijf die daer sterf thantwerpen.
1. Och doot, doot, doet die niement en spaecrt,
Wat hebdy nu bedreuen
Aen een lantsvrou van also groter macht
Die thanwerpen liet haer (26®) leuen.
Ou wy, Ou wy, solaes,
En sy had also grote begheren
Al om te spreken al hoeren solaes,
Haer prins, haer man, haeren edel lantsheere. Ou wy ıd.
') I. sijn. ?) Zu diesem Liede gehört offenbar noch eine 12. Strophe, die auf
einem zwischen Bl.1 und 2 eingehefteten Papierzettel steht. Sie lautet:
Doe quam die enghel van hier bouen
“God troest v, heer, iu ghebet is ghehoert,
Enghelant heeft die strijt ghewonne,
Vlanderen is vaersleghen doot’. Enghelant ıc'.
Sie wäre natürlich nach Str. 4 einzuschalten, zu der sie in causalem Verhältnisse
steht. Str. 5 zeigt die Situation schon um einen Tag vorgeschritten — den Herzog
auf dem Heimritt vom Schlachtfelde. Dennoch möchte ich sie eher für eine Inter-
polation ansehen, hervorgerufen durch die analogen echten Str. 3 und 10.
10
20
30
Id
wo
ID
ANHANG
2. Des ander dach vrij edel bloet,
Nu leyt hij in franssoeusse (!) lande;
Nu bidie maria, die waerde moder golds,
Dat sy hem bescermt voer viants handen.
5 Ou wy, ou wy, solaes efe.
3. Och hadieu vader, hadieu moeler,
Ende ie moct varen in een ander lant,
Hadieu suster, hadie broelder,
Die doot die is my also swaeren pant.
10 Hadieu, hadieu solaes ete.
4. Nu isser een lantsvrouwe (loot,
Vergonge (die jonghe prinssesse,
God help haer siel in aberhanıs scoet
Ende bescerme al voer der hellen.
15 = Ou wy, Ou wy, solaes efe. |
Das Lob, das P. Frederieq a. a. O. S. 43 dem von Hofmann Hor. beig.
11, 191 f. (nach dem Antwerpner Liederburhe) veröffentlichten Liede Van vrou
Marie van Bourgoengien xollt, verdient sicherlich auch die vorstehende Fassung.
Beide stimmen in den ersten 4 Zeilen fast wörtlich überein, doch ist an. Stelle
20 Brügges Antwerpen getreten. Entweder fällt diese Verwechslung dem Schreiber
der Is. zur Last, der dann auch die Überschrift entsprechend umgeiändert hätte.
oder man hat zu Antwerpen ein eigenes, wennschon an den Brügger Tert an-
gelehntes Lied über das tragische Geschick der edlen jungen Fürstin verfasst.
Letztere Alternative und überhaupt jüngere Entstehungszeit unserer Fassung
25 dünkt mich wahrscheinlicher, besonders im Hinblick auf die völlige Freiheit,
mit welcher der Text durchweg die historischen Ereignisse behandelt: das gross-
artige Drama, welches der geschichtlichen Überlieferung (und ebenso dem Brügger
Terte) zufolge sich am Sterbelager der Fürstin abspielt, ist zur rührenden Fa-
milienscene geworden. Nur Eltern und Geschwister — was verschlägt es dem
30 Singer, dass Mariens Vater längst gestorben und sie das einzige Kind war! —
umstehen das Lager, und der Sterbenden Schmerz wird noch dadurch erhöht,
dass — wieder geyen alle Überlieferung — der geliebte Gatte fern in Frankreich
weilt, den jühen Tod von Feindeshand vor Augen.
c) 276 (xxx). (rot) Dit liedekyn is van den edelen heer van brunesvick.
35 1. Dien edele heer van brunsesvick (!)
Die heeft een kynt gheuangen,
Hy swoer so dier bij sijnre gouwe [/. gouden?] eroen,
Hy soude dat schoen kint hanghen. Hy swoer soe dier ıd.
2. En dat vernam die moeder sijn
40 Soe vaert aen gheenre «dalee
En sy nam siluaers en gouts ghenoech
9 233
4
“Wecht op mijn kvnt mit scalen’. En sv nam
nn
3. “Och juwe’ kynt en eryet gli niet,
En «dat moet vmmer hanghen
An eenen boen, den hoeehsten boenı,
a
..
RI
Staet vaers in mijnen landen. Aen eenen boem }
ea
“Hadlieu mijn moer, mijn liefste mioer,
nde ie moet vnmer hanshen
Aen eenen boem, den hoechsten boenı,
Staet ver in tsherre landen. Aen eenen Dboem 32,
. “Hadieu mijn kynt, mijn liefste kynt, | 10
“u.
2
Ende ghi moet vmmer hanghen
An eenen boem, den hocehsten boem,
AL in des heeren landen’. An eenen boem €.
6. Des nachts ontrent der midder nacht
Doen wort dat kynt ghewroken, | 15
Doen wort den edelen heer van bruyniswyek
Doer synen hals gheseoten. Doen €.
‘. “Och edelen heer van bruyniswijck,
Hoe is v. nv te moede?
Hoe leit dat schone gheerolden haer 20
Besprekelt met den bloeden?” Hoe leit dat schone ı€.
S. (28a) “Ice heb noch seuen broeders stout,
Die drie dat sij die papee,
Die vier dat sijn die coninx kinder
Die rijen met hoeren knapen’. Die vier dat sij 2€. 25
So lautet der älteste Tert dieses Liedes, von welchem bisher nur die bei-
den Anfungszeilen als Melodie (Hor. bely. 24, xxiv) bekannt waren. G. Rulff
konnte seime Behandlung des Gedichts in Het Tied in de middeleenwen S, 143
bis 146 (vgl. auch S. 580) nur anf einen jüngeren, interpolierten Tert aus dem
Haarlemer alten Liederbuch (BU 74) stätsenz; daneben war eine noch rerderbtere 30
Fassung durch Conssemmaker in seine Chunfs populnires unter Nr. 46 anfge-
nommen worden. Der Imappe, auf die bedeutsamsten. Momente der Wragischen
Handlung beschränkte Ausdruck, wie chn unser Test bietet, ist bereichnend für
sein höheres Alter den beiden andern Fassungen gegenüber. Seine 8. Str, hat
den Anlass zu den Plusstrophen der jüngeren Überlieferung gegeben. 35
d) 216/222 (xxvib/xxvm). (vof) Djt Ivedekyn gaet op die wijse Ie sie
drie morsshesterre !) Ende is van twee conninx Kkynder die melkander lief had-
den en die conine dede sijn dochter in een eloester en «dien andere coninx soen
:.)) Tent dieses Liedes bei Willems Nr. 6%, ber Thland 8.166; die Melodie scheint
leider nicht überliefert zu sein.
Deutsche H==. in Enweland T. 0
10
I)
IQ
ze
30
2:34 ANHANG
spräc in die se om haer toe te spreken eh si liet een kaers op ter tinne setten
om «dat hij sien souden En een quade non lietse wt doen om dat hij ver-
reneken souden ef niet aen comen.
1. Tusschen se (!) berch hoghe
Daer leit. een water vijt.
Daer wo : nnen!) twe edel eöninx kynder
Dyen connen t:?) tsamen comen niet. Daer ıC.
2. En dat vernam een nonncee,
Een non, god gheef haer al mijn leit.
“En wat beduyt die kaersse
Die opter tinnen steyt? En wat be ıdC.
3. En (loet daer wt (die kaersse
Die opter tinne stuet,
Soe moghen alle onse nonnen
Van binnen wesen wel behue?. So moegh ıd€.
4. Men deder wt die kaersse,
Men dorstet laten niet.
Doen verdranck dat edel coninx kint,
Het en konst die cante raken niet. Deen verdrane ıC.
5. “Och vader, seidt si) “vader,
Mijn hoeft doet my soe we,
Moet ie wel eens ghaen wanderen
Al tenden die wilde see?’ Moet ic wel ıC.
6. “Och visser’, seidt hi) °visser,
Mijn guetlije visser kint,
Nu leit mijn dochterkijn wanderen
Ende brentsee my weder thuys. Nu. leit :C:
i. Och visser’, seidt si) “wisser (l),
Mijn guelije (!) visser kint,
Nu spreit daer wt v netken
Om een verdroncken lief. Nu spreit d’ ıC:
Hj spreide daer wt sijn netkijn,
Dat loet sane op tie gront,
Hi) brocht dat edel eöninx kint
In alsoe korter stont, Hi) brocht :€.
Sj nam hem in haeren armme,
L
=
Si) kuesten voer sijnen mont
V'eel meer dan hondert verwen
In alsoe eorter stont?),. Veel meer dan €.
I!) wornnen] Rasur. 2% t:] Zoch im Papier, daher t wiederholt. ») ol. Het
dashet in den oosten Hor. belg. 11 Nr. 73 Str. 11, Willems Nr. 48.
91 235
10. ‘Och visser’, seidt sij “visser,
Mijns vaders visser kint,
Nu gruet my mij vader eh moeder ser,
Si en sien my nv noch nümermeerf,. Nu gruct my nijn vader en
moeder ıC. 5
11. Nu sijn daer twee schoen lyenen doot:
Och waer so selmen see grauen?
Onder den roosen eghelentier,
Dat graft sel roosen draghen. Ond’ €. Tusschen see berch ıd.
Nur die Strophen 1.5. 7—9. 10 stimmen ganz oder teilweise zu den Hor. 10
beig. 2, 112 und bei Willems Nr. 55 gedruckten nl. Fassungen; weitergehende
Ähnlichkeit kann ich übrigens auch mit keinem andern mir bekannten Texte
dieses Liedes nachweisen. Hält man unsere Fassung (B) zu der der Hor. belg.
(A), so ergiebt sich weiterhin: A 5—8 sind ganz ausgefallen, desgleichen 11,
wie denn überhaupt von der Belohnung des Fischers keine Rede ist. Ein neuer 15
Zug ist es, wenn dieser Fischer vom besorgten Vater — an ihn, wieder Tm
Gegensatz zu A, ist der Tochter Bitte gerichtet — ıhr als Begleiter und Behüter
auf dem Spaziergange beigegeben und endlich zum Besteller des letzten Grusses
an die Eltern wird. Ferner besteht eine Differenz in der äussern Situation,
insofern als B die Königstochter in einem Kloster verwahrt hinstellt!). Selb- 20
ständig ist in B noch die Schlussstrophe (11); sie gehört zur Zahl der typischen
Strophen dm Volksliede, die immer wiederkehren?): fast wörtliche Übereinstim-
mung zeigen die Zeilen 1—4 der 9. Str. von Nr.63 bei Willems; die erste Zeile
allein oben in b) Sir. 4.
e) 23° (xxvım). (rot) Dit is een liedekijn van vrou venis en van heer25
Danel. En hoe dat hi van haer strec ei ghinc te rome.
1. ‘Mer danel, ghy sijt soe schon en man,
Grhi staet in minen sinnen,
Nu laet ons in die camer gaen
En wesen daer met vroechden ine®. Ende E met vroechlen inee. 30
Nu laet ons ıd.
2. ‘Dat endoe ic niet, dat laet ie staen,
Vrou venis’, seit hy “vrouwee:
Ic heb maria, die moeder gods,
Ghelouet, liefgee, mijnre trouwe. Eü E mijre trouwe. Ie ıC. 35
3. "Heb ghy maria, die moeder gods,
“ Grhelouet juer trouwe,
Soe gaetes haer of ende coemtes my an,
!) In A deutet nichts darauf hin, in dem nd. Texte (Uhland Nr. 91) nur der
Ausdruck ‘ Nonne’. :) Vgl. dazu Kalff, Het lied S. 575 f.
2306 ANHANG
Ten sel ju, liefgee, niet berouwen’. En E niet berouwee., Soe zravt-
tes ac.
4. “Chin (!) iex haer of en quaem ic es van,
Ice vuer wt mijne sinnen:
D Als ie v driewerf nuchtere acnsie,
My dunet ghi sijt die düuelinnee’. En E die duuelinne. Als ie v
driewerf €.
5. Her danel tree te romen waert
Al in die guede steden,
10 Daer ghine hy voer die paeus staen
Met also groter oetmoetlicheden. Een E met grocter oetmoeldichede.
Daer ghine €.
6. Hj »prack met grooter vuergicheit () U)
n met also grooter berouwee
15 “Ice heb ghesondicht seuen jaer
AL met vrou venis, die valsche vrouwee”. Een E die valsche vrouwe.
le heb ghesondicht seuen jaer ıC.
7. "Heb gy ghesondicht seuen jaer
Al met vrou venis die vrouwee,
20 Soe en moechdi nv noch numermeer
Dat aenschin gods aenschouwee”. Een E dat aenschin gouls aen-
schouwe. Soe en moechdi nv noch ı€.
3. “Och mach ie nv noch numermeer
Dat aenschin gods aenschouwen,
25 Soe wil ie weer in den bereh gaen
Al by vrou venis die valsche vrouwee”, Een E die valsche vrouwe.
Soe wil ie weer in de 2, Heer danel ghi ı€.
Mon zeit dat die paus hem gaf eenen dorre stoec en dat hy die in die
aerde sette soude. En waert dat hy bloyende wort soe soude sij sonde ver-
39 gheus sijn. Ende die stoc wort bloerde. En men socht heer danel en men en
vätten niet, Men seit dat hi met twee sijnre susteren kyndere wech ghestreken
was. Ist al waer dat men seit, so ist dit mee waer, Maer dat heilich evengely
gheloef ie bet Dit en van allen () beuele ie god.
Dieser proswische Anhang ist schon deshalb ron Wert, weil wir ihm ent-
35 nehmen, dass der Schreiber die den Niedertosden eigentiimliche Gestalt der Taun-
hwiusersage — eine Verschmelsung mit einem rerlornen Lied von einem Ierrn
Daniel, wie Kalff, Het lied S. 71 meint — kannte. An die lundlänfige Fas-
sung des Liedes (Hor. bely. 21, 131f. 11 Nr. 160. Willens Nr. 51) zeigen sich
nur gelegentlich Anklänge @yl.1,3.2,1.44.5,1. 6,3—4. 9,12): irgend stinent
!) Zu verjehen ?
9 237
eine Strophe vollständig überein. Ich denke mir daher, dass wir es mil einer
selbständigen und zwar tendenstösen Bearbeitung des älteren Volksliedes zu tun
haben. Ein Moment wird offenbar mit Absicht in den Vordergrund gerückt:
lie Marienzerehruny‘). Maria, die reine Jungfrau, siegt über Venus, die Ver-
körperung jeglicher Weltlust. Der Zauber bricht, nachdem Tannhäuser der Gottes-
mutter Treue gelobt hat. Dagegen verblusst völliy ein zweites Motiv, das mehr
oder weniger ausyeführt in allen übrigen Fassungen uns entgegentritt: die Ver-
zuerteilung der piipstlichen Härte. Davon schweigt unsere Quelle gänzlich; darum
füllt auch das Stulneunder hinweg,
f) S®. 1. Och of ie in den hemel waer,
| Hoe wel soude ie dan sijn.
Nu bid ie alsoe oetmoedelijek
Den heer, den schepper mijn,
Dat hi ons wil ontfermen
Ende brenshen (ons) in sijn weyt,
Beschermt ons voer dat ewighe kernmen,
Want hier is ghenoech «lruufheit,
2, Lijt?) ende strijt in deser tijt.
Want hier niet en is dan druyck en Iyden,
Wy sellen ons (hier) namaels verblijde
In ewylijken tijdeln].
En wilt heer ihesus niet begheeuen,
Hi is alre doechden een loen,
Hy sel ons noch eronen al in dat ewich leue
Met ceenen vergulden eroen.
3. Maria, die macchghet revne,
Dy is suuerlijeke ende schoen,
Sy bidt voer ons alle ghemeyne
Haeren alre Tiefsten soen. (In den hoechste troen)
Sy is soe suuerlijke.
OÖ paerl daer (!) jonefrouwen schoen,
Och wilt doch vriendelijke voer ons bidden
Den alre hiefsten soen.
4. Dje cherubinnen, die seraphinne,
Die prineipaten;: die potestaten,
Si louen altijt god van hemelrije
Mit soeten sane sonder oflaten.
Sj synghen blijdentlijken, | een
1) In diesem Betracht zu vergleichen wäre nur Nr. 1 bei Grüsse, Der Taun-
häuser und ewige Jude. >) 1. Nijt?
10
15
3u
10
2u
30
ASHANG
Haer blyscap is alsoe groot.
Och waeren wy daer, soe souden wy wel sij v’lost
Ende weesen wt alre noet.
Dazu: Een leerre seit ic en heb niet beters ghelesen den god van he-
5melrijce bowen al lief te hebben ende onsen euen mensche te doen als wy
woud® dat me ons dedee.
En een guede sciensie te hebben eü vrolijoke vä
herten te weesen Want men sel den heer dienen met vrolijker herte Wät den
blyer gbeuer miut god.
97.
Aus Rothes Gedicht von der Keuschheit S. 57 f}.
Van der turtelduben vand ir bedutunge.
Der turtelduben sollen wir nicht
Vergessen, van der aristotiles spricht,
Ess si ein vogil van schemden gross
Unnd had gar lieb sinen genoss
Unnd heldit ym sin twuwe rein
(Wanne ess had in lieb allein)
Also, wanne yme sin gegate stirbet,
Das ess nach keime anderen wirbet,
Sundern vort alleine blibet.
Sinen gesang Jen ess tribet,
Der lutit allezyd ab ess weine,
Sinis trostis acht iss cleine.
Ess wil auch nergen rasste
Danne vfl' eime dorren aste,
Unnd wanne ess hat sines dorstes bussen,
So trubit ess das wasser mit den fussen.
Keimen (!) vogil ist iss wieder,
Sundern sinen mud den stet (!) ess nider
Vnnd heldet allen enden frede
Unnd ist sere geduldig da mede.
In diesem vogil sollen wir vornemen,
Das sich die kuschen sollen schemen.
Nicht di kuschen meide alleine;
Sundern di wetwein sollen beweine
Iren getruwen, fromen man,
Wande si den vorloren han,
Unnd ob sy mogen alleine bliben
24 rasste aus vaste corr.
34 di, dann e durchstrichen.
et VCECEERISEEEee
91. 97 239
Unnd. di heiligen kuscheit triben.
Hi sollen sich di eliehen auch mercken,
Das si ir E mit kuscheit wereken,
Nicht mit suntlichen, niuwen finden
Nach mit reissen zu stummen- sinden, | 5
Sundern durch. forehte- willen: sich: nemen.
Unnd sich: aller: wnzuohte: schemen,
Unnd alsus mogen: sy mit yren. lieben
Di. elichen, heiligen: kuscheit: triben
Unnd ires hertzen reinikeit walden, ro
Das sy ir E. ordentlichen: halden.
Der heilge apostel paulus
Der redet in siner epistolen: alsus;:
Den Iluten: ist wol. leuben gegeben;
Das sy griffen zu: dem. elichen leben, 15
Sy sint frauwen. adir man.
Di kuscheit nicht gelobet; han:
Unnd fromlioh: vnnd: kuschlich loben,
Den wil god ewige freude: geben.
Jeronimus spricht: horet, ir. lute, Bi)
Ich lobe dar vmme: di kuschen: brute
Di vns di reinen: meide geben,
Der wir nicht gern: sollen enpern::
Also werden. vnß. dar nach: gebom:
Di schonen: msen: van den: torn: 95
Und vß. der erden das golt so fin,
Unnd vss den: moscheln: di. finen perlin:
. Sant. pauwel sohrtbet also
Zu: sime iungenn .(!) timotheo:
Sage den di. da. sint: elich; 30
God gebutit: yn vnnd nieht: ioh,
Deme manne: vnd: wibe en: beiden;
Das si. sioh nicht sollen: soheiden.
Ist das ein wip van: irem: manne ge,
Das sy danne ander menner: sme 35
Addir sich mit yrem manne vorsüne ;
Der man sal: nicht: sin: also- küne,
Das her sin: wip van ym. lasse,
Also daz sy. mit: willen: gee ir: strasse,
4f. = fünden : sünden.
10
7
De |
19
zit
30
35
40
240
ANHANG
Unnd had ein man ein getruwes wip,
Mit nichte begebe her yren Ip;
Und had ein wip einen getruwen man
Den sy gerne by ym wil han,
Die sal in mit nichte lassen
Unnd in keiner wise vorwassen.
Es wirt geheiligit ein vngetruwer man
Van eime getruwen wibi zu vorderst an,
Unnd auch geheiliget ein vngetruwe ‚wip,
Das thud irex getruwen mannes lip.
Bistu zu eime wibe vorbunden,
Suche nicht losunge zu den stunden.
Bistu worden des wibes loss,
So suche nicht wider dinen genoss:
Hastu aber dinen genossen vss gericht
Unnd nymmest ein, du sundigest nicht.
Unnd ab ein magit nymet einen man,
Si had dar vmme nicht sunde gethan.
Wer aber an wip kan bliben,
Der sal sine sorge zu gote schriben,
Das her ym moge behage |
Unnd ym gedinen alle tage.
Wer aber sitzet an der E,
Der muss mit sorgen vmme ge,
Also das her sime wibe behage
Unnd das sin gesinde icht vber in elage.
Also muss ouch thun ein elich wip,
Si muss irem manne smocken den lip.
Welche ledig sind — vnnd auch di meide
Di haben van nymande geeleide,
Die sollen gote dinen heilichlichen
Unnd sich halden demutielichen.
Ich wil auch haben van den wiben,
Das sy kein hoffart triben,
Sundern in zemlichen eleidern gein
Gesmocket (di en wol sten
Mit schemenden vand mit guten seten
Und mit yren worten sin besneten.
Si sollen aber ir hare nicht krüse
Unnd by den oren machen müse
Unnd fremdiss har flechten yn,
97. 99 241
Uff das di zoppe schone gesin
Di sy vınme di koppe binden
Unnd di sleger dar vmme gewinden,
Unnd mit golde sich bespengen
Unnd mit finen perlin behengen
..
_
Unnd mit irem turen cleide.
Mentel vnnd rock di beide
Sollen sin gesneten gar bequenilich,
Also irem leben wol ist zemlich,
Ein itlichiss nach sime stad, 10
Dar nach ess adel addir richtum had efe.
Sehluss: Wanne man vnnd wip gewinnen den mut,
Das ir ein dem andern vnrecht tud
Unnd wollen andirs wo hofiren,
So leben si glich den tiren. 15
Ir gudir rad vorgehit balde,
Unnd en wedder feret vnsalde.
99.
Auszug des Spielmannsgedichls Johan u: dem rirgiere.
(12) Wollent ir horen abenture,
Wie 'got dirre werlte zu sture
Hat geben manigen fromen helt,
Der eyner von mir hie wirt gezelt,
5 An dem der werlte frömekeyt
Wunder uber wunder was geleyt?
Das gunde ym der wunderere
Deme alle wunder sint vnswere,
Dem do dienet lufft vnd wint,
10 Die naturen vatter, synes kyndes kint,
Die do ist sin suster vnd syn amye;
Und wer do mynnet die selbe frye,
Des hat er zwar keynen zorn:
Er hat yn selber zu frunde erkorn.
15 Das ist nit dirre werlte ding:
Hat eyne frundin eyn& Jungeling,
Ist der eyner andern geuere,
10 f. diese Zeilen verlieren ihre Schwierigkeit, wenn man ihren Inhalt auf Chri-
stus und Maria bezieht; das Die in V. 11 hängt natürlich von kyndes alı, und V. 10
ist Die, das der Schreiber der folgenden Zeile entnahm, in Der zu ändern; zur Ver-
gleichung ist v. 640 f. heranzuziehen. 16 I. ey Jungeling?
Deutsche Hs. in England I. 3
100)
Io
20
30
40
35 1. suntliehen.
56 1, vyol.
ANHANG
Sie zürnet sich vil sere.
Das dut dirre herre nicht:
Wer syner frundyn fruntschafft gicht,
Des frunt wil er ewekliche syn.
Bitten wir den herren vber cherubyn,
Das er vns die vernünfft sende,
Das sich alle vnser sache wol ende
Und das diß buch werde vollenbracht
Das ich ezu schriben habe gedacht
(1b) TB flemschen in vnser dutsche sleht,
Zurbrochen ryme machen recht.
Helfent myr gotte flehen,
Das er myr sende zu lehen
Syne gnade mit guten dyngen,
Das ich das moge vollenbryngen,
Umb das, wer sich do mitte ergetze,
Das er die wile setze
Syne synne von suntlicher sachen
Die vme ander gedencke mocht@ machen
Und ramen welle des besten
Von dem ersten zu «dem lesten,
Wane die abenture schone seyt
Von maniger hande klughert.
E= geschach vft' eyn& phingestdag,
Also got gebot vn er gelag,
Das der kevser syvgemunt vnd syne man
Heden sich herlich gelevt an.
Da was vil Ritter vnd frauwen,
Manig edel maget mochte man schauwen.
Der keyser wolte nach gottes eren
Zu messe zu der kirchen keren.
Nu hatte er eynen schonen baümgarten
Dem man wol mochte ezarten.
Daz selbe lustlich virgiere
Hede maniger baume ziere,
Dar vnder lustlich grunes gras
(2°) Das mit manigen blumen gemenget was.
Er was auch edeler kruter vol,
Wol drachten die rosen vnd die vyel,
42 er auf dag bezogen; Anderung im ez scheint unnötig.
6
1
N)
35
„9 243
Das ez gap vil senfften müt:
Das »paezieren was do güt.
Do von ez Jer keiser so anc fing,
Durch lost er in «den garten ging.
Do gingen herezogen, grefen mitte,
Barone, Ritter, als ez was sitte,
Vnd da der keyser solte gan,
Do sach er vfl eynen schonen plan,
Do ez aller schoneste in syme garte was,
Eyn peller gespreitet vff das gras,
Manig physant guldin dar vff lag.
Der keyser vorbaß zu gende phlag.
Er gedachte “ich mag zu dirre stunt
. Wol vynden eynen herlichen funt.
Do ersach er das schoneste knebelin
Das sider adams zyten mochte sin 2
Ie in dise werlt geborn.
“God selber ane allen zorı
Sprach der kevser wol bedacht,
“Da dich zu der werlte bracht
Dine edele mäter, «dich schone frucht.
Geeret sie ir wiplich zucht!
Wer sie ist, sie selig wip,
God bewar ir iren werden lip!”
(2°) Also »prach der Romer keyser fıy.
Nu horent, was fant er me do by?
Ritterliche kleider gemacht wol
Von samet vn van zyndol
Vnd einen halsperg wolgetan,
Den besten den yeman mohte han,
Von klarem, liehten golde vyn
— Er enkunde nit wol bebßer gesyn —,
Vnd eynen schafft mit eyner banyer,
Die was gewircket in richer zyer.
Offenbar lag sie vff den grase da,
Ir veldunge was von lasure bla,
Dar ynne dry lilien von golde,
Da by man bekennen solde,
Von was geslechte ez were,
Das ym wurde erbotten ere.
74 l. was anc?
244
120 v[fer)decket: Wurmstich im Papier; so immer, wo eckige Klammern
det wurden.
100
105
110
120
130
ANHANG
Auch vant er do by yme eyn swert
— Es was maniger marcke wert,
Knop vnd heltze beyde
Warin guldin vnd die scheyde,
Die Lamel was clar stehelin,
Das sie nit beßer mochte gesyn —
Und koller vnd eyn wapenrock,
Gemacht alß die bannier ane druck
Von blawen sämet, dry lilien guldin;
Als der schilt auch muste sin
Der vil nahe do by lag;
Ein helm der luchte als der dag,
(3°) Den man auch do by vant.
Umb sy lümenier vnd sine nasebant
Lagen vil dure steyne
Edel, gut, fin vnd reyne:
Karfunckel, Jaspis, adamas,
Saphire, smaragdes, rubyn do was,
Ir schyn erluchte vil verre
Also der man vnd der dagesterre.
Das nanı der keyser alles gaüm.
Do sach er furbaß vnder eyn® baun,
Do er fant ein ros gebunden stan,
Schone vf[erjdecket vnd wol getan.
Ez was eyn sneller, junger vole,
Das behagete dem keyser wole.
Do enwas keyn langer beyten,
Er det das ros dannen leyten,
Er bekante daz ez wol balde lief.
Umb des kyndes halß fant er eyn& bricff,
Der kundet yme die mere,
Das das kynt noch nit kristen were.
Auch vant er geschrieben dar an,
Was namen das kynt solte han!
Dar kamen Ritter vnd frauwen
Die das kynt deuffen wolten schauwen.
Man machte es ceristen schiere
Vnd nante ez Johan vs dem vyrgiere,
VENWENn-
RK
Ein glücklicher Zufall füyt es, dass die Kaiserin in der folgenden Nacht
ein Töchterlein gebiert; nun lässt der Kaiser die Nachricht aussprengen, dass
seine Gemahlin einem Ziwillingspaar das Leben gegeben habe, und lädt alle Vor-
nehmen des Reiches zur doppelten Tauffeier ein.
beiden Kindern.
99
Während (larisse unter der Obhut der Frauen still und lieb-
lich heranwächst, empfingt der ausserordentlich beanlagte Knabe eine tüchtige
geistige und körperliche Ausbildung.
191
200
205
210
220
199 darnach fehlt eine Zeile.
Franezose, welsch vnd latin
Lernte wol der knabe fin,
Lutselig, schone von hüt vnd von hare.
Diß dreip er in das siebende jare.
(4b) Da was er also wol getzogen,
An libe, an wandel vnbetrogen,
Gar richtig, edelich vnd schone,
Das vnder des hümels trone
Lebete syne glichen nit.
Er hade die stercke wol mit gewalt
Als eyn ander der zehen jar was alt.
Do er zwolff iar was alt,
Do was er eyn stoltzer degen balt:
In der werlt fant man so keyne nit,
Er hette eynesx lewen hertze, eynes lämes do mit.
Nach dan wande menlich der mere,
Das der keyser syn vatter were,
Der jungeling sprach den keyser an
“Herre keyser, sagent mir, edel man,
Wie lange knabe sal ich sin?
By myn& hymelschen drechtin?
Sprach der Jungherre güt,
“Mir wehset hereze vnd mät.
Mohte ich eyn gut Ritter gesyn,
Das zeme uweren eren, herre myn.
Bringen «lunt mir eynen man
Der schirmen vnd wol hauwen kan,
Der mich zu rosse lere striten,
Mit dem spere roschlich riten.
Mich «duncket, solte ich ritter wesen,
Unser vyende mochte nümer genesen.
reim) zu urteilen, interpoliert sein.
Das Töchterchen erhält den
Namen Clarisse; reiche (ieschenke, Kleinodien, Burgen und Land spendet man
200 f. werden, nach Inhalt und Reim (Vier-
246 ANHANG
Mich dunceket, ich wolte mit vechtens cerafft
Betwingen alle der werlte ritterschaft?.
(5°?) Der Kaiser heisst un noch ein Jahr warten, dann wolle er ihm den
Ritterschlag erteilen. Heute aber winsche er mit ihm zu Ludewerde vor dem
dan zu jagen; nur fürchte er die Heiden, deren etliche beständig dort herum-
streiften. Mit den Worten
“Sollen wir vorchten «ie vngedaufften man?
Sie müsent auch vnser sorge han’
spottet der Jüngling aller Furcht. Von 50 Rittern begleitet ziehen sie auf die
Jayd, entfernen sich aber in eifriger Verfolgung eines Ebers bald von threm
Gesinde. Ste werden von 19 heidnischen Rittern, an ihrer Spitze Lammelot
und sein Bruder Ferreon, erspiäht, gerade als der Eber sich gegen seine Ver-
folyer kehrt. Johann tötet Ihn mit seinem Jaydspiess, aber schon fallen die
Heiden (die heydenschen reeken wert 292) über sie her. Wie ein Löwe ficht
Junker Johann, tötet Ferreon und die meisten seiner Begleiter, so dass Lamme-
lot sich ihm gefungen geben muss. Da wendet sieh der junge Held ruhig zum
erlegten Eber, weidet ihn kunstgerecht aus und übergiebt ihm den inzwischen
herbeigeeilten. Knechten.
328 Der kevser reit gein Romen wider,
Die sinen die herfuren sider,
330 Wie yn zweyn dort gelang.
Sie seiden dem Jungherren dang.
Und da si quamen vor (die stat,
Der Jungherre von deme rosse drat;
Er herbeissete vor den kevser gut,
335 Er enphing ym sin swert vnd hut.
Darnach nam er yn_by der hant;
Si gingen, do vil helle brant
Evn vil schones fure,
Holez, aloe was ym nit dure.
34) Al da mochte man schnuwen
Schone wip vnd clare Jungfrauwen
Die vmb das fur da sassen,
Ir zucht sie nit vergassen,
Sie lobten alle den Jungherre sere
345 Vnd botten ym vmb syn manheit ere,
Wann yn was gesaget alles das,
Wie ez in dem walde ergägen was.
Die kevserinen hies den Jungherre fin
(7*) Sunderlichen willekomen sin
350 Vnd begunde yn vil sere grußen
355
360
365
370
380
385
390
99 247
Mit schone worten sußen.
Ir dochter Clarisse saß auch da by,
Sie gedachte *hette eyn frömer helte fry
So vil als myn bruder getan,
Ich wolte yn ze eyne bulen han,
Sit dise edeln wibe alle sampt
So sere mynnet heldes hant’.
Aber sagete ym die alte keyserinen dang.
Das grossen ez werte aber nit lang,
Also «der dufel sin gauckel spil
Etwenne machen wil,
Es verkerte sich do zu stunt:
Vnselde drug dar eynen winthunt.
Er sprang dem kayser an sin kleit
Mit syme (!) vnreynen poten breit.
Das müte alda Jungher Johan,
Mit svme fuße stieß er yn hin dan,
Das er in das fure sprang:
Der sprung was wite vnd lang.
Die funcken flugen al gedrat
Der keyserin in vre wat
Vnd brant ir yr hofekleit:
Das was Jungher Johan leit.
Auch wart yr versenget vurwar
Ir gelen locke, yr kruselecht har.
Die kevserin sere erzornet wart,
Sie vergaß ir zucht, ire hoher art.
Sie sprach “du boser findeling,
Got gebe dir lesterliche ding,
Das du hude gestieße den hunt.
(7) Alle hubescheit ist dir vnkunt.
Du hast gevueret min gewant
Vnd mir myn& gelben lock verbrant.
Des musest du laster vnd missewende
Haben biß in din ende.
Do «der Jungherre die rede erhorte,
Er ersuffezte von dem worte,
Er wart bleich vnd missevar,
Ime verswant alle syne freude gar.
Er sprach vil betrubekliche
°O hoher keyzer, edel vnd riche,
neh me Mn m me 7 A ha, dr a a ee
248
A400
405
410
420
425
430
ANHANG
Bin ich «dan eyn fundeling?
Sagent mir werliche ding.
Ich wande doch, yr werent myn vatter
Und diße myne mage alle gar.
Der keyser das nit verdrug,
Die frauwe er in den munt slug.
“Ir lose wip, was sagent ir,
Ich geleuken sin nümer, das gleubent mir,
Ich bin sin vatter, er ist, myn kint,
Leukent ir sin vmb den wint’.
Da die frauwe von vnmacht quam
Und diße rede vernam
Und sy eyn lutzel mochte sprechen,
Sie begunde sich aber mit worten rechen,
Sie rieff “fundeling’ aber als e,
Drywerbe oder vierwerbe me.
Aber rief sie zu der funfften stunden
“Er wart in vnserm garten funden’.
So daz ist eyn manüge von wyben,
Der sie solte entlieben,
Sie musten iren willen sprechen
(8°) Vnd sich mit worten rechen,
Do sprach der Jungherre mere
“Herre keyser, das vch got ere!
Bin ich doch eyn fundeling,
So helent mirs nit vmb kein ding”.
“Ja ir’ sprach er zu den stunden,
“Ir wurdent in vnserm garten funden’.
“So sagent mir, edel kevser fry:
Wissent ir icht, wer myn vatter sy?’
Der keyser sprach “neyn ich, nit!
Des mir myn hertze gezugnisse git’.
“Sagent mir doch an disen stunden,
In welchem dunde wlar]t ich funden ?’
Er sprach ich fant vch erlich
In eynen krieschem grunen peller rich’.
Der Jungherre sprach da offenbare
“Mich enruchet, wer myn vatter were.
Were ez kruppel oder blint man,
Ich solte mich gerne halten dran,
395 I. allegader. 410 doch wohl meinunge.
—— m
435
440
445
450
460
99 249
Echt ich yn nit dan erkente wol’
Sprach er mit bedrubeten synn& vol.
Der keyser sprach den Jungling an
“Vorzage nit also, edel man.
Ich vant uch in edelichem arte
An dem schonesten in myme baumgarte|n].
Ich vant by uch eyn& herlichen funt,
Er ist besser dan zehen dusent phunt,
Das was maniger marcke wert,
Dar zu halsberg vnd swert,
Schilt, wapenrock in richer ziere,
Helm, beyngewant, korie, kolliere ;
(SP) Eynen schafft mit eyner baniere
Vant ich do ligen vil schiere?.
“Hilff got’ sprach Jungher Johan,
“So mochte myn vatter syn eyn edel man’.
“Ane zwifel? sprach der keyser zu hant.
“Die banier die ich by uch vant
Die ist verwapent «deme glich
Also sie furte in franckrich
Ein hochgelobter, edel man
Den wir lange verlorn han.
Lebite noch der helte mere,
Ich wene, das er vwer vatter were”.
Do sprach der Edel Jungher Johan
“Ich bitte vch, herre keyser, hoher [mjan,
Das ir mir wollent an diser vart
Was do by mir funden wart
Gebent vnd machent mich Ritter, keyser here,
Durch uwer dogent vnd ere,
Und lant mich alleyne vßriten,
Vff heiden vnd vff risen striten?.
Do sprach der keyser Sygemont
“Jungherre, ich wil vch machen kunt,
Ich vant vch in so hohen sachen,
Ich sal vch gerne ritter machen.
Dan ich bitte vch, Jungherre klar,
Das ir blibent by mir eyn jar
432 nit zw streichen. 433 vol mit st auffällig. 440 f. werden umzustellen
sein, vgl. V. If.
450 verwapen = mit einem Wappen versehen. 460 1. Geben.
Deutsche Hss. in England I. 40)
350 ANHANG
470 Und da erfullent mynen willen an’.
“Herre myn? sprach Jungher Johan,
“Uwern willen vnd vwer gebot
Leiste ich gerne, so helffe got!’
Nu bleip er by yme nach ein jar.
475 Des keysers dochter, die maget: clar,
Die hadde wol vernomen das,
(9%) Das er nit yr bruder was.
Deste serer begunde sy yn mynnen
Hevmelichen in yren synnen.
480 Ir det vil we, wissent das,
Das ym ir muter was gehas.
Auch drug er heymeliche[n] ir holden müt,
Also noch etlicher off erden dut
Der syme liebe helingen sin hertze git
485 Und gedar ez offenberen nit.
Seltsame Dinge ereignen sieh in Büälde (alrest ich wonder sagen mag). Der
Kuiser hat ein glänzendes Mahl herrichten lassen. Der Papst, die Kardinäle
und die hohen geistlichen Würdenträger, neun Könige, Herzöge, viele Grafen
und Bitter sind seine Gäste. Oben an der Tafel sitzen Kaiser und Papst, die
übrigen in bunter Reihe, so zwar:
Das ie eyn herre ader der Ritter eyn
Eyner frauwen oder einer iungfrauwen sassen engeyn.
An der Tafel aber dient Junker Johann:
Zu der hohesten dafeln, da der keyser sas,
Der Jungherre der oberste diener was,
Wann er was starg vnd snelle gnug,
Schone, synnig vnd auch klug.
530 Er was alt vierzehen jar,
Man fant syne glichen niergen vorwar
— So lutselig was er vnd so groß --,
In allen glichen nit syn genoß.
Were eyn Jungfrauwe siech gewesen,
535 Durch sine schone were sie genesen.
Inmitten der allgemeinen Fröhliehkeit erfasst bange Ahnung kommender
selawerer Not sein IIerz, von Fieber beben seine Glieder und er schleicht sich
ans dem Saale nach einer einsamen Kemenate. Indes war ein ungebetener Gast
nach Rom gekommen :
566 Er was der sterekeste heydensche man
533 für glichen ist wahrscheinlicher richen zu lesen.
EEE Rn nn mes _ U
—
370
590
z
=
sb) |
600
605
568 1. zwifels,
99 251
Der in der zijt ie lip gewan,
Er was sunder zwifele wang
Wol vff vierzehen fusse lang,
Ine was hut vnd hare offenbere
(10’) Veste als stal oder ysen were.
Es enwart nye swert so freyßlich,
Sluge man ez vff yn, ez widderleyte sich;
Ez enwas keyn helm oder schilt so klare,
Er sluge yn mit der fuste zu stucken zware.
Syn bart hing yme vber die wangen,
Er hatte eynen schwartzen hals, eynen langen,
Über sine schultern durre, nit smal.
Syne augen waren rot vber al,
Syn gesichte vil dufelichen bran,
Er hatte breyter oren dan andere man.
Und do er vor den sal gehende kanı,
Hochfertiger rede er sich ane nam.
Er rieff' dem portener hin
*Balde schiere, laß in, laß in!’
Mit vber mätigen worten
*Balde entsluß (die porten!”
Der portener yme entwurte bot
“Herre, so gediende ich den dot.
Min herre, der Babest, hat gesessen
Und mit myme herren dem keyser gessen
Vnd patriarchen vnd manig herre gemeyt,
Die besten in aller der Cristenheyt’.
“Doch muß ich hinyn, obe ich kan’
Sprach der große heydensche man.
“Ich gesage dir ez nümer dang,
Des gewynnestu sicher betwang.
Machmet muß vmer ane spot
Zu Rome syn herre vnd got’.
Und do er disse wort verließ,
Mit dem fuße er die porte vff stieß,
Das sie vil nidder vnd zurbrach.
Er ging do er den portener sach,
(112) Mit syme swerte er yme das heubt abe slug,
Mit dem hare er ez in den sal drug,
Uff die dafel ers vor den keyser leyt,
591 myme herren ist vielleicht zu streichen.
610
615
520
c
IV
«bi |
630
635
640
607 1. ym.
ANHANG
Hochferteklichen er do zü yn seyt
“Ich wil wissen, keyser, sunder spot,
Das Machmet ist besser dan Jin got,
Und ich wil yn machen vmermere
Gewaltig herre vber Romesche ere;
Und ir mogent nümer me genesen,
Die gottes vergessent müßen yr wesen.
Ich muß halten mynes meisters recht,
Ich byn sin dienstman vnd syn Knecht.
Cursin heißet min herre erkorn
Und ist von Oriente geborn.
Syn sint die lant von Barbarien,
Egipten vnd Alexandrien.
Dorrent yr mich kampes bestan,
Die lant werdent uch vndertan,
Vnd yr zu dode slagent mich,
Uch wirt diensthafftig manig rich.
Gedurrent yr mir nit kampes gehen,
So müß uch vil vbel geschehen.
Myn herre lit zu ludewerde in dem dan
Und hat wol drißig dusent man.
Er sal kömen in Roniesche lant,
Stifften mort, raup vnd brant,
Er sal kirchen vnd uwer klusen
Zurstoren mit vwern gottes husen.
Herre keyser, ir mußent vmer eynes kiesen,
Vnd welches ir kiesent, ir mußent verliesen.
Hie en ist keyn gedinge an.
Wissent, ich bins der selbe man,
Der hevden konig fursin, ia,
(11") Geborn von Orient von Hybra’.
Der keyser der rede entwurte bot
*Frunt, ich weiß ez als mynen det,
Das got alle ding hat gemacht.
Er machte laub vnd gras,
Was yetzunt ist vnd ye was,
Er machte man, er machte wip,
Was ye enphing leben vnd lip,
612 f. ist nicht klar, man erwartet: Euch kann nimmermehr Heil
kommen, es sei denn, dass Ihr Kures Gottes vergesst, 040 darnach scheint eine
Zeile zu fehlen.
99 253
[ori
FE
Sı
Er machte wasser vnd wynt
— Ich meyne der fryen marien kint —,
Er machte hümel, lufft vnd sterren
Als man noch schauwen mag von verren.
Der lazarum erweckete von dem tolde,
650 Der mag vns wol helffen vBer node;
Der «do kerte wasser in den wyn,
In des dienste sollen wir syn.
Er ist herre aller gnaden,
Syne gute mag vns wol beraden,
655 Er vergoß durch vns syn heylig blut,
Er macht uns all vnser ding gut.
Frunt, als ich vernömen habe,
Es ist besser kamp dann hals abe’.
Den kamphendschuch er do zo yme zoch,
660 Er sprang vff eyne dafel die was hoch.
Er sprach “horent, ir edelen fursten here:
Wer durch des hohesten gottes ere
Disen kamp dar fechten
Vnd eristenliche hie berechten,
665 Dem wil ich gerne geben zu lone
Myne schone dochter vnd myne krone’.
Papst und Kardindle bieten Ablass, S. (reorys und 8. Peters Fahne wer-
den entrollt: alles vergebens; kein Ritter wagt den Kampf zu bestehen. Uhnbe-
schreiblich ist die Jammerscene, die sich abspielt.
Die wybe kunden yren Jamer nit verhelen,
In entsuncken mentel vnd die velen,
635 Sie zugen yr wympel vor die augen,
Sie twang der Jamer ynnen daugen,
Das so manig lobelich furste
Keyner nit vechten gedurste.
Entrüstet ob solcher Feigheit reisst der Heide dem Kaiser die Krune vom
lHaupte, setzt sie auf seinen Fuss und erklärt das Reich für sein eigen. Zwar
versucht der Papst durch Hinweis auf den Martertod Christi den Sinn der
Ritter zu ändern — aber kein Kümpe meldet sich. Doch
735 Des keysers dochter gedachte schiere
“Wo ist Johann vb dem virgiere?
Were hye der selbe Edel man,
658 pesser ist kenıpfen dann hals ab Keller, Fastnachtspiele 509,9. Ottokars Chro-
nik (MG. Deutsche Chronikenv) V.5SS5 f.: als ich hin vor vernomen hab, so ist bez-
zer kamph denn hals ab.
745
gt
=]
Q1
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THU
a |
|
=
ANHANG
Er solte sich des kampes nemen an,
Wann da lebet keyn durer helt,
Dane den ich heymelich han erwelt.
Wüste ich den stoltzen Jungeling,
Ich clegete yme disse vbelen ding‘.
Sye liez sie alle schryen, weynen
Vnd sleich hin da von steynen
Eyn schone kemenate was, vil ziere:
“Do ynmne lag der Edele von den virgiere.
Eya, wie edelich was ir gang,
Ir varwe gemuschet rot vnd blang,
Da sie sich hub an das geuerte;
Schleich, schone also eyn wunschelgerte
Was ir lip vff gewaßen reyne,
Lydemaße zwidig, hende, arme vnd beyne,
Ir brustelin gedrewet wol sinewel,
Ir har lang, krispel, goltuar gel,
Ir mundelin bran rot als der robin,
Ir augen hatten durchluchtige, liechten schin.
Und do si in die kämenate quam,
Viel schiere sie den Jungeling vernanı,
Das er von noten entslaffen was:
By yn an das bette sie do sas,
Sie begunde sich vff yn lenen
Vnd wart vil heyße weynen.
An sin antlitz sie sich kerte,
Dar vff sie ir heissen «dreen rerte.
So heiß ir «drehen waren,
Das deme Jungelinge vil claren
(136) Alda syn sloff benomen wart.
Uff so sprang er an der vart,
Er wuste nit wie yme geschehen was,
Do ym sin .antlitz was heis vnd nas.
Do ersach er die maget reyne,
Der glantz schone als die sonne scheyn.
Er sprach mit frolichen syunen
“Got gruß uch, myne könygynnen,
750 1. Schlecht. Ähnlich Engelhart 3000 f. reht als ein wünschelruote kam si |
geslichen üfrcht.
"in 2 Teile gespalten’ sein.
vgl. 4909.
152 zwidig kann kaum das von Schmeller 2?, 1173 belegte Adj.
761 8. leynen.
‘55 Ir mund pran recht als der rubein Wigamur 2615,
wr
99 2H:
775 Heymelichen lieb in mynen hertzen!
Wo von so lident yr smertzen?
Und sagent mir, was (das meynet,
Das yr so sere hant geweynet.
Hat vch yeman icht gesprochen,
780 Ez wirt von mir schiere gerochen,
Wanä ich vch vor alle ding lip han.
Ich reche ez, wer uch hat getan,
Ez wirt yme von myn& swerte zu swere,
Obe ez der keyser, uwer vatter, selber were”.
1
co
Sı
‘Neyn’ sprach sie, “liebes frundelyn,
Bedrubet sint die synne myn:
Es ist komen mynes vatter meyste viant
Vnd widdersaget yme in syıhe eygen lant.
Er wil machmet zu Rome machen
790 Eynen herren vber alle sachen.
Sie erzählt ihm den Verlauf der Ereignisse und nennt den Preis, der des
Kümpen harrt. Der Junker zögert keinen Augenblick, die heimlich geliebte
durch seine Tapferkeit zu gewinnen, und bittet die erfreute und doch wieder
um sein Schicksal tief bekümmerte ‚Jungfrau, seinen Entschluss unverzüglich
dem Vater mitzuteilen. Voll Freude hört der Kaiser ihre Botschaft und heisst
sie reiches Gewand dem jungen Helden bringen.
875 “Die kleyder die ich det machen,
Grunen sämit, rot scharlachen,
Die die lenge sint vndersnyden
Von oben an bitz zu nyden,
Die bringent dem ellenthafften man.
880 Bittent yn ez dragen, den Edeln Johan,
Mit uwer hant streichelt ym syn hare fyn
Vnd setzent yme vff uwer bestes scheppelyn.
Helsent yn fruntlich an der stunt
Vnd kussent ym lieplich an syn& munt,
885 — Lieplichkeit von reyne wyben gut
Stercket mänes hertze vnd mut —
Und saget yme, ich wolle yn machen
Ritter mit herlichen sachen’.
Die Jungfrauwe leyste des keysers bet,
890 Wann sie ane das gerne (let.
779 vgl. Wigamur 5255 Han ich dir icht gesprochen Das hast du wol gerochen;
ferner ähnlich Netz 13654 f. 782 vgl. Virginal 24,4 juncfrouwe, wer hät iu ge-
tän? 884 1. yn, vgl. 912. 1188. S90 sie oder ez zu ergänzen.
395
900
910
915
920
925
strichen) strelete.
ANHANG
Sie ging da si den Junge fant
Und (det mit yr dragen das gewant.
Do er sy mit augen ane sach,
Ime verswant alles syn vngemach.
(15) Sie sprach “Edel Jungherre Johann,
Nement diße kleyder an
Die uch myn Ritter bringen hieß;
Mit dem munde er mich uch sagen ließ,
Er wolt uch zu Ritter machen
Mit hohen, erlichen sachen’.
Er sprach “Gnade, Jungfrauwe myn,
In uwerme dienste wil ich syn.
Got lasse mich also främ werden,
Das ich uch gedienen vff dirre erden”.
Der Jungherre leyt die kleyder an vorwar,
Die Jungfrauwe strelete ym syn gelbes har
Vnd satzte ym dar vff eyn scheppelyn
Von golde vnd von gesteyne fyn
Vnd gap yme schone kleynode.
Sie was selber nit so blode,
Sie helsete yn, do sy vor yme stunt,
Vnd kuste yn fruntlich an syn& munt.
Sie sprach “man sal uch ritter machen,
Ir sollent kömen zu hohen sachen.
So yr gedenckent, das yr min ritter sit,
So sint gut Ritter zu aller zijt,
Das ich von uch moge haben ere
Vnd yr lon von gotte Vmer mere
Vnd ich uch gerne moge liep gehan
Vff dirre erden vor alle man”.
Do sie rette so fruntlich,
Syn hertze das erhub sich
Eyns fußes hoher dane E,
Verswunden was alles syn we,
Do die schone vor yme stunt
(16°) Und ym ir lieplichkeit det kunt,
Wand in allem riche
Was niergent irn geliche.
Er sprach lute vnd offenbere
897 l.myn vatter; besser ließ : hieß. 904 1. gediene. 906 Hs. stillete (durch-
930
99
“Ich wolte, daz ich gewapent were
Und der Sarraezin vor mir hilte
Under helme vnd vnder sime schilde
Und mit eyme gerecketen sper,
Zu rosse oder wie ers ger,
Und ich vor uch myne erste schust
Muste dün nach myner gelust.
Wer er so groß als der berg mungawen,
Ich wolte yn zu stucken zuhawen’.
Mit heiterer Miene kommen beide in den Saal zurück, wo noch immer
Jammer und Verzweiflung herrscht. Johann will fechten, aber erst nach einem
letzten Versuche, die Bitter zu einem mutigen Entschlusse zu bekehren, damit
es nicht heisse, er, der Findling, habe sich in Dinge gemischt, die ihm nicht
gebührten. Das Heiligtum solle herumgezeiyt werden, der Kaiser sein Ter-
sprechen erneuern, der Papst vollen Ablass bieten: helfe das nicht und
980
Man verführt nach semem Wunsche; aber alles ist vergeblich.
“Wil sich ez keyner nemen an,
So dün ich das beste das ich kan.
Ich vechte den kamp mit myner hant
Unb die Jungfra®we vnd diß lant.
Ee wir vß kamphes kreyße scheyden,
Es giltet eyner vnder vns beyden’.
sieh vor dem Heiligtum
1011
1015
1020
1025
Sunder der starcke Sarraezin
— Vermalediget muß er syn —,
Er achte dar vff sicher kleyn,
Er kerte synen rücke dar geyn.
Des zornite sich sere Jungher Johan,
Den hentschuch nam der Edel man,
Mit der andern hant nam er «die crone,
Er satzte sye uff des keysers heubt schone.
Er sprach *dißen kamph wil ich vechten,
Dar vber sollent ir rechten’.
(17b) Do dancketen sie alle got
Und lobeten yn an allen spot
Danne alleyne der starcke sarraczyn.
Er sprach "was seyst du, wichtelyn?
Was seyst du, kleyner kampgenoß ?
Werest du drüstunt also groß,
Ich sluge dich mit der fuste myn, . _
Das ez muste dyn ende syn.
Deutsche Hss. in England 1.
-
Sie neigen
Q ANHANG
Do sprach der knabe hochgemfit.
1030 “Vor drauwen bin ich wol behät.
Wo sollen wir fechten ?” sprach her Johann.
“Zu ludewerde in dem dann,
Der zuhet sich geyn «deme mere,
Da flußet eyn wasser das heyßet spere.
1035 Also ich uch nu sagen mag:
Wir mußen vechten uff den dritten dag.
Do wil ich vollenbringen myn gebeot,
Das machmet beßer ist dann got’.
“Got ist viel beßer’ sprach Jungher Johann.
1040 Hie mit schiet der heyden hin dann.
Sie erhuben den Jungeling here
Vnd erbotten yme groß ere.
Der babest hieß yn Ritter machen,
Manig herre von hohen sachen,
1045 Baronen, Ritter rieften den keyser an
“Here, gnade, dunt ritter dißen man’.
So geschieht es. Beiches ritterliches Gewand und ein gutes Ross, in des-
sen Satteldecke die bei dem Kinde gefundenen Wappen (3 goldene Lilien im
binuen Felde) gestickt sind, wird gebracht. Ein Graf schnallt ihm die Sporen
un; auck seines Schwertes hat man nicht vergessen:
Der Babest von Rome wite erkant
Segente ez yme selber in die hant.
Der keyser syne hant off hup,
10%0 Do mitte er vn an den backen slug.
“Dißen streich verdragent vnd keynen me,
Do ez uch anders zu rechte erghe,
Und sint auch Ritter, helt gut,
Vurbaß vor missewende behät,
1075 Als yr noch bit her hant getan:
Des welle vch got genießen lan’.
Während die Kunde von dieser Feier ganz Rom durcheilt, wird der junge
Ritter zur wohlbesetzsten Tafel geführt. Reich dünkt er sich und doch arm.
Reich, weil er guten Grund hat zu vermuten, dass er von hoher Abstammung
set, und ferner, weil er Aussicht hat, durch den bevorstehenden Kampf Ruhm
und Ehre zu erwerben; arm, weil er doch nur ein Findling ist, ohne Freunde
und Mage. Zwischen Katserin und Prineessin wird er gesetzt. Darob murrt !
ein Ritter Namens (iaueron.
Er was vil böser dan her keve
1125 Der artuses droßesse was
99 259
Und sich mit worten dieke vergas.
Kaiser und Papst tadeln mit harten Worten Gaueron ob seiner niedrigen
Schmähsucht, aber Johanns Fröhlichkeit ist dahin. Am andern Morgen ziehen
die Römer in feierlicher Procession durch die Stadt von Gotteshaus zu (oltes-
haus. Nachdem Johann Messe gehürt, rüstet er sich unverzüglich zum Auf-
bruch. Sein Pferd wird vorgeführt, die Waffen, die man einst bei ihm ye-
funden hatte, werden herbeigebracht, Mundvorrat auf ein Saumtier geladen.
Urlaup nam er do harte schone
An den herr vnd an die barone
1185 (20°) Und an den kevser vnd Keyserynen.
Die Jungfrauwe sprach in druben synnen
“Got segen «dich, frunt, vnd la dich gesunt’
Und küste yn fruntlich an synen munt.
Frylich sprang er in syn gereyte,
1190 Sanet Johannes mynne was syn geleyte,
Das wart ym gebotten schone.
Do sprach der falsche Gauerone
Heymelich in syme munde syder
“Numer müustu’komen her wyder,
1195 Du vngenemer fundeling?.
Her Johan zu sprenge ane ving,
Zu der porten vB was ym. gach;
Manig getruwer segen wart yme nach.
Do reyt er den selben |[d]Jag,
1200 Das er ruwe nit enphlag;
Den andern dag er vber reyt.
Des dages quam der gemeyt
Zuschen Cristen vnd heyden lant
Do er den vngehuren vant.
1205 Er reyt uber eyne brucke mere
Und uber ein wasser, heisset spere.
Da erbeißete zu fusse der gast
Vnd heffte syn ros an eynen ast.
Die sonne was vff vber alle bäume:
1210 Do sach er hien vnd nam gaume,
Wo der große heyden lag
Und dannoch synes slaffes phlag
Uff deme schonesten plan den er kunde fynden.
Syn heubt lag vnder eyner lynden,
: 1184 l. An die. 1193 I. mude? 1201 I. aber?
260
1220
1225
1230
1240
ANHANG
Das ist auch lugen keyne:
Syn heubt lag vff eyme steyne.
Syn achtüm lute, do er lag,
(200) Als eyn wylder donrslag.
“Crist geseyn’ sprach myn herre Johan,
“Ist daß eyn dufel oder eyn man?”
Joch sach er vngerne vff den dag,
Das syn heubt also vnsanffte lag.
Er wart synes wapenrockes bar
Vnd stieß yn ym vnder das heubt dar.
Er ließ yn slafen wie er wolte,
Syne spise er von syme seymer holte.
Er richte sie an vff syme schilte:
Zu morgen zerte der helt milte.
Eyn deyl er auch Jar zu drang
Und seyde got syner gnaden dang.
Da ging er do der heyden lag.
Er sprach °stant vff, frunt, ez ist dag!
Wiltu essen, ich gebe dyr spyse
In dem nämen gottes von dem paradyse
Harte gerne an dirre stunt?.
“Neyn’ sprach er, “Cristen hunt,
Du hast ez harte große schande,
Du byst von hunger vß dyme lande.
Wiltu dich mir gefangen geben,
So wirt dir gefristet dyn leben‘
Und sagen auch, daz ich ez habe getan,
Und wiltu dyme gotte abestan
Und wiltu dich syn verzihen als dyn leben,
Das lant zu Barbarien wil ich dir geben
Und manig edele stat noch dan”.
“Neyn ich’ seyte myn herre Johan.
Der heyde sprach “daz ist eyn spot,
Die Juden hyngen dynen got”.
(21%) Da sprach her Johann vß dem virgiere
“Wolte sich got geweret han,
Die Juden mochten yme nit han gevan.
Du hast got übel gesprochen,
Das wirt von mir gerochen.
1243 streiche wiltu. 1249 darnuch scheint ein Vers zu fehlen.
1251 I. yn.
1260
1270
1285
1290
1280 1, beyde.
99 | 261
Wol uff, du wirst dich weren,
Wiltu den lip generen.
Dirre kamph mueß ye vor sich gan,
Sit ich got wil zu helffe han’.
Do richte sich vff der heydensche man.
Eyn wapenwansch det er an
— Das was vmb syn genicke
Wol eyner hende dicke,
Keyn vesters in der werlte was:
Umb die brust lag gemfallen glas —,
Dar vber eynen halsberg gut,
Das er von allen waffen were behät.
Von stahel er eyne helm vff' bant,
Den schilt den nam er vor die hant,
Das sper er in die ander hant begreif,
Er satzte den füß in den stegereif
Und sprang oben in das gereyde
Und stappite hyn off’ die heyde.
Synen vanen hette er entwonden.
Her Johan auch zu den stonden
Was wol gewapent vff' gesessen
Vnd hatte syn selber nit vergessen.
Synen helın hatte er vff verbunden,
Die wapen die by ym wurden funden
Die stunden yme vßer (der maßen wol,
Er was eyn ritter wädes vol.
Si wurden beyden eyn ander gern,
(21b) Sie quamen mit gesencketen spern
Gefaren vff eynander mit nyde
Also vyent geyn vyent zu stryde.
Der heyde hatte den langesten schafft,
Er vorgaderte vff her Johan mit crafft
Und stach herrn Johann durch den schilt,
Der so menlich geyn yme hilt,
Und durch die platen, durch das gelider,
Die korye halff nit dar widder.
Er endrante yme manigen ring,
Das sper durch den halsberg ging,
Das er ez vil wol wart gewar.
Doch drang er widder vff yn dar
ID
“
IV
1295
1300
1305
1310
1315
1320
1330
ANHANG
Mit synes speres ysen:
Blech vnd ring begunde rysen,
Das sper er yme in die brust drang
Wol vff eyner spanne& lang.
Die rosse stunden beyde gebogen,
Die stücke von den speren flogen.
Die rosse quamen vff die knye,
Schoner dyost gesach man nye.
Da sie widder zu yn selber quamen,
Die rosse sie aber mit sporen namen.
Do her Johan sach des heydens blüt,
Fro was yme hertze vnd mät,
Er sprach “frunt, ich han des wol acht,
Ir sint von stahel noch von ysen nit gemacht,
Ir hant fleisch vnd blut
Also manig ander Ritter gut”.
Hie mitte was der rede gnug.
Ieglicher vff den andern slug.
Ich gleube, daz sie ir swerte
(222) Ir keyner lutzel do sperte.
Sie hiewen die schilte me vnd me,
Das die spene flogen als der sne.
Golt vnd gesteyne der slege engalt,
Sie wurden mit slegen abe gefalt.
Da was wang widder wang:
Ez was nit eyn meygen gang.
Man sach die flämen vB springen,
Die swerte vil lute klingen,
Do mitte sie eyn ander mit versnitten.
Mit zugen sie vil sere snitten
Durch helm, durch schilt, durch halsberg:
Sie driben do ritterliche werg.
Durch yr ringe sach man rynnen blät
Als der regen vß den wolcken dät,
Der melme wart zuschen yn so dicke,
Sie mochten gesehen nit eyn& stick.
In bleip nit gantz von yrn schilten
Eynes fußes breit, die sie vor hilten.
Also werte mit haß yr beyder strit
1312 daz swert er lützel sparte Lanzelet 1438. 1322 I, nit vermitten.
1335
1340
1345
1350
1355
1360
1365
1370
1347 1. enborte.
99
Von des morgens an bit vesper zijt.
Doch was yr keyner so vollenkömen,
Hede er gedurst, er hette ruwe genömen:
Menlich hette geben zu den stunden
Dem andern xvıı wunden;
Auch waren yr rosse wunt geslagen,
Das sie sie vbel mochten gedragen.
Doch begunden sie eynander grüßen
Mit herten slegen vnsußen.
“Du müst sterben’ sprach der heyden.
Her Johann sprach “ich sal ez dich bas bescheiden’.
Des zornite der heydensche man,
(22b) Mit hoffart kam er den Jungen an,
Mit handen er das swert begreiff
Und envorte sich in dem stegereiff
Und gab her Johann eynen slag,
Das er vff dem sadelbogen gelag
Und yme eyn stucke von dem schilte sprang:
Da seyde er machemeten großen dang.
Da her Johann herkoberte vnd widder kam,
Eyn swert er bit beyden henden nam.
Er reyt do er den heyden fant |
Und slug yn mit geweltiger hant
Uff synen helm von stahel harte:
Er mochte syn nit gewynne vorscharten.
Von der herte das swert nider glant
Vnd gestackete in des schiltes ranft]
Wol so dieff als eynes mänes fuß.
Her Johann nü syn swert lassen muß,
Wann er kunde ez mit allen syn& synnen
Nit her widder vB gewynnen.
Nü hat her Johan syn swert verlorn:
Des hatte er ruwen vnd auch zorn.
Vmb dreip yn der heyden vnmilte,
Er müste sich decken mit dem schilte,
Wann er vant nit das ym dochte,
Do mitte er sich geweren nıochte.
Do sprach der heyden konig rich
“Wiltu nach ergeben dich
1353 1. Syn?
2063
264
1375
1380
1390
1395
1400
1405
1410
1372 vgl. 1241.
ANHANG
Und sage die selbe dat von mir,
Barbarie das lant das gebe ich dyr;
Vnd wiltu dich dynes gottes verzihen,
Egipten wil ich Jir zu eygen lihen.
Ich gebe dir manige stat nach dan’.
(238) *Neyn ich zwar’ sprach her Johan,
“Ich wil mich veste halten ane got
Und vmer leysten syn gebot.
Ich truwe, ich solle in kurtzer stunt
Uch furen vor den keyser Sygemunt
Und yr sullent uwer vordel verliesen, .
Das yr wollent alles deylen vnd kiesen’.
Diß wolte got mit syner gotlichen krafft:
Er vant eyn stucke von des heydens schafft
— Er was wol achte fuße lang —,
Dar nach det er eynen swang.
In die hende begreiff er yn klug,
Den heyden er do mitte slug,
Das er rümede alda beyde
Stegereif vnd das gerle]yde.
Her Johan, der degen wert,
Begreiff' widder sin swert,
Er zückete ez vB dem schilte dan
Und sprach den großen heyden an
“Frunt, wiltu gleuben an got
Und wiltu sten an ceristus gebot
Vnd faren mit mir zu dem keyser here,
Du gewyüest lop vnd groß ere’.
“Neyn, numer” sprach der vbele man.
Do wart zornig myn herre Johan.
Schier fur er vff den heyden dar
“Myner cerafft müstu werden gewar
Und was myn got geleisten kan,
An den du wilt keynen glauben han’.
Er slug yn in dem melme:
Das heubt mit dem helme,
Rippe vnd gederme slug er vff.
(23b) Der streich erwant vff der huft,
Da= swert drang neben ‚vi an. den dyer
99 265
So großen slag erfreisch man nye.
Do wart selig der vngehure knabe.
Her Johan swang (das heubt abe,
Der stoltze helt gar vnbetrogen
1415 DBant ez an synen sattelbogen
Und wolde von dem felde riten:
Da was er belegen zu allen siten.
MWonl Ah060 Areiden schneiden ihm den Rückweg ab: Berg und Tal Teuch-
ten von ihren bunten Bunnern.
1425 °Hilff mir, herre got’ fleht der junge Held,
“Und maria, heilige Jungfrauwe,
Zu myner nöten hie schauwe
— Berg vnd dal vol heyden ist.
Nu weyß ich, «daz du starcker bist —
1430 Vnd walte noch hute aller myner sachen.
Ich wil mich zu were machen.
Benement mir die heyden myn leben,
Ich hoffen, du salt mir grossen lon dort geben’.
Giewaltig spornt er sein Ross und durchbricht, mächtige Schwertschläge
nach allen Seiten hin austeilend, eine Schar der Frinde um die andere.
Do erslug der helte wol geborn
Manigen heyden vß erkorn.
‚Syn swert ging elingen — cz was güt —
1445 Als der hamer vff dem aneboß dät.
Gluck also mit yme was,
Er det ez ye lenger vnd ye bab.
Da reyt er yn die dritte schar
Und nam der gottes vynde war,
1450 Er zurhiewe mit syner crafft
Manigen schilt vnd manigen schafft.
Syne slege hatten große macht:
Glich eyme lewen er do vacht.
Endlich hat er sieh durchgehauen und yelanyt einem schmalen Pfade
folgend in einen Wald. Mann und Ross sind schwer verwundet, durch die
Ringe rinnt das Blut. Da steigt er rom Pferde und verbindet mühsam seine
Wunden. Fin wenig Brod und ein Schluck Wein hätten ihm wohlgetan,
aber nichts ist ihm übrig geblieben. So reitet er von neuem die Nacht hin-
durch, bis er bei Sonnenaufyang Kom vor sich liegen sieht. Clarisse hat in-
zwischen Tag und Nacht kummertoll seiner geharrt. Als sie ihn nun mit dem
Haupte des Riesen am Sattel heranreiten sicht, da ruft sie nach ihrem Vater
und bittet Uhn, die Tore öffnen zu lassen wnd das dem Delden gegebene Ver-
Deutsche Hss. in England T. 34
266 ANHANG
sprechen zu erfüllen. Gaueron aber rät ab: es gehe nicht an, einen Findling
zum Herren von Rom zu machen. Der Kaiser leiht ihm trotz den flehentlichen
Bitten seiner Tochter Gehör, und Johann findet statt freudigen Empfanges 12
wohlverschlossene Tore, während im Rücken die Feinde in hellen Haufen heran-
ziehen. Da yrebt er sich verloren. Auf der Zimme sieht er Clarisse jammernd
stehn. Wieder verrichtet er Heldentaten unter den Feinden, wird aber schliess-
lich von ihnen bis hart an die Stadtmauer gedrängt. Nicht hilft, dass Clarisse
chm 50 Ritter sendet. Da sieht Lammelot seine Not und reitet ihm zu Hhlfe.
Johann vermeint, er komme den Full seines Bruders an ihm zu rüchen, aber
neue Kraft erwacht in ihm, als er von Lammelot eines Bessern belehrt wird.
Gemeinschaftlich werfen sie sich den Feinden entgegen, bis ihre Rosse erschlagen
sind und sie selbst aus vielen Wunden bluten. In dieser höchsten Not eilt
Lantzelot, eyn krefftig helte zu aller not, aus der Stadt zu ihnen und erschlägt
den König ron Bulgarien, dessen Ross er Johann übergiebt; der aber tritt es
edelmitiy seinem Gesellen Lammelot ab, um bald ein anderes für sich selbst
AU gewinnen. Nun wieder zu Pferd, kämpfen die drei quten Gesellen den gun-
sen Tay und die Nacht hindurch:
1761 Sye erslugen, wen diß wundert,
Me däne viertzig hünddert.
Als der Kaiser bei Sonnenaufgang die Ielden unermüdet kämpfen sieht,
sehänmt er sich seines Verrates. Etliy yebietet er einen Ausfall, wobei Gaueron,
der Consul der Römer, die Sturmfahne zu tragen hat. Der feige Mann lüsst
diese bald fallen, wendet sich zur Flucht wu reisst viele tüchtige Kämpen mit
sich. Vergeblich mahnt und beschwört Johannz; regellos wird die Flucht:
Der son über den vatter rante,
1825 Der vatter rante vber das kynt,
Sie stoben zu der stat als der wvnt.
So müssen sieh Johann und seine beiden (iesellen begnügen, die Nachhut
x decken und lebend, wenn auch mit zahllosen Wunden bedeckt, in die Stadt
su sehen, deren Tore eiliyst verschlossen werden.
’ 1846 Da vBße ließen sie die sarraßyn.
Her Johann Iyt vil grosse pyn
Von den wunden die yme waren gehauwen.
Er ging hyn zu syner Jungfrauwen.
1850 Bedrubet was die Jungfrauwe fyn,
Sie sprach “willeköme, herre vnd frunt myn,
Mogent yr vnd vwer gesellen genesen?”
“Jungfrauwe, «lo müß glucke by wesen.
Heden wir meister zu disen stunden
“
1547 1. leyt.
99 267
1855 Die vns heilten vnser wunden
Die Jungfrauwe sante geyn Mompoliere
Und geyn Salerne nach meystern schiere.
Die bunden den herren ire wünde schone
Und verdienten do richen lone.
Inzwischen stürmen die IJleiden die Stadt, werden jedoch mit starkem Ver-
luste zurückgeworfen. Ihr Sultan Hagelos wihlt nun den langsameren Weg der
Belagerung. |
Da wurden gemacht bliden, louckere,
Tribocke vnd büßen schossen sere,
1890 Katzen, schyrm vnd domnelere:
Alrest wart daz vrluge swere.
Trotzdem vermochten die Feinde nicht der Stadt Herr zu werden. 1!/, Jahr
währt die Belagerung schon: da — es ist Ostern geworden — mangelt es den
Römern an Speise. Niemand weiss zu helfen, nur (iaueron rät, den Christen-
glauben abzuschwören und so die Gnade des Sultans zu gewinnen. Als Johann
ihn xornig zurechtweist, schlägt er ihn ins Gesicht — und nimmt Reissaus.
Der Kaiser zürnt und will sich fortan ganz an Johaunns Rat halten, dem er
die Schlüssel der Stadt anvertraut.
Da her Johann die slußel hette genomen,
(32b) Da was er zu dyngen kömen.
1970 Er sprach “gnade, herre, keyser rich,
Ich byn nu beraten gar herlich.
Es ist hüte der grune donrstag
Den man vil wol eren mac:
In dirre naht gefangen wart
1975 Cristus vnser heylant zart,
Er ließ sich durch vnser liebe
Henken also morne zuschen zwen diebe.
Darnach der Osterabent lit.
Mich dunket güt, das wyr diße zijt
1950 Vnser vynde durch got laßen fry,
Bitz das vns der Osterdag kömet her by,
Und sich menlich mit gotte bewla]r.
So rade ich, das man dan vz var
Uff vnßer vnd gottes vyande
1985 Und sie triben vB vnßem lande”.
Der rat geviel yn allen wol.
Sy sprachen, er were güter synne vol.
Nu do der Osterdag ane ving
19659 l. zu hohen dyngen, 1085 1, tribe,
268
1990
1995
2000
2005
2010
2020
2025
ANHANG
Und menlich zu Kirchen ging
Uni namen gottes dienste war,
Der keyser kam mit den synen dar.
Und da die messe wart gesungen,
Alte vnd Junge do vB drungen
Und ylten vff des keysers sal,
Da si nach yrs hertzen wal
Mit lust wolten frolich syn.
Da funden sie weder brot noch wyn
Noch korn, mel ader brot:
Der hunger schuff vil manigen. (lot.
(33%) Ieglicher sach den andern an.
Da »prach vß dem virgiere Johan
“Wil yeman mit vß riten
Nach spise zu velde an dißen ziten?’
Man seyt vns, «das sie alle swygen
Und hatte «die heubte nider genygen.
Do »prach Johan vB dem virgiere
“Bringent mir myn wapen schiere.
Ich wil zu der Rat stat vzriten
Und wil nit lenger beyten’.
Also balde als er das wort gesprach,
Syne wapen man dar bringen sach.
Das leyt an sich «der degen wert,
Uimb sich gurte er syn gut swert,
Ein monichkappe det er an
Uber synen harnesch, der freche man.
U syn roß er swynde schreyt,
Zu der porten vB er frilich reyt.
Sie wünschiten yme glucke vnd ere,
Ane der verreter Gaueron, der hassete yn sere.
Er sprach heymelichen svder
“Nümer müße er kömen her wyier‘.
Her Johan der reden nit enhorte,
Er slüg mit sporn vnd reyt vorte.
Da such er manig paulon gemert.
Er hatte gefastet mit grosser macht
Wol vier dage vnd vier nacht.
In hungerte vz der maßen sere,
1997 vielleicht: fleisch noch wyn. 2008 ch nehme ratstat als Stätte, an der
Vorrat (von Speise) zu finden ist. 2024 darnach fehlt ein Vers.
2030
2035
2040
2045
2050
2,55
2060
2065
2045 I, ze?
9. 269
Wen wolte wondern diese mere?
(33) Viel dicke rieff der frye
“Hilff, müter gottes, sce Marie!
Es ist hüte der funffte dag,
Das ich essens oder drinckens nye enphlag’.
In des yme zu sehende wart
Eyn gezelte von kostlicher art.
Ez was von oben biß niden
Bla vnd grüne vnderschnyden.
Oben vff' stünt von golde ey sterre
Der luchte geyn der sonnen ferre.
In dem gezelte zu ringe sassen
Viertzig heydensche könige vnd aßen.
Sie haden auch wilde vnd zanı.
Her Johan aldar geritten kam,
Er »chauwete yr dafel, sie was nit krla]ng,
Sie hatten roten wyn vnd blang.
Syne freude wart do nit so kleyne.
Er sprach °hilff maria, müter reyne,
Mit disen sal ich hüte elsen hie
Und geluden mich doch nye?.
Er erbeyßite von syme rosse schone
Und drat hien in die paulone,
Er grüßte die heren allesampt
In heydenscher sprache: die was yme bekant.
Si frageten yn, was er do suchite
Oller was nüwer mere er do geruchte.
Er sprach “by myner cristenheit,
Es ist der vierde dag, das ich reyt
Alher von Romen vz der stat,
Also mich myn herre, der keyser, bat”.
Sie sprachen, obe er were eyn bode.
‘Ja’ sprach er, “by dem lebendigen gode?.
(34%) Der soldan sprach “sage mir eben,
Wil man mir die stat fry eygen geben .
Und dar zü alles Romische riche?
“Neyn, here" sprach er, “sicherliche’.
“Was mere brynget yr, sagent gereyt?’
“Ich sage ez uch, doch ist ez in Cristenheyt
Sit, keyn botte let syne botschafft wißen,
270 ANHANG
Er habe dan vor hyn wol inbyßen’.
Sie sprachen, das er seße,
270 Vaste druncke vnd eße
Vnd yn dar nach seyde
Die botschafft by warheyde.
Zwene knaben brachten zwey dischleyn
Vnd eyn hültzen dafeln vß der maßen reyn.
2075 Die dafel begunden sie dar machen,
Dar vff eyn syden dischlachen
Und eynen nap von golde,
Da er vz drincken solde.
Man brachte edele spise vnd brot:
2030 Das det dem herren nit zu unnot.
Er nam wasser vnd saß zu tische.
Man brachte ym wilprecht vnd vische
Und den aller besten wyn
Der in der werlte mochte syn.
2085 Er sach vmb sich her vnd dar,
Obe syn yeman neme war.
Er sprach “yr edele barün,
Ich müß myn kappen abe dün,
Dar vmb bitte ich vch, helte güt,
2090 Entphahent ez vor keynen argen mät’.
Sie sprachen “nu dü, edel man,
Es enghet vns nüschnit an’.
(34) Wes er gert das hede er gnüg,
Volleklichen man ez vor yn drug.
2095 Er vollete die kutte also eynen sag
Mit brode, da sie by yme lag.
Also lange drang vnd aß her Johann,
Bitz das er xvır brot gewan
Und fleischstucke eyn michel deyl:
2100 Des was er in synen synnen geyl.
Die herren wunderte alle das,
Das er so vil drang vnd as.
Sie sprachen “Die in Rom sint gesessen,
Hilff machemet, moget «lie so vil eßen,
2105 So ist ez wunder, das sie xvım dage brot
2073 dischleyn:reyn muss verderbt sein; durch Einsetzung von fyn, welches
auch einen besseren Sinn gibt, für reyn wird der Reim gebessert, vgl. auch V.2151f.
2091 die (durchstrichen) dü Hs.
2110
2120
2130
2135
2140
99
Mogent han zu dirre zijt vnd diser not.
Da her Johan brodes gnug hade
Und fleisch vnd von anderm rade,
Da warte er an den stunden,
Wo syn ros stunt gebunden.
Er sprach “wußte ich, wer der hocheste were,
Ich seyde yme myne batschafft offenbere”.
Do sprach konig soldan hagelos
“Ich byn vber die andern heren groß.
Wer mir beneme myne crafft,
Der swechete alle heydenschafft.
Hie sitzent viertzig könige here,
Der synt Nünzehen myne dienere,
Die andern sint myne frunde gät:
Sage an dyne botschaft vnd dynen mät?.
‘Herre, ich sage uch an dirre stat,
Was myr myn herre beuolhen hat.
Her, Richer soldan, das gleubet:
Der keyser sante mich nach uwerm heübet’.
Also sprach der Edele ritter wert.
(35%) Mit dem worte zoch er das swert,
Er slug yme das heubt abe, das ez sprang
Von yme wol sieben fuße lang.
Sie fluhen von dem Paulone vff die grüne,
Vnder yn allen was keyner so küne,
Das er regete fuß oder hant:
In zageheyt waren sie geschant.
Der konige slug er seße dot,
Die andern endrünen yme mit not.
Her Johan syner kutten nit vergaß,
Do mitte er vff syn ros gesaß.
Ee sich die heyden bereiten zu were,
Do was er kömen vB dem here.
Er reyt geyn Rome an (lie stat,
In laßen er sich da bat.
Die heyden ranten vff yn vnverdroßen
Und velten yn nidder mit dem roßen.
Do müste er doch syn blyben dot:
Da halff yme aber her Lamelot
Vnd antzelot (!), die hulffen yme in (die stat.
Die Jungfrauwe kam an freuden mat
LO
1
ID
1
IA)
ANHANG
Vnd von hunger also bleich,
Das sie yr selber kume geleich.
"Synt willeküme, herre, bringet yr keyn brot,
2150 So blibe ich von hunger sicherlieche dot.
“Jo ich? »prach er, “Jungfrauwe fyn,
Sent hin, hie ist eyn brotelyn’.
“By gotte, ez ist hiute der vierde dag, .
Das ich essens sit nye enphlag.
LO
un
ot
or
Es hat gekrencket mir dies leben’.
“Sent, ich wil uch fleisch dar zu geben’.
Sie was frolich, do sy es gewan,
(35) Vil edelichen beyß die daran:
Sie gap ym balde eyn ende.
2160 “Jungfrauwe, «das ist missewende’
| Sprach vB dem virgiere der Ekel man,
“Ir soltent uwern meyden mit gedeilt han’.
Sie sprach “der hunger det myr so not,
Ich mochte mit nyeman gedeylen myn brot”.
2165 Dem herren wart zu lachen not:
Eyn ander brot er yr «dar bot.
Da ging er deylen vnder ir Jungfrauwen
Zu ringe vmb brot: des begunde man schauwen.
Des kam auch dar her Lamelot
2170 "Geselle, yr erslugent mir mynen bruder (dot.
Vor syn Junges werdes leben
Hant ir myr keyne besserunge geben.
Wissent, ich vnd myne mage
Wir rechen ez nit so drage.
2175 Her Johan sprach “als ich uch bot,
Das dün ich noch: mit golde rot
Wil ich uwern brüder widder wiegen,
Ich wil uch des nyemer geligen.
Burge, stete vnd wyte lant
2180 Wil ich ergeben in uwer hant,
So balde ale myr kömet der dag,
Das sich myn glucke frauwe mag’.
“By gode sprach er, “ich endun syn nit,
Gebent yr nr allen schatz, die lant do mit.
2185 Myn hertze keynes schatzes gert
Vor mynen edelen bruder wert.
2158 I, sie? 2177 zu wigen (: geliegen) vgl. Karlın. 447, 49. 51. 537, 23.
99
td
u |
wD
*Crist geseyn! was wollent yr dan?
Sprach der Edele her Johan.
“Gebent mir die helffte von eyme brode,
2190 So ist gebessert wol der «dode’.
(36*) Her Johan sprach “sal ez dan stede syn?”
Lamelot sprach ‘Jo, vff die truwe myn’.
“So nement hien, daz ist eyn sunebrot.
Ich hette uch doch nit gelaßen in der not”.
2195 Da kam Gaueron der verreter,
In hungerte zü dode gar ser.
- Er schemete sich zü bitten brot,
Vil dieke wart er bleich vnd rot.
Doch hette ez yme gestanden vmb syn leben,
2200 Im were (des brotes nit worden gegeben.
Her Johan gedachte zu der selben stünt
*Diß brotes enbißet daling dyn münt'.
‚Die andern zwolff brot er schloß
Der Jungen keyserynen in yren schoß.
2205 Da-wurden die dische schiere bereyt.
Man gap wasser durch die hubischeyt.
Da sie da waren alle geseßen
Zu dische dar vnd solden eßen,
Da haden nach gebarniße zwey vnd zwey
2210 Kume so groß brodes als eyns hünes ey.
Ich gleube, koche vnd droßeßen
Auch da vil lutzel essen.
Nach Johanns Rat wagen am andern Morgen die Christen einen Ausfall
auf die ihres Oberhauptes beraubten Heiden. Er glückt: die meisten werden
-erschlagen, der Rest flieht Hals über Kopf. Reiche Beute an Gold, Süber und
kostbaren Gerüten, vor allem aber die so nötige Speise füllt in die Hände der
Sieger. Johann ermahnt sie, sich vor übermässigem Genuss zu hüten, und
begiebt sich alsbald zu dem Kaiser, um ihn an sein Versprechen zu mahnen.
Aber zum zweiten Male hört dieser auf die bösen Ratschläge (Gauerons: man
solle dem jungen Ritter dreitausend Pfund jährlich geben und eines Mnaiers
Tochter zum Weibe; sei er damit nicht zufrieden, so solle man ihn ohne wei-
ters in einen tiefen Kerker werfen. Sonst möchte es wohl’ geschehen, dass er
den Christenglauben abschuwöre und gemeinsame Sache mit den Heiden mache.
‚Johann ist empört ob eines solchen Ansinnens und verheisst schwere Rache.
Die Jungfrauwe zoch yn mit dem geren
*Swigent, herre, schonent uwer eren,
2209 I. geburnisse?
Deutsche Hass. in England I. 3)
274 ANHANG
Machent vch hynng, ez ist vch not.
2340 Fliehent yr nit, sicher yr sint dot.
Ich hörte Gaueron manen mage vnd man,
Das man solte vahen hern Johan.
Sie solten uch ane widdersagen
In eynen kerker vnd in eyn bloch slagen’.
2345 Sie zwey sich mit henden gefingen,
In eyne k&menate sie gingen.
Die Jungfrauwe sprach “zware, here myn,
Ich sal nyemane dan uwer eygen syn.
Myn vatter mich uch offenlich gelobet hat:
2350 Das wyl ich halten ane falsche dat’.
Under yn do früntlich wart gespielt,
Ieglicher dem andern do eyn kußemulen hielt.
(38) Wer wolte uch sagen, was me do geschach ?
Ich weyß, daz yn da nyemant zu sach.
Der Held rüstet sich zur Fahrt; damit er in der Fremde nicht Not zu
leiden brauche, giebt ihm Clarisse ein mit Gold beladenes Saumtier. Gaueron
entflieht seiner Rache, indem er sich schleunigst in .einem festen Steinhause
rerbirgt und die Tür verschliesst. Aus diesem sicheren Verstecke schmähl er
den ergrimmten Helden:
2375... . “Fundeling, fundeling,
Got gebe dir lesterliche ding.
Du woltest mich gerne erslahen han,
Mochte dyn wille anders vor gan.
Neyn ez zwar zü dirre stünt.
2380 Ich was der dich slug in dynen münt’.
So bleibt ihm nur übrig, von dem Kaiser Abschied zu nehmen:
“Got behute uch, keyser güt.
Doch sage ich uch zware mynen müßt:
2385 (39%) Enwere uwer dochter, yr müsten sterben.
Nu wyl ich durch sie nit so werben.
Ich byn eyn ritter von solchen synnen:
Wann ich eyn Jungfrauwe mynnen,
So wil ich stille vnd offenbere
2390 Iren frunden syn holt vnd bieten ere.
Her keyser, ich sage uch ane straffen:
By uwer dochter han ich geslaffen.
Ich hoffe, obe got wil, ez sie ergangen,
Sie habe eyn kyndelyn entphangen.
2395 Düt dem kynde yeman laster oder leyt,
99
Dem wil ich frümen arbeyt.
Setzet er vB Romen eynen fuß,
Eynes bosen dodes er sterben muß’.
275
Stillschweigend muss sich der Kaiser diese stolzen Worte gefallen lassen.
‚Nachdem Johann noch innigen Abschied von Clarissen genommen hal, fährt
Während er die Welt durchzieht, gebiert Clarisse einen
Sohn. Gaueron wendet vergebens alles auf, um das schöne Kind beiseite zu
schaffen. In der Taufe erhält es nach seinem Vater den Namen Johann. Vier
Jahre verfliessen: noch immer irrt Johann umher, aber sein Gut ist beinahe
er auf Abenteuer.
aufgezehrt.
2450
IX
y>
or
>) |
2460
2465
247U
2447 I. Jare.
Nach der vier Jares zyten
(40%) Do solte er eynen dal inriten;
Da begegent ym eyn Ritter geritten,
Der hatte eyn gut ros beschritten.
Er scheyn alt wol viertzig Jar
Und haden vberslagen har
Und furte alsolich wapen an
Also phlag zü füren her Johan.
Es müte her Johan sere gnug,
Das eyn ander syn wapen drug.
Auch meynde der alte grae degen,
Nieman dan er solte der wapen phlegen:
Er gedachte wenig an synen son Johan,.
Da er were worden eyn solich man.
Sie begunden zü samen rennen,
Keyner wolte sich dem ander nennen,
Sie hiewen in dem melme
Durch halßberg vnd durch helme,
Das blut yn durch die rynge ran.
Die zwene vßerwelten man
Fochten do mit großem nyde
Von des morgens an zu vesperzyde:
Sy waren beyde müde von der not
Und waren besprenget von blude rot.
*Crist geseyn’ sprach myn here Johan,
“Sal ich dißen alten man
Ummer dare vor myr halten lan?
Ime wirt eyn ander büße getan’.
2452 vberslagen “meliert’ ? 2460 1. Das.
2462 ander nen-
nen: zu dieser Schreibergewohnheit vgl. C. Kraus, Deutsche Gedichte des XII. Jh.
ST f.
LD
248U
2485
2490
2495
2500
2505
IV
N |
far‘
St
ANHANG
Mit beiden henden er «das swert begreiff
Und enborte sich in den stegereiff
Und slug yn, das er nam eynen val
Uß dem sattel hien zä dem dal.
Swynde erbeißte her Johan.
Von syme swerte er den feßel gewan,
(406) Er bant den alten vnbetrogen
Da mitte an synen sattelbogen.
“Her alte, nü mußent yr mit mir,
War zu riten steet myn gir,
Ez sie verre, kurtz oder lang,
Des wil ich uch sagen keynen dang?.
Der alte sprach “yr hant gewonnen.
Ich wande, das nyeman vnder der sonnen
Mit syner crafft dar zü dochte,
Das er mich vberwynden mochte.
Mich uberwant nye me keyn man:
Achte Ritter ich gekempet han,
Die müßent nach myne mäne syn.
Doch byn ich verdriben der lande myn
Mit mynen nefen vnd kynden.
Herre, mochte ich die gnade vynden,
Das ich mochte wissen uweren namen?’
“Ich sage ez uch an alles schanıen,
Ich leukens nit vmb alle ding:
Ich heiße Johan der fundeling.
Ich wart zu eynen stunden
Mit disen wapen funden
In des keysers sygemundes baümgart.
Wissent, das by mir funden wart
Alle myne harnesch vnd gesmyde
Sunder «as roß, da ich vff' ryde.
Myn ander roßB was blütrot:
Das bleip vor ludewerde dot’.
Da sprach der alte ritter wol getan
“Enbyndent mich vnd lant mich by uch gan’.
Er sprach 'nevn ich in truwen,
Ez mochte mich wol geruwen.
Ir hant mich hüte zübluwen so,
Das myn lip nit ist gar fro”.
(41?) Er sprach “by gotte, wie ez erge,
99 277
Mochte ich wol, ich slüge uch nit me.
Ich sal uch balde furen aldar,
Do man uwer mit freuden nymet war”.
Er enbant den Ritter gät.
2520 Do sprach der helt wol gemät
“Her Johan, ich sage uch vor ware:
Ir synt my kynt vnd ich uwer vatter zware”.
Da sprach her Johan vB dem virgiere
“So sagent mir uwern name schiere”.
2525 Er sprach “ich heißen Ruprecht.
Da myn dyng etwan was slecht,
Do was ich graue zu Artoys,
Von Angeris vnd von Boloys:
Nu byn ich leider nu verdryben,
2530 Myne kynder vnd myn nefen sint nit bliben,
Vertriben sint myn hoheste man’.
“Wer was min müter?’ sprach her Johan.
Des entwürt er ym gar gezogentlich
‘Des königes swester von franckrich.
2535 Ich was yr kemmerer frye
Und gewann uch dar bye.
Da uwer lip geboren wart,
Ich furte uch in des keysers baumgart
Und det by uch legen, als ich wolte,
2540 Was eyme ritter zuhoren solte,
Umb das man uch wirdekliche solte han.
Gleubent ez, ich han me gedan.
Ich brach eyn vingerlyn entzwey von eyn
Durch die haspe vnd, durch den steyn.
Uwer müter nämen vnd myn ersten buchstaben
In widder syte waren druff gegraben.
Das halbe teyl ich by uch leyt,
Das ander teyl han ich hie gereyt’.
(41) Da sprach her Johan, der ritter geyl
2550 “So han ich hie das ander teyl’.
Sy stalten ez zu säinen gegen dem steyn:
Do was das vingerlyn also reyn,
Das man die buchstaben wol merckte vnd mohte lesen.
Her Johan sprach “yr mogent myn vatter wesen,
IL
ar
>
[bi |
2529 das zweite nu zu streichen oder I. von. 2543 vielleicht ist von eyn zu
tilgen. 2545 streiche nimen, 2546 I. ietwedersit?
278 ANHANG
2555 Ir synt eyn edeliche psone.
Herre, ich klage uch von Grauerone.
Ich were herre von dem Romischen Riche
Bliben mit eren gewaltikliche
Umb eynen kamp den ich vaht
2560 Mit gottes helffe vnd syner maht,
Und hede getan her Gaueron:
Eyn bose ende gebe ym got zü lon!’
Bo sprach der Graue Ruprecht
‘Ich rate uch vnd düncket mich slecht:
Ritent zu «dem konige von franckrich
Und dienent yme wol gewilleklich,
So lange biß das syn adelkeyt
Uch zu eyner bede sie bereyt.
So yr uwer bede verdienet hant,
2570 So bitten yn vor den herre allesant,
Das er uwer mäter die nach lebe
Uwerm vatter züi eyme elichen wibe gebe,
Das yr nicht blybent ey kebiskynt:
Dar nach sagent, wer yr sint.
2575 So wil ich riten zu Gaueron hyn,
Uwer botte ich dar willeklich byn’.
“Here, so slagen yn nit dot!’
"Das enließe ich nit vmb gold rot.
Myn swert richet uch, edel man,
2580 Da ist keyn ander gedynge an.
Doch müßen wir uwer brüder schauwen
(422) Und uwer nefen in dirre auwen’.
Her Johann sprach “das dün ich gerne.
Es ensteet mir nit zu enbern’.
IV
Qı
CS:
abi |
Mit Lachen und Weinen werden sie empfangen, so gross ist die Freude, dass,
Were got selber kömen dar,
Man hede syn nit genomen war.
Bald aber geht es ans Scheiden. Nach Paris reitet Johann, sein Vater
aber gen Rom, um (Gauerons Verrat zu rächen. Eines Tages steht Clarisse
mit ihrem jungen Sohne auf der Zinne: da sieht sie einen Ritter mit wohl-
bekanntem Wappen heranreiten. Sie hält ihn für ihren xzwrückkehrenden Ge-
lieblen und eilt ihm mit dem Knäblein entgegen.
2561 Und hede getan: vgl. zu dieser Formel Z. f. d. Ph. 24, 504. 27, 533 f.
2584 Reinolt v. Montelban 857 diß roß enstet mir nit zu emberen (:gern).
2615
2620
2630
2635
8640
2645
99 279
Da sie den Ritter yr nahen sach,
(42b) Früntlichen sie zu yme do sprach
Und grüste yn lieplichen gnüg.
Er sprach ‘got dancke vch, Jungfrauwe klüg.
Wes ist diß schone knebelyn ?’
‘Here, ez ist uwer vnd myn’.
Er machte das heubt des helmes bar
Und kerte sich geyn der Jungfrauwen dar.
Da sie sach den grossen bart,
Do erschrag sie also hart,
Das sie wart val vnd bleich
Und dem dode gleich.
“Hilff, here, ich wande, ez were her Johan’.
*Neyn ich, ich byn eyn ander man.
Uff die treuwe die uch wonet mit:
Bestent yr myme herr& Johan iht?’
“Ich sage uch, herre, diß kyndelyn
Das ist syn vnd sicher auch myn”.
*Jungfrauwe, so sage ich uch vor ware:
Ich byn des kyndes alter vatter zware”.
Er begreif das kynt an der stunt
Und kußte ez fruntlich an den munt.
Do daz kynt verstünt wol daz,
Das der mere also do was,
Ez sprach “vatter, degen here,
Ich clage uch vber Gaueron sere?.
“Jungfrauwe, wo ist Gaueron ’?’
‘Ich wene in giene pauelon’.,
Da sprach der Graue Ruprecht
‘Ez sie Ritter ader knecht,
Die frantzoser die hie dienent vmb solt
Die besendent, ich hoffen, sie syn mir holt,
Sie sint das meiste deyl myne mage vnd man’.
Nun nennt er ihr auch seinen Namen und Clarisse lüsst heimliche Bot-
schaft an die französischen Ritter bestellen. Als Graf Ruprecht in den Saal
tritt, wo der Kaiser und viele Ritter sich befinden, wird er alsbald von ihnen
erkannt. Freundlich grüsst er alle mit Ausnahme Gauerons, den er laut des
Verrates bexichtigt.
Gaueron verwahrt sich dagegen, aber schon hat der Graf
sein Schwert gezogen und schlägt ihm ohne langes Besinnen das Haupt ab.
2624 gleich st. Praet., vgl. 2148.
280 ANHANG
Zornig gebietel der Kaiser den überkühnen Mann zu fangen, doch es nahen
seine Freunde mit gezogenen Schwertern und wohl dreissig Verwandte Gauerons
verlieren ihr Leben. Endlich wird der Friede hergestellt und der Kaiser er-
fährt, warum die hitzige Tat geschehen ıst. Jetzt nennt er sie aus Furcht vor
Held Johanns fernerer Rache gut und wünscht diesen wieder an seinem Hofe
zu sehen. Graf Ruprecht verspricht, nach ihm auszureiten, und verlässt nach
herzlichem. Abschiede von Clarissen und seinem Enkel die Stadt.
Inzwischen ist Johann im Walde vor Paris auf den König von Frank-
reich getroffen, der daselbst eben jagt. Er erkennt den kämpen von Ludewerde
und heisst ihn willkommen. Johann trägt ihm seine Bitte vor, ohne die Be-
teiligten mit Namen zu nennen. Der König will sie erfüllen, wenn es in sei-
ner Macht stehe; zunächst aber soll Johann an seiner Tafel essen. Beim Mahle
sieht er seine Mutter und weiss es so einzurichten, dass sie den Ring an sei-
nem Finger bemerkt. Kaum kann sie das Ende des Mahles erwarten. Dann
tritt sie auf ihn zu und fragt, wie der Ring an seinen Finger komme. Da
gesteht er ihr alles; vor Freude und Leid fällt sie in Ohnmacht. Als sie zu
sich gekommen ist und mit dem wiedergefundenen Sohne zu Rate geht, be-
schliessen beide zu schweigen, bis sich eine bessere Gelegenheit biete, um dem
König ihr Geheimnis xu entdecken. Diese lüsst nicht lange auf sich warten.
Zwei Riesenbrüder, Reynwart und Ysenwit, die von Lofen bis Paris alles Land
verwüstet haben, erscheinen vor der Stadt und begehren einen Zweikampf. -Jo-
hann allein erbietet sich dazu; nach hartem Strausse erschlägt er \senwit, der
sich ihm als Gegner gestellt hat. Nun xögert er nicht lünger, dem König seine
Abstammung zu offenbaren.
Do sprach der könig here vnd frum
2840 “Lieber Vetter, so sint myr willekum!
Got hat mich zü frunde erwelt,
Das ich zii mage han alsolichen helt”.
Er vmbvyng yn do zu stunt
Vnd küste yn an synen munt.
2845 “Ich will’ sprach er, “Ritter schone,
Myn rich vnd auch myn crone,
‚Alle myne herschaft vnd myn lant
Wil ich setzen in uwer hant.
Ich uwerm vattern, den grauen erkant,
2850 Widergeben syn güt vnd syn lant
Vnd sy[n]en kindern vn synen magen
Die mit yme zü rümen phlagen’.
Sofort zieht Johann aus, seinen Vater zu suchen, findet ihn mü seinen
2849 1. Ich wil oder Ich zu streichen. 2852 zü] ez?-
99 281
Cretreuen in einem Walde und teilt ihm die frohe Nachricht mit. Kaum kann
der alte Graf an solehes Glück glauben. Endlieh ist er überzeugt und man
bricht nach Paris auf, Der König kommt ihnen mit Gefolge entgegen; alle
Trauer hat ein Ende.
2900
2905
2910
2915
2920
Der graue det syn hochgezyt.
Das halff yme der konig ane nyt.
Do ez des morgens was schone dag,
Synes erlichen kirchgäges man phlag.
Do waren spiellüte genug
Von aller hande spiele klug.
Mit freuden werte die hochgezyt
Wol eyn&e manot sunder nyt.
Der graue da die farnde diet
Allesampt do wole bereit.
(47°) Er gap mit syner milten hant
Golt, silber, pherde vnd riche gewant.
Do (le (!) hochgezyt eyn ende hade,
Der konig wart des zu rade,
Er wolte cronen her Johan.
Er samete syne hoheste man:
Er gap her Johannen schone
Alle syne lant vnd syn crone.
Das was doch eyn erlich geben,
Er mochte ez ym danken al sin leben.
Do vant alrest ef nuwe kreygieren
In franckrich der edel vß dem viergieren.
Do wart eyn nuwe hochgezyt,
Sie waren alles drurens quyt.
Stechens vn (!) tornierens man do phlag
Hien wol vff den zwolfften dag.
Da die hochgezyte endete sich,
Er gap den varnlüden erlich.
Her Johan gap roße, golt vnd gewant
Und löste manigen syne phant.
Gar bald beschliesst Johann, mit Wafengewalt sein gutes Recht vor Romı
zu holen. Mit siebenzehntausend Mann eilt er dahin, Tag und Nacht ohne
Unterbrechung. Da hat der Kaiser einen schweren Traum: er sieht Leld Jo-
hann vor sich, der ihn henken will und dem er nicht entfliehen kann. Als er
seiner Tochter daron erzählt:
2899 1. Eynes?
2905 1. beriet.
Deutsche Hss. in Tingland 1. 36
9899 ANHANG
2976 Eyn draumbuch nam sie yn die hant,
Sie gieng da sie ey fenster vant
Und hatte harte balde ersehen,
Was von dem draume mochte geschehen.
Derselbe werde buchstäblich in Erfüllung gehen, wenn der Kaiser nicht Jo-
hanns Iluld erwerbe, der mit einem gewaltigen Heere binnen drei Tagen vor
Rom erscheinen werde. Das trifft ein und Rom steht vor einer neuen Belage-
rung. Graf Ruprecht will die Stadt stürmen, aber Johann wünscht einen
friedlichen Vergleich. Er lässt zwar das Heer wie zum Angriff sich aufstellen,
reitet selbst aber allein vor die Mauern Roms. Anfangs gedenkt der Kaiser
Widerstand zu leisten, doch auf den Rat Clarissens entschliesst er sich, mil
dr und dem Knaben bittfällig Johann entgegen zu gehen. j
Do bekante sich der keyser missededig.
3055 Er sprach “her Johan, sint mir genedig.
Ich besser gerne was ich uch ie gedet”.
Das kynt sprach “here, das ist myn erste bet,
Des sollent yr mich genießen lan:
Lant den keyser uwer hulde han’.
3060 Des antwürte do her Johan
“Jungfrauwe' sprach der edel man,
‘Durch uwern willen vnd durch uwer kynt
Sal ich yme schaden nit eyn bynt.
Hede er wol ubel geyn mir getan,
3065 Durch uch so wil ich ez faren lan,
Wil er mir nach halten syne wort’.
“Ja’ sprach der keyser, “off eyn ort!
Alles das ich han vnder gode
Steet zü uwerm dienste vnd gebode’”.
Friedlich und fröhlich hält Johann mit seinen Getreuen Einzug in Rom,
wo er alsbald mit Clarisse vom Papste getraut wird.
3090 Der brude was yr houekleyt
Herlich vnd wol bereyt
Myt golde vnd mit berlyn reyne
Und von Orient mit edelm gesteyne.
Mantel vnd kursat mä bringen sach:
3095 Nyeman vnder des himels dach
Von rilichernı nü gesagen mag.
Ir har in golde geflochten lag,
Dar vber swebete ey cronf[e] riche:
Niergent was yr.schone geliche.
3063 1. twint (Gramm. 3, 131). 3068 vonder] 1. van?
99 283
3100 Do ez aber dagen began,
Da fing man eyn& kirchgang an.
Man mochte Edele wybe vnd Jungfrauwen
Me dan funffdusent da schauwen.
(502) Ie eyn Ritter eyne vnder syne arme ving
3105 Die mit der brude zu kirchen ging.
Da die messe getan was uber al,
Da ging man von der kyrchen vff' den sal.
Sie namen wasser nach gewonheit
Und waren zu dische alle bereyt.
3110 Man diente wol mit wyn, brot vnd spise.
[Raum für etwa 3 Zeilen).
Und do die dischlachen waren vff gehaben,
Do gaben wasser alrmb die edel knaben.
Do hor[te] man maniger seyten klang,
Phifen, [po]sunen, rilichen gesang,
3115 Orgeln, Rotten, videlen, metziginale,
Cithariste[n], vittiche, harphen, qwyntale,
Lüten, uorschen, robelen, kernische spil:
Wer mochte ez genenen? syn was zü vil.
Der spil wart alles keynes genant,
3120 Die da warent (!) vB der heyden lant.
Die hochgezyt werte mit maht
Vierczig dage vnd vierezig nacht.
Alle dage stach man oder tornierte,
Nachtes man mit dantzen hofierte.
3125 Die dage eyn ende namen,
Fursten vnd herr zu samene kamen
Und manig Greue, Ritter vnd kneht:
Die sprachen, diß büch were geschrieben recht.
c. Ryntfleysch
dar zu viel Kalpfleisch.
V. 27 des Gedichts besayt, dass eine Überarbeitung nach dem Flämischen
vorliege. Für die Richtigkeit dieser Anyabe sprechen folgende Momente: das in
der Überschrift und sonst öfters on Reime auf ziere, schiere, 2917 auch auf
kreygieren auftretende Wort virgiere (= Baumgarten) ist ausschliesslich nl. (vyl.
Oudemans 7, 320); die Reime vatter:gader!t) (As. gar) 394, dye(ch) inye (vgl.
knie : diech En. 7800) 1410, wigen:geliegen 2177, kynt:twint (wie für das
1) Derselbe Reim steckt in dem Verse (3000): Die Jungfrauwe rief yrme vatter
dar | Sehent daß sint her Johans mage alle gar,
284 ANHANG
sinnlose bynt der Hs. zu lesen ist) 3062 sprechen deutlich für die gleiche Hei-
mat, und nur bei der Annahme nl. Ursprungs verliert der Reim swerte : zperte
(nl. swaerte:spaerte) 1312 sein Auffälliges. Auch die hd. unreinen Reime von
ie, ie fundeling : ving 1195. schilt: hilt 1286 ete., von u: 0, wie bogen : herzogen
(500), vgl. die Schreibung entwonden :stonden 1272. botten 345, von üı (u): ue,
ie barun : abedun (rl. baroen : afdoen) 2087. stunt (zu stän) : Sygemunt (536), von
iu:uo, wie aventuren : furen (1549), von t:d, wie mitte : entlidere (324). niden: vn-
derschnyden 2035. geriden : geliden (zu dem Subst. gelit) (251). gnaden : beraden
653 u. a. m. lassen sich aus nl. Reimgehrauche erklären. Ähnlich verhält es
sich mit dem überwiegend im An- und Inlaut stehenden d = hd. t und den
unverschobenen p, x. D. peller 66. poten 365. porte, portenere 584. 587. 603.
(2401); koppe, neppe (2255). stappite 1271. knop 99. nap 2077. kamp 659.
663 etc. kempe (862) (daneben aber läuft in analogen Fällen die hd. Schreibung
ph und pf); zu beachten ist auch das zweimalige gh in erghe 1072 und
enghet (2093). Endlich möchte ich Worte wie lümenier 110, parament (1057,
ni. parement), presenezte (325) hieher rechnen, desqleichen die Phrase und hete
getan 2561 (vgl. Reinolt V. 14734 und die Anm. zu unserer Stelle). Eine
nl. Vorlage ist wohl damit erwiesen, muss aber freilich als verloren gelten, denn
in der nl. Litteratur hat sich m. W. kein ähnliches Stück erhalten : Eliminiert
man die eben aufgezählten Fälle aus dem überlieferten Texte, so wüsste ıch
nicht, was uns hinderte, die Heimat des Überarbeiters nach Oberdeutschland zu
verlegen, schr wahrscheinlich nach Alemannien: hiefür spricht neben dem Reime
har (= her): [ge]war (1730) besonders die durchgehende Form der 2. P. PI.
Ind. auf -nt, durch die Reime kynt : sint (703). 2573; gemant : hant (ru hän,
2981); allesant: hant 2569 gestützt. Wie der auf den ersten Blick gegen diese
Ileimatsbestimmung sprechende Reim «ischleyn : reyn 2073 xu bessern sein
wird, habe ich in der Anm. angegeben.
Das Gedicht gehört zweifelsohne der Spielmannspoeste an. Das geht her-
vor: 1) aus der Phraseologie (zahlreiche dem Volksepos entlehnte Ausdrücke,
häufige formelhafte Wendungen), 2) aus der Wiederholung desselben Motirs older
schon einmal erzählter Begebenheiten mit gleichen oder ähnliehen Worten, 3) aus
der tendenziösen Hervorhebung der wichtigen Rolle, die die Fahrenden beim
Hochzeitsfeste spielen, und der reichen (Geschenke, die sie der (Gnade der fürst-
lichen Herrn verdanken. Dem Verfasser war die Artussage bekannt, worauf
schon der Name Lantzelot hindeutet, bestimmter noch der Vergleich Gauerons
mit Keie, der Artuses droßesse was 1124; aber in Rolle und Namen erinnert eben
dieser Gaueron an den Genelun des Rolandsliedes, an den Gauelon im Reinoli
von Montelban. Dagegen ist es zweifelhaft, ob man in dem Namen des Rie-
!) Eingeklammerte Zahlen deuten an, dass die betreffende Stelle sich in meinem
Juszuge nicht findet.
99. 108 285
sen Reynwart (2786) eine Anspielung auf den Rennewart des Willehalm zu
suchen. hat.
Über das Alter der Dichtung wird sich schwerlich etwas bestimnites er-
mitteln lassen. Gehörten aber die VV. (1901 f.): Notstelle, boßen (vorher 1839
schon büßen), hie wurff, do schus | Do wart gefieret nacht nach dag | Do was
nit anders wann donrslag bereits dem Original an, so wird man seine Abfas-
sung nicht über die 2. Hälfte des xıv. Jh. hinaufrücken dürfen, da diese Stelle
den Gebrauch von Feuerwaffen für Belagerungszwecke vorauszuselsen scheint
(vyl. Jähns, Geschichte des Kriegswesens, 1850, 8. 775 f. 795).
108.
Aus Seifrieds Alexandreis.
(120b, erste Hand; davor freier Raum für eine Überschrift).
Der chaisser tzoch zuhant
Vnd chom do er ein wasser vand,
Daz ist genant phison
Und flewsset lawtter vnd schon
St
Aüz dem paradeis,
Nicht ze suell nach ze leizz.
Daz wasser an ettleicher stat
Lawtter guldein gries hat,
Gemischt mit edin gestain,
Mit grossem vnd mit chlain. 10
Der chaiß, zoch dem wasser nach
— Ich waiz nicht wie manigen tag —,
Untz er an ein stat kom
Do er wünder groz v’nam.
Daz püch fürwar vnns sagt daz, 15
Daz da ein hoche mawr waz |
Gemacht von einem gantzen stain,
Dew hoch der mawr dürich die wolken schain.
Der hoch si nynndert entsachen,
Sie tzugen verr oder nachen 20
(1218, zweite Hand) Pey der stain wend*,
Si funden ir nyendt’ end.
Der chaißer gedacht in seinem mut
“Dew mawr dy slewst ein lant gut”.
Er wolt nicht erwinden, 25
Er wolt recht ervinden
. BR e
Dy warhait vnd dye rechtn mar,
Was es enhalb der mawr war.
10
15
IV
b} |
au
40
ANHANG
Den rittern den was and, .
Sy zuge lange zeit peyd’ mawr auf dem lant,
Untz sy funden ein schone tor.
Ein engel sas darob enpor,
Der hett in der hent sein
Ein grozz swert fewrein.
Do in allexand’ sach,
Er chniet fur in nider vä sp“ch
“Sag mir, her’, pistus ein got
Und wye du haist sunder spot?”
Des engel (!) antwurt die was snell,
Er sprach “ich hais michahel
Und pin nicht ein got,
(121®) Ich pin sein chnecht vnd sein pot.
Der aller got her’ ist,
Dei dien ich zu aller vrist,
Der himel vnd erd peschaffen hat’.
Er sprach zu ym auf der vart
“Allexander, v'nym mich,
Czeuch pald wid’ hinder dich
Und tue das enczeyten.
Dich hilfft hie nicht dein streiten
Noch dein uechten in chain’ weis.
Alhie ist daz paradeys,
Die wunn vnd des menschn stat
Die in (!) got selb erchorn hat
Und auch den der (!) erwelten sein.
Da mag chain yrdisch’ mensch nicht ein
An dye yetzund hin sind.
Dauon sag (!) vn wid’ wend,
Wan hiestu hundt’ tauset her,
Die töt ich an wer.
Doch wil ich dir raichen
Von hynn ein warzaichen,
(1222) Damit du beweyst,
Daz du hie gewesen seyst”.
Aus der mawr ein& stain
Er prach aws, schon vn chlain
“Merkch recht, was ich «lir sag,
Was chunst (er stein v’mag’.
Er raicht in allexander dar.
108
Er sprach ‘nu nim war,
Was chraft hab (diser stain,
Der ist ring vn chlain.
Merkch gar recht, was ich dir sag.
Haizz in legen auf ein wag
Und haizz legen all deinen lasst
Den du auf der erd yndert hasst
Auf die ander wag hin kegen:
Der mag den stain nicht wid’ wegn.
Also ist es auch gestalt
Umb gottes chraft vn seinen gewalt.
Wenn die aller mynnst tat
Dy got ye pegangen hat,
(122b) Der mach dein geschicht
Doch allsambt geleichh nicht’.
Allexander zogt von dannen
Allzehät mit seinen mannen,
Zu der vart was im gach,
Er zogt dem waßer wider nach
Daz in hett geweist dar.
Daz ist sicherleichh war.
Do er ein tail zu rukkch chome,
Den stain er in die hant name,
Er hies in auf die wag legen
Und hies legen hin enkegen
Was er swarezs (!) gehabü macht:
Ze nicht es gegen dem stain docht.
Wy vil man lasses legt dar,
Er kund den stain gegen ainen har
Von der erd erhebü nie.
Ein alter Maister dar gie,
Der was gar ein weiser man,
Er graiff an die erd san
Und nam dy erd’ in die hant
(123%) Und schutt sey auf den stain
Er pracht von d’ erden im ain dach
Vnd nam ein ved’lein darnach
Vnd legt es auf die wag mit gefug:
Daz selb den stain wid’ wug.
Do allexander ersach
22 f. l. cham:nam. 281, lastes,
zehant.
287
an
10
20
25
30
40
10
30
ANHANG
Daz wunder grozz «az (da geschach,
Er hies den maister fragen
Vnd der rechten warhait sagen
Vor allen seine lewten,
Waz daz wunder mocht bedewten.
Des antwurt im der weis man
“Den stain da nyemät chan
Wider wegen an der vrist,
Dy weil er vnbedekcht ist.
Vnd er mit erden wirt bedekcht,
Daz er sich dann lat wid’ wegen
Und anders nicht w () man enkegen mag legen.
Allexander, merkcht mich,
Der stain bedewt dich.
Die weil du lebentig pist,
(123b) Allez daz auf der erden ist
Daz mag dir nicht geleichen,
Er mus dich furchten vü entweichen
Von deiner sinn& maist’schaft
Vnd auch von deines leibs chraft.
Aber alezuhant darnach,
So die erd wirt dein dach,
So pist enwert deins leibs chraft
Vnd dein’ sinnen maisterschaft,
Dein reichtumb vnd dein gewalt
Vnd dein herschaft manigvalt
Vnd dein mandleichn tat
Wirt v’gessen an der stat,
Dy wirt ring vn vngenanm
Vnd den lewten widerezam,
Daz der mynnst den pesser ist
Der nach dir lebt, den du pist.
Da er es het vollsaget gar,
Der chayßer gedacht “daz ist war”.
Do er hett geschawet daz,
Do nye chain mä gewesen was,
(1242) Do liezz er sich genugen an
Vnd hiez wider chern san.
10 es scheint vorher eine Zeile ausgefallen zu sein.
18 I. Ez.
108. 119 289
119.
4us dem Leben des hl. Stephan.
So häufig Leben und Marter S. Stephans in der Predigt behandelt wur-
den, so selten scheinen sie (iegenstand diehterischer Bearbeitung in deutscher
Sprache geworden zu sein. Neben. dem Cheltenhamer besitzen wir m. W. ein
rersificiertes Leben des Heiligen nur im Alten Passional (Köpke S. 37—53)
und im Buch der Märtyrer (Haupt S. 33). Freilich ist unser Gedicht bei
weitem jünger: nach Sprache und Stil zw urteilen geht es nicht über das
xv. Jh. hinauf. Genauere Datierung würde der urkundliche Nachweis von
Havich der kölner von baiern ein passawer, wie der Dichter sich im Vor- und
Nachwort selbst nennt, ermöglichen. Nachforschung an Ort und Stelle ver-
spricht um so eher Erfolg, als — wieder nach eigener Aussage — der Verfasser
und seine Familie in Diensten der Passauer Bischöfe standen.
Prolog.
(1b) Es ist von got ein alts recht,
Welicher her’ mag gelaisten chnecht,
Er sey sein aigen oder frey,
Das er pey im mit trewen sey.
Das ist gut vnd stet auch wol.
Wer dem andern dienen sol,
Ob er das willeichen tüt,
Des lönes (!) wirt von rechte güt.
Mit trewen ich her’ (!) gedient han.
Ich pin ein armer dienstman,
Auch hais ich der chelner
Und pin ein passawer.
Sand Stephan ist d’ herfe mein
Und pin auch von gepürde sein.
Vnd wer vns zu pischolf w°t gebn,
Mit de sull wir mit tröwn lebn,
Dem getligen vnd sein dienstman:
Das ist christenleich getan.
Was sünden hie vnd den geschicht,
Dy er mit willen vber sicht,
Dy vnkristenleichen stet:
Dy sund im auf sein sel get,
Er sol vns twingen zu rechtö lebn;
Darumb er vns wirt gegeben
Zu maister vnd zu herren,
Das er in chainen werren
31 I. gedienen? 33 vnd] !. vns? |
Deutsche Has. in England I. 37
—
Oo
10
20
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ne |
30
40
zr
10
20
ID
zı
30
35
40)
ANHANG
Den gelauben lasse pringen
Mit unkristenleichen dingen
Chainen seinen pharrman.
Er schuldig peleibet daran
Ze lest, das er sich pereden sol:
Got erkennt ier aller schuld wol.
Wir sullen im gehörsam sein
Und dem pabst allgemein.
Niemant sol so frey leben,
Im sey dennoch maisterschaft , gebn
Dy er von recht dulden sol.
Gehörsam stet vns allen wol.
Der engel viel durch hochuart,
Darumb er der hell ze tail wart.
Nü merkcht, was da geschach,
Das man dy recht an got zeprach
Und das sein Junger ainer tet:
Seinen heren er verraten het,
In v’chauft. ein Jud. hies cayphas,
Und Judas der sein Junger was
Der gab in vmb ein klain güt.
Wer an seinem heren missetüt,
Dem wirt der selbig lon gegeben,
Das er in iamer ewikleich müs lebn.
Anfang des Gedichts.
Möcht ich es guten leiten
Mit warten wol pedewten,
Wie der heilig sand Stephan
Gottes hulde gewan
Vnd von den Juden sich pechert!
Der pücher wart er gelert.
(2°) In hebrayscher ezungen
Lernet er vil der Jungen,
Das man im maisterschäft iach.
Zu Jerusalem das geschach.
Der sein her’ vnd maister was,
Der hies pischolf cayphas
Und was der wirsist man
Den ain weip ye ze kind gewan.
Von des Rates (!) das geschach,
Das iudas sein trew zaprash
119
Vnd verchauft seinen herrn.
Er riet vil manigen werren.
Der selb auch vnsern herrn vie
Und mit nageln an das chreutz hie.
Pey den zeiten was sant stephan
Des selben pischolfs capellan
Vnd was dyacon in der alten ce.
Dem tet kristes marter also we,
Das er sich von den iuden zoch
Vnd zu den zwelefpoten floch.
Und da gie er stetleichen mit.
Er enphie dy tauf nach kriste sit,
Er pehielt kristenleiches lebn.
Dy gnäd im got het gegeben,
Das in des nymer verdros.
Nu het er einen schülgenas,
Der was gehaissen saul
— Und tauffet man in paul —,
Den het er gelert.
Seit ward er pechert
Durch sand stephans pet
Dy er zu got an der mart’ tet.
Man sagt von sand stephan er,
Wie er der erst martörer wer
Der nach got gemartert ward
Und durch seinen willn let (!) den tod.
Was ich nü mer sprech davon,
Das ist euch wol chund getan.
Wie got dy marter hie erlait,
Do pegund der christen selichait
Wachsen vnd steigen
Und der iuden ere seygen.
Das chom von der missetat,
Das ir vngetrewer rat
Und auch ir selber augen
-— Offenbar vnd taugen —
An im das erchanten wol,
Das er was der gnaden vol.
Er hies dy siechen auf sten,
Ir pette nämen vnd gen, ,
23 f. I. das: was.
25 I. gemartert ward nach got?
91
10
2v
30
40
292 ANHANG
Vnd dy plinden wurdü gesechn:
Des was gar vil von im geschechh.
Darumb trügen sy im has,
Als sy im wol erzaigten das,
) Wann sy in darumb tötten syder.
Von den sünden saig ir er nyder,
Ir& künichreich namen ab.
Dy toten stünden aus dem grab
Die vor dreissig iaren
10 Gantz vnd gar erfault waren
Und giengen an den strassen
Wa die lewte sassen
Und chlagten vnsers herä todt.
Von der pitterleichen not
15 Sich dy hochen perig chluben,
Das dy molten inn lufften stuben,
Dy sünn irn scheinen verlas,
Das man den tag vil chaum erchas,
Der herte stain zerprach.
20 Der zaichen vil dy zeit geschach,
Als got am chreutze hie.
Was wunder sich da vergie,
Das macht inn alles nicht gewegn.
Von den sünden nam er in den segü
25 Den yegleichen (!) seinen kinden lie,
Wenn es an sein ende gie.
Welich kind trewen phlag,
Wenn der vater am ende lag,
Dem selben kind er hailes pat.
30 Dem wart der segen an der stat,
Des im sein wücher wol geriet,
Als der vater von der welt schiet.
Den segen verdient in Abraham
Der got was gehorsan.
35 Dem chöm er offt zu tröst,
Von den weiczen er in erlöst
Vnd manigen heiligen man
Der seinen willen hat getan.
Als er am ostertag erstuendt,
40 Do tet er sa dy vöter tuendt
1 wurdü gesechi = sahen, Paul, Mld. Grammatik $ 2297 Anm.
119 293
Der seinen chinder willig ist.
Er was auch ye gnediger krist.
Folgt Erzählung der Wundertaten Christi nach seiner Auferstehung, darunter
die Heilung des Kaisers Vespasian; Auftreten S. Stephans als Verkünders christ-
licher Lehre, seine Anfeindung, Gefangennahme und Marter. h)
(23*) Do caypha das ersach,
Das in so manig maist’ iach,
Er schuf, das man in vieng
Vnd an ein chreutz hieng
Oder daz sy in verstaynten. 10
Do sy sich verainten
“Das sullt ir durch vns lan,
Er hat nicht wider euch getan.
Er sol auch vnsn preis habn.
Solt man so raine chunst peg’bn, 15
Das müst vns Vmere rewen.
Was maister in d® welt sind,
Dy sind der chunst ein kind’.
Doch mochten sy in nit pebegn.
Do emphalichen sy in I gotes seg®. PAU
Do vielen in dy iuden an
Und fürten in gevangen dan,
Als er ein rauber gewesen wer,
Und punden in so ser.
Si würden rüffen als dy swein '
Sich, es müs dein enden (!) seyn,
Es hilft nicht dein zaubflist
Noch dein maister ihü christ’.
Ein schülgesellen het stephan,
Der leuf da mit der menig dan, 30
Der was gehaissen saul,
IS
ot
Sider tauft man in paul.
Dem emphulichen sy ir gewät,
Dy stain namen sy in ir hant.
Do sy in prachten für dy stat, 35
Sand stephan do got pat
Herr got, vergib in das,
Sy enwissen nit ze tün od’ was,
Vnd enphach meinö geist,
Wan du das, her’, wol weist, 40
16 darnach fehlt ein Vers. 19 = bewegen.
294 ANHANG
Erchanten sy die warheit,
Si teten mir vngeren lait.
Nu la sy dir enpholiche sein
Vnd saulen, den gesellen mein,
5 Den ich hab gelert,
Das er wert also pechert’.
Der engel sprach “du pist gew’t
Des du hast pegert.
Got hat dir verhaissen das
10 Vnd aus im machen erweltes vas’.
Do viel er nyder auf die knye,
Seine augen er nye vö himel lie,
Als Jdy rechten all tünt.
Do sach er, das im often stund
15 Dy himlisch porte.
Mit maniges staines orte
Ward im sein leib z’warfn gar.
Do chöne engel ein grosse schar
Und fürten dy sel van dan.
20 Das lie got dy maist’ sechen an.
Die Kraft seines heiligen Leibes wird bald durch Wunderzeichen, die an
seinem Surge geschehen, bewiesen; «dus bedeutsamste derselben ist die Heilung
der vom Teufel besessenen Tochter des Kaisers Theodosius, Concordia (Eudoxia
im Passtional), von der unser Dichter sagt:
25 (40%) Si was im tugende höchgeporn,
Recht als dy rösen für den doren.
Wy wol sy von dem sapht gat,
Dy rose manige tugent hat
Dy der dorn nye gewan:
30 Er sticht, so man in greiffet an.
Dy fraw in steten zuchten was.
An i°r verczaget sathanas.
Die Episode schliesst:
(466) Ire vater der do chaiser was,
35 Als ich es an dem puch las,
Der was genant theodosius,
Der pabst hies pelagus.
Pey der zeit ward sand stephan
Von constantinopel gefürt dan
40 Gen rom, da er noch leit
Vnd wart der iungsten zeit.
ID
>
or
119. 127
Nachwort:
Der dy rede richt
In theuschem geticht,
Der ist havich der kölner,
Von baieri ein passawer.
Sand stephan ist d’ h’re mein
Vnd pin auch vö gepürd sein
Gewesen, seid sand Stephan
Zu passaw aigen haus gwan.
Mit meins vodern es gestifft wart, 10
Dy habent auch das wol pew't,
Das ir affterchünftige kind
Niemants wa sein ains sind.
Wir chomen von d& reich dar.
Sy verliesent gotes hult gar 15
Dy ains gotzhauss sindt
Vnd dauon fremdent ire kindt.
Ob in ein pischof vbel tut,
So wirt der ander gut.
Dem chunne nym missegat, 20
Das trew gen seinem hern hat.
Also endet sich sand stephaüs leben.
Got geb vns seinen segen. Amen.
or
127.
Ein Gedicht Michel Beheims. 25
Das folgende, auch im Cgm.291 Bi. 214 ff. (M) überlieferte Gedicht reiht
sich den von Th. v. Karajan herausgegebenen (Zehn Gedichte Michael Beheims
zur Geschichte Österreichs und Ungerns, Wien 1848) an, insofern als es dıe
Verherrlichung Friedrichs ıu1. unter Anknüpfung an die bekannte Sage von der
Wiederkehr Friedrichs ı1. zum Gegenstand hat. 30
(14b) Von propheceyen sagt das.
[M]ich dunket nach d’ weil vä tzeit,
das sich chrieg, vrlag vnde streit
erhebe in allen reichen |
[MJit morden, rauben vnd mit prant, 35
als vns vol vil iaren ist pekant
vnd worden offenleiche _
[NJach aller propheceie,
als vns vor lang ist ausgelegt,
34 erhebe] das letste e durchstrichen. 36 1. vor.
10
30
296
ANHANG
wan alles ertreich ist pewegt
tzu wilder rumeneye.
[R]echt regament ist nirg& schein,
der knecht wil ob dem herren sein,
der vnder wil dem obern
[|M]Jit nichten mer sein vnderton,
[Ijglicher selb gewalt wil hon,
wo er den mag erkobern.
[DJie fursten vnd auch herren
verachten all das romisch reich,
ddes adlers verdn sy diepleich
verstelen vnd auszerren,
[WJann sy in all fur nichten hand
vnd im traczlichen wider stand:
vnd es chumpt doch die czeite,
[Djas sy sich allsant mussen neign
Und ire knie gegen im piegh,
paid nahen vnde weite,
|A]vff aller diser erden,
wad cs der fridereich muss sein
dem alle prophecey tut schein:
chain ander mag es werden,
[E]s sey dan falsch all propheti
Die man vorlang gesagt hat hy
von kaiser fridereichen.
[Z]wor die gen all auf disen hern.
nu hort, ich wil eu offenpern
vnd singen vö etleichen.
[DJes erst ich euch vermelde:
in franken pey der stat winsheim
ein prieff gefunden wart in ein
capelen auf dem velde.
[D]er prief was da gelegh zwar
verporgen wol zwai hundert iar,
uil weissag stund dar ane.
[M]it andern worte lag vnd kurecz
Daran geschriben stund, ein wurcz
Des adlers wurt auff stone,
11 I. vedern, M verd’n (r durchstrichen). 17 M peigii.
119 297
[G]ehaissen fridereiche.
das osterlande südepar
er wirt regnirn, herrschä furwar,
gepieten gewaltigeleiche.
[Der selbig fridereich wi’t sein
grossmechtikait aus reken ein
die leste end der welte.
[O]b diser furst der rechte sey,
des harent me ein prophecey,
der wurt eu hie vermelte.
[DJie sagt von eine fursten,
der wurt ein czeit vernichtet ser
vnd nach der selben smecht wurt er
regniren mit getursten.
[DJie hern vnd furstü vö dem rein,
ir kainer mag im wider sein
von rein pis zu dem mere.
[Djer schilt des furstt gebet schein:
rot vnde weis, vö stuken drein,
in hochgepluniter ere
[W]Jirt er loblichen sweben.
wie wol das er nit zu dem reich
geschetzet ist, der furst lobleich,
doch wirt in got erheben.
[C]zu dem reich ist das wape wol
geschiket als es pilich sol
vnd ist erkennet weiten.
[E]r gsehen wurt mit mochtikeit,
mit mermuscheln wirt er pekleit,
Darinen wirt er reiten.
[E]r wirt sein gwissen scheiben
czu rainigüg in aller sach,
auch wirt man sel vnschuld vn schmach
auf die doigen schreiben
[D]ie in vnreiniget had.
auch wirt mä sehen auf de land
29— 298,24 bezieht sich jedesfalls auf die2. Krünungsreise Friedrichs ıı. (1451!52),
in welche Zeit auch die Abfassung des Gedichis fallen wird. Vgl. J. Chmel, Ge-
schichte Kaiser Friedrichs Iv., Hamburg 1840, 2, 670 ff. 35 1, v’vnreiniget.
Deutsche Hss. in England I. 48
10
LD
ot
30
10
30
298
M wurte.
ANHANG
ein gross volk her chumen,
[A]uch auf dem wasser sy sich scharn
mit schiffen gen venedig varı,
als ich es han vernumen.
[V]on lanıparten so wirte
ein zaun pis an das pirg gemacht,
dem pirgvolk das uil ser v’smacht.
Der doig wurt gefurte
[V]Jon disem landvolk aus lampart,
mit ezird vn hubschheit auf der vart
sy in pringen gen rome,
[Dlas er da selbs emphach die cron.
uil miochtiger ponir wirt man
Da schaun vnd nem& game
[V]on golt, silber, geczirde;
vn der grossen furstü herrn dy
vö alter gedechtnis sind hy,
dye werden in mit wirde
[l1,Jobend lob suchä sunderper
vnd im erpieten lob vnd er,
das sy werden geschriben
[Iln romischer histori do,
darumb das sy irem hern also
peystendig seyn peliben.
[VJurbar der selbig kaiser
vber das volk sa gewaltig wurt,
gross plutv’giessen er volfurt
auf v’reter vnd freiser.
[Djen vnglaubigen iuden vnd
keezern vnd haiden er czu grund
wirt prechen turn vnd maue’
[M]Jit czeug vnd chramıphe, resch vn pell,
sein chraft vnd macht wirt stark vn snell,
er wirt der posen schaue’.
[Das küpt im als von oben,
das er so gwaltigelich regnirt
vnd ander leges setzen wirt
Die rechtlich ist zu loben.
8. doige. 16ldy. 2%. gwaltig. 32 fe. belle, Lexer
119
[E]r wirt nit he’schen lon zwai reich,
gen chrichen zeugt er gwaltigeleich
vnd da wirt er zerstoren
[I]r symoney vnd snoden kof.
zu rom er: machet ein auflof,
er wirt auch offenboren
[D]ar all gerechtikeite
die dann yezunt. verporgen ist,
die pringt er wider czu der frist.
der romischen phaffheite
[W]Jirt er zerstoren ir geteusch:
durch symoney vnd ir vnkeusch
der romisch sal wirt vallen.
[E]s geit nimer in solch’ weis,
das vns werden die selben meis
nagen, schroten vnd quallen,
[Slam sy yecz tüd mit plintheit.
sy mussen heilüg suchen hy
czu irem smerczh vnd auch my.
ir aigen volk mit chindheit
[W]irt schreien, wider sy peczalt,
wa sy werden in der gestalt
den preution (!) also sehen,
[Djas er chüpt czu der hochczit her.
all vnrein, snode sach wirt er
verwerffen, tilken, smehen
[U]lnd ander gut sach meren,
dy dann ytzunt verporg& sein
in erd vü maure kume ein,
die wirt er offenberen.
[MJan dorff nit sorgen m’ auf e’d,
Das man uil harnasch furen we’d
fur der posen anuechtung.
[E]s wirt lang zeit gut sun vü frit
vnd rechte einikait da mit,
chain droüg oder echtüg,
[Plis das chüpt die lester
des teufels sun, der anticrist,
37 M das da. die leste = zuletzt?
299
10
15
20
25
30
35
300 ANHANG
der manchen hie verfure ist.
aller durchleuchtigister,
[G]rosmochtigster kaiser, dein gnot
vnd kaiserlichen malestot
) sol merken dis getichte
[U]nd diser prophecey vnd auch
den liedlein also chumen nach,
als ich hie han perichte.
[Njit laes mich an den dingen
10 werden zu eine lugener,
hilff, das ichs michel pehamer
[F]ur die warhait müg singe.
128.
Feldkircher Huberrecht.
15 (1°?) Assit principio scta Maria meo. Diz sint die reht die men sprechen
sol in dem hüphoue zä veltkirche.
Wir die häbere sprechen, daz d’ zehende in dem banne zv nidern Ehen-
heim in den hof zv veltkirche hört vnd d’ halbe zehende zv Meistersheim vnd
der zehende zv Ergersheim garwe vnd daz dirteteil des banwartvmes zv nidern
20 Ehenheim. Swer die h’ren von Melgen in v’nst’ dar an drengen wolte, das
sol in d’ Meiger helfen behaben vnd öch die häbere, odir ir eigen odir ir erbe
vnd den wochetage!); und swo men daz andirs an grifet denne men ze rechte
sol | swo daz «d’ meig’ ervert vnd die hvbere, das svlent sv weren bi irme
eide alse verre so sie mvgent | dar vmbe git in der hof ein pfvnt pfenninge
vnd den butel IIII vne) den h}bern
25 an dem ersten Cinstage nach sande martins tage | vnd zehen schillinge zv mittel
Meigen vnd eins acker in den väsern nortvelde | vnd einen acker an dem in-
nern nortvelde | vnd gent keinen zehenden.
(10) So der meiger sitzet zv dinge zv sancte martins naht vnde claget
nider sizcet
vmbe des hofes notdvrft, welch hvb’ dar nvt enkumet?)| daz d’ meig’*) d’ bes-
30 sirt schz pfenninge | Bitet er vntz dez morgens frv, so bessirt er zwene schil-
der hvbere®)
linge. die besserunge ist®). swaz ab’ der meig’ nvt gehöbeten mag, dar zv sol
!) Ackermass = mentag? Aber der ganze Satz ist mir unklar. ?, Hier und
bei den folgenden interlinearen Correcturen ist nicht sicher gu entscheiden, ob sie
von der Texthand nachgetragen sind oder von einer andern herrühren. 5) Dar-
nach vn e durchstrichen. *%) Darauf vf stat durchstrichen. 5) Darauf eins mei-
gers durchstrichen. °) Zu der Stelle am Rande: Man sol ab’ zwür luten mit der
g°zsen glocken e. daz der meig’ sizcet dag erste mal vor der messen vnd dz and’ mal
nah der messen,
En en
119. 128. 129 301
in helfen der voget. d’ sol kümen zy mitteln meigen selpand’ vi ein ros zv
lereme sattele vnd sol ez ziehen in den schützhof | vnd svlent im die hvbere
höwe vnd stro geben | vnd der hof zv veltkirche gedröschen fVter.
Der vorgenante schuzhof der sol so beretit sin, daz men after vz kein
pfert müge bringe, vnd dez vogetes kneht sol vor d’ and’n tvrn ligen | vnd 5
sol sines h’ren rosse hyten | Der voget sol zv mitteln meigen daz dirteteil d’
wette neme vnd der meiger die zwozal. Der vorgenante voget d’ sol sinre
wette leben dez selben tages zY mitteln meige. Ez sol öch dehein hvber de-
hein gvt v’köffen | er enbiete ez denne .e. dem meige’ vnd sol er deme sehz
(28) pfenninge nahir geben. Swo d’ meig’ der hYb’ bedarf vmbe dez hofes 10
notdvrft, die svlent mit im gan so v’re, daz si bi tage heim mvgent kom& mit
irme kosten. Bedarf aber ir der meig’ fvrbaz, die zerunge sol der hof gelten.
Men sol öch zy nidern Ehenheim Cleinö zehenden geben, eins helbeling von
eime deht’lin, von eime Öhseline einö pfenning | von eime lambe einö helbe-
ling, daz zehende verlin vnd die zehende gans | daz sol men antwrten in den 15
hof zv veltkirche vnd sol d’ meist’ dez hofes daz halbe dem Lvpriest’ (!) ge-
ben | vmbe daz sol der hof ein phor vnd’ die herte zY nidern Ehenheim | vnd
einen eber | Sw’ den phor vz tribet | dez Rint er nach gat | wrt er v’lorn, so
sol er in gelten. vnd der hof zv veltkirche sol geb& t) yierteil cleyes den heilge
vnd zwei vierteil rocken zy den brucken zy nidern Ehenheim. Der öch hvb’ 20
wrt in dem hofe zü veltkirche, der git halp alse vil Erschatz alse cinses vnd
dem meigere sehs pfenninge vnd den hvbern eing schilling | were daz den hv-
bern breste dez vorgenante gVtes, so svlent sie zv meien kein reht sprechen,
men gebe (2b) in .e. daz v’sessene. Men sol öch vf kein erbe oder wochetag
kein selgerete slahen. in dem hofe zv veltkirche sol niemä kein reht spreche, 25
er en si denne ein hvber. w’ sinen cins v’sitzet, taget dar vf der meiger, so
sol er tagen zv drien gebotten dingen. dar zv sol er ziehen die hvbere vnd su-
lent im öch helfen | an dem vierden dinge so sol er erkobert han mit allem
rechte. kümet aber d’ vf dem man getaget het | vor deme zil | vnd wil mit
dem meige’ vber ein kome, so sol d’ meig’ sine Cinse nem& mit der besserun- 30
ge?). Ez mag nieman kein erbe oder wochedag, dar vmbe er jar vnd dag ze
‚ dinge vi ze ringe gangen ist, dem and’n an erkebern wande fur einem meig’.
129.
Deutsche Predigt. |
(137) Cü eet despösata mater iesu Maria ioseph anteqm sueniret inueta 35
& in uto habes de spv. s. (Matth. 1, 18). Disiu wort div sprichet der güte
(138°) sös Mathe’ von der geburt unsers herren vi von vnser vrowe sancte
1) Darauf zwei durchstrichen. *) Das folgende Zusatz des Correciors.
302 ÄNHANG
MARIEN. Bi deme zite, daz unser herre geborn wolte werden von vnser
vrowen sc& MAR, Daz er vneich erloste von deme &wigen tode der hopet-
haftigen svnde, da vns adä in gestozen hete, do er vnserm herren vngehorsam
wart in paradyso: Do wart vns° vrowe scö MARIE enpfestenet vn gemahelet
5an einen güte manne der hiez ioseph. Da vone sprichet der gvte Scs Ma-
thevs, do vnser vrowe ioseph enphestenet wäre, do ware si swanger worden
von dem heilige geiste.e Do des ioseph innen wart, nv was er ein vil gvt man
(1386) ı nolebat tducse eä, daz chut: er ne wolde si nivt uermaren. Wan
waren sin die iuden innen word, daz si an die &. swang® ware word, So heten
10si si gesteinet. Nv chom er oäch vngernee (!) zv ir, wan erne wesse niht, von
weme si des chindes solde genesen, vh gedahte ime des, er wolt ir tovgenliche
entrinnen. Do er ime des gedahte, do erschain ime der heilige engel in deme
släffe von sprach “Joseph, envurchte dir niht ze nemenne MARIA dine chonen.
Daz chint des sie da swanger worden ist daz ist gescehen von deme heiligen
15 geiste. daz chint daz solt tu heizen iesum, daz chtt ain hailant aller der werlt.
Ipse (139%) saluü faciet ppl’'m suü a peccis eor. Daz chvt: er loset sin: livt
von sinen sunden vü von dem ewigen tode’. NY sult ir hivte vil inneclichen
bitten den almahtig& got vn vnser vrowö sce MARIEN, Daz si iv des helfe
vmbe ir trvt svn, daz er vergezze an iv ivrre missetat, vn daz ir müzet sin
20 sin livt, vmbe die er die meneschait an sich habe genom vn die hab erloset
von deme ewigen tode. Vnser vrowe Sc& MARIE div newart dar vmbe niht
enpfestenet iosebe, Daz si immer solde gemaileget werden von deheine manne
— Si nehete ouch ir niht vur gesetzet, wan daz si immer solde maget sin in dem
namen vnsers herren, (139b) als öch immer Maget ist vn ie was—, Nvwan daz
25er!) phlage, swa si wäre vi swellende si vüre, vn so ovch vnser herre geborn
wurde, also ich iv nv sagen will. Do vnser herre geborn wolde werden, Do
was ze de selben ziten ain chunich da ze rome, der hiez augustus, der was s0
geweltich, daz in div welrt (!) elliv was vndertan. von deme sprichet der güte
scs Lvcas an deme heiligeme ewägelio: Exiit edietü a cesare aug’to, vt descri-
30 beret® vniversus orbis. Er chvt, er wäre so geweltich, Daz er vz gebvte aller
der werlt, daz si im hulde swäre vn ime öch den cins gabe. Do vür manne-
gelich ze siner hovpetstat vi braht dar dem chvnige den cins vh swuren ime
öch da (140%) hulde. Also tet ouch ioseph vi vnser vrowe sancte MARIE.
die waren burtich von nazareth. si horten au? ze ainer stete div hiez bethlehem.
35 dar furen si öch, daz si den cins dem chunige da gaben vi ime öch hulde
swuren. vn herbergeten in ain gasthus. Tve impleti 5 dies Marie vt pareret.
Daz chvt: do was unserre vrowen cit ervullet, daz si solte gebern vnseren
herren iesum xpm. vü genas sin in dem selbem gasthus. Et pannis eum in-
uoluit Et posuit in psepio. Daz chvt: si windelet in in vil scone vä leiten in
\llerir.
129. 134 303
ain chrippe, wande sine mohte andern stete nieht haben in dem gasthvs. Do
‚wacheten die hirte in dem selben lande bi ir vihe des selben nahtes, wan in
deme (140b) selben lande ist wintes (!) niht. Do vnser vrowe vnsers herren
do genas, do chom ein lieht so grozez vmbi si, daz si harte erchom. Do chom
vnsers herren engel zv zin vi spr*ch “vurhtet iv niht. Ewangelizo vobis gau- 5
dium magnü’. Er sprach “ich chüde iv ein michel vröode div chvnfetich ist
aller der werlt. Ez ist gebo'n d* heilant der die werlt alle erlosen sol. vü
habet iv daz ze aine vrchunde: Ir vindet daz chint in tüch gewindeletez vü
geleitez in ainen barnen’. Also der engel daz vol sp“ch, Do was bi ime ain
michel tail hereges himilisces vn begunden ze singen vn ze lobenne vn»eren 10
herren mit grozen vröden vnde zungen Gla in excel d’o int. p. h. b. v. (141%)
Si sungen “Lob vü ere si dir, herre, vf dem hohen himele, vü vride vn ge-
nade si vf der erde den mennescen die gutes willen sin’. Also nam vnser
herre die mennescait an sich von vnserre vrowen sancte Marien, daz er vns
erloste von d& ewigen tode vn von dem (!) banden des leidegen tieueles. Nv15
bit ir hivt vil innechliche vnsern herren, daz durch siner trut müter willen ge-
denche an iv der selbe menescait vn daz iv beruche ze v’gebenne swaz ir von
mennesclicher brode ie wider sinen hulden getatet, Qui cü patre 7 spV. «. v.
ı R. d. am. |
Vorstehende Homilie wurde nach einer Perg.-Hs. des xıı. Jh. schon von 20
Birlinger Alem. 9, 259 f. abgedruckt. Aber die Cheltenhamer Hs. repraesen-
tiert meiner Überzeugung nach jene Vorlage des xıı. Jh., aus welcher Birlingers
Text geflossen ist. Dafür spricht neben dem ganz vereinzelten Auftreten dersel-
ben Predigt mitten zwischen lateinischen Stücken die bis ins einzelne gehende
Congruenz lautlicher Erscheinungen, so die Setzung der Accente, nur auf wenige 25
und zwar genau die gleichen Worte beschränkt, Schreibungen wie hopethaftigen
(aber hovpetstat), vngernee (B. ungerne e), von dem banden, nv bit ir elc.; nur
selten hat der jüngere Schreiber corrigiert, so welrt in werlt, wintes «n winters.
Aus Gründen, die bei der Beschreibung der Hs. oben angeführt wurden, muss
die Abfassung der Predigt spätestens in die Mitte des xıı. Jh. fallen. Kenntnis 30
der Herkunft der jüngeren Hs. dürfte auch für die unsere von Gewinn sein.
134.
Unter a) teile ich eine zweite Fassung des Münchner Glaubens und der
Beichte (MSD xcvır) mit. Sie ist darum wichtig, weil sie einerseits noch eine
Oratio pro ecclesia enthält, andererseits die Worte in der Eingangspartie des 35
Münchner Textes MSD? 1, 316, 3 f. unde äne die heiligen pihte unde äne den
heiligen paternoster als interpoliert erweist. Darnach wird man auch über
die von Scherer ausgeworfenen Worte a. a. 0. Z.4 f. anders zu urteilen haben.
Valterunser und Glaubensbekenntnis sind 304,27 nur lateinisch angedeutet, wohl
weil diese Formeln als bekannt vorausgesetzt wurden. Der Ersatz des hl. (Georg 40
304 ANHANG
der Münchner Bruchstücke 317,42 durch den hl. Vigilius und die Neueinfügung
der hl. Kunegunde kommt auf Rechnung der Kirche, für welche der Chelten-
hamer Text bestimmt war.
Unter b) drucke ich die von Strauch, Z. f. d. Ph. 27, 163 ff. aus Clm.
54880 (E) und bruchstückweise von Keinz, Sitzungsberichte der Münchner Aka-
demie 1869, 2, 292 aus Cgm. 5248, 5 (M) veröffentlichte Kreuzpredigt ihres
sprachlichen Interesses halber nochmals ab. Die wichtigeren Varianten von E
und M gebe ich in den Noten.
Unter c) endlich bringe ich aus dem zweiten Teile der Hs. eine Predigt
10 über die drei Arten der minne des Menschen zu Gott. Eckhart hat das gleiche
Thema behandelt (Pfeifer 2, ıxxxv. Wackernagel, Altd. Predigten Nr. ıxvi);
seiner Schule (vgl. den Eckhart in den Mund gelegten Spruch am Schluss) wird
auch unser Stück enisprungen sein.
a.
15 (1°) Sine fide Ipossibile & plac’e do. Uns sagt div heilege schrift, daz
daz vnmugeleich si, daz iemen dem alınechtigen got wol müge geuallen an den
rehten glöben vone x (!). Vane di®v manet hiute vnser& h’regon(!), daz er iv i®v
vsleihe rechtes glöben vnde warer riwen, vnd sprechet in im hivte vn seiner
lieben miüter, vne vne frowen sante marien ze lobe vn zer& vü allen gotes
20 heiligen vi iv ze hilfe vn ze tröste vn ze gnade an i®werm leibe vi an i°wer
sele vn nemet hivte I iwerme gebet, daz i iu vnser h’regot uberheue vnrechtes
todes vn gaehes todes vD ivch behvte vn (!) höpthaftigen sundä vA vor welth-
lieche(!) schäte, vn daz iv d* heil gotes leichname werden müze an iwern iun-
geste ezeiten mit rechtem gelöben, vü daz er alle die ungenade vnterste die
25in der heiligen cristehait si, vn daz er hivte helfeleiche si allen iweren vorde-
ren selen vü allen glöbigen selen. Nu sprechet || rub!ca. D seq” Credo 71 aue
Ma’ia. p. nr ı aue marla 1 cdo (diese Zeile rot durchstrichen).
Confessio.
Nach dem heil. ge. den ich gesprochen han so wiert ich hi®vt beichtich
30 dem almehtigen got, meiner frowen S. Marien, d® himelischen chvniginne, S. Mi-
chael vnd allen gotes engeln, mi®ne h’ren S. Johes vn allen gotes wissab
wissagen, mins h’ren S. peter vü allen gotes pote, mine h’re S. vigilien vä
allen gotes martyrare, mine h’re S. nycholas vn alle peichtiga°ren, miner frowen
S. chunigunt vä allen gotes mageden (!), miner frowen S. marie magdalene vi
3558. Margarete vü all& gotes mageden: Disen genadi°gen heil. vn all& gotes heil.
ie
vnd di®r, bri®est‘, aller mi®n® sünde die ich aller gefrümete, seit ich aller erest
134 305
sunten machte veze an dise witle. swie ich gesvndet han, wizent oder vnwi“zent,
tages oder nachtes, mit mier selber od* mit anderen menschen, mit willen, mit
worte, mit werchen oder mit posen gedanchen, h’re, das reüwet mich. h’re
crist, gotes sun, ist deheine sunde die ich v*mitten han, daz ist mere d von
deinen genade, denne vö deheinen mi®nen willen. D
Nu ne weiz ich, h’re, wa ich mi®ner angi*sten, mi®ner svnde& fliehen scol
od® mach wan hifneze di®nen genaden. Nu mane ich dich, hre, gotleicher
worte vnde vat‘leicher worte die du selbe sp“che, des das du I diser werlte
chömde durch die svntere. nv reche!) mir ze genaden. Ich geheize dier hin-
nen für gvtiev werch ze frumen, die vbel eze v°meinden (!) also verre so iz 10
diene genade sint vi mi°r verhenget mi®n meniscleiche plodicheit. Ich pitte
dich, h’re, noch taicdinges mi®nes lebenes, so lange ds ich gebüze mi®n?) vn-
rechte, das ich wid® mi®ne arme sele, mit dem leibe da ich iz mit gef’umet
hant (!. Des rüche mich eze geweren, also gewaltiger h’re, du dier lobes le-
best vnd ||. 15
Oratio pro ecclesia.
Mit dem heilige gelöben den i®r nv gesprochen habet habt ir dem ti®uefle
wider sait vnd dem alın® .g. genacht. Mit d® heil piechte habet ir im i®wer
sunde geröget, vnd das i®r die gerne bvzen welt. mit dem heilige pat® nr habet
ir allen den vergeben (die wider i®vch getan habent: pleibet ir dar an stetich 20
stetig, so besitzet di°r (!) den ewigen leib leip. Nv m. f. l. nu sult ier hirute
den gedinge haben hincze dem alm g., swes ir in hi®vte hie gebittet rechter
dinge vnd güter dinge, das ier der gewert werdet von si®nen genaden vi vö
disen genacdigen heiligen. Nu bitet in hievte vmb ei®vch selbe vnd vmbe alle
die heil. eristeheit. (1”) Dar nach pitet in vmbe den babest da cze rome vn 25
vmbe alle geistleiche richtere, das die got stetige I si®nnem (!) lobe vnd 1 sinne (!)
dien®st. I®r sult pitten vmb* den cheiser von rome vi vmbe alle die den das
swert da czv gesegent ist, das?) fride sulen machen, wittwen vn wai°sen schu-
len beseiermen vi armev gotes hüser, Das si das also getän müzen, das si
mit dem ewigen swert an dem ivngiste tage iht erslagen werden. Ir sult 30
oüch pitten vmbe alle die die I chimuert sint, das si vnser h’re got habe 1
sime fride vD I sime scherme. Ir sult pitten umbe alle die die mit noten
vnde mit angi°sten begriffen sint, das in got geadich (!) sei. Dar nach scult
ir pitten vmbe alle die die mit siechäm (!) begriffen sint, swelicher slachte
siechtüm si haben an dem liebe oder an der sele, das si vnser h’re got da von 35
erlose. I°r sult scult pitten vmbe alle die die mi®r armen briest® oder iv“ch ie
dehein güt getaten mit worte oder mit werchen, das in «as got vergelte mit
!) 1. ruoche. ?) Darnach ein durchstrichenes =. %, Subject sie; vgl. zur Aus-
lassung Kraus, Deutsche Gedichte des xuı. Jh. S. 93.
Deutsche Hss. in England 1. 39
306 ANHANG
(dem ezehenzievaltigestem lone. Dar nach scult i“r pitten vmbe alle die die
mit sculden begriffen sint, das si got so lange gefriste I disme leben, das si
ieren sculdigern embresten mäzen. Ier scult pitte vmbe alle die die sich mit
tri’w& vn mit warchait begent, das si got friste eze lifbe vn cze sele. Ier scult
5ö0ch pitten vmbe alle die die in selben vnnüeze sint. wer sint die? das sint die
diebe, röbzxre, abprechiere, Mae Mordzxrere, wcherere, achtsere der heil eristen-
hait, das si got bechere oder vö der werlt neme, das di®v arme e'stenheit vor
in geraste. Ir scult pitten vmbe alle die di ie dehein stievre eze disem heil
gotes his geben haben oder ezu anders gotes hVsere, da man si ez mainet (N})
10I mines trehtines dienist, das in das got vergelte mit dem ewigen lon. I°r
scult öch pitten vmbe alle die die dise dize gotes hüs niht besächen mugen
noch ander gotes hüser vor nactü, vor siechtüäm, vor h’ren gwalt, das in got
ze helfe chome. Ir scult pitten vmbe rechte gerichte, m vmbe czeileich ge-
rittere (!) vn das vns vnser h’re got die genade behalte die er vns if der erde
15 verlihen hat. Nu m. f. 1. nv habet i®r gedachte i'wer selber a vn aller der
heil cristenheit; nv scult ir öch gedenchen i’were vorder& sele. I’wer igl ige-
leicher pitte hi®vte vnseren h’ren got vimbe seines vater sele, vmbe siner mäter
e ER 2 ; . e
sele, vmbe siner geswistri®de sele vn vmbe alle siner vorderen sele. pittet ouch
hievte durch got vimbe alle die sele die mir am arme briest® empholehen «int.
20 Ir scult got pitten.vmbe alle vmberüächte sele die nieman habent der ier ge-
ddenche. Dar nach pittet vmbe alle gelübi"gen selen, daz in got geneldic_ sei.
ame.
b.
(23) Von des heiligen erüces holze (am Rande).
25 Xps nö inmenor mie suc suscepit in eruce isrl puerü suü I ab eis collo
«lyabolice seruitutis potent° exeussit iugü. M. f. 1. Des erücesx ist?) der boum
des este in die erde sint gestechet, des wureze durch den himel?) sint gewah-
sen, des tolden durch den himel sint erswungen, wande nehein stat ist weder
in der helle noch Vf der erde noch in dem himele, sin genade div nehabe dar
30 gelanget. Div helle prach von der sigenufte des heiligen erüces, * irdisciv livte
sint. erledigot vn geheiliget in dirre werlte von dem heiligen erüce, himelischiu
fröde ist gemeret von dem heiligen pöime, wande elliv div schar der patriarcharü
vn der wi*ssagen, wip vn mane, die da ceze helle erledigo"t wart, div wart be-
stetiget in die chöre, da der tiufel vz gevallen was durch sin vbermäte. Diu
35 grozze gnade ist vns dannen gereitet, das die pösen geiste iemer mäzen fliehen
den vanen des heiligen erfiees. wa vns der alt viant dehein schreehunge oder
deheine bechornisse ane wierfet, Da pi“tten wir ie das ezeichen des heiligen
!) Für manet verschrieben? ?) E Cristes crewtz ist. 3) FE richtig durch das
abgrünt; der Fehler entstand durch Abirren des Auges.
134 307
erüces für vns, das git vns ie den sigenuft, das bringet vns temer vollickliche
ledigunge, das zeiget vns die rehten strazze gen der phalenze des almehtigen
gotes, das machete frömediu liute dem heiligen e'st heimlich, das git ellenden
mennischen ier hemäte widere. Der süze smach des heiligen erfdces der sament
diu schaf diu got darane erlöset hat an die rechte weide. O wi, wie süze 9
purde darane hangote, do diu vil edelen lider sant Marien ohindes darane ge-
hohet waren! O wi, wie ti/vre vü wie edele die nagele waren die sinen licha-
men vfhabeten, wie heilich der steine was, da das plät des almehtigen gotes
vf tröf, wie wol gewi°ht die erde was div da emphiech (!) das rosevarbe töwe
vn die trophen die da flizzen von vnsers herren seiten! gesegenet si div wile, 10
do der selbe poum wahsen begunde, das er ie gezimbert wart, das er ie gehö-
wen wart! Der tach vü die wile müzen ein heiltfn sin aller hochezeite, (24°)
das die wil (I) edelen este hineze ierlm ie wurden gefürt. O wie reine vn wie
heilich der wihsre was, probatiean piscina, do das holez vnserre vrlosunge dar-
inne lach! Wier lesen an der heiligen scift, das der engel alle tage!) chom 15
zeime male an den selben wihaere ad visitandü lignü, das er da beswerte?) das
holez des ewigen lebenes. das was darinne geworfen von den vbelen heiden.
die heten die stat gewunnen dacze ierlm vi namen die zwene este des heiligen
erüices. die waren do beslagen mit golde vi mit edelem gesteine. das brachen
si abe, wande si erchanten des holezes®) niht. darumbe wurfen siz von wüder- 20
lichen #) in den selben wihaere, da von wier iv gesaget haben. Do wart das smahe
wazzer also geeret, das der heilige engel dar in für alle,tage vn wegete die
vnde?) vı spilte darinne. Swelich®) mensch denne nach dem engele engle
czem ersten in das wazzer geviel, Swie siech «der wart, der wart gesont”?). Do
vnser hre für mit sinen iungere in dirre werlte, do sach er da bi dem selben 2
wiher chrumbe vnd halze vn vergihtigen ®), liute die die vallente suhte heten &
vi ander sieche genüge. die auer in das wazzer ze rehter czeite niene mohten,
die enbant der hailant dirre werlte mit sinen gotleichen genaden von allen i°r
siechtäm ®). Do die iuden den wiere czeinen czeiten ve verboten!°), do wart
das erüce funden vh wart vnser he’re, der heilige xpe, darane genagelot. do ne 30
geschach after diu niemer mere dehein zeichen in dem wiere.
Nu seht die manegen beczeichenunge ane die got mit sime erüce begie, €
er ie darane wurde gemartyrot. Nu eret hivte den schephsre himeles vn erde
der die tiefe des abegrundes mezzet vn erchennet vh die praiten erde in siner
hant beslozzen hat, der in der höhe des himiles sin hüs gesetzet hat, bittet in, 35
das er vns lazze geniezzen sines vil heren ertces, wande alles das in der alten
') E alle jar, aber nachher 164, 38 all tag. 2) E besucht. 8) Für diese Con-
struction tritt auch E des holez (Strauch corr. das) ein. % E hat das richtige
vnwirdicklichen. 5, Fehlt I; Strauch ergänzte wazzer fülschlich. e%, Hier setzt
M ein. ?) ME gesunt uone alleme sineme siechtöm. °, M [misels]uhtigiv.
®) ME unchreften. 10) 1 fur[beten], % fur ruten.
308 ANHANG
€ alles vor betätet!), vn sulen?) vil wol wizzen vn bedenchen, das vnt° allen
den werchen siner barmüge die er von anegenge zv vns selbe?) geordent hat,
das*) niht so w niht so (!) wunderlich ist noch so heiliges noch so ere?°) ze
sagene noch so verre ze pdigen, so das der®) ein leben ist”) aller lebentigen
5 menischen durch vns suntere ware) gecriuezegot. Diu heilicheit diu darane
ist. «diu betivttet(!) «die piezeichen aller vnserer vorderen®), swas si an ir opher
begiengen vn an ander !®) saczunge diu in geseezet was an den zeichenen der
heiligen wissagen, das chunte!!), das das also georden (!) wasre!?), «das sagete,
das das also erfulte solte werden, das der here maide sun sinen liCp gebe an
10 das erüce ze marteren durch alle suntere. Das lamp das si opheroten vf dem
heiligen altzre, das bezeichenot die diemäte des almehtigen gotes, das er
senfticlichen vh stille swigende ze der martyre gie, do ers vil wol mahte wi-
dlerredet haben, ob er wolte, also er sancto1?) petro sprach, do er eime iuden 1)
das ore abe slüch!?) “Stoz din swert in dine seide (!). wenestu des niht, wolt
15ich minen vater pitten, er gebe mir mere denne zwelif schiare (!) der heiligen
engele die mit fivrinen swert@ fur mich vehten!®) vn das vil wol werten, das
ich in der iuden gewalt niemer gegeben worde. wer loste denne die menische’
sprach der heilige c'st “vn wie wurde alles das erfullet das von mi°r gesc'ben
ist” M. f. 1. Si opheroten öch in der alten € rotiv rinder. das bezeichenot
20 das rote plät das von vnsers h’ren wunden floz. wande wi®r waren in so tiefe 17)
charchire des leiden leidigen valandes geuallen: het (24") er vns mit siner
vnezallichen güte niht erledigot vn en heter!$) mit sinem gewalte den gewalt
vnsers vin veindes niht zerprochen, Sone mohten wier niemer vol chomen sin
noch semphte vfpart (!) haben gewunnen hincze den choren, da imer lieht ist
25 ane vinstre vh grozziu chraft ane allen siechtäm. Owi, wie suzziv :spi®se vns
von dem heren!?) erüce chomen ist! wie selich der?°) munt ist der den heren
lichnamen vnd das heilige plüt des almehtigen gotes mit ri®wen an sinen
ivngisten czeiten emphat, Der des heilwages mit triwen gesmechet das vns got
gewihet hat, Da vone die tiefen wunden der sele werdent geheilet! Elyseus,
. .y» . e . . .
30 ein heiliger wissage, der chom, lange &?!) got geborn würde, in eine michele
stat, in eine wi°te gegene. Div liute lüte die dar inne waren die clageten ime,
'!) E wande allez das das er ye dar an begie das was in, ?) E ergünzt dar-
nach WIiT. ®) E vnser seligd. %) L bestätigt die Ursprünglichkeit des Anacoluths.
5) E her. 6) ME so der he[re Xpec] der. ”, M fügt hinzu himelis vnde
der erde [unde). ®) ME wart. ®) IE vorvorderen, Lücke in M. 10%) ME ane
der. 11) ME chundet. ı2) MI was. 13) ME davor richtig ze. 19) M setzt
hinzu der hiez malchus. 15) M setzt hinzu [do] sprach er ze ime. 10) ML uach-
ten. 7) ME in einen... tieffen. 18) M enhete, F hett; er wird also ursprüng-
lich gefehlt haben. 1) Fehlt ME. x» ?°%) lip ist unde der fügt M hinzu; das fol-
gende ist fehlt. *!) ME & lange &,
134 309
claz i“r wazzer also swer!) vnd also hantich were, das liute vn vihe da uone
sturben, vi pats in, das er in hulfe vmbe got, das in div ungenade ze bezze-
e . ... D
runge verwandelot würde. Da gie sa?) der heilige man helyseus da div vr-
sprunch waren vnd warf darine salez vn ein weniges holez in der piezeiche des
[2 K) . . @
heiligen erüces. Da von wart aller alles daz wazzer in eine grozze süzze 5
verwancdelot, Daz iz niemer mere nehein schaden getet weder liuten noch vihe.
Der selben genaden sulen wir got pitten, swas suwers vnd pitteres an vns sei
von vnseren svnten, daz er das durch sin selbes parmüge vnd sines durch
sines heiligen erices ere verwandele. Got?) nehete niht’ vergezzen siner bar-
munge, da er siniv liebiv chint vnt’ sine arme viench, vnt’®) die vettache si- 10
ner schirmvnge an dem heiligen crüce, Wand er mitter selben biezeiche das
ivch der verschalnusse (!) vnd des leidige valandes von vnserem hals vil ge-
waltichlichen hat geschutte. Nu ratet iv div heilige'v scift, das i®r och?)
durch got etteliche martyre lide'n lidet, Das wi°r®) fleislicher girde wider sten
vn an iv sterbet die ir vil manigen sunde die i®r gefrumet”?) habet wider got 15
vnd wider iwer armen sele. der ist selich der diu füzspor®) des almehtig& go-
tes nach volget, der das erüce xpenlicher eren fur sich geseczet. Nv man;
vnseren h’ren siner genaden, das wir in vn sin heiliges erüce in disem leben
also eren müzen, das wier das heilige leben besiezen müzen. amen | .
C. 20
(107%) Diliges dominü deum tuum zc. Unser h’r sprach “Du solt deinn
got minnen von allem deinem herzen, von aller deiner sel, von allen deinem
gemüte. Dew minn von allem deinem herezen dew ist gemain, dew müz ein
igleich mensch han der czw dem himelreich chomen wil, wann das herez ist
ain flaisch vnd chan nicht gaistlich minn han. Dar vmb het got verainet 25
menschleich natur mit sein’ hochen gothait, Das er vnser fleischlich herez cezw
sein’ fleischlichen minn ezug vnd darnach gaistleich miün precht. Dar vmb sol
vnsers h’czen minne gesamet sein von alle dem das minnichleich vnd posleich
auf dem Ertreich ist vnd versmahen die welt und alles das dar inne ist vnd
sol allain fliezzen auf dew menschait vnsers herren ihu xpi. Da von sprach 30
er‘von allem deinen h’czen’, das es sol gesamet sein von allen dingen vnd sol
allain fliezzen auf sein menschait. Dar von sp’cht ain heilig “vnder disem
schaten schüllü die rüoben (!) die der sunn hiczze nicht getragen mugen, Da
si mit xpi menschait gefrewet werden die noch nicht kunnen verstan weliches
dles heiligen gaistes gab sey’. Kurezleich gesprochen: Got minnen von allen 35
1) M süer [we]re, E sawr. ?) M sazehant, fehlt E. ») Davor in ME Xpe
non inmemor etc. % M [un]de untir. 5) Mit daz och schliesst M. °F ir.
?) E da ir euch mit vorbarht. ®) E auf dem spor.
310 ANHANG
herezen ist, was «ein aigen hertz vnd allew ereatur hebes erpieten mugen, «las
du das gantzleich versmäahest durch dew menschait vnsers h’ren ihu xpi.
Dew ander minn von aller der sel dew ist gaistlich vnd vnwegreiflich,
wann graistleich mag man mit sinn nicht wegreiffen. Davon ist der sel minn
5 vnbekantleich vnd kumet vil wenich laüt ezw diser (108%) minn. Ez sprach
sand Johannes, das man disew minn nicht mug erkenn wann mit cezaichen
der sint drew. Das erst ist, das si mit irem willen verainet sev mit got,
Was!) si nieht mug wellen, wenn das got well; wann die weil si mag tün
vnd lazzen das si wil vnd si mag gesprechen von ir selbes willen “Ich wil
10vnd enwil’, dennoch si nieht wegunnen hat got ze minne vnd?) von aller
ew’3) sel. Das ander ezaichen ist das, das si nich (!) mug webegt werden
von chainen dingen die auzwendig muügen ezW gevallen, Ez sey verlust des
gutes oder frewnd, Er oder was penieleichen #) ist, das si da von nimm’ we-
begt werd noch vertriben aus irem frid vnd albeg weleiben in ir gedult vnd
l5in irr Rw°o (!) mit got. Das dritt ezaichen ist, das si nindert rw“o suchen?)
noch lust an chainen dingen das got nicht ist, an gnaden noch an den Engeln
noch an heyligen noch an chainen dingen die vnder got sint, wann sand Au-
gustine spricht “was got geb mag an sich das trostet mich nicht”. Swer di-
sew drew zaichen nicht hat, Der minnet got nicht von aller seiner sel.
20 Dew drit minn von allem gemüte ist noch hocher vnd gaistleicher. Da
von sprieht Sand Dyonisis, Das disew minne niemant müg erchennen wa
mit drin ezaichen. Das erst ist, das er vnbegeleich sey an seinem gemüt von
lieb vnd von laid, das er ezericht fur sich var die freien strazz, Das er nicht
müg genaigt werd ezW der linken hant, so es im vbel get an leib vnd an
25 gut vnd an eren, noch ezwW der rechten hant, so es wol gat. Das ander
ezaichen ist, das seit mit gelust nimmer an dehainem dingen haften das got
geben mag, Si fliezzen statichleich in ir ainiges gut das got selber ist. Das
drit zaichen ist, das si also webeisen von got, das sew chain valschheit mug
wetriegen von gaisten noch von menschen, wann das sew in dem spiegel der
30 gothait erchennen allew dinch als sew sint in irem vrsprunch vnd in irem
ausfluzz: das ist dew gewizz erchantnüzz. Da von spricht sand Dyonisis “dew
minne ist ain chraft dew ainiget vnd gleichet dem das si da minnet’. Hie
chumbt der gaist vber alles das das geschaffen ist in das vngeschaffen liecht
das niemant nicht haissen mag denn ain liecht, wann das liecht offent vnd
35 vnderschaidet dew dinch div pilding habent; Aber in der vinsternuzz da ist
weder liecht noch vnderschidung Pildleieher ding. nicht das in got vinsternuzz
sev, mer es ist vnbechantnuzz. da von haisset es ain vinsternüzz, wann dew
sel verpart sich selber da vnd allew pildleichen dinch, Als sanctus paulus
; R N ; R e
') I. das. 2) Streiche vnd. 2: 2.0. t) Etwa semeleichen? 5) mug zu
ergänzen,
134. 135 311
spricht “swer an got haftet der wirt ain gaist mit got. Der nu komen wil
ezw der hochsten volchomenhait, Der sol han ein vnvtrossen genugde aller
cezergänkchleicher ding, Dar nach chumbt ein vnbesorgtew freihait. Er sol han
ein vngerubtew wegierde aller ewigen ding, darnach so chunbt ein haizzew
or
minn in dew sel. Er schol sich auch chern von aller wollüst des leibes vnd
der sel in ain rechtew Rw°o, so chumbt man in dew höchsten lauterchait.
Man sol auch gleich enpfahen armüt, versmäch, siechtum, pein vnd all wider-
wartichait vnd alles das got auf den menschen gelegen mag, als ob er in
gab Er vnd gmach, vnd allew fräwd auf ertreich vnd in bimelreich mit ainer
gleichen danchnamehait, so wagschet im ein hügleichait!) götleicher werich. 10
Unß h’r hat den tod erliten durich den menschen, das wier alle sterben
an dem fleisch. da von sp’cht vnser h’r ihu xps selb’: “Das waizzenkorn er-
stirbt in der erden, so es nicht fruchtper is. Maister Ekchart?) der sprach
“mir gend laut nach die geperent got alle tag gaistleich in der weis als in vn-
ser vraw gepar. da sprach ein vraw “wer mugen die law“t sein” Do sprach 15
maister Ekchart “an swem ir die fünf ezaichen vindet die sint es. si habent
(108b) gestriten vnd gesiget vnd sint in ruw gesezzet vnd schauent an gotleich’
warhait vnd lebent dem vnd stand auf irem plozzem nicht vnd sint des vn-
bissend vnd hant all czeit ein leben als der erst an vacht. die sind es. q
135. 20
Fünf Volkslieder.
a) Helf?) god. we mach myr leuer syn. den ich seghe eyn vrouchen fyn.
de myr myt ghunsten ghudes ghan. Lever den ich hy ghesach. datz bistu
vrütlich lieb alzo. Tzo nuwen iar my bertze twinghet «daz ist na dyne hulde
rich daz ist mir leib vn dir ghelich. 95
Recht als ’ voghel vrouwet sych datz ist dar mede ghar wunentlich ghe-
denke daz myr vorlanghen dot............
b) 1. Myden doet my swere pien, |
dat ich nyeht weit, wo ich can do:
dat maket dat alder leueste vrouwelyn myn. 30
dach vnde nacht haue ich nieht rowüe ”
wan ich ghedenke aen ere tucht,
z0 ist myn troure gar vrovlucht®)
vn vrowe my des in hertze.
1) = Freude, s. Alem. 4, 90. ») Vyl. Sprüche bei Pfeiffer 2, 601 Nr. 14.
3) Dies Bruchstück habe ich, der Hs. entsprechend, in unabgesetzten Zeilen ab-
gedruckt, den 4 anderen Liedern gab ich dagegen ihre strophische Form. *% Zu
vorvluchten = flüchten (Lübben 5, 490).
10
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312 ANHANG
R Ach nıyd&a ist eyn bozer wain,
wene leyff tzo leue nicht kom& in kan,
daer mac it liden smerze.
LO
de sal dat weten alleyne:
wat em to gode weyrt bereyt,
We leue aen syn& hertze treghet !),
ddat make he nycht ghemeyne:
so wert syn gheer ervullet gar,
heymelich vü nycht opebaer,
al in eyn vruntlich schertze.
R: Ach.
3. Haße ghute nacht, my leyff (datz g.) ?),
by dir kan ich nycht wese:
myt hertze ghedäcken sende ich dir den breyff
sal lesen 3).
ghedencke aen my myn hoghest’ oort,
ny aen dyn hertze dese wort
vD doe my nycht vorsmerze.
R Ach.
ce) 1. Der mey weket vns myd vrolycheyid
wortz vü al dat ghy leif ghewan,
der acker vrisch myt blom& steyt:
des vrouwet sych vrauwe vü
ma.
Iv War leyff tho leeue leeflich apreket,
hem beden nyeht me®) tzijt enbreket.
2. Een gutlich wijff ghar wol gestalt,
vp erde’ nycht mach besser syn,
die loue ich vor de grone walt,
var (!) al dat singhen der voghelijn.
Tr War leyff ete.
3. Vor ailuer, ghold vnd edel steyne
dar vor loue ick een gutlich
die is kusch vn daer bij rey
dat neme ik vp zele vn I1yff.
R War leyff ete.
wyft:
Ne,
4. Die leue is selden?) sunder wan,
waer leef steet na leues gheer.
wat achte ich vp de’ alle mä?
de som’ komet drade aen®).
R Waer leyff ete.
1) I. treit. °) 4. Haue ghute nacht, G. (Name) my leyff?
h. g. den breyff | send ich dir, salt lesen.
ı) = wan.
5) 1. selde?
®) Vielleicht: m.
*) 1. her.
d) 1.
e) 1.
135
Der liben sarten sy alles heyl
dye trubich hertze kün& machen gheyl
vü sendes leyt vortribe.
myt wylien wyl ich gheben yr
hertze, müt, syn myd gantzer ghyr
vn stete daer an blybe.
R: Wer wolde nycht denö wellichlich
den leben saarten wünichlich
vn leyt by en vorspare!
R Der werlde trost wer ghar ey wicht,
hetten wy der zart& vrauwe nicht.
heilff lucke! ich meyn vulvare.
. Eyn leplich wort mych hat durchwont
vs rot& münt int hertz® gront;
dar tzo een vruntlik blicks,
daz ich een wort nicht sprek& in kan,
ghevangha zo een stommer mä
in mylik&!) stricken.
R: Wer wolde etc.
. Lose vp de strick der sorghen,
we, kuntlich wee, verbarghe!
dyn deiner lyt ghevanghs,
dem keyn’ bas ghehelffe mach
wale dyne ghenade. beyde nacht vnde dach
mych morden wyl vorlanghen.
PR: Der werlde etc.
Leep, dich gruset daz hertze myn
vs ganze treuwe vn lieber gher,
wan ich kan nicht vargessen dyn,
vor ald’ werelt lebestu myr.
dyn werde ghestalt so mynichlich
haet in myn hertze gebeldet sich.
abe ich wol selden seen dich,
ich blibe dir stete ane abelaen.
R Myn sarte krone habe goet& moet,
myn hertze dach keyn vntrouwe duet.
bis vrys vi vro vn dach behoet,
wan ich dich all’ er& gan.’
1) 7. mynelike.
Deutsche Has. in England 1.
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314 ANHANG
2. Wer leip hait vn daz selden suet,
haet der vroude, der ist cleyne.
nu merke, myn trut!), we is myr gheet:
so waer ich in ellenden byn alleyne,
5 so byn ich hy nach dort
vü kan vorsenden wise noch wort. '
heir aen gedenke, my hogester oort,
vn halt dynne trouwe vn wandels neyt?).
R My zarte crone ete.
10 3. Du byst eyn wnder bant,
des ghelich vp erd& nicht in is.
zo waer ick kome& in de land,
so habe ich van dir tzijt noch vrist.
liebe hait myt liebe ?) dorch bunile,
15 wan ich dich, leep, tzo allen stunden
vruntlich habe in hertze grunden,
we veerne vD vronde ich dir dach staen.
R My zaerte ete.
| 152.
20 Diätregeln.
Bl. 4» (linker Rand) Februarius: In deser manet saltu bläet laten bi
den dume of an der medianen. drach oee enen warmen häet. dat is dinen
houede uele güt. warmen win drine g’ne hi suueret dine darme Etes du
ene sade üpde and’e sade dat wert di alte sik& dagen. Alat. ende m’chaten
25en lacissce getepet mitte wine bote di des hüstes.
DI. 5° (rechter Rand) Martius: De marte is so gedaen. du salt dines
lines grote hüäde hebben dan. Slap luttel. ende bade vele. Laet negein blüet.
Ende of tu danne spies. hebbet alte spele. Sure dince et. eh drine sure win
mitten alant. so mügestu gesunt sin. Komin. en pep saltu eten aller dage-
30like. Rute lathe ch venecoel. en eppe. gegevar. berträ. lac'ssce mit aller list.
saltu eten so heuestu in deser tijt behüden din lif.
Bl. 5° (mitten auf den linierten Zeilen des Innenraumes) Aprilis: Apille
heuet vuele seden hi maken (!) g'ne den rede. Laet bloet g’ne ander adere.
dat wert di alte genaden. Sopire gne 1 allen.bire*). «dat weret di dat fauer.
35 Slap genoch ei bade uele. Reineuä. bet’nia. beuenella. lubestekel. de wrtele
alle si di wale bekomen. Nemestu oec rute binne (deser tijt. dat wart di alte
güde.
!) Vielleicht ist myn trut an das Ende der Zeile, als Reim auf suet, zu stellen.
2) Vielleicht zu lesen: trouwe wandels än. °®) Iiryanze mych. *) Diesen
Satz verstehe ich nicht.
135. 152 315
Bl. 6% (rechter Rand) Maius: Emmer i den Meie. sin güt de vveke eiere.
du salt drinken alsen !). dat vvert di ®de (!) gude. Alle güde wortele sin nv
tidich. si helen di din lif. hertentunge met ysope et ei dric süte dräc mit
lac'sse ende mit anis aldus so leues?) tu di der colere geboet. botere ei coil.
gemaket mitt eppe si doin di den müt smaken. Et aldit selue weder de 5
gicht.
Bl. 6° (linker Rand) Junius: Der manet Juni’ nature spreket aldus.
drink vastede den evlen born. so wert din bloet gvt eü dunne. et den ladie.
end busloc. de kerse is di ok gvt. Slape luttel eü bade alle tiit vro. ald’
holdes tu din herte. Nie bier. efi nie mede. si maken di de ride. eh dat fauer. 10
it maket die (!) ok de longe siec. dat magh di w°den seit. Du ne salt ok ete
der melk niet. si ne si gesode godeweit.
Bl. 74 (rechter Rand) Julius: Juli’ der manet wil hebben sin recht. drine
gamädreä. et dille end eppe. end rute isope is oec vele gvt. si v*bliet di dine
moit. spec en cluueloc maket di dine sune gvt. Affter sente Marg. dagh. lates 15
tu blout. dat mach di sere scade. Suk® ef muskate. cedeware. eü rute saltu
ete. Dune salt et& negene musscle dat is di vele gvVt.
Bl. 7b (linker Rand) Augustus: Der ogest is vele vreslike. hi maket
siic () beide man ende wif. Of tu willes gesüt sin. sone et niet enigh grot
svin. v'mit den coil en melk. end nie gar bier. want si mak& di de longene 20
siee. end seir. Lat neg& blot wake vro. dat is di vele gvt. Poleie eh wege-
brede de salt du hebben gerede. en van ande’n Ende vortel& so varne di. so
behaldes tu an deser tüit gesunt din |if. j
Bl. 8* (rechter Rand) September: Septeb® de is gvt. du salt alle dage
ete melce eh brot. so vele so it si. et gesode pers dar bi. en and’ gvde vrüght. ?5
Gäse ne darftu nüt v’mide. Dune salt dat nüt v’geten. dune soles oec sinep
et& beide mit vleische en mit vische.
Bl. Sb (linker Rand) October: In diser manet so sint alle dine sehdieh:
et wibere ei drie den most. behüde di weder den vorst. dat di niet calde ne
werde. Ganse speneverken. ende wilbra® (!) et. et g’ne güt crut. drach imer 30
mit ti güt erut.
: Bl. 9% (rechter Rand) November: Vns gebidet de Manet Noueb’. dat
wi uns mitt& cledere bewaren. dat vns de vorst nene moge scaden. Allerhande
uleisch is getidich. süder schapen eh bukken. Eiere sint gesunt. den senep
salt tu oec niet u°’geten. bade niet uele. en lat blot. dat spien is di niet güt.35
Gengevar. en®cidewaer. cinamomü et. dat is di güt. nü en ouer al dat iair.
Bl. 9» (linker Rand) December: In deceber so iset winter. So laet an
dinen houede blät «dat is di wer (!) dat houet swar gvt. Et alre hande sote
eten. ende bade mitten steine. so bliuet din lif sunt ende reine,
!) Wermut. 2) }. heues,
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316 ANHANG
164.
Proben von gheestelijcken lyedekens.
a) 1. (76°) Al!) die hier sijn geseten
en door christum verheuen leeft,
om drinken en om eeten
laet ons godt niet vergeten
diet ons alle gegeüen heeft.
2. Hy is ons god almachtich
en wy staen al in sijnder hant,
laet ons hem loüuen eendrachtich,
hy sall ons wt liefden crachtich
schenken sijn rijcke plaeisant.
3. Hy is der sonden ontladich,
dies smaeckt sijnder vreüchden heeft:
(766) eet en drinckt allegader,
twaert ons gegunt van den vader,
den soon en heylygen geest.
4. Laet ons te samen spreecken
den heer loff, prijs en danck,
want sijn gratye is hier geblecken
aen ons menschen, vol van gebreecken,
die versaet sijin met spijs en dräck.
5. Laet ons gehoorsaem wesen
en altijt sijn loff' vermeert:
wy sijn alle sijn kinders gepresen,
800 wy in mattheus leesen
die ons alle soo bidden leert:
6. (77®) Onse vader vol al der vramen
die daer in den heniel sijt,
gheheylicht wert uwen name,
ons toecome dijn rijcke bequame,
ziinen wille geschiede al tijt
7. In den hemel als opter aerden,
1) Auch in Nieuw Liedt-boecxken genaemt Jeughts-Vermaeck, t’Alcknıser door de
Wedue van Jan Volckensz Haserson, op de Mient 1562 S. 11: eem Gratie-Liedt op
_ de wijse “Het waren negen Soldaten’. Exemplar im British Museum (. 18. a, zu-
sammengebunden mit Nieuw Geestelijck Liedt-Boecxken, gedicht van J. V. Medicijn
(aus derselben Druckerei und demselben Jahre); dies enthält S. 128 een Christelijck
Bruyloft-Liedt = unten c).
:3, 1.2 Druck (D): Hy is onse sonden ontlader
Laet ons smaken sijn deught en keest.
164
gheeft ons hüiden ons dagelijcx broot
en vorgeeft ons, o heere vol waerden,
onse schulden die ons oyt daerden:
wy vergeüense clein en groot.
. En laet ons tot geender spacie,
o heere, door ons misdaet
niet vallen in temtacyen,
(776) maer door ü goede gratie
verlost ons van alle quaet.
. Want ü is dat rijcke vol vreden,
'verhoort ons, 0 hemelsche godt,
die cracht en heerlicheyt mede
van nü tot in der eeuwichede.
amen segge wy voor het slot.
b) (78*) Een liedt op de wijse: sterckt mij, o godt, mijn toeüerlaet.
1. Maeckt blijschap groot, o ionge joucht,
in dees üws meys seysoene.
verblijt v en sijt wol verheucht,
in dees v mey tijt groene;
mer niet in swerelts ijdel doen
wilt v voor ijdele vrouchde hoen,
mer in den heer verblijden,
nü en tot allen tijden.
. Richt üwe ooghen tot den heer
die uwe joücht doet bloeyen,
en wilt hem alleen geuen deer
die ü hier soo doot groyen:
(78b) vermaeckt ü in hem met lofsank,
seyt hem voor sijn genade danck,
wilt sijnen loff verbreeyden
met rechte danckbaerheeden.
. Tgeen (!) dat die heere v düs dodt
is een grote genaden.
mer hy gheeft v veel groter goet,
hy vrijit v vanden quaden;
hy heeft sijnen beminden soon
ghesonden üyt des hemels troon
en heeft hem laten lijen,
om ü van smert te vrijen.
7, 4 daerden undeutlich; D deerden.
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e) (98) Een geestelijek brüyloft, hiet op de wjise Die reyn liefde
6,5 2, vreücht.
ANHANG
4. Neemt voor al dees genaden aen,
acht die voor alle dingen,
want üws joüchts mey tijt sal vergaen
(79°) en verloopen geringen ;
dan die op dit groot goet recht acht
en danekbaer ıs dach ende nacht,
een anders meys genaecken
sal bem ceüwich vermaccken.
5. Climt op boüen tot üwen golt,
met bert, gemoet en sinnen,
hout ü alleen aen sijn gebolt,
wilt hen: voor al beminnen.
en al wat ghy doot oft begint,
vnxesten als ü seluen mint,
laet het sijn tot gods eeren
en stichtingens vermeeren.
6. Aenrocht godls glorv, prijs en loff
(79®) ut al ü gansse erachten,
soeekt daer toe oorsacck en stoff
met hert, sin en gedachten.
met singen macckt jolijt en vroü,
dunck seggingen sij U geneucht,
en laet ü al ü leuen
sulcken wellust aeneleuen.
1
.
Sulek eenen mey niet en verpaet,
erijcht gheen verwelckte bladen,
mer eeuwichjeh seer lüstich staet
om met vreucht te versaden:
dus tracht na dese mey tijt soet,
weest daer in blijen wel gemoet,
wilt v deer in vermeyden
nü en in eeüwicheyden.
De bruydegom.
1. Doot v ooghskens open,
schoone het is dach.
ick heb lang geroPpen,
dat ick v sien mach;
(99%) want v wesen schoone
viere.
ID
164
mijn hert doet verblijden seer:
comt, ontfanght v croone,
ghy en sült niet lijelen meer.
. Doet an nieuwe cleeren.
hier is een cleet wit,
in het bloedt des heeren
is ghewasschen dit.
wt mijn dierbaer wonde
vloeit een reynich beke claer,
die af wasghe de zonde,
die v gaf doots steke swaer.
. wt v selfs wilt treden
ende comt tot mij,
(996) want wy süllen heden
tsamen weesen blij.
in mijns vaders rijcke
sullen wy ghecroonet zijn:
comet vyt den slijcke,
üwe. liefde betoonet mijn.
De brüydt.
. Siet, de sonne schijnet
van mijns liefs gesicht
en de nacht vordwijnet:
lief, ghy zijt mijn licht.
üwe sonne oogen
mijn siel verlichten celaer.
ach, ic moet verdroogen:
liefde, comt ınij doorschichten gaer.
. Ic val aen v voeten,
lief, van minne kranc,
wilt den drück versoeten,
schenckt mij liefdes dranck.
v vloedt, hooch verheuen,
is miju medecijne goet,
v doot doot mij leuen
en maeckt de helsche pijne soet.
. Werelts ijdelheden,
ick gae verre van v:
slamıs gherechticheden
mij bedecken nu.
ick gae voor gods throone,
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AXHANG
vri) van het besmetten al,
eene gouden croone
tlam op mijn hooft setten sal
7. Eer zij (d) godt den valler,
eere treyne lam,
de heylige geest tegaler,
hooft, godt, heylege stam.
vallet voor gods throoene
ende roept met herten blij:
eer zij godes sone
die ons maeckt van smerten vrij.
De doot doet leuen.
172.
Zwei Gedichte auf den Tod.
a.
(101°) O mensche, oft ghy docht ende wist den tyt,
Wat ghy zyt ende wane ghy cöme zyt
Ende waer dat ghy henen zul,
Als uwen tyt es vervuult,
Dat ghy emmer moet van hier,
Al waerdi moedich, van herten fier —:
Nemmermeer en zoudi in zond& verblyden,
Maer suchten voor verleden sonda tall& tyde.
Want ghy, als die scryfture belyt,
In boosheden ontfanghen 2yt,
Ende in zonden — wilt verstas —
Heeft hu moeder hu ontfaen,
Huut hare zyde gheboor& naect,
Van vuulnesse der eerden ghemaect,
Zenuwen, aderen, vleesch ende been,
So god dat heeft ghewrocht in een;
Ende zyt hier commen met verdriet,
Bloot ter werelt ende van niet,
Want al dat hy ye warden liet,
Dat es ghemaect van niet tot yet.
Ende die dan yet wel ouersiet,
So sach nyeman so sconen nyet,
Want al dat inde werelt leeft,
28 Dat ander lant (O0) 15, 1: Wy werden al nakent gheboren.
164. 172 321
Dat 1yf, let of bevoelen heeft,
Dat moet al steruen zonder waen
Ende weder al tot nyeten gaen.
Aldus zuldi in druc, in lyden
Steruen moeten in corte tyde
(101b) Ende weder van hier var& bloot
Met vare, met anxte, met zorgh& groot;
Ende ghy en weet niet den tyt wanneer:
Dan als god wille, onse lieue heer,
Het mach ghescien ; heer ghyt vermoet of gist,
Suldi wech slupen als een myst.
Ende alstu dan versceden byst,
Men leyt dy in een houten kist
Of men steect dy in een mmatte:
So wel hem die ghebuer& mach datte!
Al hebdi zule groot goet ghehalt,
Een slaeplaken — weet dat —,
Dat es hu laetste ommeeleet,
Ende zo es dy dan bereet
Een wysch van stroo, des ghelooft:
Den wysch leit men dy onder thooft,
Dat es hu oorcuussen dan.
Hu liefste vriende, est wyf of man,
Die hebbe& hu dan cort vergheten,
Ende niement en can dan ghewete,
Waer hu aerme ziele bevaert;
Maer hebdi hu zelue zo bewaert,
Dat ghy ter werelt hebt wel ghedae,
Zo suldi dan goet loon ontfaen,
Want ghy moet emmer, als god ghebiet,
Van yet worden tot nyet,
Als een stinckende prye rotten.
Ende zo dat cleet van den motten
(1028) Ghegeten wort ende dorbeten,
Also zullense hu biten ende erten —
Die wormen dyn vleesch in der eerden.
12—22 vgl. O 12, 1-4: Als wy doet synt wat is die bate Men ghift my een
slaeplak& myt die gate Ende een wilghen kiste ei een stroen bant Hier mede ware ic
sent int ander lant (vgl. dazu Kalff, Tijdschrift voor nl. taal- en letterkunde 4,
191; für die Verwendung der mat verweist er auf Moll, Kerkgeschiedenis 2, 4, 61).
36 vleesche Hs., das letzte e durchstrichen.
Deutsche Hss. in England 1. 41
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322 ANHANG
O ghy rycke, groot van werden!
Aldus zal hu allen ghescien,
Als ghy hier voortyts hebt ghezien
An hem die hu ghelyke waren,
Die voor hu zyn henen ghevaren.
Waer in wildi hu dan verblyde?
Hu beghin, hu myddel, hu hende des 1yde.
Hoe scone, hoe starc ghy zyt ghedaen,
Die doot en moghet ghy niet ontgaen
Noch ontsculen in gheene holen.
Hier by dinet my dat zy dolen
Die dit wel zien ende weten,
Dat zyt zo lichtelyc verghete
Ende hier omme niet en dinck& danne.
Siet hier, waer zyn die wyse manne
Plato, seneca, salomon,
Aristoteles, hector, sampson,
Sibilla, die wyse coninghinne
he
My dinct wel in mynen zinne,
Dat nyement en can gheranı
Coninghen ende meester van
en.
name,
Soe wys, zo machtich, zo ryc,
Die ye waerde haers ghelyc
Of die nv leuen inder tyt —
Die heten wesen zo verblyt
(102°) Van machten of van elerghien groot —,
Ghesmacet zo hebben zy die
doot
Ende zyn van hier wech ghevaren,
Foe machtich, hoe ryec, hoe wys zy waren.
Rycheit, scoenheit en mocht hem baten,
Zy en moesten dese werelt laten,
Daer in zy waren groot vermaent
Ele van den zynen, als dat
betaemt,
Nyement bouen hem ghepresen.
Och lacen! waer moghen zy nv wesen!
Och leyder! zy syn, daert god ghebiet.
Wat zy yet waren, zy en zyn nv niet.
7 des = dat e. 8-10010,2-4: Sterck schoen en ionck vä jaren Abel notabel
15 0 8, 1—2: Weaer is hector
wys ende becant Nu synt sie voer int ander lant.
ende alexander Julius arter ende menich ander.
rühmt, namhaft.
23 1. waeren.
32 I. vernaemt be-
172
Sy zyn vergaen — ben ic wel wys —
Als die sonne doet dat hys,
Ende zyn daer hene, m& weet niet waer.
Al zyn zy vooren, wy volgh& naer.
Hu goet, hu seat moet hier al bliuen.
Waer up wildi dan hoghen moet driue?
Of waer up wildi hu dan verlaten?
Te steruen moghet ghy hu wel zaten,
Want dat leuen en es hier niet lanc.
Ghy moet steruen an huwen dance,
Jonc ende houdt, al ghemeene,
Ryc ende aerme, groot ende cleene.
Wel te leuene es groot noot,
Want die heden leuet es morgh& (doot.
Hier by poocht hu leue ter dJuecht,
Dat ghy nader doot leuen muecht,
(103®) Want ghy en hebt hier huere noch tyt.
OÖ sondich mensche, wie ghy zyt,
Kent hu zeluen, hoet met hu staet,
Dient gode, die bose werelt versmaet.
Want die werelt en es anders niet
Dan lyden ende druc, als ghy wel siet,
Ende die ter werelt yet vermach,
Die doet den andere drouuen dach.
Tes nv ceere, recht ende reden,
Deen dander te verdriuene in vele stede.
Ryc man pryst syn bate recht.
Elken rudder ofte knecht,
Hoe vele hy heeft, hy wille al meer
— Ende hoe hyt cerycht, hy en achtes niet zeer —,
Op dat hy heuet zyr ghevouch,
Want mate enes hem niet ghenouch.
Die ghirricheit es in hem zo groot,
Ele ducht hem zal ghebreken broot
Dies ghenouch heeft an een stic,
Als men ziet ghevallen dic.
Aldus es die werelt nu ter tyt,
Want een yeghelye souct zyn profyt
Om te hebbene tydelic goet
Dat men hier al laten nıoet,
Als ghy alle daghe wel ziet.
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924 ANHANG
Merct, wat es tenes al niet:
Verghanghelic es al dine ghemeene
Sonder god die heere alleene,
(103) Die es euwich bouen al,
Syn ryc gheen hende wesen en zal.
Hier omme ghedinct wat
zy verliesen,
Die tydelic goedt voor euwich kiesen.
Och hoe edel zyn die zinnen
Die god dienen ende in euwicheit minnö
Ende dach ende nacht bidd& ende waken
Om die soetheit gods te smaken,
Ende met cracht weder staen
Becoringhe die hem comm& aen,
Dat sy vp die gods ghenade
Tydelie goet ende weelde
versmade[n]
Ende alle ydelheit ter werelt late
Ende hem te steruen zate,
Want steruen es een zalich 1yde.
Die in steruen hem verblyden
Ende met steruen steru& boeten
Nochtan dan zy steruen mocte
— Want steruen enmach
Die steruen doen als die
niement verhoede —,
vroede
(Want die. te sterus es bereyt,
Van steruen comt hem zalicheyt),
Want (die steruen eer zy steruen:
Leuen voor steruen zy verweruen.
Jeghen steruen en es ghenen scilt,
Ghy moet sterue, of ghy leuen wilt.
Och want men dan ommer steruö moet,
Soe es te tyde dan steruen goet,
Want die steruen met goeden wille,
Dien es dat steruen gheen ghescille.
Ende steruen niet en can
wel steruen
Wel steruen eer doct hem nochtan.
Och, zy zyn ter werelt wel ghestorue
Die gods hulpe hebben verworuen!
Om dat ghy daer toe mocht comen,
24 f. scheinen interpoliert zu sein.
Diese und die folgende Zeile sind verderbt.
34 wel steruen in der Hs. durchstrichen.
172
Soe heuet god den lichame metter ziele gevrome[n]
Ende den mensch@ syn& enig& wille gegeus,
Om dat hy met te houden de .x. ghebode
Mach comm& met hem daer bouen.
Ic bidde god duer syn ootmoet,
Als hy ons allen steruß doet,
Dat wy moeten commen ghemeene
Duer zyn steru& daer blyscapıes ende lyde geene,
Als wy die werelt hier begheuen,
Dat wy dan euwich met h& moet& leuen.
Amen.
b.
(111°) Ic wil leuen ende ic moet sterus,
Dat ic hebbe des moet ic deruen.
Mynen wille moet ic ouergheuen:
Doe ic wel, zo mach ic leuen.
Sal men van allen loont ontfaen,
Soest altoos best wel ghedaen.
. Heden leuen, morghen doot:
Peinst hieromme, dats wysheit groot.
Peinst om gode ende lact af
Dat uwer sielen deeren mach.
Die tyt es cort, die doot es snel:
Die wel doet het loont hem wel.
Ic rade hu alle, dat ghy hu leu& daer toe keert,
Dat ghy alle daghe steruen leert,
Want god en heeft ons niet ghegheuen,
Hoe langhe dat wy sull& leue.
Want die doot comt met ghewout
Haestelic vp stout ende vp houdt.
Daer omme est ons allen noot,
Dat wy steruen conng, als comt die doot.
Ach, hoe wys es hy die gadert ende spaert
Jeghen die langhe henenvaert,
325
10
15
25
30
1 1. gevormen; zum Übergang in die st. Form vgl. Franck, Grammatik 8 173.
2 fehlt darnach eine Zeile?
des XV. Jh.).
Vv. 7—10.
13—16 = Mone, Übersicht $.308 (Brüsseler Hs.
19 f. = Mone $. 312 (aus einem Buchdeckel von 1637).
25—28 = Jahrbuch f. nd. Sprachforschung 13, 108 V. 1-4.
29—32 ebenda
33 f. ebenda V.5 f. B
326 ANHANG
Want het es een zwaer verbeiden
Diet al vp zyn dootbedde zal bereide.
O mensche, steerft, eer ghy steruen moet,
So hebdi te steruen goeden spoet.
5 Want jeghen die doot en es ghenen seilt:
Ele leue also hy steruen wilt.
ı 1%.
Lieder aus einem Album amiorım.
Das folgende durch Nicolaes van Bronchorst auf Bl. 154* eingelragene
10 Lied entntmmt seine Strophenanfänge den Verseingüngen von Psalm 50 (Mise-
rere mei, deus).
1. Quoniam ich v saghe alle daghe,
hoe cleyn waer dan al mijn claegen.
och dat ick soe veer van v moet sijn,
15 dat doet verslijten dat haerte van mijn.
2. Tibi soli ick dickwils leue,
Ick will v dienen sonder begheuen;
och mocht ick leuen eürbaerlijck,
Ick voulde v dienen eerbnerlijck.
20 3. Eece, daeromme bidde ick dij,
Alderliefste vrindinne van mijn,
Eer mijn brecht dat haert,
Waent mijn naest v gheen lieuer en weert.
4. Ecce enim veritatem ich hebbe v ghesacht,
dat doet dijn lieffde chracht,
Die heeft mijn alsoe vaast bevangen
to
on
En doet mijn haert seer groet verlangen.
5. Asperges me met dinre genade,
want ich ben seer belaeden,
30 dat ich nacht noch dach
van dinre lieffde rusten mach.
6. Auditui meo kunt ghij alleyne
vruchde gheuen sonder eynde;
Daerom, mijn alderliefste lieff,
35 wilt mijn niet laeten in desen frist.
7. Auerte faciem niet van mijn,
Mijn alderliefste, dat bidde ick dij,
If. ebenda V.11f. 5f. ebenda 107 V. 41 f. Mone 8. 312 (von 1637).
2,3 I. euwecklijck.
172. 175
want v ooghen opslach
heeft mijn menich vruchde ghebracht.
8. Cor mundum is in dijn lijf,
Och schone (lieff) bouen alle wijff.
Och had ich v harte als ghij dat mijn,
Soe waer ick sonder alle pijn.
9. Ne proijeias me wt dijnnen (!) harte,
want ick lijde groete smarte,
om dat ich v niet mach spreken,
dat doet om v (mijn lieff) mijn harte breken.
10. Redde mihi dinnen (!) troost,
dat ick van lijden werde verloost
En oeck mijn mennichfoldich smerten
Draeghe eewelijck in mijn haerte.
11. Docebo, hoe dat ick dij mach iaeghen,
want ghij sijt door mijn haert gevlogen.
Mijn lieffde en sout ghij niet connen gronden,
al hadt ghij, lieff, duysent monden.
12. Libera me, week eedele schoen ionckfrouwe,
dat bidde ick dij bij god door trouwe.
van desen swaren minnen bant
verlost mij, lieff, off ick sterue ter hant.
13. Domine van hemelrijcke,
wilt mijn toch helpen aen dese suyuerlijcke
Die ick mijn harte hebbe ghegeuen
bouen alle die daer moeghen leuen.
14. Quoniam sy is die schone
die dracht ter eeren een crone,
bouen al die ick oyt sach:
godt gheue haer all gheluck dat men wenschen mach.
15. Sacrificium sijn is goede en fijn,
Ick will in haer geboden sijn,
die ghene die ick meyne,
sy is van harten reyne.
16. Beningne ontfangt desen brieff,
Soe moecht ghij hoeren, alderliefste lieff,
Hoe dat ick om v dachte,
doen ick dit misserere macte.
17. Tunc daer mede sijt bij gode
10, 4 !. Niet draeghe.
327
10
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35
or
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328 ANHANG
. En wilt holden sijn gheboden.
Ick will in trouwen bij v staen,
Ter wilen ick dat leuen haen.
18. Gloria sij bij gode en doet (v) mijn, lieff, in vruechde leuen,
Ick die mijn hart v hebbe gegeuen.
Het en was noyt mensche soe wilt,
Hem temde noch well een vrouwen belt.
Auf Bl. 195b folgendes Volkslied:
1. Schoen lief eerbaer, aenhoirt mijn elagen groit,
Want ich voerwaer sterue den bittren doit;
Om dat de liefde het hart verbrant,
Soe brant dat fuyr an elker cant.
Dat fuyr brant seer
Und de liefde noch veel mher.
2. Dat fuyr brant seer
en de liefde noch veel mher;
; Veel liuer ware ick int fuyr verbrant,
Als van de liefde off gewant.
Dat fuyr etc.
3. Gelt vnd goect
dat mennich suchten doet,
Dat doet de alderliefste mijn:
Van haer moet het geschieden sijn.
Dat fuyr etc.
4. Ich ben kranck,
de tijt valt my soo lanck.
Hartliefste mijn, ghij doet mij pijn,
Van v moet het geschieden sijn.
Dat fuyr ete.
5. Oft ich, soete lieff, wederom quanı,
Soude ich vch wellekom sijn,
Soe sluit mij in v armen blanch,
Soe brant dat fuyr an elker cant.
Dat fuyr etc.
6. Oft ick in perilies (!) quam
Om de liefste mijn,
Om v, schoen lieff, ist all gedaen,
—
5,12. 6,1.2. 7,1. 2 ist der Reim verderbt; noch stärker sind die Corrup-
telen im nächsten Liede.
172
Met v mynne ben ich beuaen.
Dat fuyr ete.
. V mont spreckt wol hart
en ment dat niet,
Myn haert is duisent froüuden vol,
Das wet de liefste selue wol.
Dat fuyr ete.
Princesse fijn,
harts alderliefste mijn,
Altijt blieft(!) ich v diner puir,
All soüde ich branden in dat fuyr.
Dat fuyr etc.
Duecht voer all.
Seger van Middachten.
BI. 215 trägt Guillaume de Furstenburch ein:
1.
Lö
Deutsche Hs».
Ich kann vnd mach nicht frölich sijn,
in mijnen hertzen
draegh ich groß smertzen
ind sware pijn.
. Ellendich ben ich, des troest ich mich,
Want na den regen
gift godt sijnen segen,
den sonnen schijn.
Wie sal dan dragen die sware pijn?
Wie sal dan sagen,
das ich moeb dragen
das vngeluck mijn?
Die ıny auf erden is lieb vnd vuerdt,
Die moeß ich meyden
vnd van haer scheiden
in cortzer zeyt.
Wie is das scheiden so sware pijn!
als anderen sclaffen (!),
so moeß ich wachghen (!)
vnd trorich. sijn.
Ich moeß 'aflaen und scheiden daer van,
ich bin verdrongen,
tis mir mislonghen,
ich ben schabaeb.
in England 1.
42
10
ID
Si
30
ANHANG
Schoen lieb, was haeb ich dir zu leit gedaen,
Das ir euch seluer
habt auer gegeben,
moest orlof han?
Maer gedenckt «den zijt der is nicht weit,
Doen ghij es saget (?)
mir lieb zu haben
bij vweren eit.
Feynß lieb, das haben de(r) eleffer gedaen,
Die auster massen
ons seer doen haessen
vnd syn(en) ons gram.
Ellendich ben ich, des troest ich mich,
Want na den regen
geeft godt sijnen segen,
eenen sonnen schijn. Finis.
177.
Martijn van Thorout.
Schluss der Agathenlegende.
330
7.
r 8.
9.
10
10.
15
20
25
30
35
in = —
(12. Sp.1) Ghod hi latene m; eeren leuen
Ende emb* sulke dine anegaen,
Dat hem in staden moete staen,
So dat hem ghoid na sijn leuen
Hemelrike moete geuen
Ende oece hem allen mede
Die ou® hem bidden in elker stede.
Dit mueeti sente aeghte teren
Na de ghebornesse ons heren
M.cc. eh vr. ende LXXX. jaer
Tenäme in sine eloest? daer.
Die ouer hem nv bidden sal,
Ghod gheuem gelue en goet geual
Alle daghe die hi sal leuen,
Ende ghod ne mioetene niet begen,
Hine mot& gheu® hemelrike
Na sijn leuen ewelike. amen.
Dese boee es nuttelee sere
Str. 7 f. sind kaum richtig überliefert. 34 1. begeuen.
Legende von S.
7—10 rot.
voert.
30 f. rot.
172. 177
Diene leest | onsen here,
So waer soet es lude of stille,
Indien dat hijt doet m; gode wille.
xxvin c. vaers heeft hı an,
Dit es oec waer bi sente ian.
Wernher.
Hier beghint de plo®he (!) cort en goet
Van sente Waernere die sturte sijn bloet
Om ihesus kerste onsen here,
Dien hi diende ende minde sere.
lle de ghene
die sullen wesen
(Sp. 2) Daer men desen boec sal lesen,
Salujt, ghelue ende ghoden dach
Gheuem ghod diet wel doen mach.
Ihe kerst dor sine vijf wonden
Moet& v’gheuen al sine sonden
Ende bringhe mede vt alre noet,
Of si ghedincken der scarper doet
Van enen kinsscen ionghelinghe
Dat doet es bleu& nv nichtinghe
Om de minne van onsen here.
Ende die hem reuerentie ende eere
Sullen doen, dat evssce leuen
Moeten si besiten sonder sneuen
Met ghode onsen here in hemelrike:
Amen segt alle ghemeenlike.
Ende daer naer oemoedelike h....
Sin leuen ende sine passie ......
Hier beghint de passie sine,
Als hict versta intherte mine.
Besiden coelne te bagharac
Daer woende een iuede en hiet ysaa,
Dar al de jueden van der stat
Elcs iaers hilden hare parlement
En van haren passcen oec de feeste:
Het was recht, hi was de meeste
28 f. überklebte Bruchstelle; ebenso 332, 24—-26. 333,19 f; I. hoert::
33 I. ysaac; c durch Beschneiden des Randes weggefallen.
35 l.raet; Beweis, dass unsere Bruchstücke nicht Originalaufzeichnung sind.
10
30
10
15
20
30
35
ANHANG
Here ende de rijeste mede
Van alden jueden van dier stede.
Tebagharac, als hie hebbe verstaen,
Waenden si twe die sonder waen
Tegader leefden in huweleke
Ende nochtanne onwetteleke,
Daer de heleghe kerke bi was bedroghe,
Also ic v wel hier na sal toeghen.
(1 Sp.1)Dese twe wonnen een cenapelijn,
Also hict v*stont I therte mijn,
En daedent toeter kerk& dragen
M; sinen vriende, m; sine maghen,
Om kerstijn te doene m; groet® ghare,
Ende dadent heeten warenare.
Also men dede sonder waen.
Daer naer, alse dit was ghedaen,
Doe gheviel op eenen dach,
Daer deen biden andren lach
Ende spraken te gad? hemelike,
Alsoet ghod wilde van hemelrike:
“Ghodeweet’ seide dies kins vader
Tote sins wiue “wi sijn tegader
Onwetteleke in groet& sonden.
. souden, wildi, in corte stonden
. . piechten gaen ende verlien
Ghölde.......:4.u.0 BO Sau
Enten bisscop van der steede
Al onse sonden ende onse gethede
Ende onse onwetteleke daede’.
Dvs ghincsi m; ghemen® rade
Tote haren gheesteliken vaeder
Ende seiden hem al tenengader
Haere sonden ende hare v°hoelne daet
Ende baden hen, dat hi hem raet
(Grhaue, nutten, na hare orconde,
Waer bi si mochten sonder sonde
Leuen hier op dit aerterike
En v°dienen ghods hemelrike.
Alse dit doe haere bisscop v’stoet,
24 ergänze Wi; nur noch die Spitzen der Buchstaben sind sichtbar.
177. 178
Doe dedi, alse de vroede doet,
Ende ond’sochte dit naerenstlike
(Sp. 2) An al hare vrient ghemeenlike,
Alse de ghene die scamps onsach.
Alse hi ghedaen hadde dit ghewrach,
So ondervant hi sonder wanc,
Dat si tenaer waren belanc
Entat si tegader in huweleke
Niet mochten leuen wetteleke,
Ende scietse bede al dar ter stede
Na der helgher kerken zede;
Ende elken gaf hi in gh’ds name
Orlof te hvwene dart hem begme,
Ende riet hem, dat si hem van sonden
Wachten soude in allen stonden.
Alse si aldus waren v’sceden
Ende ele haerre van hem beden
Ghehvwet was na sijn ghevoech
Ende and? kind? elc hadde ghenoech,
So staec si vanhe...........
Ende dadent siere straten gaen
Ende beghaerdens niet lude no stille,
Want men laet lief dor lieuers wille,
Alse si doe daeden haerre twier kint.
Ende al was waerneer vä hem ghemit,
Si minden nochtan spade eh vroe
Hare achterste kind‘ seerre doe,
Alsoet nv wel sceen waerneren.
Ay ghod here, nv so moetti ghenere
Ende voeden desen ionghen man
Daer vele duegden ligghen ane!
Alse waerneren mocd® &te vader
Hem hadden ghelaten altegader,
Doe moesti doen alse menech doet
Die aerem es ende sonder ghoct.
178.
333
10
20
30
35
a) Ein niederdeutsches Marienlied Bl. 151°.
Obwohl dasselbe (und zwar mit 2 wahrscheinlich jüngern Plusstrophen
hinter unserer dritten) bereits durch Jellinghaus, Zeitschrift der (Gesellschaft für
9)
10
25
30
334 ANHANG
Schleswig-Holsteinisehe Geschichte 7, 200 f. aus dem Chronicon tragicum-curio-
sum Kiliense des Asmwus Bremer (Hs. des xvın. Jh. auf dem Stadtarchive zu
Kiel) herausgegeben ist, rechtfertigt sich der ‚abermalige Abdruck um mehrerer
Varianten willen, die zu Gunsten der Orforder Überlieferung sprechen, sowie
wei die Ergänzung einer Lücke sich nun geben list.
1. Aue, morgen sterne,
troost der cristenheit,
Sote godes derne,
brut der reynicheit,
Lutter paradyses vlot:
god dy suluen to vntbot
synen heiligen grut,
Dat du teldes godes wort,
aller salicheit eyn ort:
ny is dat geort.
Eya, keyser krone
an «deme hymel hoe,
rose wonder schone
ut van ihericho:
du bist salomonis tron,
an dy licht des menschen lon
vnd der engelen don.
Du bist vnse richte stich,
nicht up erden is din ghelich
noch an hymelrik.
3. Godes moder reyne,
ID
hymelsche keyseryne,
gelijk deme elpebeyne,
aller salden ey schrin:
ut dy vlot des hymels doir
vnd (151°) vordryuest des viendes hat
und der duuel droir.
Varianten der Kieler Hs.: 1,3 Du sote. 5 Du bist des. 6 god to dy.
9 vnde aller. 10 ein wort des nü er gehort; man lese: ny is dat er gehort.
2,1 des kaysers crone. 3 rose van wunnen. 6 so licht. ‘7 darto der.
8 schick (!). 9 uperden en is syn gelick. 10 im. 3, 2 des hemmels. 3 un-
deutlich; Jellinghaus’ Conjectur alpenbren erledigt sich von selbst. 4 aller salgen
scrien. 5—7 die Stelle ist verderbt; in der Kieler Hs. lautet der erste und dritte
Reim don und dron, der mittlere fehlt.
178 | 335
O du busch al vnuorbrant,
in deme hemel wol bekant,
den moyses vol vures uät. amen.
b) Peters von Arberg grosse Tageweise Bl. 151b.
Germ. 25, 210 f. bespricht Bartsch die ihm bekannten 11 Hss. dieses 5
Gedichtes und giebt daselbst nebst den Abdrücken mehrerer Hss. schliesslich
einen kritisch hergestellten Text. Die nd. Version wurde (von B. wiederholt)
von H. Jellinghaus an dem zu a) angeführten Ort S. 201 f. mitgeteilt (K).
Zahlreiche Varianten rechtfertigen auch hier den Abdruck der Oxforder Fassung
(0). Die Gestalt ihrer Anfangszeile weist sie der Gruppe ıı zu. Ferner er-10
giebt sich: 1) die dritte Strophe (336,32 -— 337,13) weicht von der Original-
fassung, wie sie in den hd. Texten vorliegt, stark ab und schliesst sich 337,3 ff.
an K an, weist jedoch trotz verschiedenen Verderbnissen ein richtigeres Strophen-
bild auf; 2) die sieben Verse (337, 14---20), die in O die vierte Strophe bil-
den, entsprechen dem Schluss der fünften (= der zweiten Zusatzstrophe) in K.15
Deutet also 1) auf eine in Niederdeutschland vorgenommene Umarbeitung der
dritten Strophe hin, so spricht 2) für eine ebendaselbst entstandene Fort-
setzung, von der O allerdings nur wenige Verse überliefert, auffälliger Weise
dieselben, welche sich in wenig veränderter Gestalt in a (Arnswaldtsche Hs.,
vgl. Z. f. d. Ph. 9, 107 f.) nach V. 62 eingeschaltet finden. 20
Nu sterke vns, got,
in vns° not,
ik beuele my hir an dyn gebeth (!),
la vns den dach mit genade ouer schinen.
De namen dre 25
de sijn bij my
in allen noden, wor dat ik si:
des eruces kraft sta my voor alle pine.
Dat swerdt dar her symeon uan sprak,
dat marien dor er herte stak, 30
do se sach, |
dat ıhs stont vorseret,
dat sta my hude an myn not uor der hant,
bescherme my hir vor houet sunde bant.
Gar vngeschant 35
3, 8—10 vgl. De soven langen vrouwede van unser leuen vrouwen (im Anhange
zu Lübbens Mnd. Grammatik) V. 37 f. Du bist de busch gar unvorbrant
Den Moyses doch vol vures vant,
Kieler Hs.: O du busch al unvorbrant | den Moyses fant | de iss dy woll bekant.
336
10
20
25
30
40
40—337, 2 sollte nach 337, 6 stehen, ausserdem fehlt nach 40 ein
ANHANG
sy myn lif, wor sik dat henne kere.
Ach bloyede wonschelgarde,
din stam ic (!) van iesse,
wy hopen in vnsen note.
mit iunevrouweliker vle
tret, jücvrowe, vor üse schulde
vn vorwerue uns gudes horde (!),
maria mR gre.
Dat cruce was breit
dar got an leid,
dat em sin menschlike herte dor sneit,
der negelen dre, sper, eruze und ok de crone,
des bessemes sirank (!),
der gallen drank,
de dot de na der menscheit rang:
wo lude he screy ut barmichlik& done
“hely, hely lamazabatani:
my god worume heftu my vorlaten ?
. der iamer screy,
dar to der (!) mart’ here,
ddat sta hude vor myne myssedat,
dat ik vor houet schande si bewart;
to my so si gekart
dynes geistes lere.
Mit «ynes geistes vure
vntfange, here, my,
lat my nicht werden dure
din liflik ouge schin.
din hulpe (!), her god, dat ik vorwerue
dyne hulde, al er dan ic sterue
des dodes ewichlike.
Ach milder erist,
gyf my der list,
lat my geneten, dat my küdich is,
dat ik dy leuendich kenne an eyne brole.
wen ik vorsterue der selen myn,
Bescherme se hir
vor engestliken pin,
wente ik «dy hebbe gekoren to eynen gode.
wes myn sunden eyn voldich (!) vloet
Vers.
178 337
vnde wes my gut
dor dyner moder ere.
Ok edele vorseynne (!) uan hemelrik,
dor din swindigen oetmodige moet vorbarme dy,
here, vnd do my eyn swich (!),. 5
wende din torn is my to swar.
Mines leuendes eyn gut ende
vorlene, leue here, my,
an dessen elende
lat my dyn dener sin, 10
lat my der truwe neten,
des hemels tron up sluten,
lat my mit dy dar in.
Ach lichte morgen sterne
Ne |
vnd klaier (!) sonnen schin, 1
by dy so werre (!) my gerne,
keyser koniginne.
wy ropen to dy s0 sere,
help vns to dynem kinde
to der hjmelschen porten in. amen. 20)
e) Reimgebet Bl. 158°.
God ihesu crist, ik bin din kint,
vorgyf my sondige ding,
vnd de ik mit mynen voten y beging
vnd mit mynen heden boving, 2
mit mynen ougen y besach,
mit mynem munde y gesprach,,
mit mynem herten y bedochte
und mit mynen sundigen lyfe y vollen brochte.
God vader, vorlene my sunte Peters myldecheid 30
vnd sunte iohänes Jduldecheid
N |
vnd sunte marien magdalenen rouwe:
des bidle ik dy, leue here, up alle truwe;
gif my lutter bicht myner sunde
vnd make my dy to vrüde, 35
dat ık kome in de ewicheid,
dar du bist in dyner heligen dreualdecheit. amen. amen.
3 1. vorste; die weibliche Form durch V. 2 hervorgerufen.
Deutsche Hss. in England I. 43
338 ANHANG
d) Ein anderes, anschliessend.
God, schepper allir creature,
wonte du bist barmhertich uan naturen,
Sü an myne menschlike krankheit
5 und deile nu (l. mit) my dyne helige salicheid.
h‘e, dor din vnschuldige blut
wes my vor dynem iungesten gerichte gut.
here, dor dynen bitteren dot
kum my to hulpe in myner lesten not.
10 wen mynes levendes nicht in mach sin,
so vorbarme dy, leue hero (!), ou® my,
vod ou? myne arme secle,
de to male arm is, dyne genade deile. (mit vns) amen.
185.
15 Die unten abgedruckten Prosastücke, welche dialectisch unzweifelhaft nach
Alemannien zu setzen sind, erweisen sich mit Ausnahme von e), einer kleinen
Reeeptsammlung, sämmtlich als mehr oder weniger freie Übersetzungen Beda’-
scher Tractate oder einzelner Abschnitte aus solchen. Und zwar geht a) auf
Bedae Prognostica temporum (Migne 90, 951) zurück, b) setzt im wesentlichen
20. die entsprechenden Stücke aus seiner Ephemeris (a. a. O. 730 f.) voraus, zu
c) vgl. den Libellus de tonitruis (a. a. O. 611 f.), d) endlieh scheint verwandt
mit dem Tractat De phlebotomia (a. a. O. 959 f.).
a) 1* (rot) Hie merke wie sich d'v iar erziehen an allen dingen vmb !vbel
oder gvt.
25 So das ingent iar kumet an einem sünentag. so werdent in de wint‘
starke winde von vngewittere. vnd wirt der lenze senfte vnd warm. der sumer
trochen vnd schone. der windemot wirt güt. div schaf «vn wachsen. das hong
sol fivr sich gan. die alten livte svn sterben. vn sol güt fride werden.
So das ingent iar kumet an einem Möntag. so wirt d® winter. gemischet
30 beide kalt vnd warn. der svmer manger hande vngewiter. der windemot wirt
gvt. die I!vte syn gesvnt sin. div bige sterbent gerne.
Zistag (rot).
So das ingent iar kumet an einem zistag. so wirt der winter güt. (der
lenze bringet starke winde. vnd wirt der sumer gät. div wib svn sterben. div
35 schaf lident grosse erbeit in dem merzen. der windemot wirt erbeitsanı.
Mitwucha (rot).
So das ingent iar kumet an der Mitwuchvn. so wirt der winter hert vnd
scharf. der lenze wirt !vbel. vnd wirt gvt chorn. vil ivngelinge sterbent. hong
wirt t!vre. die bulivte vnd köflivte lident michel erbeit.
178. 185 339
Donrestag (rot).
So das ingent iar kumet an einen donrestag So wirt der winter gvt. der
lenze weiende genäg. der sum® wirt gvt vnd bringet michel genvcht. die k'vnge
vnd die f!vrsten sterbent.
Fritag (rot). 5
So das ingent iar kumet an eim fritag. so wirt ein (Sp. 2) steter winter.
der lenze wirt güt. der beste sumer wirt. das ser der ögen mvssen die I'vte han.
der windemot wirt gät. Schäf vnd bige zergant. div phrvnde wirt tivre.
Sanıstag (rot).
So das ingent iar kumet an eine Samstag. so wirt der winter tvnkel der 10
lenze misselieh. sam tät d° sumer d’v phrvnde wirt t!ure. die l'vte werdent
siech. die alten sterbent. div hivser brinnent gerne. d’v bige sterbet. der winde-
mot wirt gVt.
b) (rot) Wie man sich in dem iare halten sol in ieglichen manot mit ar-
zenie. 15
Genner.
In dem manot der da heisset Genner so en sol nieman blät lassen er
sol [alllen den manot frYv trinken dri gVte trivnke wines. vnd neme ein trank
oder ein latwerie vnder die...... get). vnd das trank das er neme das ist
ingeber. vü solt niessen heisse ding. 20
Redmanbot.
In dem Redmanot sol man lassen ander ader vf dem tvmen das sol er
also tvn das er katharticü mit scamonia neme gemischet. vnd sol das nemen
mit warmem wine in eim sweisbade. vnd sol etwas vf dem höbte haben.
vnd sol div ögen zv tvn. so er es neme. das ander trank das er neme. das 25
ist ephe vnd veltkuelle.
a Merzo.
In dem Merzen sol man svsse essen vnd trinken. er sol öch essen velt-
kuellvn vnd chosten. wan (!) sol öch sweis badon vnd sol danne essen vnd
trinken. Retich sol er mischen (1®) mit honge vnd mit essich. vnd sol also 30
ein nacht sin. vnd esse vnd trinke des selben morne. dar nach trinke warmes
wasser vnd stosse denne den vinger I die kelvn. das er spient werde. vnd sol
einzig sweis baden. er sol nit blvt lassen. wan an dem xvı. tage merzen wan
das hilfet die gesicht vnd ist ir vil nivze. vnd sol teglich trinken rvtvn vnd
lubstechen. 35
abrello.
In dem abrellen So ist gvt ze lassene. vnd sol latwerien nemen. vnd sol
warmer essen spulchen vnd sol das trank nemen. das den magen fivrbe. Niu-
2) Das punctierte unleserlich.
En LT u
340 ÄNHANG
wes fleisch sol er des nıanodes essen. vnd sol heisse badon spulchen. vnd das
trank das er nemen sol. das ist bethonica. vnd bibnella vnd livlien (?).
Meio.
In dem Meien sol man enhein höbt essen. noch füsse. wan an dem töwe
$ist eiter des manodes. er sol alles än win trinken. vn sol das höbt fiurben
mit gargarismo. er sol öch kervelli nvchterlingen essen. an der ader div da
heisset epatica sol er lassen vi sol öch trinken wurmät. vi venkelsamen. vnd
ephvn samen. vnd sol heisse badon.
Brachot.
10 In dem Brachot sol man nvchterlingen teglich trinken einen grossen zug
wassers. gesotten milch sol er essen. vnd warme trinken. Löch sol man essen
mit essich. Lattuch. ephen. vnd venchel sol er niessen. das trank das er
neme (Sp. 2) das ist selbinvn blümen vnd sauinvn. vnd ruten in essich sol
man nüchterlingen essen.
15 Hömanot.
In dem hömanot sol man nit ze ader lassen. wan (!) sol öch chivsch-
lich leben. wan sol rutun vnd garwun essen. vnd sol trinken selbinvn vn
wurmvt. vnd benedietvn vnd camandre nvchterlingen essen.
ögsto.
20 In dem ögsten sol man nit köle essen noch löches. wä es ist des man-
des vil freislich. wä sol och nit maluam essen vnd bebennen. wan si aint
denne bitter. vnd sol nit bier noch mette trinken. dv solt poleien vnd wure-
mvt nvchterlin trinken. dv solt nit lassen enhein blät von dir. wä es ist
nit gVt.
LS)
oı
der erste herbst.
In dem ersten herbst manot sol man brot I milch essen gesniten. des
selben manodes ist es alles gvt vnd zitig das man essen vnd trinken sol. das
trank das er nemen sol das sint rekolterber.
d° ander herbst.
3U In dem ander herbst manot sol man winber essen vä most trinken. wan
(las machot die rvra. Löch mag mä gesotten wol essen. das trank das man
nemen sol das ist pheffer vnd negelliv. venkel vnd mivnzen vnd berehtum'f).
Geissin milch vnd scheffin solt nvchterlingen trinken.
der dritte herbst.
35 In dem dritten herbstmanot sol man nit sweis badon. noch vnk'vslich
leben. er (22) sol öch ell!v höbt der vier fVssen tieren vermiden. das trank
las er nemen sol das ist zinmint. dv solt nit badon.
wint° manot.
In dem winter manot nu so ist güt ze lassenne an der ader div zv dem
40 höbt gat. vnd an allen adron so er wil. dv solt es aber tvn in ein’ warmen
stvben. wan das bät (!) ist denne zerflossen. dv solt denne nit schrepho noch
A nn
185 341
denne nit mit uentusen lassen. vnd solt der kolon nit essen. das trank das
dv nemen solt das ist spizen.
c) (rot) Was der tonre bet!utet der da kvmet in einem jeglichen manot.
Der tonre der da kumet in dem Genner. bezeichnot starke wIde. chornes
or
genugsami. vnd strit vä vrlivge vnder dien luten.
Der tonre in dem Redmanot bezeichuot ges'vchte. vnd tot lute!) vod
aller meist der richon.
Merzo.
Der tonre der da kunet in dem Merzen. der k'vndet starke winde. vnd
wirt chornes genvgsami. strit vnder dien luten. den tot der vnrechton Nuten. 10
Abrello.
Der tonre in dem abrellen bezeichonot regen vnd chornes genüg.
Meio.
Der tonre in dem Meien k'vndet wenig kornes. armvt vnd hvngers genüg.
Brachot. 15
Der tonre in dem Brachot. bringet chornes genvg. vnd mengerhande
siechtagen.
Hömanot.
Der tonre in dem hömanot der k'vndet güt phrinde (Sp. 2) vnd michel
verlust des viches. | 20
v
Ogsto.
Der tonre in dem ögsten k'vndet kornes genvg vnd wines. vnd vnstetes
wetter vnd regen.
der erste herbst.
Der tonre in dem ersten herbst manot. kivndet chornes genäg. vnd die 25
schlecten (() siechtagen.
der and® herbst.
Der tonre in dem andern herbst manot. k'vndet armvt vnd aller schlacht
wächer von akern vn von bönen.
der dritte herbst. 30
Der tonre in dem dritten herbstmanot. kfundet genvgsami chornes vnd
wines. vn(!) genaden in dem iare.
Winter manot.
Der tonre in dem winter manot k'vndet michel genucht. vnd gvt phrvnde.
vnd ebenhelli vnder dem volche. 35
d) (rot) Von dien verworfenen vnd freissamen tagen.
Dis sınt die verworfen freissamen tage. vnd vngel'vkhaftig. die die Meister
vo kriechen also nandon. vnd swer an disen tagen mit smerzen wirt betruket.
1) I. der liute?
342 ANHANG
der kvmet chvme wider ald er schlowetot.(!) lange. Sw° wunt wirt. der geniset
von keiner arzenie. der geboren wirt. der lebet nit lange. lebet er aber. das
ist mit erbeiten. der ein wib nimet. der hat si nit lange. vnd hat si öch mit
vnfride vnd ane triuwe vnd ane liebi vnd belibent arn mit einand®.
5 | 'Swer von sim huse ze strite vert. der kvmet kume wider. kvmet er
aber wider das geschicht mit schaden.
ji Hit dich das dv (2b) nit ze ader lassest. vnd nit niuwes anvahest.
wan es genimet niemer gvt ende.
|| vad dis sint die .xxxr. tage daran ıv dich hvten solt.
10 | Der Genner hat .vır. tag. das ist der erste tag in demselben manot
eine. vnd der ı1. vnd d® sm. vnd d® vı vnd d® .xı. vnd d® xv. vü d’ xıx.
|} Redmanot hat drie tage das ist der .xvı. tag. vnd d‘ .xvır. vnd der
.XIx. tag. || Der merze hat drie tag. das ist der xv. tag vnd d’ xvı. vn der
xvum tag. || Der Abrello hat zwene. das ist der vı. und der .xv. tag.
15|j| Der Meio hat drie. das ist der .ım. tag vnd d’ xv. vnd der xxv. tag.
|| Der Brachot hat ein tag. das ist der erste tag. || Der hömanot hat zwene.
das ist der .xvr. tag vnd der .xıx. tag. || Der ögste hat zwene das ist der
‚I. tag vnd der .xıx. tag. | Der ander herbst hat ein tag. das ist der xv1.
tag. | Der drite herbst hat zwene. das ist der .xv. tag und d’ xvır. tag.
20fj Der winter manot hat drie. Das ist der .vı. tag vnd der .xvı. tag. vnd der
.xvin. tag. || Dis vorgeschriben xxxı. tage verworfen. vnd!) als es die Mei-
ster von kriechen bewerent hant. die sol man behalten. vh sich denne vaste
hVten.
e) Von dem inwendigem flosse. F'vr das inwendig flos. Schline als hi-
25 nacht dr'v chörenli wisses wierochs. vnd aber die andrvn nacht. so (Sp. 2)
schline dr'v chorn. vnd aber !'vber dri nacht so schline driv. so wirt dir bas
des siechtagen. der en latin heisset. reuma intrinseca.
Von dem vswendigem flosse. Fivr das vswendig flos. dv solt terren rvtvn
samen in einer phannvn. vnd tü das in ein sekli. vnd hab das sekli also
30 warmes an din antlivt. so verswint das flos zehant.
Von den der die spise nit wol cowen mag. Swer essen noch trinken
nit vercowen mag. der nem garwü vnd sivde die in altem wine. vnd trinke
das so wirt im bas.
Von kelti des magen. Swem der mag kalte ist. also das er das wasser
35 nit behaben magen (!). der siede selbinvn in wasser. vn trinke das dike war-
mes, es hilfe (!) vil wol.
Von der brust. Swem vnder dien br'vsten we ist. also das er vil davon
hvstot. der nem selbinvn vnd siede si in ein haven. vnd temper si dar nach
mit wine. vnd trinke das frv vnd späte. es hilfe (!) vil wol.
1) I. sint?
185. 192 343
Swem ze dien brivsten we ist. So dir ze dien brivsten we ist. so nim
wilden kressen vnd geissin milch. vnd suffe das also lawes. so wirt dir bas.
En mvgist dv des nit gewinnen. so nim rvtvn vnd sivt die in gvtem wine.
vnd trinke das also lawes. so wirt dir bas.
Fivr ziteron. Swer zitrot von vnkreften in sinen lidon. d® nem zitwar
vnd minre galgans vn snide das I win vnd hong. vnd siede das. vn trinke
es es (!) also warmes. es hilfet.
192.
Fragmente einer deutschen Beichte.
(22) quamen mit mynen ougin das ich
tzu uele. vn tzu lange. vn beger....)
andirn luten habe gemachit nzt
mynen ougen vi mit sehen das ist
mir leit. Ouch han ich gesundigit
mit myne oren Also daz ich hiuder-
claffen. vn lugenmer vn affınspil
dicke libir han gehort. dan vö gote
redden. vn wu ich han gesundig:t
mit mine oren das ist mer leid
Ouch habe ich gesundigit mit mi-
n& hendin di ....elbir..... 2)
vn andir lute. vn wu ich habe gesun-
digit mit rärunge (?) miner hende
vi mynis libis das ist mir leid
Ouch habe ich gesundigit mit ruche-
n vn smacke das ist mir leid
(2b)... ıapig.t?) das ist mir leid. Ouch
han ich gesundigit mit vngeloubin
vn zoubere das ist mir leid
in dem and’n gebote habe ich gesun-
dit das ich gotis name dicke neme
... ne mi’so®) vnnutzliche mit swern
aaı andacht. vnsin hre god ange-
rife mit dem müde. also das da-
s ich han gelobit gote vn Jen heilgin
ich nicht geleistit. vü das ich habe geflucht
1) Etwa unbegerunge = Widerwillen? ?) J. dicke an min selbis libe? °)1.
gesundigit? 4). I mine müd?
D
10
20
25
30
10
20
30
35
344
ANHANG
tı dem dritten gebote
han ich gesüdit daz ich mine vire
habe gebrochin also das ich den fir-
e{ag mit uppekeit habe hinnen b*cht
vn acht mit heilekeit also ich solde
tı dem uirden gebote habe ich ge-
(12) betrubten nicht entroste I sime
lidene vn in sime betrub-
nisse Ouch das ich
dem der mir leit hat ge-
tan nicht uorgebe wolde
uö allen myme herzen
also ich solde Ouch das ich
nicht meteliden han
mit mime nesten in
sime lidene Ouch das
ich nicht enbede uor
alle lude vn sundirlich-
en uor alle mine fiende
alse ich solde. Ouch das
ich nicht enlere den vn-
wisen vn den torechtigen
menschen wie he lebe sol-
de. das ruwit mich vä
ist mir leid.
(rot) von de sybn gabn.
Ich habe ouch gesundligit wid-
dir di subbin gabe des heil-
gin geistis also das ich
gotis uorchte noch ny ge-
wan alse ich solde. Das
ich me sorge Vme mines
libis nodtorft dan uor
mine sele.
(1b) ich solde Ouch das ich noch
miner uornüf vn noch
miner bescheidinheit ny
gelebete alse ich solde das
is m’ leit vn ruwit mich.
192 345
Ich habbe oucu gesundigit
. widdir die subbin sacra-
ment also das ich di toufe
den heilgin geist cresme
den fron& licham dy pristir-
scaft dy heilgin bichte vn
ruwe dy heilgin ee. das
heilge olei ny geerte alse
ich solde das ist m® leit
vn ruwit mich. 10
Ich han gesundigit widdir
di achte selikeit also das
ich williclich gerne ny arm
wart also vnser liebe herre
Ihe xpüs was. Ouch das 1
ich nicht senftmutig vn
geduldig ben I mime
lidene vn I myme be-
trubnisze. ÖOuch das
or
zı
Ich habe die beiden Blätter umgestellt, weil es höchst wahrscheinlich ist, 20
dass die Sünden wider die fünf Sinne und die zehn Gebote denen wider die
Werke der Barmherzigkeit, die sieben Gaben des hl. Geistes und die acht Selig-
keiten vorausgegangen sind. Zu den MSD® 2, 460 zusammengestellten jüngeren
Beichtformeln zeigt unser Text kein nüheres Verhältnis.
Deutsche Hss. in England I. 44
REGISTER.
A...., Vicarius in Sultzmatt, Schreiber
52
Aachen '48. 186
Aarau 194
Abeceverse 175
Adel des hl. römischen Reichs, sein Ur-
sprung 28
S. Adelbrecht s. Leben
S. Aegidius 9
Aegidius, Minorit 85
S. Agatha s. Leben
Alberts, Thomas 165
Albrecht, Bischof, Predigt 137
Albrecht, Bruder, Schreiber 36
Album 17. 179. 326
Aldemburg 128
Alexander der Grosse, Prosa 100; s. Ari-
stoteles
Algorismus deutsch 113
Alkemade, C. N., Besitzer 8
Alphensis, Johannes, Besitzer 81
Alphonsus, Brief des Bruders 59
Amalia, Herzogin zu Jülich, Cleve und
Berg 106; s. Liederbuch
S. Ambrosius s. Leben; Osnabrück, Hein-
rich von
Ammenhausen, Konrad von, Schachzabel-
buch 115
Amsterdam 195; s. Sacrament
Anathomia 183 i
Andolo, Bartholomaeus de, Abt von Mur-
bach 151. 189 Anm.
S. Anna s. Bruderschaft
S. Anscarius, angeblicher Besitzer 189
Anm.
Anstandslehre für Knaben,
176
Anthonine s. Massemen
Antwerpen 158
Apulejus, L. s. Sieder, Johann
Aquino, Thomas von s. Leben
Arberg, Peter von, Tageweise 105. 182.
335
Aristoteles, Lehren an Alexander 57;
deutsche Übersetzung einzelner Schrif-
ten 99
Arnoldus s. Huls; Unna
Ars praedicandi, arrengandi,
nandi 6
Arzneibuch 95. 117; s. Ortolf
Ashburnham, Lord 1
Ashburnham-Place 1
Ashmole, Elias 181
Asseborch, Edelinck van, Besitzerin 73
Assendelf s. Gerijts, Beatris
Augsburg s. Chronik ; Wilsegeuert
S. Augustinus, Brief an Cyrillus 54; En-
chiridion 76. 85. 187; Meditationes 85
Aysma, Sibout 152
altfrz.-mnl.
collatio-
Baeken, Peeter van der 169
Bättringen 184
Bailliere, H., Buchhändler 29
Baker 38
Balcarres, Earl of 188
Bale, Speyer de 82. 84
REGISTER 347
Barlaam und Josaphat 74
Barrois, Besitzer 1. 8
Bartholomaeus s. Andolo
Bateman, Besitzer 189 Anm. 190
Beale, Dr. 38
Beatris s. Gerijts
Becter, Dr. Wilhelm 184
Beda, Übersetzung von Tractaten 189.
338; Wetterregeln 155
Beestoltzs, Maria, Besitzerin 186
Behaim, Michel, Gedichte 121. 295
« Beichte 126. 195. 343
Benedictinerregel deutsch 77. 145
Bergpredigt, Auslegung der 31. 223
S. Bernhard, Gebete 29; Goldene Kette
153; Leben 76; Meditationen 76; Qua-
liter unusquisque se et domum suam
regere debeat 6. 112; Sermone auf
Psalm xc 16. 47; Sermones de diversis
16; Sermone über das Winterteil 69;
einzelne 61. 163; Speculum vitae ho-
nestae 164
Bernhard, Johannes, de Ochsenfurt, Schrei-
ber 75 |
Berthold, Dominicaner, Bearbeitung der
Summa des Johannes von Freiburg
53
Bettinga, Wolframnus de, Abt 188 Anm.
Bibel und Bibelübersetzung: altes Testa-
ment 55. 60. 144. 160. 165; s. Cantica
canticorum; Genesis; neues Testament
156. 160. 189 Anm.
Blanca Maria, römische Königin 193
Bleckenstadt, Lied auf die Schlacht bei
70. 71
Blutbesprechung 119
Bodeken, S. Meinulphskloster 68 und
Anm.
Boec van der wraken, Gedicht 158
Böhmen s. Landordnung
Boethius, De consolatione philosophiae 30
Bommel 112
Boxhorn, M. Z., Besitzer 155
Braband, Jan, Herzog von 2; s. Lehn-
rechte
Brandenstein, Heinrich von, Besitzer 56
Brander, Gustav, Besitzer 180
Brant, Sebastian, Pange lingua deutsch 7
Braunschweig 101; Herzog von, Gedicht
3. 197; Lied auf den Herrn von 232;
s. Chronik
Brevier 36. 45. 66. 107. 181 Anm. 187
Breviloquus 101. 128
Briele, Godeuaert van den 163
Bronchorst, Nicolaes van 326
Bruderschaft von S. Anna 28
Brüder, Friesische 165; der waterlant-
sche vergaderinge binnen Edam 165
Brügge, Handschrift aus 174. 176;
Rechtsbestimmungen 167
Brüssel 2. 3
Bruwer, Adolphus und Nese, Besitzer 44
Buch von den zehn Dingen 127; von
wahrer Geistlichkeit 48; der Reforma-
tion der Klöster im Predigerorden 82;
8. Boec
Bücheim, Margarete, von Esslingen, Be-
sitzerin 120
Budenisheim, Vizo de 188 Anm.
Bücher über die drei Wesen der Men-
schen 114
Bukelare, Johannes, Übersetzer des Wa-
pene Martijn 173
Burgund, Maria von 231; Philipp von 2;
s. Karl der Kühne
Burlfingen 75
Busstaxen, Friesische 153
Caecilienconvent 159
Kaisertum, Vom römischen 125
Calais 5. 6
Kalenberch, Hans, Besitzer 96
Kalender 13. 14. 28. 45. 50. 108. 160.
169. 186; lat. 29. 155. 181 Anm. 182.
189 |
Kalenderprophezeiung 125
Cambridge 15
Kampe, Johann van, Schreiber 109
Canonici, M. Luigi 172
Canterbury, Abtei S. Augustin 16. 21
Anm. 23
Cantica canticorum 52. 73
Capua, Raymundus von 84
Caritt (?), Margaretha, Besitzerin 95
Karl v, Wahl, Krönung, Labores 73
Karl der Kühne 5. 6
348 REGISTER
Cassel s. Regenboden
S. Katharina, Grab 99; s. Leben
Katharina s. Daernick; Haitzfelt
Cato 118; Fragment 111; altfrz. 174
Kempis, Thomas a s. Christus, Von der
Nachfolge
Kentzingen, Margaretha von 83
Cessolis, Jacobus de 116
Chardin, Antiquar 80
Cheltenham 42
Chirurgie Lanfrancs und Jan Ypermans
38. 39
Christopherson, John 39
Christus, über seine Geburt 31. 224; Ge-
dicht auf seine Ritterschaft 58; Von
der Nachfolge 65. 72. 163; Passion 9.
28. 65. 75. 161; Rede am Kreuz 57;
8. Jesus und Reimgebete
Chronik 149; von Augsburg 78; Braun-
schweig 70; Flandern 5. 159; Excerpta
cronicarum deutsch 180; s. Königs-
hofen; Windeck
Chunich, Heinrich der, von Paumkirchen
104
Cicero deutsch 99; Orationes 21
Cisioianus 174 |
Clatta (?), Ursula, Besitzerin 104
Kleinbasel, domus sanctae Margarethae
44
Clocker, Theodericus, Schreiber 48. 186
Kloss, Dr. G., Besitzer 99. 100. 101. 102.
103. 105. 107. 108 2). 111. 115. 127.
128
Knyvelt, Sir Thomas, Besitzer 169
Koburg, Schloss 56
Köln, Franke von, Predigt 138; Gedicht
auf 109; Klöster 44. 47. 60. 64. 65.
102; s. Lanceloer
Coels, Digne, Besitzerin 169
Könige, Die heiligen drei, Historie 109
Königin von Frankreich, Gedicht 4
Königsfelden, Kloster 194
Königshofen, Jacob von, Chronik 55
Königskinder, Lied 233
S. Columbanus s. Leben
Columna, Guido de, Historia Trojana 100.
185
Combe, Carolus, Besitzer 180
Compendium theologicae veritatis deutsch
80. 148
Konrad 114; s. Ammenhausen; Lippia;
Würzburg
Conrath, Freiherr von 193
Konstanz s. Mör, Johannes;
Nicolaus
Cornelia s. Lothringen
Cornelis, Ariaen, Pastor 92
Corsini, Theobaldi 193
Corterelles, Hans 165
Crashaw, William 38. 39
Crawford, Earl of 188
Credo deutsch 100; nl. 14; 5. Glaube
Cresconius, Concordia canonum 146
Kristgarten, Friedrich von 114
Krogher, Mathias 96
Culeman, Besitzer 34
Culm, Handfeste 150
Kursi, Johannes, Schreiber 75
Cyprianus, Epistolae et opuscula 159 Anm.
Winzurn,
Daell, Hermann van 179
Daernick, Katharina van, Besitzerin 36
Dalberg, Friedrich von 99; Johannes von
102. 103
Dalheim 145
Damme. Wasserrecht 154
Demut, Von der wahren 57
Dering, Besitzer 139
Deutschold, Hartmann 29
Diätregeln 155. 195. 314
S. Digna s. Leben
Dinge, Die vier letzten 57; lat. 112; Zehn
s. Buch
Dinkelsbühl, Nicolaus von 114
Dionys s. Lieuwe
Does, Jacob van der, Symonsz, Besitzer
14
D’Orville, Jacques Philippe 169
Douce, Francis 178
Duport, Dr. James 40
Eberbach, Kloster 143. 144. 145
Ebner von Eschenbach, Besitzer 37. 108
Eckhart, Meister, Predigten 138. 139. 148;
Spruch 49. 311; Tractat von der Edel-
keit der Seele 137
REGISTER 349
Edam, Schwesternkloster 85
Edelinck s. Asseborch _
Eemsteyn, Kloster 163. 164
Eename, Kloster 181. 330
Egmondt, Abtei 112; Johanna van, Be-
sitzerin 14
S. Elisabeth 230; s. Hooren
Elucidarius 52
Ems, Rudolf von, Willehalm 119
Endras, Andreas, Schreiber 97
Engel s. Lancloer
Engelszell 143
England, Herzogin von, Lied auf die 230;
8. Georg I
Enikel, Jans, Fürstenbuch 113
Epistel, Eine leirhaftige 48
Episteln für das Kirchenjahr 159; für die
Österwoche und Heiligentage 160
Ermenricus, Verfasser der Vita S. So-
lae 115
Erp, Hendrik van 9 Anm.
Erzählungen, Altdeutsche 110
Ess, Leander van, Professor 43
Esslingen s. Bücheim
Eulenborg, Margueret de 179
Eurialus und Lucretia 78
Eusebius, Brief an Damasus 54; Historia
scolastica 51
Evangelien s. Bibel; für das Kirchenjahr
65
Evangeliensynopse nınl. 19
Ewich, Kloster 49 und Anm.
Valbert, Johannes, Schreiber 69 Anm.
Valk, Arnt, Besitzer 167
Varrentrapp, Antiquar 43. 73
Vaterunser, Auslegung 127; in Reimen
163 |
Feldkirch s. Huberrecht
Velkener, Henricus, de
Schreiber 101
Fenwick, J. E. A. und Fitz Roy 42
Vergil, Georgica und Aeneis 182
Verse, Ascetische 17. 57. 76. 176; =.
Schreiberverse
Versus Godescaki 24; de laude cuculi
21. 23; per tetrasticha in Salve re-
gina 6
Heynsbergh,
Vijs, Hans der 165
Virgiere 283
Fisch, Joh. Ulrich 194
Fitzwilliam, Viscount Richard 34
Vizo s. Budenisheim
Vledinc, Ypol 168
Vlissingen 159
Vlitius, Janus 152. 154
Florysse, Dirck, Schreiber und Besitzer
164
Vocabularien 75. 101. 128. 145
Voerst, Margryeta van 179
Volkslieder 9. 141. 230. 311
Volprecht s. Schwalbach
Vondel, J.van den, Prosaübersetzung von
Tassos Gierusalemme liberata 170
Formulare 111
Vos, Willem, Bruder 162
S. Franciscus, Lied von 89; s. Leben
Franckenberg, Kloster 72
Franke s. Köln
Frankfurt 77
Freiburg, Augustiner-Eremitenkloster 142;
Schloss 56; Johannes von, Sunma de-
cretalium 53
Freidank 59. 117. 118. 175
Freytagk, Joachim, Besitzer 79
Fride, Joh. Ulrich, Besitzer 55
Friedrich ım, röm. Kaiser 295
Friedrich s. Dalberg; Kristgarten
Friesische Stücke 152
Fryelonc, Besitzer 149
Furstenburch, Guillaume de 329
Vysam, Martin, Ritter 14
Galc, Jan 8
Gale, Roger 41; Dr. Thomas 40. 41
Galenus, Techne 183
Gauwer, Nicolaus 52
Gebeno 101
Gebetbuch 14. 20. 28. 30. 36. 44. 49.73.
164. 169. 176. 181 Anm. 182. 185. 187
Gebete, Prosaische 14. 19. 20. 29. 30. 31.
36. 65. 66. 108. 125. 162. 177. 178;
s. Reimgebete
Gebhard, Ludwig Albr., Besitzer 97
Geiger, Dr. Ulrich, Besitzer 55
Generatio regum Francorum 2
350 REGISTER
Genesis deutsch 94
Gent, Het belech van 159
Geomancia, Werke über 187
Georg I, König von England 15; =.
Sachsen
Gerden, Theodericus de, Schreiber 68.
69 Anm.
Gerichtsordnung s. Sachsen, Georg von
Gerijts, Beatris, van Assendelf 35
Gerning, J. C., Besitzer 52
Gerson, Johannes, Brief 08
Gesta Fresonum 154; Romanorum 116
Gilbertus physicus 141
Glaube und Beichte, Münchner 129. 304;
s. auch Credo
Gloria in excelsis nl. 14
Glossar 125
Glossen, Ahd. 94. 101. 115. 126. 144.
146. 151. 155. 170. 182; Mhd. 30.
125
Gmünd in Schwaben, Urkunden 184
Godescaleus s. Versus
Godeuaert s. Briele
Godeuerd, regulierter Canoniker 76
Gorinchem, Kloster 160; Stadt 194
Gotfrid, Johannes, Pfarrer 99
Gravenberg, Wirnt von 120
S. Gregorius, Cura pastoralis 145; Ho-
milien 43. 47. 146
Grimbergen, domini 2
Grönendal 68. 76; 3. auch Ruusbroec
Groot, Giherhart, Briefe 68; Übersetzung
Ruusbroeescher Schriften 66
Guido s. Columna
Guilford, Lord, Besitzer 97
Gunning, Bischof 38
Haarlem, Kloster 35. 36; Rechtsbestim-
mungen 154
Hackeborn, Mathilde von 179
Hacket, Bischof 16
Haegh, Paulus van, Besitzer 13
Hahn, Dr, August 184
Haigh-Hall 188
Haitzfelt, Kathryn van, Besitzerin 107
Hamburg, Privilegien 95; Recess 79. 95;
Stadtbuch 9
Hans, Marienlieder des Bruders 10
Havens, Franciscus, van Loovens, Be-
sitzer 169
Havich der Kellner aus Passau 28)
Heber, R., Besitzer 98
Hefelin, Michel, Schreiber 123
Heilsbronn, Mönch von 139
Heinrich, Meister im Predigerorden 127;
s. Brandenstein; Chunich; Osnabrück ;
8. Henricus
Heinrico, De, Gedicht 22. 25. 27
Heinsius, Besitzer 182
Helias, Exempel von 112
Helmont, Besitzer 169
Helmstädt, Gründung von 71
Hendrik s. Erp
Henricus, Joh., Besitzer 96; s. Lippia
Herlingesdorf, Waltherus de 188 Anm.
Herlynkhusen, Bruder 41
Hermann s. Daell; Novo castro
Herold- und Wappenbuch von Jülich und
Cleve 102
Hersuelt, Jan van, Besitzer 174
Herten, Johannes, Subprior in Ewich 49
Hertzeberg, Frau von 73
Heylant, Conradus, de Tzell, Schreiber
128
Heynsbergh s. Velkener
S. Hildegard, Glossen 101; Liber com-
positae medicinae 101; Vita et epistolae
101
Hildesheimer Fehde O0
Hillegont, Aeronts Tochter 89
Hippocrates, Aphorismi und Prognostica
183
Historienbibel 51. 56. 180
Hoc dae Friesen Roem wonnen, Gedicht
152
Hoern 187; Katharinenkloster 8
Holland, Lüdeke 70
Holzschnitt, Farbiger 81
Honorius, Speculum ecclesiae 126
Honseem, Walther de 112
Hooren, Elisabeth van, Besitzerin 36
Horaz mit Scholien 170
Hroswith s. Roswith
Huberrecht, Feldkircher 125. 300
Hugo, Meister im Predigerorden 59
Huls, Arnoldus de 68
REGISTER 351
Hußlin 97
Huunbertus, Bischof von Würzburg 144
Hymnen, Lat. 24. 31. 32. 125. 126. 189
Anm. ; Lat.-deutsche 33—34 ; Murbacher
151; auf Ostern, deutsch 32
Jacob s. Cessolis; Does; Königshofen;
Maerlant
Jan s. Braband; Hersuelt
Jans, Marytghen, Besitzerin 36; Willem
Tochter, Besitzerin 159
Jans Teesteye, Gedicht 158
Janssoon, Aernt, Schreiber 112
Jesus, Gulden Croenken 30; Leben 18.
35. 167. 219; Reimgebet an 59; s.
Christus
Ijsbrant, Claes 187
Inglis, Sir Robert Harry, Besitzer 187:
Ingold, Meister, Goldenes Spiel 111
Job, Auslegung 65. 82
Johan dz dem virgiere, Gedicht 98. 241
Johann, Schreiber (?) 98; s. Dalberg;
Freiburg; Kampe; Mör; Olmütz; Rech-
berg; Sconouia; Worms
Johanna, Herzogin 3; s. Egmondt
S. Johannes, Geburt 153; Verzückung 50
Johannicius, Liber isagogarum 183
Jordaens, Guilelmus 66
Isaac De dictis universalibus 183
Isabella s. Spanien
Isidorus, Synonyma deutsch 57
Itinerarien 172
Judeneid 150; Erfurter 145
Jülich-Cleve 3. Amalia;
Wappenbuch
Juls (?), Carthause 139
Junius, Franeiseus 151. 154
Herold- und
Laetus, Gregorius 29
Lagen der Cambridger Hs. 21
Lancloer, Engel van, Bruder in Köln 48
Landordnung von Böhmen 69
Landrecht Kaiser Ludwigs 37
Lanfrancus s. Chirurgie
Lant, Dat ander, Gedicht 153; vgl.320 ff.
Anm.
Laud, William, Erzbischof 143
Laughton, John 40
Leben s. Jesus
Leben und Legenden von Heiligen: Samm-
lungen 8. 53. 61. 73. 74. 75. 147; Ein-
zeldarstellungen: S. Adelbrecht 112;
S. Agatha 181. 330; S. Ambrosius 185;
S. Columbanus 189 Anm.; S. Digna
112; S. Franciscus 9. 85; 8. Hilde-
gardis 101; S. Katharina 84; S. Maria
Magdalena 112; S. Nicolaus 185; 8.
Sebaldus 80; S. Sola 115; 8. Stepha-
nus 113. 289; S. Thomas von Aquino
66; S. Wernher 181. 331
Lectionar 188 Anm.
Lehnrechte von Braband 2. 112
Leighton, J. & J., Antiquare 37
pper, Jacob 105
Leringe onser liever vrouwen 162
Leutzerrardt (?), I. V. 106
Leyden, Bildersturm 81
Libri, G., Besitzer 1. 115. 119. 120. 221.
124. 189 Anm.
Liedekens 17; Gheestelijcke 86. 165. 316;
s. Liederbuch
Lieder, Cambridger 20—27; Geistliche
177; Historische 70; Lateinische 24. 93;
Mystische 67; s. Liederbuch
Liederbuch der Herzogin Amalia zu Jü-
lich-Cleve 105; Niederländisches 86.
230
Liedewyn s. Sciedam
Lieuwe, Dionys van 27. 28
Lindau, Marcus von 82
Lindsay, David 188
Lippia, Conradus et Henricus de, Schrei-
ber 68
Litanei 19. 20. 29
Löwe, Gedicht vom jungen 110
Löwen 2
Lohier und Maller 3
Loovens s. Havens
Lothringen (?), Cornelia, Contesse de 179
Lucian deutsch übersetzt 99. 102
Lucy, Claes Ijsbrants Weib, Besitzerin
187
Ludolfus, Decan von Walbeck 189 Anm.
Ludwig, Kaiser s. Landrecht
Luther, Martin, Deutsche Sprüchwörter
184
Lyntgen, Jacops Tochter, Besitzerin 17
Maerlant, Jacob van, Spieghel historiael
Mühlen, H. zur, Besitzer 69. 110
Mundi cursus, nd. Prosa 109
Munten, Johannes 186
352 REGISTER |
168; Wapene Martijn 173
Magdeburg, Schöffenbrief 150; Weich-
bildrecht 149
Mainz, Klöster 53. 143. 146. 148. 149
Mamecranus, Nicolaus 73
Marcus s. Lindau
Mareschall, Thomas 155
Margaretha s. Eulenborg; Kentzingen;
Voerst; York
S. Maria 29. 30. 36. 45. 66. 169. 186;
ı Empfängnis 28. 69; Leben 30; Stamm-
tafel 126; s. Leringe; Psalter; Reim-
gebete
S. Maria Magdalena s. Leben
Maria s. Burgund
Marienberg, Kloster 72
Marienborn, Kloster 161
Marienfeld, Bibliothekscatalog und Glos-
sen 94
Marienlegenden 69
Marienlieder 87. 89. 92. 333; s. Hans,
Bruder
Marienwunder, Predigten über 136
Martijn s. Thorout
‚ Maskeroen, Gedicht 158
Massemen, Anthonine van, Besitzerin 14
Mathilde s. Hackeborn
Meermann, Besitzer 94
Meest...., Jan, Besitzer 81
Meister, Sieben weise 116
Melibeus, Gedicht 158
Messe, Dinge bei der 125
Messiasbuch 59
Minttrin, Anna, Schreiberin 127
Mischpoesie 33—34. 179
Missale 27
Modus vivendi 6
Mönch, Sechs Stücke, die einem Mönch
zugehören 82; s. Heilsbronn
Mör, Johannes, de Constantia, Schreiber 5
Monsasterio, Petrus de, Schreiber 141
Monatsnamen nl. 181 Anm. 186
Mondtafeln 160. 186
Moore, John, Bischof von Ely 15
Morton, J., Besitzer 139. 141
Murbach s. Andolo; Hymnen
Musschate, Die gulden 161
Mystik s. Eckhart; Lieder; Predigten;
Ruusbroec; Tractate
Nack, Jo. Bernard, Besitzer 77
Nevile, Dr. Thomas 39
Newton, Sir Henry 40
Niclas s. Wyle
S. Nicolaus s. Leben
Nicolaus s. Bronchorst; Dinkelsbühl
Nider, Johannes, Büchlein des ordent-
lichen Lebens 84; Vierundzwanzig gol-
dene Harfen 72; geistlicher Tractat 84
Nienroden, Joffrau van, Besitzerin 155
Noondeloos, van, Besitzer 194
Novo castro, Hermannus de 69 Anm.
Nürnberg, Handschriften 143; Klara-
kloster 127; s. Tucher
Nymwegen, Kloster 10
Ochsenfurt s. Bernhard, Johannes
Offenbarungen 49
Olmütz, Johann von, Brief des Augusti-
nus und des Eusebius über den Tod
des hl. Hieronymus 54
Oppenheim 99
Orden, Aufzählung geistlicher 77; Deutscher |
189 Anm.; s. Statuten
Oris, Peter, Besitzer und Schreiber 15°.
158
Ortolf von Baierland, Meister 140. 141
Osnabrück, Heinrich von, Übersetzer von
Werken des hl. Ambrosius 60
Österhymnen 32
Osterleis, Deutscher 32
Österliturgie 34
Östersequenz lat. 59
Ottobeuern, Kloster 78
Oxford 143
Pabstverzeichnis 125
Pange lingua s. Brant
Paradies der vernünftigen Seele 148
Passau s. Havich
REGISTER 353
S. Paulus, Lied auf 89
Paulus s. Haegh
Paumkirchen 104
Pest, Recepte und Tractate gegen die 95
Peter s. Arberg; Baeken; Monasterio
Pfeiffer, F. 120
Pfeilsegen 119
Pflanzenglossar lat. 141
Pharetra fidei 52
Philipp der Schöne 2; s. Burgund
Phillipps, Sir Thomas 42. 43
Piccolomini, Aeneas Silvius s. Eurialus
Pieter, Willams Sohn, Schreiber 85
Plagen, Die zehn, und die zehn Gebote,
Gedicht 158
Pöhlde, Handschriften aus 143
Poenitentiale 146
Predigerorden s. Buch
Predigten, Sammlungen: 45. 61. 65. 129.
139. 148. 227; einzelne: 6. 72. 125.
126. 128. 187. 301. 306. 309; s. auch
Albrecht; S. Bernhard ; Eckhart; Heils-
bronn, Mönch von; Köln, Franke von
Processus judicii friesisch 152
Prophezeiung 117
Prosastücke geistlichen Inhalts 176
Prüm, Marienkloster 188 Anm.
Psalm L, Verwendung der Verseingänge
326; Psalmen 50. 59. 165
Psalter 13. 190; Marien 20. 29. 108
Puttik & Simpson 127
Ranshofen 172
Rawlinson, Richard 166
Raymundus s. Capua
Recepte 25. 39. 81. 86. 95. 118. 119.
140. 141. 145. 183. 189. 342
Rechberg, Johann von 184
Rechtssprüche, Friesische 152
Refereyn 6 N
Regenboden, Heinricus, de Cassel, Schrei-
ber 149
Regimen sanitatis 52
Reijers Deijm, Sophia Maria, Besitzerin
162
Reimchronik s. Statwech
Reime auf das Jahr 1588 71
Reimgebete 182; an Christus 50. 337. 338;
Deutsche Hss. in England 1.
an Maria 50. 182; altfrz. 175; s. auch
Jesus
Reinhard s. Rumerisheim
Reisebeschreibung s. Itinerarien; Suchen;
Tucher
Reisesegen 45
Renner 118
Reynerts, Heyndrick 165
Richardus, Erzbischof von Armagh, De-
fensorium 112
Rietter, Sebolt 2. Tucher
Rijmspreuken 175
Rodd, Antiquar 107
Rodolfus rex 31
Roemer, Dr., Besitzer 96. 100
Rosenkranz, Exempel vom 186
Rosenkreuzer 193
Rossarzneien, Rosssegen 118
Roswith 71
Rothe, Johannes, Gedicht von der Keusch-
heit 97. 238
Ruden, Kloster 49
Rudolf s. Ems
Rufen (oppidum Rubiacense) 52
Rumerisheim, Reinhard de 188 Anm.
Ruofertus, Abt von Prüm 188 Anm.
Rutinck, Johann, van Sagan, Schreiber
97
Ruusbroec, Johannes, Buch von den
zwölf Tugenden 76. 101. 161; Expo-
sitie van den tabernacule 157; De gra-
dibus scalae amoris 67; mystisches
Lied 67; aus einem Tractat (?) 68;
Werke ins lat. übersetzt 66
Rykel, Kirche 27
Sachsen, Georg von, Gerichtsordnung für
Friesland 152
Sachsenspiegel 150
Sacrament van Amstelredam, Legende 112
Sagan s. Rutinck
Saladijn, Gedicht 158
Samuel, Brief an Meister Isaac 59; an
Rabbi Salomo 52
Sandars, Samuel, Besitzer 34; Antiquar 36
Santhofen 2
Scharpenbach, Hans, Besitzer (?) 109. 110
Scheidius, Besitzer 86
45
354 REGISTER
Schelling, P. van der, Besitzer S
Schleicher, Andreas, Besitzer 74
Schmid, Ch. (?), Professor 97
Schmieher, Dichter 110
Schnell, Johannes, Schreiber 75
Schoonhooven, Kloster bei 112
Schreiberverse 44. 56. 57. 59. 64. 760. 116.
128. 145. 146. 102
Schwabach 128
Schwalbach, Volprecht von 180 Anm.
Schwarzer, Sebald 193
Sciedam, Liedewyn van 162
Scononia, Johannes de 68
Scultetus, Heinrieus 28
S. Sebaldus 3. Leben
Sefflingen, Kloster 75
Segen 45. 81. 118. 119
Seifried, Alexandreis 103. 285
Sempach 194
Serrarius, Nicolaus, De xxxi1 artieulis 112
Sieder, Johann, Übersetzer von Apulejus
und Lucian 102
Siegmund, Erzherzog von Österreich 184
Sinnsprüche nl. 17
Skutsch, H., Antiquar 184
S. Sola 115
Spanien, Isabella von 5
Speculum sacerdotum 52; humanae sal-
vationis 159 Anm.
Speyer s. Bale
Spiegel des Sünders 85; der Vollkom-
menheit 9
Spigel, Dr. Otto, Reise zum Grabe der
hl. Katharina 99
Spruchdichtung, Anfang einer 151
Sprüche, Alehymistische 165; aus Salomo,
‚den Vätern, Philosophen, Freidank cete.
in Prosa 53. 60. 65. 86. 130; in Rei-
ınen 58. 100. 105. 118. 175; s. auch
Eckhart |
Sprüchwörter s. Luther
Stabat mater mn]. 160
Stadtbuch =. ITamburg
Stammbuch, Deutsches 195; =». Album
Stanhope, Sir Edward 39
Stargard, Antiquar 31
Statuten des deutschen Ordens 40. 226
Statwech, Johann, Reimchronik 1ıl
Stein der Weisen 103
Steinfurter, Paulus, Schreiber 115
Steinhöwel, Heinrich, Register zum Büch-
lein von der Pest 95
S. Stephan =. Leben
Storchach 184
Stowe-Sammlung |
Strassburg, Klöster 84
Stricker, Karl der Grosse 96
Sturvey, John, Abt 16
Suchen, Petrus, Reisebuch 141
Sultzmatt 52
Suso, Heinrich, Buch von der ewigen
Weisheit 64
Sydrack 157
Tafel des Christenglanbens 58
Tafeln, Astronomische 14. 44; zur Be-
rechnung der beweglichen Feste und
des Österfestes 155; der verborgenen
Tage 118
Tannhäuser, Lied von 235
Tasso, T. s. Vondel
Theodericus s. Gerden
Theodora s. Wassenaer
Thomas s. Aquino; Kempis
T'horout, Martijn van, Legendenwerk 181.
330
Thorpe, Antiquar 99. 100. 102. 103. 108
Thwaites, E. 140
Tierfabeln 4
Tod, Gedicht auf den 175. 320
Tractate, Alchymistische 190 — 193; Astro-
nomische 154. 186; Astronomisch-medi-
zinische 140; Geistliche 9. 28. 29;
Grammatische 101; Medizinische 95.
183; Medizinisch - alchymistische S1;
Medizinisch-naturwissenschaftliche 117;
Mystische 48; Theologische 51. 57. 73.
74. 76. 103; vom Altarsacrament 20.
48; von der Liebe Gottes 114; von den
zchn Staffeln 139; von der letzten Zeit
vor dem Tode 115
Trappisten (?), Regel der 78
Trojanerkrieg 98
Tross, Antiquar 126
Tucher, Hans, und Sebolt Rictter, Reise
nach dem hl. Grabe 98
au @
en
REGISTER 35
Tundalus, Prosa 101
Tzell s. Heylant
Uccele 2. 3
Übungsbeispiele, Grammatische 101
Ulm, Kloster Wengen 74
Unna, Arnoldus de 69 Anm.
Unterricht, Geistlicher, für Novizen 127
Unvorloschen, Jorig, Schreiber 56
Urkunden 2. 40. 104. 110. 184
Urspringen 5
Utrecht, Kloster 179
Walahfrid Strabus, Visio Wettini 146
Walbeck, Kloster 189 Anm.
Walther s. Herlingesdorf; Honseem
Wangen 9
Wanley, Humphrey 146
Wappenbücher 102. 193. 194. 195
Wartenberg, Graf 189 Anm.
Wassenaer, Theodora van 179
Wassersegen 119
Wehrsowitz, Wolf von 69
Weichbildrecht 149
Weigel, J. A. G. 118; T. O., Besitzer
119. 120. 121
Welmoet, Jan Gales Tochter, Schreiberin 8
Welser, Veronica, Besitzerin 36
Weltzustand 117
Wenceslaus, Herzog 3
Wengen, Kloster s. Ulm
sb) |
S. Wernher s. Leben
Wesen, Drei, des Menschen 114
Wideburg, J. Th., Besitzer 79
Wigan 188
Willibaldus diaconus, Schreiber 146
Wilsegeuert, Hans, Pfarrer zu Augsburg
114
Windeck, Eberhard, Chronik 108
Winzurn, Nicolaus, Constantinus, Be-
sitzer 37
Wirnt s. Gravenberg
Wolderkum, Rechtsbestimmungen 154
Wolf, Gedicht von einem 110
Wolf s. Wehrsowitz
Wolframnus s. Bettinga
“ Worms, Handschriften 143; Johann von,
Schreiber. 4. 218
Wrake s. Boec
Wriothesley, Thomas, Earl of Southamp-
ton 38. 39
Würzburg 95. 103; Bischof Huunbert
144; Handschriften 143. 144. 116;
Konrad von, Trojanerkrieg 98
Wyle, Niclas von 78
York, Margaretha von 5. 6
Yperman, Jan s. Chirurgie
Zapf, Hofrat 79
Zell, J. M. 69
NACHTRÄGE UND BERICHTIGUNGEN.
S. 7: 1. Wackernagel, KL. 2 Nr. 570; handschriftlich auch im Codex Vindob. |
15113. — 8. 68: die beiden Briefe G. Groots hat Dr. Nolte in der Theol. Quartal- |
schrift 25 (1870), 281—285 und neuerdings W. Preger, Beiträge zur Geschichte der
religwsen Beweguny in den Niederlanden in der 2. Hälfte des 14. Jahrh. (Abhand-
lungen der hist. (lasse der kgl. bayerischen Akademie xxı, 1 (1895), 29—31. 50 f.)
herausgegeben. — S.782.3 ist hinzuzufügen: Zwiefaltener Benedictinerregel, s. Laist-
ner in Paul-Braunes Beiträgen 7, 548 ff. Auch auf Monte Cassino befindet sich
eine deutsche Version der Regel. — 8. 93 Z. 6: I. Orti. — 5.93 Z.3 v. u.: das Lied
auch in der Pariser Hs. Suppl. frang. 3326, ». Catalogue des mss. neerlandais de
la bibliothöque nationale par G. Huet(1886) 5.44 Ar.39. — 8.102 Z.12: der Punct
nach Phill. ist abgesprungen. — 8.152 Z 5: I (a—f). — S. 203 Note 21: der Punct |
nach |. fehlt.
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Aeutsche handschriften
Widener Libra
B 3345.,5